BRK Presseinformationen https://www.brk.de de DRK Sun, 15 May 2022 09:40:51 +0200 Sun, 15 May 2022 09:40:51 +0200 TYPO3 EXT:news news-1005 Sun, 08 May 2022 09:37:00 +0200 Tag der Kinderbetreuung: Vizepräsidentin fordert „Pandemieplan-Herbst“ für Kindertagesstätten https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/tag-der-kinderbetreuung-vizepraesidentin-fordert-pandemieplan-herbst-fuer-kindertagesstaetten.html Anlässlich des morgigen Tages der Kinderbetreuung am 9. Mai 2022 hebt die Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Brigitte Meyer, den Einsatz des pädagogischen Personals in den Kindertagesstätten, Kinderkrippen und Horten ausdrücklich hervor und dankt für den andauernden Einsatz in mehr als zwei Pandemiejahren. Brigitte Meyer wörtlich: „Sie haben diese Pandemiejahre mit großer Selbstaufopferung und im Sinne der Ihnen anvertrauten Kinder bewundernswert gemeistert. Trotz aller infektiologischer und auch politischer Unwägbarkeiten waren Sie echte Lösungsfinder und Möglichmacher.“

Mit Blick auf den bevorstehenden Herbst fordert Meyer einen „Pandemieplan-Herbst“ für die Einrichtungen der Kinderbetreuung. Dabei betonte Meyer: „Das Argument der Unvorhersehbarkeit einer Infektionswelle hält nach den Erkenntnissen der vergangenen zwei Jahre nicht stand. Wir müssen vorbereitet sein und brauchen für unsere Einrichtungen ein praxisnahes Konzept.“

Dabei führte Meyer beispielsweise auf, dass die Übertragung von Aufgaben der staatlichen Gesundheitsbehörden auf die Einrichtungen nicht wiederholt werden darf, so wie es beispielsweise bei den Testungen, der Dokumentation und Meldung dieser in den

Einrichtungen der Fall war. Stattdessen sollten Pooltestungen wie in den Schulen auch in den Einrichtungen der Kinderbetreuung umgesetzt werden. Die Eltern sollen das Testergebnis direkt erhalten und nicht mehr über die Leitungskräfte der Einrichtung.

Über das Pandemiegeschehen hinaus steigt aktuell der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen aufgrund der hohen Anzahl geflüchteter Kinder aus der Ukraine. Assistenzkräfte, die im Rahmen einer Ausbildung in 200 Stunden ein Qualifikationsniveau als Tagespflegeperson erreichen, können das pädagogische Fachpersonal in den Einrichtungen unterstützen. Dies ist auch deshalb attraktiv, weil ab September diesen Jahres die Anerkennung von Assistenzkräften bis hin zur Fachkraft möglich sein wird. Die Refinanzierung dieser Assistenzkräfte ist derzeit jedoch nicht auskömmlich durch den Freistaat Bayern sichergestellt.

„Besonders mit Blick auf die seit langem bestehende Finanzierungslücke in der gesetzlichen Betriebskostenförderung ist hier ein schnelles und entschiedenes Handeln des Freistaates Bayern angezeigt“, so Brigitte Meyer. „Nur mit einer auskömmlichen Finanzierung lassen sich die Rahmenbedingungen für pädagogisches Personal langfristig ändern und eine qualitativ hochwertige Erziehung und Bildung in den Kindertageseinrichtungen sichern. So können beispielsweise zur Entlastung und Unterstützung der Fachkräfte sogenannte Assistenzkräfte eingesetzt werden. Neben der Finanzierung muss die berufsbegleitende Weiterqualifizierung der Assistenzkräfte zu pädagogischen Fachkräften verbindlich sichergestellt werden.“

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news-1004 Fri, 06 May 2022 11:38:47 +0200 8. Mai ist Weltrotkreuztag: "Selten war die Idee des Roten Kreuzes aktueller und wichtiger" https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/8-mai-ist-weltrotkreuztag-idee-des-roten-kreuzes-aktueller-und-wichtiger-denn-je.html Seit seiner Gründung 1863 ist es das ausschließliche Ziel des Roten Kreuzes, Schutz und Unterstützung für Betroffene bewaffneter Konflikte und Kämpfe sicherzustellen. Henry Dunant, geboren am 8. Mai 1828, gilt als Begründer der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Jährlich wird mit dem Weltrotkreuztag dieser wichtige Jahrestag begangen. 1859 prägten ihn die Bilder aus der Schlacht von Solferino. Am Rande des Dorfes Solferino fochten die französischen gegen die österreichischen Truppen. Tausende Tote, Sterbende und Verwundete blieben auf dem Schlachtfeld zurück. Henry Dunant errichtete ein Behelfskrankenhaus und bot den Verwundeten und Kranken Unterstützung. Sie behandelten Österreicher und Franzosen gleichermaßen. Später schlug Dunant vor, in jedem Land eine neutrale und unabhängige Hilfsorganisation zu gründen, die im Kriegsfall allen Verletzten unterschiedslos Schutz und Hilfe zukommenlassen sollte. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die Genfer Konvention und viele weitere Grundsteine der heutigen internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegungen wurden dadurch gelegt.

„Es war Henry Dunant, der den Weg ebnete Menschlichkeit inmitten der Unmenschlichkeit zu leben“, so BRK-Präsidentin Angelika Schorer. „Selten war es nach Ende des Zweiten Weltkriegs und des Jugoslawien-Kriegs der 1990er-Jahre in Europa aktueller, die Idee des Roten Kreuzes zu leben, sie immer wieder in Erinnerung zu rufen und zu verbreiten.“

Infolge des Krieges in der Ukraine hat das Bayerische Rote Kreuz im Auftrag des Deutschen und Internationalen Roten Kreuzes bereits mehr als 20 Einsatzkräfte in der Ukraine im Einsatz. Darüber hinaus hat das Bayerische Rote Kreuz mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften mehr als 150 Notunterkünfte innerhalb weniger Tage errichtet und in Betrieb genommen. Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes übernehmen zudem die sanitätsdienstliche Versorgung der Zugfahrten von Frankfurt (Oder) nach Hannover-Laatzen, wo sich ein Drehkreuz für Geflüchtete befindet und von wo aus weitere Unterstützung in Anspruch genommen oder weitergereist werden kann.

BRK-Präsidentin Angelika Schorer: „Es ist der Sanitäter, das Mitglied der Bereitschaften, die Erzieherin, die Pflegekraft, der Mitarbeiter im Testzentrum, der Therapiehundeführer, die Ausbilderin, der Wasserwachtler oder die Bergwachtlerin – um hier nur einen Bruchteil der Vielfalt des BRK zu nennen – die unser Rotes Kreuz zu dem machen, was es ist. Eine weltweite Organisation verpflichtet zum Dienst am Menschen und zur Hilfe nach dem Maß der Not. Ein Maß, das derzeit hoch ist.“

„Alle Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler leisten wertvolle Dienste für Ihre Mitmenschen. Tausend Dank dafür an sie, liebe Ehrenamtliche und Hauptamtliche im Bayerischen Roten Kreuz. Sie machen uns zu einem starken und einzigartigen Roten Kreuz“, so Schorer.  

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news-1002 Thu, 05 May 2022 15:56:00 +0200 Verbesserte Ergonomie und neue Basisfahrzeuge im Rettungsdienst Bayern https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/verbesserte-ergonomie-und-neue-basisfahrzeuge-im-rettungsdienst-bayern.html Ein seit 1967 treuer Begleiter in bayerischen Rettungswagen geht nun bald in den Ruhestand: der klassische „Tragentisch“ im Patientenraum, verstellbar in der Höhe, mit Kopf-hoch- und Schocklagerung sowie auszieh- und abklappbar zur Be- oder Entladung. news-1001 Thu, 05 May 2022 08:29:04 +0200 Start der Wachsaison 2022: Wasserwacht-Bayern sichert den Sommer am und im Wasser https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/start-der-wachsaison-2022-wasserwacht-bayern-sichert-den-sommer-am-und-im-wasser.html Die Temperaturen steigen und der Sommer naht. Die Wasserwacht-Bayern steht in den Startlöchern für die Wachsaison 2022. An den Wasserrettungsstationen im ganzen Freistaat wird der ehren-amtliche Betrieb aufgenommen und somit die Sicherheit für die Bevölkerung an bayerischen Gewässern gewährleistet. „Wir alle freuen uns auf den Sommer, jedoch kann es bei den noch kühlen Wassertemperaturen schnell zu einer Unterkühlung kommen. Daher appellieren wir an die Vernunft der Menschen und auch daran, sich an die Baderegeln zu halten. So können viele Unfälle verhindert werden. Im Ernstfall sind die Einsatzkräfte der Wasserwacht-Bayern gut vorbereitet und zur Stelle“, so Landesvorsitzender der Wasserwacht-Bayern Thomas Huber. Als Faustregel gilt: Wassertemperatur = Zeit in Minuten, die man ohne Neoprenanzug im Wasser verbringen kann. Das heißt, bei 15°C Wassertemperatur sollte ich nach 15 Minuten das Wasser verlassen. Mit einem Neoprenanzug verdoppelt sich die Zeit. Das Empfinden von Kälte ist allerdings von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Gerade auf die Kleinsten gilt es achtzugeben, besonders wenn sie noch nicht sicher schwimmen können. „Lassen Sie Kinder am und im Wasser nie aus den Augen“, appelliert Huber.

Neben dem Wasserrettungs- und Wachdienst sind zahlreiche Wasserwachtlerinnen und Wasserwachtler auch im Einsatz im Rahmen der Coronavirus-Pandemie, beispielsweise in Test- und Impfzentren, sowie in Notunterkünften für Geflüchtete aus der Ukraine. „Mein herzlicher Dank gilt allen Wasserwacht-Mitgliedern, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit für die Gesellschaft engagieren und einen sicheren Sommer an Bayerns Gewässern und darüber hinaus ermöglichen“, so Thomas Huber.

Zu den Baderegeln: www.wasserwacht.bayern/baderegeln

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news-1000 Fri, 15 Apr 2022 16:32:00 +0200 Ukraine-Konflikt: Bayerische Einsatzkräfte unterstützen beim Aufbau einer Zeltstadt in Berlin Tegel https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ukraine-konflikt-bayerische-einsatzkraefte-unterstuetzen-beim-aufbau-einer-zeltstadt-in-berlin-tegel.html Am ehemaligen Flughafen Berlin Tegel wurde eine Zeltstadt sowie die dazugehörige Infrastruktur für Geflüchtete aus der Ukraine aufgebaut. Auch drei Einsatzkräfte des BRK waren maßgeblich daran beteiligt. Nur 72 Tage nach dem Einsatz im Ahrtal waren die Rotkreuzler*innen in Tegel im Einsatz. Zur Erhöhung der Unterbringungskapazitäten am Flughafen Berlin Tegel wurde eine Zeltstadt „Labor Betreuung 5000“ aufgebaut. Diese umfasst drei Großzelte, die eine autarke Versorgung und Betreuung von bis zu 900 Personen sicherstellt. Ein Aufenthaltszelt, zwei Schlafzelte, mehrere Dusch- und Toilettencontainer, ein temporäres Kläranlagensystem sowie eine Aggregatstromversorgung sind der Hauptbestandteil dieses Pilotprojektes.

Um ein solches Projekt in der Kürze der Zeit stemmen zu können, sind Einsatzkräfte, die das Material kennen unabdingbar. Durch ihren mehrmonatigen Ahrtal Einsatz kennen sich die drei Elektrotechnikmeister aus den BRK Kreisverbänden Haßberge, Freising und Ansbach nicht nur sehr gut mit dem Equipment des „Labor Betreuung 5000“ aus, sondern konnten durch ihr Fachwissen die Elektroplanung, Materialbeschaffung, Installation und Messungen rechtssicher für das DRK durchführen. Weitere Unterstützung kam durch Elektrotechniker aus Hessen und Sachsen- Anhalt.

Neben dem Zeltbau ist gerade die Infrastruktur Wasser/Abwasser und Strom ein wichtiger Bestandteil in dieser Zeltstadt. Die völlig autarke Stromversorgung wird von zwei 300 kVA Ersatzstromerzeugern sichergestellt. Die die Stromversorgung wurde redundant aufgebaut und könnte mit wenigen Handgriffen auf das Ersatzgerät umgeschaltet werden. Angeschlossen hieran sind zwei Großverteilerkästen, die sich bereits im Hochwassereinsatz 2021 bewährt haben, vier Baustromverteiler und sechzehn Kleinverteilkästen. Somit ist die Grundversorgung der Zeltstadt gesichert. Insgesamt wurden ca. 1.400 Meter Starkstromleitungen, über 600 Meter Verlängerungen und 400 Meter Erdungsdraht verlegt. Zu einer ordnungsgemäßen Anlage gehört auch das Messen der Verteilungen und Leitungen mit speziellen Messgeräten, das Protokolieren und Plan erstellen, wie bei einer Hausinstallation auch.

Die Verkabelung einer solchen Unterkunft muss selbstverständlich der Norm entsprechen und sicher für die Vertriebenen sein, denn gerade für Kinder sind Schaltschränke und Steckdosen eine willkommene Spielwiese. Dies gilt es bei der Kabelverlegung und dem Aufbau der gesamten Anlage immer zu bedenken.

Die Anschlüsse der Dusch- und Toilettencontainer so wie die Überprüfung der gesamten Containeranlagen war ebenso Bestandteil der Installation wie der Anschluss der Hebeanlagen und Sicherheitseinrichtungen dafür. Wichtig bei so einer autarken Zeltstadt ist auch die Außenbeleuchtung die über mobile Lichtmasten bewerkstelligt wurde. 

Wie stark die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte wieder einmal war, sieht man an der geringen Zeit (die Einsatzkräfte waren nur wenige Tage im Einsatz), die für den gesamten Aufbau benötigt wurde - und das nur wenige Wochen nach dem Einsatz im Ahrtal.

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news-999 Tue, 12 Apr 2022 07:59:00 +0200 9 Dinge, die ihr mit euren Kindern in den Osterferien unternehmen könnt https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/9-dinge-die-ihr-mit-euren-kindern-in-den-osterferien-unternehmen-koennt.html Auch dieser Frühling fühlt sich schwer an. Zeit für ein bisschen Aufmunterung! Wir haben uns bei Daniela Pätzel, Referentin für Kindertagesstätten in der Landesgeschäftsstelle des BRK, ein paar Tipps & Tricks abgeholt, wie die Osterferien mit Kindern zum sonnigen Abenteuer werden. "In den aktuellen Zeiten, zwischen Corona und dem Ukraine-Konflikt, geht schnell die Leichtigkeit im Alltag von Familien verloren. Umso wichtiger ist es, mit den bevorstehenden Ferien auch Abwechslung und Freude einziehen zu lassen, um besonders den Kindern eine Auszeit und etwas Unbeschwertheit zu gönnen. Zudem fördern Familienaktionen den Zusammenhalt und verstärken so zeitgleich das Sicherheitsgefühl des Kindes." - Daniela Pätzel, Referentin Kindertageseinrichtungen

Schönwetteraktivitäten: Endlich wieder draußen bewegen

#1 (Kinderwagenfreundliche) Familienwanderung rund um die Osterseen

Erholungsfaktor für die Erwachsenen und eine Entdeckungstour für die Kleinen. Zu sehen gibt es Kühe, Libellen und Schilfrohr, mit viel Glück entdecken unerschrockene Forscher*innen auch eine Ringelnatter. Und der Name ist dann halt auch Programm. ;-)

#2 Ostereiersuche in Glentleiten (17.04.)

Die nachhaltige und gesunde Alternative zur Schokoeiersuche in historischer Atmosphäre! Mehr dazu findet ihr auf der Website des Freilichtmuseum Glentleiten.

#3 Pflanzenentdeckungstour im eigenen Wohngebiet

Der Frühling erwacht und sicher wurden schon die einen oder anderen Krokusse von den Kindern entdeckt. Doch was wächst eigentlich rundum das eigene Zuhause? Um das herauszufinden, bietet sich ein gemeinsamer Osterspaziergang mit dem Smartphone im Gepäck an. Ja, richtig gelesen, denn mit Apps, wie z. B. „Plantura“, lassen sich sämtliche Pflanzenarten bestimmen, die einem auf dem Spazierweg begegnen. Ein wertvoller Nebeneffekt: Durch das gemeinschaftliche Fotografieren der unterschiedlichen Pflanzen wird automatisch die Sicht auf Augenhöhe der Kinder eingenommen und die Welt aus deren Perspektive betrachtet.

Österliche Schlechtwetteralternativen

#4 Hasenplätzchen backen

Ein Klassiker, der Kinderherzen zu jeder Jahreszeit höher schlagen lässt ist das Plätzchenbacken. Ausstecher gibt es zahlreich, auch in Hasenform. Kleiner Tipp: Falls das Mehl im Supermarkt wieder einmal knapp ist: Es gibt auch mehlfreie Plätzchenteige die einen Versuch wert sind. ;-)

#5 „Der Hase und der Igel“ im Kindertheater ansehen...

...und in fröhlicher Atmosphäre mit anderen Familien während der Pause ins Gespräch kommen. Details findet ihr auf der Website des Münchner Theater für Kinder.

#6 Ostern mit „Die Häschenschule 2 – Der große Eierklau“ im Kino einläuten

Der 100 Jahre alte Bilderbuchklassiker kommt bereits mit Teil 2 in die Kinos - 2017 gab es bereits den ersten Teil, jetzt folgt "Der Eierklau". Mit dabei sind Senta Berger als Lehrerin Madame Hermin und Friedrich von Thun ist als Herr Eitelfritz zu hören. Hier findet ihr den Trailer.

#7 Bastelidee am Kaffeetisch: Osterhasen im Kaffeefilter-Kleid

Ihr wollt mit euren Kleinsten basteln ohne viel Material einkaufen zu müssen? Wenn ihr ein paar Kaffeefilter Zuhause herumliegen habt, sind vielleicht die kleinen Filterhasen etwas für Schlechtwettertage oder kreative Abende. Anleitungen dafür gibt es hier und hier.

#8 Eierfärben mit Hausmitteln – das kann doch jedes Kind!

Wie das ohne chemische Zusatzstoffe gelingt und damit auch schon für die Allerkleinsten zum Mitmachen geeignet ist, könnt ihr auf Geolino oder Berlinmitkind nachlesen:

#9 Mit Kartoffeldruck zum persönlichen Ostereier-Sammelbeutel

Mit Kartoffeldruck wird der langweiligste Stoffbeutel zum Osterhelfer, zur perfekten Tasche für die Ostereiersuche oder den (Oster-)Einkauf. Aber Achtung: Beim Einritzen der Kartoffel sollten die Eltern unterstützen – der Rest macht sich wie von alleine durch Kinderhand! Hier geht's zum Video-Tutorial.

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news-996 Sat, 09 Apr 2022 07:48:00 +0200 Fit in den Frühling https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/fit-in-den-fruehling.html Die Bäume schlagen aus, die Pollen fliegen durch die Luft. Der Frühling bringt nicht nur Angenehmes mit sich. Wie wir uns bei Heuschnupfen und starken Sonnenstrahlen jetzt verhalten sollen, beantwortet BRK-Landesarzt Dr. Florian Meier. Was tun bei Heuschnupfen?​ Was sind die besten Mittel?

„Wenn möglich sollten wir Allergie auslösende Stoffe meiden, aber bei Pollen ist das schlecht bis gar nicht möglich. Mit einigen Hilfsmitteln können wir aber etwas Abhilfe schaffen. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung zum Beispiel. Dabei löse ich in einem halben Liter Wasser einen Teelöffel Salz. Inhalationen mit Wasserdampf, Kühlpacks für die Augen oder gekühlte Gurkenscheiben, antiallergische Nasensprays und Augentropfen helfen ebenfalls. In stärkeren Fällen rate ich zu systemisch wirkende Antiallergika in Tablettenform, deren Nebenwirkung allerdings Müdigkeit ist. Als ultima ratio wäre eine Cortison-Depotspritze denkbar.“

Frühlingserwachen auch am Himmel, die Sonne strahlt – welcher Sonnenschutz ist jetzt der Richtige?

„Unsere Haut ist nach den langen Wintermonaten nicht mehr an die intensive Sonneneinstrahlung gewöhnt. Ohne adäquaten Schutz besteht - abhängig vom Hauttyp - bereits nach 45 Minuten die Gefahr eines Sonnenbrands. Deshalb rate ich dazu im Frühjahr keine exzessiven Sonnenbäder zu nehmen, weder zu Hause noch im Urlaub. Zwischen 12 und 15 Uhr sollten wir uns möglichst gar nicht in der Sonne aufhalten. Ein ausreichender Licht- bzw. Sonnenschutz wird durch Textilien (inkl. Kopfbedeckung) und Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor gewährleistet.“​

Welche Check-Ups sollten wir im Frühling vornehmen lassen, um fit in das Frühjahr zu starten?

„Grundsätzlich sind keine speziellen Checks im Frühjahr nötig. Menschen, die mit sportlicher Betätigung nach längerer Pause wieder starten wollen, sollten sich vom Hausarzt beraten lassen. Unter Umständen auch mit der Durchführung eines Belastungs-EKGs. Nach einer längeren Pause sollten wir die sportlichen Aktivitäten langsam steigern​.“

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news-998 Wed, 06 Apr 2022 10:03:41 +0200 Tipps zum Weltgesundheitstag https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/tipps-zum-weltgesundheitstag.html Heute ist Weltgesundheitstag In Bayern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen weit verbreitet. Um so wichtiger ist es, fit zu bleiben und etwas für das Herz zu tun. Dazu haben wir ein paar Tipps für euch gesammelt Ausdauertraining
Ausdauertraining ist eine wichtige Unterstützung, um dein Herz fit zu halten:  Joggen, Schwimmen, Walking, Radfahren oder Wandern sollten dabei auf deinem Plan stehen. Aber auch lange Spaziergänge können förderlich sein und unterstützen zudem deine mentale Gesundheit. 

Seilspringen
So einfach es aussieht, so effektiv ist das Seilspringen - nicht umsonst ist es ein häufig genutztes Training für Sportler. Du musst dabei keine akrobatischen Übungen vollziehen, es reicht schon, wenn du mit 10 Minuten und normalen Sprüngen startest. So, wie es für dich am angenehmsten ist.

Training für zuhause
Nutze zuhause den Knieheber: Gehe auf der Stelle und ziehe die Knie abwechselnd auf Hüfthöhe. Wenn du es richtig machst, also die Knie wirklich richtig hoch ziehst, ist diese Übung sehr anstrengend. Um Abwechslung in dein Wohnzimmertraining zu bekommen, kannst du dann noch die Knieheber-Übung mit dieser im Wechsel machen. Dabei läufst du auf der Stelle und bewegst bei jedem Schritt die Ferse gezielt in Richtung Po, als wolltest du ihn treffen.  

Unsere Tipps sollen nur eine Inspiration für dich darstellen, ein Gespräch mit deinem Arzt ist dennoch empfehlenswert, um ggf. einen Plan zu erstellen. Solltest du beim Trainieren Schmerzen bemerken oder einen Druck im Brustraum spüren, so bitten wir dich einen Arzt aufzusuchen.

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news-997 Tue, 05 Apr 2022 15:38:14 +0200 Kritik an Lockerungen der Schutzmaßnahmen https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/kritik-an-lockerungen-der-schutzmassnahmen.html Das Bayerische Rote Kreuz kritisiert den Wegfall der Maskenpflicht und den vorgesehenen pauschalen Wegfall der Quarantäne- und Isolationsverpflichtungen ab dem 1. Mai 2022. „Es ist widersprüchlich, einerseits die Test-, Masken-, Isolations- und Quarantänepflichten für den Großteil der Bevölkerung aufzuheben – andererseits in Gesundheitsberufen, in denen nach wie vor Test- und Maskenpflichten bestehen, an der Isolationspflicht festzuhalten. Das unterstreicht, dass das Coronavirus auch weiterhin eine große Gesundheitsgefahr darstellen kann“, so BRK-Landesarzt Dr. Florian Meier. „Richtig wäre, auch weiterhin in allen Bereichen eine größtmögliche Vorsicht walten zu lassen. Der Verweis auf die Eigenverantwortung scheitert immer dann, wenn durch mangelnde Eigenverantwortung des einen, die Gesundheit des anderen gefährdet werden kann.“

Die vergleichsweise milderen Verläufe der Omikron-Variante sind keine Veranlassung dazu, mit einer möglichen Infektion leichtfertig umzugehen: „Wir können mit dem Wissen von heute nicht ansatzweise abschätzen, wie sich mögliche Langzeitschäden bei vermeintlich milderen Verläufen entwickeln“, so Dr. Meier. „Insofern ist eine mit milden Symptomen überstandene Coronavirus-Infektion kein Ausschluss weiterer, etwaiger Spätfolgen.“

Daher ruft das Bayerische Rote Kreuz auch weiterhin dazu auf, immer dann wenn Abstände nicht eingehalten werden können, einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP-2-Maske zu tragen. „Die Maske ist ein bewährter Schutz vor einer Infektion“, so Dr. Florian Meier. „Auch weiterhin stehen jeder Bürgerin und jedem Bürger kostenfreie Bürgertestungen zur Verfügung: Bitte nehmen Sie diese Angebote in Anspruch und begeben Sie sich in Isolation, sollte das Ergebnis positiv ausfallen!“

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news-995 Sun, 03 Apr 2022 16:35:00 +0200 BRK verlegt 23 evakuierte Waisenkinder vom Flughafen Memmingen nach Ursberg https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-verlegt-23-evakuierte-waisenkinder-vom-flughafen-memmingen-nach-ursberg.html Mit 46 Einsatzkräften und 23 Krankentransport- und Rettungswagen ermöglicht das Bayerische Rote Kreuz die Verlegung von 23 schwerstbehinderten Kindern, die infolge einer Evakuierung eines Waisenhauses in Krywyj Rih im Südosten der Ukraine mit zwei polnischen Militärflugzeugen nach Memmingen geflogen wurden. „Das BRK verlegte die Kinder und ihrer Pflegerinnen und Pfleger vom Flughafen Memmingen in das Dominikus-Ringeisen-Werk nach Ursberg. Aufgrund ihrer schweren Behinderungen bedürfen die Kinder auch während der verhältnismäßig kurzen Fahrtstrecke einer intensiven Betreuung und medizinischen Versorgung“, so BRK-Krisenmanager Leonhard Stärk. „Den Waisenkindern wird im Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg  eine temporäre Bleibe geboten, vor allem aber Schutz, Sicherheit und die notwendige Bewältigung des Erlebten ermöglicht.“

Das Dominikus-Ringeisen-Werk hat mit vielen ehrenamtlichen Helfern in Ursberg eigens ein Gebäude hergerichtet und eingerichtet, in dem die Waisenkinder zusammen mit 16 Pflegekräften und deren Familienangehörigen, die ebenfalls mitkamen, untergebracht werden.

Die Krankentransporte wurden im Zusammenwirken aller schwäbischen Kreisverbände in enger Zusammenarbeit mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk und dem Landratsamt Günzburg durchgeführt.

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news-994 Thu, 31 Mar 2022 10:23:00 +0200 Neues Konzept zur Stärkung der Schwimmfähigkeit: Sozialministerin Scharf übernimmt Schirmherrschaft für „Ab ins Wasser mit Loti“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/neues-konzept-zur-staerkung-der-schwimmfaehigkeit-sozialministerin-scharf-uebernimmt-schirmherrschaft-fuer-ab-ins-wasser-mit-loti.html Aufgrund der Pandemie, den damit verbundenen langen Wartelisten für Schwimmkurse und der Schließung vieler Bäder, hat die Wasserwacht-Bayern ein Konzept entwickelt, das Kinder bereits im Kita-Alter an das Schwimmen lernen heranführt. „Mit dem Konzept rund um Axolotl ,Loti‘ legen wir einen wichtigen Grundstein für das Schwimmen lernen. Meist wird mit dem Erwerb der Schwimmfähigkeit im Schulalter angefangen. Aus Sicht der Wasserwacht: viel zu spät. Optimal ist das Vorschulalter, in dem Kinder spielerisch mit dem Element Wasser vertraut gemacht werden können. Genau hier setzt ,Ab ins Wasser mit Loti‘ an“, so der Landesvorsitzende der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber.

Ulrike Scharf, Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, selbst jahrelange Wasserwachtlerin und ehemalige Landesvorsitzende der Wasserwacht-Bayern, wird Schirmherrin des Konzepts. „Kinder sind die geborenen Wasserratten. Ich kenne kein Kind, das nicht gerne planscht. Diese Begeisterung nutzen wir, damit unsere Kleinsten sicher schwimmen lernen. Denn

Schwimmen macht nicht nur Spaß, sondern kann im Ernstfall auch Leben retten. Daher sollte das Schwimmen für alle Kinder so früh wie möglich selbstverständlich werden. Das Projekt ‚Ab ins Wasser mit Loti‘ setzt genau da an! Es ist für unsere Kindertageseinrichtungen, die Kinder und Eltern für dieses so wichtige Thema sensibilisieren, eine wertvolle Unterstützung!“

„Ich freue mich, dass wir mit Ulrike Scharf eine Wasserwachtlerin als Schirmherrin gewinnen konnten, vereint sie doch alle relevanten Zielgruppen: Kitas, Eltern, Kinder und die Wasserwacht-Bayern“, so Thomas Huber.

Die Zusammenarbeit zwischen Wasserwacht-Ortsgruppen und Kitas steigert den Lernerfolg, denn in festen und den Kindern bekannten Gruppen lernt es sich besser. Der flinke Axolotl „Loti“ nimmt die Kinder als Maskottchen mit auf ihre Reise zu erfolgreichen Schwimmern. Auch die Eltern werden im Konzept mit eingebunden, sei es durch Elternabende oder Lehrbroschüren.

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news-991 Wed, 23 Mar 2022 08:02:00 +0100 Offen sein und in jede Richtung denken – wie ein Schwimmkurs für Kinder mit Behinderung aussehen kann https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/offen-sein-und-in-jede-richtung-denken-wie-ein-schwimmkurs-fuer-kinder-mit-behinderung-aussehen-kann.html Martina Pöhlmann ist Ausbilderin bei der Kreiswasserwacht Kulmbach in der Ortsgruppe Mainleus. Letztes Jahr hat sie einen Schwimmkurs für Kinder mit Behinderung durchgeführt. Wir haben mit ihr über dieses Best-Practice-Beispiel gesprochen. Sie haben gerade einen Schwimmkurs für Kinder mit Behinderung erfolgreich abgeschlossen. Können Sie uns ein bisschen davon erzählen?

Letzten Sommer erhielt ich einen Anruf vom Großvater eines Jungen mit einer Spastik im Bein. Er hatte keine Chance in normalen Schwimmkursen unterzukommen, weshalb er mich um Einzelunterricht bat. Aber das in einem Ehrenamt zu leisten ist schwierig. Wie es der Zufall so will, hatte eine meiner Kolleginnen eine Schwimmkurs-Anfrage von Zwillingen mit Behinderung, eine mit einer Spastik, die andere mit einer geistigen Behinderung. Schließlich kam noch ein viertes Kind, das ebenfalls spastisch, halbseitig gelähmt und auf einem Auge blind war, hinzu. Und so hatten wir unseren Kurs zusammen. Im Freibad sind wir gestartet und im Winter ins Hallenbad gewechselt. Mit den Corona-Auflagen war es mehr als schwierig, aber meine Kollegin Birgit Kleinheinz ermöglichte den Kurs im Hallenbad Bayreuth. Dieses Frühjahr haben wir den Kurs erfolgreich abgeschlossen und der nächste steht in den Startlöchern.

Für Kinder mit welchen Behinderungen ist der Kurs noch geeignet und wo müssen Sie eine Grenze ziehen, auch aus Sicherheitsgründen?

Grundsätzlich können wir so einen Schwimmkurs für jeden anbieten, aber immer mit dem Vorbehalt, dass wir nicht wissen, wie weit wir kommen. Am Anfang müssen die Eltern dabei sein oder eine 1-zu-1-Betreuung gewährleistet sein. Denn gerade zu Beginn sind die Ängste und die Unsicherheit groß. Auch wenn die Kinder im Wasser stehen können, haben sie durch ihre Behinderung oft Probleme mit dem Gleichgewicht und man muss sofort eingreifen können.

Auf welche Besonderheiten muss man als Ausbilder achten, braucht es ein spezielles Schwimmbad, mehr Ausbilder oder andere Hilfsmittel?

Wie gesagt müssen die Eltern mit dabei sein, gerade am Anfang. Vom Bad her wäre ein Becken mit Hubboden ideal. Das hatten wir glücklicherweise, aber den Hubboden konnten wir nur nutzen, wenn wenig Betrieb war. Im Sommer hatten wir das Problem, dass die Kinder relativ warmes Wasser brauchen, weil sie sich weniger bewegen. Im Freibad war das schon schwer, nach 15 Minuten war die Grenze für die Kinder erreicht. Wir haben Pausen für’s Aufwärmen gemacht, ansonsten lohnt es sich nicht zu trainieren.

Welche Ergebnisse konnten Sie mit den Kindern erzielen?

Zwei Kinder konnten sehr schnell das Seepferdchen machen. Das halbseitig gelähmte Kind kann sich auf dem Rücken 10m über Wasser halten. Aber die schwimmerischen Erfolge sind nicht alles. Zuerst mussten Ängste abgebaut werden, auch die der Eltern. Was kann ich meinem Kind zumuten? Es ist wichtig, dass sie dabei sind und die Fortschritte ihrs Kindes selbst sehen. Auch mich haben die kleinen Erfolgserlebnisse besonders gefreut. Ein Junge war dabei, der erstmal alles blöd fand, aber als er dann untertauchen und von selbst wieder hochkommen konnte, war das für ihn ein Riesenerfolg. Generell muss man differenzieren: sich mit einem Hilfsmittel vorwärtsbewegen ist für diese Kinder sehr viel, auch wenn es kein Schwimmen im klassischen Sinn ist. Gerade Kinder mit Behinderung, die oft mit Misserfolgen zu kämpfen haben, freuen sich umso mehr, wenn sie sagen können: Ich schaffe das auch! Und das macht auch mich als Trainerin richtig stolz.

Welche körperlichen Vorteile bringt der Kurs neben der Schwimmfähigkeit noch mit sich?

Von den Eltern haben wir sehr viel positives Feedback bekommen, auch zur Entwicklung der Spastiken. Diese sind kopfgesteuert, d.h. bei einem Kind mit vielen Ängsten sind die Spastiken ausgeprägter. Wenn diese Ängste aber abgebaut werden, wie es in unserem Kurs der Fall war, bauen sich auch die Spastiken sichtbar ab. Die Kinder werden lockerer und entspannter.

Was wollen Sie anderen Ortsgruppen mit auf den Weg geben, die einen Schwimmkurs für Kinder mit Behinderung anbieten wollen?

Man muss offen sein für alles und eigene Erfahrungen machen, denn jedes neue Kind im Kurs ist ein neues Individuum. Erst vor kurzem habe ich den nächsten Kurs gestartet und wurde vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Da ist ein kleinwüchsiges Mädchen dabei, das wir mit Schwimmgürtel und Brett ausstatten müssen, das aber unempfindlich ist gegenüber Wasserspritzern oder Tauchen. Die Mutter hat eine tolle Wassergewöhnung vorab geleistet. Ein autistisches Kind ist dabei, für uns eine komplett neue Aufgabe. Man muss in jede Richtung denken und darf nie sagen „Das geht nicht“. Erfahrene Schwimmlehrer, die viele Kurse gehalten haben, in Kombination mit jungen Leuten sind eine ideale Basis – die Mischung macht’s. Lehrmaterial ist schwierig zu finden, offen sein ist die wichtigste Voraussetzung.

 

Ihr habt weitere Fragen oder wollt selbst einen solchen Kurs auf die Beine stellen? Schreibt an die OG Mainleus: ortsgruppe-mainleus(at)wasserwacht.bayern

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news-993 Sun, 20 Mar 2022 10:11:30 +0100 Über 120 Notunterkünfte errichtet https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ueber-120-notunterkuenfte-errichtet.html Das Bayerische Rote Kreuz hat in den vergangenen Tagen über 120 Notunterkünfte zur Betreuung heimatvertriebener Menschen im Freistaat Bayern errichtet und größtenteils in Betrieb genommen. In diesen Unterkünften können täglich bis zu 16.000 Menschen betreut und verpflegt werden.

„In den allermeisten Notunterkünften arbeiten Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände Hand in Hand zusammen“, so BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer. „In Zeiten, in denen das Leid und die Fassungslosigkeit überhand nehmen, stiftet diese Courage Hoffnung und Zuversicht, dass wir als Gesellschaft auch die schwierigsten Herausforderungen gestemmt bekommen. Den Ehrenamtlichen im Freistaat Bayern sei Dank!“

Neben dem flächendeckenden Betrieb von Test- und Impfzentren sei dies eine weitere Herausforderung, die das Bayerische Rote Kreuz neben den regulären Aufgaben wahrnimmt – und weitere werden ihr folgen: „Diese Fluchtbewegung macht strukturierte Angebote für Geflüchtete notwendig. Daher ist ein auskömmlich geförderter Ausbau der vorhandenen Strukturen der Flüchtlings- und Integrationsberatung sowie der Migrationsberatung und des Jugendmigrationsdienstes notwendig“, so Vizepräsidentin Meyer. Aufgrund der Fluchtbewegungen ab 2014 wurden hier bereits Strukturen etabliert und u. a. mit Fördermitteln des Freistaates und Eigenmitteln finanziert. 

Diese Beratungsdienste richten sich an alle zugewanderten Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, insbesondere in den ersten drei Jahren nach Einreise. Bei der Flüchtlings- und Integrationsberatung des BRK erhalten Zuwanderer angepasst an ihren Aufenthaltsstatus unabhängige Beratung und Orientierungshilfe, unter anderem zu den Themen Aufenthalt, Bewältigung des Alltags in Deutschland, Zugang zu medizinischer Versorgung, Deutschkursen, Kinderbetreuung, Schule, Bildung und Arbeit, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Unterstützung bei Behinderung und besonderer Schutzbedürftigkeit. Die Beraterinnen und Berater unterstützen entweder durch eigene Expertise oder durch Vermittlung an zuständige Dienste.

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news-992 Fri, 18 Mar 2022 14:45:22 +0100 Fortsetzung der Bürgertestungen notwendig: Infektionsgeschehen erfordert auch weiterhin niedrigschwelliges und kostenfreies Testangebot https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/fortsetzung-der-buergertestungen-notwendig-infektionsgeschehen-erfordert-auch-weiterhin-niedrigschwelliges-und-kostenfreies-testangebot.html Die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer, fordert eine Fortsetzung der kostenfreien Bürgertestungen über den 31. März 2022 hinaus und damit eine Verlängerung der Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (TestV). „Das derzeitige Infektionsgeschehen gibt keinerlei Anlass, das niedrigschwellige und kostenfreie Testangebot in Frage zu stellen“, erklärt Schorer. „Durch das flächendeckende Netz an Testzentren kann sichergestellt werden, dass jede und jeder einen Schnelltest in Anspruch nehmen kann. Dadurch können Infektionen frühzeitig erkannt und Infektionsketten unterbrochen werden.“ Auch die aktuelle Flüchtlingssituation erfordert eine flächendeckende und leistungsfähige Test-Infrastruktur.

Seit 1. Januar 2022 haben sich in den Teststationen des Bayerischen Roten Kreuzes mehr als 1 Million Menschen testen lassen. Sorgenvoll stimmt dabei die steigende Positivrate unter den Getesteten: „Während im Januar durchschnittlich 3 % der durchgeführten Testungen ein positives Ergebnis lieferten, lag die Rate im Februar bei 9% und im noch nicht abgeschlossenen März bereits bei 12%“, so Schorer weiter.

Das Bayerische Rote Kreuz beschäftigt derzeit mehrere Hundert Mitarbeiter*innen in den Testzentren. „Ihnen muss eine Perspektive geboten werden, da die Arbeitsverträge größtenteils bis Ende des Monats befristet sind“, so Schorer.

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news-990 Mon, 14 Mar 2022 09:38:01 +0100 Flüchtlingshilfe: Bisher 80 Betreuungsunterkünfte für Geflüchtete in Bayern errichtet https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/fluechtlingshilfe-bisher-80-betreuungsunterkuenfte-fuer-gefluechtete-in-bayern-errichtet.html Das Bayerische Rote Kreuz unterstützt Kommunen vor Ort in der Errichtung von Notunterkünften zur Betreuung geflüchteter Menschen in Folge des Ukraine-Konflikts. Dabei wurden in den vergangenen Tagen mehr als 80 Unterkünfte im gesamten Freistaat zur kurzzeitigen Betreuung geflüchteter Menschen errichtet. Sie sind derzeit in der Lage, bis zu 10.000 Menschen täglich zu betreuen. Weiter Einrichtungen sind derzeit in der Planung oder im Aufbau. Bei einem gemeinsamen Besuch der Notunterkunft der Stadt Memmingen am Montagmorgen mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte BRK-Präsidentin Angelika Schorer: „Wir erleben in diesen Tagen die größte und auch schnellste Fluchtbewegung innerhalb Europas seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Es ist ein gravierender und schmerzlicher Einschnitt in das Leben eines Menschen, wenn einem die Heimat entrissen wird und die Flucht ausweglos ist. Das Rote Kreuz ist in diesen schwierigen Zeiten eine Konstante der Humanität. Sowohl vor Ort in der Ukraine als auch in den Anrainerstaaten und schließlich in den aufnehmenden Ländern: das Rote Kreuz ist zur Stelle und hilft ganz nach dem Maß der Not.“

Gesundheitsminister Klaus Holetschek würdigte den großen Einsatz der vielen Tausend Ehrenamtlichen: „Ich danke den Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen, die sich um eine gute und rasche Versorgung der Geflüchteten mit sehr großem Engagement  kümmern.“

Bei ihrem Besuch wies Präsidentin Schorer zudem auf die vielen Kinder unter den Vertriebenen hin: „Das lässt auch das Herz der erfahrensten Einsatzkraft zerreißen. Gerade den Kindern müssen wir möglichst schnell und möglichst viel Normalität und vor allem „normale“ Lebensbedingungen bieten.“

Die Unterbringung in Notunterkünften ist keine Dauerlösung. Zur Normalität gehören aus Sicht des Bayerischen Roten Kreuzes entsprechende Wohnverhältnisse, die auch Privatsphäre und Geborgenheit bieten. Der Zugang zur Schule oder zu Kindertageseinrichtungen, das schnelle Erlernen der deutschen Sprache und die Teilhabe an Freizeitaktivitäten sind wesentliche Faktoren, die schnell strukturiert und niedrigschwellig ermöglicht werden müssen.

Der Ukraine-Konflikt bereitet auch Kindern und Jugendlichen Sorgen. Informationen über Ängste und darauf aufbauende Hinweise, was Sie als Eltern tun können, hat das BRK auf einer Sonderseite zusammengestellt: www.brk.de/kinder

Die nach wie vor größte Vorsicht abverlangende Coronavirus-Pandemie stellt die Einsatzkräfte vor Herausforderungen in der Unterbringung. So werden unter anderem bei der Ankunft Coronavirus-Testungen durchgeführt und zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für positiv-getestete Personen vorgehalten.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek: „Wir machen allen Geflüchteten in den Impfzentren ein Corona-Impfangebot. Bayern hat ausreichend Infrastruktur und Impfstoff, um die Geflüchteten zu versorgen. Wir haben die Impfzentren bereits gebeten, für niederschwellige Angebote zu sorgen und auf der Webseite des Gesundheitsministeriums stehen bereits Informationen zum Impfen und zu den AHA-Regeln in ukrainischer Sprache bereit.“

Die niedrige Impfquote der ankommenden Menschen stimmt auch BRK-Präsidentin Schorer sorgenvoll: „Viele sind mit dem nicht anerkannten Impfstoff ‚Sputnik V‘ geimpft. Auch wenn viel größere Sorgen derzeit vordergründig sind, so machen wir den Menschen ein niedrigschwelliges und mehrsprachiges Impfangebot und hoffen, viele überzeugen zu können.“

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news-987 Sat, 12 Mar 2022 15:52:00 +0100 #NovelleKSG: Wasserrettungszentrum – Was heißt das? https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/novelleksg-wasserrettungszentrum-was-heisst-das.html In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu extremen Hochwasserkatastrophen an Flüssen und Seen. Letztes Jahr sorgten die Starkregenereignisse im Westen Deutschlands und im Berchtesgadener Land für Zerstörung. Kleine Flüsse verwandelten sich binnen kürzester Zeit in reißende Ströme. Diese Ereignisse fordern die Einsatzkräfte der Wasserwacht-Bayern in ganz besonderem Maße. Da die Häufigkeit derartiger Ereignisse zunimmt, benötigen sie zusätzliche, spezielle Trainingsmöglichkeiten, um auf diese Gefahren besser vorbereitet zu sein. Denn nur was geübt wird, kann in der Praxis erfolgreich angewendet werden.

„2021 wurde uns mehrfach sehr eindrücklich die zerstörerische Kraft des Wassers vor Augen geführt. Die Wasserwacht-Bayern stand und steht hier als kompetenter Partner mit mehr als 57.000 aktiven Kräften zur Verfügung.“ – Marcus Röttel, Technischer Leiter Wasserwacht-Bayern

Bereits jetzt wird bei der Wasserwacht-Bayern viel, intensiv und auf hohem Niveau geübt. Es gibt jedoch Szenarien, die in Bayerns natürlichen Gewässern nicht oder nicht sicher geübt werden können. Dazu gehören Rettungsmanöver in überfluteten Ortschaften, Tauchen in Gebäuden unter Strömungsbedingungen und die Rettung aus Wehranlagen. In letzteren entstehen häufig Wasserwalzen, die auch für Einsatzkräfte Lebensgefahr bedeuten. Umso wichtiger ist es mit ihnen umgehen zu können und diesen Umgang in einem kontrollierten Umfeld zu trainieren.

„Durch die veränderten Schadenslagen und deren schnelle zeitliche Entwicklung, muss der Katastrophenschutz moderner, flexibler und damit einsatzspezifischer aufgebaut werden. Um die Qualität der Ausbildung für extreme Einsatzsituationen zu verbessern, braucht es ein bayerisches Wasserrettungszentrum zur optimalen Ausbildung und Einsatzvorbereitung.“ – Marcus Röttel, Technischer Leiter Wasserwacht-Bayern

In einem Wasserrettungszentrum könnten unter sicheren, steuerbaren Bedingungen eben diese Szenarien geübt werden. Wie könnte das konkret aussehen? Ein Strömungskanal mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten, eine künstliche Wehranlage oder ein Hochwasserdeich, an dem die Deichverteidigung trainiert wird. Vom Taucher über den Wasserretter bis zum Bootsführer oder sogar bis zum Einsatzleiter, der aus einem Beobachtungsraum das Szenario überblicken kann, würden verschiedene Fachrichtungen von einem bayerischen Wasserrettungszentrum profitieren. Eine überflutete Wasserfläche für den Bootseinsatz sowie eine überschwemmte Ortschaft mit Häuserattrappen für Evakuierungsübungen würden das Zentrum abrunden. Mehr Üben heißt mehr Sicherheit – nicht nur für Personen in Not, sondern auch für die Einsatzkräfte.  

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news-989 Thu, 10 Mar 2022 13:13:00 +0100 Wie wir mit der aktuellen Situation in der Ukraine umgehen können - Interview mit Frau Dr. Birgit Wahl https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wie-wir-mit-der-aktuellen-situation-in-der-ukraine-umgehen-koennen-interview-mit-frau-dr-birgit-wahl.html Dr. Birgit Wahl ist die fachliche Leitung der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des BRK auf Landesebene. Wir haben uns mit ihr zum Interview getroffen und darüber gesprochen, wie wir aus psychologischer Sicht am besten mit der Situation in der Ukraine umgehen können. Liebe Frau Wahl, wir finden es toll, dass Sie sich ehrenamtlich für das BRK engagieren. Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihren Bereich und Ihre Tätigkeit bei uns.

Gerne! Mein Name ist Birgit Wahl, ich bin Fachärztin für Anästhesie und spezielle Schmerztherapie und engagiere mich, wie Sie schon sagen, ehrenamtlich im BRK. Zum Roten Kreuz bin ich schon in meiner Jugendzeit gekommen und habe hier auch verschiedene Ausbildungen – unter anderem zur Rettungsassistentin – durchlaufen. Seit 1999 bin ich im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung tätig und habe mich mittlerweile auch zur Traumafachberaterin fortgebildet.

Der Fachdienst PSNV besteht einesteils aus speziell geschulten, langjährig tätigen Einsatzkräften, die als sogenannte „Peers“ nach einem belastenden Einsatz beispielsweise Kollegen betreuen, um das Erlebte besser zu verarbeiten. Ein anderer Bereich der PSNV kümmert sich um Betroffene, beispielsweise Eltern, die ihr Kind verloren haben. Dabei überbringen wir z.B. mit der Polizei Todesnachrichten und sind dann in den ersten Stunden nach dem belastenden Ereignis für die Betroffenen da.

 

Viele Menschen empfinden den Konflikt in der Ukraine als sehr belastend. Was passiert mit uns und unserem Gehirn, wenn wir diese Bilder sehen?

Das Hauptproblem, das uns zu schaffen macht, ist natürlich, dass durch die Bilder Angst ausgelöst wird. Wir sehen die Bilder und sorgen uns um uns und andere. Dies führt zu Ängsten und dauerhaftem Stress. Unser Gehirn schüttet Stresshormone aus wie z.B. Adrenalin und auch Cortisol. Gleichzeitig werden auch unsere Urinstinkte aktiviert – dies ist z.B. der Impuls, sich „tot zu stellen“ oder aber flüchten zu wollen. Unser Problem ist jedoch, dass vor allem Letzteres, also die Flucht vor diesem Konflikt, in unserer modernen Gesellschaft kaum möglich ist – schließlich ist ja man quasi in jeder Sekunde und sogar per Liveticker immer und überall mit der Situation konfrontiert. Und das führt uns in einen Zwiespalt – wir wissen nicht, wie wir mit der Situation umgehen sollen. Zu diesem Zwiespalt kommen dann noch weitere Gefühle hinzu: Man fühlt sich betroffen oder ist vielleicht auch wütend. In Kombination mit der Handlungsunfähigkeit, die wir im ersten Augenblick spüren, fühlen sich die meisten auch machtlos und ohnmächtig. Eine gefährliche Mischung, die zu dauerhaftem Stress im Körper führt. Vielen von uns macht dies nach über zwei Jahren Pandemiestress noch zusätzlich zu schaffen.

 

Sie sprechen es schon an: Die Corona-Pandemie. Spielen die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre denn eine Rolle, also hat uns die Pandemie verändert?

Ja, in meinen Augen absolut. Wir sind alle dünnhäutiger und vulnerabler geworden durch Corona, dessen muss man sich bewusst sein und das sollte man auch nicht klein reden. Wir müssen mehr auf uns achten und jeder für sich selbst herausfinden, was einem gut tut. Also sollte ich z.B. „Nachrichten fasten“,  weil es mir guttut? Sollte ich mehr schlafen oder durch geeignete Maßnahmen versuchen Stress zu minimieren? Eventuell ist es auch mehr Bewegung und eine ausgewogenere Ernährung, damit ich gesund bleibe. Selbstfürsorge ist gerade jetzt wichtig, denn nur wenn ich handlungsfähig bin, kann ich auch anderen helfen.

 

Was hilft, wenn ich mir große Sorgen mache?

Hören Sie auf sich und das, was Ihnen guttut. Machen Sie sich klar, dass es normal ist Angst zu haben. Es ist nicht komisch, sondern anderen geht es genauso. Thematisieren Sie den Konflikt deswegen auch ehrlich mit Freunden, der Familie oder dem Partner und tauschen Sie sich aus. Um das Gefühl der Hilflosigkeit zu lindern kann man z.B. aktiv werden und Hilfsprojekte unterstützen. Wichtig ist aber, dass Sie auf sich aufpassen, Halt und Stabilität finden und auch einen gesunden Medienkonsum wählen.

 

Wie sähe denn ein gesunder Medienkonsum aus?

Nun ja, es gibt viele Fake-News mit Videos, die nicht im Konfliktgebiet gedreht wurden, aber dargestellt werden, als wären sie mitten aus dem Gebiet. Gleiches gilt auch für Bilder – das schürt alles Angst. Wir sollten deswegen darauf achten, vertrauenswürdige Quelle zu finden und seriöse Nachrichten zu sehen. Bei Bildern kann man z.B. auch die Google-Rückwärtssuche nutzen, um zu sehen, ob das Bild nicht vielleicht doch auch aus einem anderen Kontext stammt.

Erwachsene können das in der Regel meist gut einschätzen und abwägen, also wie seriös beispielsweise eine Quelle ist.  Kinder aber müssen unterstützt werden. Es gibt kindgerechte Berichte über die aktuelle Situation - zum Beispiel bei ZDF Toggo oder dem Deutschen Schulportal, wo man auch noch weitere Tipps für Eltern findet, wie man mit Kindern über Konflikte reden kann.

 

Wie soll ich denn als Elternteil mit der Situation umgehen?

Je nach Alter des Kindes sollte man die Informationen kindgerecht anpassen. Bei Kindern ab 3 Jahren oder im Kindergartenalter sollte man auf aktive Fragen der Kinder eingehen – hier aber auch nicht unbedingt extra etwas hinzufügen oder von sich aus mit dem Thema beginnen, wenn das Kind nicht das Bedürfnis dazu hat. Trotzdem kann man das Kind aber natürlich fragen, wie es sich fühlt und ob alles in Ordnung ist und dann auf Fragen des Kindes eingehen.

Bei älteren Kindern kann das Thema je nach Alter auch kindgerecht mit dem Kind besprochen werden. Hier hat auch der richtige Medienkonsum wie z.B. das gemeinsame Schauen und besprechen von kindgerechten Nachrichten wichtig sein. Wichtig ist jedoch immer, dass Eltern und Vertrauenspersonen dem Kind trotz eigener Anspannung ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und Dinge erklären. Man kann z.B. sagen:“ Ich bin mir sicher, dass so etwas bei uns nicht passieren wird“ oder erklären, dass Verletzte auch in einem Konfliktgebiet von Hilfskräften und Ärzten in einem Krankhaus versorgt werden.

 

Kann es auch Schuldgefühle verursachen, sich bei einer so bedrohlichen Lage auszuklinken?

Ja, doch die sind unbegründet. In gewisser Weise ist ein zeitweises „ausklinken“ sogar notwendig, um gesund zu bleiben. Es ist ein Schutzmechanismus. Wie schon gesagt, ist es nicht sinnvoll, den Liveticker oder die Nachrichten durchgängig zu betrachten und sich hineinzusteigern. Es ist aber auch nicht sinnvoll, alles zu ignorieren. Ein Zwischending ist notwendig. Man kann sich z.B. zwei Mal am Tag die Nachrichten ansehen. Wenn ich aber dann merke, dass mir zu viel davon Angst macht oder es mich zu sehr beschäftigt, dann sollte eine nachrichtenfreie Zeit eingelegt werden.

 

Wie gehen Sie denn ganz persönlich mit der Krise um?

Ich versuche auch bewusst, mich zwar zu informieren und als Helfer aktiv zu sein, aber auch zeitweilig Abstand zu dem Thema zu gewinnen, damit ich abends in Ruhe ins Bett gehen kann. Das ist allerdings oft schwierig. Ich habe z.B. gestern versucht, einen Kanal im TV zu finden, auf dem keine Nachrichten über den Konflikt laufen – das war fast unmöglich. Ich lerne aber auch wieder, mehr Achtsamkeit zu betreiben und die kleinen Dinge zu schätzen: ich sitze zum Beispiel gerne im Garten und mache etwas Einfaches, wie ein Buch lesen oder die Blumen betrachten. Das tut mir gut und gibt mir Kraft. Und neben dem, was ich mir selbst gönne, gibt meine Familie mir sehr viel Halt, wir sprechen viel und unterstützen uns. Aber auch mein Ehrenamt hilft mir, das alles zu verarbeiten. Das ist meine Art mir und somit auch anderen zu helfen.

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview, Frau Dr. Wahl!

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news-986 Thu, 10 Mar 2022 07:41:00 +0100 #NovelleKSG: Bergwacht fordert bessere Vernetzung – Wie kann das aussehen? https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/novelleksg-bergwacht-fordert-bessere-vernetzung-wie-kann-das-aussehen.html Im Zuge der Novellierung des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes beleuchten wir in diesem Artikel eine der zentralen Forderungen der Bergwacht Bayern: die Verbesserung der Vernetzung aller Akteure im Katastrophenschutz. Sie ist eine unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Einsatzbewältigung. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Flutkatastrophe in 2021 war, dass die Einsatzkräfte vor Ort besser vernetzt sind, als jede staatliche Organisationsebene oder Struktur es je sein könnte. Das liegt in der Natur der Sache. Man kennt sich. Namen, Köpfe und Zuständigkeiten sind bekannt aus Übungen, gemeinsamen Einsätzen oder regelmäßigem Austausch. Im Ahrtal konnten nach dem Zusammenbruch der staatlichen Strukturen die Einsatzmaßnahmen nur durch die persönliche Vernetzung der Führungs- und Einsatzkräfte über alle Hilfsorganisationen hinweg fortgeführt werden. Das bestehende System ist strukturell etabliert und hat sich grundsätzlich bewährt. Für überregionale und neue Bedrohungen ist es jedoch zu unflexibel. Starre und teils dysfunktionale Strukturen behindern den Einsatzerfolg. Expertenwissen wird zu wenig abgefragt, reale Einsatzerfahrung zu wenig berücksichtigt.

„Ziel muss es sein, den Entscheidungsträgern sowie den Einsatzkräften auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene die bestmögliche Unterstützung für den jeweiligen Krisenfall zur Verfügung zu stellen. Schnell, übersichtlich, ressourcenschonend und punktgenau auf das jeweilige Schutzziel ausgerichtet.“ – Thomas Lobensteiner, Landesvorsitzender Bergwacht Bayern

Aber wie kann eine Lösung für das Dilemma aus regionalen Akteuren und übergeordneten Strukturen aussehen? Ein Verbund aus dezentralen Kompetenz- und Einsatzzentren, die verschiedene Risiken für die jeweiligen Schutzziele abdecken, könnten diese Kommunikationslücke schließen. Unter dem Motto „Regional führen, zentral koordinieren“ können überregionale Lagen besser koordiniert werden. Denn die Fachkenntnis und der Erfahrungsschatz aus Lagen in der Region ist mit das wertvollste Gut und obliegt den Kräften vor Ort. Sie wissen welches Gebiet tückische Gefahren birgt oder wo welches Rettungsmittel am besten eingesetzt werden soll.

„Die Bergwacht Bayern will dazu mit dem geplanten „Bayerischen Zentrum für Alpine Sicherheit“ in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur organisationsübergreifenden Vernetzung leisten - im Verbund mit unseren Partnern.“ – Thomas Lobensteiner, Landesvorsitzender Bergwacht Bayern

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news-988 Tue, 08 Mar 2022 16:42:00 +0100 "Es wird leider noch zu oft pauschalisiert" Interview zum Weltfrauentag https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/man-sollte-sich-mehr-zutrauen-interview-zum-weltfrauentag.html Heute ist Weltfrauentag, ein Tag der in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen entstand. Für uns ein guter Anlass, um mit Bettina Stuffer, neue Gleichstellungsbeauftrage des Bayerischen Roten Kreuzes, zum Status Quo der Gleichstellung zu sprechen. Bettina, du bist die neue Gleichstellungsbeauftragte im BRK. Was ist deiner Meinung nach die größte Herausforderung, heute eine Frau zu sein?

Als Frau ist man in gewissen beruflichen Kontexten auch heute noch in der Minderheit. Und unabhängig davon, ob man eine Frau ist oder einer anderen Minderheit angehört, spiegelt sich dies auch manchmal im Verhalten des Gegenübers wider. Manchmal verändert sich beispielsweise das Kommunikationsverhalten. Frauen werden außerdem noch immer mit gewissen Vorurteilen, Erwartungen oder einem bestimmten Rollenbild konfrontiert. Es wird in meinen Augen leider noch zu oft generalisiert bzw. pauschalisiert.

 

Was ist deiner Meinung nach das Beste daran, heute eine Frau zu sein?

Frauen haben heute natürlich mehr Chancen. Das sieht man zum Beispiel ganz deutlich dann, wenn es um Bildung geht. Die Generationen vor uns mussten viel mehr um Bildung kämpfen, was bei uns ja gar nicht mehr der Fall ist. Auch hat sich glücklicherweise schon etwas dahingehend verändert, dass nicht mehr nur Frauen Care-Arbeit leisten. Also beispielsweise die Pflege von Familienangehörigen oder das Nehmen von Elternzeit sind nicht mehr Dinge, die nur Frauen übernehmen. Heute teilen sich Partner*innen viel häufiger diese Aufgaben. Nichtsdestotrotz gibt es hier natürlich noch ein großes Ungleichgewicht.

 

Welchen Tipp würdest du deinem Ich von vor 10 Jahren geben?

Vernetzung ist wichtig. Aber auch, dass man ganz verschiedene Dinge macht, finde ich gut. Es muss nicht der einen perfekten roten Faden im Lebenslauf sein, wichtig ist Erfahrung mit verschiedenen Kontexten zu sammeln und auch mal Dinge zu wagen. Man sollte Neues ausprobieren und auch Dinge tun, die keinen konsequenten Ablauf garantieren. Genau diese Dinge führen dann dazu, dass man sich weiterentwickelt. Und genau davor sollte man keine Angst haben! Man sollte sich mehr zutrauen.

 

Was kann denn jede und jeder Einzelne dazu beitragen, dass wir gleichgestellter zusammenleben?

Der erste Schritt ist sich bewusst zu werden, dass wir noch nicht gleichgestellt sind. Gleichstellung bedeute ja, dass wir Zugang zu gleichen Möglichkeiten haben, unabhängig vom Geschlecht. Wir müssen uns über den Status Quo bewusst sein, dass unterschiedliche Gruppen auch jetzt noch unterschiedliche Zugänge haben.

Dabei geht es auch um mehrere Gruppen. Wenn man Gleichstellung mehr im Kontext von Diversität betrachtet, ist das ja nicht nur auf Frau und Mann zu beziehen, sondern viel breiter gedacht: Alter, Herkunft, Religion oder soziale Herkunft sind nur wenige der zahlreichen zu berücksichtigenden Merkmale. Wir haben somit nicht nur in Bezug auf Mann und Frau noch viel Arbeit vor uns, sondern auch in den anderen Bereichen. Aber Gleichstellung und letztendlich mehr Diversität wird uns überall zugutekommen.

 

Warum sind Frauen in Verbänden, wie dem BRK, oder in Führungsrollen allgemein oft unterrepräsentiert?

Generell haben wir in den letzten Jahren einige Entwicklungen im BRK gemacht, die fortschrittlich sind: Wir haben ja beispielsweise eine neue Präsidentin, also eine Frau in unserer höchsten Position im Verband und auch eine weibliche stellvertretende Landesgeschäftsführerin. Ich finde es toll, dass wir diverser aufgestellt sind.

Trotzdem haben wir hier noch einiges zu tun: Frauen brauchen keine unzähligen Förderprogramme, bis sie die Kompetenzen für bestimmte Positionen haben. Ihnen müssen nur gleichen Möglichkeiten gegeben werden - den Rest schaffen sie selbst.

 

Was unternimmt denn das BRK, um die Gleichberechtigung der Frau im BRK voranzutreiben?

Ich finde wir machen dahingehend gute Schritte. Wir haben seit 2010 einen Gleichstellungsbeirat und eine Gleichstellungsbeauftragte

Der Gleichstellungsbeirat hat sich zum Ziel gesetzt, die Gleichstellung von Frauen und Männern im Haupt- und Ehrenamt noch weiter zu forcieren. Hauptthemen im Beirat sind insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Entwicklung von attraktiven Führungsmodellen im BRK. Ein Beispiel wäre hier das Thema Jobsharing, wo sich zwei Personen eine Funktion teilen, um gewisse Positionen oder Einstiege in diese Positionen attraktiver zu machen. Hier kann der Beirat Impulse für den Verband geben.

 

Was wünscht du dir für die Frauen im BRK in 10 Jahren?

Ich würde mir wünschen, dass es eine Chancengleichheit gibt. Nicht nur auf zwei Geschlechter bezogen, sondern für alle Gruppen oder Minderheiten. Es gibt genügend Beispiele oder Studien, dass Diversität positiv zum Arbeitsklima und den Ergebnissen beiträgt. Deswegen würde ich mich freuen, wenn wir als BRK in Zukunft diverser werden und generell Gruppen, die nicht zur Mehrheit gehören bessere Perspektiven bieten.

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news-983 Thu, 03 Mar 2022 17:21:00 +0100 Sprachentwicklung fördern: BRK-Präsidentin und Integrationsbeauftragte übergeben mehrsprachige Bücherbox https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/sprachentwicklung-foerdern-brk-praesidentin-und-integrationsbeauftragte-uebergeben-mehrsprachige-buecherbox.html Die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung übergab am heutigen Donnerstag, gemeinsam mit der Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer, eine zweisprachige Bücherbox mit mehreren Vorlesebüchern für Kinder an den Bauernhofkindergarten des Bayerischen Roten Kreuzes in Wildensorg im Landkreis Bamberg. Das bayernweite Projekt „Zweisprachige Bücherbox – Stolz auf meine Sprache!“ der bayerischen Integrationsbeauftragten soll neben der deutschsprachigen auch die muttersprachliche Entwicklung unterstützen.

„Mehrsprachigkeit ist eine wertvolle Kompetenz. Gerade für Zugewanderte vermittelt sie Heimat und Identität. Wir müssen sie daher als Potential, nicht als Hemmschuh begreifen. Die Sprachförderung muss schon im Kita-Alter ansetzen“, so die Bayerische Integrationsbeauftragte, Gudrun Brendel-Fischer.

„Kinder wachsen mit unterschiedlichen Kindern, und damit auch unterschiedlichsten Kulturen und Sprachen auf. Umso wichtiger ist es, ihnen die Sprachvielfalt zu zeigen und vor allem erlebbar zu machen. Mit Spaß, aber auch Neugier wird dadurch Sprache gefördert und andere Sprachen kennengelernt“, so BRK-Präsidentin Angelika Schorer.

Bei ihrem Besuch im Bauernhofkindergarten Wildensorg des BRK-Kreisverbandes Bamberg wies Präsidentin Schorer zudem erneut auf die aktuell sehr hohe Belastung der Kindertagesstätten hin: „Zur Entlastung des Personals ist nun auch eine Rücknahme belastender Regeln in den Kindertageseinrichtungen notwendig.“

Dabei sprach Schorer unter anderem die geltende sogenannte 20-Prozent-Regelung bei einer Häufung von Infektionsfällen und die auferlegte Teststrategie in Kindertageseinrichtungen an.

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news-985 Thu, 03 Mar 2022 08:42:22 +0100 Ukraine: BRK bereitet sich auf Betreuung Geflüchteter vor https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ukraine-brk-bereitet-sich-auf-betreuung-gefluechteter-vor.html Angesichts der andauernden und sich ausweitenden Kampfhandlungen in der Ukraine wird der Bedarf an humanitärer Hilfe im Land, aber auch in den Nachbarländern, in die Menschen aus der Ukraine fliehen, immer größer. Auch im Freistaat Bayern ist damit zu rechnen, dass eine größere Anzahl an Menschen kurzfristig zu betreuen sind. Das Bayerische Rote Kreuz, mit seinen 73 Kreis- und fünf Bezirksverbänden, beobachtet die Lage in Osteuropa mit großer Sorge. Zudem steht es in engem Kontakt zum Deutschen Roten Kreuz, das wiederum die internationalen Hilfen des DRK koordiniert und mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) in Kontakt steht.

„Fest steht: Das Bayerische Rote Kreuz ist das Gesicht der Menschlichkeit in den schwierigsten Zeiten. Wir werden und wollen den Menschen die Hilfe geben, die sie benötigen – ganz wie es der Begründer der Rotkreuzbewegung, Henry Dunant, lebte: Helfen nach dem Maß der Not“, so BRK-Präsidentin Angelika Schorer. „In diesen bedrückenden Zeiten stimmt es hoffnungsfroh zu sehen, wie solidarisch die gesamte Gesellschaft zusammensteht,  Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft zeigt.“

Es ist Aufgabe des Roten Kreuzes die Einhaltung des humanitären Völkerrechts durch die Parteien eines bewaffneten Konfliktes einzufordern, dazu äußerte sich die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, bereits am vergangenen Donnerstag: „Wir schauen mit der allergrößten Sorge auf die überaus dramatische Lage in der Ukraine. Das Leid der Menschen, das durch den weiter voranschreitenden bewaffneten Konflikt immer größer wird, muss beendet werden und ist durch nichts zu rechtfertigen.“

Derzeit laufen in den Kreis- und Bezirksverbänden Vorkehrungen auf Hochtouren. So werden beispielsweise gemeinsam mit Kommunen und Landratsämtern vor Ort Liegenschaften besichtigt, auf Tauglichkeit bewertet und Einsatzkonzepte vorbereitet für mögliche Betreuungseinsätze. Einige BRK-Kreisverbände betreuen bereits erste Geflüchtete. Insgesamt sieht sich das Bayerische Rote Kreuz, auch durch die Erfahrungen aus 2015, gut vorbereitet auf die bevorstehenden Herausforderungen im Freistaat Bayern.

Die Betroffenheit angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine ist in der deutschen Bevölkerung groß und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso. Es bestehen seitens unser Schwestergesellschaften vor Ort momentan keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht zentral abgesprochener und nicht zentral angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote, weshalb derzeit keine Sachspenden angenommen werden können.

Das Deutsche Rote Kreuz bittet daher um Geldspenden für die Menschen in der Ukraine. Geldspenden sind gegenüber Sachspenden wesentlich effektiver: Ihr großer Vorteil ist, dass sie sehr flexibel eingesetzt werden können. Damit lässt sich die humanitäre Hilfe gezielter an die jeweiligen Bedarfslagen vor Ort anpassen. Dies ist absolut erforderlich in Situationen, die sich beständig ändern und höchst unvorhersehbar sind, wie aktuell in der Ukraine und ihren Nachbarländern:

IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Ukraine

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news-982 Wed, 02 Mar 2022 16:26:00 +0100 BRK-Beratungszentrum Würzburg: BRK-Präsidentin beeindruckt von Kompetenzvielfalt https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-beratungszentrum-wuerzburg-brk-praesidentin-beeindruckt-von-kompetenzvielfalt.html Der Kreisverband Würzburg des Bayerischen Roten Kreuzes betreibt ein bayernweit einmaliges Beratungszentrum, das an 365-Tagen rund um die Uhr erreichbar ist. Über die bundesweite Rufnummer 08000 365 000 erreichen Bürgerinnen und Bürger speziell qualifizierte Ansprechpartner zu allen Dienstleistungen und Angeboten des Bayerischen Roten Kreuzes. Bei ihrem Besuch im Beratungszentrum in Würzburg zeigte sich die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer, beeindruckt von der Kompetenzvielfalt des eingesetzten Personals: „Ganz egal, ob Sie Fragen zu Angeboten des BRK haben oder den nächsten Erste Hilfe-Kurs oder Kleidercontainer in Ihrer Nähe suchen – die Beraterinnen und Berater des Bayerischen Roten Kreuzes haben auf jede Frage hilfreiche Antworten“, so Präsidentin Schorer. „Das bestens geschulte Personal kann auch Notsituationen sofort erkennen und beispielsweise professionelle Hilfe alarmieren. Über 6.300 Kundinnen und Kunden des BRK-Hausnotrufes in Bayern werden über dieses Zentrum betreut.“

In diesem Jahr feiert der Hausntrouf des Bayerischen Roten Kreuzes 40-jähriges Jubiläum. Die Zahlen unterstreichen das Erfolgskonzept: 365.000 Alarme gab es bayernweit in 2021 – das sind jeden Tag 1.000 Alarme, 1.000mal fachgerechte Hilfe für die Kunden und 1.000 mal Entlastung für deren Angehörige. 700 Mitarbeitende im Hausnotruf sorgen für ein Mehr an Sicherheit für über 60.000 Hausnotruf-Kunden, deren Familie, Freunde und Bekannte.

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news-984 Wed, 02 Mar 2022 13:16:02 +0100 Arbeit des Roten Kreuzes in der Ukraine und ihren Nachbarländern https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/arbeit-des-roten-kreuzes-in-der-ukraine-und-ihren-nachbarlaendern.html Das Leid der Menschen in der Ukraine wird von Tag zu Tag größer. „Als Rotes Kreuz müssen wir uns gerade in der gegenwärtigen Lage des immer weiter ausufernden bewaffneten Konflikts in der Ukraine besonders sensibel und konsequent an unseren Rotkreuz-Grundsätzen der Neutralität und Unparteilichkeit orientieren. Nur das erlaubt uns den humanitären Zugang zu den betroffenen Menschen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um gemeinsam mit unseren Partnern in der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung Leid zu mindern, Leben zu schützen und Menschen in Not zu versorgen“, sagt BRK-Präsidentin Angelika Schorer.

Das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin ist mit der Planung und Umsetzung der humanitären Auslandshilfe betraut. Es agiert dabei in enger und stetiger Koordination mit den Schwestergesellschaften in den verschiedenen Ländern sowie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC). Dadurch kann das humanitäre Engagement des DRK im Ausland so bedarfsorientiert und zielgenau wie möglich ausgerichtet werden. Gemäß seines Mandats gelten für das DRK in all seinen Einsätzen die sieben Rotkreuz-Grundsätze:

Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Das DRK handelt stets mit dem Ziel, Menschen allein nach dem Maß der Not, Zugang zu humanitärer Hilfe zu ermöglichen. Gerade in höchst dynamischen, lebensgefährlichen und unübersichtlichen Kontexten wie dem aktuellen bewaffneten Konflikt in der Ukraine erfordert dies ein besonderes Maß an Koordination und Sensibilität.

Angesichts der eskalierenden Gewalt weitet das DRK die Unterstützung seiner Schwestergesellschaften in der Ukraine und den Nachbarländern im Rahmen des Möglichen schrittweise aus. Dabei steht es fortlaufend in enger Abstimmung mit dem IKRK und der IFRC. Zurzeit ist ein Nothilfeexperte des Deutschen Roten Kreuzes für die Koordination der Hilfen mit den Partnern in der Ukraine im Einsatz.

Die Not der Ukrainerinnen und Ukrainer sowohl im Land als auch auf der Flucht und damit ihr Bedarf an humanitärer Hilfe ist immens und wächst immer weiter.

„Wir wissen, dass die Betroffenheit in der deutschen Bevölkerung angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine groß ist und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso. Es ist überwältigend zu sehen, wie schnell und engagiert die Zivilgesellschaft in Deutschland auf allen Ebenen zu helfen bereit ist. Dies trifft auf unzählige Privatpersonen, kleine und große Initiativen, Unternehmen und natürlich auch auf all unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler zu. Auch wenn es für viele weniger persönlich und ungreifbarer erscheinen mag, sind Geldspenden tatsächlich in der gegenwärtigen Lage die beste und wirkungsvollste Art, um die humanitäre Hilfe im Ausland zu unterstützen“, sagt BRK-Präsidentin Angelika Schorer.

„Damit die Hilfe tatsächlich ankommt, bitten uns all unsere Schwestergesellschaften in der Ukraine und den Nachbarländern sehr eindringlich darum, die stark beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen nicht zu blockieren. Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern vielmehr die humanitäre Arbeit vor Ort. Es bestehen seitens unser Schwestergesellschaften momentan keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht zentral abgesprochener und nicht zentral angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote“, so Schorer weiter.

Geldspenden sind gegenüber Sachspenden wesentlich effektiver: Ihr großer Vorteil ist, dass sie sehr flexibel eingesetzt werden können. Damit lässt sich die humanitäre Hilfe gezielter an die jeweiligen Bedarfslagen vor Ort anpassen. Dies ist absolut erforderlich in Situationen, die sich beständig ändern und höchst unvorhersehbar sind, wie aktuell in der Ukraine und ihren Nachbarländern.

Das DRK bittet um Spenden für die betroffene Bevölkerung:

  • IBAN: DE63370205000005023307
  • BIC: BFSWDE33XXX
  • Stichwort: Nothilfe Ukraine
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news-980 Wed, 02 Mar 2022 12:26:00 +0100 BRK-Präsidentin zu Besuch in Unterfranken: „Hochwasser-Ereignisse waren schmerzhaftes Warnsignal“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-praesidentin-zu-besuch-in-unterfranken-hochwasser-ereignisse-waren-schmerzhaftes-warnsignal.html Die Anfang Dezember neugewählte Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer, besuchte am Mittwoch, den 2. März 2022, mehrere Kreisverbände im BRK-Bezirksverband Unterfranken. Im Rahmen einer Gesprächs- und Diskussionsrunde informierte sich Präsidentin Schorer in Wiesentheid im unterfränkischen Landkreis Kitzingen bei Einsatz- und Führungskräften, die im Sommer vergangenen Jahres im rheinland-pfälzischen Ahrtal im Einsatz waren, über die Erfahrungen und Lehren aus den Hochwasser-Ereignissen. Dabei wurde besonders deutlich, dass eine bessere Vernetzung aller Akteure im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz notwendig ist, gerade auch über Bundesländer-Grenzen hinweg.

„Die Hochwasser-Ereignisse im Ahrtal, aber auch in Erftstadt und im Berchtesgadener-Land waren sehr schmerzhafte Warnsignale, die wir ernstnehmen und denen auch wirkungsstarke Maßnahmen folgen müssen“, so Präsidentin Schorer. Mit der Anhörung im Bayerischen Landtag sei hierfür Anfang Februar bereits ein wichtiger Prozess angestoßen worden.

 „Auch die Erfahrungen aus der Pandemie und die wachsenden neuartigen Gefahren wie Cyberattacken, flächendeckende Blackouts und Naturkatastrophen müssen in diese Überlegungen einfließen und Berücksichtigung finden“, so Schorer weiter. „Neben technischen und organisatorischen Verbesserungen, braucht es auch eine langfristige und spürbare Wertschätzungsoffensive für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und damit mehr tun, als es ihre Pflicht wäre.“

Zudem betont Schorer: „Die Aus- und Weiterbildung unserer Einsatzkräfte ist das elementare Thema der Zukunft. Wir müssen Möglichkeiten ausbauen, damit Trainings unter möglichst realitätsnahen Bedingungen stattfinden können. Dafür sind das Bayerische Zentrum für besondere Einsatzlagen und das Zentrum für Sicherheit und Ausbildung der Bergwacht Bayern wichtige Kompetenzzentren, die allerdings erweitert und stetig fort- und weiterentwickelt werden müssen. Zudem braucht es, als unmittelbare Lehre aus den Hochwasser-Ereignissen, ein Ausbildungszentrum zur realistischen Übung von Einsatz- und Gefahrenlagen am und im Wasser.“

Abschließend dankte Präsidentin Schorer den Einsatzkräften ausdrücklich für den gefährlichen Einsatz im Ahrtal: „Sie gingen in einen Einsatz, der viele Gefahren barg. Ob es die von meterhohen Wassermassen verschlungene Bundesstraße oder die auf dem Dach ihres Hauses stehenden und nach ihrer vermissten Tochter schreienden Eltern waren: Diese Bilder, diese Eindrücke und das Erlebte werden Sie lange mit sich tragen. Wichtig ist, dass Sie eine Schublade finden, in die Sie das Erlebte einschieben können – und besonders, dass Sie sie auch schließen können, falls sie sich mal wieder öffnen sollte.“

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news-981 Wed, 02 Mar 2022 09:28:00 +0100 Knappheit von Blutkonserven verhindern: BRK-Präsidentin ruft zum Blutspenden auf https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/knappheit-von-blutkonserven-verhindern-brk-praesidentin-ruft-zum-blutspenden-auf.html Nach einer Besichtigung des Produktions- und Logistikzentrums des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) in Wiesentheid, ruft BRK-Präsidentin und Aufsichtsratsvorsitzende des Blutspendedienstes, Angelika Schorer, die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, auch weiterhin regelmäßig Blut zu spenden: „Eine lückenlose Versorgung kranker und schwerverletzter Mitmenschen setzt eine kontinuierlich hohe Blutspendebereitschaft in der Bevölkerung voraus. Jeder spendefähige Mensch trägt also eine Verantwortung und kann dazu beitragen, dass Menschen in Not geholfen werden kann.“ Ferien, ein steigendes Reiseaufkommen und weniger werdende Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens wirken sich auf die Inanspruchnahme der Blutspendetermine aus: „Die Verpflichtungen werden mehr, die verfügbare Freizeit weniger und damit auch die Möglichkeiten zur Blutspende zu gehen. Deshalb ist es wichtig, auch weiterhin die Notwendigkeit der Blutspende zu betonen.“

„Vor dem Hintergrund der geringen Haltbarkeit von Blutpräparaten sowie dem hohen Bedarf der Kliniken im Freistaat Bayern ist es erklärtes Ziel, die in den kommenden Tagen und Wochen angebotenen Termine sehr gut auszulasten“, so Schorer. „Lassen Sie uns daher gemeinsam dazu beitragen, dass die Versorgung mit Blutpräparaten im Freistaat Bayern gesichert bleibt.“

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news-979 Tue, 01 Mar 2022 16:20:00 +0100 Soziale Ungleichheit bekämpfen: Tafeln sichern Grundversorgung https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/soziale-ungleichheit-bekaempfen-tafeln-sichern-grundversorgung.html BRK-Präsidentin Angelika Schorer besuchte heute die Tafel des BRK in Nürnberg: „Die Tafeln wirken der sozialen Ungleichheit entgegen. Sie sind eine elementar wichtige Anlaufstelle, stellen Sie doch für viele Menschen die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln sicher.“ Das Bayerische Rote Kreuz betreibt in mehreren Landkreisen in Bayern Tafeln. Die Arbeit der Tafeln setzt in gleichem Maße ein Signal gegen Lebensmittelverschwendung. „In einer Zeit, in der täglich viele Tonnen Nahrung weggeschmissen werden und gleichzeitig viel zu viele Menschen Hunger leiden oder sich nur wenige Lebensmittel leisten können – auch in Deutschland – vereinen die Tafeln Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit“, so Schorer.

Die Coronavirus-Pandemie traf besonders arme Menschen schwer. So verzeichnet der Tafel Deutschland e. V. in 2021 vielerorts mehr als 20 Prozent mehr Kundinnen und Kunden in den Tafeln. „Die Kräfte vieler Menschen sind am Ende. Uns stehen sehr große soziale Fragen bevor und ein schwerer Kampf gegen soziale Ungleichheiten in unserer Gesellschaft“, so Schorer weiter.

Der Dienst in den Tafeln wird in großen Teilen ehrenamtlich erbracht. Mit diesem sozialen Dienst leisten die Ehren- und Hauptamtlichen einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft. In Nürnberg geht einer der Tafel-Standorte des BRK-Kreisverbandes Nürnberg-Stadt noch einen Schritt weiter: In einer hauseigenen Küche werden 50-70 Mahlzeiten zubereitet, abgefüllt und am nächsten Tag den Kund*innen mitgegeben.

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news-977 Sun, 27 Feb 2022 08:45:00 +0100 Wasserwacht digital https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wasserwacht-digital.html Corona hat auch der Wasserwacht-Bayern einen Digitalisierungsschub verpasst. Oliver Welter berichtet dazu in seiner neuen IT-Kolumne. Corona hat auch uns einen Digitalisierungsschub verpasst. Wir tauschten Badeklamotten gegen Headsets, fanden uns in Videokonferenzen zusammen, konnten uns online fortbilden oder zum digitalen Stammtisch treffen. Virtuelles Zusammenkommen via MS Teams wurde neuer Standard. In Zukunft soll Microsoft Teams eine Ergänzung zum Lehrbetrieb sein. Für Vorstandsmitglieder gibt es kostenlose Zugänge und in der Ausbildung kann jedes Wasserwacht-Mitglied als Gast bspw. an online Fortbildungen teilnehmen.

Bleiben wir im Ausbildungsbereich. Der DRK Lerncampus soll zukünftig noch mehr von der Wasserwacht-Bayern genutzt werden können. Modernes Lernen unabhängig von Zeit und Ort – mit den entsprechenden Inhalten der Wasserwacht-Ausbildungen. Aktuell arbeitet die Landesleitung daran, die Standardausbildungen so zu gestalten, dass auch die Nutzung alternativer Lernformate zulässig ist. Mit Wissensquizzes, Videosequenzen oder interaktiven Lernmöglichkeiten ist der DRK Lerncampus eine hervorragende Plattform für die digitale Lehre. Bereits jetzt kann z. B. die Einweisung in den Umgang mit der Rettungsweste auf dem DRK Lerncampus absolviert werden.

Im IMS gibt es drei große Neuerungen. Seit Jahresanfang werden E-Mail-Adressen aus der VEWA Mitgliederverwaltung automatisch im IMS eingetragen, sodass Mitglieder über Nachrichten in den verschiedenen IMS-Kanälen per E-Mail informiert werden und sich nicht selbst anmelden müssen. Die langersehnte Geräte-Verwaltung geht im Frühjahr im IMS an den Start, derzeit laufen die Pflegearbeiten an den Bestandslisten. Bayernweit können dann alle Geräte vom AED über das Blutdruckmessgerät bis zum Einsatzfahrzeug in einer Datenbank im IMS gepflegt werden. Um den grundsätzlichen Zugang zum IMS noch einfacher zu gestalten, wird es zur Jahresmitte eine neue „echte“ App für das IMS geben! Die bisherige Mobilversion war nur bedingt nutzbar, die neue App wird die Arbeit im Ehrenamt deutlich erleichtern und viele Prozesse des Wasserwacht-Alltags über das Smartphone abbilden. Zunächst wird mit einfachen Funktionen, wie Zugriff auf Dokumente und Informationen per Push-Nachricht gestartet. Die App soll dann zügig um weitere Funktionen ausgebaut werden.

Und zu guter Letzt blicken wir noch ein Stückchen weiter in die Zukunft. Das digitale Diensttagebuch (DDTB) wird gerade überarbeitet und soll ab der Saison 2023 zum Einsatz kommen. Seid gespannt! Unter https://meine.wasserwacht.bayern/ findet ihr alle online Tools der Wasserwacht-Bayern – von der Digitalfunkschulung über das MiniCMS bis zu den BRK Wettbewerben. Gleich QR Code abscannen und reinklicken!

 

Information über den Autor:

Oliver Welter kümmert sich seit 25 Jahren um die IT der Wasserwacht-Bayern und ist seit einem Jahr stellvertretender Technischer Leiter in der Landesleitung.

 

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news-978 Fri, 25 Feb 2022 08:54:00 +0100 Aus zwei mach eins! Änderung der „APV Schwimmen und Rettungsschwimmen”. https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/aus-zwei-mach-eins-aenderung-der-apv-schwimmen-und-rettungsschwimmen.html Seit Januar gilt die neue bundesweite „APV Schwimmen und Rettungsschwimmen“. Die Änderungen lesen Sie hier. Bisher gab es eine gesonderte Ausbildungs- und Prüfungsvorschrift (APV) für die Wasserwacht-Bayern, eine für Schwimmen und eine für Rettungsschwimmen. Zum 31.12.2021 wurden diese beiden APVen abgeschafft. Seit Januar 2022 gilt eine neue bundesweite, von der DRK-Wasserwacht beschlossene und herausgegebene „APV Schwimmen und Rettungsschwimmen“ (APV S/R). Aus zwei mach eins!

Die neue APV gibt einerseits Rahmenbedingungen für die Landesverbände vor, andererseits lässt sie auch Freiräume. Eine immense Modernisierung ist die Schaffung des Ausbildungsassistenten, der ab 16 Jahren absolviert werden kann. So werden Jugendliche früher in den Ausbildungsbetrieb miteingebunden, was einen großen Mehrwert bietet. Junge Erwachsene können sich früher und mehr einbringen. Auf Ebene der Ausbilder wird künftig in die Stufen 1+2 unterteilt.  

Zur neuen APV gibt es auch eine neue Durchführungsverordnung (DV), die im Detail die Umsetzung der APV in Bayern regelt. Diese beschreibt u.a. die Aufgaben und das Mitwirken der Bezirkslehrgruppen, eine Besonderheit, die es so nur in Bayern gibt. Vorgaben für die Fortbildung der Ausbilder werden ebenfalls in der DV geregelt.

Im Zuge der neuen APV wurden die Landeslehrgruppen S und R in Bayern abgeschafft und dafür auf Landesebene eine gemeinsame Arbeitsgruppe Schwimmen und Rettungsschwimmen gegründet. Hier sollen Synergieeffekte zwischen allen Ausbildern und Themenfeldern genutzt werden, um die Modernisierung der Ausbildungsbereiche weiter voranzutreiben.

Ihr habt Fragen dazu? Schreibt an info@wasserwacht.bayern!

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news-976 Tue, 22 Feb 2022 08:36:26 +0100 Hochwasser in Deutschland https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hochwasser-in-deutschland.html Sommer 2021 – Hochwasser im Westen Deutschlands. Auch die Wasserwacht-Bayern eilte zu Hilfe, in Erftstadt (NRW) kam sie dabei zum ersten Mal zum Einsatz. Einer von vielen Einsatzkräften war Frank Warmuth aus Schweinfurt. Er berichtet von seinem Einsatz, welche Bilder er so schnell nicht vergisst und was sich in Zukunft ändern muss. Herr Warmuth, in Erftstadt in Nordrhein-Westfalen kamen die Wasserrettungszüge der Wasserwacht-Bayern zum ersten Mal zum Einsatz im Rahmen der Hochwasserereignisse im Sommer 2021. Wie lief Ihr Einsatz dort ab? Kam die Alarmierung plötzlich?

Warmuth: Ich war Teil des Wasserrettungszugs Unterfranken und das Einsatzgeschehen hatte sich schon angedeutet. Die Alarmierung selbst kam doch plötzlich, wir waren in Alarmstufe 1, welche in wenigen Stunden zum Adhoc-Alarm wurde. Die Zwischenstufe 2 hat es nicht gegeben. Wir waren in Vorspannung, aber richtig geplant war es nicht. Wir sind dann im Raum Aschaffenburg zusammengekommen und als Kolonne ins Einsatzgebiet gefahren.

Wie lange waren Sie im Einsatz?

Warmuth: Angekommen sind wir in der Katastrophenschutzschule in Mönchengladbach und waren dann einen Tag vor Ort. Die dortige Lage hat zu dem Zeitpunkt kein weiteres Einsatzpotential für uns geboten, weshalb wir nach Abstimmung mit der örtlichen Führung wieder nach Unterfranken gefahren sind. Das bedeutet nicht, das nichts zu tun war, aber die Führungskräfte arbeiteten noch an einem vollständigen Lagebild. Der Katastrophenschutz ist in jedem Bundesland anders und weist deutliche Unterschiede auf. In Nordrhein-Westfalen sind die Gebietskörperschaften, also die Kommunen, sehr stark eingebunden. Sie mussten das Lagebild überhaupt erst erfassen.

Was waren Ihre Aufgaben?

Warmuth: Die Bundesstraße B265 stand 5 Meter unter Wasser. Wir hatten einen Erkundungsauftrag: Was verbirgt sich unter dem Wasser? Werden wir Leichen bergen? Von Verletzten gingen wir nicht mehr aus, denn die Straße stand bereits einen Tag unter Wasser. Wir bargen einige Fahrzeuge, aber glücklicherweise ohne Personen darin. Später erfuhren wir, als das Wasser abgeflossen war, dass es tatsächlich allen gelungen war ihre Autos zu verlassen. Die Szenen bei der Überflutung müssen dramatisch gewesen sein, wenn auf eine gut befahrene Straße plötzlich von einem überführenden Aquädukt das Wasser herunterströmt. Wir hatten uns auf das Bergen von Leichen eingestellt, denn eine Lebendrettung war sehr unwahrscheinlich. Das bringt auch eine psychische Belastung mit sich.

Welcher Moment hat Sie besonders geprägt?

Warmuth: Für mich war der Eindruck der großflächigen Überschwemmung sehr prägend. Der Friedhof in Erftstadt stand unter Wasser, es roch nach Unrat und Öl, den Gesamt-eindruck nimmt man mit. Besonders weil ein paar Kilometer weiter das Leben einfach weiterlief, dort wo es kein Hochwasser gab. Berufsverkehr trifft Überschwemmung – ein großer Kontrast. Nahe unserer Einsatzstelle war eine Kiesgrube überschwemmt, auch Wohnhäuser wurden in diese Grube gerissen. An der Brücke zu diesem Ortsteil errichteten wir unsere Einsatzleitung und sahen, wie Bürger evakuiert wurden. Diese dramatischen Bilder kannte ich nur aus Kriegsgebieten: Menschen mit Koffern, Taschen, dem allernötigsten und ihren Kindern auf dem Arm.

Welche Unterschiede haben Sie im Einsatz zwischen Bayern und NRW festgestellt?

Warmuth: Die inhomogene Struktur im Katastrophenschutz in Deutschland macht es allen Beteiligten schwer in länderübergreifenden Lagen zusammenzuarbeiten. Was ist ein Wasserrettungszug der Wasserwacht-Bayern? Das kann ein Kollege in der Einsatzleitung in Erftstadt nur bedingt begreifen. Wir sollten Vorauskommandos nutzen, um unser Potential zeigen zu können, denn in der Lage selbst sind alle zu 100% beschäftigt. In der Kommunikation sind wir in Bayern wirklich verwöhnt, da sind unsere Ebenen gut durchorchestriert und der Digitalfunk ist ein wichtiges Rückgrat. In Nordrhein-Westfalen hat es lange gedauert, bis Informationen in den Stäben ankamen. Mit der lokalen Wasserrettung kam ich nie in Kontakt, sondern nur zu den Führungsfunktionen. Ein ortskundiger Ansprechpartner wäre für externe Einsatzkräfte eine große Hilfe bei der Einweisung.

Was könnte in der Vorbereitung für derartige Einsatzlagen verbessert werden?

Warmuth: Derartige Lagen kann man nur ein stückweit vorplanen, aber man kann Strukturen im Vorfeld vordenken, um flexibel agieren zu können. In Bayern ist es glücklicherweise weniger dezentral, dafür über verschiedenen Hierarchien aufwachsend auch für größere Lagen geregelt. Großlagen zu üben lohnt sich sehr, wir ziehen viel aus diesen Übungen, gerade wenn mehrerer Wasserrettungszüge zusammen üben. Was ich ebenfalls wichtig fände: Helfer noch besser schulen. Ein Einsatz besteht zu großen Teilen aus Warten, wenn viele Kräfte in Bereitstellung sind. Der oberbayerische Wasserrettungszug ist komplett ohne Einsatz wieder nach Hause gefahren, dabei entsteht auch Frust. Deshalb muss man im Vorfeld transparent kommunizieren und die Einsatzkräfte müssen lernen auch sinnvoll zu ruhen und Energie zu tanken. Niemand soll den Eindruck haben, umsonst dorthin gefahren zu sein. Zu wissen, dass die taktische Vorhaltung bereitsteht, ist für Führungskräfte vor Ort ein wertvolles Einsatzpotential. Natürlich ist es schön für den Einzelnen, wenn man wirken und helfen kann, aber die Bereitschaft ist ebenfalls immens wichtig.

Zum Üben braucht man Platz und realistische Gegebenheiten – haben Sie das?

Warmuth: Kurzfristige Hochwasserlagen müssen wir aktuell improvisiert darstellen. In Zeiten des Klimawandels werden aber mehr Starkregenereignisse erwartet und damit eben diese kurzfristigen Hochwasser. Darauf wollen wir uns vorbereiten können, am besten in einem Wasserrettungszentrum, in dem viele Lagen simuliert werden können. Nur was wir üben, können die Einsatzkräfte auch beherrschen. Eine Situation vorab erleben zu können und ein Gefahrenbewusstsein zu entwickeln. Dazu fehlen uns die passenden Möglichkeiten. Wir müssen uns auch fragen: Sind die Wasserrettungszüge dafür noch am Puls der Zeit? Meiner Meinung nach nicht, denn sie sind angelegt für Einsätze mit größerer Vorlaufzeit. Die vorhandenen lokalen Schnelleinsatzgruppen sollten flexibler zu Zuggrößen zusammenwachsen können, jetzt sind sie noch zu starr. Das kann bei einem Starkregen-ereignis, das sich innerhalb weniger Stunden entwickelt, zum Verhängnis werden.

Würden Sie wieder in einen solchen Einsatz gehen?

Warmuth: Auf jeden Fall! Ich will das Geübte in den Einsatz bringen und meine Erfahrung weitergeben. Ich mag den Mix aus alten Hasen und jungen Einsatzkräften, die etwas weniger Erfahrung mitbringen. Wir können alle voneinander lernen. Ich will meinen Teil zum Katastrophenschutz beitragen, um der Bevölkerung im Notfall bestmöglich zu helfen.

 

Thomas Huber, Landesvorsitzender der Wasserwacht-Bayern zum Hochwasser in Deutschland:

„Vor der Lage sein“, wie es immer so schön heißt. Bezogen auf Technik und Klima eine echte Herausforderung, aber gerade deswegen müssen wir mithalten können. Die letzte Reform der Wasserrettungszüge liegt 20 Jahre zurück. Wenn uns die Hochwasserereignisse etwas gezeigt haben, dann dass es höchste Zeit ist, neu zu denken. Weg von starren Strukturen hin zu flexiblen Zügen, die sich schnell an Lagen und Wetterereignisse anpassen können. Diese Züge gibt es aber nicht ohne die Einsatzkräfte und deren Ausbildung. Diese ist in Bayern für Wasserretter bereits sehr gut, kann durch ein bayerisches Wasserrettungszentrum aber noch weiter verbessert werden, um auch in Zukunft vor der Lage zu sein.

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news-973 Thu, 17 Feb 2022 12:06:20 +0100 Schorer und Trautner würdigen Einsatz von Pädagoginnen und Pädagogen in der Pandemie https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/schorer-und-trautner-wuerdigen-einsatz-von-paedagoginnen-und-paedagogen-in-der-pandemie.html Die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Carolina Trautner, empfing am heutigen Donnerstag, den 17. Februar 2022, BRK-Präsidentin Angelika Schorer zu einem Antrittsbesuch. Die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Carolina Trautner, empfing am heutigen Donnerstag, den 17. Februar 2022, BRK-Präsidentin Angelika Schorer zu einem Antrittsbesuch. Dabei waren sich Trautner und Schorer über die besonderen Herausforderungen, mit denen Erzieherinnen und Erzieher und das weitere pädagogische Personal in den Kindertagesstätten und Einrichtungen der frühkindlichen Bildung konfrontiert sind, einig.  

„Kinder haben in der Pandemie häufig den Kürzeren gezogen, eine umso größere Wichtigkeit ist dabei dem unermüdlichen Einsatz des pädagogischen Personals in den Kindertageseinrichtungen zugekommen“, so Präsidentin Angelika Schorer.  

Sowohl die Präsidentin, als auch die Ministerin würdigen den besonderen Einsatz des pädagogischen Personals in Bayern. „Mit vollem Herzblut trägt das Personal in den Kindertageseinrichtungen dafür Sorge, dass Eltern trotz pandemiebedingter Widrigkeiten beruflichen Verpflichtungen nachgehen können“, so Staatsministerin Trautner. „Sie haben daher sehr wesentlich dazu beigetragen, dass das System am Laufen gehalten werden konnte.“ 

Schorer ergänzt: „Dieser wichtige Beitrag zur Bewältigung der Pandemie wird nach wie vor zu wenig gewürdigt und hervorgehoben.“ 

Schorer wies zudem darauf hin, dass zur Entlastung des Personals nun auch eine Rücknahme belastender Regeln in den Kindertageseinrichtungen notwendig ist und sprach dabei unter anderem die geltende sogenannte 20-Prozent-Regelung bei einer Häufung von Infektionsfällen und die Teststrategie in Kindertageseinrichtungen an.  

„Die wichtige und systemrelevante Arbeit des pädagogischen Personals hat mehr Aufmerksamkeit und eine größere gesamtgesellschaftliche Anerkennung verdient“, sind sich Schorer und Trautner einig.  

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news-971 Fri, 11 Feb 2022 14:03:00 +0100 Notruf via Smartwatch https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/notruf-via-smartwatch.html Wer hat mir auf Whatsapp geschrieben, wie lautet die neueste Eilmeldung und wie viel Uhr war es noch gleich? Smartwatches können so einiges und in manchen Fällen sogar das Leben retten. Eine Runde im Wald laufen gehen, ins Stolpern kommen, ein Sturz und ich falle bewusstlos zu Boden. Die Beschleunigungssensoren der Smartwatch am Handgelenk erkennen, dass sich meine Lage plötzlich verändert hat. Die Uhr kann also zwischen verschiedene Bewegungsarten unterscheiden, u.a. zwischen Gehen, Laufen und Stürzen.

Beim Sturz und der nachfolgenden Bewegungslosigkeit startet die Smartwatch einen Countdown von wenigen Sekunden, in dem ich bestätigen kann, dass es mir gut geht. Aber als bewusstlose Person kann ich das nicht - meine Gesundheit ist ernsthaft in Gefahr.

Die Smartwatch baut anschließend eine Telefonverbindung zum Notruf 112 auf. Dann kommt eine automatische Ansage und die Integrierte Leitstelle erhält meine Koordinaten aus dem Wald. Zusätzlich werden auch die AML-Koordinaten der Smartwatch übermittelt.

Neben den Beschleunigungssensoren können Smartwatches aber auch die Sauerstoffsättigung im Blut bestimmen, die Herzfrequenz messen und den Herzrhythmus analysieren. Diese Daten dienen dem Nutzer jedoch nur zur Bestimmung der eigenen Vitalparameter und werden nicht im Notfall übermittelt.

Die Umsetzung der Smart Watch im Notfall kann je nach Hersteller variieren.

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news-970 Thu, 10 Feb 2022 10:00:00 +0100 Über 1,3 Mio. Einsätze im vergangenen Jahr https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/tag-des-notrufs-ueber-13-mio-einsaetze-im-vergangenen-jahr.html Das Bayerische Rote Kreuz betreibt als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit mehr als 6.200 hauptamtlichen Einsatzkräften und über 1.200 Einsatzfahrzeugen den größten Rettungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland. Das spiegeln auch die aktuellen Einsatzzahlen der letzten Jahre wider, wobei die Pandemie ganz deutlich ihre Spuren hinterlässt. 2020 sank die Zahl der verrechnungsfähigen Einsätze des Bayerischen Roten Kreuzes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2019 von über 1,3 auf 1,2 Millionen, das entspricht im ersten Pandemiejahr einem Abwärtstrend von  8 %. Jedoch dauerten die Einsätze aufgrund der gestiegenen Hygieneaufwände und längeren Transportzeiten länger, weshalb eine Entlastung beim Personal ausblieb.

„Zu Beginn und während der Pandemie wurde seltener der Notruf gewählt. Die Menschen wurden dabei vermutlich von der Sorge getrieben sich anzustecken oder das Personal zu überlasten“, so Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. „Dabei gab es jedoch viele Situationen, wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte, in denen ein rechtzeitiger Anruf sinnvoll gewesen wäre, stattdessen wurde zuhause ausgeharrt und oft nur durch einen Anruf im letzen Moment Schlimmeres verhindert.“

Im zweiten Pandemiejahr 2021 folgte wiederum ein leichter Anstieg an verrechnungsfähigen Einsätzen: Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes arbeiteten 1,3 Millionen Einsätze ab. Das entspricht in etwa dem Einsatzaufkommen von vor der Pandemie.

Thomas Stadler, Abteilungsleiter des Rettungsdienstes, betont: „In 2020 waren Ausgangsbeschränkungen und Lockdowns besonders ausschlaggebend für das Einsatzaufkommen im Rettungsdienst. Weniger Straßenverkehr führte beispielsweise zu weniger Verkehrsunfällen.“ Auch die im Verlauf etwas mildere Omikron-Variante und der Impffortschritt in der Bevölkerung wirken sich laut Stadler positiv aus: „Zu Beginn der Pandemie stand das Verhältnis von Infektionstransporten zu Infektionen  bei 1 zu 3. Das heißt, 3 Infektionen lösten einen Infektionstransport aus. In der zweiten Welle stand das Verhältnis bei 1 zu 12 und aktuell lösen erst 82 Infektionen einen Infektionstransport aus - eine erfreuliche Entwicklung.“

Mit der Pandemie ist die Belastung der Einsatzkräfte gestiegen: „Zu Beginn der Pandemie fehlte Schutzausrüstung. Dann stieg die Sorge, das Virus in die in die eigene Familie einzuschleppen, und später die Mehrbelastung durch längere Transportzeiten. Auch der Kommunikationsbedarf mit Patienten und Angehörigen, aber auch die Gereiztheit nimmt mit jedem Pandemiemonat zu. Einige Mitarbeitende kämpfen auch mit den Folgen einer „LongCovid“-Erkrankung“, so Stärk.

Anlässlich des Tages des Notrufs am 11. Februar 2021 weist Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk darauf hin: „Ob starke Schmerzen, Verkehrsunfall oder Brand – unter der 112 erreichen Sie den Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst. Bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Situationen spätabends, am Wochenende oder feiertags ist hingegen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 der richtige Ansprechpartner.“

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news-969 Wed, 09 Feb 2022 16:04:00 +0100 Bessere Vorbereitung auf Schadenslagen notwendig https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/anhoerung-im-bayerischen-landtag-bessere-vorbereitung-auf-schadenslagen-notwendig.html Das Bayerische Rote Kreuz begrüßt die Initiative des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport, den Katastrophenschutz in den Blickpunkt zu nehmen und Lehren aus den Ereignissen der vergangenen Monate und Jahre zu ziehen. „Die Anhörung ist nicht nur ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung dessen, was die Betroffenen, aber auch unsere Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und in Bayern im letzten Sommer erlebt haben – sie ist auch ein gut gewählter Startpunkt für eine intensive Diskussion in Bayern über den Stellenwert und die Ausrichtung unseres Katastrophenschutzes“, resümiert BRK-Präsidentin Angelika Schorer, die gemeinsam mit den Landesleitungen der Bereitschaften, Bergwacht-Bayern und Wasserwacht-Bayern als Sachverständige an der Ausschussanhörung teilnahm, und stellt fest:

„Insbesondere aus den Erfahrungen der Pandemie, der Flutkatastrophen im Sommer 2021 und nicht zuletzt der mehr werdenden neuartigen Gefahren wie Cyberattacken, flächendeckenden Blackouts und Naturkatastrophen formulieren wir klare Erwartungen an einen Katastrophenschutz der Zukunft im Freistaat Bayern:

  1. Der Stellenwert des Bayerischen Katastrophenschutzes muss erhöht werden und er muss weiterhin integraler Bestandteil eines komplexen Hilfeleistungssystems sein. Dabei ist uns besonders wichtig, dass ehrenamtliches Engagement im Katastrophenschutz attraktiver werden muss, einfacher zugänglich und wertschätzender gewürdigt und mit geeigneten Maßnahmen auch langfristig anerkannt werden muss.
  2.  Um in Zukunft noch besser auf die besonderen Schadenslagen und neue Gefahrenlagen (Naturkatastrophen, Pandemien, Cyberattacken) vorbereitet zu sein, bedarf es einer strengen Orientierung des K-Schutzes in Bayern an regionalen Schutzzielen auf der Grundlage von Risikoanalysen.  Die Planungen für künftige Investitionen in den K-Schutz müssen auf konkreten Bedarfsplänen beruhen und nicht mehr auf einer möglichst breiten und gerechten Verteilung von Fahrzeugen oder Booten auf die Regionen oder Organisationen.
  3. Die Qualität der Ausbildung und des Trainings von Einsatzkräften muss den veränderten Gefahrenlagen gerecht werden. Sie muss durch die Hilfsorganisationen auf dem bisherigen hohen Niveau fortgeführt und weiter entwickelt werden. Die Hilfsorganisationen stellen dafür ihre Kompetenzen in ihren Ausbildungsstätten zur Verfügung, vor allem auch in den Trainingszentren „Bayerisches Zentrum für besondere Einsatzlagen“ in Windischeschenbach, „Bayerisches Zentrum für Ausbildung und Sicherheit“ der Bergwacht in Bad Tölz und einem künftigen Wasserrettungszentrum. Und der Freistaat fördert diese stetige Kompetenzerweiterung durch ausreichende Mittel.“

Das Bayerische Rote Kreuz ist mit mehreren zehntausend gut ausgebildeten und motivierten ehrenamtlichen Einsatzkräften in den fünf ehrenamtlichen Gemeinschaften, hauptsächlich in den Bereitschaften, der Bergwacht Bayern und der Wasserwacht-Bayern, eine der zur Katastrophenhilfe in Bayern gesetzlich verpflichtete freiwillige Hilfsorganisation.

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news-968 Mon, 07 Feb 2022 08:08:14 +0100 40 Jahre Hausnotruf des BRK: Lange sicher zuhause leben mit Hilfe auf Knopfdruck https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/40-jahre-hausnotruf-des-brk-lange-sicher-zuhause-leben-mit-hilfe-auf-knopfdruck.html Der Hausnotruf des BRK feiert 40-jähriges Jubiläum. Das bedeutet 40 Jahre Sicherheit im eigenen Zuhause für ältere Menschen oder für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die alleine leben. „Der Hausnotruf des BRK ist ein Garant für Sicherheit im eigenen Zuhause und schnelle Hilfe im Notfall. Und wo sollte man sich am wohlsten und sichersten fühlen, wenn nicht in den eigenen vier Wänden“, so Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. Mit Hilfe eines Alarmknopfs, der am Handgelenk oder als Kette getragen wird, kann beispielsweise nach einem Sturz mit einem Knopfdruck fachgerechte Hilfe verständigt werden – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr.

Die Zahlen unterstreichen das Erfolgskonzept Hausnotruf. 365.000 Alarme gab es bayernweit in 2021 – das sind jeden Tag 1.000 Alarme, 1.000mal fachgerechte Hilfe für die Kunden und 1.000 mal Entlastung für deren Angehörige. 700 Mitarbeitende im Hausnotruf sorgen für ein Mehr an Sicherheit für über 60.000 Hausnotruf-Kunden, deren Familie, Freunde und Bekannte.

Zum Jubiläum spendiert das BRK die ersten 4 Wochen, wenn man im Aktionszeitraum 07.02.-20.03.2022 einen Hausnotruf-Vertrag abschließt. Weitere Informationen unter www.hausnotruf.bayern.

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news-967 Thu, 03 Feb 2022 15:26:05 +0100 Vereinigung der Pflegenden und Bayerisches Rotes Kreuz: „Einrichtungsbezogene Impfpflicht schadet mehr, als dass sie hilft.“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/vereinigung-der-pflegenden-und-bayerisches-rotes-kreuz-einrichtungsbezogene-impfpflicht-schadet-mehr-als-dass-sie-hilft.html Bundestag und Bundesrat haben im Dezember 2021 beschlossen, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern, aber auch in Arztpraxen und im Rettungsdienst, bis zum 15. März 2022 Nachweise zum Geimpft- oder Genesenen-Status vorlegen müssen. Wer keinen Nachweis vorlegen kann, also ungeimpft oder nicht-genesen ist, dessen Beschäftigung kann vom Gesundheitsamt infolgedessen verboten werden. Nach Ansicht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) kann dadurch kein Beitrag zur Bewältigung der Pandemie geleistet werden, dafür ist eine allgemeine Impfpflicht vonnöten. Von einem fehlenden Nachweis ist ohnehin nur  ein eher  kleiner Teil des pflegenden Personals betroffen, die negativen Folgen der Maßnahme werden hingegen schwerwiegend sein.

Die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer, hält dies für einen Fehler: „In den Einrichtungen des Bayerischen Roten Kreuzes haben wir durchschnittlich eine Impfquote von über 80 Prozent beim beschäftigten Personal. Es gibt also keine Veranlassung, dass gerade diese Berufsgruppen jetzt noch einmal besonders verpflichtet werden müssten. Vielmehr ist die Maßnahme eine Stigmatisierung für Berufsgruppen, die ohnehin seit Beginn der Pandemie Übermenschliches leisten.“

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht betrifft lediglich das beschäftigte Personal. Die betreuten Bewohnerinnen und Bewohner hingegen sind von der Impfpflicht nicht betroffen, leben aber in derselben Einrichtung, in der die verpflichteten Beschäftigten tätig sind.

„Unter den behandelten Patientinnen und Patienten in Kliniken, aber auch unter den Bewohnerinnen und Bewohnern und deren Angehörigen gibt es zum Teil viele Ungeimpfte. Dementsprechend  ließe sich selbst mit einer Impfquote von 100 Prozent  beim Personal keine verbesserte Schutzwirkung erzielen“, erläutert Georg Sigl-Lehner, Präsident der VdPB, und ergänzt: „Vielmehr erzeugt die einrichtungsbezogene Impfpflicht neben einem ungeheuren bürokratischen Aufwand auch Verunsicherungen beim eingesetzten Personal. Schon heute ist die Personaldecke in der Pflege extrem dünn, weshalb selbst wenn infolge der Impfpflicht nur 5 Prozent des Personals ausscheiden würden, der gesetzliche Versorgungs- und Qualitätsauftrag vieler Einrichtungen nicht mehr erfüllt werden kann.“

Bei aktuell wieder steigenden Infektionszahlen und der unmittelbaren Überlastung der Gesundheitsämter in der Kontaktnachverfolgung ist zudem nicht nachvollziehbar, wie die Durchsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht in den Gesundheitsämtern vonstattengehen soll. „Sinnvoller dagegen wäre, keine zusätzliche Mehrbelastung für die Gesundheitsämter zu schaffen und ihre Kapazitäten für wichtigere Aufgaben zu schonen“, so Schorer.

Präsidentin Schorer und Präsident Sigl-Lehner sind sich sicher: „Die einrichtungsbezogene Impfpflicht wird mehr Schaden in der Pflege anrichten, als dass sie hilft. Sie schafft nicht mehr Infektionsschutz in den Einrichtungen,  sondern gefährdet die Versorgungssicherheit tausender Menschen. Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hilft nur eine insgesamt höhere Impfquote und daher eine allgemeine Impfpflicht, die dann auch Bereiche mit deutlich niedrigeren Impfquoten betrifft. Wir wehren uns gegen diese Stigmatisierung der im Gesundheitswesen Beschäftigten trotz hoher Impfquote.“

Daher fordern die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes und der Präsident der Vereinigung der Pflegenden in Bayern eine Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht im Freistaat Bayern per Moratorium und eine generelle Impfpflicht für alle Bürgerinnen und Bürger. „Nur gemeinsam können wir das Coronavirus besiegen“, so die beiden Präsidenten abschließend.

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news-965 Fri, 28 Jan 2022 09:15:00 +0100 Einsatzsteigerung durch verändertes Freizeitverhalten https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/einsatzsteigerung-durch-veraendertes-freizeitverhalten.html Die Hilfe aus der Luft wird in der Corona-Pandemie mehr denn je gebraucht - das belegen aktuelle Einsatzzahlen. Im vergangenen Jahr kam es zu 17 % mehr Einsätzen des Rettungshubschraubers „Christoph 14“ im Vergleich zum Jahr 2020. „Christoph 14“ ist am BRK-Luftrettungszentrum am Klinikum Traunstein stationiert. Insgesamt wurden 1.427 Einsätze für den Rettungshubschrauber in 2021 gemeldet. Das sind 244 mehr, als noch im Vorjahr. Zudem kam die neue Rettungswinde in 155 Fällen erfolgreich zum Einsatz. Mit ihr können beispielsweise Verunfallte aus alpinem und unwegsamem Gelände sicher und schnell gerettet werden.

„Das zweite Pandemiejahr brachte auch für die Luftrettung neue Herausforderungen mit sich. Es war deutlich spürbar, dass die Menschen ihre Freizeit vermehrt in den Bergen verbrachten“, so BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. „Gleichzeitig konnte dank der neuen Rettungswinde die Menschenrettung schneller und flexibler werden.“

Die Einsatzsteigerung ist daher im Wesentlichen auf ein verändertes Freizeitverhalten zurückzuführen. „Die Menschen hatten pandemiebedingt weniger Freizeitmöglichkeiten – daher zog es viele in die Berge und in die Natur, oft leider unvorbereitet und unzureichend ausgestattet“, so Robert Portenkirchner, Leiter des Luftrettungszentrums. Zu Beginn der Pandemie war noch ein deutlicher Abwärtstrend festzustellen: Von 2019 auf 2020 sank die Zahl der Einsätze um 6 %.

Aufgrund der stark gestiegenen Anzahl an Ausflüglern und deren oft  mangelnder Vorbereitung, Kondition bzw. Kenntnis kam es dabei häufiger zu gefährlichen oder sogar lebensbedrohlichen Situationen. Dabei wurde oft der Einsatz der Luftretterinnen und Luftretter notwendig. Hinzu kommt, dass Notarztstandorte teilweise unbesetzt sind und der Rettungshubschrauber häufig einspringen muss.

Die Regelbesatzung des „Christoph 14“ besteht aus drei Crewmitgliedern. Dem Piloten der Bundespolizei Fliegerstaffel Oberschleißheim, dem Notfallsanitäter / Windenoperator (TC-HEMS / HHO) von der BRK-Landesgeschäftsstelle und einem Notarzt der Notarztgemeinschaft Traunstein. Die Maschine wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Verfügung gestellt wird.

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news-964 Sat, 22 Jan 2022 16:20:19 +0100 Wasserwacht-Bayern warnt: Betreten von nicht-freigegebenen Eisflächen bedeutet Lebensgefahr https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wasserwacht-bayern-warnt-betreten-von-nicht-freigegebenen-eisflaechen-bedeutet-lebensgefahr.html Aufgrund der sinkenden Temperaturen warnt die Wasserwacht-Bayern vor leichtsinnigem Betreten von Eisflächen. „Dünne Eisdecken sind nicht tragfähig. Beim Betreten von gefrorenen Seen oder Flüssen begibt man sich in große Lebensgefahr“, warnt Thomas Huber, Landesvorsitzender der Wasserwacht-Bayern. Wegen der niedrigen Wassertemperaturen verliert ein ins Eis eingebrochener Mensch innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken. „Die ehrenamtlichen Wasserretterinnen und -retter und die Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht-Bayern sind rund um die Uhr für Notfälle auf dem Wasser und für Eisrettungen einsatzbereit“, versichert Huber. „Die beste Rettung ist aber die, die gar nicht erst benötigt wird, daher raten wir dringend zur Vorsicht. Unsere Einsatzkräfte sind aktuell mehr denn je gefordert, bayernweit auch an vielen Corona-Teststellen und Impfzentren. Mit enormer Leistungsbereitschaft stehen wir auch während der Corona-Pandemie für die Sicherheit der Bevölkerung am und im Wasser“, so Huber.

Die Wasserwacht-Bayern rät folgende Regeln für den Ernstfall zu beachten:

  • Laut um Hilfe rufen.
  • In jedem Fall vermeiden, dass man unter das Eis gerät.
  • So wenig wie möglich bewegen, um möglichst wenig Körpertemperatur zu verlieren.
  • Sofort Hilfe holen über Notruf 112.
  • Die eingebrochene Person beruhigen.
  • Nur mit Hilfsmitteln wie Rettungsring, Leitern (teilweise an Seen am Uferbereich vorhanden), Ästen, Abschleppseil oder ähnlichen Gegenständen die eingebrochene Person absichern.
  • Nur ans vereiste Wasser gehen, wenn man selbst über eine dritte Person mit einem Seil gesichert ist.
  • Die eingebrochene Person an Land bringen, in der stabilen Seitenlage lagern und vor Kälte schützen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Die Wasserwacht-Bayern und ihre Ortsgruppen geben keine Freigaben zum Betreten von Wasserflächen. Informationen gibt es bei Behörden vor Ort wie beispielsweise den Wasserwirtschaftsämtern oder den zuständigen städtischen Referaten. Diese geben das Eis offiziell frei. Dennoch geschieht auch das Betreten dieser Eisflächen jederzeit auf eigene Gefahr.

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news-963 Fri, 21 Jan 2022 17:00:00 +0100 Einsatzkräfte sind kein Ziel: BRK-Präsidentin verurteilt Angriffe auf Rettungskräfte https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/einsatzkraefte-sind-kein-ziel-brk-praesidentin-verurteilt-angriffe-auf-rettungskraefte.html Nach dem versuchten Macheten-Angriff auf zwei Rettungskräfte Anfang Januar in Hohenfels, Lkr. Neumarkt i. d. O., besucht BRK-Präsidentin Angelika Schorer am Freitagnachmittag, 21.01.2022, die zwei betroffenen Sanitäterinnen des Bayerischen Roten Kreuzes. Im Gespräch mit den beiden Mitarbeiterinnen, sowie dem Stimmkreisabgeordneten und Staatsminister Albert Füracker, Landrat und BRK-Kreisvorsitzenden Willibald Gailler und BRK-Kreisgeschäftsführer Klaus Zimmermann wurde über das Erlebte der beiden Betroffenen und die allgemeine Situation gesprochen.

Dabei blickt BRK-Präsidentin Angelika Schorer mit Sorge auf die aktuelle Situation: „Gewalt gegen Rettungskräfte war schon vor der Pandemie ein Thema. Jedoch ist eine Zunahme des Aggressionsgrades spürbar. Die Angriffe werden seltener, aber dafür heftiger.“

Ausgangsbeschränkungen und beispielsweise Schließungen von Diskotheken haben dazu geführt, dass die Zahl der Angriffe, die in einem enthemmten alkoholisierten Zustand erfolgen, niedriger liegt, als zuvor.

„Ich möchte ganz klar betonen: Egal, ob Lappalie oder Straftat: Es gibt null Toleranz für Gewalt gegen Einsatzkräfte“, so Schorer. „Deshalb müssen diejenigen, die unsere Gesellschaft stützen, besser geschützt werden. Dies gelingt nicht nur durch zielführende politische Maßnahmen, sondern auch durch einen gegenseitigen respektvolleren Umgang. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hilfsorganisationen, aber auch jenen der Pflege- und des Gesundheitsbereiches wieder mehr Wertschätzung zu geben ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Schorer abschließend.

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news-962 Fri, 21 Jan 2022 14:36:00 +0100 Angelika Schorer zu Besuch im BayZBE in Windischeschenbach: „Jedem erfolgreichen Einsatz geht ein gutes Training voraus.“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/angelika-schorer-zu-besuch-im-bayzbe-in-windischeschenbach-jedem-erfolgreichen-einsatz-geht-ein-gutes-training-voraus.html BRK-Präsidentin Angelika Schorer besuchte am heutigen Freitag das Bayerische Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE), eine gemeinsame Betreibergesellschaft des Arbeiter-Samariter-Bund Bayern e.V. (ASB), der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH), dem Malteser Hilfsdienst e.V. (MHD) und dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Das BayZBE ist ein Zentrum, in dem Einsatz- und Führungskräfte der bayerischen Hilfsorganisationen auf besondere Einsatzlagen wie Terror, Amoklagen und all jene Lagen, in denen das Leben der Einsatzkräfte in Gefahr ist, vorbereitet werden. „Nicht nur Terroranschläge, sondern auch wetterbedingte Katastrophen werden mehr, wie es sich unter anderem im letzten Jahr durch die enorme Flutkatastrophe im Ahrtal zeigte“, so Schorer. Sie betonte, wie wichtig bei solchen Ereignissen eine praxisorientierte Ausbildung der Einsatzkräfte sei und diese eine Möglichkeit bräuchten, um sich „auf solche Situationen besser und vor allem realistischer vorbereiten zu können“. Um auch die Weichen für zukünftige Katastrophenszenarien zu stellen, ist es wichtig das BayZBE fort- und weiterzuentwickeln.

Der Katastrophenschutz muss insgesamt reformiert und den veränderten Anforderungen angepasst werden – es benötigt somit noch viel mehr Unterstützung seitens der Politik. In vielen Fällen muss neugedacht werden, bestehende Konzepte bedürfen einer Revision und auch der Freistaat muss den Katastrophenschutz unter diesen Gesichtspunkten zukunftsfit finanzieren.

Schorer betont zudem: „Die steigende Gefahr durch Unwetter- und Naturereignissen erfordert auch, dass die Wasserwacht und die Bergwacht erweiterte Trainingsmöglichkeiten erhalten, um noch effizienter und zielgerichteter komplizierte Rettungsverfahren üben zu können.“

In Bezug auf die Wasserwacht sei dies beispielsweise ein Zentrum, in dem besondere Einsätze der Wasserwacht, wie Starkregen und Flut, unter nahezu echten Bedingungen erprobt werden können. Nur so können Einsatzkräfte auch weiterhin mit ihrem besonderen Wissen, ihrer Kompetenz, Erfahrung und Tatkraft in solchen Situationen zur Seite stehen. Das bestehende Bergwacht-Ausbildungszentrum in Bad Tölz kann auch nur mit staatlicher Unterstützung erweitert und den veränderten Gefahrenlagen angepasst werden.

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news-961 Fri, 21 Jan 2022 10:32:50 +0100 Angelika Schorer zu Besuch im Impfzentrum Waldsassen: „Allgemeine Impfpflicht ist die Versicherung, um ein Ende der Pandemie zu erreichen.“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/angelika-schorer-zu-besuch-im-impfzentrum-waldsassen-allgemeine-impfpflicht-ist-die-versicherung-um-ein-ende-der-pandemie-zu-erreichen.html BRK-Präsidentin Angelika Schorer besuchte am Freitagvormittag das Impfzentrum Waldsassen des Bayerischen Roten Kreuzes in Tirschenreuth, um sich einen Eindruck über die aktuelle Lage vor Ort zu verschaffen und den Mitarbeitenden des Impfzentrums ihren Dank auszusprechen. Im Gespräch mit dem Landrat des Landkreises Tirschenreuth, Roland Grillmeier, BRK-Kreisvorsitzenden Franz Stahl, dem BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl, dessen Stellvertreter Sven J. Lehner und der Leiterin des Impfzentrums, Melissa Wagner, ging es um die aktuellen Entwicklungen im Pandemiegeschehen, Hoffnungen und Sorgen sowie den allgemeinen Fortschritt der Impfkampagne.

Angelika Schorer äußert dabei einen besorgten Blick in die Zukunft und sprach sich für die allgemeine Impfpflicht aus: „Der Großteil unserer Bevölkerung hat sich bereits mehrfach impfen lassen und handelt dabei solidarisch und umsichtig. Dennoch braucht es noch ein wenig Geduld und vor allem eine höhere Impfquote, damit ein Rückweg in die Normalität möglich ist. Das Licht am Ende des Tunnels ist jedenfalls sichtbar, die Impfung dabei der einzige Weg aus der Pandemie.“

Schorer weiter: „Wichtig ist, dass unsere Mitarbeitenden des Bayerischen Roten Kreuzes, aber auch die Kolleginnen und Kollegen der anderen Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände, aber auch der Feuerwehren und Polizei entlastet werden, um unser System, das öffentliche Leben und unsere Wirtschaft aufrechterhalten zu können.“

Schorer stellt fest: „Eine allgemeine Impfpflicht ist daher die einzige Versicherung, um ein Ende der Pandemie zu erreichen. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht wird nicht die notwendige Wirkung erzielen, zumal die Impfquote in Einrichtungen des Bayerischen Roten Kreuzes bei über 90 Prozent liegt.“

In der Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht schließt sich Schorer der Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, an.

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news-960 Fri, 21 Jan 2022 09:15:15 +0100 Warnung von psychischen Belastungen: Jugendarbeit ist sozialer Anker https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/warnung-von-psychischen-belastungen-jugendarbeit-ist-sozialer-anker.html Die 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hat die sog. „2G-Regelung“ für die Jugendverbandsarbeit eingeführt. Das hat zur Folge, dass viele Jugendliche von den Angeboten der Jugendarbeit ausgeschlossen werden. Die Regelung ist aus Sicht des Bayerischen Roten Kreuzes und des Bayerischen Jugendrotkreuzes darüber hinaus auch deshalb problematisch, weil viele Jugendliche gar keinen Zugang zu einer Impfung haben und der Impfwille oft an der Entscheidung der Erziehungsberechtigten scheitert. „Eine Aufhebung der 2G-Regelung und Umsetzung einer 3G-Regelung wäre ein wichtiges Signal für viele Jugendliche im Freistaat Bayern“, so BRK-Präsidentin Angelika Schorer am Freitag in München. „Jugendarbeit ist ein sozialer Anker, leistet einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und ist oft leider auch ein Ventil der psychischen Gesundheit junger Menschen.“

„Fehlende soziale Interaktion von Jugendlichen, vor allem auch in der Freizeit führt zu psychischen Belastungen. Die aktuelle personelle und institutionelle Notsituation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein deutlicher Beleg dafür“, so Vizepräsidentin Brigitte Meyer.

„Mit einer Anerkennung der in der Schule durchgeführten Tests als Zugangsmöglichkeit zu Angeboten der Jugendarbeit ist eine sichere Aufrechterhaltung der Jugendarbeit auch in Zeiten der Pandemie möglich“, so der Landesvorsitzende des Bayerischen Jugendrotkreuzes, Kirk Thieme. „Die soziale Teilhabe von Jugendlichen darf nicht von einem Impfstatus abhängen.“

Das Bayerische Jugendrotkreuz (JRK) ist der Kinder-, Jugend- und Nachwuchsverband des Bayerischen Roten Kreuzes und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Über 106.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre engagieren sich ehrenamtlich in den fünf Rotkreuz-Gemeinschaften.

Anfang Januar hatten sich Präsidentin Schorer und Vizepräsidentin Meyer in einem Schreiben an die bayerische Staatsregierung gewandt und eine Möglichkeit zur Wiederaufnahme der Jugendarbeit gefordert.

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news-959 Thu, 20 Jan 2022 12:19:02 +0100 Hilfsorganisationen, Polizei, Feuerwehren und THW: „Bitte lassen Sie sich impfen“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hilfsorganisationen-polizei-feuerwehren-und-thw-bitte-lassen-sie-sich-impfen.html In einem gemeinsamen Appell rufen die bayerischen Hilfsorganisationen (Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V., Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Malteser-Hilfsdienst e.V. (MHD), Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. (MHW) und Technisches Hilfswerk (THW)), die Bayerische Polizei, der Landesfeuerwehrverband Bayern und das Technische Hilfswerk zur Corona-Schutzimpfung auf. Das prognostizierte Erreichen der endemischen Lage gegen Ende dieses Jahres ist aus Sicht der Blaulichtorganisationen ein wichtiges und hoffnungsstiftendes Signal. Die hohe Infektiosität der derzeit deutlich dominierenden Omikronvariante sollte für jede*n Unentschlossene*n Anlass dazu sein, sich impfen zu lassen – auch um das Gesundheitssystem zu schonen und das öffentliche Leben aufrechtzuerhalten.

„Impfungen haben sich als bestmöglicher Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf bewährt“, so der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz, Leonhard Stärk. „Mehr denn je gilt es, Unentschlossene von einer Impfung zu überzeugen, Zweifachgeimpfte zu einer Auffrischung zu bewegen und ein quarantänebedingtes Lahmlegen des öffentlichen Lebens abzuwenden. Jeder und jedem muss klar sein: Wer sich nicht impfen lässt, trägt dazu bei, dass das Licht am Ende des Tunnels dunkler wird.“

Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz, Christoph Friedrich, ergänzt: „Seit mehr als zwei Jahren arbeiten wir Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände an unseren Belastungsgrenzen. Ein erneutes Zusammenwirken der gesamten Gesellschaft ist nun notwendig.“

Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer schließt sich dem Appell an und ergänzt: „Wir von der Polizei können gut vor Kriminellen schützen. Gegen das hochgefährliche Coronavirus helfen aber weder Streifenwagen noch Handschellen. Hier ist die Impfung der Garant für Sicherheit! Daher: Lassen Sie sich impfen zum Schutz für uns alle!“

Der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, Johann Eitzenberger, schließt sich stellvertretend für die bayerischen Feuerwehren dem Appell an und unterstreicht: „Wer sich Impfen lässt, schützt nicht nur sich und andere, sondern trägt damit auch aktiv zum Erhalt der Einsatzbereitschaft bei den Feuerwehren und Rettungsorganisationen bei. Nur wer selbst gesund ist, kann auch anderen jederzeit hilfreich zur Seite stehen.“

Auch das Technische Hilfswerk (THW) schließt sich dem Appell an. Der Landesbeauftragte Dr. Fritz Helge Voß betont: „Gegen Corona hat das THW eine logistische Kraftanstrengung vollbracht, auch im Impfgeschehen. Wichtig ist es, dass nun Impfangebote von uns allen konsequent in Anspruch genommen werden.“

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news-958 Tue, 18 Jan 2022 16:00:00 +0100 „Ich brauche noch ein Löschfahrzeug“ – über gegenseitiges Verständnis beim Nachfordern https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ich-brauche-noch-ein-loeschfahrzeug-ueber-gegenseitiges-verstaendnis-beim-nachfordern.html Michael B. arbeitet in der ILS Coburg und hält seit 2019 u.a. Vorträge zum erfolgreichen Nachfordern. Warum diese Seminare nötig sind und welchen Mehrwert sie bringen, hat er uns im Interview verraten. Hallo Michael! Du hast einen Vortrag erarbeitet für die erfolgreiche Kommunikation zwischen Integrierter Leitstelle (ILS) und Feuerwehr – warum? Was war der ausschlaggebende Grund?

Da gab es verschiedene Punkte. Wir erhalten immer wieder Nachfragen von Feuerwehren, warum der Einsatz so alarmiert wurde und nicht anders. Diese Verständnisnachfragen zeigen, dass teilweise sehr viel Unklarheit über die Vorgaben aus der Alarmierungsbekanntmachung (ABek) sowie die Funktionsweise des Einsatzleitsystems herrscht. Ich selbst war auf einer Infoveranstaltung der Feuerwehrschule mit einem ähnlichen Thema und habe bemerkt, dass der Bedarf nach mehr Information da ist.

Was sind die Schwierigkeiten?

Wir erhalten bspw. Nachforderungen wie „Ich brauche ein weiteres Löschfahrzeug.“, aber das ist zu allgemein formuliert und für die ILS nichtssagend. Denn Löschfahrzeuge gibt es viele und v.a. verschiedene. Die Feuerwehren treiben auch Fragen um wie „Warum sind die alarmiert worden und wir nicht?“. Hinzu kommen Schwierigkeiten in der Kommunikation, weil Begriffe oder Stichwörter nicht korrekt eingesetzt werden. Oder der Unterschied zwischen Stichwort und Schlagwort ist nicht klar.

Wie kann man gegensteuern bzw. das Nachfordern für beide Seiten erfolgreich gestalten?

Das oberste Ziel ist ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Die Disponenten müssen sich in die Feuerwehr hineinversetzen können und umgekehrt. Damit einher geht auch das gegenseitige Informieren: Was tut der jeweils andere? Ein Problem, das diese Missverständnisse ausgelöst hat, war auch die zeitgleiche Einführung der ILS und der geänderten ABek an sich. Früher gab es 7 Alarmstufen für die Feuerwehralarmierung. Mit der neuen Alarmierungsbekanntmachung des Innenministeriums hat sich die Grundfunktionalität ganz anders dargestellt. In Coburg ist die Feuerwehr seit 2010 in die Leitstelle integriert, daher auch der Name. Außerdem wird bedarfsgerecht alarmiert, das bedeutet, dass ich nur ein bestimmtes Fahrzeug einer Feuerwehr alarmiere und nicht die komplette Wehr. Dieser Umbruch von 7 Stufen zu einem neuen System sorgte für viele Unklarheiten. Das will ich alles erklären, um dann eine Basis des Verständnisses zu schaffen.

Das Feedback war ja ganz beachtlich, du hast den Vortrag nicht nur einmal gehalten.

Ich habe dafür auch etwas Werbung gemacht. Zum einen bin ich auf die Inspektionen zugegangen auf oberster Ebene der Landkreis-Feuerwehr, habe den Vortrag vorgestellt und beworben. Anschließend kam es zu Dienstversammlungen und ich konnte dort referieren. Zum anderen hat es sich rumgesprochen, die Feuerwehren kamen auch direkt auf mich zu. In Kronach z. B. bin ich zweimal gewesen zu großen Veranstaltungen mit sämtlichen Stadtteilwehren. Und nicht zuletzt habe ich den Vortrag auch vor Disponenten gehalten, um zu hören, wo dort die Probleme liegen. Ich will auf jeden Fall eine Win-Win-Situation schaffen. Insgesamt waren es 25 Vorträge mit fast 500 Teilnehmern. In Zukunft wird es auch weitergehen, die Anfragen sind da, aber Corona macht es schwierig. Das persönliche Gespräch lässt sich schwer ersetzen in einer Videokonferenz.

Bisher gab es den Vortrag nur in deinem Gebiet – wie bedeutend sind regionale Unterschiede?

Im gesamten Leitstellenbereich, also in den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels war ich bisher. Die Grundfunktionalität ist immer gleich, aber die regionalen Besonderheiten spielen eine große Rolle. Wie viele Geräte, Fahrzeuge etc. gibt es, wo stehen sie usw.

Spürt man in deinem Leitstellenbereich die Verbesserung?

Wir haben es an verschiedenen Stellen gemerkt. Dem Feedback der Disponenten zufolge hat es zu Verbesserungen geführt. Manche Kreisverwaltungsbehörden haben sogar verschiedene Planungen neu überdacht. Die Feuerwehren waren durchweg begeistert. Sie haben viele Sachen erfahren, die ihnen grundsätzlich neu waren. Im Landkreis Coburg wurden sogar Taschenkarten für Führungskräfte zu diesem Thema aufgelegt.

Wie geht es in 2022 weiter, gibt es schon Termine bzw. hältst du den Vortrag auch digital?

Termine gibt es noch nicht. Digital möchte ich den Vortrag eher ungern halten, weil dann eine wichtige Säule fehlt: persönlich ins Gespräch kommen, auch nach der Veranstaltung. Dieser Kontakt ist mir unheimlich wichtig. Die blanke Information könnte ich sicher digital transportieren, aber ich will nicht belehrend auftreten, sondern beide Seiten zusammenbringen.

Wie lange dauert der Vortrag und an wen richtet er sich?

Mein Vortrag richtet sich an alle, die mit den Integrierten Leitstellen zusammenarbeiten, von Rettungsdienst bis Feuerwehr. Er dauert circa 2 Stunden, je nach dem wie viele Rückfragen aufkommen.

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news-956 Mon, 03 Jan 2022 18:20:38 +0100 Lagerhallenbrand fordert mehr als 200 Einsatzkräfte https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/lagerhallenbrand-fordert-mehr-als-200-einsatzkraefte.html Aufgrund eines Lagerhallenbrandes in Schwarzenbach bei Pressath im Landkreis Neustadt an der Waldnaab ist seit ca. 11:45 Uhr ein Großaufgebot an überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften im Einsatz. Rund 50 Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes stellen derzeit die sanitätsdienstliche Absicherung und Verpflegung der Einsatzkräfte sicher. Die Landesbereitschaftsleitung dankt den Einsatzkräften für den kräftezehrenden Einsatz.

Die Einsatzleitung bittet die Bevölkerung in Schwarzenbach Wohnungen und Gebäude nicht zu verlassen und Fenster geschlossen zu halten. Zudem sollen Klimaanlagen und Lüftungsgeräte abgeschaltet werden. Beachten Sie ggf. Rundfunkdurchsagen.

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news-955 Mon, 03 Jan 2022 16:31:42 +0100 Wechsel in der Landesgeschäftsführung: Dr. Elke Frank folgt auf Wolfgang Obermair https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wechsel-in-der-landesgeschaeftsfuehrung-dr-elke-frank-folgt-auf-wolfgang-obermair.html Nach sieben Jahren an der Spitze des Bayerischen Roten Kreuzes verabschiedet sich Wolfgang Obermair als stellvertretender Landesgeschäftsführer in den Ruhestand. „Mit Wolfgang Obermair verlieren wir einen anerkannten Experten der Pflege und sozialen Arbeit, der in gut vier Jahrzehnten seines Berufslebens diese Bereiche wesentlich mitgestaltete“, so Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk.

In einer Nachricht an die Mitarbeitenden des Bayerischen Roten Kreuzes teilte Wolfgang Obermair mit: „In den zurückliegenden sieben Jahren hat mich besonders das Engagement der Führungskräfte und aller Mitarbeitenden beeindruckt.“

Zum 1. Januar 2022 hat Dr. Elke Frank als stellvertretende Landesgeschäftsführerin ihren Dienst beim Bayerischen Roten Kreuz angetreten. Die gebürtige Ulmerin und promovierte Humanbiologin war zuvor als kaufmännische Vorständin im Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München tätig. „Mit Frau Dr. Frank gewinnt das Bayerische Rote Kreuz eine starke Führungspersönlichkeit mit großer Expertise aus allen Facetten des Gesundheitswesens“, so Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. Als aktive Feuerwehrfrau und Rettungssanitäterin, aber auch gelernte  Krankenschwester bringt Dr. Frank zudem ein umfassendes Wissen aus den Einsatzdiensten und dem Wohlfahrtsbereich mit.

„Ich freue mich, mein Wissen, meine Erfahrungen und meine Leidenschaft in dieses wunderbare Bayerische Rote Kreuz einbringen zu dürfen“, so Dr. Elke Frank. „Für das Rote Kreuz an gestaltender Position tätig sein zu dürfen, ist Ehre und Freude zugleich.“

Sie ist die erste Frau in der Landesgeschäftsführung des Bayerischen Roten Kreuzes.

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news-954 Sun, 02 Jan 2022 12:58:12 +0100 19-Jähriger geht mit Machete auf Sanitäterinnen los https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/19-jaehriger-geht-mit-machete-auf-sanitaeterinnen-los.html Eine Rettungswagen-Besatzung wurde am Sonntag gegen 3:30 Uhr zu einem internistischen Notfall nach Hohenfels, Landkreis Neumarkt i. d. Oberpfalz, alarmiert. Ein nach aktuellem Kenntnisstand alkoholisierter 19-Jähriger wurde dabei durch das Rettungsdienst-Personal behandelt. Nach mehrminütiger Behandlung, gegen 4:00 Uhr, spitzte sich die Situation zu, der Patient griff zu einer Machete, ging auf das Personal los und drohte, sie umzubringen.

Die zwei Mitarbeiterinnen des Bayerischen Roten Kreuzes reagierten höchst professionell, hinterließen das medizinische Equipment, flüchteten umgehend aus der Wohnung, verschanzten sich im Rettungswagen und forderten die Polizei nach.

„Die vorbildliche und professionelle Reaktion der beiden Mitarbeiterinnen hat ihnen das Leben gerettet“, so Präsidentin Angelika Schorer am Sonntagmittag. „Ein Angriff auf Rettungskräfte ist inakzeptabel und ein Angriff auf die Gesellschaft. Ich danke der Polizei für das schnelle Eingreifen.“

Das medizinische Equipment des Rettungsdienstes wurde im Laufe des Einsatzes durch das Fenster nach Außen geworfen und beschädigte dabei schwer.

Das Bayerische Rote Kreuz wird die Mitarbeiterinnen in der Nachbereitung und Verarbeitung dieses Einsatzes umfassend unterstützen und begleiten.

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news-953 Sat, 01 Jan 2022 12:18:03 +0100 Ruhige Silvesternacht für den Rettungsdienst https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ruhige-silvesternacht-fuer-den-rettungsdienst.html Rund 1350 Mal sind die Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes am vergangenen Abend, in der Silvesternacht und am Neujahrsmorgen ausgerückt. Dabei wurden ab Mitternacht rd. 40 % mehr Einsätze als im Vorjahr (2020 auf 2021) abgearbeitet. Während im Vorjahr (31.12.2020 18:00 Uhr bis 01.01.2021 6:00 Uhr) die Einsätze um etwa 30 % zurückgegangen waren, reduzierten sich die Einsätze mit Blick auf die Jahre vor der Pandemie nur noch um 14 %. Es kam zu wieder mehr Einsätzen als im Vorjahr, aber immer noch deutlich weniger als zum Jahreswechsel 2019/2020.

„Wir befinden uns unter dem Durchschnitt der Vor-Pandemiezeit, dennoch ist – anders als im Vorjahr – die Einsatzauslastung nach Mitternacht deutlich gestiegen“, bilanziert Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. „Es zeigt sich aber auch, dass der Großteil der Gesellschaft solidarisch dazu beigetragen hat, dass das ohnehin angespannte Gesundheitssystem nicht zusätzlich belastet werden musste.“

Normalerweise ist die Silvesternacht ein besonders fordernder Dienst für die Mitarbeitenden des Rettungsdienstes und in den Integrierten Leitstellen. „Ab Mitternacht überschlagen sich förmlich die Notrufe und Einsätze“, so Stärk. „Diese verhältnismäßig ruhige Nacht wird dem Ernst der Lage gerecht – auch in diesem Jahr wird das Bayerische Rote Kreuz all seine Kräfte bündeln, um die Pandemie wirkungsvoll zu bekämpfen.“ 
 

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news-952 Wed, 22 Dec 2021 11:03:05 +0100 BRK-Präsidentin warnt vor Zuspitzung des Infektionsgeschehens https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-praesidentin-warnt-vor-zuspitzung-des-infektionsgeschehens.html Anlässlich der bevorstehenden Feiertage warnt die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer, vor einer Zuspitzung des Infektionsgeschehens durch Familienfeste und weitere Begegnungen. Das flächendeckende Netz an kostenfreien Testangeboten im Freistaat soll daher in Anspruch genommen werden, um ein sicheres Weihnachtsfest im Kreise der Angehörigen und Lieben verbringen zu können. „Tests vorm Fest können dabei ein spürbares Mehr an Sicherheit bieten“, so die neu gewählte BRK-Präsidentin.

Seit fast zwei Jahren befindet sich das Bayerische Rote Kreuz mit seinen Ehren- und Hauptamtlichen im Dauereinsatz im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. „Diese Menschen sind zentrale Pfeiler unserer Gesellschaft. Ihnen gebührt Solidarität und Dank“, so Schorer. „In ganz Bayern, egal ob in Franken, Oberbayern, Oberpfalz, Niederbayern oder Schwaben, auf dem Land oder in den Städten – sie sind immer zur Stelle und helfen, wo sie können.“

Nicht nur im Freistaat Bayern hat das Bayerische Rote Kreuz Hilfe geleistet: „Nach der Flutkatastrophe sind sie ins Ahrtal gefahren und haben nicht nur Hilfe, sondern auch Hoffnung und Trost gespendet“, so Schorer weiter. „Sie geben der Mitmenschlichkeit, der Solidarität und der Hilfsbereitschaft ein Gesicht. Sie packen an, wann immer es nötig ist. Und nicht zuletzt: Sie zeigen Durchhaltevermögen und gehen über die Belastungsgrenze hinaus. Das ist in keiner Weise selbstverständlich und verdient großen Respekt.“

Auch während der Weihnachtsfeiertage kann sich Bayern auf das Bayerische Rote Kreuz verlassen. In den Test- und Impfzentren, aber auch in der Pflege, im Rettungsdienst, in den Integrierten Leitstellen und in den Tafeln: „Das Rote Kreuz ist zur Stelle und hilft“, so Schorer.

Gerade die Testzentren erleben in diesen Tagen einen nie dagewesenen Ansturm, so haben sich die täglichen Testungen in den letzten fünf Wochen um das Neunfache erhöht. „Das ist ein gutes und wichtiges Zeichen – und ein Beitrag eines Jeden im Kampf gegen die Pandemie“, so Schorer abschließend.

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news-949 Wed, 15 Dec 2021 07:00:00 +0100 Digitalisierung in Kitas – diese Angebote erwarten euch in 2022 https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/digitalisierung-in-kitas-diese-angebote-erwarten-euch-in-2022.html Das nächste Jahr steht in den Startlöchern, Zeit für einen ganz konkreten Blick in die Zukunft im Bereich Kitas. Die Fachtage Digitalisierung wurden sehr gut angenommen, der Bedarf nach Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung ist nach wie vor hoch. Für 2022 ist eine Austauschrunde zum Thema Digitalisierung in der Kita geplant sowie zwei Fortbildungen. Daniela Pätzel, Referentin Kindertageseinrichtungen und Organisatorin der Fachtage, zeigt sich überaus zufrieden mit der Resonanz nach den digitalen Fachtagen, wir berichteten im Vorfeld darüber. Insgesamt nahmen ca. 50 Personen teil, aus Kreisverbänden im ganzen Freistaat – von Erding bis Bayreuth.

„Ich habe an allen drei Tagen viel mitnehmen und aufnehmen können! Schön, neue Ansprechpartner kennengelernt und dazugewonnen zu haben.“ – Teilnehmer*in

„Tolle Ideen, was man alles machen kann.“ – Teilnehmer*in

„Sehr gut organisiert. (…) Sehr gute Referentinnen und Fachbeiträge. Sehr informativ und hilfreich.“ – Teilnehmer*in

7 Referent*innen führten die Teilnehmer*innen an 3 Tagen durch viele Themen zur Digitalisierung in Kitas. Es referierten sowohl Einrichtungsleitungen aus BRK- und DRK-Kitas als auch Referent*innen vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis München, dem DRK-Kompetenzzentrum, aus einer Konsultationseinrichtung für digitale Medien in Rheinland-Pfalz oder aus dem Verein für Sprache und Kommunikation Leipzig.

„Die Fachtage wurden sehr gut angenommen. Wir konnten einen Kreisverband-übergreifenden Austausch ermöglichen, der den Teilnehmern besonders weitergeholfen hat. Danach habe ich so viel positives Feedback bekommen – der Bedarf ist hoch“, freut sich Daniela Pätzel.

Nicht nur per Feedback-Abfrage kam Lob, auch in anschließenden Telefonaten wurde der Ruf nach Wiederholung und Austauschrunden laut.

„Gerne wieder. Werde mich sehr über weitere Online Schulungen freuen.“ – Teilnehmer*in

„Danke für die Möglichkeit an diesem Fachtag teilzunehmen. Eine gute Idee, welche sehr zeitgemäß ist. Danke für die vorbildliche Organisation und Durchführung.“ – Teilnehmer*in

Aus diesem Grund wird es 2022 eine solche Austauschrunde geben, digital versteht sich. „Wie bewältigen andere Kitas bestimmte Probleme, was sind Best Practice Beispiele? Diesen Themen wollen wir eine Bühne bieten, dafür ist ein zwangloser Austausch super“, so Daniela Pätzel.

Darüber hinaus wird es in 2022 zwei Fortbildungen geben, ebenfalls digital. „Digital genial – Leitungsaufgaben zukunftsorientiert wahrnehmen“ wird sich mit Themen auf Leitungsebene befassen, z. B. wie Besprechungen digital organisiert werden können. „Digitale Medien mit Konzept – Medienpädagogik in der Kita“ befasst sich mit allem rund um die Medienpädagogik für die Kinder in unseren Einrichtungen.

Sobald die Daten feststehen, erfahrt ihr es hier – wir halten euch auf dem Laufenden! Für weitere Fragen könnt ihr euch gerne an Daniela Pätzel (paetzel(at)lgst.brk.de) wenden.

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news-951 Mon, 13 Dec 2021 11:53:14 +0100 Ministerpräsident empfängt designierte BRK-Präsidentin https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ministerpraesident-empfaengt-designierte-brk-praesidentin.html Kaum eine Woche nach ihrer Wahl zur Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes wurde Angelika Schorer gemeinsam mit Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk vom Bayerischen Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei empfangen. Söder gratulierte der neu gewählten Präsidentin herzlich zur Wahl an die Spitze des Bayerischen Roten Kreuzes und wünschte ihr viel Erfolg in diesem wichtigen Amt. Er freue sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Beide waren sich einig, dass die gute Zusammenarbeit in der Novellierung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes nun ein Maßstab sein könne für eine Novellierung des Katastrophenschutzgesetzes. „Unsere Erfahrungen aus der Coronavirus-Pandemie und den Hochwasser-Ereignissen bringen wir dabei sehr gerne ein“, so die designierte Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer.

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news-950 Sun, 12 Dec 2021 20:18:03 +0100 Wahlen vollständig abgeschlossen https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wahlen-vollstaendig-abgeschlossen.html Der zweite und letzte Wahlgang der 40. Landesversammlung des Bayerischen Roten Kreuzes wurde am Sonntagabend erfolgreich abgeschlossen und die Versammlung formell beendet. Im Rahmen der 40. Landesversammlung fanden Neuwahlen für die ehrenamtliche Spitze des Bayerischen Roten Kreuzes statt, dabei wurde das Präsidenten- und Vizepräsidentenamt und weitere Ämter des Landesvorstandes neugewählt. Hierzu wurden im Rahmen von zwei Wahlgängen (am 5.12. und 12.12.) im gesamten Freistaat jeweils 23 Wahlurnen aufgestellt und mehr als 380 Delegierte des Bayerischen Roten Kreuzes machten von Ihrem Wahlrecht Gebrauch.
 
Während bereits am 5. Dezember unter anderem Angelika Schorer, MdL, zur Präsidentin, Dr. Florian Meier zum Landesarzt und Hans-Frieder Bauer zum Landesschatzmeister des Bayerischen Roten Kreuzes gewählt wurden, folgten heute die Ämter der beiden Vizepräsidenten, der stellvertretenden Landesärzte und der weiteren (Ersatz-)Mitglieder des Landeshaushaltsausschusses. 

Als erste Vizepräsidentin wurde die amtierende Vizepräsidentin Brigitte Meyer in ihrem Amt bestätigt. Zum zweiten Vizepräsidenten wurde Andreas Krahl, MdL, gewählt. Dr. Maximilian Kippnich und Dr. Erwin Ging wurden als stv. Landesärzte gewählt. Dr. Paul Wengert wurde mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden des Landesschiedsgerichts gewählt. Sonja Hieber, Manfred Bernecker, Alexander Becker und Sandro Galitzdörfer wurden als weitere Mitglieder des Haushaltsausschusses gewählt. Als Ersatzmitglieder des Haushaltsausschusses wurden Simone Bernhard-Schwarz, Michael Schwarz und Andreas Schäfer gewählt.

Der neugewählte Landesvorstand wird sich am kommenden Donnerstag, den 16.12.2021, in München konstituieren. Ab dann ist der neue Landesvorstand formell im Amt. 

Am Sonntag, den 12.12.2021, um 19:00 Uhr wurde die 40. Landesversammlung durch den Wahlleiter Karl-Heinz Demenat formell beendet. 

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news-948 Fri, 10 Dec 2021 07:00:00 +0100 Unbemannte Rettung von oben https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/unbemannte-rettung-von-oben.html Drohnen suchen nach Vermissten, transportieren lebensnotwendige Medikamente oder werfen Notfallsets per Fallschirm in unzugängliche Katastrophengebiete ab. Welche Szenarien bei Rettungsoperationen sind noch denkbar? Das verraten uns Uwe Kippnich und Florian Bußhardt aus BRK Sicherheitsforschung. Visionäre der Luftrettung

Drohnen sind bayernweit erfolgreich beim Bayerischen Roten Kreuz im Einsatz - bei den drei Gemeinschaften - Bergwacht, Wasserwacht, Bereitschaft. Sie helfen bei der Suche nach Vermissten, nach versunkenen Autos, bei der Lagebilderstellung nach Hauseinstürzen oder Busunglücken. "Die Anwendungsfälle für Drohnen sind fast unendlich, durch die rasend schnelle Entwicklung fähigerer und kostengünstigerer Drohnen sind Drohnen das neue Glied in der Rettungskette", so Uwe Kippnich, Koordinator der Sicherheitsforschung in der Abteilung Rettungsdienst der BRK Landesgeschäftsstelle.

Schneller, weiter, stärker: Der Rettungsdienst der Zukunft

Wir wagen einen Blick in die Zukunft: Eines der Projekte, bei dem Drohen den Bevölkerungsschutz verstärken sollen, ist Larus PRO - gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Bis Sommer 2023 sollen die schnellen Langstreckendrohnen mit starren Flügeln zur Lageerkundung bei Hochwasser und bei Naturkatastrophen im Bayerischen Roten Kreuz zum Einsatz kommen.

Was sind Starrflüglerdrohnen?

Starrflüglerdrohnen sehen aus wie Flugzeuge, haben zwei Flügel sowie einen oder mehrere Propeller und können elektrisch oder benizbetrieben sein. Die Larus-PRO-Drohne hat ein maximales Abfluggewicht von 25 kg und kann 160 km/h schnell fliegen. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 100 km/h kann sie sieben Stunden in der Luft bleiben.

Florian Bußhardt ist MItarbeiter der Sicherheitsforschung und ist zuständig für Larus PRO. Er tüftelt gerade in einem Expertengremium daran, ein Kollissionsvermeidungssystem zu entwickeln, damit die Drohnen im Luftraum auch von anderen Teilnehmern gesehen werden. Zudem soll die Nutzlast und die Flugzeit der Drohnen erhöht werden und spezielle Notfall-Kits entwickelt werden, mit denen sich die Patienten selbst erstversorgen können. "Die Notfall-Sets werden per Fallschirm zu verunglückten Personen abgeworfen, sie sind beleuchtet und mit Lautsprechern ausgestattet, damit akustische Signale die Rettungskräfte am Boden zur Abwurfstelle leiten", sagt Florian Bußhardt.

Die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 im Ahrtal wäre ein klassischer Anwendungsfall für die Larus PRO Drohnen gewesen. "Unser Erkundungsteam war in Reimerzhoven unterwegs, dorthin war zu dem Zeitpunkt tagelang noch niemand vorgedrungen. Die Drohne hätte dort solche Notfall-Sets abwerfen können, alleine Einmalschlafsäcke wären dort für die Menschen hilfreich gewesen", sagt Uwe Kippnich.

Nicht bei Patienten, sondern vor Kliniken landen die Drohnen im Projekt MedInTime: Sie sollen innerhalb kürzester Zeit Spezialmedikamente von der Zentralapotheke in abgelegene Krankenhäuser fliegen und Vorhaltekosten senken. Denn einige Medikamente, wie beispielsweise manche Gegengifte sind sehr kostspielig und werden selten gebraucht - dann aber schnell.

Kollisionsgefahr im öffentlichen Luftraum

Drohnen bringen aber auch große Herausforderungen mit sich: Sie teilen sich den Luftraum mit Flugzeugen und Hubschraubern, und können mit diesen Luftfahrzeugen auch kollidieren. Deshalb müssen die luftrechtlichen Vorschriften mit Sicherheitshinweisen auch von den Drohnenpiloten eingehalten werden, und es braucht dafür geeignete Sensorik an der Drohne selbst. "Rettungsfahrzeuge haben eine neunmal höheres Unfallrisiko, genauso ist es bei Drohnen - wir brauchen deshalb saubere Gefährdungsanalysen", sagt Kippnich.

Künstliche Intelligenz, 3D-Simulationen und Drohnenschwärme

Eine Drohne kommt selten allein: Swarm Drones, mehrere Drohnen, die miteinander vernetzt sind, sollen in Zukunft große Flächen im Schwarm erkunden und erstellen 3D-Simulationen der Einsatzorte. Und es wird noch innovativer: Das Team Sicherheitsforschung des Bayerischen Roten Kreuz arbeitet in Expertengremien an internationalen Projekten wie beispielsweise CURSOR. Es geht dabei um große Drohnen, die kleine Roboter oder Bodenradargeräte transportieren. Die wiederum suchen automatisch das Einsatzgebiet ab. 

Unser Fazit: Die aktuellen Projekte zeigen, dass Drohnen die Rettungsarbeit in vielen Bereichen verbessern können. Was für viele wie Science Fiction klingt, ist längst auf den Schreibtischen der Sicherheitsforschung gelandet.

Weitere Infos findet Ihr auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Eure Ansprechpartner*innen des Teams Sicherheitsforschung / Rettungsdienst:

Uwe Kippnich: kippnich(at)lgst.brk.de

Michaela Selzer: selzer(at)lgst.brk.de

Florian Bußhardt: Busshardt(at)lgst.brk.de

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news-947 Wed, 08 Dec 2021 11:04:51 +0100 Novelle stärkt Ehrenamt im Rettungsdienst https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/novelle-staerkt-ehrenamt-im-rettungsdienst-1.html Zur Stunde wird im Bayerischen Landtag die Novelle des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes in erster Lesung behandelt. Das Bayerische Rote Kreuz begrüßt diese Novelle ausdrücklich. "Der Gesetzesentwurf ist ein Riesenschritt nach vorne. Die Herausnahme des Rettungsdienstes aus dem Vergaberecht ist ein wichtiges Signal", so der amtierende Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes, Theo Zellner. "Unsere Kernforderungen haben im Wesentlichen Berücksichtigung gefunden und sind im Sinne eines fortschrittlichen und modernen Rettungsdienstes in den Gesetzesentwurf eingeflossen."

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass der Rettungsdienst als Teil der gesundheitlichen Gefahrenabwehr gesehen und die Bereichsausnahme im Sinne des Urteils des Europäischen Gerichtshofs zur Anwendung kommt. Darüber hinaus sind die Sicherung der Einbindung und Vernetzung des Ehrenamts, die Einführung des Telenotarztes und des Notfallregisters wichtige Schritte in Richtung eines noch moderneren Rettungsdienstes. 

Abschließend zeigt sich BRK-Präsident Theo Zellner zufrieden: "Es freut mich, dass sich auch dieses Thema auf der Zielgeraden befindet und noch in meiner Amtszeit zum Abschluss kommt."

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news-945 Sun, 05 Dec 2021 21:58:14 +0100 Angelika Schorer zur Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes gewählt https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/angelika-schorer-zur-praesidentin-des-bayerischen-roten-kreuzes-gewaehlt.html Im Rahmen der 40. Landesversammlung fanden Neuwahlen für die ehrenamtliche Spitze des Bayerischen Roten Kreuzes statt, dabei wurde das Präsidenten- und Vizepräsidentenamt und weitere Ämter des Landesvorstandes neu gewählt. Hierzu wurden im gesamten Freistaat Bayern 23 Wahlurnen aufgestellt und 378 Delegierte des Bayerischen Roten Kreuzes machten von Ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Dabei wurde mit 197 von 378 Stimmen Angelika Schorer, MdL, zur Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes gewählt. „Ich danke für das entgegengebrachte Vertrauen“, so die designierte Präsidentin Angelika Schorer, MdL, am Sonntagabend. „Ich sehe es als meinen Auftrag, auch diejenigen, deren Stimme ich nicht gewinnen konnte, zu überzeugen. Mein Ziel ist es, den Verband zusammenzuführen. Ich bitte die Delegierten um die Chance, gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft anzugehen.“

Präsident Theo Zellner gratulierte Angelika Schorer und wünschte ihr viel Erfolg im Amt.

 

Die weiteren Ämter werden wie folgt besetzt:

Amt Name Gültige Stimmen
Landesarzt Dr. Florian Meier 284
Landesschatzmeister Hans-Frieder Bauer 365
Stv. Landesschatzmeister Prof. Dr. Peter Bradl 360
2. stv. Landesschatzmeister Prof. Dr. Johannes-Jörg Riegler 331
Landesjustiziar Prof. Dr. Günther Schalk 221
Stv. Vorsitzender Landesschiedsgericht Marc Faust 364

Am nächsten Sonntag, den 12.12.2021, erfolgt ein zweiter Urnenwahlgang. Hierbei werden die Vizepräsidenten und die stv. Landesärzte gewählt. Zudem werden ein Vorsitzender des Landesschiedsgerichts und weitere Mitglieder und Ersatzmitglieder für den Haushaltsausschuss zur Wahl stehen. Formell bleibt der BRK-Präsident Theo Zellner so lange im Amt, bis der neue Landesvorstand sich konstituiert hat. Dies ist erst dann möglich, wenn alle Ämter im Landesvorstand gewählt sind.

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news-944 Sat, 04 Dec 2021 10:57:00 +0100 40. Landesversammlung des BRK: BRK-Präsident Theo Zellner tritt ab https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/40-landesversammlung-des-brk-brk-praesident-theo-zellner-tritt-ab.html Nach acht Jahren im Amt als Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes ist BRK-Präsident Theo Zellner auf der heutigen 40. Landesversammlung des Bayerischen Roten Kreuzes nicht erneut als Präsident angetreten. Auch Landtagspräsidentin und BRK-Botschafterin Ilse Aigner, DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt, Staatsminister Joachim Herrmann und Staatsminister Klaus Holetschek nahmen an der 40. Landesversammlung teil und sprachen zu den Delegierten. Theo Zellner, 72 Jahre und am 7. Dezember 2013 in Altötting als Nachfolger von Prinzessin Christa von Thurn und Taxis zum Präsidenten des BRK gewählt, ist entschlossen: „Das ist ein Alter, in dem man loslassen kann. Ich habe dieses Amt gerne und aus persönlicher Überzeugung ausgefüllt.“

In seiner Amtszeit erlebte Zellner viele Krisen und Katastrophen, so zum Beispiel die Flüchtlingssituation im Jahr 2015: „Es haben sich Bilder eingeprägt, die mich bis heute bewegen. Wir lernten, dass Hilfe endlich ist und uns die große Zahl Hilfsbedürftiger an Grenzen hat stoßen lassen.“

Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die seit März 2020 Botschafterin des BRK ist, würdigte den Einsatz der vielen Ehren- und Hauptamtlichen während der Flutkatastrophe: „Die Welle der Solidarität war größer als die Flut. Sie stehen für gelebte Nächstenliebe und das Miteinander in unserer Bevölkerung.“

„Das Bayerische Rote Kreuz ist eine geballte gesellschaftliche Kraft, ein starker und verlässlicher Partner und ein unverzichtbarer Wohlfahrtsverband“, so Staatsminister Herrmann.

Die nach wie vor andauernde Pandemie fordert das BRK auf besondere Weise: „Als Bayerisches Rotes Kreuz sind wir es gewohnt, in den schwierigsten Zeiten Höchstleistungen zu erbringen. Doch diese Einsatzlagen sind normalerweise nach wenigen Stunden oder Tagen abgearbeitet, werden umfassend nachbesprochen und dann verarbeitet. Doch diese Pandemie nimmt kein Ende – und nagt an unserer Substanz“, so Zellner. „Wir werden aus diesem ständigen Wellenritt nicht rauskommen, ohne eine höhere Impfquote zu erreichen. Impfen ist Bürgerpflicht und ein solidarischer Akt. Die Schließung der Impfzentren Ende September war ein Fehler vor dem ich mit Nachdruck gewarnt hatte.“ Bereits kurze Zeit später mussten die Impfzentren wieder hochgefahren und neues Personal gesucht werden.  

BRK-Präsident Theo Zellner verabschiedete sich auf der 40. Landesversammlung, die pandemiebedingt hybrid stattfinden musste, bei den über 400 zugeschalteten Delegierten aus ganz Bayern: „Bringen Sie sich weiterhin in diesen wunderbaren Verband ein und bitte bleiben Sie weiterhin so engagiert und motiviert, trotz oder gerade wegen der Herausforderungen!“

Aufgrund des wertvollen Dienstes als BRK-Präsident kündigte Landtagspräsidentin Ilse Aigner an, Theo Zellner den bayerischen Verfassungsorden zu verleihen. „Wenn du heute von der Brücke des BRK gehst, hast du das Bayerische Rote Kreuz in eine gute und soldie Zukunft geführt“, so Ilse Aigner in ihrer Laudatio. Staatsminister Herrmann: „Du hast ein bestens bestelltes Feld hinterlassen, dafür meinen herzlichen Dank.“

Staatsminister Holetschek verlieh Zellner die Staatsmedaille Gesundheit und Pflege des Freistaats Bayern. „Ich bin mir sehr sicher, dass Theo Zellner diese Auszeichnung stellvertretend für die vielen helfenden Hände des BRK annehmen wird“, so Holetschek. „Ich verleihe ihm diese Auszeichnung auch im Auftrag der Menschen in Bayern, die sich auch in der Pandemie der vergangenen 18 Monaten und heute auf das Bayerische Rote Kreuz und seine zupackenden Kräfte stets zu 100 % haben verlassen können. Impfen in der Pandemie ist und war ohne das BRK undenkbar. Und auch morgen werden wir auf diese Stärke vertrauen – Boosterimpfungen, Impfungen für unsere Kleinsten und die allgemeine Impflicht, wenn sie kommt, werden uns wieder eng an der Seite des BRK sehen. Und das, um gemeinsam zu gewinnen!“

Zellner wird sich weiterhin als Kreisvorsitzender im BRK-Kreisverband Cham einbringen. „Hier stehen in nächster Zeit spannende Projekt an, auf die ich mich sehr freue“, so Theo Zellner. „Langeweile ist ein Zustand, der in meinem Leben keinen Platz hat.“

Die Neuwahlen des Landesvorstands finden am Sonntag, den 5. Dezember 2021, im Rahmen eines Urnenwahlverfahrens an 23 Standorten in Bayern statt. Folgende Kandidat*innen stehen zur Wahl:

  • Präsident*in: Dr. Holger Krems / Angelika Schorer, MdL
  • Vizepräsident*in: Andreas Krahl, MdL / Brigitte Meyer / Dr. Paul Wengert
  • Landesarzt/-ärztin: Dr. Florian Meier / Prof. Dr. Peter Sefrin
  • Stv. Landesarzt/-ärztin: Dr. Erwin Ging / Dr. Ulrich Hölzenbein / Dr. Maximilian Kippnich
  • Landesschatzmeister*in: Hans-Frieder Bauer
  • Stv. Landesschatzmeister*in: Prof. Dr. Peter Bradl / Prof. Dr. Johannes-Jörg Riegler
  • Justiziar*in: Michael Neuhierl / Prof. Dr. Günther Schalk
  • Vorsitzende*r Landesschiedsgericht: N. N.
  • Stv. Vorsitzende*r Landesschiedgericht: Marc Faust
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news-942 Thu, 25 Nov 2021 15:30:00 +0100 „Wir lassen keinen Patienten draußen liegen“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wir-lassen-keinen-patienten-draussen-liegen.html Als Schichtführerin in der Integrierten Leitstelle Schweinfurt ist Carina Barthel neben der Disposition und Notrufabfrage unter anderem für einen reibungslosen Ablauf des allgemeinen Dienstbetriebs zuständig. Von einem konstant hohen Arbeitslevel und den Problemen des großen Ganzen, die weit über die Corona-Pandemie hinausgehen. Was sind Ihre Aufgaben als Schichtführerin?

Die Aufgaben des Schichtführers sind vielschichtig. Allgemein kann man sagen, dass ich für sehr viele Unterstützungsprozesse zuständig bin, die einen reibungslosen Ablauf des Dienstbetriebs garantieren. Wir arbeiten in der Leitstelle im Team, jeder hat seine Aufgabe. Da die Disponenten mit ihren spezifischen Aufgaben (z.B. Disposition der Notfallrettung) bereits sehr stark gefordert sind, ist es eine der Aufgaben des Schichtführers, die Kollegen bei Problemstellungen zu unterstützen, die über das normale Maß hinausgehen, d.h. beispielsweise bei sehr problematischen Bettenabklärungen für Patienten.

Zu meine Aufgaben zählen in der Leitstelle Schweinfurt aber auch die Notrufannahme und eine zunehmende Zahl an Verwaltungsaufgaben, zu manchen Zeiten auch die Disposition von Feuerwehr und Rettungsdienst.

Wir stellen uns Ihren Arbeitsalltag in der Leitstelle aktuell ziemlich intensiv vor. Was ist aktuell am schwierigsten für Sie?

Grundsätzlich ist aktuell jeder Prozess in der Leitstelle stark von der Corona-Pandemie beeinflusst. Das beginnt bei der Annahme von Notrufen über den Mehraufwand bei der Klärung von Intensivbetten bis hin zur gesteigerten Kommunikation mit Organisationen, Verwaltungen und Katastrophenschutzbehörden. Wir spüren eine deutliche Steigerung der Arbeitsintensität, benötigen mehr Zeit für die einzelnen Arbeitsschritte. Das ist in der Summe ein nicht unerheblicher Mehraufwand. Diese Steigerung nimmt auch nicht ab oder geht mit Pausen einher. Wir erleben ein durchweg hohes Level an Arbeitsintensität.

Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem ein Bett schwer zu ergattern war und der Patient es dringend nötig hatte?

Aktuell kommt das fast täglich vor. Besonders schwierig war es vergangene Woche mit einem COVID-Patienten mit Atemnot. Ich war 25 Minuten beschäftigt, um ein Bett zu bekommen – normalerweise bindet dies einen Mitarbeiter nur ein paar Minuten. Der Rettungsdienst musste den Patienten dann in ein weiter entferntes Krankenhaus transportieren. Für mich war die Phase der Bettensuche sehr belastend, denn ich wusste, die Kollegen des Rettungsdienstes stehen vor Ort mit einem kritischen Patienten und können die Einsatzstelle nicht verlassen, weil kein Krankenhaus anfahrbar ist.

Lange kann das so nicht weitergehen, wie lange denken Sie, dauert es bis zum Kollaps des Systems?

Ich hoffe, dass sich ein vollständiger Kollaps noch vermeiden lässt. Über den Zeitpunkt oder das Ausmaß kann ich keine Aussage treffen.

Was machen Sie mit Patienten, die Corona, einen Schlaganfall oder bspw. Herzinfarkt haben? Wenn eine Abverlegung oder Weitertransport in entfernte Kliniken auch keine Option mehr ist?

Das ist immer eine schwierige Situation. Aber wir - die Leitstelle und der Rettungsdienst - können keinen Patienten „draußen“ liegen lassen. Ich kann am Telefon nicht sagen „Das geht nicht“ oder „es kommt niemand“. In letzter Konsequenz führt dies zu einer Notfallbelegung im nächsten Krankenhaus, teilweise mit Minimalversorgung und dann zu einer möglichen Weiterverlegung. Aber das Problem wird letztlich nur von der Straße in die Kliniken verlagert. Dann ist vielleicht irgendwann einmal ein Punkt erreicht, an dem die Verantwortlichen in der Klinik eine Triage der Patienten vornehmen müssen. Im schlimmsten Fall kann es zum Tod eines Patienten kommen, weil das Intensivbett nicht verfügbar war.

Reichen die neuen Corona-Maßnahmen der Politik?

Dieses Thema wird aus meiner Sicht aktuell schon zu Genüge diskutiert. Was aber nicht ausreichend thematisiert wird, ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie der Personalmangel in Gesundheits- und Pflegeberufen. Die Gründe hierfür müssen endlich ernsthaft analysiert und dauerhafte Maßnahmen erarbeitet und dann umgesetzt werden. Man muss das große Ganze sehen, denn die Corona-Pandemie hat Probleme aufgedeckt und noch verstärkt. Viele davon waren schon vorher da – sie wurden nur von zu wenigen gesehen.

Was kann jeder Einzelne dafür tun?

Allgemeine Hygienerichtlinien beachten, Kontakte beschränken, sich impfen und auch testen lassen. Statistiken zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit eines schweren COVID-Verlaufs durch die Impfung deutlich reduziert wird. Landen weniger Menschen mit einem schweren Covid Verlauf auf Intensivstationen, gibt es wieder mehr freie Kapazitäten, um den Einzelnen besser zu behandeln.

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news-943 Thu, 25 Nov 2021 11:00:00 +0100 120 Millionen Euro Förderung für Sanierung der Schwimmbäder https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/120-millionen-euro-foerderung-fuer-sanierung-der-schwimmbaeder.html Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer und der Landesvorsitzende der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber, unterstützen die Kommunen dabei, Schwimmunterricht anzubieten. Thomas Huber, Landesvorsitzender der Wasserwacht-Bayern: „Der Bädererhalt in Bayern ist essenziell für das überlebensnotwendige Schwimmen lernen. Nur mit ausreichend vorhandenen Schwimmbadkapazitäten können Schwimmkurse stattfinden. Die Corona-Pandemie hat eine große Lücke bei der Schwimmfähigkeit der Kinder hinterlassen. Ohne die notwendigen Schwimmflächen, können wir die große Nachfrage an Schwimmkursen nicht bewältigen - unsere Ausbilderinnen und Ausbilder der Wasserwacht-Bayern stehen jedenfalls bereit.“

„Die flächendeckende Versorgung mit Schwimmbädern ist die grundlegende Voraussetzung, dass Kinder und Jugendliche gefahrlos das Schwimmen erlernen können. Insbesondere für kleine und mittlere Kommunen ist es häufig finanziell eine große Herausforderung, ihre Schwimmbäder zu sanieren und zukunftsfähig herzurichten,“ betont Bauministerin Kerstin Schreyer. Der Freistaat stehe dabei jedoch eng an der Seite der Städte und Gemeinden. Die schwierige Situation vieler kommunaler Bäder sei der Bayerischen Staatsregierung bewusst.

Im Sonderprogramm Schwimmbadförderung wurden im Jahr 2019 daher insgesamt 120 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Bäder bereitgestellt. Förderfähig sind alle Bäder, die in keinem anderen staatlichen Programm gefördert werden können und in denen Schulschwimmen oder Schwimmkurse angeboten werden. Das Programm läuft vorerst bis Ende 2024, im laufenden Jahr stehen noch ausreichend Mittel zur Verfügung. Die Bezirksregierungen wickeln das Programm ab und beraten die Kommunen zur Sanierung ihrer Bäder und zur Antragsstellung. Die Förderung beträgt bis zu 55 Prozent der Sanierungskosten von Schwimmbecken, Umkleiden und Technikbereichen, je nach finanzieller Leistungsfähigkeit der jeweiligen Kommune.

Weitere Informationen: www.schwimmbadfoerderung.bayern.de

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news-941 Wed, 24 Nov 2021 14:04:11 +0100 „Ich stehe mit Patienten auf der Straße“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ich-stehe-mit-patienten-auf-der-strasse.html Lothar Ricker ist seit 30 Jahren Notfallsanitäter im Kreisverband Eichstätt und selbst bereits zweimal an Covid-19 erkrankt. Mit uns hat er über knappe Luft, knappe Klinikressourcen und über Politiker gesprochen, die die vierte Welle verschlafen haben. Wir wissen, dass dein Arbeitsalltag zur Zeit sehr intensiv ist. Was ist für dich als Notfallsanitäter am schwierigsten an der aktuellen Situation?

Das schwierigste ist, Patienten überhaupt in der Klinik unterzubringen. Wir müssen bei der Leitstelle momentan für jeden Patienten einzeln anfragen, welche Klinik wir anfahren können. Das sind zum Teil weite Strecken, Einsätze werden deutlich in die Länge gezogen. Wir stehen mit Notfallpatienten am Einsatzort und warten quälend lange Minuten, bis die Kolleg*innen in der Leitstelle endlich einen Platz für uns gefunden haben. Der hohe Hygieneaufwand und das Arbeiten mit FFP2-Maske und manchmal sogar mit Schutzoverall sind zwar notwendig, aber auch für uns eine Zusatzbelastung.

Wenn keine Intensivbetten mehr frei sind, was passiert dann?

Wenn noch kein Notarzt dabei ist, fordern wir diesen nachträglich an. Dann muss ich mich auf eine Klinik, auf eine Richtung festlegen, die ich anfahre. Der Notarzt kommt mir dann entgegen und hat die Möglichkeit, Zwangsbelegungen anzuordnen. Nach einer Zwangsbelegung verlegen wir normalerweise nach ein bis eineinhalb Stunden in eine andere Klinik.

Wie häufig kommt das aktuell vor?

Kommt auf die Notärzte an – aber das passiert gerade täglich.

Wie lange kann die Situation jetzt so weitergehen?

Es gibt jeden Tag Hilferufe aus den unterschiedlichen Wachen, sowohl aus dem Kreisverband, aber auch über die Kreisverbandsgrenzen hinaus. Wir haben aktuell viele Personalausfälle, die auf alle Fälle der Überlastung geschuldet sind. Wie lange das unser Gesundheitssystem noch aushält, will ich nicht vorhersagen.

Was wären deiner Meinung nach jetzt die wichtigsten Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen?

Das Kind ist in den Brunnen gefallen, ich weiß nicht, was wir jetzt noch tun können. Ich bin enttäuscht, wenn ich in den Nachrichten höre, dass Politiker sagen: „Wir hätten nicht gedacht, dass es so kommt.“ Die Mediziner, die Notfallmediziner, das Robert-Koch-Institut haben dieses Szenario alle bereits im Sommer vorhergesagt. Die Politik hat geschlafen, es hat sich nichts geändert an den Arbeitsbedingungen.

Die Politik diskutiert jetzt eine Impfpflicht…

Mein Problem mit der Impfpflicht ist, dass sich das der Entscheidung des Einzelnen entzieht. Dennoch bin ich der Meinung, dass jede und jeder die Konsequenzen der eigenen Entscheidung tragen muss. Ich halte es für dumm, wenn man sich nicht impfen lässt, aber jeder Mensch hat ein Recht auf eigene Dummheit, ein Recht auf eigene Krankheit und mitunter ein Recht auf den eigenen Tod. Hart aber konsequent wäre, dass Menschen, die sich der Impfung verweigern, auf einen Intensivplatz aufgrund einer schweren Covid-Erkrankung verzichten müssten. Es frustriert, wenn ich mit einem Schlaganfallpatienten, einem Herzinfarktpatienten auf der Straße stehe und nicht weiß, wo ich hinsoll, weil die Kliniken überlastet sind.

Was kann aus deiner Sicht jeder Einzelne dafür tun?

Impfen und trotz Impfung die Hygieneregeln beachten. Das heißt: Maske tragen, Abstand halten, unnötige Kontakte reduzieren – auch als Geimpfte. Die Diskussionen darüber, ob die Impfung sinnvoll ist oder nicht ist übrigens auch belastend. Aber ich diskutiere nicht mehr, man kommt an die Pandemieleugner nicht mehr heran. Das geht durch Freundeskreise und Familien, ich kenne das auch aus meiner eigenen.

Du bist selbst zweimal an Corona erkrankt.

Dadurch, dass ich zum ersten Mal im Dezember 2020 erkrankt bin, bin ich mit der Impfung in Verzug gekommen. Das zweite Mal war heftiger, mit therapieresistentem hohem Fieber und starken Schmerzen, mit Belastungs- und Sprechdyspnoe. Als ich gespürt hab, wie mir die Luft knapp wurde, hat mich das darin bestätigt: Man darf nicht aufhören, Covid-19 ernst zu nehmen. Im Sommer wurden viele zu leichtsinnig.

Du bist bereits seit 30 Jahren dabei – wie hat sich deine Arbeit durch die Pandemie verändert?

Wenn man mir vor 30 Jahren gesagt hätte: Lothar, du wirst noch erleben, dass du nicht weißt, wo du mit deinen Patienten hinfahren kannst, du wirst von Kliniken abgewiesen und musst weit fahren, um deine Patienten unterzubringen. Dann hätte ich geantwortet: So etwas gibt’s nur in schlechten Filmen. Ich hätte vor der Pandemie die Zustände, die wir aktuell haben, nicht für möglich gehalten.

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news-940 Tue, 23 Nov 2021 16:50:22 +0100 „Wir haben das Virus nicht mehr im Griff!“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wir-haben-das-virus-nicht-mehr-im-griff.html Christian Siewert ist Disponent in der Integrierten Leitstelle Straubing. Warum er für eine Impfpflicht ist, welcher Einsatz ihn zuletzt massiv betroffen hat und welche Rolle der Nebel spielt. Hallo Christian! Wir stellen uns deinen Arbeitsalltag derzeit sehr stressig vor. Was ist aktuell konkret am schwierigsten für dich als Disponent?

Auf jeden Fall das erhöhte Aufkommen durch mehr Einsätze und die gestiegene Anzahl der COVID-Patienten. Hinzukommt die häufige Abmeldung von Intensivstationen und nicht besetzte Notarztdienste mangels Personals. Das alles bedeutet für uns viel mehr Anrufe, das Personal in der Leitstelle ist mehr und länger gebunden. Wir brauchen viel länger, um geeignete Betten für die Patienten zu finden und müssen lange mit verschiedenen Krankenhäusern sprechen.

Könntest du ein Beispiel nennen, bei dem ein Bett schwer zu ergattern war und der Patient es dringend nötig hatte?

Wir haben immer mehr solcher Beispiele, das kommt fast schon regelmäßig vor. Ich komme mir teilweise wie ein Hausierer vor, muss von Krankenhaus zu Krankenhaus telefonieren, ähnlich wie Maria und Josef bei der Herbergssuche. Es ist fast nichts mehr frei!

Ein Fall hat mich massiv betroffen. Wir hatten einen Corona-Patienten mit akuter Atemnot in einem KTW. Ich musste einen RTW und Notarzt anfordern, aber von beidem war keiner mehr verfügbar. Zusätzlich waren sowohl das nächste als auch das übernächste Krankenhaus abgemeldet, weil sie voll waren. Auch rund um unsere Region waren keine RTWs mehr frei. So eine Ausnahmesituation kommt nicht oft vor, aber sie kommt vor. Der KTW hätte nun 45 km weiterfahren müssen in das nächste freie Krankenhaus, aber ich bin mir nicht sicher, ob der Patient das überstanden hätte. Ich musste eine Notfallbelegung veranlassen, damit der Patient in 3 Minuten im nächstgelegenen Krankenhaus behandelt werden konnte. Ich will mir nicht ausmalen, wie es ausgegangen wäre, wenn ich das nicht gemacht hätte. Das ist ein krasses Beispiel, aber das ist die Realität.

Eine harte Realität derzeit…

Wir müssen von Straubing teilweise Passau oder Regensburg anfahren, weil rundum Betten weg sind. Die langen Fahrzeiten binden auch Kapazitäten und letzte Woche kam noch der Nebel hinzu – dann kann der Hubschrauber nicht fliegen und die Situation wird noch kritischer, weil noch ein Bindeglied wegfällt.

Lange kann das so nicht weitergehen, Schnee und Glätte stehen uns auch bevor. Wie lange denkst du, dauert es bis zum Kollaps des Systems?

Ich würde die jetzige Situation als präkollaptisch bezeichnen. Ich denke, wir sind kurz vorm Kollaps, die Belastung des Systems ist sehr stark spürbar. Wir haben das Virus nicht mehr im Griff! Wir müssen aber in der Leitstelle stringent einen Einsatz nach dem anderen abarbeiten.

Was passiert, wenn eben keine Intensivbetten mehr frei sind und auch keine Notfallbelegung mehr möglich ist?

Wir fahren dann einfach das nächste Krankenhaus an. Im schlimmsten Fall muss der Patient am Gang oder im Schockraum liegen. Bei einer Notfallbelegung gibt’s keinen Widerspruch! Das nächste Krankenhaus führt eine Minimalversorgung durch und dann geht’s mit dem Intensivtransportwagen oder dem Hubschrauber weiter in ein anderes Krankenhaus mit mehr Kapazität. Natürlich schimpfen dabei Ärzte und Aufnahmeschwestern mit uns, die ebenfalls an der Belastungsgrenze arbeiten. „Gibt’s denn nur noch unser Krankenhaus!“ können wir uns dann anhören – aber kritische Patienten müssen schnellstmöglich versorgt werden. Das ist für alle Beteiligten eine sehr schwierige Situation.

Was wären deiner Meinung nach jetzt die wichtigsten Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen? Was ist aus deiner Sicht notwendig?

Ich bin dafür eine Impfpflicht einzuführen, auch aus Solidarität den Geimpften gegenüber. Das Gesundheitssystem kann die hohe Zahl an Infizierten sonst nicht mehr stämmen. Ziviles Personal oder die Bundeswehr, können aus nicht so stark betroffenen Bundesländern zu uns kommen und helfen, z. B. nach Rottal-Inn. Wir sind ins Ahrtal gefahren, um zu helfen, jetzt brauchen wir in Bayern Hilfe. Die Politik muss dafür die Rahmenbedingungen schaffen, das System attraktiver machen und am Laufen halten.

Was kann aus deiner Sicht jeder Einzelne dafür tun?

Sich impfen lassen aus Solidarität. Wir sind eine Solidargemeinschaft und das ist auch gut so. Dass es uns allen gut geht, das ist das wichtigste. Ich bin selbst Familienvater und denke dabei sehr an meine Kinder. Sie sollen auch wieder ihre Freunde treffen können und zu einem normalen Leben zurückfinden.

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news-939 Thu, 18 Nov 2021 16:15:48 +0100 „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wir-stehen-mit-dem-ruecken-an-der-wand.html Dr. Florian Meier ist Notarzt in Miesbach und stellvertretender Landesarzt des Bayerischen Roten Kreuzes. Über die aktuelle Corona-Lage, den möglichen Kollaps kurz vor Weihnachten und was jeder Einzelne von uns jetzt tun kann. Wir stellen uns Ihren Arbeitsalltag derzeit sehr stressig vor. Was ist aktuell konkret am schwierigsten für Sie als Notarzt?

Auf jeden Fall die Bettenproblematik. Intensiv- und Überwachungsbetten sind quasi nicht mehr vorhanden, wir müssen uns in ganz Oberbayern auf die Suche danach machen, wenn wir einen Patienten haben, der ein solches Bett benötigt. Wenn wir dann ein Bett bekommen, müssen wir weite Strecken zurücklegen und verlieren wertvolle Zeit.

Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem ein Bett schwer zu ergattern war und der Patient es dringend nötig hatte?

Erst am Sonntag hatten wir in Hausham einen Herzinfarkt. Das Krankenhaus in Agatharied wäre 5 Minuten entfernt, konnte ihn aber nicht aufnehmen. Wir mussten ihn ins 40 Minuten entfernte Rosenheim bringen, es ging aber zum Glück alles gut. Als Notarzt hätte ich auch die Möglichkeit einer Zwangsbelegung gehabt, d.h. Agatharied hätte ihn aufnehmen müssen, erstversorgt und stabilisiert. Anschließend wäre er dann weiterverlegt worden. Aber da können wir auch Pech haben, wenn das Bett in Rosenheim dann nicht mehr frei ist und wir noch weiter fahren müssen.

Lange kann das so nicht weitergehen, wie lange denken Sie, dauert es bis zum Kollaps des Systems?

Ich denke wir stehen mit Rücken an der Wand. Die aktuelle Bettensuche ist ein Glücksspiel, auch wenn geplante Operationen verschoben werden. Wenn die Zahl der Neuinfektionen weiter steigt, kollabiert das System in 4 Wochen, also kurz vor Weihnachten.

Was passiert dann, wenn eben keine Intensivbetten mehr frei sind? Was machen Sie mit Patienten, die Corona, einen Schlaganfall oder bspw. Herzinfarkt haben? Wenn eine Umverlegung oder Weitertransport in entfernte Kliniken auch keine Option mehr ist?

Dann bleibt als letzte Option die Triage. Der Patient, der die größten Chancen hat, bekommt das Intensivbett. Der Patient, der weniger Chancen hat, bekommt es nicht. Wir werden keinen Patienten zuhause lassen, aber die Überlegungen sind dann, ob der 80-Jährige mit Schlaganfall im Pflegeheim bleibt oder in der Klinik auf dem Gang liegt. Das Problem auf den Intensivstationen sind nicht die Geräte oder Betten, sondern das Personal ist der Knackpunkt.

Was wären Ihrer Meinung nach jetzt die wichtigsten Maßnahmen und Ihre Forderung an die Politik?

Ich will keine Forderungen an Politik stellen. Meine Bitte an die Bevölkerung ist, sich darauf zu besinnen, was wir letztes Jahr getan haben. Kontakte reduzieren, Maske, Abstand. Das war 2020 vorgegeben, jetzt nicht mehr. Ich appelliere aber daran, dass man sich trotzdem daran hält. Keine großen Partys, kostenlose Schnelltests nutzen, auch für diejenigen die geimpft oder genesen sind. Wer noch nicht geimpft ist, sollte das schnell tun, oder sich boostern lassen.  Das sind die Dinge, die wir jetzt brauchen, um das exponentielle Wachstum zu stoppen. Wir können nur an diesen Stellschrauben drehen. Aktuell kann man gerade nichts von der Politik erwarten, jeder muss etwas dafür tun.

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news-938 Wed, 17 Nov 2021 08:41:53 +0100 #blickinszentrum: "Es hätte nicht so weit kommen müssen" https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/blickinszentrum-es-haette-nicht-so-weit-kommen-muessen.html Paul Polyfka ist Kreisgeschäftsführer beim BRK Kreisverband Dachau und musste Ende September sein Impfzentrum schließen und Anfang November wiedereröffnen. Mit uns spricht er über abgewiesene Impfwillige, erschöpfte Mitarbeiter*innen - und wie die mobilen Impfteams an ihre Grenzen stoßen. Paul, du hast Mitte Oktober gesagt, dass wir durch die Schließung der Impfzentren nicht auf den Worst Case vorbereitet sind. Jetzt stehen wir mitten in der vierten Welle.

Das Orakel von Dachau, ja. Scheinbar hab ich ein Talent dafür, dass es dann eintrifft. Wenn dann können wir gerne in besseren Zeiten sprechen, wenn es um Lottozahlen oder das Wetter geht, aber zu Krisen, Katastrophen und Versagen des Staates gebe ich keine Prognosen mehr ab. Wir sind jetzt strukturell und emotional an einem Tiefpunkt der Krise angekommen. Ich finde die richtigen Worte nicht, für das, was passiert ist. Es hätte nicht so weit kommen müssen.

Aktuell könnt ihr den nächsten freien Impftermin erst am 30. Dezember anbieten, weil das Impfzentrum fehlt. 

Es ginge schneller, hätten wir das Impfzentrum weiter betrieben. Der Übergangsmonat hätte etwa 70 000 Euro gekostet, ein lächerlicher Betrag, wenn man sich überlegt, was der Preis dieser Pandemie ist. Und jetzt hat man die Struktur zerstört, mit der man schnell wieder impfen hätte können - weil es den Verantwortlichen dieses Geld nicht wert war. 

Wie können wir uns die Situation vorstellen, wo und wie wird gerade geimpft?

Wir haben aktuell zwei, in Zukunft drei Impfteams, die bis zu acht Stunden am Tag impfen. Und zwar weiterhin in der mobilen Variante. Mal im Jugendzentrum, mal im Chorprobenraum einer Gemeinde. Wir nutzen den Rotkreuzplatz, unser ehemaliges Impfzentrum immer freitags, um dort die mobilen Impfteams zusammenzuführen und für die Kreisstadt Dachau das beste Impfangebot zu stellen, das zur Zeit möglich ist. Unsere aktuelle Kapazität von maximal 1300 Impfungen pro Woche reicht nicht aus. Wir mussten 80 Mitarbeiter*innen mit der Schließung gehen lassen, die dieses System mitgetragen haben. Die würden wir jetzt dringend brauchen. 

Ihr musstet Menschen wegschicken, weil Impfstoff und Material vor Ort fehlten. Wie war die Reaktion?

Die Leute glauben, dass trotzdem noch etwas geht. Wenn wir sagen: "Bitte stellen Sie sich nicht mehr an, wir haben nichts mehr", stellen sich die Leute trotzdem an. Der engagierte Sohn einer 85-Jährigen wird emotional, wenn er sich mit ihr am Rollator zwei Stunden durch die Kälte gequält hat, und der Arzt sagt: Tut uns leid, wir haben kein Biontech mehr, wenn Sie wollen, können Sie Moderna haben. Es ist vollkommen ungerechtfertigt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort die Prügel abbekommen. Das sind Kolleginnen und Kollegen, die letztes Jahr ihr Weihnachten geopfert haben, die unzählige Überstunden aufgebaut haben, bis in die Nacht geimpft haben. Da leide ich mit.

Und dabei hattet ihr im Sommer noch ein gut funktionierendes System.

Damals funktionierte es mit Terminvereinbarung, Einlassmanagement und genügend Material. Wir haben nach Sonderimpfaktionen wie am Vatertag geglänzt wie der Iron Man der Avengers in der Pandemiebekämpfung und jetzt sind wir diejenigen, die es nicht hinbekommen, dass eine 85-Jährige Oma ihre Impfung bekommt, ohne sich dabei halb zu Tode zu frieren, weil sie draußen vor irgendeinem Container steht, weil die Infrastruktur nichts anderes zulässt. Die Menschen, die zu uns kommen, sind ja meistens diejenigen, die eine Zweitimpfung oder Drittimpfung erhalten. Jetzt sieht es aus, als ob wir erst gestern auf die Idee gekommen wären, ein Impfzentrum zu machen. Aber wir haben nicht die Ressourcen dafür, dieselbe Qualität zu liefern wie damals. Das tut uns unglaublich leid, auch wenn wir als Helfer unter den gegebenen Voraussetzungen alles menschenmögliche geben.

Du hast erwähnt, dass die Kolleginnen und Kollegen schon letztes Jahr Ihre Weihnachtsfeiertage geopfert haben. Wie blickst du auf Weihnachten dieses Jahr?

Ich habe große Angst davor, dass wir während der Weihnachtsfeiertage wieder ein Impfzentrum aufbauen müssen. Es wird meine Aufgabe sein, eine mögliche Erweiterung so zu gestalten, dass wir nicht vor dem 1. Januar anfangen müssen. Die Leute, die ich brauche, um erfolgreich zu sein, die sind alle ausgelaugt. Die aktuelle Welle hat auch bei uns Einschläge verursacht, die näher sind als jemals zuvor.

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news-937 Fri, 12 Nov 2021 17:50:00 +0100 Hilfsorganisationen schlagen Alarm: Eindringlicher Appell der bayerischen Hilfsorganisationen https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hilfsorganisationen-schlagen-alarm-eindringlicher-appell-der-bayerischen-hilfsorganisationen.html Die Situation im bayerischen Gesundheitswesen ist mehr als kritisch: Der Rettungsdienst ist überlastet, notwendige Operationen müssen verschoben oder kurzfristig verlegt werden, die Inzidenzen steigen massiv an und jeden Tag werden neue Höchststände verkündet. „Das Personal ist physisch wie psychisch am Limit, zutiefst frustriert und auch verärgert, dass der fast zweijährige und kräftezehrende Einsatz mangels Impfbereitschaft immer noch nicht beendet werden kann“, so BRK-Präsident Theo Zellner. Die Infektionstransporte im Rettungsdienst sind in den letzten vier Monaten um fast das Vierfache gestiegen. „Mir fehlt die Solidarität der Ungeimpften gegenüber unseren Rettungs- und Pflegekräften. Es ist längst keine Privatsache mehr, sich nicht impfen zu lassen. Vielmehr ist das Impfen ein notwendiger Akt zur Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems. Die Freiheit des Einzelnen, sich nicht impfen zu lassen, hört dort auf, wo die Gesundheit des Anderen gefährdet ist“, so Zellner.

Obwohl im Dezember 2020 ein historischer Höchststand an Infektionstransporten erreicht wurde, konnten sie vergleichsweise besser bewältigt werden. Die derzeitige Überlastung der Intensivstationen und Notaufnahmen, die zu einem überwiegenden Teilen durch ungeimpfte Patienten belegt sind, macht die Situation heute deutlich dramatischer. Schwer erkrankte oder verletzte Notfallpatienten müssen teilweise stundenlang in weit entfernte Kliniken transportiert werden.

Auch die Gesamtzahl der Einsätze steigt: So ist beispielsweise die Zahl der Einsätze (in KW 43) in Schwaben um 15 % und in Oberbayern-Ost um 18 % im Vergleich zum sonstigen Durchschnitt gestiegen.

„Krankheits- und quarantänebedingte Ausfälle bei Mitarbeitenden im Rettungsdienst und die wieder sehr hohe psychische Belastung, lange Transportzeiten und insgesamt höhere Schutzmaßnahmen stellen eine außerordentliche Belastung des Rettungsdienstes dar“, so BRK-Präsident Theo Zellner. „Die schwierigste Phase der Pandemie steht uns in den kommenden Wochen bevor.“

„Es ist erwiesen, dass der einzige Schutz und der einzige Weg aus der Pandemie die Coronavirus-Schutzimpfung ist. Angesichts der dramatischen Situation ist jetzt das Momentum für jede und jeden Unentschlossenen, den Weg zur Impfung zu beschreiten“, appelliert Stephanie Freifrau von Freyberg, Landesbeauftragte des Malteser Hilfsdienst in Bayern.

„Ein weiterer wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Pandemie sind neben der Impfung das Tragen von FFP2-Masken, das Halten von Abstand und die Beachtung der Hygieneregeln sowie die Möglichkeit, sich regelmäßig zu testen“, sagt Jürgen Wanat, Mitglied im Johanniter-Landesvorstand. „Daher begrüßen wir, dass Tests wieder kostenfrei möglich sind. Und nutzen Sie auch die Möglichkeit der Auffrischungsimpfung. Denn Nachlässigkeit können wir uns jetzt nicht erlauben.“

„Die Impfquote in Bayern ist absolut enttäuschend“, sagt Norbert Tessmer, stellvertretender Landesvorsitzender des ASB Bayern. „Es scheint bis zum heutigen Tage nicht annähernd gelungen, ausreichend Menschen von der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der Corona-Schutzimpfung zu überzeugen. Es liegt weiterhin an jedem und jeder nun verantwortungsvoll zu handeln, sich selbst und der Allgemeinheit gegenüber.“

Die bayerischen Hilfsorganisationen, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), das Bayerische Rote Kreuz (BRK), die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Malteser-Hilfsdienst (MHD), sind wichtige Partner in der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. Die angespannte Lage in der Pflege und auch dem Rettungsdienst verfolgen die Organisationen mit Sorge.

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news-936 Wed, 10 Nov 2021 15:19:08 +0100 BRK begrüßt: Erneuter landesweiter Katastrophenfall im Freistaat https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-begruesst-erneuter-landesweiter-katastrophenfall-im-freistaat.html Das Bayerische Rote Kreuz begrüßt die Anordnung von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, ab morgen, den 11.11.2021, den dritten landesweiten Katastrophenfall im Freistaat Bayern festzustellen. Pandemiebedingt wurden bereits zwei landesweite Katastrophenfälle festgestellt, die insgesamt 273 Tage andauerten. Der Rettungsdienst befindet sich schon heute in einer kritischen Situation: Aufgrund der angespannten Kliniksituation sind auch Klinikkapazitäten für Notfallpatienten des Rettungsdienstes rar. Dadurch entstehen lange Transportzeiten, da Notfallpatienten in weiter entfernte Kliniken transportiert werden müssen und die Belastung der Mitarbeitenden im Rettungsdienst ist wieder sehr hoch.  Insgesamt fehlen die Rettungsmittel daher in ihren eigentlichen Rettungsdienstbereichen und die durchschnittliche Einsatzdauer erhöht sich.

Durch den erneuten Katastrophenfall und der dadurch in Kraft tretenden Instrumente und Verfahren erhofft sich das BRK eine Entspannung der Situation.

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news-935 Mon, 08 Nov 2021 13:12:44 +0100 Jubiläum in Krumbach: 10 Jahre Integrierte Leitstelle Donau-Iller https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/jubilaeum-in-krumbach-10-jahre-integrierte-leitstelle-donau-iller.html Das Bayerische Rote Kreuz feiert heute das 10-jährige Jubiläum der Integrierten Leitstelle Donau-Iller in Krumbach. Im Rahmen einer kleinen Informationsveranstaltung wurde auf die Anfänge der Leitstelle, Ereignisse der jüngsten Vergangenheit und in die Zukunft geblickt. Angefangen 1976 als Rettungsleitstelle des Bayerischen Roten Kreuzes wurde sie 2011 auf Basis eines Gesetzesbeschlusses des Bayerischen Landtages in eine „Integrierte Leitstelle“ umgewandelt. Damit wurde die Alarmierung der Feuerwehr in die Leitstelle integriert.

In junger Vergangenheit, im laufenden Jahr 2021, erlebte die ILS Donau-Iller bereits zwei außergewöhnliche Ereignisse. Am 5. Februar 2021 kam es in der Memminger Rettungswache des BRK zu einer folgenschweren Gas-Explosion. Eine Person wurde schwerverletzt, vier weitere Mitarbeitende mittelschwer- oder leichtverletzt.

Auch die Unwetter-Ereignisse vom 23./24. Juni 2021 haben die Leitstelle auf besondere Weise gefordert. Es kam zu über 590 Einsätzen und ca. 1600 Telefonanrufe waren abzuarbeiten.

„Diese zwei Beispiele zeigen auf eindrucksvolle und unterschiedliche Art und Weise, dass das höchste Gut einer Integrierten Leitstelle die besonnene, routinierte und konzentrierte Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist. Die Herausforderungen nehmen nicht ab – die Aufgaben der ILS Donau-Iller wachsen mit jedem Jahr“, so BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk bei seinem Besuch in der Integrierten Leitstelle.

Die Integrierte Leitstelle Donau-Iller ist heute eine von acht Integrierten Leitstellen des Bayerischen Roten Kreuzes. Sie ist die zweitgrößte Leitstelle und zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit 380 Kilometern für die meisten Autobahnkilometer im gesamten Freistaat Bayern zuständig ist (A7 AK Ulm Elchingen bis Allgäuer Tor; A8 Scheppacher Forst bis Seligweiler und A96 Aitrach bis Wiedergeltingen). In den vergangenen zehn Jahren wurden in diesen Räumlichkeiten 1,43 Millionen Notrufe, Anrufe und Hilfeersuchen bearbeitet.

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news-934 Sat, 06 Nov 2021 19:00:00 +0100 Messerangriff in ICE fordert drei Schwerverletzte https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/messerangriff-in-ice-fordert-drei-schwerverletzte.html Infolge eines Messerangriffs auf mehrere Personen in einem ICE wurden drei Personen schwer verletzt. Der Zug kam im Bahnhof Seubersdorf zum Stehen. Um 09:09 Uhr wurden Einsatzkräften des Rettungsdienstes alarmiert und mit dem Einsatzstichwort „unklare Lage“ zum Bahnhof entsandt.

Bereits wenige Minuten nach Alarmierung trafen die ersten Rettungskräfte an der Einsatzstelle ein. Sie stabilisierten die drei Schwerverletzten und führten sie schnellstmöglich Kliniken zu. Aufgrund der Lagemeldung der ersteintreffenden Rettungskräfte wurde von der Einsatzleitung ein Großaufgebot des Rettungsdienstes und Katastrophenschutzes nachalarmiert. Die umstehenden Personen und Fahrgäste wurden kurzzeitig betreut, bis die Einheiten des Katastrophenschutzes eine entsprechende Sammelstelle errichtet haben.

110 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und der ehrenamtlichen Katastrophenschutzeinheiten aus drei Regierungsbezirken kamen zum Einsatz. Knapp 200 aus dem Zug evakuierte Fahrgäste wurden durch das Bayerische Rote Kreuz und die örtliche Feuerwehr in Räumlichkeiten in der Nähe des Bahnhofs betreut und mit Warm- wie Kaltgetränken versorgt. Ein Kriseninterventionsteam stand den Betroffenen zur Verfügung.

„Ich danke den Einsatzkräften für ihren Einsatz in dieser schwierigen und unübersichtlichen Lage“, übermittelte der Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes, Theo Zellner, bereits am frühen Mittag der Einsatzleitung. „In den schwierigsten Einsatzlagen können wir uns auf den Rettungsdienst und den ehrenamtlichen Katastrophenschutz verlassen.“

Nach knapp zehn Stunden stellte die Einsatzleitung um 19:00 Uhr das Einsatzende des Rettungsdienstes fest.

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news-932 Fri, 29 Oct 2021 17:41:09 +0200 Drohnenbefliegung im Ahrtal - Gemeinsame Übung vom BRK und DLR/ZKI https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/drohnenbefliegung-im-ahrtal-gemeinsame-uebung-vom-brk-und-dlr-zki.html Am 22. und 23. Oktober 2021 fand unter gemeinsamer Leitung des Bayerischen Roten Kreuz (BRK), Abteilung Rettungsdienst – Sicherheitsforschung, und Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt eine Drohnenbefliegung im Ahrtal statt. Zusammen mit Teilnehmern der Bergwacht Rhön-Spessart, des BRK Kreisverbands Rhön-Grabfeld, des Technischen Hilfswerks, des Malteser Hilfsdiensts Neuwied, des Landesfeuerwehrverbands Rheinland-Pfalz, der DRK Kreisverbände Ahrweiler und Neuwied sowie Vertretern des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wurden über zwei Tage verschiedenste Aspekte des Drohneneinsatzes zur Schadensdokumentation im Katastrophenfall behandelt und anhand einer Befliegung praktisch geübt.

Die Befliegung erfolgte über den besonders stark vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Altenahr und Altenburg. Neben einer „DJI Mavic Platinum “ Drohne des BRK, die für Erkundungsflüge und zu Testzwecken verwendet wurde, kam für die eigentliche Datenaufnahme eine „DJI Matrice M300 RTK“ Drohne der Bergwacht Rhön-Spessart zum Einsatz.

Teilnehmer der Übung „Drohnenbefliegung Ahrtal“

Ziel der Übung war es, aktuelle höchstaufgelöste Digitale Orthofotos und Oberflächenmodelle mittels Drohnenbefliegung aufzunehmen. Die Daten dienen als wertvolle Grundlage für die Entwicklung von Methoden zur automatischen Bildauswertung für die Krisenkartierung. Durch den Vergleich der Drohnendaten mit Luftbildern, die vor und während des Hochwassers im Juli 2021 mit Hubschrauber und Flugzeug aufgenommen wurden, sollen Veränderungen (z.B. Schäden oder Wiederaufbaumaßnahmen) erkannt und dokumentiert werden. Die Übung war zudem ein wichtiger Test, um Daten von Helfern vor Ort besser in bestehende Abläufe der Krisenkartierung zu integrieren. Die Befliegung wird dabei helfen, zukünftig Drohnendaten in ein digitales Lagebild zu implementieren und so einen besseren und schnelleren Überblick über Krisengebiete zu erhalten. Die Übung war außerdem ein wichtiges Forum für die Teilnehmer, um praktische Erfahrungen zu Datenaufnahme und -verteilung im Katastrophenfall auszutauschen und gewonnene Erkenntnisse aus ihren Einsätzen vor Ort während des Hochwassers im Juli 2021 zu teilen.

Die Drohnenbefliegung erfolgte über den besonders stark vom Hochwasser 2021 betroffenen Gebieten in Altenahr und Altenburg im Ahrtal.

Die Übung wurde im Rahmen des deutsch-österreichischen Verbundprojekts AIFER (Künstliche Intelligenz zur Analyse und Fusion von Erdbeobachtungs- und Internetdaten zur Entscheidungsunterstützung im Katastrophenschutz) durchgeführt. AIFER entwickelt maschinelle Lernverfahren, um Informationen aus Satelliten-, Luftbild- und Drohnendaten sowie aus Geo-sozialen Medien automatisiert zu extrahieren und intelligent zu fusionieren. Rechtliche, soziologische und ethische Aspekte werden hierbei genauso beleuchtet wie Anwenderbedarfe und die wissenschaftlich-technische Umsetzung. Ziel des Projekts ist es zu einem gesamtheitlichen und dynamisch aktualisierten Lagebild und damit der zielgerichteten Entscheidungsunterstützung von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) beizutragen. Auf deutscher Seite wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ gefördert. Auf österreichischer Seite erfolgt die Förderung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) im Rahmen des „Förderungsprogramms für Sicherheitsforschung (KIRAS)“.

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news-929 Tue, 26 Oct 2021 13:44:39 +0200 Neue Medizingeräte auf Bayerns Rettungsfahrzeuge https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/neue-medizingeraete-auf-bayerns-rettungsmittel.html Weniger Gewicht, mehr Funktionen, telemedizinische Anbindung: Das Bayerische Rote Kreuz rüstet die bayerischen Rettungsmittel mit neuen Medizingeräten aus news-927 Sat, 23 Oct 2021 12:09:56 +0200 BRK stattet zehn Einheiten mit Heißwasserdampf-Desinfektionsgeräten aus https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-stattet-zehn-einheiten-mit-heisswasserdampf-desinfektionsgeraeten-aus.html Als eine der Lehren aus der Coronavirus-Pandemie erweitert das Bayerische Rote Kreuz seine „CBRN(E)“-Einheiten der Bereitschaften um zehn Heißwasserdampf-Desinfektionsgeräte. Mit diesen Geräten können große Flächen umweltschonend und schnell desinfiziert werden. Sie wurden vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft beschafft und über das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit dem Bayerischen Roten Kreuz überlassen.

Das Bayerische Rote Kreuz hat mit diesen Geräten zehn neue Module für den Fachdienst „CBRN(E)“ konzipiert, die teilweise auf Anhängern verbaut in den Einsatz gebracht werden können. Den Anhängerausbau übernahm die Firma „BMA GmbH“ aus dem baden-würtembergerischen Mühlhausen im Täle, wo sie am Samstag durch Landesbereitschaftsleiter Dieter Hauenstein an die bayerischen Einheiten übergeben wurden.

Dabei betonte Hauenstein: „Diese Module sind eine wertvolle Investition in den bayerischen Katastrophenschutz und eine unmittelbare Lehre aus den Erfahrungen der Coronavirus-Pandemie. Durch die schnelle und unkomplizierte Inbetriebnahme können die Module immer dann, wenn größere Flächen desinfziert werden müssen, zum Einsatz kommen.“

Tobias Muhr, Landesfachdienstleiter „CBRN(E)“ ergänzte: „Die Anlage erhitzt Wasser auf etwa 130 Grad. Durch die hohe Temperatur und der mechanischen Einwirkung des Wasserstrahls können kontaminierte Flächen schnell, umwelt- und gesundheitsschonend desinfiziert werden. Wir stationieren diese Module an sechs Standorten.“

An folgenden Standorten werden diese Module in Zukunft vorgehalten: Tirschenreuth, Garmisch-Partenkirchen, Landshut, Fürth, Haßberge und Cham. Zudem werden in Pfarrkirchen, Freyung-Grafenau, Lohr am Main und im Bezirksverband Schwaben fünf weitere mobile Heißwasserdampf-Desinfektionsgeräte vorgehalten. Ein weiteres Gerät wird für Ausbildungszwecke vorgehalten.

Bereits im August 2020 wurde ein Gerät auf der Autobahn-Teststation Donautal-Ost zum Einsatz gebracht und erprobt.

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news-926 Thu, 14 Oct 2021 08:20:00 +0200 Fit für die Zukunft?! Mit digitalen Werkzeugen kinderleicht Kita-Alltag und -Verwaltung meistern – Jetzt zu den Online-Fachtagen anmelden! https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/fit-fuer-die-zukunft-mit-digitalen-werkzeugen-kinderleicht-kita-alltag-und-verwaltung-meistern-jetzt-zu-den-online-fachtagen-anmelden.html Von 23.-25. November finden die Online-Fachtage für Träger, Fachberatende, Kita-Leitungen und -Mitarbeitende rund um das Thema Digitalisierung statt. Die Anmeldefrist läuft noch bis 29. Oktober. Die Fachtage gliedern sich dabei in die Themenblöcke „Verwaltung“ und „Kita“. Die Teilnahme ist für BRK-Mitarbeitende kostenlos. Am 23.11.2021 dreht sich alles um das Thema Verwaltung und wie Digitalisierung hier unter die Arme greifen kann. Von der Finanzierung über besondere Rotkreuz-Angebote bis zur ganzheitlichen Bildung. Die Vorträge und Impulse richten sich an Kreisgeschäftsführer*innen, Bereichsleitungen oder Fachberatungen. Folgende Vorträge sind von 09:00 -13:30 Uhr zu hören:

  • Digitale Medien als Teil ganzheitlicher Bildung in der Kita
  • DRK-Angebote zur Digitalisierung im Bereich Kita
  • BRK Kita-Software
  • Finanzierungsmöglichkeiten

Nicht weniger spannend geht es am 24. und 25. November zu, wenn die Fachtage Kita auf dem Programm stehen. Diese richten sich an Einrichtungsleitungen und pädagogische Mitarbeitende. Wie setze ich digitale Medien in der Kita ein? Wie kann ich digitale Teilhabe gestalten? Was gehört zu einer Digitalisierungsstrategie? Auch die BRK-Medienboxen werden vorgestellt. Alle Themen in der Übersicht:

  • Chancen und Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der Kita
  • Digitalisierungsstrategie
  • Modellversuch Kita Digital Bayern
  • BRK-Medienboxen
  • Der Weg zur digitalen Kita
  • Digitale Teilhabe
  • Erfahrungs- und Ideenaustausch

Das Wichtigste auf einen Blick:

Wann? Fachtag Verwaltung am 23.11.21 von 09:00-13:30 Uhr, Fachtage Kita am 24.11. von 09:00-13:15 Uhr und am 25.11.21 von 09:00-14:00 Uhr

Wo? Online auf MS-Teams

Anmeldung: Bis 29.10.21 unter https://www.surveymonkey.de/r/WH3YD5W

Kontakt: Daniela Pätzel, Referentin Kindertageseinrichtungen, paetzel(at)lgst.brk.de

 

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news-925 Sun, 03 Oct 2021 09:00:00 +0200 Wasserwacht fordert Kapazitäten der Schwimmzeiten und -flächen zu erhöhen https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wasserwacht-fordert-kapazitaeten-der-schwimmzeiten-und-flaechen-zu-erhoehen.html In einem offenen Brief an den Präsidenten des Bayerischen Städtetags Markus Pannermayr und an den Präsidenten des Bayerischen Gemeindetags Dr. Uwe Brandl hat sich Thomas Huber, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern, für eine Erhöhung der Schwimmzeiten und -flächen ausgesprochen. „In der Schwimmausbildung stehen die ehrenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbilder durch die ausgefallenen Schwimm-kurse während der Corona-Pandemie vor der Mammut-Aufgabe, den großen Andrang für Schwimmkurse abzuleisten“, so Thomas Huber. Mit Ende der Sommersaison verringern sich die Schwimmzeiten und -flächen weiter, da die Freibäder schließen, der Bedarf aber nach wie vor groß ist.

Die Wasserwacht-Bayern erstellt derzeit neue Ausbildungskonzepte, um die Ausbilderzahl zu erhöhen und damit der massiven Nachfrage an Schwimmkurs-Anfragen nachhaltig entgegen treten zu können. Dennoch sind ihnen in vielen Kommunen aufgrund der begrenzten Kapazitäten in den Bädern, welche die kommunalen Träger betreiben, die Hände gebunden.

„Als führende Vertreter der bayerischen Städte und Gemeinden bitten wir Sie, sich inständig für mehr Kapazitäten in den kommenden Jahren für Schwimmkurse in unseren heimischen Bädern einzusetzen und auch in Ihrer Funktion auf die kommunalen Mandatsträger und Verwaltungen im positiven Sinne einzuwirken“, schreibt Thomas Huber. Diese Erhöhung der Kapazitäten soll über den Winter einen erweiterten Lehrbetrieb ermöglichen und damit die große Anzahl an Kindern, die nicht schwimmen können, zu verringern.

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news-923 Thu, 26 Aug 2021 13:00:00 +0200 BRK stellt 450.000 € Hochwasser-Hilfe zur Verfügung https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-stellt-450000-eur-hochwasser-hilfe-zur-verfuegung.html Aufgrund der Hochwasser-Katastrophe im Berchtesgadener Land haben wir, das Bayerische Rote Kreuz, viele Spenden erhalten. Diese Hilfe geben wir weiter. Wir erhalten viele Spenden, damit wir den Betroffenen helfen. Es wurde aber auch gespendet, weil die Menschen während der Hochwasser-Katastrophe gemerkt haben, wie wichtig Hilfsorganisationen für den Katastrophenschutz sind. Heute konnte Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk 450.000 € an 5 Gemeinden aus dem Berchtesgadener Land übergeben: Marktgemeinde Berchtesgaden, Gemeinde Schönau am Königssee, Gemeinde Bischofswiesen, Gemeinde Ramsau und Marktgemeinde Marktschellenberg. Dieses Geld können die Gemeinden unbürokratisch an die Bürgerinnen und Bürger auszahlen und so den Menschen schnell helfen.

"Das Bayerische Rote Kreuz zeigt Solidarität und Mitmenschlichkeit. Mit dieser Spende greifen wir denjenigen unter die Arme, die aufgrund der Hochwasser-Katastrophe sehr viel verloren haben", so Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. "Diese Hilfe kommt an."

Am heutigen Donnerstag übergab Stärk dem Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, Bernhard Kern, einen Spendenscheck in Höhe von 450.000,00 €. 

Wir als BRK, das teilweise selbst spendenfinanziert wird, sehen uns hier in einer besonderen Verantwortung den Menschen auch auf diese Weise zu helfen.

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news-922 Tue, 17 Aug 2021 18:40:51 +0200 Suche erfolglos beendet: "Müssen uns Naturgewalt beugen" https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/suche-erfolglos-beendet-muessen-uns-naturgewalt-beugen.html Die heute Mittag gegen 12:00 Uhr begonnene, groß angelegte Suchaktion von Berg- und Wasserwacht wurde nach über 4,5 Stunden um 16:30 Uhr erfolglos beendet.  „Trotz des großen Einsatzes vieler ehrenamtlicher Berg- und Wasserretter konnte die zweite vermisste Person nicht aufgefunden werden. Dabei wurden alle relevanten und denkbaren Bereiche mehrfach abgesucht“, so BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher. „Auch ein Hubschrauber und mehrere Drohnen haben aus der Luft die Suche unterstützt. Leider blieben alle erdenklichen Maßnahmen ohne Erfolg.“

Der Einsatz wurde in den frühen Morgenstunden (4:45 Uhr) fortgesetzt, nachdem am Vorabend der Einsatz aufgrund der Dunkelheit und steigenden Gefahr für die Einsatzkräfte unterbrochen werden musste. Dabei konnten am gestrigen Abend acht Personen und im Laufe des heutigen Tages weitere 108 Personen aus der Klamm in das Tal evakuiert werden.

Abschließend bedankt sich BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher bei allen Einsatzkräften: „Ein solcher Einsatz ist herausfordernd. Der Gedanke, dass gegen die Zeit angekämpft wird und man dringend einer in Not befindlichen Person zur Hilfe eilen möchte, lässt niemanden kalt. Doch die Naturgewalt zeigt uns in solchen Fällen Grenzen auf, denen wir uns als Einsatzkräfte beugen müssen. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften, die hier erneut hervorragend zusammengearbeitet haben, ganz egal ob Feuerwehr, Polizei oder BRK. Dieser Einsatz zeigt erneut, wie elementar und unverzichtbar ehrenamtliche Einsatzkräfte im bayerischen Rettungsdienst sind.“

Es waren seit gestern insgesamt 330 Einsatzkräfte im Einsatz.

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news-921 Tue, 17 Aug 2021 10:19:10 +0200 Groß angelegte Suchaktion in Vorbereitung / 108 Personen werden evakuiert https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/gross-angelegte-suchaktion-in-vorbereitung-108-personen-werden-evakuiert.html Der Einsatz in der Höllentalklamm wurde wieder aufgenommen. Am Vorabend musste der Einsatz aufgrund der Wetterbedingungen und der eingebrochenen Dunkelheit unterbrochen werden. 108 Personen werden evakuiert, weitere werden vermisst. Am 16.08.2021 gegen 15:55 Uhr hat die Integrierte Leitstelle Oberland des Bayerischen Roten Kreuzes zu einem Großeinsatz an der Höllentalklamm alarmiert. Aufgrund einer Flutwelle sind eine Brücke unterspült und Personen mitgerissen worden. Die Einheiten der Berg- und Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes konnten am gestrigen Abend acht Personen retten. Diese sind leicht bis unverletzt. Nach aktuellem Kenntnisstand werden zwei bis drei weitere Personen vermisst.

Einsatzkräfte der Bergwacht haben gegen 4:45 Uhr (17.08.) mit der Evakuierung weiterer 7 Personen aus den Knappenhäusern begonnen und zwischenzeitlich erfolgreich abgeschlossen. Zudem werden weitere 101 Personen von der Höllentalangerhütte durch die Bergwacht sicher in das Tal runterbegleitet. Diese 108 Personen haben die Nacht in den Hütten verbracht, sind unverletzt und wurden durch die Bergwacht betreut.

Eine zweite groß angelegte Suchaktion nach vermissten Personen ist angedacht und wird derzeit geplant, dazu teilt BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher mit: „Die Wetterbedingungen, die schwankenden Wasserpegel und das teilweise nicht zugängliche Gelände erschweren die Hilfe. Gegen 11 Uhr werden Einsatzkräfte in die Klamm verlegen und ab 12 Uhr mit einer groß angelegten Suche nach Vermissten beginnen. Wir versuchen alles möglich zu machen, um Vermisste zu finden.“

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news-920 Mon, 16 Aug 2021 19:19:00 +0200 Großeinsatz an der Höllentalklamm https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/grosseinsatz-an-der-hoellentalklamm.html Um 15:55 Uhr hat die Integrierte Leitstelle Oberland des Bayerischen Roten Kreuzes zu einem Großeinsatz an der Höllentalklamm alarmiert. Aufgrund einer Flutwelle sind eine Brücke unterspült und Personen mitgerissen worden. Die Einheiten der Berg- und Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes konnten bisher acht Personen (Stand: 19:45 Uhr) retten. Diese sind leicht bis unverletzt.

Nach aktuellem Kenntnisstand werden zwei bis drei weitere Personen vermisst. Über 150 Einsatzkräfte von Bergwacht, Wasserwacht, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind derzeit im Einsatz, die Suchmaßnahmen laufen auf Hochtouren. Die Bergwacht-Bayern setzt zur Vermisstensuche Drohnen und mehrere Spezialkräfte ein, zudem hat die Wasserwacht sechs Schnelleinsatzgruppen im Einsatz.

 

Update 19:45 - Die Zahl der geretteten Personen wurde von sieben auf acht erhöht.

Update 22:00 Uhr - Die Einheiten der Berg- und Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes konnten acht Personen retten. Diese sind leicht- bis unverletzt. Zwei weitere Personen werden derzeit vermisst. Aufgrund der Dunkelheit und der dadurch steigenden Gefahr musste der Sucheinsatz um 20:30 Uhr unterbrochen werden. Die Vermisstensuche soll morgen bei Tagesanbruch fortgesetzt werden. Es waren 164 Kräfte im Einsatz.

Die Bergwacht-Bayern setzte zur Vermisstensuche Drohnen und mehrere Spezialkräfte ein, zudem hatte die Wasserwacht sechs Schnelleinsatzgruppen im Einsatz. 

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news-919 Sat, 14 Aug 2021 11:15:00 +0200 Ilse Aigner besorgt über Badeunfälle https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ilse-aigner-besorgt-ueber-badeunfaelle.html In ihrer Funktion als Botschafterin des Bayerischen Roten Kreuzes und ehemalige Vorsitzende der Wasserwacht-Bayern besuchte Landtagspräsidentin Ilse Aigner gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber, am Samstag die Wasserrettungsstation Chieming am Chiemsee. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags äußerte sich besorgt über die jüngsten Badeunfälle an bayerischen Seen und Gewässern: "Bei sommerlichen Temperaturen zieht es uns an die heimischen Flüsse und Seen. Das zeigt sich auch an den Einsätzen der Wasserwacht-Bayern: Bayern ist in diesem Jahr leider trauriger Vorreiter bei den Badetoten. Auch in den vergangenen Wochen waren die ehrenamtlichen Wasserrettungsdienste vermehrt im Einsatz – oft erfolgreich. Doch in einigen Fällen kam ihre Hilfe leider zu spät." Daher appellierte Ilse Aigner, selbst Rettungsschwimmerin, an die Bürgerinnen und Bürger: "Gehen Sie nicht in fremde Gewässer, beachten Sie die Baderegeln und achten Sie auf sich und andere."

Laut Thomas Huber, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern, sind gerade Kinder besonders gefährdet: "In den vergangenen Monaten des Lockdowns gab es für viele Eltern nicht die Möglichkeit, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen, da Schwimmbäder geschlossen waren. Daher hat die Wasserwacht-Bayern vor wenigen Wochen eine Neuauflage der Kampagne ‚BAYERN SCHWIMMT‘ präsentiert."

Die Kampagne für Kinder, Eltern und Lehrkräfte findet zum dritten Mal statt und verfolgt das Ziel, mittels Online-Videos Kinder an das Wasser zu gewöhnen, sie sicher zum Schwimmen zu bringen und sie für Gefahren zu sensibilisieren.

Vor dem Hintergrund der Hochwasser der vergangenen Wochen wies Landtagspräsidentin Aigner auf die steigenden Gefahren durch Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Sturmfluten und die gefährlichen Einsätze der ehrenamtlichen Wasserretterinnen und -retter hin: "In den dramatischsten Lagen kommen die Frauen und Männer der Wasserwacht zum Einsatz. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und nicht zuletzt hierzulande im Berchtesgadener-Land waren Einsatzkräfte der Wasserwacht-Bayern im Einsatz oder in erhöhter Alarmbereitschaft. Ihnen gilt mein persönlicher und herzlicher Dank als Botschafterin des Bayerischen Roten Kreuzes."

Um für zukünftige Extremwetterereignisse und Katastrophenlagen besser gewappnet zu sein, fordert der Vorsitzende der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber: "Der Wasserrettungsdienst in Bayern muss grundlegend reformiert und den heutigen Anforderungen angepasst werden. Die letzte Reform der Wasserrettungszüge ist fast 20 Jahre her. Wir müssen uns den neuen Gegebenheiten, den Gefahren von Extremwetterereignissen und dem neuen Stand der Technik anpassen. Ebenfalls kann die bereits sehr gute Ausbildung der Wasserretter durch den Bau eines bayerischen Ausbildungszentrums für Wasserrettungskräfte noch deutlich intensiviert werden - Vorbereitung ist in diesen Lagen das A und O."

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news-918 Thu, 12 Aug 2021 11:40:17 +0200 BRK-Präsident fordert Ausnahmeregelungen für mehrere Personengruppen https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-praesident-fordert-ausnahmeregelungen-fuer-mehrere-personengruppen.html Die Ministerpräsidentenkonferenz hat in ihrer Sitzung am 10. August beschlossen, dass die bisher kostenfreien Corona-Testungen ab dem 11. Oktober kostenpflichtig werden. "Es ist notwendig, dass der Bund einige Ausnahmeregelungen in die Umsetzungsverordnung einfließen lässt, die unabhängig vom Impfstatus jenen Menschen auch weiterhin kostenfreie Testungen ermöglichen", so BRK-Präsident Theo Zellner.

 

Das BRK sieht unter anderem bei den folgenden Personengruppen die Notwendigkeit für Ausnahmeregelungen:

  1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege und des Rettungsdienstes inklusive des Katastrophenschutzes
  2. Angehörige von in Pflegeheimen wohnenden Menschen (um weiterhin Besuche ermöglichen zu können)
  3. Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen der Pflege
  4. Ehrenamtliche, die durch ihr Engagement mit vielen Menschen in Kontakt kommen (z. B. u. a. Helfer*innen beim Blutspendedienst, bei den Tafeln oder in Seniorencafés)

Zudem betont BRK-Präsident Theo Zellner: "Diese Ausnahmen müssen unbürokratisch anerkannt und ausgestellt werden, um sie beispielsweise auch in Testzentren als Nachweis vorlegen zu können."

Das Bayerische Rote Kreuz betreibt mehr als 300 Testzentren im Freistaat Bayern. "Die Abrechnung der kostenpflichtigen Tests darf nicht auf die Testzentren abgewälzt werden. Unsere Testzentren sind medizinische Einrichtungen, die nicht über die notwendigen Abrechnungs- und Kassiersysteme verfügen. Wir wünschen uns hier eine unbürokratische und zentrale Verwaltung", so Theo Zellner abschließend. 

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news-914 Thu, 12 Aug 2021 08:00:00 +0200 Sommerferien mit dem bayerischen Jugendrotkreuz https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/sommerferien-mit-dem-bayerischen-jugendrotkreuz.html Am heutigen Tag der Jugend werfen wir einen Blick auf die Ferienaktivitäten beim BJRK. Welche Pläne gibt es, welche Rolle spielt die Pandemie und auf was freuen sich Kinder und Betreuer*innen besonders – darüber haben wir mit Jörg Duda, Geschäftsführer des JRK, gesprochen. Was hat das bayerische Jugendrotkreuz für die Sommerferien geplant?

Vor einigen Wochen haben wir uns zusammengesetzt und den Gruppen einen Austausch angeboten, der sehr gut angenommen wurde. Da haben sich 3 Typen herauskristallisiert: Diejenigen, die in Bayern bleiben wollen für Zeltlager, Jugendfreizeiten oder ähnliches. Dann die, die innerhalb von Deutschland als Gruppe etwas unternehmen wollten. Und diejenigen, die ins Ausland fahren wollen. Vor Corona war das einfacher: salopp gesprochen, man hat einen Reisebus vollgebucht und ist mit 50 Kindern weggefahren. Jetzt muss man sehr viel mehr beachten und im Moment kippen die Inzidenzen wieder – es ist nicht einfach, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Sorge schwingt schon mit, sich nicht richtig zu verhalten.

Corona ist und bleibt eine Herausforderung: Dürfen nur getestete/genesene/geimpfte Kinder teilnehmen?

Nein, bei einer Inzidenz unter 50 am Durchführungsort der Aktivität spielt das keine Rolle. Die Gruppen werden außerdem in kleine Untergruppen geteilt. 10 Personen bilden eine Untergruppe, die sich nicht mit den anderen durchmischen darf, also z. B. nicht im gleichen Zelt schlafen darf. Da geht viel verloren, was Zeltlager ausmacht.  

Wie liefen die Planungen ab? Musstet ihr viel über den Haufen schmeißen?

Ja, auf jeden Fall. Wir in unseren Planungen auf Landesebene, aber vor allem die Gruppen vor Ort, die mit ehrenamtlichen Ressourcen sehr am Anschlag sind. Letztes Jahr war das noch leichter, jetzt sind die Regelungen sehr komplex und bundesweit nicht aufeinander abgestimmt. Es braucht ein Verpflegungskonzept, eines für die Beherbergung usw. und das größte Problem ist die Planbarkeit, die fehlt. In Bayern hangeln wir uns von Monat zu Monat weiter. Was ich im Juni für Juli plane, muss ich womöglich wieder über den Haufen werfen und nachjustieren. Oder wenn ich jetzt etwas für die letzte Ferienwoche plane, kann mir das durch Anpassungen in der Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung gekippt werden.  Ich beobachte, dass daher eher kurzfristige Aktivitäten wie Tagesausflüge ohne Übernachtung geplant werden.

Auf was freuen sich Kinder/Jugendliche und Betreuer*innen am meisten?

Ich habe den Eindruck, dass das ganz grundsätzlich die Jugendarbeit ist, die wieder möglich ist, die Begegnungen, Treffen und Aktionen. Wir haben uns lange durch die vergangenen 18 Monate gehangelt. Allein, dass Gruppenstunden wieder gehalten werden ist schon toll. Alles was zusätzlich in den Ferien durchgeführt wird, wurde verantwortungsvoll und sicher geplant und vorbereitet. Teilweise gibt es auch innerhalb der Kreisverbände größere Veranstaltungen mit verschiedenen Ortsgruppen, zum Beispiel Aktionstage.

Was sind deine Highlights in den BJRK-Sommerprogrammen, auf was freust du dich besonders?

Mich freut besonders, dass die Leitungen vor Ort all diese zusätzlichen Mühen auf sich nehmen und den Kindern und Jugendlichen so ein Verbandserleben, Begegnungen, Lernerfahrungen und Freude ermöglichen. Jeder und jede ist mit extremem Einsatz dabei. Die Kinder kommen raus und haben auch mal einen anderen Bezug als Schule oder Eltern.

Wie wichtig sind diese anderen Bezüge?

Für die Kinder war es ein hartes Jahr, sie brauchen und wollen diese Highlights im Sommer. Und auch die Eltern sind am Anschlag, der Urlaub ist aufgebraucht. Was mich stört ist, dass Kinder nur als Schüler*innen oder Leistungsträger wahrgenommen werden: Es gibt Aufholprogramme für die Schule und kostenlose Mitgliedschaften in Sportvereinen.  Alles nur der Leistung unterzuordnen ist eine verknappte Wahrnehmung, es geht auch um Sozialkompetenz und außerschulische Bildung. Kinder müssen auch Kind sein dürfen und können. Dafür brauchen sie die ihnen zustehenden Freiräume, unter anderem im Jugendrotkreuz.  

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news-917 Wed, 11 Aug 2021 09:21:01 +0200 Viele Jugendliche haben in der Krise Stärke bewiesen https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/viele-jugendliche-haben-in-der-krise-staerke-bewiesen.html Anlässlich des morgigen Tages der Jugend am 12. August 2021 hebt das Bayerische Rote Kreuz die Anpassungsfähigkeit der Jugendlichen in den vergangenen Monaten hervor. „Kinder und Jugendliche gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die während der Pandemie viel zu wenig gehört wurden. Dabei waren sie diejenigen, die mit Anpassungsfähigkeit und einem hohen Maß an Solidarität mit Älteren einen wesentlichen Beitrag zu Pandemiebewältigung geleistet haben“, so die Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Brigitte Meyer.

Gerade für die jungen Menschen war die lange Zeit der fehlenden Kontakte mit Gleichaltrigen in der Schule, beim Sport, in ihren Jugendgruppen eine gewaltige Herausforderung. Viele haben unter dem seelischen Druck massiv gelitten. Die Auswirkungen zeigen sich durch einen hohen Andrang bei den Familienberatungsstellen und in der Jugendpsychiatrie, wo derzeit die Plätze kaum ausreichen.

Aber es gab durchaus auch positive Entwicklungen und ein hohes Maß an Kreativität beim Austausch mit Freunden über soziale Medien.

„Es hat mich zutiefst beeindruckt, mit welchem Engagement und welchem Ideenreichtum zum Beispiel im Jugendrotkreuz trotz aller Pandemieeinschränkungen über alle Kreisverbände hinweg der jährliche Landeswettbewerb durchgezogen wurde“, so die Vizepräsidentin.

Anlässlich des morgigen Tages der Jugend bedankt sie sich ausdrücklich bei all den vielen Jugendgruppenleitern*innen im Roten Kreuz: „Sie wurden in der Pandemie zur Keimzelle kreativer Teilhabe und haben Kindern und Jugendlichen zumindest einen virtuellen Zufluchtsort geboten. Sie hatten das Ohr stets an der Jugend und haben sich in dieser Krise mehr als verdient gemacht. Herzlichen Dank dafür.“

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news-916 Mon, 09 Aug 2021 19:09:15 +0200 BRK beendet Katastrophenschutz-Einsatz nach 130.000 Einsatzstunden https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-beendet-katastrophenschutz-einsatz-nach-130000-einsatzstunden.html Die Folgen der Starkregenereignisse in Rheinland-Pfalz forderten auch viele Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes. Seit 17. Juli 2021 sind Hilfeleistungskontingente aus dem Freistaat Bayern in Rheinland-Pfalz im Einsatz. "Der Einsatz erfolgte im Rahmen staatlicher Hilfeersuchen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz an den Freistaat Bayern", so BRK-Präsident Theo Zellner.

Im Rahmen dieser Hilfeersuchen und der angeforderten Hilfeleistungskontingente hat das Bayerische Rote Kreuz aus allen bayerischen Regierungsbezirken 1.800 Einsatzkräfte - fast ausschließlich aus den BRK-Bereitschaften - in das Schadensgebiet entsandt. Dabei wurden in Summe rund 130.000 Einsatzstunden registriert und mehr als 320 Einsatzfahrzeuge kamen zum Einsatz.

"Das Bayerische Rote Kreuz konnte durch diesen fast vierwöchigen Einsatz wesentlich zur Verbesserung der Anfangsphase der Katastrophe beitragen. Zerstörte Infrastrukturen konnten durch die Katastrophenschutzeinheiten der BRK-Bereitschaften temporär wiederhergestellt und auf diese Weise beispielsweise Teile der Bevölkerung täglich mit warmen Speisen verpflegt oder bei Verletzungen oder Erkrankungen medizinisch versorgt werden", erklärt Zellner.

Das letzte Hilfeleistungskontingent (Regierung von Oberfranken) ist am heutigen Montag, den 9. August 2021, gegen 18:00 Uhr aus Rheinland-Pfalz zurückgekehrt. Damit sind derzeit, bis auf ein Fahrzeug zur Absicherung eines bayerischen Feuerwehrkontingents und wenige Einsatzkräfte zum Betrieb des "ELW Bayern", keine weiteren Katastrophenschutzeinheiten des Bayerischen Roten Kreuzes in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Weiterhin unterstützt das Bayerische Rote Kreuz den humanitären Hilfseinsatz des Deutschen Roten Kreuzes bei der Führung und dem Betrieb des „Verpflegungszentrums 10.000“ in Bad-Neuenahr/Ahrweiler. 

Das Bayerische Rote Kreuz bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit den Einsatzleitungen vor Ort. Ein besonderer Dank gilt der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neuwied, die seit 17.07. als hervorragender Gastgeber die Unterkunft der bayerischen Einsatzkräfte ermöglichte.

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news-915 Fri, 06 Aug 2021 12:53:31 +0200 BRK schickt weitere Einheiten in den Einsatz https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-schickt-weitere-einheiten-in-den-einsatz.html Die Lage in Rheinland-Pfalz erfordert weiterhin den Einsatz des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Um 13:00 Uhr ist ein weiteres Transportkontingent nach Rheinland-Pfalz gestartet. Das 65 Einsatzkräfte starke Kontingent aus Oberfranken wird das unterfränkische Transportkontingent nach 72 Stunden Einsatz am heutigen Abend ablösen. Diese Einheit wird um eine Verpflegungs- und Betreuungseinheit ergänzt, um trotz zerstörter Infrastrukturen die Eigenversorgung der Einsatzkräfte sicherzustellen.

Zusätzlich hat das BRK drei Führungskräfte für das "Verpflegungszentrum 10.000" des Deutschen Roten Kreuzes e.V. in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Einsatz. Am kommenden Sonntag werden weitere 21 Einsatzkräfte (überwiegend Küchenpersonal) zur Unterstützung des Verpflegungszentrums nach Bad Neuenahr-Ahrweiler entsandt. 

Mit dem heute gestarteten Hilfeleistungskontingent kamen aus Bayern seit 17. Juli 2021 in Summe 16 Kontingente mit rund 1.800 ehrenamtlichen BRK-Einsatzkräften zum Einsatz.

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news-913 Wed, 04 Aug 2021 13:57:17 +0200 40 Einsatzkräfte des BRK leisten schnelle Unterstützung https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/40-einsatzkraefte-des-brk-leisten-schnelle-unterstuetzung.html Das dramatische Zugunglück in Tschechien mit mehr als 50 Verletzten und mehreren Toten ruft auch Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aus dem grenznahen Landkreis Cham in den Einsatz. Insgesamt sind derzeit 40 Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aus dem ostbayerischen Raum im Einsatz. Um 09:09 Uhr ging über die Integrierte Leitstelle Regensburg die Alarmierung für die bayerischen Einheiten ein.

Schon 25 Minuten später sind die ersten bayerischen Einsatzkräfte am Unglücksort eingetroffen, darunter auch BRK-Einsatzleiter Tobias Muhr, der den  Einsatz der bayerischen Kräfte an der Unglücksstelle koordiniert: „Eine solche Einsatzlage ist zu Beginn immer unübersichtlich und chaotisch. Die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kolleginnen und Kollegen ist bereits seit Jahren im Rahmen des grenzüberschreitenden Rettungsdienstes routiniert. Trotz der emotional sehr ergreifenden Dimension dieses Einsatzes, wirken die Helferinnen und Helfer der zwei Staaten reibungslos und sehr gut zusammen.“

Das Bayerische Rote Kreuz hat mit sechs Rettungswagen, vier Krankentransportwagen, mehreren Notärzten, einer Schnelleinsatzgruppe Behandlung und der Sanitätseinsatzleitung (SanEL) bei der Vorsichtung, Betreuung, Behandlung und dem Transport der Patienten unterstützt. Zudem wurden Behandlungsplätze für Verletzte errichtet.

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news-912 Tue, 03 Aug 2021 11:41:58 +0200 Hilfe wird fortgesetzt https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hilfe-wird-fortgesetzt.html Seit 17. Juli 2021 ist das Bayerische Rote Kreuz mit einer Vielzahl an ehrenamtlichen Einsatzkräften in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Das Land Rheinland-Pfalz hat mehrere Einheiten des bayerischen Katastrophenschutzes angefordert. Das BRK war bisher mit 1.500 Ehrenamtlichen in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Ein Betreuungskontingent mit rd. 70 ehrenamtlichen Einsatzkräften befindet sich aktuell in Bad-Neuenahr im Einsatz. Dort wird die Verpflegung von derzeit etwa 5.000 Helfer*innen und Anwohner*innen sichergestellt. Der dortige Verpflegungseinsatz durch den bayerischen Katastrophenschutz wird zum morgigen Mittwoch, den 04. August 2021, planmäßig auslaufen. Um auch weiterhin und trotz zerstörter Infrastrukturen die Verpflegung der Menschen sicherzustellen, hat das Deutsche Rote Kreuz im Rahmen der humanitären Hilfe ein „Verpflegungszentrum 10.000“ errichtet. Dieses ist in der Lage, 10.000 warme Mahlzeiten sowie 10.000 Lunchpakete täglich auszugeben. Dieses Zentrum wurde am vergangenen Wochenende unter anderem von Helfer*innen des DRK-Landesverbandes Hessen und des Bayerischen Roten Kreuzes in Grafschaft aufgebaut. Die Essensmahlzeiten werden an circa 15 Ausgabestellen im Landkreis Ahrweiler geliefert.

Das Bayerische Rote Kreuz wird ab Mittwoch, den 04. August 2021, unterstützt durch den DRK-Landesverband Hessen, die Koordination und Abschnittsleitung des „Verpflegungszentrums 10.000“ in Bad-Neuenahr übernehmen. Die Gesamtleitung des Einsatzes liegt im Führungs- und Lagezentrum des DRK-Generalsekretariats. Damit werden Einheiten des Katastrophenschutzes durch den Hilfseinsatz des Deutschen Roten Kreuzes abgelöst und eine längerfristige Infrastruktur zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung und der vielen Helfer*innen im Schadensgebiet aufgebaut.  

Weiterhin ist im Rahmen des bayerischen Katastrophenschutzes ein Transportkontingent mit 23 Fahrzeugen (überwiegend Krankentransport- und Rettungswagen) und 50 Einsatzkräften bis zum 28. August 2021 im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration, in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Dieses Kontingent wurde um Betreuungs- und Verpflegungskomponenten  mit 15 Einsatzkräften zur Eigenversorgung der eingesetzten Kräfte ergänzt.

Darüber hinaus kommt das Bayerische Rote Kreuz mehreren Anforderungen des Führungs- und Lagezentrums des Deutschen Roten Kreuzes nach und stellt unter anderem 16 Kraftfahrer (seit 24.07.) und fünf All-Terrain-Vehicles (ATV) der Bergwacht-Bayern (seit 25.07.) zur Verfügung.

Das erste Hilfeleistungs-Kontingent wurde aus Unterfranken entsandt. Mittlerweile waren Einsatzkräfte aus dem gesamten Freistaat Bayern, teilweise auch mehrmals in Rheinland-Pfalz im Einsatz.

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news-911 Tue, 27 Jul 2021 11:46:21 +0200 70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention am 28. Juli 2021: Integration von Anfang an! https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/70-jahre-genfer-fluechtlingskonvention-am-28-juli-2021-integration-von-anfang-an.html Vor 70 Jahren wurde die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet – eines der ersten Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen. Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die Rechte von Flüchtlingen zu gewährleisten. Dazu zählen unter anderem das Recht auf Religionsfreiheit, auf Bewegungsfreiheit, auf Bildung und das Recht zu arbeiten. Außerdem sollen Flüchtlinge die gleiche gesundheitliche Versorgung erhalten können wie Menschen im Zufluchtsland. Menschenrechte gelten auch für Geflüchtete

„Die in der Flüchtlingskonvention formulierten Rechte, müssen auch Geflüchteten in Deutschland gewährleistet werden“, fordert Margit Berndl, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern und Vorständin des Paritätischen in Bayern. Das sei eigentlich eine Selbstverständlichkeit, da Deutschland Vertragsstaat ist. Deutschland könne schwerlich andere Staaten wegen Menschenrechtsverletzungen anprangern, wenn Menschenrechte je nach Herkunft auch hier unterschiedlich interpretiert werden.

„Der Zugang zu Sprachkursen, zu Bildung und Arbeit ist außerdem der zentrale Schlüssel für gelingende Integration. Diese ist eine wichtige Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Damit Integration erfolgreich sein kann, müssen Geflüchtete von Anfang an die Chance dazu bekommen, sich zu integrieren,“ so Berndl weiter.

Verharren in Wartestellung verstärkt psychische Belastung

Bei den meisten Geflüchteten sei der Wille, möglichst schnell eine Arbeit zu finden, die Sprache zu lernen und im Aufnahmeland anzukommen, gerade am Anfang sehr groß. Oft werde dieser anfängliche Elan durch strukturelle und gesetzliche Barrieren abgebremst. Je länger Geflüchtete darauf warten müssten, mit dem Leben in Deutschland starten zu können, umso schwieriger gestalte sich später die Integration. Oft sind Geflüchtete gezwungen monate- oder jahrelang in Wartestellung zu verharren. Auch psychische Folgen der Flucht verstärken sich durch fehlende Struktur und Sicherheit im Aufnahmeland und durch fehlende Behandlungsmöglichkeiten.

Geflüchtete brauchen frühzeitig Zugang zu psychosozialen Angeboten

Laut Schätzungen leiden etwa 30 Prozent der Geflüchteten unter Traumafolgestörungen. „Sie brauchen frühzeitig Zugang zu psychosozialer Beratung und Therapie. Um eine bedarfsgerechte Versorgung von Anfang an zu ermöglichen, müssen Geflüchtete frühzeitig auch zu staatlich finanzierten psychosozialen und therapeutischen Angeboten uneingeschränkt Zugang erhalten“, fordert Berndl abschließend.

Hintergrundinformationen:

Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) ist ein völkerrechtliches Abkommen, das 1951 verabschiedet wurde, 1954 in Kraft trat und offiziell "Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge" heißt. Es bildet bis heute die Grundlage des internationalen Flüchtlingsrechts. Die GFK definiert, wer ein Flüchtling ist und welche rechtlichen Schutzgarantien, Hilfen und sozialen Rechte die Unterzeichnerstaaten Flüchtlingen gewähren müssen. Dazu zählen zum Beispiel das Recht auf Religions- und Bewegungsfreiheit, das Recht, zu arbeiten, oder das Recht auf Bildung.

Gleichzeitig beschreibt das Abkommen die Pflichten, die ein Flüchtling dem Gastland gegenüber erfüllen muss. Flüchtlinge müssen die Gesetze und Bestimmungen des Asyllandes respektieren. Mit dem Protokoll von 1967 wurde der Wirkungsbereich der Konvention sowohl zeitlich als auch geografisch erweitert. 149 Staaten sind bisher beigetreten.

In der Freien Wohlfahrtspflege Bayern sind das Bayerisches Rotes Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der Landes-Caritasverband Bayern, die Diakonie Bayern, der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern organisiert. Als Verband unterstützt die Freie Wohlfahrtspflege Bayern ihre Mitglieder durch Koordination und Absprachen bei der Realisierung von Zielen, mit denen sie ihren Beitrag dazu leisten, Bayern sozial zu gestalten. Gemeinsam erbringen die Verbände rund 75 Prozent aller sozialen Dienstleistungen in Bayern. Sie unterstützen Geflüchtete und andere Zugewanderte bei der Integration mit hauptamtlicher Flüchtlings- und Integrationsberatung, Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, Jugendmigrationsdiensten, Projekten und Maßnahmen sowie Koordination von ehrenamtlichen Helfer*innen.  Diese Angebote werden mit staatlichen Fördergeldern und Eigenmitteln finanziert.

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news-910 Tue, 27 Jul 2021 09:30:00 +0200 „Diese Lage ist mit Worten nicht zu beschreiben“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/diese-lage-ist-mit-worten-nicht-zu-beschreiben.html Holger Zirkelbach hat vergangene Woche die bayerischen PSNV-Einheiten in Rheinland-Pfalz geführt. Für den Bezirksverband Oberbayern des BRK war er im Schadensgebiet im Einsatz und erzählt uns im Gespräch von seinen Eindrücken. Wie der Dialekt aus Bayern hilft und was er so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Wie lange waren Sie in Rheinland-Pfalz im Einsatz und wo genau?

Ich war stationiert in der PSNV-Sammelunterkunft am Nürburgring, von dort aus sind wir in verschiedene Gebiete gefahren: Schuld, Insul, Ahrweiler, Dernau und Remagen. Von Montag, 19. Juli bis Samstag, 24. Juli 2021 war ich im Einsatz.

Sie haben die bayerischen PSNV-Einheiten geführt: Was war Ihre Aufgabe?

Ich habe die Einheiten geführt, aber ich bin auch draußen bei den Leuten gewesen und bin mit in die Betreuung gegangen. Mein Führungsstil ist eher aus der Mitte heraus. Die Führungsrolle hat sich aber erst vor Ort spontan ergeben, im Laufe des Einsatzes habe ich auch Einheiten aus Stralsund und Berlin geführt sowie Transport Komponenten aus Altenkirchen und Arzfeld. Das hatte alles nichts mit einem normalen PSNV-Einsatz zu tun, wir haben eher unterschwellig agiert. In Sinzig sind 12 Menschen mit Behinderung ertrunken, mit den Angestellten des Heims und der Behindertenwerkstatt haben wir viele intensive Gespräche geführt. Einsatzkräfte sind auch auf uns zugekommen, es gab immer wieder Bedarf von vielen Seiten.

Sie haben sicher viele erschütternde Dinge gesehen – was wird Ihnen nicht so schnell aus dem Kopf gehen?

Ich war in Ahrweiler und der Friedhof dort war total verwüstet. Es steht fast kein Grabstein mehr, eigentlich ist gar nicht mehr erkennbar, dass das mal ein Friedhof war. Dort habe ich einen Mann getroffen, dessen Familie bereits vor dem Unglück verstorben war. Er hat bei der Katastrophe vieles verloren und keine Bilder mehr von seiner Familie, nun hat er nicht mal mehr ein Grab von ihnen.

Wie können Sie als PSNV-Einheiten helfen? Vertrauen sich die Leute schnell fremden Personen an?

In diesem Fall war es eher so: Man muss die Leute machen lassen. Die schaufeln und werkeln, wir wollen diese Tätigkeit nicht unterbrechen. Wir sind vor Ort, haben Wasser, Schokolade oder etwas Traubenzucker dabei und sprechen sie eher an mit „Trinken Sie doch mal einen Schluck“, dann kommt man eventuell ins Gespräch. Es gibt viele Betreuungsstellen, wo Essen ausgegeben wird. Auch da sind wir vor Ort, sind ansprechbar für diejenigen, die das möchten. Mit dem bayerischen Dialekt kommt man auch gut ins Gespräch. „Ihr kommt ja nicht von hier, das hört man.“ „Ihr seid aus Bayern? Da kommt ihr extra her?“ Sowas startet etwas niederschwellig, dann geht es tiefer.

Was gehört noch zu Ihrem Aufgabenspektrum?

Wir begleiten das Überbringen von Todesnachrichten oder stehen den Menschen bei, wenn ihre Häuser abgerissen werden. Es nimmt die Leute sehr mit, wenn sie schon tagelang Dreck aus dem Haus gebracht haben und es dann doch abgerissen werden muss. Diese Lage ist mit Worten nicht zu beschreiben – Infrastruktur, Strom, Wasser, alles ist weg. Es hat Orte gegeben, die erst nach 4 Tagen zum ersten Mal erreicht wurden, die Leute dort haben ausgeharrt, das ist unvorstellbar.

Nicht nur Betroffene, auch Einsatzkräfte benötigen Unterstützung. Inwiefern unterscheidet sich Ihre Arbeit bei diesen beiden Gruppen?

Wir bezeichnen das als E-PSNV, das E steht für Einsatzkraft. Das läuft ganz anders als für Betroffene, weil wir bereits davor viel Prävention betreiben. Wir sprechen auf Augenhöhe, von Kamerad zu Kamerad. Ein Feuerwehrler, der Leichen geborgen hat, setzte sich zu mir und wollte kurz reden – daraus sind 1,5 Stunden geworden. Jemanden aus meinem eigenen Team würde ich aber nicht betreuen, da braucht es eine Grenze. In der Akutphase, wenn man jetzt jemanden zum Reden braucht, sind wir natürlich da. Jeder entscheidet selbst, wem er vertraut. Was mir besonders aufgefallen ist: egal welche Ausrüstung oder Uniform man trägt, es gab ein sehr deutlich spürbares WIR-Gefühl und auch schöne Momente.

Warum ist dieser Einsatz auch für langjährig erfahrene PSNVler eine Herausforderung?

Neben der Masse der betroffenen Menschen, ist es für mich die Wucht der Zerstörung. Auch weil diese nicht örtlich zu begrenzen ist. Ein ganzes Tal wurde mit einer unvorstellbaren Wucht zerstört, teilweise waren die Flutwellen 10m hoch und haben ganze Brücken weggerissen. Wenn man all das sieht, kann man die Gewalt, die dort gewütet hat, zwar nachvollziehen, aber nicht verstehen.

Würden Sie wieder in einen solchen Einsatz gehen, wenn Sie wissen, was für ein Schadensausmaß Sie erwartet?

Selbstverständlich. Das ist das, warum ich dieses Ehrenamt mache. Wir können in diesem Moment helfen und die Hilfe ist wichtig und sie ist gut. Ich würde es jederzeit wieder machen. Ein großer Dank gilt all meinen Kolleginnen und Kollegen, auch denjenigen im Hintergrund oder die zuhause die Stellung gehalten haben, besonders aber Iris Schessel, unserer Bezirksfachdienstleitung.

Wie sieht die Ausbildung bei den PSNV-Einheiten aus?

Um bei uns mitzumachen führt man zuerst Eignungsgespräche, danach folgt ein Grundlehrgang von 16 Stunden, anschließend ein Fachlehrgang von 88 Stunden. Als Praktikant begleitet man 1-2 Einsätze, damit man weiß, was auf einen zukommt. Danach legt man eine Prüfung ab und fährt schließlich bei 10 Hospitationseinsätzen mit. Dann kann man helfen, aber man lernt mit jeder Erfahrung weiter dazu. Es vergeht kein Einsatz, bei ich nichts dazulerne. Eine derartige Katastrophe wie in Rheinland-Pfalz habe ich zum ersten Mal erlebt. Sich auf die Situation einlassen, mit Struktur an die Sache rangehen und seinen gesunden Menschenverstand einsetzen – darauf kommt es an. Erleben, abarbeiten und dann verkraften gilt auch für uns. Auch PSNVler brauchen und bekommen Unterstützung.

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news-909 Wed, 21 Jul 2021 13:38:23 +0200 Bayern entsendet weitere Einheiten nach Rheinland-Pfalz https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayern-entsendet-weitere-einheiten-nach-rheinland-pfalz.html Die Lage in Rheinland-Pfalz ist weiterhin unübersichtlich und bedrückend. Der Einsatz des Bayerischen Roten Kreuzes ist nach wie vor dringend notwendig. Das 170 Einsatzkräfte starke Hilfeleistungskontingent, wird nun zum zweiten Mal abgelöst. Während das erste Kontingent aus Unterfranken am Dienstag durch das oberfränkische Kontingent abgelöst wurde, wird dieses nun durch das mittelfränkische Kontingent abgelöst.

Der Lagedienst-Bayern hat bereits am Dienstagabend die Alarmierung des Hilfeleistungskontingents Mittelfranken in die Wege geleitet. Die Abfahrt der Einsatzkräfte aus dem Sammelraum ist heute am frühen Mittag erfolgt. Daher wird die Ablöse für das oberfränkische Kontingent voraussichtlich am späten Nachmittag im Schadensgebiet eintreffen.

Weiterhin hat das Bayerische Rote Kreuz 3 zusätzliche Einheiten der Psychosozialen-Notfallversorgung (PSNV) mit 20 Einsatzkräften in das Schadensgebiet entsandt. Aufgrund der unbeschreiblichen Tragik muss auch die seelische Erste Hilfe in den Fokus gerückt werden. Dabei sollen sowohl Betroffene, aber auch Einsatzkräfte psycho-sozial betreut werden. Insgesamt werden mit Ablauf des heutigen Tages 6 PSNV-Einheiten mit insgesamt 40 Einsatzkräften im Einsatz sein.

Darüber hinaus entsendet das Bayerische Rote Kreuz ein Betreuungs-Kontingent aus der Oberpfalz nach Rheinland-Pfalz. Diese Einheit umfasst rund 60 Einsatzkräfte, 12 Fahrzeuge und ist spezialisiert auf die Betreuung und Verpflegung von bis zu 500 Personen gleichzeitig.

Damit hat Bayern mit Ablauf des heutigen Tages rund 600 Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz im Einsatz gehabt.

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news-908 Mon, 19 Jul 2021 09:02:58 +0200 Bayerische Einsatzkräfte weiterhin in Rheinland-Pfalz gefordert / Kräfte werden abgelöst https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayerische-einsatzkraefte-weiterhin-in-rheinland-pfalz-gefordert-kraefte-werden-abgeloest.html Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat in einem Hilfeersuchen am 17.07.2021 gegen 06:30 Uhr umfassende Einheiten aus dem Freistaat Bayern angefordert. Diese wurden umgehend alarmiert und trafen am frühen Samstagabend im Schadensgebiet ein. Die über 170 ehrenamtlichen Einsatzkräfte aus Unterfranken werden daher nach 72 Stunden Einsatz am heutigen späten Abend durch Einsatzkräfte aus Oberfranken abgelöst. Daher hat der Lagedienst des Bayerischen Roten Kreuzes das „Hilfeleistungskontingent Standard“ der Regierung von Oberfranken am Montagmorgen, um 7:00 Uhr, alarmiert. Die Abfahrt der Einsatzkräfte aus dem Sammelraum ist für spätestens 15:30 Uhr geplant. Nach einer Lageunterweisung werden die unterfränkischen Einsatzkräfte planmäßig am frühen Dienstagmorgen die Rückreise nach Bayern antreten. Der Einsatz der oberfränkischen Kräfte ist zunächst auf 72 Stunden begrenzt.

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news-907 Sat, 17 Jul 2021 09:49:31 +0200 Bayern entsendet umfassende Einheiten in das Schadensgebiet https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayern-entsendet-umfassende-einheiten-in-das-schadensgebiet.html Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat in einem Hilfeersuchen am 17.07.2021 gegen 06:30 Uhr umfassende Einheiten aus dem Freistaat Bayern angefordert. Das Bayerische Rote Kreuz stellt mit dem Arbeiter-Samariter-Bund und dem Malteser-Hilfsdienst ein ‚Hilfeleistungskontingent Standard‘ zur Verfügung. Dieses Kontingent umfasst rund 125 Einsatzkräfte und 50 Einsatzfahrzeuge, zusammengesetzt aus

  • fünf Transportkomponenten aus je 2 Krankentransportwagen,
  • zwei Versorgungskomponenten zur technischen und verpflegerischen Versorgung
  • vier Behandlungskomponenten aus je einem Mannschaftstransportwagen und einem Gerätewagen-Sanitätsdienst,
  • einer Technikkomponente,
  • einer Führungskomponente,
  • einer Einheit ‚Information und Kommunikation‘,
  • und einem zusätzlichen ‚Gerätewagen Sanitätsdienst 50‘.

Die Einheiten wurden um 08:30 Uhr alarmiert und werden am frühen Mittag die Fahrt nach Rheinland-Pfalz antreten.

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news-906 Thu, 15 Jul 2021 20:45:00 +0200 Bayern entsendet zwei Wasserrettungszüge nach Nordrhein-Westfalen https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayern-entsendet-zwei-wasserrettungszuege-nach-nordrhein-westfalen.html Vor wenigen Minuten hat das Bayerische Rote Kreuz ein Hilfeersuchen des Landes Nordrhein-Westfalen übermittelt bekommen. Umgehend wurden zwei Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge der Wasserwacht-Bayern alarmiert. Da bereits eine erhöhte Alarmbereitschaft besteht, können diese Einheiten binnen kürzester Zeit ausrücken und die Fahrt in den Norden antreten. Die Wasserrettungszüge werden aus den Bezirksverbänden Unterfranken und Oberbayern entsendet.

Weiterhin bleiben drei Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge in erhöhter Alarmbereitschaft aufrechterhalten, um weitere schnelle Reaktionen im Einsatz- und Bedarfsfall inner- und außerhalb Bayerns sicherzustellen.

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news-905 Thu, 15 Jul 2021 09:35:38 +0200 Zwei Luftrettungs-Spezialisten der Wasserwacht unterwegs nach Rheinland-Pfalz https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/zwei-luftrettungs-spezialisten-der-wasserwacht-unterwegs-nach-rheinland-pfalz.html Mehrere Landkreise in Rheinland-Pfalz haben den Katastrophenfall festgestellt. Die Wasserwacht-Bayern des Bayerischen Roten Kreuzes wurde heute um 7:19 Uhr von der Polizeihubschrauberstaffel-Bayern um Unterstützung gebeten und wird daher zwei „Air-Rescue-Specialists“ (ARS) für zwei Einsatzmaschinen der Polizei zur Verfügung stellen. Die Einsatzkräfte werden derzeit in das Schadensgebiet nach Rheinland-Pfalz geflogen. Derzeit sind keine weiteren Einheiten der Wasserwacht-Bayern in und außerhalb Bayerns angefordert. Die Alarmbereitschaft der fünf Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge bleibt weiterhin aufrechterhalten um schnelle Reaktionen im Einsatz- und Bedarfsfall inner- und außerhalb Bayerns sicherzustellen.

 

Bild: Symbolfoto

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news-904 Wed, 14 Jul 2021 09:36:03 +0200 Hof: Lage stabilisiert / Katastrophenfall aufgehoben https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hof-lage-stabilisiert-katastrophenfall-aufgehoben.html Die Starkregenfälle im Landkreis Hof sorgten für ein erhöhtes Einsatzaufkommen in der Integrierten Leitstelle Hochfranken des Bayerischen Roten Kreuzes. Hier laufen Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischer Hilfeleistung und Krankentransport unter dem Notruf 112 zusammen. Im relevanten Ereigniszeitraum (13.07.2021 16:00 Uhr bis 14.07.2021 01:00 Uhr) wurden der Integrierten Leitstelle rd. 700 Einsätze gemeldet. Davon waren 650 Einsätze unwetterbedingt. Die übrigen 50 betreffen rettungsdienstliche Einsätze.

Dabei wurden 866 Notrufe unter der „112“ angenommen und abgearbeitet. Die Einsätze beschränkten sich überwiegend auf den nördlichen Landkreis Hof, insbesondere die Gemeinden und Stadtgebiete Selbitz, Köditz, Berg, Feiltzsch und die Stadt Hof.

Darüber hinaus zeigten sich Einsatzschwerpunkte im Landkreis Wunsiedel, dabei überwiegend in Selb und Arzberg. Die Integrierte Leitstelle Hochfranken war mit 17 Mitarbeitenden in voller Besetzung tätig.

Der Landkreis Hof hat den Katastrophenfall am 14.07.2021, 8:00 Uhr, aufgehoben.

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news-903 Tue, 13 Jul 2021 21:32:07 +0200 Hof: Katastrophenfall wegen Starkregenfälle https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hof-katastrophenfall-wegen-starkregenfaelle.html Aufgrund der anhaltenden Starkregenfälle wurde im Landkreis Hof um 20:50 Uhr der Katastrophenfall gem. Art. 4 Abs. 1 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes festgestellt. Seit ca. 15:45 Uhr ist in der Integrierten Leitstelle Hochfranken, die durch das Bayerische Rote Kreuz betrieben wird, ein erhöhtes Einsatzaufkommen feststellbar. Deshalb wurde das Personal der Integrierten Leitstelle um dienstfreies und in Bereitschaft befindliches Personal aufgestockt. Die Leitstelle befindet sich aktuell in Vollbesetzung. Von 15:45 bis 21:00 Uhr wurden rd. 500 unwetterbedingte Einsätze alarmiert.

Wir bitten um Verständnis, dass feuerwehrbedingte Einsätze aufgrund des hohen Aufkommens priorisiert werden müssen und Wartezeiten anfallen können. Die rettungsdienstliche Versorgung ist sichergestellt. Beim Notruf 112 kann es in Einzelfällen allerdings zu geringen Wartezeiten kommen. Bitte wählen Sie den Notruf 112 nur im ausdrücklichen Notfall.

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news-902 Sun, 11 Jul 2021 13:24:32 +0200 Kräftezehrender Einsatz gegen Wassermassen https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/kraeftezehrender-einsatz-gegen-wassermassen.html Aufgrund der Starkregenereignisse in Bayern und der dadurch steigenden Pegel mit Überflutungsszenarien speziell im Bereich Ober-, Unter- und Mittelfranken wurden die fünf Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge der Wasserwacht-Bayern bereits am Freitagnachmittag in Alarmstufe 1 (von 3), sowie die Kräfte der hubschraubergestützten Wasserrettung in Alarmstufe 2 versetzt. Durch die steigenden Wasserpegel in den Regierungsbezirken

  • Oberfranken
  • Unterfranken
  • Mittelfranken

wurden im Zeitraum von Freitag bis Samstagmittag bis zu 17 Schnelleinsatzgruppen in den BRK-Bezirksverbänden „Ober- und Mittelfranken“ und „Unterfranken“ alarmiert. Diese sind mit rd. 110 Einsatzkräften im Einsatz.

Dabei hilft die Wasserwacht-Bayern den in Not geratenen Anwohnern und evakuiert diese beispielsweise mit Rettungsbooten aus ihren Häusern und Wohnungen.

Der Vorsitzende der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber, erläutert: "Gegen die Wassermassen anzukommen, ist kräftezehrend, weshalb die Einsatzkräfte in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden müssen."

Der Hochwassereinsatz ist nicht ungefährlich, ergänzt Huber: "Durch umhertreibende Gegenstände geht eine Gefahr für die im Wasser befindlichen Einsatzkräfte aus. Aufgrund des trüben Wassers ist oft nicht erkennbar, wie tief das Wasser ist und welche beispielsweise scharfkantigen Gegenstände angeströmt kommen."

Aufgrund dieser Lageentwicklung wurden die Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge (K-WRZ) aus Mittelfranken und Schwaben am Samstagmorgen in Alarmstufe 2 versetzt.

Bayernweit stehen derzeit 5 Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge der Wasserwacht mit ca. 160 Einsatzkräften auf Abruf bereit, um im Bedarfsfall kurzfristige personelle und materielle Unterstützung zuführen zu können. Die Wasserwacht-Bayern hat auf Landesebene den Krisenstab einberufen. Die Mitglieder des Krisenstabs stehen in regelmäßigem Kontakt zu den Kräften vor Ort und können rund um die Uhr weitere Einheiten und Fachberater entsenden.

Erklärung der Alarmstufen:

Es gibt insgesamt drei Alarmstufen, die "Alarmstufe 1" ist dabei die niedrigste Stufe. Aus dieser Stufe resultieren folgende Maßnahmen: Überprüfung der Alarmsicherheit einzelner Einheiten, des Materials und der Erreichbarkeiten. Dadurch stellen wir sicher, dass im Falle einer Alarmstufenerhöhung alle Erreichbarkeiten und Kommunikationswege sichergestellt sind.

"Alarmstufe 2" bedeutet, dass Einheiten in einen Voralarm bei Großschadensfällen oder im Katastrophenfall versetzt werden. Dabei begeben sich Einsatzkräfte aktiv auf die jeweilige Rettungswache oder zum jeweiligen Kreisverband. Die Fahrzeuge werden allerdings noch nicht besetzt.

"Alarmstufe 3" entspricht dem tatsächlichen Alarm und die Besetzung der Einsatzfahrzeuge mit einem zeitnah folgenden Einsatzauftrag. 

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news-901 Fri, 09 Jul 2021 11:30:00 +0200 "BAYERN SCHWIMMT 2021" mit Schwerpunkt Schwimmabzeichen und Freigewässer https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayern-schwimmt-2021-mit-schwerpunkt-schwimmabzeichen-und-freigewaesser.html Die Wasserwacht-Bayern startete heute Vormittag BAYERN SCHWIMMT 2021 im Freisinger Bad „fresch“, um Kinder, Jugendliche und Eltern sicher durch den Sommer zu bringen. Auf dem virtuellen Lernprogramm stehen Schwimmtechniken und -abzeichen, die Einschätzung von Gefahren am und im Wasser sowie die Baderegeln.

„Kinder und Eltern zu motivieren, schwimmen zu lernen ist eines der Ziele der Kampagne. Ebenso wichtig ist es, sie überhaupt für das Thema Schwimmen und Sicherheit im und am Wasser zu sensibilisieren, und zwar rechtzeitig vor den Sommerferien. Denn die bundesweit ertrunkenen Kinder und Jugendlichen direkt zu Beginn des Sommers sind ein Warnsignal“, so Thomas Huber MdL, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern und ergänzt: „Wir haben Aufholbedarf! Aufgrund der coronabedingten Bäderschließungen ist vielfach der Schulsport ausgefallen. Mit der digitalen Neuauflage von ‚BAYERN SCHWIMMT‘ bieten wir eine attraktive und ergänzende Möglichkeit des virtuellen Lernens.“  

Die Kampagne für Kinder, Eltern und Lehrkräfte findet zum 3. Mal statt und bekommt auch in diesem Jahr prominente Unterstützung. Landtagspräsidentin Ilse Aigner engagiert sich seit Beginn als Schirmherrin und hat heute Vormittag gemeinsam mit Staatsminister Prof. Dr. Michael Piazolo und dem Landesvorsitzenden der Wasserwacht Bayern, Thomas Huber, MdL, die Kampagne vorgestellt, die pandemiebedingt erneut online stattfindet. Dazu zählen neben den schriftlichen Inhalten auf www.bayernschwimmt.de sieben Video-Tutorials. Ziel ist es, Kinder sicher ans Wasser zu gewöhnen, sie sicher zum Schwimmen zu bringen und sie für Gefahren zu sensibilisieren. Für die kindgerechte Ansprache sorgen ehrenamtliche Ausbilder*innen der Wasserwacht sowie Julian Janssen, der als „Checker Julian“ aus dem KiKA bekannt ist.

Für Landtagspräsidentin und Schirmherrin Ilse Aigner bedeutet Schwimmen Freiheit: „Auf einem schönen See zu schwimmen, in die Weite zu schauen, sich vom Wasser umspülen zu lassen – das ist für mich einfach Freiheit. Dieses Erleben wünsche ich anderen Menschen ebenfalls. Danke, dass die Wasserwacht hier für die nötigen Grundlagen und die Sicherheit im und am Wasser sorgt.“

Ähnlich sieht es Staatsminister für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Michael Piazolo, der das große Engagement der Ehrenamtlichen der Wasserwacht hervorhebt und wünscht, „dass möglichst alle unsere Kinder, Schüler und Schülerinnen in Bayern von dieser tollen Aktion profitieren. Die Corona-Pandemie hat vielen Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Schwimmen erschwert. Es ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Eltern, Schule und Verbänden, die Freude und die Sicherheit beim Schwimmen zu vermitteln. Daher war es uns ein wichtiges Anliegen, den Schwimmunterricht in der Schule schnell wieder zu ermöglichen und zusätzliche Schwimmangebote zu machen.“

Der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Leonhard Stärk, ergänzte schließlich: „Jetzt zählt, dass wir den Kindern – soweit und solange es die Pandemie zulässt – Normalität ermöglichen, Unbeschwertheit bieten und Freiheit vermitteln. Der beste Ort für Freiheit ist das Wasser. Freiheiten, und auch das hat die Pandemie gezeigt, müssen immer mit einem gewissen Schutz und der Sicherheit verbunden sein. Lassen Sie uns also gemeinsam dazu beitragen, dass unsere Kinder in und mit Sicherheit Freiheit genießen dürfen.“

Schwerpunkt der sieben Videos sind in diesem Jahr Freigewässer, denn sie stellen auch geübte Schwimmer*innen vor zahlreiche und bisweilen lebensbedrohliche Herausforderungen. Umso größer sind die Gefahren für Kinder. Insbesondere nachdem seit Jahren die Schwimmfähigkeit von Grundschülern abgenommen hat. Außerdem schließen immer mehr Schwimmbäder, unabhängig von der Pandemie, und damit zieht es Kinder und Familien in der Badesaison an Seen und Flüsse.

BAYERN SCHWIMMT 2021 zeigt außerdem Tutorials für das Seepferdchen und das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze (DSA Bronze), denn nur Letzteres bedeutet, dass ein Kind wirklich sicher schwimmen kann. Beim Seepferdchen müssen Kinder nach einem Sprung vom Beckenrand 25m am Stück Schwimmen können sowie einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser auftauchen, das DSA Bronze erfordert 200m Schwimmen in 15 Minuten, einen Sprung ins Wasser, das Auftauchen eines Gegenstands aus 2m Tiefe sowie die Kenntnis der Baderegeln.

Die ersten vier Videos zu Kampagne, Seepferdchen, DSA Bronze und Schwimmen lernen am See gehen heute online. Demnächst folgen weitere Videos zu den Baderegeln, die sich mit dem eigenen Körper und dem Schwimmen in Flüssen und Seen sowie deren Besonderheiten befassen.

Weitere Informationen unter www.bayernschwimmt.de.

Die Videos können Sie *hier* via YouTube ansehen.

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news-900 Tue, 29 Jun 2021 08:00:00 +0200 Was kommt in die Altkleidersammlung? https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/was-kommt-in-die-altkleidersammlung.html Über 3.700 Altkleider-Container betreibt das Bayerische Rote Kreuz im Freistaat. Dank der Bürger*innen erhalten wir auf diesem Wege fast 16.300 Tonnen Altkleider pro Jahr. Ein Teil davon wird in unseren Kleiderkammern und -läden aufbereitet und weiterverkaufet. Der Anteil an Müll steigt immer mehr. Das Sortieren von „Müll“ und „guter Kleidung“ ist zeit- und kostenintensiv und in vielen Fällen nicht stemmbar.


Nicht selten landen zerrissene und nicht verwendbare Kleidung, aber auch Elektrogeräte oder Hausmüll in den Containern. Besonders dann, wenn Flüssigkeiten oder Lebensmittel im Container landen, wird auch die restliche Ware „unbrauchbar“, da die Aufbereitung nicht mehr möglich ist.


Ca. 20 % der eingeworfenen Spenden sind Müll, von denen wiederum in etwa die Hälfte gar keine Kleidungsstücke, sondern beispielsweise Elektrogeräte, Teppiche, Farbeimer oder Hausmüll sind. Die zweite Hälfte besteht aus nicht mehr tragbarer, nasser oder stark verschmutzter Kleidung, Zudecken und Kissen, die nicht mit Federn, sondern mit Kunststoff gefüllt sind, Schuhe, die nicht paarweise gebündelt wurden.


In 2019 wurden 1.640.000 Kleidungsstücke über die Kleiderläden und Kleiderkammern in zweite Hände gegeben.

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news-899 Thu, 24 Jun 2021 16:36:56 +0200 #blickinszentrum: "Uns fehlt eine klare Aussage, wie es nach dem 30. September weitergeht" https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/blickinszentrum-uns-fehlt-eine-klare-aussage-wie-es-nach-dem-30-september-weitergeht.html Wie geht es eigentlich unseren Kolleg*innen in den Impfzentren? Andrea Hainzinger leitet die Impfzentren Pfaffenhofen und Geisenfeld – wir haben mit ihr über fehlenden Impfstoff, fehlende Perspektiven und die Kämpfermentalität ihres Teams gesprochen. Andrea, wie geht's dir als Leiterin des Impfzentrums Pfaffenhofen gerade, mit welchen Themen beschäftigst du dich aktuell?

Von Anfang an begleitet mich das Thema fehlender Impfstoff. Ein akutes Thema ist natürlich die Verlängerung der Impfzentren mit Kostenübernahme nach dem 30. September. Die ersten Mitarbeiter*innen haben sich bereits umorientiert, weil wir ihnen keine Perspektive bieten können. Sie müssen natürlich auch ihre Mieten bezahlen. Das ist für uns ein großes Problem.

Vergangene Woche sagte unser Gesundheitsminister, dass die Impfzentren sehr wohl weitergeführt werden sollen - aber du weißt wahrscheinlich nicht, in welcher Form das passiert?

Es wurde davon gesprochen, die Kapazitäten zu reduzieren, um sie später wieder hochzufahren, wir haben aber absolut noch keine Informationen bekommen. Ich weiß nicht, wie wir ein solches Vorgehen umsetzen sollen. Ich kann das Personal nicht verabschieden und nach einer Woche sagen, dass ich sie wieder brauche.

Nochmal kurz zurück zum Impfstoff: Seit wann kämpft ihr mit der Impfstoffknappheit?

Im Prinzip hatten wir von Anfang an Impfstoffknappheit. Einen Einbruch haben wir definitiv erlebt, als die Hausärzte und dann auch die Betriebsärzte mitimpfen konnten. Nach außen wurde vermittelt, dass sich dadurch die Kapazitäten erhöhen. Letztendlich wurde aber bei uns der Impfstoff dafür abgezogen, wir sitzen weiterhin auf dem Trockenen und haben unser Personal zeitweise in den Zwangsurlaub geschickt.

Wir haben zwei Impfzentren im Landkreis - in Geisenfeld und in Pfaffenhofen. Nur mit einer Schicht ist es für uns möglich, in jedem Impfzentrum 500 Impfungen täglich durchzuführen, da sprechen wir noch nicht einmal von einem Zwei-Schicht-System. Wir haben aktuell oft unter 100 Impfungen pro Impfzentrum, einfach weil der Impfstoff fehlt. Wenn sich die Politik dann fragt, warum die Impfzentren so teuer sind, stimmt für mich die Fragestellung einfach nicht. Wir haben hier Impfzentren ohne vollen Durchlauf, das ist natürlich teuer. Ohne Impfstoff können wir nicht impfen.

Wie ist die Stimmung in deinem Team, gibt es da schon großen Frust?

Es ist wirklich demotivierend für die Mitarbeiter*innen. Es fehlt das Gefühl zum Feierabend, dass viel passiert ist und man vielen Menschen geholfen hat. Es hat uns große Freude gemacht, wenn Menschen glücklich aus unserem Impfzentrum gegangen sind, ihre Enkel endlich wieder sehen und Anschluss an die Gesellschaft haben können. Aber aktuell laufen die Impfungen tröpfchenweise. Dazwischen wird geputzt, Material überprüft - aber diese Aufgaben halten nicht den ganzen Tag.

Was wünschst du dir konkret von der Politik außer natürlich Impfstoff?

Eine klare Aussage, wie es nach dem 30. September weitergeht. Ob wir weiter bestehen bleiben, das Personal weiter beschäftigen können.  Jeder spricht von potenziellen Drittimpfungen oder Nachimpfungen, von der Delta-Variante. Es steht aktuell noch so viel in den Sternen. Aktuell habe ich das Gefühl, die Politik ruht sich auf der Inzidenz aus. Impfstoffplanung ist von Anfang an ein Riesenthema. Ich kann unsere Mitarbeiter-Einsatzpläne nur von Woche zu Woche schreiben, weil ich nicht weiß, wieviel Impfstoff ich nächste Woche erhalte. An dieser Stelle muss ich mich auch von Herzen bei den Mitarbeiter:innen bedanken, dass sie da überhaupt mitspielen.

Wie reagieren die Bürger:innen auf die aktuelle Situation?

Wir haben bei uns in Pfaffenhofen einen Callcenter eingerichtet. Bevor die Inzidenz gefallen ist, ist unsere Hotline übergelaufen vor Beschwerden. Das landet leider bei uns und nicht an der richtigen Stelle, bei der Regierung. Menschen haben nicht verstanden, warum sie mit Vorerkrankungen seit Januar keinen Termin bekommen, der Nachbarsjunge mit 18 Jahren im Betrieb geimpft wurde - ohne Vorerkrankungen. Das löst in der Bevölkerung großen Unmut aus, und das können wir auch nachvollziehen. Wir versuchen, Verständnis zu zeigen, aber auch unsere Mitarbeiter*innen haben bald kein Verständnis mehr für die Entscheidungen der Regierung.

Welche Frage hört ihr aktuell am häufigsten?

Die häufigste Frage ist: "Wann bekomme ich endlich einen Impftermin?" Mit fallender Inzidenz und Öffnungen für Geimpfte ist das natürlich extremer geworden. Oft hören wir auch die Frage: "Wie komme ich an meinen digitalen Impfpass?" Von den Mitarbeiter*innen: "Wie geht es weiter, kann ich hier bleiben?"

Wie geht's dir selbst in der täglichen Arbeit aktuell?

Am Anfang hatte ich Verständnis, es gab keine Blaupause für die Pandemie oder für Impfzentren. Mittlerweile verstehe ich manche Aktionen und die Unplanbarkeit nicht mehr. Wir erfahren neue Entscheidungen aus der Presse und haben an der Basis noch keinerlei Handwerkszeug erhalten, wie wir damit umgehen sollen. Das ist auch für uns sehr anstrengend.

Aber: Wir haben gezeigt, was wir als BRK auf die Beine stellen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Wenn meine Mitarbeiter*innen nicht so mitgezogen hätten, Überstunden gemacht hätten, Vorschläge eingebracht hätten, wenn wir uns nicht mit anderen Impfzentren ausgetauscht hätten, wäre es für uns alle nicht machbar gewesen.

Mehr Infos über das Impfzentrum Paffenhofen findet Ihr übrigens auf www.impfzentrum-pfaffenhofen.de oder auf der Website des BRK KV Pfaffenhofen.

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news-893 Tue, 22 Jun 2021 11:42:44 +0200 Unwetternacht von 21. auf 22. Juni über Bayern https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/unwetternacht-von-21-auf-22-juni-ueber-bayern.html In der vergangenen Nacht kam es in Teilen Bayerns zu erheblichen Unwettern. In den Integrierten Leitstellen des BRK mussten mehr als 400 Sturm- und Unwettereinsätze abgearbeitet werden. Im Krankenhaus Wolfratshausen fiel kurzzeitig sogar der Strom aus. Die Zusammenarbeit mit allen Einsatzkräften war hervorragend, die Einsatzintensität eher unwettertypisch. In der Integrierten Leitstelle Straubing kam es mit 150 unwetterbedingten Einsätzen zu der höchsten wetterbedingten Auslastung. Ganze 132 Einsätze wurden in der ILS Oberland, weitere 67 Einsätze in der ILS Donau-Iller und 60 Einsätze in der ILS Bayreuth abgearbeitet. In den Integrierten Leitstellen Coburg, Hochfranken, Mittelfranken-Süd und Schweinfurt blieb es vergleichsweise ruhig.

Im Leitstellenbereich der Integrierten Leitstelle Oberland kam es beispielsweise zu einigen vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen. Anders zeigte sich die Situation im Bereich Wolfratshausen: Hier kam es auf Grund eines heftigen Hagelschauers hauptsächlich zur Zerstörung von Dachfenstern mit anschließendem Wassereintritt in die betroffenen Gebäude. Das Krankenhaus Wolfratshausen wurde dabei ebenfalls stark beschädigt und musste daraufhin einen Aufnahmestopp verhängen.

Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen und Kollegen in den Integrierten Leitstellen, die stets einen kühlen Kopf bewahren und dafür sorgen, dass es „läuft“. Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen im Einsatz, ein solches Unwetter birgt nicht zuletzt auch Gefahren für die Einsatzkräfte.

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news-892 Mon, 21 Jun 2021 17:18:47 +0200 „Das Geschoss hat meinen Kollegen zum Glück um 30 cm verfehlt“ https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/das-geschoss-hat-meinen-kollegen-zum-glueck-um-30-cm-verfehlt.html Seit Samstag sorgt das schwäbische Augsburg für Schlagzeilen. Anlass sind Ausschreitungen, Krawalle und schließlich Dutzende Angriffe auf Polizei- und Rettungskräfte. Es ist traurige Realität, dass Aggressionsereignisse zum Alltag des Rettungsdienstes gehören. Die Qualität der Aggressionen, die seitens der Polizei sogar als Landfriedensbruch gewertet wird, ist eine Neue. Eine Qualität, die uns zu denken geben sollte. Am Samstag wurde der Krankentransportwagen zweier ehrenamtlicher Kollegen der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. aus Augsburg Ziel eines gefährlichen Angriffs mit einem noch unklaren Gegenstand. Die Folge: Glücklicherweise unverletzte Kameraden – und eine kaputte Windschutzscheibe. Sachschaden ist ersetzbar, was bleibt, ist eine perfide Tat und der tiefe Schock.

Rettungssanitäter Raphael Doderer war in der Nacht vor Ort – er führte das Fahrzeug, das zur Zielscheibe wurde. In einem Interview mit dem Bayerischen Roten Kreuz rekonstruiert er das Geschehene.

Wie hast du die Nacht von 19. auf 20. Juni in der Augsburger Innenstadt erlebt?

Um 1 Uhr nachts wurden wir, die Schnelleinsatzgruppen der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen, alarmiert. Der reguläre Rettungsdienst konnte die Lage in der Innenstadt nicht mehr bewältigen. Vor Ort waren Kollegen vom BRK, der Johanniter-Unfall-Hilfe, vom Malteser Hilfsdienst und der Bäuerle Ambulanz. Das Meldebild hat auf der Anfahrt harmlos ausgesehen. Ich dachte, es sind eben mehr Einsätze, weil auch mehr Menschen in der Innenstadt sind. Vor Ort angekommen hat es sich dann doch so herausgestellt, dass die Stimmung angespannt und aggressiv war. Wir sind dann auch mit entsprechenden Schutzvorkehrungen in die Einsätze gegangen. Und letztlich war es so, dass wir dann nach und nach abgerufen wurden.

Euer KTW wurde dann auch angegriffen, was ist genau passiert?

Genau, dieser eine Einsatz ging durch die Medien. Wir sind wegen einer verletzten Frau in die Maxstraße gerufen worden. Für uns hat sich das als sicherer Bereich gezeigt – auf der einen Seite war die Polizei und hat die Menschen abgehalten, ebenso wie von der Nebenstraße, sodass wir die Patientin gut ambulant behandeln konnten. Ich habe danach dem BR ein Interview gegeben, weil ich nicht nur Rettungssanitäter bei den Johannitern bin, sondern auch gleichzeitig ehrenamtlicher Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen. Während dem Interview flog eine Flasche oder Stein, man weiß es nicht, auf die Frontscheibe unseres KTW, die daraufhin zerborsten ist. Wir sind glücklich, ja gottfroh, dass das Geschoss den Kopf meines Kollegen um 30-50 cm verfehlt hat. Er stand direkt neben dem Einschlagloch. In dem Moment habe ich das Interview sofort abgebrochen, wir sind ins Auto und haben uns sofort zurückgezogen. Wir sind alle auf solche Situationen geschult, um auf solche Gefahren reagieren zu können und sind dann noch sensibler, vorsichtiger in die weiteren Einsätze gegangen. Es gab Zeiten, da waren alle 10 SEG-Fahrzeuge im Einsatz in dieser Nacht. Insgesamt waren es ca. 24 Behandlungen und 6 Patienten mussten in Kliniken transportiert werden. Flaschenwurfverletzungen. Schnittverletzungen, aber auch nach Pfefferspray etc. – das waren die Einsatzbilder.

Sind du oder Kollegen auch direkt angegriffen worden?

Naja, ich würde einen Wurf, der in die Richtung meines Kollegen geht, der seinen Kopf nur knapp verfehlt, als Angehen gegen den Kollegen betrachten. Da kann man sich natürlich drüber streiten, und ich bin nicht derjenige, der dies letztlich zu beurteilen hat. Wenn der Täter ermittelt wird, werden dies wohl Gerichte beurteilen müssen. Persönlich sehe ich nicht nur die Sachbeschädigung unseres Fahrzeuges, sondern das hohe Risiko, dem mein Kollege durch das Wurfgeschoss ausgesetzt war. Andere Kollegen sind bespuckt worden, andere Fahrzeuge wurden auch angegangen. Es war eine grundaggressive Stimmung in Teilen. Es gab aber auch viele friedlich feiernde Menschen.

Wie bist du mit der Situation umgegangen?

Mein Kollege und ich haben uns erstmal rausgenommen. Wir sind beide gottseidank sehr erfahren und haben ein Debriefing gemacht und auch die Lage für uns ernst genommen. Wir sind zunächst nicht mehr in den Einsatz gegangen. Ich habe dann aufgrund dieser Situation eher die Sprecher-Funktion übernommen, um den Einsatzleiter Rettungsdienst zu unterstützen. Später in der Nacht sind auch wir dann wieder in den Einsatz gegangen. Als dann rund 4 Stunden später alles beendet war, sind wir auf die Wache, haben die Scherben entfernt und haben uns um die formalen Aspekte gekümmert. Es ist ja nicht damit getan, dass eine Scheibe zerstört ist – wie wird das Fahrzeug wieder instandgesetzt, was muss mit der Polizei besprochen werden bzgl. Anzeige und so weiter.

Wie gehen du und dein Kollege mit dem Ereignis im Nachgang um?

Wir haben regelmäßig Kontakt, tauschen uns aus, stärken uns gegenseitig. Mein Thema war den ganzen Sonntag über Presseanfragen zu bearbeiten. Mein Kollege hat sich auch dazu bereit erklärt, ein Interview gegeben, aus seiner sehr betroffenen und persönlichen Sicht. Das Fatale ist, dass gestern ein anderer Rettungswagen der Johanniter auf einer Einsatzfahrt einen Unfall hatte – ein schwarzes Wochenende für uns.

Hast du eine derartige Situation schon mal erlebt?

Ich bin 20 Jahre lang ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz und Rettungsdienst tätig und das, was ich vergangenes Wochenende erlebt habe, habe ich so noch nie erlebt und will ich auch nicht mehr erleben. Nichtsdestotrotz ist für mich klar, wenn der nächste Alarm kommt, werde ich wieder in den Einsatz gehen. Weil unabhängig von der Hilfsorganisation, ist es etwas, das uns alle antreibt. Wir werden gebraucht, wir sind da, wir wollen helfen.

Wie verhält man sich dann als Retter? Kann man sich wehren? Ist das überhaupt möglich?

Rückzug – das war in dem Fall das einzig Richtige. Ich selbst habe das ein oder andere Training in Sachen Deeskalation und Selbstschutz hinter mir. Darüber bin ich sehr froh, dass wir das als Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen schon vor einigen Jahren angeboten haben. Wir lernen alle, dass wir uns auf besondere Einsatzlagen besonders vorbereiten müssen. Es hat mich nochmal darin bestärkt, noch sensibler, noch achtsamer mit Einsätzen und dem Einsatzumfeld umzugehen.

Kannst du anderen Einsatzkräften einen Tipp / Hinweis geben, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden oder - wie man mit solchen Situationen umgehen sollte?

Eigenschutz immer den Vorrang gewähren, das ist essenziell. Als Team zusammenarbeiten, sich gegenseitig auch im Einsatz Feedback geben bei Störgefühlen. Bei dem Folgeeinsatz haben wir sehr intensiv, mehr als wir es ohnehin schon tun, miteinander kommuniziert.

Was möchtest du Feiernden sagen?

Wir unterstützen ein friedliches Feiern, ein friedliches Miteinander. Da sind wir gerne bereit als Sanitätswachdienst dabei zu sein. Aber Gewalt gegen Einsatzkräfte ist inakzeptabel.

Als größte Hilfsorganisationen im Freistaat Bayern sehen wir es als unsere Verantwortung, nach solch tragischen Ereignissen auch über organisationsgrenzen Hinweg gemeinsam mit starker Stimme aufzutreten. Wir alle sind da, um zu helfen – wir sind kein Ziel. #NotATarget

 

Forschungsprojekt zu Gewalt gegen Rettungskräfte

Unter Koordination des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist am 1. September 2020 ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt namens "AMBOSafe" gestartet. Die Abkürzung steht dabei für "Angriffe auf Mitarbeiter*innen und Bedienstete von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben". Ziel des Forschungsprojektes ist es, den vorhandenen Wissensstand über körperliche und verbale Angriffe auf Mitarbeiter*innen von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu erweitern. Hierfür werden auch Berufsgruppen mit einbezogen, die bislang weniger im Fokus der Forschung standen. Neben den in der Forschung regelmäßig untersuchten Berufsgruppen wie Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei werden im Projekt AMBOSafe ebenso Angriffe auf Mitarbeitende von Ordnungsämtern, von Verkehrsunternehmen, von Sicherheitsdiensten, von Notaufnahmen und des Technischem Hilfswerks betrachtet. 

Mehr zum Forschungsprojekt: https://ambosafe.de/ 

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news-890 Sat, 19 Jun 2021 08:28:00 +0200 „Es ist unser Beruf zu helfen“ – Ein Gespräch mit Robert Portenkirchner über den Dienst auf dem Rettungshubschrauber https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/es-ist-unser-beruf-zu-helfen-ein-gespraech-mit-robert-portenkirchner-ueber-den-dienst-auf-dem-rettungshubschrauber.html Robert Portenkirchner ist leitender TC-HEMS am Standort Traunstein und fliegt täglich Einsätze auf dem Rettungshubschrauber Christoph 14. Wann der Hubschrauber kommt, wie viel Druck hinter seinem Beruf steckt und warum es mit den Kollegen aus Kempten eine ganz besondere Beziehung gibt. 1.       Seit wann bist du beim BRK?

Puh, das ist schon etwas länger her. Seit 2000 bin ich hauptberuflich tätig und habe dabei einige Stationen durchlaufen – KV Traunstein, Rettungsleitstelle Traunstein (damals BRK) und schließlich zum Hubschrauber als TC-HEMS (= Technical Crew - Helicopter Emergency Medical Service). Heute gehören wir 4 TC-HEMS des Christoph 14 zur LGST und das taugt uns ausgesprochen gut.

2.       Wie verlief dein Werdegang vom Boden bis in die Luft?

Ich war erst im Rettungsdienst, dann in der Leitstelle und habe mich auf die Ausschreibung für den Dienst auf dem Hubschrauber beworben. Nach der Zusage ging’s aber erst los: Ich musste eine umfangreiche Ausbildung absolvieren, die heute noch mehr beinhaltet. Seit 2005 fliege ich Einsätze und bin außerdem Sprecher der leitenden HEMS für die 12 Zivilhubschrauber-Standorte des Bundes, u.a. in Köln oder Hamburg.

3.       War das auch dein Berufswunsch als Kind, später mal im Heli zu fliegen und zu retten?

Nein und von diesem konkreten Wunsch würde ich grundsätzlich abraten. Wie gesagt, heute ist es noch anspruchsvoller. Das ist ein Auswahlverfahren mit mehreren Stufen. Damals wurde ich in mehreren Fächern geprüft, heute macht man erstmal ein Praktikum und dann wird weitergeschaut. Wenn es nichts wird, sollte man es sich nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Von null genau dort hinzuwollen ist ein zu hoher Anspruch, wer aber die Basis als NotSan hat, kann darauf aufbauen.

4.       Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich mag meinen Beruf sehr, aber die Belastung muss man schon abkönnen. Wir haben ständig Simulatortrainings und müssen diese auch bestehen, wie eine dauerhafte Prüfungsphase. Diesem Druck muss man gewachsen sein. Hinzu kommt, dass jeder unserer Einsätze mit der Blackbox im Heli aufgezeichnet wird – alles, was gesprochen wird, ist auf Band. Aber ein Witz darf auch mal sein.

5.       Worin unterscheidet sich der Dienst auf dem Hubschrauber zum RTW? Kommt der Hubschrauber nur zu „wirklich ernsten“ Fällen?

Grundsätzlich kann man das so sagen, denn der Hubschrauber kommt, wenn ein Notarzteinsatz disponiert wird und das ist meistens ein „schlimmer Fall“. Und dann muss der Heli gegenüber dem NEF einen erheblichen Zeitvorteil haben – wenn das alles erfüllt ist, kommen wir. Wir werden aber auch zum Transport nachgefordert.

6.       Die Arbeit mit der Rettungswinde ist unerlässlich – was sind die Herausforderungen und was sind die Vorteile im Einsatz?

Ca. 20 Prozent unserer Einsatzgebiete ist das Hochgebirge: Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, der Watzmann als gefährlichster Berg, viel unwegsames Gelände und im Winter Lawinengefahr – mit der Winde kommen wir an diese schwierigen Stellen hin. Unsere hat 90m und damit die größtmögliche Länge, die angeboten wird. Wir können damit Patienten zum Heli aufwinchen, damit weiterfliegen oder direkt verladen. Für uns ist sie definitiv unersetzlich und das nicht nur auf dem Land. Es ist nicht verboten, sie woanders einzusetzen, bspw. in der Stadt. Wo eine Landung nicht möglich ist, kann man den Notarzt per Winde runterlassen.

7.       Der HHO (Helicopter Hoist Operator) ist oben an der Kufe des Hubschraubers, wer wird dann abgeseilt?

Entweder der Notarzt oder eine Person von der Bergwacht, je nach dem wer oder was für den Einsatz erforderlich ist. Wenn wir alarmiert werden, fliegen wir meistens erst zum Bergwacht-Depot. Bei der Rettung aus Bergnot, wenn unverletzte Personen einfach nicht weiterkommen, benötigt man keinen Arzt.

8.       Zum Aufgabengebiet des TC-HEMS gehören neben der medizinischen Versorgung mit dem Notarzt auch die fliegerischen Tätigkeiten – was können wir uns unter letzteren vorstellen?

Unter fliegerischer Tätigkeit fällt die Navigation zur Einsatzstelle, Check vor dem Start, z. B. der Triebwerke, oder das Ausschauhalten nach Hindernissen während dem Flug. Kräne von neuen Baustellen zum Beispiel. Es läuft alles immer nach den gleichen Standards ab. Der HHO ist wie der TC-HEMS ein Besatzungsmitglied.

9.       Was passiert, wenn jemand aus eurem kleinen Team aus 4 TC-HEMS ausfällt?

Wir sind an viele Regularien gebunden und die geben vor, dass ein Ersatz nur dann einspringen darf, wenn dieser 4mal pro Jahr bei uns in Traunstein im Dienst ist – wir können nicht mal schnell jemanden von einer anderen Station holen. Deshalb sprechen wir uns mit den Kemptner Kollegen ab und unterstützen uns so gegenseitig. 4mal im Jahr sind dann zwei unserer TC-HEMS in Kempten und zwei Kemptener bei uns. So können wir für sie einspringen und umgekehrt. Mit am wichtigsten ist auch die Örtlichkeiten des jeweiligen Gebirges zu kennen.  

10.   Ihr arbeitet auf engstem Raum, inwiefern hat Corona deine Arbeit verändert?

Wir müssen FFP2-Maske tragen, weil wir im Hubschrauber den Mindestabstand unterschreiten. Sobald wir mit dem Patienten in Kontakt kommen, erhält dieser auch eine Maske.

11.   Das Ausflugsverhalten der Menschen hat sich stark gewandelt in der Pandemie. Alle - auch Amateure - zieht‘s auf die Berge. Wie siehst du das?

Kritisch, aber das habe ich schon vor Corona bemerkt. Die Leute haben kein Gefühl mehr für sich selbst und was sie ihrem Körper abverlangen können. Wir holen regelmäßig überforderte Wanderer von Klettersteigen, im Sommer wie im Winter, wenn alles voller Schnee ist. Es ist unser Beruf dann zu helfen, aber ich frage mich „Wie kann das sein?“. Rauszugehen während Corona ja, aber ich sollte keine Tour machen, die ich so oder so nicht schaffe und mich maßlos überschätzen. Weil wenn es brenzlig wird, frisst die Angst 90% der Kraft.

12.   Ihr müsst euch dann teilweise auch in Gefahr begeben, um die Wanderer zu retten.

Genau – auch für uns ist das nicht einfach. An der Bergwand können sich immer mal Steine lösen, wenn man sich gerade abseilt. Da ist der Berg unberechenbar. Im Nachgang ist so ein Einsatz übrigens nicht billig. Eine Rettung aus Bergnot kann schon mal 7.000 € kosten, wenn man nicht verletzt war. Dann muss man selbst zahlen, wenn man keine private Unfallversicherung hat. Wenn dann der Anwalt eingeschaltet wird, ist das wirklich dreist – aber es kommt vor, leider.

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news-891 Fri, 18 Jun 2021 14:59:48 +0200 Wasserwacht bittet um Vorsicht https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wasserwacht-bittet-um-vorsicht.html Viele werden das Wochenende aufgrund der hohen Temperaturen am, im oder auf dem Wasser verbringen. Die Wasserwacht bittet daher um Vorsicht! Die Wachstationen an den Seen, Flüssen und Freibädern sind zwar besetzt, dennoch appellieren die Helferinnen und Helfer zur Umsicht. Besonders bei den zu erwartenden heißen Temperaturen werden viele Familien die Abkühlung im kalten Nass suchen. Die Gefahren sind jedoch nicht zu unterschätzen. Daher rät die Wasserwacht dringend die Baderegeln zu beachten und vor allem Kinder nicht unbeaufsichtigt ins oder ans Wasser zu lassen. Im Notfall sollte schnellstmöglich der Notruf 112 gewählt werden. 

„Unsere Schnelleinsatzgruppen sind in den letzten Tagen bereits mehrmals zu Einsätzen alarmiert worden“, so der Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber. 

„Es wird dringend darum gebeten, nur in freigegebenen Gewässern zu baden. Wenn man auf eigene Verantwortung als Schwimmer oder mit Booten in Flüsse gehen möchte, sollte man auf Rettungs- und Sicherheitssysteme, wie zum Beispiel Schwimmwesten zurückgreifen. Dies gilt für Kinder und Erwachsene“, appelliert Thomas Huber. Bei unüberlegten Handlungen oder Selbstüberschätzung bringt man nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr bringen kann. Die notwendigen Rettungsaktionen sind oftmals anspruchsvoll und auch für die geübten Wasserretter nicht ohne Gefahr. „Viele Unfälle könnten vermieden werden, wenn sich alle an die Baderegeln halten würden“, sagt Thomas Huber und fügt hinzu: „Ertrinkende Menschen schreien aufgrund der Erschöpfung meist nicht um Hilfe, sondern sinken lautlos ab. Ein wachsames Auge kann hier Leben retten.“


Zu den Baderegeln

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news-889 Fri, 11 Jun 2021 15:30:00 +0200 Positionspapier: Fortsetzung der Impfzentren bis Ende 2021 https://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/positionspapier-fortsetzung-der-impfzentren-bis-ende-2021.html Das Bayerische Rote Kreuz ist mit über 40 Impfzentren im Auftrag der Landkreise und kreisfreien Städte der größte Impfzentrumsbetreiber im Freistaat Bayern und beschäftigt hierbei rd. 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Sicherstellung eines reibungslosen und effizienten Impfbetriebs mit einem insgesamt hohen Durchsatz. Gemäß dem Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 19. März 2021 wird „der Bund […] den Betrieb der Impfzentren bis mindestens zum 30. September 2021“[1] finanzieren. Mit Ablauf dieser Frist und bei weiterhin ausbleibender Verlängerung der Finanzierung ist eine Schließung der bayerischen (und aller nationalen) Impfzentren zum 30.09.2021 eine logische Konsequenz.

Das Bayerische Rote Kreuz stellt fest: Die Impfzentren waren, bedingt durch eine nach wie vor nicht auskömmliche Verfügbarkeit von Impfstoff, bis heute nur in sehr wenigen Zeiträumen hoch ausgelastet. Die Impfzentren bewegen sich derzeit in einer durchschnittlichen Auslastung von etwa 40-45%. Mit den Impfzentren gibt es mittlerweile verlässliche Strukturen, die sowohl personell als auch infrastrukturell in der Lage sind, täglich große Mengen an Impfdosen an die Frau und an den Mann zu bringen. Es ist darüber hinaus festzustellen, dass die Impfzentren aufgrund Ihrer Zentralität und leichten Zugänglichkeit der Anlaufort für Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und -gruppen sind. Besonders Bürgerinnen und Bürger aus schwierigen sozioökonomischen Bedingungen oder jene mit mangelnder hausärztlicher Versorgung sind auf dieses niedrigschwellige Angebot angewiesen.

Das Bayerische Rote Kreuz warnt ausdrücklich vor einer Schließung der Impfzentren mit Ablauf des 30. September 2021. In Bayern sind bis heute 23,9 %[2] der Bürgerinnen und Bürger vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Es ist daher unergründbar, weshalb sich die Bundesregierung nicht auch für eine Fortsetzung der Impfzentren stark macht. Die Schließung der Impfzentren, bevor diese aufgrund des fehlenden Impfstoffes überhaupt die Gelegenheit hatten, ihre Maximalkapazitäten auszuschöpfen, ist ein Fehler.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Impfzentren, die in einem befristeten arbeitsvertraglichen Verhältnis stehen, müssen zeitnah eine Perspektive erhalten. Jede und jeder dieser Mitarbeitenden muss schon sehr bald mit der Suche nach einer Folgetätigkeit beginnen um rechtzeitig zum 1. Oktober 2021 eine neue Arbeitsstätte antreten zu können. Insofern wäre bei einer nicht zeitnahen Entscheidung über eine Fortsetzung der Impfzentren, dieses Personal bereits anderweitig vertraglich gebunden und nicht mehr verfügbar für eine kurzfristige Verlängerung der Finanzierung durch den Bund.

Sollte also nach einer Schließung der Impfzentren ab dem 30. September 2021 auffallen, dass der notwendige und erwünschte Impfdurchsatz durch die Haus-, Fach- und Betriebsärztinnen und -ärzte nicht erbracht werden kann, weil viel höhere Impfstofflieferungen kommen, als wir sie bisher kennen, ist eine kurzfristige Reaktivierung der Impfzentrums-Strukturen ein Ding der Unmöglichkeit, weil jenes Personal nicht mehr verfügbar und für das BRK greifbar ist.

[1] Beschluss vom 19. März 2021, Bundeskanzleramt, Abruf am 10.06.2021, www.bundesregierung.de/resource/blob/997532/1879338/a07c4a8a30f1d94c490e68e5471939a3/2021-03-19-beschluss-telefonschaltkonferenz-data.pdf

[2] Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums, Abruf am 10.06.2021, https://impfdashboard.de/

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