· Pressemitteilung

Europäisches Forschungsprojekt TEMA erprobt Katastrophenschutz der Zukunft im Ahrtal

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Mayschoß, den 23. September 2026 – Wie können Einsatzkräfte bei Hochwasser, Starkregen oder anderen Großschadenslagen schneller zu einem gemeinsamen Lagebild kommen? Genau das wird am 24. September 2026 in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Mayschoß beim zweiten deutschen Pilotversuch des europäischen Forschungsprojekts „Trusted Extremely Precise Mapping and Prediction for Emergency Management“ (kurz: TEMA) unter der Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes erprobt.

Rund 60 Teilnehmende aus Deutschland und mehreren europäischen Staaten, darunter Spanien, Italien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, testen gemeinsam, wie Daten aus unterschiedlichen Quellen – etwa Drohnen, Satelliten, Sensoren und Wetterdiensten – in einem System zusammengeführt und für Einsatzentscheidungen nutzbar gemacht werden können. Ziel von TEMA ist es, Informationen nicht nur zu sammeln, sondern daraus ein möglichst aktuelles und verständliches Lagebild für den Bevölkerungsschutz zu erzeugen.

Das Szenario orientiert sich an der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal 2021. Im simulierten Einsatzleitungsraum beim DRK-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler werden acht Expertinnen und Experten mit dem TEMA-System arbeiten. Parallel finden Live-Drohnenflüge im Bereich der Ahrschleife bei Laach/Mayschoß statt. Die Luftbilder werden nahezu in Echtzeit analysiert und in das Lagebild integriert.

Auch Landrätin Cornelia Weigand wird die Übung besuchen. Sie wird um 9:30 Uhr beim DRK-Ortsverein erwartet und anschließend die Drohnenbefliegung im Raum Mayschoß begleiten.

Die diesjährige Übung baut auf dem ersten deutschen TEMA-Test im Jahr 2025 auf. Damals stand die technische Vernetzung einzelner Systeme im Mittelpunkt. Nun geht es stärker um die Frage, ob das inzwischen integrierte System Einsatzkräfte tatsächlich dabei unterstützen kann, eine Lage schneller zu verstehen und fundiertere Entscheidungen zu treffen.

Uwe Kippnich, Abteilungsleiter Forschung der BRK-Landesgeschäftsstelle: „Entscheidend ist nicht, Einsatzkräfte mit noch mehr Daten zu versorgen. Entscheidend ist, die vorhandenen Informationen schneller verständlich und nutzbar zu machen. Genau das wollen wir im Ahrtal unter realitätsnahen Bedingungen prüfen.“

Am TEMA-Projekt arbeiten zahlreiche europäische Forschungs-, Technologie- und Bevölkerungsschutzpartner zusammen. Das Bayerische Rote Kreuz ist dabei nicht nur Testanwender, sondern bringt Forschungskompetenz sowie operative Anforderungen aus dem Bevölkerungsschutz in Entwicklung und Bewertung ein. Unterstützt wird die Übung unter anderem durch den DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz, den DRK-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler, das THW sowie die beteiligten Kommunen.