BRK Presseinformationen https://www.brk.de de DRK Mon, 25 Oct 2021 08:34:11 +0200 Mon, 25 Oct 2021 08:34:11 +0200 TYPO3 EXT:news news-927 Sat, 23 Oct 2021 12:09:56 +0200 BRK stattet zehn Einheiten mit Heißwasserdampf-Desinfektionsgeräten aus https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-stattet-zehn-einheiten-mit-heisswasserdampf-desinfektionsgeraeten-aus.html Als eine der Lehren aus der Coronavirus-Pandemie erweitert das Bayerische Rote Kreuz seine „CBRN(E)“-Einheiten der Bereitschaften um zehn Heißwasserdampf-Desinfektionsgeräte. Mit diesen Geräten können große Flächen umweltschonend und schnell desinfiziert werden. Sie wurden vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft beschafft und über das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit dem Bayerischen Roten Kreuz überlassen.

Das Bayerische Rote Kreuz hat mit diesen Geräten zehn neue Module für den Fachdienst „CBRN(E)“ konzipiert, die teilweise auf Anhängern verbaut in den Einsatz gebracht werden können. Den Anhängerausbau übernahm die Firma „BMA GmbH“ aus dem baden-würtembergerischen Mühlhausen im Täle, wo sie am Samstag durch Landesbereitschaftsleiter Dieter Hauenstein an die bayerischen Einheiten übergeben wurden.

Dabei betonte Hauenstein: „Diese Module sind eine wertvolle Investition in den bayerischen Katastrophenschutz und eine unmittelbare Lehre aus den Erfahrungen der Coronavirus-Pandemie. Durch die schnelle und unkomplizierte Inbetriebnahme können die Module immer dann, wenn größere Flächen desinfziert werden müssen, zum Einsatz kommen.“

Tobias Muhr, Landesfachdienstleiter „CBRN(E)“ ergänzte: „Die Anlage erhitzt Wasser auf etwa 130 Grad. Durch die hohe Temperatur und der mechanischen Einwirkung des Wasserstrahls können kontaminierte Flächen schnell, umwelt- und gesundheitsschonend desinfiziert werden. Wir stationieren diese Module an sechs Standorten.“

An folgenden Standorten werden diese Module in Zukunft vorgehalten: Tirschenreuth, Garmisch-Partenkirchen, Landshut, Fürth, Haßberge und Cham. Zudem werden in Pfarrkirchen, Freyung-Grafenau, Lohr am Main und im Bezirksverband Schwaben fünf weitere mobile Heißwasserdampf-Desinfektionsgeräte vorgehalten. Ein weiteres Gerät wird für Ausbildungszwecke vorgehalten.

Bereits im August 2020 wurde ein Gerät auf der Autobahn-Teststation Donautal-Ost zum Einsatz gebracht und erprobt.

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news-926 Thu, 14 Oct 2021 08:20:00 +0200 Fit für die Zukunft?! Mit digitalen Werkzeugen kinderleicht Kita-Alltag und -Verwaltung meistern – Jetzt zu den Online-Fachtagen anmelden! https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/fit-fuer-die-zukunft-mit-digitalen-werkzeugen-kinderleicht-kita-alltag-und-verwaltung-meistern-jetzt-zu-den-online-fachtagen-anmelden.html Von 23.-25. November finden die Online-Fachtage für Träger, Fachberatende, Kita-Leitungen und -Mitarbeitende rund um das Thema Digitalisierung statt. Die Anmeldefrist läuft noch bis 29. Oktober. Die Fachtage gliedern sich dabei in die Themenblöcke „Verwaltung“ und „Kita“. Die Teilnahme ist für BRK-Mitarbeitende kostenlos. Am 23.11.2021 dreht sich alles um das Thema Verwaltung und wie Digitalisierung hier unter die Arme greifen kann. Von der Finanzierung über besondere Rotkreuz-Angebote bis zur ganzheitlichen Bildung. Die Vorträge und Impulse richten sich an Kreisgeschäftsführer*innen, Bereichsleitungen oder Fachberatungen. Folgende Vorträge sind von 09:00 -13:30 Uhr zu hören:

  • Digitale Medien als Teil ganzheitlicher Bildung in der Kita
  • DRK-Angebote zur Digitalisierung im Bereich Kita
  • BRK Kita-Software
  • Finanzierungsmöglichkeiten

Nicht weniger spannend geht es am 24. und 25. November zu, wenn die Fachtage Kita auf dem Programm stehen. Diese richten sich an Einrichtungsleitungen und pädagogische Mitarbeitende. Wie setze ich digitale Medien in der Kita ein? Wie kann ich digitale Teilhabe gestalten? Was gehört zu einer Digitalisierungsstrategie? Auch die BRK-Medienboxen werden vorgestellt. Alle Themen in der Übersicht:

  • Chancen und Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der Kita
  • Digitalisierungsstrategie
  • Modellversuch Kita Digital Bayern
  • BRK-Medienboxen
  • Der Weg zur digitalen Kita
  • Digitale Teilhabe
  • Erfahrungs- und Ideenaustausch

Das Wichtigste auf einen Blick:

Wann? Fachtag Verwaltung am 23.11.21 von 09:00-13:30 Uhr, Fachtage Kita am 24.11. von 09:00-13:15 Uhr und am 25.11.21 von 09:00-14:00 Uhr

Wo? Online auf MS-Teams

Anmeldung: Bis 29.10.21 unter https://www.surveymonkey.de/r/WH3YD5W

Kontakt: Daniela Pätzel, Referentin Kindertageseinrichtungen, paetzel(at)lgst.brk.de

 

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news-925 Sun, 03 Oct 2021 09:00:00 +0200 Wasserwacht fordert Kapazitäten der Schwimmzeiten und -flächen zu erhöhen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wasserwacht-fordert-kapazitaeten-der-schwimmzeiten-und-flaechen-zu-erhoehen.html In einem offenen Brief an den Präsidenten des Bayerischen Städtetags Markus Pannermayr und an den Präsidenten des Bayerischen Gemeindetags Dr. Uwe Brandl hat sich Thomas Huber, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern, für eine Erhöhung der Schwimmzeiten und -flächen ausgesprochen. „In der Schwimmausbildung stehen die ehrenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbilder durch die ausgefallenen Schwimm-kurse während der Corona-Pandemie vor der Mammut-Aufgabe, den großen Andrang für Schwimmkurse abzuleisten“, so Thomas Huber. Mit Ende der Sommersaison verringern sich die Schwimmzeiten und -flächen weiter, da die Freibäder schließen, der Bedarf aber nach wie vor groß ist.

Die Wasserwacht-Bayern erstellt derzeit neue Ausbildungskonzepte, um die Ausbilderzahl zu erhöhen und damit der massiven Nachfrage an Schwimmkurs-Anfragen nachhaltig entgegen treten zu können. Dennoch sind ihnen in vielen Kommunen aufgrund der begrenzten Kapazitäten in den Bädern, welche die kommunalen Träger betreiben, die Hände gebunden.

„Als führende Vertreter der bayerischen Städte und Gemeinden bitten wir Sie, sich inständig für mehr Kapazitäten in den kommenden Jahren für Schwimmkurse in unseren heimischen Bädern einzusetzen und auch in Ihrer Funktion auf die kommunalen Mandatsträger und Verwaltungen im positiven Sinne einzuwirken“, schreibt Thomas Huber. Diese Erhöhung der Kapazitäten soll über den Winter einen erweiterten Lehrbetrieb ermöglichen und damit die große Anzahl an Kindern, die nicht schwimmen können, zu verringern.

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news-923 Thu, 26 Aug 2021 13:00:00 +0200 BRK stellt 450.000 € Hochwasser-Hilfe zur Verfügung https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-stellt-450000-eur-hochwasser-hilfe-zur-verfuegung.html Aufgrund der Hochwasser-Katastrophe im Berchtesgadener Land haben wir, das Bayerische Rote Kreuz, viele Spenden erhalten. Diese Hilfe geben wir weiter. Wir erhalten viele Spenden, damit wir den Betroffenen helfen. Es wurde aber auch gespendet, weil die Menschen während der Hochwasser-Katastrophe gemerkt haben, wie wichtig Hilfsorganisationen für den Katastrophenschutz sind. Heute konnte Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk 450.000 € an 5 Gemeinden aus dem Berchtesgadener Land übergeben: Marktgemeinde Berchtesgaden, Gemeinde Schönau am Königssee, Gemeinde Bischofswiesen, Gemeinde Ramsau und Marktgemeinde Marktschellenberg. Dieses Geld können die Gemeinden unbürokratisch an die Bürgerinnen und Bürger auszahlen und so den Menschen schnell helfen.

"Das Bayerische Rote Kreuz zeigt Solidarität und Mitmenschlichkeit. Mit dieser Spende greifen wir denjenigen unter die Arme, die aufgrund der Hochwasser-Katastrophe sehr viel verloren haben", so Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. "Diese Hilfe kommt an."

Am heutigen Donnerstag übergab Stärk dem Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, Bernhard Kern, einen Spendenscheck in Höhe von 450.000,00 €. 

Wir als BRK, das teilweise selbst spendenfinanziert wird, sehen uns hier in einer besonderen Verantwortung den Menschen auch auf diese Weise zu helfen.

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news-922 Tue, 17 Aug 2021 18:40:51 +0200 Suche erfolglos beendet: "Müssen uns Naturgewalt beugen" https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/suche-erfolglos-beendet-muessen-uns-naturgewalt-beugen.html Die heute Mittag gegen 12:00 Uhr begonnene, groß angelegte Suchaktion von Berg- und Wasserwacht wurde nach über 4,5 Stunden um 16:30 Uhr erfolglos beendet.  „Trotz des großen Einsatzes vieler ehrenamtlicher Berg- und Wasserretter konnte die zweite vermisste Person nicht aufgefunden werden. Dabei wurden alle relevanten und denkbaren Bereiche mehrfach abgesucht“, so BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher. „Auch ein Hubschrauber und mehrere Drohnen haben aus der Luft die Suche unterstützt. Leider blieben alle erdenklichen Maßnahmen ohne Erfolg.“

Der Einsatz wurde in den frühen Morgenstunden (4:45 Uhr) fortgesetzt, nachdem am Vorabend der Einsatz aufgrund der Dunkelheit und steigenden Gefahr für die Einsatzkräfte unterbrochen werden musste. Dabei konnten am gestrigen Abend acht Personen und im Laufe des heutigen Tages weitere 108 Personen aus der Klamm in das Tal evakuiert werden.

Abschließend bedankt sich BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher bei allen Einsatzkräften: „Ein solcher Einsatz ist herausfordernd. Der Gedanke, dass gegen die Zeit angekämpft wird und man dringend einer in Not befindlichen Person zur Hilfe eilen möchte, lässt niemanden kalt. Doch die Naturgewalt zeigt uns in solchen Fällen Grenzen auf, denen wir uns als Einsatzkräfte beugen müssen. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften, die hier erneut hervorragend zusammengearbeitet haben, ganz egal ob Feuerwehr, Polizei oder BRK. Dieser Einsatz zeigt erneut, wie elementar und unverzichtbar ehrenamtliche Einsatzkräfte im bayerischen Rettungsdienst sind.“

Es waren seit gestern insgesamt 330 Einsatzkräfte im Einsatz.

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news-921 Tue, 17 Aug 2021 10:19:10 +0200 Groß angelegte Suchaktion in Vorbereitung / 108 Personen werden evakuiert https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/gross-angelegte-suchaktion-in-vorbereitung-108-personen-werden-evakuiert.html Der Einsatz in der Höllentalklamm wurde wieder aufgenommen. Am Vorabend musste der Einsatz aufgrund der Wetterbedingungen und der eingebrochenen Dunkelheit unterbrochen werden. 108 Personen werden evakuiert, weitere werden vermisst. Am 16.08.2021 gegen 15:55 Uhr hat die Integrierte Leitstelle Oberland des Bayerischen Roten Kreuzes zu einem Großeinsatz an der Höllentalklamm alarmiert. Aufgrund einer Flutwelle sind eine Brücke unterspült und Personen mitgerissen worden. Die Einheiten der Berg- und Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes konnten am gestrigen Abend acht Personen retten. Diese sind leicht bis unverletzt. Nach aktuellem Kenntnisstand werden zwei bis drei weitere Personen vermisst.

Einsatzkräfte der Bergwacht haben gegen 4:45 Uhr (17.08.) mit der Evakuierung weiterer 7 Personen aus den Knappenhäusern begonnen und zwischenzeitlich erfolgreich abgeschlossen. Zudem werden weitere 101 Personen von der Höllentalangerhütte durch die Bergwacht sicher in das Tal runterbegleitet. Diese 108 Personen haben die Nacht in den Hütten verbracht, sind unverletzt und wurden durch die Bergwacht betreut.

Eine zweite groß angelegte Suchaktion nach vermissten Personen ist angedacht und wird derzeit geplant, dazu teilt BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher mit: „Die Wetterbedingungen, die schwankenden Wasserpegel und das teilweise nicht zugängliche Gelände erschweren die Hilfe. Gegen 11 Uhr werden Einsatzkräfte in die Klamm verlegen und ab 12 Uhr mit einer groß angelegten Suche nach Vermissten beginnen. Wir versuchen alles möglich zu machen, um Vermisste zu finden.“

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news-920 Mon, 16 Aug 2021 19:19:00 +0200 Großeinsatz an der Höllentalklamm https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/grosseinsatz-an-der-hoellentalklamm.html Um 15:55 Uhr hat die Integrierte Leitstelle Oberland des Bayerischen Roten Kreuzes zu einem Großeinsatz an der Höllentalklamm alarmiert. Aufgrund einer Flutwelle sind eine Brücke unterspült und Personen mitgerissen worden. Die Einheiten der Berg- und Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes konnten bisher acht Personen (Stand: 19:45 Uhr) retten. Diese sind leicht bis unverletzt.

Nach aktuellem Kenntnisstand werden zwei bis drei weitere Personen vermisst. Über 150 Einsatzkräfte von Bergwacht, Wasserwacht, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind derzeit im Einsatz, die Suchmaßnahmen laufen auf Hochtouren. Die Bergwacht-Bayern setzt zur Vermisstensuche Drohnen und mehrere Spezialkräfte ein, zudem hat die Wasserwacht sechs Schnelleinsatzgruppen im Einsatz.

 

Update 19:45 - Die Zahl der geretteten Personen wurde von sieben auf acht erhöht.

Update 22:00 Uhr - Die Einheiten der Berg- und Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes konnten acht Personen retten. Diese sind leicht- bis unverletzt. Zwei weitere Personen werden derzeit vermisst. Aufgrund der Dunkelheit und der dadurch steigenden Gefahr musste der Sucheinsatz um 20:30 Uhr unterbrochen werden. Die Vermisstensuche soll morgen bei Tagesanbruch fortgesetzt werden. Es waren 164 Kräfte im Einsatz.

Die Bergwacht-Bayern setzte zur Vermisstensuche Drohnen und mehrere Spezialkräfte ein, zudem hatte die Wasserwacht sechs Schnelleinsatzgruppen im Einsatz. 

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news-919 Sat, 14 Aug 2021 11:15:00 +0200 Ilse Aigner besorgt über Badeunfälle https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ilse-aigner-besorgt-ueber-badeunfaelle.html In ihrer Funktion als Botschafterin des Bayerischen Roten Kreuzes und ehemalige Vorsitzende der Wasserwacht-Bayern besuchte Landtagspräsidentin Ilse Aigner gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber, am Samstag die Wasserrettungsstation Chieming am Chiemsee. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags äußerte sich besorgt über die jüngsten Badeunfälle an bayerischen Seen und Gewässern: "Bei sommerlichen Temperaturen zieht es uns an die heimischen Flüsse und Seen. Das zeigt sich auch an den Einsätzen der Wasserwacht-Bayern: Bayern ist in diesem Jahr leider trauriger Vorreiter bei den Badetoten. Auch in den vergangenen Wochen waren die ehrenamtlichen Wasserrettungsdienste vermehrt im Einsatz – oft erfolgreich. Doch in einigen Fällen kam ihre Hilfe leider zu spät." Daher appellierte Ilse Aigner, selbst Rettungsschwimmerin, an die Bürgerinnen und Bürger: "Gehen Sie nicht in fremde Gewässer, beachten Sie die Baderegeln und achten Sie auf sich und andere."

Laut Thomas Huber, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern, sind gerade Kinder besonders gefährdet: "In den vergangenen Monaten des Lockdowns gab es für viele Eltern nicht die Möglichkeit, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen, da Schwimmbäder geschlossen waren. Daher hat die Wasserwacht-Bayern vor wenigen Wochen eine Neuauflage der Kampagne ‚BAYERN SCHWIMMT‘ präsentiert."

Die Kampagne für Kinder, Eltern und Lehrkräfte findet zum dritten Mal statt und verfolgt das Ziel, mittels Online-Videos Kinder an das Wasser zu gewöhnen, sie sicher zum Schwimmen zu bringen und sie für Gefahren zu sensibilisieren.

Vor dem Hintergrund der Hochwasser der vergangenen Wochen wies Landtagspräsidentin Aigner auf die steigenden Gefahren durch Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Sturmfluten und die gefährlichen Einsätze der ehrenamtlichen Wasserretterinnen und -retter hin: "In den dramatischsten Lagen kommen die Frauen und Männer der Wasserwacht zum Einsatz. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und nicht zuletzt hierzulande im Berchtesgadener-Land waren Einsatzkräfte der Wasserwacht-Bayern im Einsatz oder in erhöhter Alarmbereitschaft. Ihnen gilt mein persönlicher und herzlicher Dank als Botschafterin des Bayerischen Roten Kreuzes."

Um für zukünftige Extremwetterereignisse und Katastrophenlagen besser gewappnet zu sein, fordert der Vorsitzende der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber: "Der Wasserrettungsdienst in Bayern muss grundlegend reformiert und den heutigen Anforderungen angepasst werden. Die letzte Reform der Wasserrettungszüge ist fast 20 Jahre her. Wir müssen uns den neuen Gegebenheiten, den Gefahren von Extremwetterereignissen und dem neuen Stand der Technik anpassen. Ebenfalls kann die bereits sehr gute Ausbildung der Wasserretter durch den Bau eines bayerischen Ausbildungszentrums für Wasserrettungskräfte noch deutlich intensiviert werden - Vorbereitung ist in diesen Lagen das A und O."

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news-918 Thu, 12 Aug 2021 11:40:17 +0200 BRK-Präsident fordert Ausnahmeregelungen für mehrere Personengruppen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-praesident-fordert-ausnahmeregelungen-fuer-mehrere-personengruppen.html Die Ministerpräsidentenkonferenz hat in ihrer Sitzung am 10. August beschlossen, dass die bisher kostenfreien Corona-Testungen ab dem 11. Oktober kostenpflichtig werden. "Es ist notwendig, dass der Bund einige Ausnahmeregelungen in die Umsetzungsverordnung einfließen lässt, die unabhängig vom Impfstatus jenen Menschen auch weiterhin kostenfreie Testungen ermöglichen", so BRK-Präsident Theo Zellner.

 

Das BRK sieht unter anderem bei den folgenden Personengruppen die Notwendigkeit für Ausnahmeregelungen:

  1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege und des Rettungsdienstes inklusive des Katastrophenschutzes
  2. Angehörige von in Pflegeheimen wohnenden Menschen (um weiterhin Besuche ermöglichen zu können)
  3. Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen der Pflege
  4. Ehrenamtliche, die durch ihr Engagement mit vielen Menschen in Kontakt kommen (z. B. u. a. Helfer*innen beim Blutspendedienst, bei den Tafeln oder in Seniorencafés)

Zudem betont BRK-Präsident Theo Zellner: "Diese Ausnahmen müssen unbürokratisch anerkannt und ausgestellt werden, um sie beispielsweise auch in Testzentren als Nachweis vorlegen zu können."

Das Bayerische Rote Kreuz betreibt mehr als 300 Testzentren im Freistaat Bayern. "Die Abrechnung der kostenpflichtigen Tests darf nicht auf die Testzentren abgewälzt werden. Unsere Testzentren sind medizinische Einrichtungen, die nicht über die notwendigen Abrechnungs- und Kassiersysteme verfügen. Wir wünschen uns hier eine unbürokratische und zentrale Verwaltung", so Theo Zellner abschließend. 

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news-914 Thu, 12 Aug 2021 08:00:00 +0200 Sommerferien mit dem bayerischen Jugendrotkreuz https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/sommerferien-mit-dem-bayerischen-jugendrotkreuz.html Am heutigen Tag der Jugend werfen wir einen Blick auf die Ferienaktivitäten beim BJRK. Welche Pläne gibt es, welche Rolle spielt die Pandemie und auf was freuen sich Kinder und Betreuer*innen besonders – darüber haben wir mit Jörg Duda, Geschäftsführer des JRK, gesprochen. Was hat das bayerische Jugendrotkreuz für die Sommerferien geplant?

Vor einigen Wochen haben wir uns zusammengesetzt und den Gruppen einen Austausch angeboten, der sehr gut angenommen wurde. Da haben sich 3 Typen herauskristallisiert: Diejenigen, die in Bayern bleiben wollen für Zeltlager, Jugendfreizeiten oder ähnliches. Dann die, die innerhalb von Deutschland als Gruppe etwas unternehmen wollten. Und diejenigen, die ins Ausland fahren wollen. Vor Corona war das einfacher: salopp gesprochen, man hat einen Reisebus vollgebucht und ist mit 50 Kindern weggefahren. Jetzt muss man sehr viel mehr beachten und im Moment kippen die Inzidenzen wieder – es ist nicht einfach, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Sorge schwingt schon mit, sich nicht richtig zu verhalten.

Corona ist und bleibt eine Herausforderung: Dürfen nur getestete/genesene/geimpfte Kinder teilnehmen?

Nein, bei einer Inzidenz unter 50 am Durchführungsort der Aktivität spielt das keine Rolle. Die Gruppen werden außerdem in kleine Untergruppen geteilt. 10 Personen bilden eine Untergruppe, die sich nicht mit den anderen durchmischen darf, also z. B. nicht im gleichen Zelt schlafen darf. Da geht viel verloren, was Zeltlager ausmacht.  

Wie liefen die Planungen ab? Musstet ihr viel über den Haufen schmeißen?

Ja, auf jeden Fall. Wir in unseren Planungen auf Landesebene, aber vor allem die Gruppen vor Ort, die mit ehrenamtlichen Ressourcen sehr am Anschlag sind. Letztes Jahr war das noch leichter, jetzt sind die Regelungen sehr komplex und bundesweit nicht aufeinander abgestimmt. Es braucht ein Verpflegungskonzept, eines für die Beherbergung usw. und das größte Problem ist die Planbarkeit, die fehlt. In Bayern hangeln wir uns von Monat zu Monat weiter. Was ich im Juni für Juli plane, muss ich womöglich wieder über den Haufen werfen und nachjustieren. Oder wenn ich jetzt etwas für die letzte Ferienwoche plane, kann mir das durch Anpassungen in der Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung gekippt werden.  Ich beobachte, dass daher eher kurzfristige Aktivitäten wie Tagesausflüge ohne Übernachtung geplant werden.

Auf was freuen sich Kinder/Jugendliche und Betreuer*innen am meisten?

Ich habe den Eindruck, dass das ganz grundsätzlich die Jugendarbeit ist, die wieder möglich ist, die Begegnungen, Treffen und Aktionen. Wir haben uns lange durch die vergangenen 18 Monate gehangelt. Allein, dass Gruppenstunden wieder gehalten werden ist schon toll. Alles was zusätzlich in den Ferien durchgeführt wird, wurde verantwortungsvoll und sicher geplant und vorbereitet. Teilweise gibt es auch innerhalb der Kreisverbände größere Veranstaltungen mit verschiedenen Ortsgruppen, zum Beispiel Aktionstage.

Was sind deine Highlights in den BJRK-Sommerprogrammen, auf was freust du dich besonders?

Mich freut besonders, dass die Leitungen vor Ort all diese zusätzlichen Mühen auf sich nehmen und den Kindern und Jugendlichen so ein Verbandserleben, Begegnungen, Lernerfahrungen und Freude ermöglichen. Jeder und jede ist mit extremem Einsatz dabei. Die Kinder kommen raus und haben auch mal einen anderen Bezug als Schule oder Eltern.

Wie wichtig sind diese anderen Bezüge?

Für die Kinder war es ein hartes Jahr, sie brauchen und wollen diese Highlights im Sommer. Und auch die Eltern sind am Anschlag, der Urlaub ist aufgebraucht. Was mich stört ist, dass Kinder nur als Schüler*innen oder Leistungsträger wahrgenommen werden: Es gibt Aufholprogramme für die Schule und kostenlose Mitgliedschaften in Sportvereinen.  Alles nur der Leistung unterzuordnen ist eine verknappte Wahrnehmung, es geht auch um Sozialkompetenz und außerschulische Bildung. Kinder müssen auch Kind sein dürfen und können. Dafür brauchen sie die ihnen zustehenden Freiräume, unter anderem im Jugendrotkreuz.  

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news-917 Wed, 11 Aug 2021 09:21:01 +0200 Viele Jugendliche haben in der Krise Stärke bewiesen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/viele-jugendliche-haben-in-der-krise-staerke-bewiesen.html Anlässlich des morgigen Tages der Jugend am 12. August 2021 hebt das Bayerische Rote Kreuz die Anpassungsfähigkeit der Jugendlichen in den vergangenen Monaten hervor. „Kinder und Jugendliche gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die während der Pandemie viel zu wenig gehört wurden. Dabei waren sie diejenigen, die mit Anpassungsfähigkeit und einem hohen Maß an Solidarität mit Älteren einen wesentlichen Beitrag zu Pandemiebewältigung geleistet haben“, so die Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Brigitte Meyer.

Gerade für die jungen Menschen war die lange Zeit der fehlenden Kontakte mit Gleichaltrigen in der Schule, beim Sport, in ihren Jugendgruppen eine gewaltige Herausforderung. Viele haben unter dem seelischen Druck massiv gelitten. Die Auswirkungen zeigen sich durch einen hohen Andrang bei den Familienberatungsstellen und in der Jugendpsychiatrie, wo derzeit die Plätze kaum ausreichen.

Aber es gab durchaus auch positive Entwicklungen und ein hohes Maß an Kreativität beim Austausch mit Freunden über soziale Medien.

„Es hat mich zutiefst beeindruckt, mit welchem Engagement und welchem Ideenreichtum zum Beispiel im Jugendrotkreuz trotz aller Pandemieeinschränkungen über alle Kreisverbände hinweg der jährliche Landeswettbewerb durchgezogen wurde“, so die Vizepräsidentin.

Anlässlich des morgigen Tages der Jugend bedankt sie sich ausdrücklich bei all den vielen Jugendgruppenleitern*innen im Roten Kreuz: „Sie wurden in der Pandemie zur Keimzelle kreativer Teilhabe und haben Kindern und Jugendlichen zumindest einen virtuellen Zufluchtsort geboten. Sie hatten das Ohr stets an der Jugend und haben sich in dieser Krise mehr als verdient gemacht. Herzlichen Dank dafür.“

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news-916 Mon, 09 Aug 2021 19:09:15 +0200 BRK beendet Katastrophenschutz-Einsatz nach 130.000 Einsatzstunden https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-beendet-katastrophenschutz-einsatz-nach-130000-einsatzstunden.html Die Folgen der Starkregenereignisse in Rheinland-Pfalz forderten auch viele Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes. Seit 17. Juli 2021 sind Hilfeleistungskontingente aus dem Freistaat Bayern in Rheinland-Pfalz im Einsatz. "Der Einsatz erfolgte im Rahmen staatlicher Hilfeersuchen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz an den Freistaat Bayern", so BRK-Präsident Theo Zellner.

Im Rahmen dieser Hilfeersuchen und der angeforderten Hilfeleistungskontingente hat das Bayerische Rote Kreuz aus allen bayerischen Regierungsbezirken 1.800 Einsatzkräfte - fast ausschließlich aus den BRK-Bereitschaften - in das Schadensgebiet entsandt. Dabei wurden in Summe rund 130.000 Einsatzstunden registriert und mehr als 320 Einsatzfahrzeuge kamen zum Einsatz.

"Das Bayerische Rote Kreuz konnte durch diesen fast vierwöchigen Einsatz wesentlich zur Verbesserung der Anfangsphase der Katastrophe beitragen. Zerstörte Infrastrukturen konnten durch die Katastrophenschutzeinheiten der BRK-Bereitschaften temporär wiederhergestellt und auf diese Weise beispielsweise Teile der Bevölkerung täglich mit warmen Speisen verpflegt oder bei Verletzungen oder Erkrankungen medizinisch versorgt werden", erklärt Zellner.

Das letzte Hilfeleistungskontingent (Regierung von Oberfranken) ist am heutigen Montag, den 9. August 2021, gegen 18:00 Uhr aus Rheinland-Pfalz zurückgekehrt. Damit sind derzeit, bis auf ein Fahrzeug zur Absicherung eines bayerischen Feuerwehrkontingents und wenige Einsatzkräfte zum Betrieb des "ELW Bayern", keine weiteren Katastrophenschutzeinheiten des Bayerischen Roten Kreuzes in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Weiterhin unterstützt das Bayerische Rote Kreuz den humanitären Hilfseinsatz des Deutschen Roten Kreuzes bei der Führung und dem Betrieb des „Verpflegungszentrums 10.000“ in Bad-Neuenahr/Ahrweiler. 

Das Bayerische Rote Kreuz bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit den Einsatzleitungen vor Ort. Ein besonderer Dank gilt der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neuwied, die seit 17.07. als hervorragender Gastgeber die Unterkunft der bayerischen Einsatzkräfte ermöglichte.

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news-915 Fri, 06 Aug 2021 12:53:31 +0200 BRK schickt weitere Einheiten in den Einsatz https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-schickt-weitere-einheiten-in-den-einsatz.html Die Lage in Rheinland-Pfalz erfordert weiterhin den Einsatz des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Um 13:00 Uhr ist ein weiteres Transportkontingent nach Rheinland-Pfalz gestartet. Das 65 Einsatzkräfte starke Kontingent aus Oberfranken wird das unterfränkische Transportkontingent nach 72 Stunden Einsatz am heutigen Abend ablösen. Diese Einheit wird um eine Verpflegungs- und Betreuungseinheit ergänzt, um trotz zerstörter Infrastrukturen die Eigenversorgung der Einsatzkräfte sicherzustellen.

Zusätzlich hat das BRK drei Führungskräfte für das "Verpflegungszentrum 10.000" des Deutschen Roten Kreuzes e.V. in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Einsatz. Am kommenden Sonntag werden weitere 21 Einsatzkräfte (überwiegend Küchenpersonal) zur Unterstützung des Verpflegungszentrums nach Bad Neuenahr-Ahrweiler entsandt. 

Mit dem heute gestarteten Hilfeleistungskontingent kamen aus Bayern seit 17. Juli 2021 in Summe 16 Kontingente mit rund 1.800 ehrenamtlichen BRK-Einsatzkräften zum Einsatz.

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news-913 Wed, 04 Aug 2021 13:57:17 +0200 40 Einsatzkräfte des BRK leisten schnelle Unterstützung https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/40-einsatzkraefte-des-brk-leisten-schnelle-unterstuetzung.html Das dramatische Zugunglück in Tschechien mit mehr als 50 Verletzten und mehreren Toten ruft auch Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aus dem grenznahen Landkreis Cham in den Einsatz. Insgesamt sind derzeit 40 Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aus dem ostbayerischen Raum im Einsatz. Um 09:09 Uhr ging über die Integrierte Leitstelle Regensburg die Alarmierung für die bayerischen Einheiten ein.

Schon 25 Minuten später sind die ersten bayerischen Einsatzkräfte am Unglücksort eingetroffen, darunter auch BRK-Einsatzleiter Tobias Muhr, der den  Einsatz der bayerischen Kräfte an der Unglücksstelle koordiniert: „Eine solche Einsatzlage ist zu Beginn immer unübersichtlich und chaotisch. Die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kolleginnen und Kollegen ist bereits seit Jahren im Rahmen des grenzüberschreitenden Rettungsdienstes routiniert. Trotz der emotional sehr ergreifenden Dimension dieses Einsatzes, wirken die Helferinnen und Helfer der zwei Staaten reibungslos und sehr gut zusammen.“

Das Bayerische Rote Kreuz hat mit sechs Rettungswagen, vier Krankentransportwagen, mehreren Notärzten, einer Schnelleinsatzgruppe Behandlung und der Sanitätseinsatzleitung (SanEL) bei der Vorsichtung, Betreuung, Behandlung und dem Transport der Patienten unterstützt. Zudem wurden Behandlungsplätze für Verletzte errichtet.

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news-912 Tue, 03 Aug 2021 11:41:58 +0200 Hilfe wird fortgesetzt https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hilfe-wird-fortgesetzt.html Seit 17. Juli 2021 ist das Bayerische Rote Kreuz mit einer Vielzahl an ehrenamtlichen Einsatzkräften in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Das Land Rheinland-Pfalz hat mehrere Einheiten des bayerischen Katastrophenschutzes angefordert. Das BRK war bisher mit 1.500 Ehrenamtlichen in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Ein Betreuungskontingent mit rd. 70 ehrenamtlichen Einsatzkräften befindet sich aktuell in Bad-Neuenahr im Einsatz. Dort wird die Verpflegung von derzeit etwa 5.000 Helfer*innen und Anwohner*innen sichergestellt. Der dortige Verpflegungseinsatz durch den bayerischen Katastrophenschutz wird zum morgigen Mittwoch, den 04. August 2021, planmäßig auslaufen. Um auch weiterhin und trotz zerstörter Infrastrukturen die Verpflegung der Menschen sicherzustellen, hat das Deutsche Rote Kreuz im Rahmen der humanitären Hilfe ein „Verpflegungszentrum 10.000“ errichtet. Dieses ist in der Lage, 10.000 warme Mahlzeiten sowie 10.000 Lunchpakete täglich auszugeben. Dieses Zentrum wurde am vergangenen Wochenende unter anderem von Helfer*innen des DRK-Landesverbandes Hessen und des Bayerischen Roten Kreuzes in Grafschaft aufgebaut. Die Essensmahlzeiten werden an circa 15 Ausgabestellen im Landkreis Ahrweiler geliefert.

Das Bayerische Rote Kreuz wird ab Mittwoch, den 04. August 2021, unterstützt durch den DRK-Landesverband Hessen, die Koordination und Abschnittsleitung des „Verpflegungszentrums 10.000“ in Bad-Neuenahr übernehmen. Die Gesamtleitung des Einsatzes liegt im Führungs- und Lagezentrum des DRK-Generalsekretariats. Damit werden Einheiten des Katastrophenschutzes durch den Hilfseinsatz des Deutschen Roten Kreuzes abgelöst und eine längerfristige Infrastruktur zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung und der vielen Helfer*innen im Schadensgebiet aufgebaut.  

Weiterhin ist im Rahmen des bayerischen Katastrophenschutzes ein Transportkontingent mit 23 Fahrzeugen (überwiegend Krankentransport- und Rettungswagen) und 50 Einsatzkräften bis zum 28. August 2021 im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration, in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Dieses Kontingent wurde um Betreuungs- und Verpflegungskomponenten  mit 15 Einsatzkräften zur Eigenversorgung der eingesetzten Kräfte ergänzt.

Darüber hinaus kommt das Bayerische Rote Kreuz mehreren Anforderungen des Führungs- und Lagezentrums des Deutschen Roten Kreuzes nach und stellt unter anderem 16 Kraftfahrer (seit 24.07.) und fünf All-Terrain-Vehicles (ATV) der Bergwacht-Bayern (seit 25.07.) zur Verfügung.

Das erste Hilfeleistungs-Kontingent wurde aus Unterfranken entsandt. Mittlerweile waren Einsatzkräfte aus dem gesamten Freistaat Bayern, teilweise auch mehrmals in Rheinland-Pfalz im Einsatz.

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news-911 Tue, 27 Jul 2021 11:46:21 +0200 70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention am 28. Juli 2021: Integration von Anfang an! https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/70-jahre-genfer-fluechtlingskonvention-am-28-juli-2021-integration-von-anfang-an.html Vor 70 Jahren wurde die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet – eines der ersten Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen. Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die Rechte von Flüchtlingen zu gewährleisten. Dazu zählen unter anderem das Recht auf Religionsfreiheit, auf Bewegungsfreiheit, auf Bildung und das Recht zu arbeiten. Außerdem sollen Flüchtlinge die gleiche gesundheitliche Versorgung erhalten können wie Menschen im Zufluchtsland. Menschenrechte gelten auch für Geflüchtete

„Die in der Flüchtlingskonvention formulierten Rechte, müssen auch Geflüchteten in Deutschland gewährleistet werden“, fordert Margit Berndl, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern und Vorständin des Paritätischen in Bayern. Das sei eigentlich eine Selbstverständlichkeit, da Deutschland Vertragsstaat ist. Deutschland könne schwerlich andere Staaten wegen Menschenrechtsverletzungen anprangern, wenn Menschenrechte je nach Herkunft auch hier unterschiedlich interpretiert werden.

„Der Zugang zu Sprachkursen, zu Bildung und Arbeit ist außerdem der zentrale Schlüssel für gelingende Integration. Diese ist eine wichtige Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Damit Integration erfolgreich sein kann, müssen Geflüchtete von Anfang an die Chance dazu bekommen, sich zu integrieren,“ so Berndl weiter.

Verharren in Wartestellung verstärkt psychische Belastung

Bei den meisten Geflüchteten sei der Wille, möglichst schnell eine Arbeit zu finden, die Sprache zu lernen und im Aufnahmeland anzukommen, gerade am Anfang sehr groß. Oft werde dieser anfängliche Elan durch strukturelle und gesetzliche Barrieren abgebremst. Je länger Geflüchtete darauf warten müssten, mit dem Leben in Deutschland starten zu können, umso schwieriger gestalte sich später die Integration. Oft sind Geflüchtete gezwungen monate- oder jahrelang in Wartestellung zu verharren. Auch psychische Folgen der Flucht verstärken sich durch fehlende Struktur und Sicherheit im Aufnahmeland und durch fehlende Behandlungsmöglichkeiten.

Geflüchtete brauchen frühzeitig Zugang zu psychosozialen Angeboten

Laut Schätzungen leiden etwa 30 Prozent der Geflüchteten unter Traumafolgestörungen. „Sie brauchen frühzeitig Zugang zu psychosozialer Beratung und Therapie. Um eine bedarfsgerechte Versorgung von Anfang an zu ermöglichen, müssen Geflüchtete frühzeitig auch zu staatlich finanzierten psychosozialen und therapeutischen Angeboten uneingeschränkt Zugang erhalten“, fordert Berndl abschließend.

Hintergrundinformationen:

Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) ist ein völkerrechtliches Abkommen, das 1951 verabschiedet wurde, 1954 in Kraft trat und offiziell "Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge" heißt. Es bildet bis heute die Grundlage des internationalen Flüchtlingsrechts. Die GFK definiert, wer ein Flüchtling ist und welche rechtlichen Schutzgarantien, Hilfen und sozialen Rechte die Unterzeichnerstaaten Flüchtlingen gewähren müssen. Dazu zählen zum Beispiel das Recht auf Religions- und Bewegungsfreiheit, das Recht, zu arbeiten, oder das Recht auf Bildung.

Gleichzeitig beschreibt das Abkommen die Pflichten, die ein Flüchtling dem Gastland gegenüber erfüllen muss. Flüchtlinge müssen die Gesetze und Bestimmungen des Asyllandes respektieren. Mit dem Protokoll von 1967 wurde der Wirkungsbereich der Konvention sowohl zeitlich als auch geografisch erweitert. 149 Staaten sind bisher beigetreten.

In der Freien Wohlfahrtspflege Bayern sind das Bayerisches Rotes Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der Landes-Caritasverband Bayern, die Diakonie Bayern, der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern organisiert. Als Verband unterstützt die Freie Wohlfahrtspflege Bayern ihre Mitglieder durch Koordination und Absprachen bei der Realisierung von Zielen, mit denen sie ihren Beitrag dazu leisten, Bayern sozial zu gestalten. Gemeinsam erbringen die Verbände rund 75 Prozent aller sozialen Dienstleistungen in Bayern. Sie unterstützen Geflüchtete und andere Zugewanderte bei der Integration mit hauptamtlicher Flüchtlings- und Integrationsberatung, Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, Jugendmigrationsdiensten, Projekten und Maßnahmen sowie Koordination von ehrenamtlichen Helfer*innen.  Diese Angebote werden mit staatlichen Fördergeldern und Eigenmitteln finanziert.

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news-910 Tue, 27 Jul 2021 09:30:00 +0200 „Diese Lage ist mit Worten nicht zu beschreiben“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/diese-lage-ist-mit-worten-nicht-zu-beschreiben.html Holger Zirkelbach hat vergangene Woche die bayerischen PSNV-Einheiten in Rheinland-Pfalz geführt. Für den Bezirksverband Oberbayern des BRK war er im Schadensgebiet im Einsatz und erzählt uns im Gespräch von seinen Eindrücken. Wie der Dialekt aus Bayern hilft und was er so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Wie lange waren Sie in Rheinland-Pfalz im Einsatz und wo genau?

Ich war stationiert in der PSNV-Sammelunterkunft am Nürburgring, von dort aus sind wir in verschiedene Gebiete gefahren: Schuld, Insul, Ahrweiler, Dernau und Remagen. Von Montag, 19. Juli bis Samstag, 24. Juli 2021 war ich im Einsatz.

Sie haben die bayerischen PSNV-Einheiten geführt: Was war Ihre Aufgabe?

Ich habe die Einheiten geführt, aber ich bin auch draußen bei den Leuten gewesen und bin mit in die Betreuung gegangen. Mein Führungsstil ist eher aus der Mitte heraus. Die Führungsrolle hat sich aber erst vor Ort spontan ergeben, im Laufe des Einsatzes habe ich auch Einheiten aus Stralsund und Berlin geführt sowie Transport Komponenten aus Altenkirchen und Arzfeld. Das hatte alles nichts mit einem normalen PSNV-Einsatz zu tun, wir haben eher unterschwellig agiert. In Sinzig sind 12 Menschen mit Behinderung ertrunken, mit den Angestellten des Heims und der Behindertenwerkstatt haben wir viele intensive Gespräche geführt. Einsatzkräfte sind auch auf uns zugekommen, es gab immer wieder Bedarf von vielen Seiten.

Sie haben sicher viele erschütternde Dinge gesehen – was wird Ihnen nicht so schnell aus dem Kopf gehen?

Ich war in Ahrweiler und der Friedhof dort war total verwüstet. Es steht fast kein Grabstein mehr, eigentlich ist gar nicht mehr erkennbar, dass das mal ein Friedhof war. Dort habe ich einen Mann getroffen, dessen Familie bereits vor dem Unglück verstorben war. Er hat bei der Katastrophe vieles verloren und keine Bilder mehr von seiner Familie, nun hat er nicht mal mehr ein Grab von ihnen.

Wie können Sie als PSNV-Einheiten helfen? Vertrauen sich die Leute schnell fremden Personen an?

In diesem Fall war es eher so: Man muss die Leute machen lassen. Die schaufeln und werkeln, wir wollen diese Tätigkeit nicht unterbrechen. Wir sind vor Ort, haben Wasser, Schokolade oder etwas Traubenzucker dabei und sprechen sie eher an mit „Trinken Sie doch mal einen Schluck“, dann kommt man eventuell ins Gespräch. Es gibt viele Betreuungsstellen, wo Essen ausgegeben wird. Auch da sind wir vor Ort, sind ansprechbar für diejenigen, die das möchten. Mit dem bayerischen Dialekt kommt man auch gut ins Gespräch. „Ihr kommt ja nicht von hier, das hört man.“ „Ihr seid aus Bayern? Da kommt ihr extra her?“ Sowas startet etwas niederschwellig, dann geht es tiefer.

Was gehört noch zu Ihrem Aufgabenspektrum?

Wir begleiten das Überbringen von Todesnachrichten oder stehen den Menschen bei, wenn ihre Häuser abgerissen werden. Es nimmt die Leute sehr mit, wenn sie schon tagelang Dreck aus dem Haus gebracht haben und es dann doch abgerissen werden muss. Diese Lage ist mit Worten nicht zu beschreiben – Infrastruktur, Strom, Wasser, alles ist weg. Es hat Orte gegeben, die erst nach 4 Tagen zum ersten Mal erreicht wurden, die Leute dort haben ausgeharrt, das ist unvorstellbar.

Nicht nur Betroffene, auch Einsatzkräfte benötigen Unterstützung. Inwiefern unterscheidet sich Ihre Arbeit bei diesen beiden Gruppen?

Wir bezeichnen das als E-PSNV, das E steht für Einsatzkraft. Das läuft ganz anders als für Betroffene, weil wir bereits davor viel Prävention betreiben. Wir sprechen auf Augenhöhe, von Kamerad zu Kamerad. Ein Feuerwehrler, der Leichen geborgen hat, setzte sich zu mir und wollte kurz reden – daraus sind 1,5 Stunden geworden. Jemanden aus meinem eigenen Team würde ich aber nicht betreuen, da braucht es eine Grenze. In der Akutphase, wenn man jetzt jemanden zum Reden braucht, sind wir natürlich da. Jeder entscheidet selbst, wem er vertraut. Was mir besonders aufgefallen ist: egal welche Ausrüstung oder Uniform man trägt, es gab ein sehr deutlich spürbares WIR-Gefühl und auch schöne Momente.

Warum ist dieser Einsatz auch für langjährig erfahrene PSNVler eine Herausforderung?

Neben der Masse der betroffenen Menschen, ist es für mich die Wucht der Zerstörung. Auch weil diese nicht örtlich zu begrenzen ist. Ein ganzes Tal wurde mit einer unvorstellbaren Wucht zerstört, teilweise waren die Flutwellen 10m hoch und haben ganze Brücken weggerissen. Wenn man all das sieht, kann man die Gewalt, die dort gewütet hat, zwar nachvollziehen, aber nicht verstehen.

Würden Sie wieder in einen solchen Einsatz gehen, wenn Sie wissen, was für ein Schadensausmaß Sie erwartet?

Selbstverständlich. Das ist das, warum ich dieses Ehrenamt mache. Wir können in diesem Moment helfen und die Hilfe ist wichtig und sie ist gut. Ich würde es jederzeit wieder machen. Ein großer Dank gilt all meinen Kolleginnen und Kollegen, auch denjenigen im Hintergrund oder die zuhause die Stellung gehalten haben, besonders aber Iris Schessel, unserer Bezirksfachdienstleitung.

Wie sieht die Ausbildung bei den PSNV-Einheiten aus?

Um bei uns mitzumachen führt man zuerst Eignungsgespräche, danach folgt ein Grundlehrgang von 16 Stunden, anschließend ein Fachlehrgang von 88 Stunden. Als Praktikant begleitet man 1-2 Einsätze, damit man weiß, was auf einen zukommt. Danach legt man eine Prüfung ab und fährt schließlich bei 10 Hospitationseinsätzen mit. Dann kann man helfen, aber man lernt mit jeder Erfahrung weiter dazu. Es vergeht kein Einsatz, bei ich nichts dazulerne. Eine derartige Katastrophe wie in Rheinland-Pfalz habe ich zum ersten Mal erlebt. Sich auf die Situation einlassen, mit Struktur an die Sache rangehen und seinen gesunden Menschenverstand einsetzen – darauf kommt es an. Erleben, abarbeiten und dann verkraften gilt auch für uns. Auch PSNVler brauchen und bekommen Unterstützung.

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news-909 Wed, 21 Jul 2021 13:38:23 +0200 Bayern entsendet weitere Einheiten nach Rheinland-Pfalz https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayern-entsendet-weitere-einheiten-nach-rheinland-pfalz.html Die Lage in Rheinland-Pfalz ist weiterhin unübersichtlich und bedrückend. Der Einsatz des Bayerischen Roten Kreuzes ist nach wie vor dringend notwendig. Das 170 Einsatzkräfte starke Hilfeleistungskontingent, wird nun zum zweiten Mal abgelöst. Während das erste Kontingent aus Unterfranken am Dienstag durch das oberfränkische Kontingent abgelöst wurde, wird dieses nun durch das mittelfränkische Kontingent abgelöst.

Der Lagedienst-Bayern hat bereits am Dienstagabend die Alarmierung des Hilfeleistungskontingents Mittelfranken in die Wege geleitet. Die Abfahrt der Einsatzkräfte aus dem Sammelraum ist heute am frühen Mittag erfolgt. Daher wird die Ablöse für das oberfränkische Kontingent voraussichtlich am späten Nachmittag im Schadensgebiet eintreffen.

Weiterhin hat das Bayerische Rote Kreuz 3 zusätzliche Einheiten der Psychosozialen-Notfallversorgung (PSNV) mit 20 Einsatzkräften in das Schadensgebiet entsandt. Aufgrund der unbeschreiblichen Tragik muss auch die seelische Erste Hilfe in den Fokus gerückt werden. Dabei sollen sowohl Betroffene, aber auch Einsatzkräfte psycho-sozial betreut werden. Insgesamt werden mit Ablauf des heutigen Tages 6 PSNV-Einheiten mit insgesamt 40 Einsatzkräften im Einsatz sein.

Darüber hinaus entsendet das Bayerische Rote Kreuz ein Betreuungs-Kontingent aus der Oberpfalz nach Rheinland-Pfalz. Diese Einheit umfasst rund 60 Einsatzkräfte, 12 Fahrzeuge und ist spezialisiert auf die Betreuung und Verpflegung von bis zu 500 Personen gleichzeitig.

Damit hat Bayern mit Ablauf des heutigen Tages rund 600 Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz im Einsatz gehabt.

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news-908 Mon, 19 Jul 2021 09:02:58 +0200 Bayerische Einsatzkräfte weiterhin in Rheinland-Pfalz gefordert / Kräfte werden abgelöst https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayerische-einsatzkraefte-weiterhin-in-rheinland-pfalz-gefordert-kraefte-werden-abgeloest.html Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat in einem Hilfeersuchen am 17.07.2021 gegen 06:30 Uhr umfassende Einheiten aus dem Freistaat Bayern angefordert. Diese wurden umgehend alarmiert und trafen am frühen Samstagabend im Schadensgebiet ein. Die über 170 ehrenamtlichen Einsatzkräfte aus Unterfranken werden daher nach 72 Stunden Einsatz am heutigen späten Abend durch Einsatzkräfte aus Oberfranken abgelöst. Daher hat der Lagedienst des Bayerischen Roten Kreuzes das „Hilfeleistungskontingent Standard“ der Regierung von Oberfranken am Montagmorgen, um 7:00 Uhr, alarmiert. Die Abfahrt der Einsatzkräfte aus dem Sammelraum ist für spätestens 15:30 Uhr geplant. Nach einer Lageunterweisung werden die unterfränkischen Einsatzkräfte planmäßig am frühen Dienstagmorgen die Rückreise nach Bayern antreten. Der Einsatz der oberfränkischen Kräfte ist zunächst auf 72 Stunden begrenzt.

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news-907 Sat, 17 Jul 2021 09:49:31 +0200 Bayern entsendet umfassende Einheiten in das Schadensgebiet https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayern-entsendet-umfassende-einheiten-in-das-schadensgebiet.html Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat in einem Hilfeersuchen am 17.07.2021 gegen 06:30 Uhr umfassende Einheiten aus dem Freistaat Bayern angefordert. Das Bayerische Rote Kreuz stellt mit dem Arbeiter-Samariter-Bund und dem Malteser-Hilfsdienst ein ‚Hilfeleistungskontingent Standard‘ zur Verfügung. Dieses Kontingent umfasst rund 125 Einsatzkräfte und 50 Einsatzfahrzeuge, zusammengesetzt aus

  • fünf Transportkomponenten aus je 2 Krankentransportwagen,
  • zwei Versorgungskomponenten zur technischen und verpflegerischen Versorgung
  • vier Behandlungskomponenten aus je einem Mannschaftstransportwagen und einem Gerätewagen-Sanitätsdienst,
  • einer Technikkomponente,
  • einer Führungskomponente,
  • einer Einheit ‚Information und Kommunikation‘,
  • und einem zusätzlichen ‚Gerätewagen Sanitätsdienst 50‘.

Die Einheiten wurden um 08:30 Uhr alarmiert und werden am frühen Mittag die Fahrt nach Rheinland-Pfalz antreten.

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news-906 Thu, 15 Jul 2021 20:45:00 +0200 Bayern entsendet zwei Wasserrettungszüge nach Nordrhein-Westfalen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayern-entsendet-zwei-wasserrettungszuege-nach-nordrhein-westfalen.html Vor wenigen Minuten hat das Bayerische Rote Kreuz ein Hilfeersuchen des Landes Nordrhein-Westfalen übermittelt bekommen. Umgehend wurden zwei Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge der Wasserwacht-Bayern alarmiert. Da bereits eine erhöhte Alarmbereitschaft besteht, können diese Einheiten binnen kürzester Zeit ausrücken und die Fahrt in den Norden antreten. Die Wasserrettungszüge werden aus den Bezirksverbänden Unterfranken und Oberbayern entsendet.

Weiterhin bleiben drei Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge in erhöhter Alarmbereitschaft aufrechterhalten, um weitere schnelle Reaktionen im Einsatz- und Bedarfsfall inner- und außerhalb Bayerns sicherzustellen.

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news-905 Thu, 15 Jul 2021 09:35:38 +0200 Zwei Luftrettungs-Spezialisten der Wasserwacht unterwegs nach Rheinland-Pfalz https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/zwei-luftrettungs-spezialisten-der-wasserwacht-unterwegs-nach-rheinland-pfalz.html Mehrere Landkreise in Rheinland-Pfalz haben den Katastrophenfall festgestellt. Die Wasserwacht-Bayern des Bayerischen Roten Kreuzes wurde heute um 7:19 Uhr von der Polizeihubschrauberstaffel-Bayern um Unterstützung gebeten und wird daher zwei „Air-Rescue-Specialists“ (ARS) für zwei Einsatzmaschinen der Polizei zur Verfügung stellen. Die Einsatzkräfte werden derzeit in das Schadensgebiet nach Rheinland-Pfalz geflogen. Derzeit sind keine weiteren Einheiten der Wasserwacht-Bayern in und außerhalb Bayerns angefordert. Die Alarmbereitschaft der fünf Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge bleibt weiterhin aufrechterhalten um schnelle Reaktionen im Einsatz- und Bedarfsfall inner- und außerhalb Bayerns sicherzustellen.

 

Bild: Symbolfoto

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news-904 Wed, 14 Jul 2021 09:36:03 +0200 Hof: Lage stabilisiert / Katastrophenfall aufgehoben https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hof-lage-stabilisiert-katastrophenfall-aufgehoben.html Die Starkregenfälle im Landkreis Hof sorgten für ein erhöhtes Einsatzaufkommen in der Integrierten Leitstelle Hochfranken des Bayerischen Roten Kreuzes. Hier laufen Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischer Hilfeleistung und Krankentransport unter dem Notruf 112 zusammen. Im relevanten Ereigniszeitraum (13.07.2021 16:00 Uhr bis 14.07.2021 01:00 Uhr) wurden der Integrierten Leitstelle rd. 700 Einsätze gemeldet. Davon waren 650 Einsätze unwetterbedingt. Die übrigen 50 betreffen rettungsdienstliche Einsätze.

Dabei wurden 866 Notrufe unter der „112“ angenommen und abgearbeitet. Die Einsätze beschränkten sich überwiegend auf den nördlichen Landkreis Hof, insbesondere die Gemeinden und Stadtgebiete Selbitz, Köditz, Berg, Feiltzsch und die Stadt Hof.

Darüber hinaus zeigten sich Einsatzschwerpunkte im Landkreis Wunsiedel, dabei überwiegend in Selb und Arzberg. Die Integrierte Leitstelle Hochfranken war mit 17 Mitarbeitenden in voller Besetzung tätig.

Der Landkreis Hof hat den Katastrophenfall am 14.07.2021, 8:00 Uhr, aufgehoben.

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news-903 Tue, 13 Jul 2021 21:32:07 +0200 Hof: Katastrophenfall wegen Starkregenfälle https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hof-katastrophenfall-wegen-starkregenfaelle.html Aufgrund der anhaltenden Starkregenfälle wurde im Landkreis Hof um 20:50 Uhr der Katastrophenfall gem. Art. 4 Abs. 1 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes festgestellt. Seit ca. 15:45 Uhr ist in der Integrierten Leitstelle Hochfranken, die durch das Bayerische Rote Kreuz betrieben wird, ein erhöhtes Einsatzaufkommen feststellbar. Deshalb wurde das Personal der Integrierten Leitstelle um dienstfreies und in Bereitschaft befindliches Personal aufgestockt. Die Leitstelle befindet sich aktuell in Vollbesetzung. Von 15:45 bis 21:00 Uhr wurden rd. 500 unwetterbedingte Einsätze alarmiert.

Wir bitten um Verständnis, dass feuerwehrbedingte Einsätze aufgrund des hohen Aufkommens priorisiert werden müssen und Wartezeiten anfallen können. Die rettungsdienstliche Versorgung ist sichergestellt. Beim Notruf 112 kann es in Einzelfällen allerdings zu geringen Wartezeiten kommen. Bitte wählen Sie den Notruf 112 nur im ausdrücklichen Notfall.

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news-902 Sun, 11 Jul 2021 13:24:32 +0200 Kräftezehrender Einsatz gegen Wassermassen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/kraeftezehrender-einsatz-gegen-wassermassen.html Aufgrund der Starkregenereignisse in Bayern und der dadurch steigenden Pegel mit Überflutungsszenarien speziell im Bereich Ober-, Unter- und Mittelfranken wurden die fünf Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge der Wasserwacht-Bayern bereits am Freitagnachmittag in Alarmstufe 1 (von 3), sowie die Kräfte der hubschraubergestützten Wasserrettung in Alarmstufe 2 versetzt. Durch die steigenden Wasserpegel in den Regierungsbezirken

  • Oberfranken
  • Unterfranken
  • Mittelfranken

wurden im Zeitraum von Freitag bis Samstagmittag bis zu 17 Schnelleinsatzgruppen in den BRK-Bezirksverbänden „Ober- und Mittelfranken“ und „Unterfranken“ alarmiert. Diese sind mit rd. 110 Einsatzkräften im Einsatz.

Dabei hilft die Wasserwacht-Bayern den in Not geratenen Anwohnern und evakuiert diese beispielsweise mit Rettungsbooten aus ihren Häusern und Wohnungen.

Der Vorsitzende der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber, erläutert: "Gegen die Wassermassen anzukommen, ist kräftezehrend, weshalb die Einsatzkräfte in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden müssen."

Der Hochwassereinsatz ist nicht ungefährlich, ergänzt Huber: "Durch umhertreibende Gegenstände geht eine Gefahr für die im Wasser befindlichen Einsatzkräfte aus. Aufgrund des trüben Wassers ist oft nicht erkennbar, wie tief das Wasser ist und welche beispielsweise scharfkantigen Gegenstände angeströmt kommen."

Aufgrund dieser Lageentwicklung wurden die Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge (K-WRZ) aus Mittelfranken und Schwaben am Samstagmorgen in Alarmstufe 2 versetzt.

Bayernweit stehen derzeit 5 Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge der Wasserwacht mit ca. 160 Einsatzkräften auf Abruf bereit, um im Bedarfsfall kurzfristige personelle und materielle Unterstützung zuführen zu können. Die Wasserwacht-Bayern hat auf Landesebene den Krisenstab einberufen. Die Mitglieder des Krisenstabs stehen in regelmäßigem Kontakt zu den Kräften vor Ort und können rund um die Uhr weitere Einheiten und Fachberater entsenden.

Erklärung der Alarmstufen:

Es gibt insgesamt drei Alarmstufen, die "Alarmstufe 1" ist dabei die niedrigste Stufe. Aus dieser Stufe resultieren folgende Maßnahmen: Überprüfung der Alarmsicherheit einzelner Einheiten, des Materials und der Erreichbarkeiten. Dadurch stellen wir sicher, dass im Falle einer Alarmstufenerhöhung alle Erreichbarkeiten und Kommunikationswege sichergestellt sind.

"Alarmstufe 2" bedeutet, dass Einheiten in einen Voralarm bei Großschadensfällen oder im Katastrophenfall versetzt werden. Dabei begeben sich Einsatzkräfte aktiv auf die jeweilige Rettungswache oder zum jeweiligen Kreisverband. Die Fahrzeuge werden allerdings noch nicht besetzt.

"Alarmstufe 3" entspricht dem tatsächlichen Alarm und die Besetzung der Einsatzfahrzeuge mit einem zeitnah folgenden Einsatzauftrag. 

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news-901 Fri, 09 Jul 2021 11:30:00 +0200 "BAYERN SCHWIMMT 2021" mit Schwerpunkt Schwimmabzeichen und Freigewässer https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayern-schwimmt-2021-mit-schwerpunkt-schwimmabzeichen-und-freigewaesser.html Die Wasserwacht-Bayern startete heute Vormittag BAYERN SCHWIMMT 2021 im Freisinger Bad „fresch“, um Kinder, Jugendliche und Eltern sicher durch den Sommer zu bringen. Auf dem virtuellen Lernprogramm stehen Schwimmtechniken und -abzeichen, die Einschätzung von Gefahren am und im Wasser sowie die Baderegeln.

„Kinder und Eltern zu motivieren, schwimmen zu lernen ist eines der Ziele der Kampagne. Ebenso wichtig ist es, sie überhaupt für das Thema Schwimmen und Sicherheit im und am Wasser zu sensibilisieren, und zwar rechtzeitig vor den Sommerferien. Denn die bundesweit ertrunkenen Kinder und Jugendlichen direkt zu Beginn des Sommers sind ein Warnsignal“, so Thomas Huber MdL, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern und ergänzt: „Wir haben Aufholbedarf! Aufgrund der coronabedingten Bäderschließungen ist vielfach der Schulsport ausgefallen. Mit der digitalen Neuauflage von ‚BAYERN SCHWIMMT‘ bieten wir eine attraktive und ergänzende Möglichkeit des virtuellen Lernens.“  

Die Kampagne für Kinder, Eltern und Lehrkräfte findet zum 3. Mal statt und bekommt auch in diesem Jahr prominente Unterstützung. Landtagspräsidentin Ilse Aigner engagiert sich seit Beginn als Schirmherrin und hat heute Vormittag gemeinsam mit Staatsminister Prof. Dr. Michael Piazolo und dem Landesvorsitzenden der Wasserwacht Bayern, Thomas Huber, MdL, die Kampagne vorgestellt, die pandemiebedingt erneut online stattfindet. Dazu zählen neben den schriftlichen Inhalten auf www.bayernschwimmt.de sieben Video-Tutorials. Ziel ist es, Kinder sicher ans Wasser zu gewöhnen, sie sicher zum Schwimmen zu bringen und sie für Gefahren zu sensibilisieren. Für die kindgerechte Ansprache sorgen ehrenamtliche Ausbilder*innen der Wasserwacht sowie Julian Janssen, der als „Checker Julian“ aus dem KiKA bekannt ist.

Für Landtagspräsidentin und Schirmherrin Ilse Aigner bedeutet Schwimmen Freiheit: „Auf einem schönen See zu schwimmen, in die Weite zu schauen, sich vom Wasser umspülen zu lassen – das ist für mich einfach Freiheit. Dieses Erleben wünsche ich anderen Menschen ebenfalls. Danke, dass die Wasserwacht hier für die nötigen Grundlagen und die Sicherheit im und am Wasser sorgt.“

Ähnlich sieht es Staatsminister für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Michael Piazolo, der das große Engagement der Ehrenamtlichen der Wasserwacht hervorhebt und wünscht, „dass möglichst alle unsere Kinder, Schüler und Schülerinnen in Bayern von dieser tollen Aktion profitieren. Die Corona-Pandemie hat vielen Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Schwimmen erschwert. Es ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Eltern, Schule und Verbänden, die Freude und die Sicherheit beim Schwimmen zu vermitteln. Daher war es uns ein wichtiges Anliegen, den Schwimmunterricht in der Schule schnell wieder zu ermöglichen und zusätzliche Schwimmangebote zu machen.“

Der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Leonhard Stärk, ergänzte schließlich: „Jetzt zählt, dass wir den Kindern – soweit und solange es die Pandemie zulässt – Normalität ermöglichen, Unbeschwertheit bieten und Freiheit vermitteln. Der beste Ort für Freiheit ist das Wasser. Freiheiten, und auch das hat die Pandemie gezeigt, müssen immer mit einem gewissen Schutz und der Sicherheit verbunden sein. Lassen Sie uns also gemeinsam dazu beitragen, dass unsere Kinder in und mit Sicherheit Freiheit genießen dürfen.“

Schwerpunkt der sieben Videos sind in diesem Jahr Freigewässer, denn sie stellen auch geübte Schwimmer*innen vor zahlreiche und bisweilen lebensbedrohliche Herausforderungen. Umso größer sind die Gefahren für Kinder. Insbesondere nachdem seit Jahren die Schwimmfähigkeit von Grundschülern abgenommen hat. Außerdem schließen immer mehr Schwimmbäder, unabhängig von der Pandemie, und damit zieht es Kinder und Familien in der Badesaison an Seen und Flüsse.

BAYERN SCHWIMMT 2021 zeigt außerdem Tutorials für das Seepferdchen und das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze (DSA Bronze), denn nur Letzteres bedeutet, dass ein Kind wirklich sicher schwimmen kann. Beim Seepferdchen müssen Kinder nach einem Sprung vom Beckenrand 25m am Stück Schwimmen können sowie einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser auftauchen, das DSA Bronze erfordert 200m Schwimmen in 15 Minuten, einen Sprung ins Wasser, das Auftauchen eines Gegenstands aus 2m Tiefe sowie die Kenntnis der Baderegeln.

Die ersten vier Videos zu Kampagne, Seepferdchen, DSA Bronze und Schwimmen lernen am See gehen heute online. Demnächst folgen weitere Videos zu den Baderegeln, die sich mit dem eigenen Körper und dem Schwimmen in Flüssen und Seen sowie deren Besonderheiten befassen.

Weitere Informationen unter www.bayernschwimmt.de.

Die Videos können Sie *hier* via YouTube ansehen.

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news-900 Tue, 29 Jun 2021 08:00:00 +0200 Was kommt in die Altkleidersammlung? https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/was-kommt-in-die-altkleidersammlung.html Über 3.700 Altkleider-Container betreibt das Bayerische Rote Kreuz im Freistaat. Dank der Bürger*innen erhalten wir auf diesem Wege fast 16.300 Tonnen Altkleider pro Jahr. Ein Teil davon wird in unseren Kleiderkammern und -läden aufbereitet und weiterverkaufet. Der Anteil an Müll steigt immer mehr. Das Sortieren von „Müll“ und „guter Kleidung“ ist zeit- und kostenintensiv und in vielen Fällen nicht stemmbar.


Nicht selten landen zerrissene und nicht verwendbare Kleidung, aber auch Elektrogeräte oder Hausmüll in den Containern. Besonders dann, wenn Flüssigkeiten oder Lebensmittel im Container landen, wird auch die restliche Ware „unbrauchbar“, da die Aufbereitung nicht mehr möglich ist.


Ca. 20 % der eingeworfenen Spenden sind Müll, von denen wiederum in etwa die Hälfte gar keine Kleidungsstücke, sondern beispielsweise Elektrogeräte, Teppiche, Farbeimer oder Hausmüll sind. Die zweite Hälfte besteht aus nicht mehr tragbarer, nasser oder stark verschmutzter Kleidung, Zudecken und Kissen, die nicht mit Federn, sondern mit Kunststoff gefüllt sind, Schuhe, die nicht paarweise gebündelt wurden.


In 2019 wurden 1.640.000 Kleidungsstücke über die Kleiderläden und Kleiderkammern in zweite Hände gegeben.

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news-899 Thu, 24 Jun 2021 16:36:56 +0200 #blickinszentrum: "Uns fehlt eine klare Aussage, wie es nach dem 30. September weitergeht" https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/blickinszentrum-uns-fehlt-eine-klare-aussage-wie-es-nach-dem-30-september-weitergeht.html Wie geht es eigentlich unseren Kolleg*innen in den Impfzentren? Andrea Hainzinger leitet die Impfzentren Pfaffenhofen und Geisenfeld – wir haben mit ihr über fehlenden Impfstoff, fehlende Perspektiven und die Kämpfermentalität ihres Teams gesprochen. Andrea, wie geht's dir als Leiterin des Impfzentrums Pfaffenhofen gerade, mit welchen Themen beschäftigst du dich aktuell?

Von Anfang an begleitet mich das Thema fehlender Impfstoff. Ein akutes Thema ist natürlich die Verlängerung der Impfzentren mit Kostenübernahme nach dem 30. September. Die ersten Mitarbeiter*innen haben sich bereits umorientiert, weil wir ihnen keine Perspektive bieten können. Sie müssen natürlich auch ihre Mieten bezahlen. Das ist für uns ein großes Problem.

Vergangene Woche sagte unser Gesundheitsminister, dass die Impfzentren sehr wohl weitergeführt werden sollen - aber du weißt wahrscheinlich nicht, in welcher Form das passiert?

Es wurde davon gesprochen, die Kapazitäten zu reduzieren, um sie später wieder hochzufahren, wir haben aber absolut noch keine Informationen bekommen. Ich weiß nicht, wie wir ein solches Vorgehen umsetzen sollen. Ich kann das Personal nicht verabschieden und nach einer Woche sagen, dass ich sie wieder brauche.

Nochmal kurz zurück zum Impfstoff: Seit wann kämpft ihr mit der Impfstoffknappheit?

Im Prinzip hatten wir von Anfang an Impfstoffknappheit. Einen Einbruch haben wir definitiv erlebt, als die Hausärzte und dann auch die Betriebsärzte mitimpfen konnten. Nach außen wurde vermittelt, dass sich dadurch die Kapazitäten erhöhen. Letztendlich wurde aber bei uns der Impfstoff dafür abgezogen, wir sitzen weiterhin auf dem Trockenen und haben unser Personal zeitweise in den Zwangsurlaub geschickt.

Wir haben zwei Impfzentren im Landkreis - in Geisenfeld und in Pfaffenhofen. Nur mit einer Schicht ist es für uns möglich, in jedem Impfzentrum 500 Impfungen täglich durchzuführen, da sprechen wir noch nicht einmal von einem Zwei-Schicht-System. Wir haben aktuell oft unter 100 Impfungen pro Impfzentrum, einfach weil der Impfstoff fehlt. Wenn sich die Politik dann fragt, warum die Impfzentren so teuer sind, stimmt für mich die Fragestellung einfach nicht. Wir haben hier Impfzentren ohne vollen Durchlauf, das ist natürlich teuer. Ohne Impfstoff können wir nicht impfen.

Wie ist die Stimmung in deinem Team, gibt es da schon großen Frust?

Es ist wirklich demotivierend für die Mitarbeiter*innen. Es fehlt das Gefühl zum Feierabend, dass viel passiert ist und man vielen Menschen geholfen hat. Es hat uns große Freude gemacht, wenn Menschen glücklich aus unserem Impfzentrum gegangen sind, ihre Enkel endlich wieder sehen und Anschluss an die Gesellschaft haben können. Aber aktuell laufen die Impfungen tröpfchenweise. Dazwischen wird geputzt, Material überprüft - aber diese Aufgaben halten nicht den ganzen Tag.

Was wünschst du dir konkret von der Politik außer natürlich Impfstoff?

Eine klare Aussage, wie es nach dem 30. September weitergeht. Ob wir weiter bestehen bleiben, das Personal weiter beschäftigen können.  Jeder spricht von potenziellen Drittimpfungen oder Nachimpfungen, von der Delta-Variante. Es steht aktuell noch so viel in den Sternen. Aktuell habe ich das Gefühl, die Politik ruht sich auf der Inzidenz aus. Impfstoffplanung ist von Anfang an ein Riesenthema. Ich kann unsere Mitarbeiter-Einsatzpläne nur von Woche zu Woche schreiben, weil ich nicht weiß, wieviel Impfstoff ich nächste Woche erhalte. An dieser Stelle muss ich mich auch von Herzen bei den Mitarbeiter:innen bedanken, dass sie da überhaupt mitspielen.

Wie reagieren die Bürger:innen auf die aktuelle Situation?

Wir haben bei uns in Pfaffenhofen einen Callcenter eingerichtet. Bevor die Inzidenz gefallen ist, ist unsere Hotline übergelaufen vor Beschwerden. Das landet leider bei uns und nicht an der richtigen Stelle, bei der Regierung. Menschen haben nicht verstanden, warum sie mit Vorerkrankungen seit Januar keinen Termin bekommen, der Nachbarsjunge mit 18 Jahren im Betrieb geimpft wurde - ohne Vorerkrankungen. Das löst in der Bevölkerung großen Unmut aus, und das können wir auch nachvollziehen. Wir versuchen, Verständnis zu zeigen, aber auch unsere Mitarbeiter*innen haben bald kein Verständnis mehr für die Entscheidungen der Regierung.

Welche Frage hört ihr aktuell am häufigsten?

Die häufigste Frage ist: "Wann bekomme ich endlich einen Impftermin?" Mit fallender Inzidenz und Öffnungen für Geimpfte ist das natürlich extremer geworden. Oft hören wir auch die Frage: "Wie komme ich an meinen digitalen Impfpass?" Von den Mitarbeiter*innen: "Wie geht es weiter, kann ich hier bleiben?"

Wie geht's dir selbst in der täglichen Arbeit aktuell?

Am Anfang hatte ich Verständnis, es gab keine Blaupause für die Pandemie oder für Impfzentren. Mittlerweile verstehe ich manche Aktionen und die Unplanbarkeit nicht mehr. Wir erfahren neue Entscheidungen aus der Presse und haben an der Basis noch keinerlei Handwerkszeug erhalten, wie wir damit umgehen sollen. Das ist auch für uns sehr anstrengend.

Aber: Wir haben gezeigt, was wir als BRK auf die Beine stellen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Wenn meine Mitarbeiter*innen nicht so mitgezogen hätten, Überstunden gemacht hätten, Vorschläge eingebracht hätten, wenn wir uns nicht mit anderen Impfzentren ausgetauscht hätten, wäre es für uns alle nicht machbar gewesen.

Mehr Infos über das Impfzentrum Paffenhofen findet Ihr übrigens auf www.impfzentrum-pfaffenhofen.de oder auf der Website des BRK KV Pfaffenhofen.

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news-893 Tue, 22 Jun 2021 11:42:44 +0200 Unwetternacht von 21. auf 22. Juni über Bayern https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/unwetternacht-von-21-auf-22-juni-ueber-bayern.html In der vergangenen Nacht kam es in Teilen Bayerns zu erheblichen Unwettern. In den Integrierten Leitstellen des BRK mussten mehr als 400 Sturm- und Unwettereinsätze abgearbeitet werden. Im Krankenhaus Wolfratshausen fiel kurzzeitig sogar der Strom aus. Die Zusammenarbeit mit allen Einsatzkräften war hervorragend, die Einsatzintensität eher unwettertypisch. In der Integrierten Leitstelle Straubing kam es mit 150 unwetterbedingten Einsätzen zu der höchsten wetterbedingten Auslastung. Ganze 132 Einsätze wurden in der ILS Oberland, weitere 67 Einsätze in der ILS Donau-Iller und 60 Einsätze in der ILS Bayreuth abgearbeitet. In den Integrierten Leitstellen Coburg, Hochfranken, Mittelfranken-Süd und Schweinfurt blieb es vergleichsweise ruhig.

Im Leitstellenbereich der Integrierten Leitstelle Oberland kam es beispielsweise zu einigen vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen. Anders zeigte sich die Situation im Bereich Wolfratshausen: Hier kam es auf Grund eines heftigen Hagelschauers hauptsächlich zur Zerstörung von Dachfenstern mit anschließendem Wassereintritt in die betroffenen Gebäude. Das Krankenhaus Wolfratshausen wurde dabei ebenfalls stark beschädigt und musste daraufhin einen Aufnahmestopp verhängen.

Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen und Kollegen in den Integrierten Leitstellen, die stets einen kühlen Kopf bewahren und dafür sorgen, dass es „läuft“. Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen im Einsatz, ein solches Unwetter birgt nicht zuletzt auch Gefahren für die Einsatzkräfte.

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news-892 Mon, 21 Jun 2021 17:18:47 +0200 „Das Geschoss hat meinen Kollegen zum Glück um 30 cm verfehlt“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/das-geschoss-hat-meinen-kollegen-zum-glueck-um-30-cm-verfehlt.html Seit Samstag sorgt das schwäbische Augsburg für Schlagzeilen. Anlass sind Ausschreitungen, Krawalle und schließlich Dutzende Angriffe auf Polizei- und Rettungskräfte. Es ist traurige Realität, dass Aggressionsereignisse zum Alltag des Rettungsdienstes gehören. Die Qualität der Aggressionen, die seitens der Polizei sogar als Landfriedensbruch gewertet wird, ist eine Neue. Eine Qualität, die uns zu denken geben sollte. Am Samstag wurde der Krankentransportwagen zweier ehrenamtlicher Kollegen der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. aus Augsburg Ziel eines gefährlichen Angriffs mit einem noch unklaren Gegenstand. Die Folge: Glücklicherweise unverletzte Kameraden – und eine kaputte Windschutzscheibe. Sachschaden ist ersetzbar, was bleibt, ist eine perfide Tat und der tiefe Schock.

Rettungssanitäter Raphael Doderer war in der Nacht vor Ort – er führte das Fahrzeug, das zur Zielscheibe wurde. In einem Interview mit dem Bayerischen Roten Kreuz rekonstruiert er das Geschehene.

Wie hast du die Nacht von 19. auf 20. Juni in der Augsburger Innenstadt erlebt?

Um 1 Uhr nachts wurden wir, die Schnelleinsatzgruppen der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen, alarmiert. Der reguläre Rettungsdienst konnte die Lage in der Innenstadt nicht mehr bewältigen. Vor Ort waren Kollegen vom BRK, der Johanniter-Unfall-Hilfe, vom Malteser Hilfsdienst und der Bäuerle Ambulanz. Das Meldebild hat auf der Anfahrt harmlos ausgesehen. Ich dachte, es sind eben mehr Einsätze, weil auch mehr Menschen in der Innenstadt sind. Vor Ort angekommen hat es sich dann doch so herausgestellt, dass die Stimmung angespannt und aggressiv war. Wir sind dann auch mit entsprechenden Schutzvorkehrungen in die Einsätze gegangen. Und letztlich war es so, dass wir dann nach und nach abgerufen wurden.

Euer KTW wurde dann auch angegriffen, was ist genau passiert?

Genau, dieser eine Einsatz ging durch die Medien. Wir sind wegen einer verletzten Frau in die Maxstraße gerufen worden. Für uns hat sich das als sicherer Bereich gezeigt – auf der einen Seite war die Polizei und hat die Menschen abgehalten, ebenso wie von der Nebenstraße, sodass wir die Patientin gut ambulant behandeln konnten. Ich habe danach dem BR ein Interview gegeben, weil ich nicht nur Rettungssanitäter bei den Johannitern bin, sondern auch gleichzeitig ehrenamtlicher Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen. Während dem Interview flog eine Flasche oder Stein, man weiß es nicht, auf die Frontscheibe unseres KTW, die daraufhin zerborsten ist. Wir sind glücklich, ja gottfroh, dass das Geschoss den Kopf meines Kollegen um 30-50 cm verfehlt hat. Er stand direkt neben dem Einschlagloch. In dem Moment habe ich das Interview sofort abgebrochen, wir sind ins Auto und haben uns sofort zurückgezogen. Wir sind alle auf solche Situationen geschult, um auf solche Gefahren reagieren zu können und sind dann noch sensibler, vorsichtiger in die weiteren Einsätze gegangen. Es gab Zeiten, da waren alle 10 SEG-Fahrzeuge im Einsatz in dieser Nacht. Insgesamt waren es ca. 24 Behandlungen und 6 Patienten mussten in Kliniken transportiert werden. Flaschenwurfverletzungen. Schnittverletzungen, aber auch nach Pfefferspray etc. – das waren die Einsatzbilder.

Sind du oder Kollegen auch direkt angegriffen worden?

Naja, ich würde einen Wurf, der in die Richtung meines Kollegen geht, der seinen Kopf nur knapp verfehlt, als Angehen gegen den Kollegen betrachten. Da kann man sich natürlich drüber streiten, und ich bin nicht derjenige, der dies letztlich zu beurteilen hat. Wenn der Täter ermittelt wird, werden dies wohl Gerichte beurteilen müssen. Persönlich sehe ich nicht nur die Sachbeschädigung unseres Fahrzeuges, sondern das hohe Risiko, dem mein Kollege durch das Wurfgeschoss ausgesetzt war. Andere Kollegen sind bespuckt worden, andere Fahrzeuge wurden auch angegangen. Es war eine grundaggressive Stimmung in Teilen. Es gab aber auch viele friedlich feiernde Menschen.

Wie bist du mit der Situation umgegangen?

Mein Kollege und ich haben uns erstmal rausgenommen. Wir sind beide gottseidank sehr erfahren und haben ein Debriefing gemacht und auch die Lage für uns ernst genommen. Wir sind zunächst nicht mehr in den Einsatz gegangen. Ich habe dann aufgrund dieser Situation eher die Sprecher-Funktion übernommen, um den Einsatzleiter Rettungsdienst zu unterstützen. Später in der Nacht sind auch wir dann wieder in den Einsatz gegangen. Als dann rund 4 Stunden später alles beendet war, sind wir auf die Wache, haben die Scherben entfernt und haben uns um die formalen Aspekte gekümmert. Es ist ja nicht damit getan, dass eine Scheibe zerstört ist – wie wird das Fahrzeug wieder instandgesetzt, was muss mit der Polizei besprochen werden bzgl. Anzeige und so weiter.

Wie gehen du und dein Kollege mit dem Ereignis im Nachgang um?

Wir haben regelmäßig Kontakt, tauschen uns aus, stärken uns gegenseitig. Mein Thema war den ganzen Sonntag über Presseanfragen zu bearbeiten. Mein Kollege hat sich auch dazu bereit erklärt, ein Interview gegeben, aus seiner sehr betroffenen und persönlichen Sicht. Das Fatale ist, dass gestern ein anderer Rettungswagen der Johanniter auf einer Einsatzfahrt einen Unfall hatte – ein schwarzes Wochenende für uns.

Hast du eine derartige Situation schon mal erlebt?

Ich bin 20 Jahre lang ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz und Rettungsdienst tätig und das, was ich vergangenes Wochenende erlebt habe, habe ich so noch nie erlebt und will ich auch nicht mehr erleben. Nichtsdestotrotz ist für mich klar, wenn der nächste Alarm kommt, werde ich wieder in den Einsatz gehen. Weil unabhängig von der Hilfsorganisation, ist es etwas, das uns alle antreibt. Wir werden gebraucht, wir sind da, wir wollen helfen.

Wie verhält man sich dann als Retter? Kann man sich wehren? Ist das überhaupt möglich?

Rückzug – das war in dem Fall das einzig Richtige. Ich selbst habe das ein oder andere Training in Sachen Deeskalation und Selbstschutz hinter mir. Darüber bin ich sehr froh, dass wir das als Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen schon vor einigen Jahren angeboten haben. Wir lernen alle, dass wir uns auf besondere Einsatzlagen besonders vorbereiten müssen. Es hat mich nochmal darin bestärkt, noch sensibler, noch achtsamer mit Einsätzen und dem Einsatzumfeld umzugehen.

Kannst du anderen Einsatzkräften einen Tipp / Hinweis geben, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden oder - wie man mit solchen Situationen umgehen sollte?

Eigenschutz immer den Vorrang gewähren, das ist essenziell. Als Team zusammenarbeiten, sich gegenseitig auch im Einsatz Feedback geben bei Störgefühlen. Bei dem Folgeeinsatz haben wir sehr intensiv, mehr als wir es ohnehin schon tun, miteinander kommuniziert.

Was möchtest du Feiernden sagen?

Wir unterstützen ein friedliches Feiern, ein friedliches Miteinander. Da sind wir gerne bereit als Sanitätswachdienst dabei zu sein. Aber Gewalt gegen Einsatzkräfte ist inakzeptabel.

Als größte Hilfsorganisationen im Freistaat Bayern sehen wir es als unsere Verantwortung, nach solch tragischen Ereignissen auch über organisationsgrenzen Hinweg gemeinsam mit starker Stimme aufzutreten. Wir alle sind da, um zu helfen – wir sind kein Ziel. #NotATarget

 

Forschungsprojekt zu Gewalt gegen Rettungskräfte

Unter Koordination des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist am 1. September 2020 ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt namens "AMBOSafe" gestartet. Die Abkürzung steht dabei für "Angriffe auf Mitarbeiter*innen und Bedienstete von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben". Ziel des Forschungsprojektes ist es, den vorhandenen Wissensstand über körperliche und verbale Angriffe auf Mitarbeiter*innen von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu erweitern. Hierfür werden auch Berufsgruppen mit einbezogen, die bislang weniger im Fokus der Forschung standen. Neben den in der Forschung regelmäßig untersuchten Berufsgruppen wie Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei werden im Projekt AMBOSafe ebenso Angriffe auf Mitarbeitende von Ordnungsämtern, von Verkehrsunternehmen, von Sicherheitsdiensten, von Notaufnahmen und des Technischem Hilfswerks betrachtet. 

Mehr zum Forschungsprojekt: https://ambosafe.de/ 

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news-890 Sat, 19 Jun 2021 08:28:00 +0200 „Es ist unser Beruf zu helfen“ – Ein Gespräch mit Robert Portenkirchner über den Dienst auf dem Rettungshubschrauber https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/es-ist-unser-beruf-zu-helfen-ein-gespraech-mit-robert-portenkirchner-ueber-den-dienst-auf-dem-rettungshubschrauber.html Robert Portenkirchner ist leitender TC-HEMS am Standort Traunstein und fliegt täglich Einsätze auf dem Rettungshubschrauber Christoph 14. Wann der Hubschrauber kommt, wie viel Druck hinter seinem Beruf steckt und warum es mit den Kollegen aus Kempten eine ganz besondere Beziehung gibt. 1.       Seit wann bist du beim BRK?

Puh, das ist schon etwas länger her. Seit 2000 bin ich hauptberuflich tätig und habe dabei einige Stationen durchlaufen – KV Traunstein, Rettungsleitstelle Traunstein (damals BRK) und schließlich zum Hubschrauber als TC-HEMS (= Technical Crew - Helicopter Emergency Medical Service). Heute gehören wir 4 TC-HEMS des Christoph 14 zur LGST und das taugt uns ausgesprochen gut.

2.       Wie verlief dein Werdegang vom Boden bis in die Luft?

Ich war erst im Rettungsdienst, dann in der Leitstelle und habe mich auf die Ausschreibung für den Dienst auf dem Hubschrauber beworben. Nach der Zusage ging’s aber erst los: Ich musste eine umfangreiche Ausbildung absolvieren, die heute noch mehr beinhaltet. Seit 2005 fliege ich Einsätze und bin außerdem Sprecher der leitenden HEMS für die 12 Zivilhubschrauber-Standorte des Bundes, u.a. in Köln oder Hamburg.

3.       War das auch dein Berufswunsch als Kind, später mal im Heli zu fliegen und zu retten?

Nein und von diesem konkreten Wunsch würde ich grundsätzlich abraten. Wie gesagt, heute ist es noch anspruchsvoller. Das ist ein Auswahlverfahren mit mehreren Stufen. Damals wurde ich in mehreren Fächern geprüft, heute macht man erstmal ein Praktikum und dann wird weitergeschaut. Wenn es nichts wird, sollte man es sich nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Von null genau dort hinzuwollen ist ein zu hoher Anspruch, wer aber die Basis als NotSan hat, kann darauf aufbauen.

4.       Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich mag meinen Beruf sehr, aber die Belastung muss man schon abkönnen. Wir haben ständig Simulatortrainings und müssen diese auch bestehen, wie eine dauerhafte Prüfungsphase. Diesem Druck muss man gewachsen sein. Hinzu kommt, dass jeder unserer Einsätze mit der Blackbox im Heli aufgezeichnet wird – alles, was gesprochen wird, ist auf Band. Aber ein Witz darf auch mal sein.

5.       Worin unterscheidet sich der Dienst auf dem Hubschrauber zum RTW? Kommt der Hubschrauber nur zu „wirklich ernsten“ Fällen?

Grundsätzlich kann man das so sagen, denn der Hubschrauber kommt, wenn ein Notarzteinsatz disponiert wird und das ist meistens ein „schlimmer Fall“. Und dann muss der Heli gegenüber dem NEF einen erheblichen Zeitvorteil haben – wenn das alles erfüllt ist, kommen wir. Wir werden aber auch zum Transport nachgefordert.

6.       Die Arbeit mit der Rettungswinde ist unerlässlich – was sind die Herausforderungen und was sind die Vorteile im Einsatz?

Ca. 20 Prozent unserer Einsatzgebiete ist das Hochgebirge: Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, der Watzmann als gefährlichster Berg, viel unwegsames Gelände und im Winter Lawinengefahr – mit der Winde kommen wir an diese schwierigen Stellen hin. Unsere hat 90m und damit die größtmögliche Länge, die angeboten wird. Wir können damit Patienten zum Heli aufwinchen, damit weiterfliegen oder direkt verladen. Für uns ist sie definitiv unersetzlich und das nicht nur auf dem Land. Es ist nicht verboten, sie woanders einzusetzen, bspw. in der Stadt. Wo eine Landung nicht möglich ist, kann man den Notarzt per Winde runterlassen.

7.       Der HHO (Helicopter Hoist Operator) ist oben an der Kufe des Hubschraubers, wer wird dann abgeseilt?

Entweder der Notarzt oder eine Person von der Bergwacht, je nach dem wer oder was für den Einsatz erforderlich ist. Wenn wir alarmiert werden, fliegen wir meistens erst zum Bergwacht-Depot. Bei der Rettung aus Bergnot, wenn unverletzte Personen einfach nicht weiterkommen, benötigt man keinen Arzt.

8.       Zum Aufgabengebiet des TC-HEMS gehören neben der medizinischen Versorgung mit dem Notarzt auch die fliegerischen Tätigkeiten – was können wir uns unter letzteren vorstellen?

Unter fliegerischer Tätigkeit fällt die Navigation zur Einsatzstelle, Check vor dem Start, z. B. der Triebwerke, oder das Ausschauhalten nach Hindernissen während dem Flug. Kräne von neuen Baustellen zum Beispiel. Es läuft alles immer nach den gleichen Standards ab. Der HHO ist wie der TC-HEMS ein Besatzungsmitglied.

9.       Was passiert, wenn jemand aus eurem kleinen Team aus 4 TC-HEMS ausfällt?

Wir sind an viele Regularien gebunden und die geben vor, dass ein Ersatz nur dann einspringen darf, wenn dieser 4mal pro Jahr bei uns in Traunstein im Dienst ist – wir können nicht mal schnell jemanden von einer anderen Station holen. Deshalb sprechen wir uns mit den Kemptner Kollegen ab und unterstützen uns so gegenseitig. 4mal im Jahr sind dann zwei unserer TC-HEMS in Kempten und zwei Kemptener bei uns. So können wir für sie einspringen und umgekehrt. Mit am wichtigsten ist auch die Örtlichkeiten des jeweiligen Gebirges zu kennen.  

10.   Ihr arbeitet auf engstem Raum, inwiefern hat Corona deine Arbeit verändert?

Wir müssen FFP2-Maske tragen, weil wir im Hubschrauber den Mindestabstand unterschreiten. Sobald wir mit dem Patienten in Kontakt kommen, erhält dieser auch eine Maske.

11.   Das Ausflugsverhalten der Menschen hat sich stark gewandelt in der Pandemie. Alle - auch Amateure - zieht‘s auf die Berge. Wie siehst du das?

Kritisch, aber das habe ich schon vor Corona bemerkt. Die Leute haben kein Gefühl mehr für sich selbst und was sie ihrem Körper abverlangen können. Wir holen regelmäßig überforderte Wanderer von Klettersteigen, im Sommer wie im Winter, wenn alles voller Schnee ist. Es ist unser Beruf dann zu helfen, aber ich frage mich „Wie kann das sein?“. Rauszugehen während Corona ja, aber ich sollte keine Tour machen, die ich so oder so nicht schaffe und mich maßlos überschätzen. Weil wenn es brenzlig wird, frisst die Angst 90% der Kraft.

12.   Ihr müsst euch dann teilweise auch in Gefahr begeben, um die Wanderer zu retten.

Genau – auch für uns ist das nicht einfach. An der Bergwand können sich immer mal Steine lösen, wenn man sich gerade abseilt. Da ist der Berg unberechenbar. Im Nachgang ist so ein Einsatz übrigens nicht billig. Eine Rettung aus Bergnot kann schon mal 7.000 € kosten, wenn man nicht verletzt war. Dann muss man selbst zahlen, wenn man keine private Unfallversicherung hat. Wenn dann der Anwalt eingeschaltet wird, ist das wirklich dreist – aber es kommt vor, leider.

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news-891 Fri, 18 Jun 2021 14:59:48 +0200 Wasserwacht bittet um Vorsicht https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wasserwacht-bittet-um-vorsicht.html Viele werden das Wochenende aufgrund der hohen Temperaturen am, im oder auf dem Wasser verbringen. Die Wasserwacht bittet daher um Vorsicht! Die Wachstationen an den Seen, Flüssen und Freibädern sind zwar besetzt, dennoch appellieren die Helferinnen und Helfer zur Umsicht. Besonders bei den zu erwartenden heißen Temperaturen werden viele Familien die Abkühlung im kalten Nass suchen. Die Gefahren sind jedoch nicht zu unterschätzen. Daher rät die Wasserwacht dringend die Baderegeln zu beachten und vor allem Kinder nicht unbeaufsichtigt ins oder ans Wasser zu lassen. Im Notfall sollte schnellstmöglich der Notruf 112 gewählt werden. 

„Unsere Schnelleinsatzgruppen sind in den letzten Tagen bereits mehrmals zu Einsätzen alarmiert worden“, so der Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern, Thomas Huber. 

„Es wird dringend darum gebeten, nur in freigegebenen Gewässern zu baden. Wenn man auf eigene Verantwortung als Schwimmer oder mit Booten in Flüsse gehen möchte, sollte man auf Rettungs- und Sicherheitssysteme, wie zum Beispiel Schwimmwesten zurückgreifen. Dies gilt für Kinder und Erwachsene“, appelliert Thomas Huber. Bei unüberlegten Handlungen oder Selbstüberschätzung bringt man nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr bringen kann. Die notwendigen Rettungsaktionen sind oftmals anspruchsvoll und auch für die geübten Wasserretter nicht ohne Gefahr. „Viele Unfälle könnten vermieden werden, wenn sich alle an die Baderegeln halten würden“, sagt Thomas Huber und fügt hinzu: „Ertrinkende Menschen schreien aufgrund der Erschöpfung meist nicht um Hilfe, sondern sinken lautlos ab. Ein wachsames Auge kann hier Leben retten.“


Zu den Baderegeln

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news-889 Fri, 11 Jun 2021 15:30:00 +0200 Positionspapier: Fortsetzung der Impfzentren bis Ende 2021 https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/positionspapier-fortsetzung-der-impfzentren-bis-ende-2021.html Das Bayerische Rote Kreuz ist mit über 40 Impfzentren im Auftrag der Landkreise und kreisfreien Städte der größte Impfzentrumsbetreiber im Freistaat Bayern und beschäftigt hierbei rd. 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Sicherstellung eines reibungslosen und effizienten Impfbetriebs mit einem insgesamt hohen Durchsatz. Gemäß dem Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 19. März 2021 wird „der Bund […] den Betrieb der Impfzentren bis mindestens zum 30. September 2021“[1] finanzieren. Mit Ablauf dieser Frist und bei weiterhin ausbleibender Verlängerung der Finanzierung ist eine Schließung der bayerischen (und aller nationalen) Impfzentren zum 30.09.2021 eine logische Konsequenz.

Das Bayerische Rote Kreuz stellt fest: Die Impfzentren waren, bedingt durch eine nach wie vor nicht auskömmliche Verfügbarkeit von Impfstoff, bis heute nur in sehr wenigen Zeiträumen hoch ausgelastet. Die Impfzentren bewegen sich derzeit in einer durchschnittlichen Auslastung von etwa 40-45%. Mit den Impfzentren gibt es mittlerweile verlässliche Strukturen, die sowohl personell als auch infrastrukturell in der Lage sind, täglich große Mengen an Impfdosen an die Frau und an den Mann zu bringen. Es ist darüber hinaus festzustellen, dass die Impfzentren aufgrund Ihrer Zentralität und leichten Zugänglichkeit der Anlaufort für Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und -gruppen sind. Besonders Bürgerinnen und Bürger aus schwierigen sozioökonomischen Bedingungen oder jene mit mangelnder hausärztlicher Versorgung sind auf dieses niedrigschwellige Angebot angewiesen.

Das Bayerische Rote Kreuz warnt ausdrücklich vor einer Schließung der Impfzentren mit Ablauf des 30. September 2021. In Bayern sind bis heute 23,9 %[2] der Bürgerinnen und Bürger vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Es ist daher unergründbar, weshalb sich die Bundesregierung nicht auch für eine Fortsetzung der Impfzentren stark macht. Die Schließung der Impfzentren, bevor diese aufgrund des fehlenden Impfstoffes überhaupt die Gelegenheit hatten, ihre Maximalkapazitäten auszuschöpfen, ist ein Fehler.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Impfzentren, die in einem befristeten arbeitsvertraglichen Verhältnis stehen, müssen zeitnah eine Perspektive erhalten. Jede und jeder dieser Mitarbeitenden muss schon sehr bald mit der Suche nach einer Folgetätigkeit beginnen um rechtzeitig zum 1. Oktober 2021 eine neue Arbeitsstätte antreten zu können. Insofern wäre bei einer nicht zeitnahen Entscheidung über eine Fortsetzung der Impfzentren, dieses Personal bereits anderweitig vertraglich gebunden und nicht mehr verfügbar für eine kurzfristige Verlängerung der Finanzierung durch den Bund.

Sollte also nach einer Schließung der Impfzentren ab dem 30. September 2021 auffallen, dass der notwendige und erwünschte Impfdurchsatz durch die Haus-, Fach- und Betriebsärztinnen und -ärzte nicht erbracht werden kann, weil viel höhere Impfstofflieferungen kommen, als wir sie bisher kennen, ist eine kurzfristige Reaktivierung der Impfzentrums-Strukturen ein Ding der Unmöglichkeit, weil jenes Personal nicht mehr verfügbar und für das BRK greifbar ist.

[1] Beschluss vom 19. März 2021, Bundeskanzleramt, Abruf am 10.06.2021, www.bundesregierung.de/resource/blob/997532/1879338/a07c4a8a30f1d94c490e68e5471939a3/2021-03-19-beschluss-telefonschaltkonferenz-data.pdf

[2] Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums, Abruf am 10.06.2021, https://impfdashboard.de/

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news-887 Thu, 10 Jun 2021 17:00:00 +0200 Sonnenschutz – kein reines Sommerthema https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/sonnenschutz-kein-reines-sommerthema.html Nicht nur, aber gerade im Sommer, sollte Sonnenschutz zur täglichen Routine gehören. Er schützt unsere Haut vor vorzeitiger Alterung und vor Hautkrebs. Die drei wichtigsten Fragen – wann, wie viel und warum – beantworten wir in diesem Blogbeitrag. Wann?

Eigentlich immer, selbst im Schatten, in der Wohnung oder im Winter sollte man Sonnenschutz auftragen. Denn UV-Strahlen gibt es das ganze Jahr und je öfter unsere Haut ihnen ungeschützt ausgesetzt ist, umso mehr steigt das Hautkrebs-Risiko. Im Sommer gilt: Mittagssonne meiden, gut eincremen. Je heller die Haut desto höher sollte der Lichtschutzfaktor sein.

Wie viel?

Lieber nicht so viel nehmen, sonst sieht man aus wie ein Gespenst – dem können wir nicht zustimmen. Es gibt mittlerweile viele Sonnencremes, die keinen „Weißel-Effekt“ haben, gut einziehen und gleichzeitig hohen Schutz gewährleisten. Für das Gesicht gilt die Daumenregel von etwa einem Teelöffel Sonnencreme. Um den ganzen Körper zu schützen, sind rund 30 Milliliter Sonnencreme nötig – das entspricht etwa drei Esslöffeln. Verteilen Sie die Creme gleichmäßig auf der Haut, ansonsten wird die schützende Wirkung verringert. Der Sonnenschutz mit Cremes hält nur vorübergehend und muss nach dem Baden oder wenn man stark schwitzt mehrfach erneuert werden. Generell sollte man mit Sonnenschutz nicht geizen, spätestens am Abend zahlt es einem die Haut mit Rötung und Schmerzen heim. Neben der richtigen Auswahl und der ausreichenden Verwendung von Sonnencreme sollten Sie auch daran denken, sich durch entsprechende Kleidung vor der Sonne zu schützen.

Warum?

Jetzt könnte man sich natürlich fragen: warum Sonnenschutz, ich will doch braun werden! Gebräunte Haut mag schön anzusehen sein, letztendlich handelt es sich hier aber nur um verletzte Haut. Die Bräune ist die Reaktion der Haut, wenn sie geschädigt wurde.

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news-888 Thu, 10 Jun 2021 15:45:33 +0200 Fackellauf durch Bayern mit Ziel Solferino https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/fackellauf-durch-bayern-mit-ziel-solferino.html Im Zuge der Fiaccolata 2021 wird dem BRK am 11. Juni 2021 die Fackel vom DRK-Landesverband Baden-Württemberg überreicht. Bis zum 15. Juni 2021 wird sie durch ganz Bayern getragen und schließlich an das Österreichische Rote Kreuz übergeben. Unter Federführung der BRK-Bereitschaften werden Motorradstreifen, Wasserwachten, Jugendgruppen und weitere Gruppierungen aus der Rotkreuz-Familie das Vorankommen der Fackel sicherstellen. Am 24. Juni 2021 wird sie als das Licht der Hoffnung und Menschlichkeit in Solferino ankommen, dem Gründungsort des Roten Kreuzes.

Gestartet in Münster am 08. Mai 2021, dem Weltrotkreuztag, brennt die Kerze in der Laterne dauerhaft bis sie am 24.06.2021 in Solferino ankommt. Dabei passiert sie Deutschland, Österreich und Italien.

Tourplan BRK:

11.06.2021: Übergabe aus Baden-Württemberg an BRK-Bezirksverband Schwaben

12.06.2021: Übergabe an den BRK-Bezirksverband Mittelfranken

13.06.2021: Übergabe an den BRK-Bezirksverband Unterfranken danach Oberfranken und schließlich Niederbayern-Oberpfalz

14.06.2021: Übergabe an den BRK-Bezirksverband Oberbayern

15.06.2021: Übergabe an das Österreichische Rote Kreuz

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news-886 Fri, 04 Jun 2021 14:16:39 +0200 273 Tage Katastrophenfall in Bayern – Katastrophenschutz hat Stärke und Leistung bewiesen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/273-tage-katastrophenfall-in-bayern-katastrophenschutz-hat-staerke-und-leistung-bewiesen.html Ministerpräsident Dr. Markus Söder kündigte an, zum kommenden Montag den Katastrophenfall im Freistaat Bayern aufheben zu lassen. Dies nimmt BRK-Präsident Theo Zellner zum Anlass, den vielen ehren- und hauptamtlichen Katastrophenschützerinnen und -schützer zu danken. Am 16. März 2020 stellte der zuständige Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann, den ersten landesweiten Katastrophenfall im Freistaat Bayern fest. Dieser Katastrophenfall dauerte 93 Tage an und wurde mit Ablauf des 16. Juni 2020 aufgehoben. Der zweite landesweite Katastrophenfall wurde am 9. Dezember 2020 festgestellt und soll laut Ministerpräsident Dr. Markus Söder mit Ablauf des 6. Juni 2021 aufgehoben werden. 


Nach insgesamt 273 Tagen Katastrophenfall im Freistaat Bayern resümiert BRK-Präsident Theo Zellner: „Die Katastrophenschützer der Hilfsorganisationen haben mit Durchhaltevermögen, Expertise und hoher Motivation diese langandauernde Einsatzlage bewältigt. Auch weiterhin wird der Katastrophenschutz an der Bewältigung der Pandemie aktiv beitragen. Den im Katastrophenschutz tätigen Ehren- und Hauptamtlichen gilt mein persönlicher Dank!“


Mit der Feststellung des Katastrophenfalls wurden weitere Handlungsspielräume zur Bewältigung der Corona-Pandemie eröffnet. Unter Leitung der obersten Katastrophenschutzbehörde, dem Bayerischen Innenministerium, wirkten die im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden, Dienststellen, Organisationen und die eingesetzten Kräfte auf diese Weise noch besser und unbürokratischer zusammen.

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news-885 Tue, 01 Jun 2021 08:55:43 +0200 Kritik am betrügerischen Handeln einzelner Testzentrums-Betreiber https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/kritik-am-betruegerischen-handeln-einzelner-testzentrums-betreiber.html Angesichts der aktuellen Debatte rund um den vom Westdeutschen Rundfunk aufgedeckten Abrechnungsbetrug in Corona-Testzentren kritisiert das Bayerische Rote Kreuz jene Betreiber. Dazu Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk: „Seit Monaten leisten unsere Ehren- wie Hauptamtlichen in den Testzentren unglaublich gute und wichtige Arbeit. Dass hier nun einzelne private Betreiber durch unseriöses und betrügerisches Handeln den tagtäglichen Einsatz vieler Tausender Menschen in Verruf bringen, ist schmerzlich. Es zeigt sich mal wieder, dass der Staat in der Krisenbewältigung und im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz bestens durch den vertrauensvollen und zuverlässigen Einsatz der Hilfsorganisationen beraten ist.“

Darüber hinaus ergänzt Stärk: „Solche Leistungen müssen genauer kontrolliert werden. In § 7 Abs. 5 der Corona-Testverordnung schafft der Bundesgesetzgeber die notwendige Grundlage dafür.“

§ 7, Absatz 5 der Coronavirus-Testverordnung (TestV): „Die […] Leistungserbringer haben die […] zu dokumentierenden Angaben und die für den Nachweis der korrekten Abrechnung notwendigen Auftrags- und Leistungsdokumentation bis zum 31. Dezember 2024 unverändert zu speichern oder aufzubewahren.“

Um eine lückenlose Leistungsdokumentation sicherzustellen, ist aus Sicht des BRK auch die datenschutzkonforme Speicherung der personenbezogenen Daten bis zum o. g. Datum notwendig. Dies stellt das BRK sicher und begrüßt, wenn die staatlichen Institutionen mehr Kontrollen in diesem sensiblen Bereich durchführen.

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news-884 Thu, 20 May 2021 15:07:09 +0200 Jetzt anmelden zum digitalen Mentoringprogramm! https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/jetzt-anmelden-zum-digitalen-mentoringprogramm.html Das digitale Mentoring-Programm verbindet neue und erfahrene Führungskräfte mit Kolleg*innen, die daran interessiert sind, zukünftig eine Führungsaufgabe zu übernehmen oder die neu in ihrer Führungsrolle sind. In sechs Online-Mentoring-Modulen werden – mit Fallbeispielen aus dem Rotkreuz-Kontext – gemeinsam Stärken identifiziert und Themen wie Verhandlungs- und Kommunikationsstrategien, die Reflektion von Führungsstilen und Netzwerktechniken behandelt. Drei weitere Module stehen zu den Themen Präsentationen, Persönliche Wirkung und Netzwerken sowie Arbeiten in Teams zur Verfügung. Hier haben wir bereits über den ersten Durchlauf berichtet.

Wie werde ich Mentor*in?

Du bist eine engagierte, empathische Führungskraft im Roten Kreuz und möchtest die nächste Generation fördern. Mentoring-Erfahrung ist nicht notwendig. Du bist motiviert Veränderungen herbeizuführen und auch deine eigene Führungskompetenz weiterentwickeln.

Ich will Mentee werden!

Mentees sind junge Mitarbeitende, die ihre ersten Berufserfahrungen gesammelt haben. Sie sind hoch motiviert, wollen ihre Karriere voranbringen und neue Fähigkeiten erwerben.

Wie wird gematcht?

Die Mentoring-Tandems werden immer so gebildet, dass niemals Mentee und Mentor*in aus der gleichen Gliederung stammen. Die Teilnehmer*innen können wählen, ob sie ein Matching innerhalb    oder außerhalb des eigenen Landesverbands wünschen.

Überblick:

Wann? Juni 2021 bis November 2021

Wie läuft das Programm ab? https://www.youtube.com/watch?v=9clc9Ku-ZN4

Kosten? Der Teilnahmebeitrag beträgt für Mentees 300,- € (netto). Die Rechnungstellung erfolgt an die entsendende BRK-Gliederung. Für Mentor*innen ist die Teilnahme kostenlos.

Anmeldung? Bis spätestens Freitag, 23. Juli 2021, je früher, desto mehr Mentoring-Zeit entsteht. Die Anmeldelinks für Mentor*innen und Mentees findet ihr im IMS.

Noch Fragen? mentoring(at)lgst.brk.de

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news-883 Wed, 19 May 2021 10:47:01 +0200 Vorstellung des Projekts AMBOSafe bei Bundesministerin Anja Karliczek https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/vorstellung-des-projekts-ambosafe-bei-bundesministerin-anja-karliczek.html Tagtäglich sind Einsatzkräfte und Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens Gewaltakten ausgesetzt. Um diese Situation zu verbessern, wurde das Projekt AMBOSafe im Rahmen des Programms „Anwender Innovativ – Forschung für die zivile Sicherheit“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Bayerische Rote Kreuz hatte die Möglichkeit, das Projekt Frau Bundesministerin Anja Karliczek vorzustellen und ausführlich zu diskutieren. Zusammen mit den Projektpartnern HfPV (Hochschule für Polizei und Verwaltung, Hessen) und KRIMZ (Kriminologische Zentralstelle, Wiesbaden) wurden Projektziele, erste Ergebnisse und die nächsten Schritte vorgestellt. Des Weiteren nahmen ein Vertreter des Projekts „Der Mensch dahinter“ sowie Beamte der Polizei des Landes Nordrhein-Westfahlen teil.

Der Ministerin war es ein besonderes Anliegen, durch das Forschungsprojekt die Möglichkeit zu schaffen, sich mit diesem Thema interdisziplinär zu beschäftigen. Durch AMBOSafe können neue Verfahren und Prozesse bereits zu Beginn mit entwickelt werden, um den Schutz und das Wohl der Bevölkerung zu verbessern. Das Wohlergehen und die Sicherheit aller Beschäftigten liegt Anja Karliczek dabei besonders am Herzen, da diese einen wichtigen Dienst für die Bevölkerung leisten. Im Projekt AMBOSafe wird eine überregionale, organisationsübergreifende Erhebung von Gewalterfahrungen in verschiedenen helfenden und normdurchsetzenden Bereichen durchgeführt. Dynamiken von Übergriffen werden erforscht, wobei alle Perspektiven mit einbezogen werden sollen. Das Projekt hat zum Ziel, Maßnahmen und Handreichungen zu erstellen, die den Mitarbeitenden helfen, Situationen besser einzuschätzen.

 „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt AMBOSafe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird und schon nach wenigen Monaten Laufzeit auf sehr große, bundesweite Resonanz bei allen Beteiligten stößt. Fast tagtäglich sind unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen großen und kleinen Attacken ausgesetzt. Durch AMBOSafe haben wir die Möglichkeit, mit hochrangigen Partnern aus den verschiedensten Bereichen der Wissenschaft und Praxis, dieses wichtige Thema gemeinsam zu bearbeiten. Wichtig ist uns der im Projekt geplante Praxistransfer“, so fasst Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk zusammen.

Mehr zum Projekt unter https://www.ambosafe.de/

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news-882 Fri, 14 May 2021 08:18:00 +0200 Vom Zivildienstleistenden zum Kreisgeschäftsführer – ein Gespräch mit Andreas Lehner https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/vom-zivildienstleistenden-zum-kreisgeschaeftsfuehrer-ein-gespraech-mit-andreas-lehner.html "Ohne meinen Zivildienst 1996 im BRK Landshut wäre ich heute sehr wahrscheinlich nicht da wo ich jetzt bin." Das sagt Andreas Lehner, Kreisgeschäftsführer des Kreisverbandes Landsberg am Lech, heute 25 Jahre später über seine Zeit als Zivi. Was ihn besonders geprägt hat und wie es für ihn nach dem Zivildienst weiterging. 1.     Wie hat Ihr Werdegang im BRK begonnen?

"Ich bin tatsächlich neben einer Rettungswache aufgewachsen, aber sonst hatte ich mit dem BRK nichts zu tun. Über einen guten Freund, der Zivi beim BRK war, bin ich im Rettungsdienst als Zivi gelandet. Ich wollt nicht in einem Büro arbeiten, sondern eine sinnvolle Tätigkeit. Außerdem ist der Job einfach aufregend: man weiß nicht was an einem Tag so passieren wird, mit dem KTW kommt man etwas in der Gegend rum und man lernt viel über Menschen. Alle Gesellschaftsschichten sind vertreten, alte Hasen, junge Leute. Vor meinem Zivildienst hatte ich nichts mit dem Roten Kreuz am Hut, aber das hat mich dann schon angefixt."

2.       Was waren Ihre Aufgaben als Zivildienstleistender und prägen Sie diese noch heute? Auf welche Erlebnisse blicken Sie besonders gern zurück?

"Als Zivi bin ich RTW und KTW gefahren. Das Umschalten von entspannt zu alarmiert und dann sofort zu funktionieren hat mich fasziniert. Und man lernt Menschen einzuschätzen, weil man mit vielen verschiedenen Gruppen zu tun hat: Ärzte, Kollegen, Patienten, Angehörige – letztendlich ist alles eine Frage der Kommunikation. Besonders gern denke ich an Aktivitäten mit Kollegen zurück, sei es Karten spielen oder der Betriebsausflug."

3.       Wie ging es nach dem Zivildienst weiter bis zum Kreisgeschäftsführer?

"Eigentlich wollte ich in Richtung Journalismus gehen und habe dann in München Politikwissenschaften studiert. Nebenbei bin ich Rettungsdienst gefahren und habe bei der Abendzeitung gejobbt. Als die Printkrise in den 2000ern kam, habe ich umgesattelt auf BWL. Danach war ich Pressesprecher und Assistent der Geschäftsführung bei einem privaten Rettungsdienst, ich konnte meine beiden Leidenschaften verbinden und habe mein Netzwerk ausgebaut. Anschließend bin ich zur JUH in den Landesverband als Bereichsleiter gewechselt und habe mehr Einblicke in die Pflege, Sozialen Dienste und den Fahrdienst bekommen."

4.       Wie hat es Sie nach Landsberg verschlagen?

"Wir sind nach der Familiengründung in München geblieben und ich habe mich ganz bewusst nach GF-Stellen umgesehen. Ich wusste, ich will im sozialen Bereich bleiben, in eine Führungsposition und wollte gerne zum Roten Kreuz zurück. In Landsberg habe ich mich beworben und bin’s geworden. Am 1. März 2021 waren es genau 10 Jahre, dass ich dort KGF bin – und ich habe bisher kaum einen Tag davon bereut!"

5.       Wie hilft Ihnen die Zivi-Zeit in Ihrer Aufgabe als KGF?

"Im Bereich Personalführung und Management hilft mir diese Perspektive sehr. Als Zivildienstleistender habe ich manchmal schon gemerkt, wo noch Luft nach oben ist, was ich mal anders machen möchte und wie ich nicht behandelt werden möchte. Gleichzeitig hatte ich aber auch in meiner späteren beruflichen Laufbahn vor einigen meiner damaligen Chefs Respekt und habe mir etwas abgeschaut, wie ich es später auch mal machen will. Ich will als KGF meinen Mitarbeitenden auf Augenhöhe begegnen. Bis heute fahre ich für die Helfer vor Ort oder Rettungsdienst und nehme als Rettungssanitäter die Rolle des Fahrers ein – der hat im RTW den Ansagen des Beifahrers, also dem Notfallsanitäter, zu folgen, der ist der Chef. Und für einen kurzen Ratsch auf dem Hof unseres Kreisverbandes versuche ich mir immer Zeit zu nehmen."

6.       Heute gibt es FSJ und BFD, wie viele gibt es davon in ihrem KV, legen Sie besonderen Wert auf diese Stellen? Worin sehen sie persönlich große Unterschiede zum Zivildienst?

"Wir haben 3 Stellen in sozialen Diensten und 3 im Rettungsdienst. Ich bin schon neugierig und suche oft das Gespräch, da sehe ich mich ein stückweit als junger Rettungsdienstler. Der Unterschied zum Zivi ist natürlich, dass wir das machen mussten, heute suchen sich die Leute das bewusst aus. Ich weiß nicht, ob ich’s gemacht hätte, wenn es freiwillig gewesen wäre. Der Verband profitiert sehr, wenn junger Nachwuchs nachkommt, aber man muss sich was einfallen lassen, um die jungen Leute dafür zu begeistern."

7.       Die Bundeswehr bietet jetzt das Heimatjahr an – wie stehen Sie dazu?

"Im Detail habe ich mich noch nicht damit befasst, aber egal was es für Ideen gibt: für mich gehört ein verpflichtendes soziales Jahr für Männer und Frauen eingeführt. Kein Wehrdienst, sondern ein Jahr für die Gesellschaft und der Orientierung. Für die Verbände war die Abschaffung der Wehrpflicht ein großer Einschnitt und während der Pandemie sehen wir, wie wichtig der Zivildienst im sozialen Bereich wäre. Außerdem war diese Zeit für jeden persönlichkeitsformend und hat die eigene Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Man lernt viel und selbst wenn man danach weiß, dass das man nicht in dem Bereich bleiben möchte, ist man auf jeden Fall um eine Erkenntnis reicher. Diese Zeit ist nie verlorene Zeit."

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news-881 Tue, 11 May 2021 11:06:05 +0200 „Pandemie führt vor Augen, wie ernst es um Pflege steht“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/pandemie-fuehrt-vor-augen-wie-ernst-es-um-pflege-steht.html Zum internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai 2021 fordert das Bayerische Rote Kreuz grundlegende Anpassungen, Verbesserungen und Aufwertungen der Pflegeberufe. „Die Corona-Pandemie hat wie unter einem Brennglas vor Augen geführt, wie ernst es um den Bereich der Pflege steht. Wir haben es den Pflegerinnen und Pflegern in der Alten-, Kranken- und Intensivpflege zu verdanken, dass das Gesundheitssystem und damit auch die Betreuung und Versorgung von Menschen – trotz Pandemie – gewährleistet ist“, so Brigitte Meyer, Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes. „Sie waren in den ersten Stunden der Pandemie von fehlender Schutzausrüstung und von der zu dem Zeitpunkt unbekannten Gefahr des Virus betroffen. Sie haben sich diesen Sorgen nicht gebeugt, sondern sind im Dienste Ihrer Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner im Dienst geblieben. Hierfür gebührt Ihnen der unendliche Dank der gesamten Gesellschaft.

Ferner weist Meyer daraufhin, dass Betroffene von Spätfolgen einer Coronavirus-Infektion besser unterstützt werden: „Die Anerkennung als Berufskrankheit muss unbürokratisch möglich sein – das Erbringen eines Nachweises über eine Coronavirus-Infektion im beruflichen Umfeld ist in vielen Fällen unmöglich, vor allem dann, wenn der Krankheitsverlauf asymptomatisch war und Monate später Kurzatmigkeit oder andere Schäden, die bis in die Berufsunfähigkeit münden können, auffallen.“

Es ist notwendig, dass diese übermenschlichen und oft auch selbstlosen Leistungen der Pflegenden nun politisch insoweit anerkannt werden, dass weitere Reformen angegangen werden. „Die Rahmenbedingungen der Veränderungen müssen von menschenwürdiger Pflege und balancierten Arbeitsbedingungen geprägt sein“, so Brigitte Meyer abschließend.

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news-880 Tue, 11 May 2021 09:09:34 +0200 Drohnen im Bevölkerungsschutz – die Zukunft ist jetzt! https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/drohnen-im-bevoelkerungsschutz-die-zukunft-ist-jetzt.html Das Bayerisches Rote Kreuz (BRK) führte am Samstag, den 08.05.2021 gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ingolstadt den zweiten „Fachtag Drohnen im Bevölkerungsschutz“ durch. Rund 100 Experten aus dem In- und Ausland diskutierten – pandemiebedingt natürlich virtuell - mit den Referenten neue Drohnenkonzepte und Anwendungsmöglichkeiten. „Drohnen werden in Zukunft ein wichtiges Glied in der Rettungskette sein und sind bereits heute, ein wesentlicher Unterstützer und verlässlicher Partner im Katastrophenschutz“, so der BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. „Beispielsweise zur Personensuche setzen wir bereits heute unbemannte Drohnen ein, um mit Hilfe von Wärmebildkameras größere Flächen in kurzer Zeit abzusuchen.“

„In der Hand professioneller Anwender sind Drohnen schon jetzt wichtige Werkzeuge im Rettungsdienst“, bestätigt Ingolstadts zweite Bürgermeisterin Dorothea Denke-Stoll. „Wir stehen noch am Anfang dieser Entwicklung, aber wir können uns viele Szenarien vorstellen, bei denen der Einsatz von Drohnen einen deutlichen Mehrwert bringt.“

Dr. Michael Judex vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eröffnete die wissenschaftliche Sitzung mit einer Keynote zur neuen Europäischen Drohnenverordnung.

Es folgten zahlreiche Vorträge von international anerkannten Experten zu unterschiedlichsten Projekten. „Die technischen Möglichkeiten der kleinen unbemannten Drohnen, wie auch der größeren Fluggeräte, die im Rahmen der Urban Air Mobility aktuell entwickelt und erprobt werden, werden sich in den nächsten Jahren noch deutlich ausweiten. Dadurch wird sich zukünftig ein beträchtlich größeres Einsatzspektrum für diese Fluggeräte im Rettungswesen und Katastrophenschutz ergeben“, erklärte der Prof. Dr.-Ing. Thomas Suchandt, Vizepräsident der THI. Genau hier knüpft Airbus mit seinem Urban Air Mobility Konzept an, dass eine engere Verbindung zwischen Städten und kleineren Regionen ermöglichen wird. Projekte wie beispielsweise FreeRail, MEDinTIME und CURSOR wurden mit dem Fachpublikum diskutiert. Die Wehrtechnische Dienststelle 61 der Bundeswehr präsentierte die Erprobungsmöglichkeiten am Standort Manching. Das Thema Teleoperation - spezielle Systeme, die automatische Durchführung von Drohnenmissionen - wurde von der Technischen Universität München beleuchtet. Das Projekt LARUS-PRO soll ganzjährig und ortsunabhängig verschiedene Missionen, wie unter anderem Vermisstensuchen, durchführen können.

Die Deutsche Flugsicherung stellte Drohnen-Detektionssysteme an Flughäfen vor, die die Kollisionsgefahr von Drohnen und Luftfahrzeugen minimieren sollen. Die Fachhochschule Kufstein/Österreich zeigte gemeinsam mit dem Bezirksfeuerwehrverband Kufstein spezielle Einsatzmöglichkeiten von Drohnen auf. Über zukünftige Verkehrsmanagementkonzepte für Kriseneinsätze berichtete das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Einen Einblick in internationale Drohnenprojekte, am Beispiel des CURSOR-Projektes, gab das Technischen Hilfswerk (THW). Mit Radarsensoren ausgestattet Drohnen zum Aufspüren von Landminen werden im Projekt FindMine erprobt. Diese wichtige humanitäre Anwendung wurde von der Urs Endress Stiftung vorgetragen. 

„Hubschrauber und Drohnen – eine echte Freundschaft?“ - Dies war der Titel der Paneldiskussion, die von Dr. Christian Lösel moderiert wurde. Die Teilnehmer aus den Bereichen Seenot- und Luftrettung sowie Rettungsdienst, Industrie und Behörden waren sich einig, dass alle Drohnenpiloten im Bevölkerungsschutz eine einheitliche und mit den Beteiligten abgestimmte Ausbildung durchlaufen müssen. So können bemannte, wie auch unbemannte Luftfahrzeuge sicher an der Einsatzstelle operieren, ohne sich gegenseitig zu gefährden.  

„Durch die Sicherheitsforschung im BRK, die aktiv in verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten rund um das Thema Drohnen  beteiligt ist, haben wir die Möglichkeit, neue Entwicklungen zu begleiten und unsere langjähre Erfahrungen im Rettungsdienst einzubringen“, so abschließend Thomas Stadler, Abteilungsleiter Rettungsdienst in der BRK-Landesgeschäftsstelle. 

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news-879 Mon, 10 May 2021 10:27:29 +0200 Thomas Huber im Amt bestätigt / Schwimmfähigkeit sicherstellen, Schwimmbäder öffnen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/thomas-huber-im-amt-bestaetigt-schwimmfaehigkeit-sicherstellen-schwimmbaeder-oeffnen.html Bei der am Wochenende stattfindenden Landesversammlung der Wasserwacht Bayern wurde der aus Grafing im Landkreis Ebersberg (Oberbayern) stammende Landtagsabgeordnete Thomas Huber erneut zum Landesvorsitzenden der Wasserwacht-Bayern gewählt. Die Wahl fand unter strengster Einhaltung aller Corona-Richtlinien in München statt. Der Sozialpolitiker tritt damit seine zweite Amtszeit als Chef der größten Wasserrettungsorganisation Bayerns an, die mit über 130.000 Mitgliedern, davon gut 70.000 Aktiven die größte Gemeinschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist.

In diesem Zusammenhang forderte er angesichts sinkender Inzidenzwerte mit Beginn der Badesaison ein Öffnen der kommunalen Freibäder, um diese den Familien, Schulen und Schwimmvereinen/-organisationen wieder für den Schwimmunterricht zur Verfügung zu stellen. „Wir fürchten einen Corona-Effekt, denn seit mehr als einem Jahr konnten keine regulären Schwimmkurse stattfinden und kein Kind lernte in dieser Zeit schwimmen“, so Thomas Huber und beschreibt die Lage: „Schon jetzt lernen nicht mehr alle Kinder sicher schwimmen. Ich habe große Sorge, dass sich diese Tendenz durch Corona weiter verstärkt“.

Bereits 2019 hat die Wasserwacht-Bayern die Aktion „Bayern schwimmt“ gestartet und damit einen Lösungsansatz gefunden und jährlich 4.000 Viert-Klässler zum Schwimmen gebracht, zusätzlich zu den 10.000 Kindern, die jedes Jahr bei der Wasserwacht schwimmen lernen. „Dazu benötigen wir aber auch die Schwimmmöglichkeiten und die haben wir bei geschlossenen Bädern aktuell nicht“, so Huber und fordert: „Sport an der frischen Luft und Schwimmen im Freien müssen wieder möglich sein“.

Aktuell ist laut der zwölften Infektionsschutzmaßnahmenverordung (12. BayIfSMV) in §11, Ziffer 5 die "Öffnung und der Betrieb von Badeanstalten, Hotelschwimmbädern, Thermen und Wellnesszentren sowie Saunen und Solarien sind untersagt".

Der wiedergewählte Wasserwachts-Chef Thomas Huber hat darüber hinaus für die kommenden vier Jahre schon einige Pläne, die er in einer digitalen Strategieklausur mit der neugewählten Landesleitung besprechen wird. Vor den Delegierten erklärte er: „Als größte Wasserrettungsorganisation Bayerns, werden wir weiterhin neue Standards setzen und Innovationen vorantreiben.“ Ein klares Profil als Wasserrettungsorganisation gehört dabei genauso dazu, wie das aktive Mitgestalten der weltumspannenden Rotkreuzbewegung.  „Alle Bürgerinnen und Bürger im Freistaat können sich auf die Wasserwacht verlassen, an den Gewässern im Freistaat und auch bei der Bewältigung der Corona-Pandemie.“

„Ich freue mich, mit einem starken Team die Wasserwacht-Bayern für weitere vier Jahre mitgestalten und voranbringen zu dürfen. Ein herzlicher Dank gilt den Kameradinnen und Kameraden der bisherigen Landesleitung für ihr außerordentliches Engagement gerade in herausfordernden Zeiten“, so der 48-Jährige.

Ihm zur Seite stehen zukünftig mit Benjamin Taitsch (Niederbayern/Oberpfalz), Sebastian Schlereth (Unterfranken) und Saskia Fuhrmann (Ober-/Mittelfranken) drei erfahrene stellvertretende Vorsitzende. Die Technische Leitung der Wasserwacht-Bayern übernimmt die nächsten vier Jahre Marcus Röttel und Dr. Oliver Welter (beide Oberbayern) sowie Stefan Mendl (Ober-/Mittelfranken). Die Jugend der Wasserwacht vertreten Birgit Geier (Oberbayern) und Alexander Karger (Unterfranken).

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news-878 Fri, 07 May 2021 08:51:02 +0200 Rotes Kreuz ist unverzichtbarer Sozialanker https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/rotes-kreuz-ist-unverzichtbarer-sozialanker.html Am morgigen Weltrotkreuztag (8. Mai 2021) stellt der Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes, Theo Zellner, die Hunderttausenden Helferinnen und Helfer aus Ehren- und Hauptamt in den Mittelpunkt. Er betont: "Die Leistungen der Ehren- und Hauptamtlichen sind unverzichtbar für eine gesunde und solidarische Gesellschaft. Sie sind für viele Menschen eine Stütze, für andere die helfende Hand in der Not, ein Zufluchtsort und gleichzeitig auch selbst psychisch wie gesundheitlich von den Auswirkungen der Pandemie betroffen."

Dabei verweist Zellner beispielhaft auf die Pflegerinnen und Pfleger in den Pflege- und Seniorenheimen, Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten, Retterinnen und Retter im Rettungsdienst, die Ehrenamtlichen aus dem Katastrophenschutz oder auch die vielen Tausenden Helferinnen und Helfer in den Test- und Impfzentren.

"Deshalb steht für mich fest: Diese Menschen sind unverzichtbar für eine funktionierende und solidarische Gesellschaft", so Zellner weiter.

Zum diesjährigen Weltrotkreuztag haben sich Mitglieder der Staatsregierung, die Landtagspräsidentin Ilse Aigner und die BR-Moderatorin Anouschka Horn in Form von Videobotschaften an die Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler gewandt. Alle stellen gemeinsam fest: "Das Rote Kreuz ist unverzichtbar für unser Land!"

 

Die Videos finden Sie hier:

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news-876 Thu, 06 May 2021 16:00:00 +0200 Wahl der neuen Wasserwacht-Landesleitung: Auf einer Welle schwimmen und Trampelpfade asphaltieren https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wahl-der-neuen-wasserwacht-landesleitung-auf-einer-welle-schwimmen-und-trampelpfade-asphaltieren.html 12 Jahre war Ingo Roeske in der Landesleitung der Wasserwacht tätig, Madita Lang 6 Jahre. Am 07. Mai 2021 wird die neue Landesleitung der Wasserwacht gewählt und die beiden stellv. Vorsitzenden geben ihre Zepter ab. Warum sie nicht zur Wahl antreten, wie sie auf die Zeit zurückblicken und was sie ihren Nachfolger*innen wünschen. 1.     Warum hört ihr nach so vielen Jahren in der Landesleitung (LL) der Wasserwacht auf?

Ingo Roeske: „Ich bin schon sehr lange dabei, seit 2003 arbeite ich der LL zu und bin seit 2009 Teil davon, erst 8 Jahre als Technischer Leiter, dann als stellvertretender Vorsitzender. Unser Verband sollte jung bleiben und mit neuen Kräften auch nah an der jungen Basis bleiben.“

Madita Lang: „Ich war 2 Jahre hinzuberufenes Mitglied und dann 4 Jahre stv. Vorsitzende. Bei mir beginnt in beruflicher und privater Hinsicht nun ein neuer Lebensabschnitt. Ich hätte nicht mehr die Zeit, dem Amt gerecht zu werden.“

2.     Wie kommt man dazu in die Landesleitung zu gehen?

Ingo Roeske: „Man sollte sich davor schon anbieten, Themen ohne Titel übernehmen und zuarbeiten, das ist extrem hilfreich um Strukturen und Hintergründe kennen zu lernen. Die Hubschraubergestützte Wasserrettung habe ich zum Beispiel schon vor meinem Amt aufgebaut. Grundsätzlich sollte man in der Sache denken und nicht im persönlichen Vorankommen.“

Madita Lang: „Ich bin auch über eine Projektgruppe dazugekommen. Auf Bundesebene habe ich mich im Bereich Wettbewerbe engagiert, dabei an die LL berichtet und Kontakte aufgebaut. Auch das war vor meinem Amt. Amt hin oder her, nur Titelträger können wir uns auf keiner Ebene leisten, schon gar nicht auf Landesebene. Das bringt den Verband nicht weiter.“

3.      Ingo, du hast die Hubschraubergetützte Wasserrettung angesprochen – eines deiner Highlights?

Ingo Roeske: „Ja, damit haben wir neue Standards gesetzt. Wir haben uns dabei mit der Bundeswehr, Bundespolizei und Polizei vernetzt und einen Mehrwert für alle geschaffen. Die anderen verstehen jetzt Wasserrettung und wir können besser retten. Das war ein Leuchtturmprojekt, bei dem wir gelernt haben, wie wir strukturieren und standardisieren können.“

Madita Lang: „Das war wichtige Gremienarbeit, bei der wir durch Ingos Arbeit bundesweit und interdisziplinär Erfahrungen sammeln konnten.“

4.       Üben, üben, üben, um im Notfall die Abläufe draufzuhaben ist eine der wichtigsten Aufgaben. Gab es große Meilensteine für euch?

Ingo Roeske: „Teilweise schon vor meinem Amt habe ich Lehrübungen für das Innenministerium (2007, 2008, 2011) oder Großübungen deutschlandweit (2009 und 2011) durchgeführt. Mit solchen Lehrübungen kann man einerseits Leistungsfähigkeit demonstrieren und den Mehrwert der Wasserwacht darstellen. Es ist schon beeindruckend, wenn über 3,5 Tage mehr als 400 Leute zusammenkommen. Da steckt ein ganzes Jahr Planung dahinter – von daher sind das für mich auf jeden Fall Meilensteine.“

5.       An welche anderen Momente denkt ihr besonders gern zurück?

Madita Lang: „Berührend fand ich immer große Veranstaltungen wie Wettbewerbe, bei denen 150-200 Wasserwachtler aus ganz Bayern zusammenkommen. Da merkt man, dass alle an einem Strang ziehen und wie professionell wir aufgestellt sind. Auch an die erste Kreisjugendleitertagung denke ich gern zurück. Alle lassen sich auf etwas neues ein, probieren aus, diskutieren.“

Ingo Roeske: „Internes und externes Feedback hat mich immer gefreut. Wenn man auf TV-Beiträge angesprochen wird und merkt, es kommt etwas von der Wasserwacht an – das ist der schönste Moment. Gremienarbeit hat mich begeistert, auch wenn es mal Streit gab, das Helfergen kommt immer durch und das eint uns. An den intensiven Austausch mit den Gemeinschaften bei Strategietagungen denke ich auch gern zurück.“

6.       Wirft die Pandemie nun ein schlechtes Licht auf den Rückblick, weil sie so viel Raum im letzten Jahr eingenommen hat?

Madita Lang: „Die Pandemie hat die Zeit sicher geprägt, aber die Medaille hat zwei Seiten. Natürlich hatten wir uns viele andere Sachen vorgenommen, die nun zu kurz kamen. Aber Corona hat dazu geführt, dass wir schneller modern geworden sind. Es war ein guter Push zur Veränderung, wir konnten alte Zöpfe abschneiden – das sehe ich positiv. Jetzt ist der Blick nach vorne wichtig, was kann man daraus lernen. Der Abschied fällt leider weniger persönlich aus, aber es gibt Schlimmeres.“

Ingo Roeske: „Ich denke nicht darüber nach, wie negativ die Pandemie war. Mit dieser Denke wären wir gescheitert. Es war eine intensive Zeit, aber auch eine einmalige Gelegenheit für Veränderungen. Corona hat neue Trampelpfade geschaffen, die es vorher nicht gab. Diese gilt es jetzt zu asphaltieren.“

7.       Worauf seid ihr am meisten stolz?

Ingo Roeske: „Auf unser Standing Richtung Politik bzw. dem Innenministerium. Und darauf, dass alle Leitungen der Gemeinschaften wirklich eine Gemeinschaft geworden sind.“

Madita Lang: „Auf „Bayern schwimmt“, darauf werden wir auch nach außen angesprochen. Das ist ein messbarer Erfolg: wir haben 4.000 Kinder zum Schwimmen gebracht, zusätzlich zu den 10.000 Kindern, die jedes Jahr bei der Wasserwacht schwimmen lernen.“

8.       Wie geht es für euch weiter, bleibt ihr der Wasserwacht erhalten?

Ingo Roeske: „Für mich geht schon ein großer Abschnitt zu Ende, mit Höhen und auch Tiefen, die teilweise hausgemacht und in der Anzahl zu hoch waren. In der Basisarbeit mache ich aber weiter und bin bereits als Ortsgruppenleiter wiedergewählt worden. Ich will meine Erfahrung weitergeben, ausbilden, sei es Bootsführer oder Führungskräfte – und vor allem will ich Spaß dabei haben.“

Madita Lang: „Ich werde auch vor Ort meine Wasserwacht weiter unterstützen, in der Kreiswasserwacht und der Ortsgruppe. Ich bin gespannt, wie es mit den angefangenen Projekten weitergeht.“

9.       Was wünscht ihr euren Nachfolger*innen?

Ingo Roeske: „Ich wünsche ihnen gutes Teamwork. Wir müssen aufhören uns selbst so wichtig zu nehmen und Befindlichkeiten über Bord werfen. Es braucht eine positive Grundstimmung und Leute, deren Stärken optimal eingesetzt werden.“

Madita Lang: „Ich wünschen ihnen, dass sie alle auf der gleichen Welle schwimmen und sie sich zu einem guten Team zusammentun. Da gehören auch mal kritische Worte dazu, aber genau diese verschiedenen Perspektiven braucht es, um voranzukommen.“

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news-875 Tue, 04 May 2021 17:17:54 +0200 10 Tonnen Kleidung für Migrantinnen und Migranten auf dem Fluchtweg https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/10-tonnen-kleidung-fuer-migrantinnen-und-migranten-auf-dem-fluchtweg.html Ein Hilfstransport mit zehn Tonnen Kleidung machte sich am Dienstag, den 04.05.2021, auf den Weg nach Bosnien und Herzegowina. Die auf 33 Paletten aufgeteilten Kleidungsstücke werden an das örtliche Rote Kreuz in Sarajewo übergeben. „Damit eilt das Bayerische Rote Kreuz Tausenden Menschen auf dem Fluchtweg zur Hilfe. Die Kleidungsstücke werden dringend benötigt, da vor Ort infektiöse Krankheiten, wie beispielsweise Krätze, grassieren“, so Vizepräsidentin Brigitte Meyer. „Die Situation in Bosnien gleicht bis heute einer humanitären Katastrophe. Schon seit mehreren Jahren engagiert sich das Bayerische Rote Kreuz, in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz, um die humanitäre Hilfe an der sogenannten ‚neuen‘ Balkanroute. “

Seit Anfang 2017 arbeitet die Rotkreuz-Gesellschaft von Bosnien und Herzegowina unter Extrembedingungen. Ende 2018 entsendete das BRK einen ersten Hilfskonvoi mit Schlafsäcken, Zelten, Hygieneartikeln, Decken und auch Feldkochherden. Im Mai 2019 hatte das Bayerische Rote Kreuz 36 Container inkl. sanitärer Einrichtungen zur Unterstützung des nationalen Roten Kreuzes übergeben.

Im ersten Drittel des Jahres 2021 befinden sich etwa 9.800 Migrantinnen und Migranten in Bosnien und Herzegowina. Die Mehrheit versucht über Kroatien die Europäische Union zu erreichen. Aufgrund verschärfter Grenzsicherung infolge der Corona-Pandemie und ohnehin begrenzter Aufnahmekapazitäten in den bestehenden Lagern verschlechtert sich die humanitäre Situation der Geflüchteten fortlaufend.

Nur knapp 5.800 Menschen konnten bisher in Aufnahmezentren untergebracht werden. Viele sind gezwungen, in der Umgebung der Stadt Bihać im Kanton Una-Sana unter schwierigsten Bedingungen zu verharren -  ohne Nahrung, Wasser und Unterkunft. 

Die Hilfslieferung startet am Dienstag gegen 17:00 Uhr in Gersthofen und wird voraussichtlich am 05.05.2021, am frühen Abend in Sarajewo ankommen.

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news-871 Sun, 02 May 2021 08:00:00 +0200 Start für die Medienboxen: Mit Green Screen und Roboter spielerisch den Umgang mit Medien und Technik lernen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/start-fuer-die-medienboxen-mit-green-screen-und-roboter-spielerisch-den-umgang-mit-medien-und-technik-lernen.html Zoom-Meeting, Social Media und Candy Crush sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken – ebenso wenig wie aus dem der Kinder. Smartphones haben schon lange Einzug in ihre Zimmer gehalten, aber der richtige Umgang mit Medien will gelernt sein. Genau dort setzen die neuen Medienboxen für die BRK Kitas an. Sie führen Kinder spielerisch an Robotik, Digitalkameras oder auch Green Screens heran. Diese Technik ist die Zukunft, früh dafür zu sensibilisieren und den maßvollen Umgang damit zu lehren ein wichtiger Grundstein. Außerdem wird technisches Verständnis vermittelt, was den Kindern in Zeiten von Distanzunterricht zu Gute kommen soll. Chancengleichheit und Teilhabe werden durch Medienbildung in Kitas ebenfalls gestärkt.  

Die Boxen sind ein Kooperationsprojekt des BRK der Zukunft mit dem Kompetenzzentrum Digitalisierung des DRK und werden vom BMFSFJ finanziert. Sie sind ohne Vorerfahrung oder Fachkenntnisse einsetzbar, für pädagogische Fachkräfte liegt Vorbereitungsmaterial bei, außerdem gibt es Tutorials und Fachliteratur. Die Boxen können für 2 Wochen ausgeliehen werden, es fallen lediglich Versandkosten an.

Zwei verschiedene Modelle können gebucht werden. In der Robotik-Box finden sich u.a. eine Auswahl an Lern Robotik und Programmiergeräten für Kinder, z.B. Bee Bots & Blue Bots, Matatalab Set und Tip Toi. Bei der Bedienung wird bspw. die sprachlich kommunikative Kompetenz gefördert und spielerisch das räumliche Verständnis geschult.

Die Medien-Box fokussiert sich auf Video und Ton, wodurch die Kreativität sowie der sinnvolle Einsatz von digitalen Geräten gefördert wird. Enthalten sind u.a. eine Digitalkamera, ein Green Screen sowie ipads.

In den ersten Kreisverbänden werden die Boxen im Mai getestet, mit dabei sind das Kinderhaus Weltentdecker aus dem KV Tirschenreuth und der Kindergarten Kohlenbrunnermühle aus dem KV Neumarkt – viel Spaß beim Ausprobieren!

Neugierig geworden? Weitere Infos zu den Boxen sowie das Antragsformular gibt es HIER.

Fragen können gerne an Daniela Pätzel (BRK der Zukunft) und Bettina Stuffer (Kompetenzzentrum Digitalisierung des DRK) unter medienbox-kita(at)lgst.brk.de gerichtet werden.

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news-872 Fri, 30 Apr 2021 08:00:00 +0200 Join Ehrenamt https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/join-ehrenamt.html Werde Teil einer starken Gemeinschaft! Die Integration von Geflüchteten in eine ehrenamtliche Tätigkeit beim BRK bis Ende 2021 ist das Vorhaben des Projekts "JoinEhrenamt". Ab 30. April 2021 werben wir mit über 110 Plakaten in bayerischen Großstädten: München, Nürnberg, Würzburg, Regensburg und Augsburg. Auch in den sozialen Medien werden Anzeigen in englisch, deutsch und arabisch geschalten.

Unter www.join-ehrenamt.de findet ihr u.a. Videos von Menschen, die als Geflüchtete nach Deutschland kamen und sich jetzt in einem Ehrenamt engagieren. Lass dich inspirieren!

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news-874 Thu, 29 Apr 2021 11:24:01 +0200 Bayernweite Konzertveranstaltung der Josef und Luise Kraft-Stiftung vor 60 Senioreneinrichtungen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/bayernweite-konzertveranstaltung-der-josef-und-luise-kraft-stiftung-vor-60-senioreneinrichtungen.html Am 1. Mai 2021 ertönt um Punkt 11:00 Uhr der ‘Paukenschlag gegen die Einsamkeit‘, der rund 20 Minuten lang quer durch Bayern zu hören sein wird – von Hof bis Oberammergau und von Goldbach bis Grafenau. Über 100 freie Berufsmusiker*innen spielen zeitgleich an diesem Feiertag ein buntes Potpourri vor rund 60 Senioreneinrichtungen von der AWO Oberbayern, dem SeniorenWohnen des BRK und dem MünchenStift sowie kirchlichen und privaten Häusern. Der große Auftakt findet vor dem Münchner Mathildenstift statt, nur wenige Meter vom Sendlinger Tor entfernt. Ins Leben gerufen hat die Aktion die Josef und Luise Kraft-Stiftung.

„Die für unsere Stiftung wichtigste Antriebsfeder ist es, älteren Menschen zum Maifeiertag eine musikalische Freude zu bereiten. Sie haben seit über einem Jahr nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, das Leben, das ihnen verbleibt, zu genießen. Gleichzeitig haben wir auch an die vielen Berufsmusiker*innen gedacht, die seit Monaten nicht mehr arbeiten können und ihr Publikum vermissen. Grund genug, um den ‘Tag der Arbeit‘ für unsere Aktion auszuwählen. Dieser Paukenschlag gegen die Einsamkeit geht also in zwei Richtungen“, freut sich Dr. Harald Mosler, Vorstand der Josef und Luise Kraft-Stiftung.

„Wir freuen uns auf eine weitere Gelegenheit, unsere Bewohner aus ihrer corona-bedingten Einsamkeit zu holen, weil sie durch die Besuchsbeschränkungen in den letzten Monaten wenig soziale Kontakte und kaum kulturelle Unterhaltung genießen konnten“, so Christian Pietig von der Sozialservice-Gesellschaft des BRK GmbH.

Auch Cornelia Emili, Vorstandsvorsitzende der AWO Oberbayern, ist glücklich über die Aktion: „Der Paukenschlag ist eine tolle Idee, um auf den großen Beitrag hinzuweisen, den Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen in den Seniorenzentren während der Pandemie leisten.“

Siegfried Benker von der MünchenStift GmbH ist hellauf begeistert: „Unsere Einrichtungen mussten alle nicht lange überlegen, um bei diesem ‘Paukenschlag gegen die Einsamkeit‘ mitzumachen.“ Einig sind sich alle Akteur*innen in der Hoffnung, dass dieser Paukenschlag auch tatsächlich gehört wird – in der Politik und in der Gesellschaft.

„Keine gemeinsamen Proben, keine Konzerte, kein Publikum... wir Musiker*innen sehnen die Zeit herbei, wenn wir mit unseren Instrumenten endlich wieder Räume und Plätze mit Leben füllen können“, sagt Ernst Hutter, Sprecher für die Musiker*innen und Leiter der Egerländer Musikanten, der gemeinsam mit seinem Sohn Martin beim Auftakt vor dem Mathildenstift auftritt.

„Alle, die an diesem Tag auftreten, sind Feuer und Flamme. Vor allem freuen sie sich darauf, bei ihrem Auftritt für einen Moment mal die Pandemie vergessen zu können und allen Zuhörer*innen unvergessliche Momente zu schenken“, so Mark Mast, Chefdirigent der Bayerischen Philharmonie.

Tatkräftig unterstützt wird die Aktion von der Musikagentin Anja Lukaseder-Karl und Andreas Gafke von Buffet Crampon Deutschland, einem der weltweit größten Instrumentenhersteller. Dank ihrer hervorragenden Kontakte zur bayerischen Musikszene konnten in kürzester Zeit alle Standorte sogar mit mehreren Musiker*innen besetzt werden. Als Initiatorin übernimmt die Josef und Luise Kraft-Stiftung auch die Gage für die Künstler*innen.

Wichtiger Hinweis: Die Auftaktveranstaltung vor dem Mathildenstift ist keine öffentliche Veranstaltung. Alle 60 Konzerte finden im Freien auf dem Gelände der jeweiligen Einrichtung und im Rahmen der gültigen Infektionsschutzverordnung statt.

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news-873 Thu, 29 Apr 2021 08:30:00 +0200 "Rotes Kreuz ist unerschütterlicher Fels in der Pandemie" https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/rotes-kreuz-ist-unerschuetterlicher-fels-in-der-pandemie.html Seit über einem Jahr befindet sich das Bayerische Rote Kreuz im andauernden Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Um ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung zu setzen, besuchte die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, gemeinsam mit dem Präsidenten des Bayerischen Roten Kreuzes, Theo Zellner, das Impfzentrum des Kreisverbandes Fürstenfeldbruck, stellvertretend für die Hunderttausenden Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler. Dabei würdigten beide Präsidenten sowohl den psychisch wie physisch belastenden, aber stets optimistischen und mutigen Einsatz in der Bewältigung der Pandemie als auch die hohe Flexibilität in der Umsetzung staatlicher Vorgaben.

„Ich warne sehr davor, dass diese übermenschlichen Leistungen, die von Ehren- wie Hauptamtlichen des Roten Kreuzes erbracht wurden und werden, nach Ende der Pandemie in Vergessenheit geraten“, so DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. „Ohne den unermüdlichen Einsatz der Menschen im Gesundheitssektor, ohne das Zurückstellen ihrer eigenen Bedürfnisse und ohne die Inkaufnahme unzähliger Überstunden wäre diese Pandemie in eine unermessliche Tragödie ausgeartet. Ihnen gilt unser aller Dank.“

Mit Blick auf die hohe Flexibilität des Bayerischen Roten Kreuzes nannte BRK-Präsident Theo Zellner beispielhaft die über 40 Impfzentren, die das Bayerische Rote Kreuz binnen weniger Tage fristgerecht zum 15. Dezember 2020 errichtete und bis heute betreibt: „Die medizinischen Fachangestellten, Verwaltungskräfte, Telefonisten und Ärzte in den Impfzentren sorgen Tag für Tag dafür, dass das Licht am Ende des Tunnels heller wird. Die Impfzentren sind Garant einer schnellstmöglich steigenden Impfquote. Um dies zu erreichen, sind verlässliche Impfstofflieferungen und die Entbürokratisierung der Prozesse vor, beim und nach Erhalt der Impfung notwendig.“

Zudem betonte Zellner: „Die hoffnungsstiftenden und täglich steigenden Impfquoten, die andererseits besorgniserregenden Entwicklungen der Virusmutationen versetzen uns aktuell in eine hoch fragile Situation: Wir dürfen die fortschreitenden Impfungen nicht durch Lockerungen gefährden.“ Dabei weist Zellner sorgenvoll auf die von impfresistenten Virusmutationen ausgehende Gefahr hin und ergänzt: „Jedwede Unvernunft führt zu einer Mehrlast im Gesundheitswesen, wie wir sie erneut auf den Intensivstationen erleben.“

Im Gespräch mit Mitarbeitenden aus der Pflege, dem Rettungsdienst und der Kindertageseinrichtungen bedankten sich beide Präsidenten für die unersetzliche Arbeit.

Dabei machte eine Teilnehmende am Gespräch deutlich: „Wenn sich in der Pflege jetzt nicht rasant etwas ändert, verschandeln wir die Pflege insgesamt und langfristig. Hätten wir nicht die Einheit und den großen Zusammenhalt in unseren Teams, wäre es absolut schiefgegangen.“

DRK-Präsidentin Hasselfeldt wies darauf hin, dass bereits seit Jahren, auch im politischen Diskurs, von Verbesserungen in der Pflege gesprochen wird. „Es ist daher dringend geboten, nicht nur warme Worten zu sprechen, sondern spür- und sichtbare Systemänderungen auf den Weg zu bringen. Das ist die Politik den Pflegerinnen und Pflegern, aber auch den Pflegebedürftigen schuldig.“ Deshalb ermutigt Hasselfeldt die Pflegenden, jetzt nicht zu resignieren, sondern ihre Stimmen lauter werden zu lassen und auf Missstände weiterhin deutlichst aufmerksam zu machen. „Die Pflege ist gesellschaftsstützend und muss ihren Mut zurückgewinnen.“

Es sei darüber hinaus eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, diejenigen Menschen, die durch eine Coronavirus-Infektion Langzeitschäden erleiden, nachhaltig zu unterstützen. Schon heute zeigen sich bei Mitarbeitenden bspw. der Pflege oder des Rettungsdienstes Langzeitschäden in Folge einer Coronavirus-Infektion („LongCovid“), die auch zur dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen. „Politik und Gesellschaft müssen diese Menschen in den Blick nehmen und ihnen die notwendigen Unterstützungen zuteilwerden lassen“, so BRK-Präsident Zellner. „Sie haben sich solidarischen Diensten gestellt und haben in schwierigsten Situationen den Menschen Halt geboten, dabei auch in Kauf genommen, ihre eigene Gesundheit zu gefährden.“

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news-870 Tue, 27 Apr 2021 08:00:00 +0200 Herausfordernde Badesaison steht bevor – Wasserwacht-Bayern gut vorbereitet https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/herausfordernde-badesaison-steht-bevor-wasserwacht-bayern-gut-vorbereitet.html In wenigen Tagen beginnt die Wachsaison der Wasserwacht-Bayern, jene Zeit, in der alle Wasserrettungsstationen wieder ihren ehrenamtlichen Betrieb aufnehmen und für den Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung an den Ufern der bayerischen Gewässer bereitstehen werden. Bedingt durch die gegenwärtige Pandemiesituation und die mit ihr einhergehenden Ein- und Ausreisebeschränkungen geht die Wasserwacht-Bayern von einem erhöhten inländischen Tourismus aus, was sich erfahrungsgemäß besonders an bayerischen Flüssen und Seen zeigt.

Die Wasserwacht-Bayern hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen für mögliche Wachdienste und Einsätze in Pandemie-Zeiten. „Der Schutz und die Sicherheit jeder Einsatzkraft und jedes Patienten hat für uns oberste Priorität“, erklärt Andreas Dietz, Technischer Leiter der Wasserwacht-Bayern. „Wir sind an allen Standorten einsatzbereit, gut gerüstet und personell den Erfordernissen entsprechend aufgestellt.“

„Wie in jedem Jahr bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, sich am Wasser nicht in Gefahr zu bringen. Bei den aktuellen Wassertemperaturen unter 15° C kommt es schnell zu einer gefährlichen Unterkühlung“, appelliert Thomas Huber, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern. „Bei unüberlegten Handlungen oder Selbstüberschätzung kann man nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr bringen. Notwendige Rettungsaktionen sind oft anspruchsvoll und auch für die geübten Wasserretter nicht ohne Gefahr. Viele Unfälle können vermieden werden, wenn sich alle an die Baderegeln halten“, so der Vorsitzende weiter.

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news-866 Fri, 23 Apr 2021 08:00:00 +0200 Sicherheit beim Radeln https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/sicherheit-beim-radeln.html Die Temperaturen steigen, immer nur spazieren gehen ist auch nicht das Wahre und ihr wollt euren Drahtesel aus dem Winterschlaf befreien? Nur zu, und ab aufs Fahrrad! Damit ihr auch sicher wieder zuhause ankommt, haben wir ein paar Tipps für euch:
  • Bevor’s losgeht, solltet ihr nach der Winterpause einen allgemeinen Fahrradcheck machen, u.a. den Luftdruck sowie die Bremsen prüfen und die Kette ölen.
  • Fahrradhelm ist Pflicht! Wenn etwas beim Radeln passiert, kommt es in den meisten Fällen zu Schädelverletzungen bis hin zum Schädel-Hirn-Trauma – deshalb unbedingt einen Helm tragen.
  • Radhandschuhe polstern die Handballen und machen die Tour angenehmer.
  • Auf Fahrbahnverschmutzungen und Straßenschäden achten.
  • Erste-Hilfe-Set und Flickzeug sorgen für Sicherheit im Ernstfall – für Rad und Radler*in!
  • Packt ausreichend zu trinken ein, am besten 1-2 Liter Wasser.
  • Wie immer gilt: im Notfall den Notruf 112 wählen!
  • Und wenn dann doch was passiert? Helm auf, Helm ab? Eine Abnahme des Helms ist nur bei vorliegender Bewusstlosigkeit notwendig, um eine Seitenlage zum Offenhalten der Atemwege zu erreichen.

    Hier findet ihr Erste-Hilfe Hinweise zur Fahrradhelmabnahme:

    • Die betroffene Person zuerst vorsichtig auf den Rücken drehen.
    • Der Kopf muss für die Helmabnahme ggf. vorsichtig in die Neutralposition gedreht werden, oberhalb des Kopfes knien und ggf. die Brille entfernen.
    • Mit der einen Hand vorsichtig den Helm stützen und mit der anderen Hand den Nacken und Kopf fixieren. Dabei muss der eigene Unterarm vollständig auf der Erde aufliegen.
    • Vorsichtig den Kinnriemen lösen.
    • Den Kopf weiterhin stabilisieren, den Fahrradhelm entfernen und den Kopf vorsichtig auf dem Boden ablegen.
    • Positionswechsel an die Seite der Person und deren Kopf dabei weiterhin mit einer Hand an der Stirn festhalten.
    • Die Atmung bei nackenwärts gebeugtem Kopf kontrollieren (Kopf überstrecken).
    • Bei vorhandener Atmung die Person vorsichtig in die Seitenlage bringen, dabei den Kopf weiterhin fixieren. Dabei darauf achten, dass die Hand am Kinn erst dann gelöst wird, wenn die Person sich in der Seitenlage befindet.

    Mit diesen Tipps zur Vorbereitung und dem Handeln im Notfall seid ihr gut gerüstet für die nächste Tour – und jetzt viel Spaß beim Radeln! :-)

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    news-868 Tue, 20 Apr 2021 08:00:00 +0200 Tag der Anerkennung von Freiwilligen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/tag-der-anerkennung-von-freiwilligen.html So viele von euch, unseren Ehrenamtlichen im BRK, leisten jeden Tag einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie: egal ob Testen, Impfen oder Helfen. Ihr alle leistet mehr, als ihr eigentlich müsstet und macht unsere Gesellschaft dadurch menschlicher. Am diesjährigen Tag der Anerkennung von Freiwilligen (20.04.2021) sagen wir DANKE für euren unermüdlichen Einsatz in Pandemiezeiten und darüberhinaus.

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    news-867 Mon, 19 Apr 2021 08:00:00 +0200 „Von Kollegen - für Kollegen“ – Start des Simulationszentrums Schwaben https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/von-kollegen-fuer-kollegen-start-des-simulationszentrums-schwaben.html Am heutigen Montag, 19. April 2021 öffnet das Simulationszentrum Schwaben seine Pforten für den ersten Lehrgang. Dort werden Situationen aus dem Rettungsdienst-Alltag simuliert, jedoch keine besonderen Einsatzlagen. Zum Start haben wir mit Harry Geisser, Leiter des Simulationszentrums, gesprochen und die wichtigsten Fragen geklärt. Warum braucht es das Simulationszentrum?

    Wir vergleichen das gerne mit einem Piloten. Jeder von uns ist schon mal geflogen und hat sich darauf verlassen, dass der Pilot weiß was er tut. Vor allem in kritischen Situationen vertraut man ihm quasi blind. So ähnlich ist das auch im Rettungsdienst – wir üben ja auch nicht mit realen Patienten. Die beste Möglichkeit, um diese Situationen sinnvoll zu trainieren sind realitätsnahe Simulationen. Sie bieten die Chance, in einem geschützten Rahmen anspruchsvolle, kritische, aber auch seltene Situationen durchzuspielen und sie wie mit einer Fernbedienung anzuhalten, zurückzuspulen und zu wiederholen. So können wir verschiedenste Lösungsansätze ad hoc ansprechen.

    Geht es dabei um die medizinischen Fertigkeiten?

    Nein, das steht bei uns nicht im Vordergrund. Die Teilnehmenden kommen ausgebildet zu uns, haben ihr Handwerkszeug dabei. Infusionen legen müssen sie können. Wir achten besonders auf nicht-technische Skills, den Faktor Mensch: Kommunikation, Teamarbeit, Situationsbewusstsein, Entscheidungsfindung, Fehler- und Aufgabenmanagement.

    Was wird im Zentrum simuliert?

    Wir simulieren das tägliche Brot des Rettungsdienstes, Alltagssituationen, Notfälle, wie sie jeden Tag vorkommen. Die Teilnehmenden können die Theorie in der Praxis anwenden und Erfahrungen, sowohl positiv als auch negativ, sammeln. Unzufriedenheit und Stress im Einsatz entsteht meist nicht durch mangelndes Fachwissen, sondern durch die Komplexität der Situation. Kommunikation, situative Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung sind hierbei die Ursache für 70-80 % der Fehler, die in unserem Beruf passieren. Genau hier wollen wir ansetzen.

    Wie geht ihr mit Fehlern um?

    Wir verstehen sie als Chance und Potential zur Weiterentwicklung. Wir wollen für unsere Patienten eine bestmögliche Versorgung erreichen und dabei die persönliche Komfortzone, auch in schwierigen Situationen, erweitern und sicherer machen. Die Teilnehmenden bekommen keinen perfekten Masterplan, sondern für sie persönlich zugeschnittene Lösungsansätze. Jeder definiert seinen Lernbedarf selbst. Wir wollen die Sinne schärfen, Flexibilität lehren und echtes Leben simulieren.

    Wer kann dort lernen?

    Das Simulationstraining steht jedem im Rettungsdienst im BRK offen, egal ob Haupt- oder Ehrenamt. Wir haben für jede Ausbildungsstufe angepasste Szenarien und die dazugehörige Ausrüstung. Dabei ist es egal, ob sie mit LP1000, LP15 oder C3 arbeiten, es ist egal ob sie RTW- oder KTW-Ausrüstung gewöhnt sind. Jeder kann, darf und soll kommen! Hierbei sind wir an sich nur in den Ressourcen (Raum/Personal/Technik) auf zwei Kurse gleichzeitig begrenzt, aufgrund von Corona kann aktuell immer nur ein Kurs durchgeführt werden.

    Was kann ich dort lernen? Was sind Beispiele für nachgestellte Szenen/Simulationen?

    Wir verstehen unsere Simulation als gemeinsames Lernen. Sie ist weder Prüfung noch Actionfilm. Wir beüben sowohl 1c-Notfallmaßnahmen bei kritischen Patienten wie z.B. intramuskuläre Medikamentengabe bei Anaphylaxie, als auch 2c-Maßnahmen, die ohne Notarzt durchgeführt werden können. Zum Beispiel Glucosegabe beim Unterzucker. Alles, was außerhalb der Klinik passiert können wir simulieren: Transportnotfälle, Übergabe-Trainings, einen Schockraum, eine Arztpraxis.

    Wie viel Platz steht euch dabei zur Verfügung?

    Das Zentrum misst 420 m2. Darin gibt es eine Musterwohnung (50 m2) mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, Treppe und einem Gartenbereich mit Terrasse und Kunstrasen. Daneben haben wir einen Sim-Raum mit einer Leinwand aus 4 Monitoren, die wir mit Szenarien bespielen können: sei es die Skipiste, ein Fahrradunfall oder ein Intensivzimmer – inklusive Ton, so ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

    Welche Technik wird für die Simulationen angewandt?

    Wir haben in den einzelnen Bereichen feste und verstellbare Kameras, Deckenmikrofone und Lautsprecher, mit denen wir Hintergrundgeräusche einspielen oder Regieanweisungen geben können. Die Teilnehmenden tragen Funkmikrofone. Die Patienten werden mit Simulatoren dargestellt. Sie blinzeln, haben einen Pupillenreflex, atmen sogar richtiges CO2 aus. Zudem arbeiten wir mit einem Patientenmonitor-Simulator. Das ist ein Tablet, auf dem viele Geräte dargestellt werden können. Alles in allem viel Technik, weshalb wir in einem Dreierteam, bestehend aus einem Operator und zwei Instruktoren arbeiten.

    Ihr verkabelt eure Teilnehmer auch, warum das?

    Genau, für das Debriefing zeichnen wir Bild und Ton auf. Dadurch ist es uns möglich, einzelne Sequenzen in der Nachbesprechung genauer zu betrachten. Was hat nicht geklappt, was lief super? Alle Aufnahmen werden dann sofort gelöscht. Eine 3-fache Sicherheit gewährleistet, dass nichts gespeichert bleibt. Näheres hierzu regelt eine Dienstvereinbarung mit dem Gesamtpersonalrat. Außerdem gilt striktes Handy- und Tabletverbot, dafür gibt es Schließfächer. Alles, was im Zentrum passiert, bleibt im Zentrum. Wir wollten einen sicheren Raum für die Teilnehmenden schaffen.

    Was passiert nach der Simulation?

    Die Simulation dauert 15 Minuten, das Debriefing danach 30 Minuten. Während sich unsere Instruktoren für das Debriefing besprechen, führt der Operator den Fall weiter. So können wir die Teilnehmenden direkt in der Situation abholen, die Funkmikros abnehmen und sie in den Debriefing-Raum führen. Dadurch sind sie räumlich entfernt, aber emotional noch voll in der Situation, das nennt man Hot-Debriefing. In unserer Nachbereitung sprechen wir nicht über, sondern mit den Teilnehmenden. Wir verstehen das nicht als Einbahnstraße, denn auch wir wollen lernen. Uns interessiert warum sie etwas getan haben. Ich muss den Menschen erst verstehen, wissen wie er denkt. Wir wollen neue Wege, neue Blickwinkel und neue Herangehensweisen lernen. Der „alte Hase“ ist bei uns ein wertvoller Schatz, mit einem hervorragenden Bauchgefühl, entstanden aus jahrelanger Erfahrung.

    Worin bestehen die größten Herausforderungen, in Pandemiezeiten Simulationstrainings zu realisieren und inwiefern hat Corona die Eröffnung beeinflusst?

    Wir wollten etwas früher starten, aber sind froh, dass wir ein belastbares und sicheres Konzept gefunden haben. Mit dem Team des Zentrums haben wir uns nur virtuell treffen können, erst vorletzte Woche konnten wir uns zum ersten Mal in Präsenz treffen. Unser Hygienekonzept sieht Temperaturmessen und Symptome Abfragen vor; jeder macht einen Selbsttest. Es herrscht durchgehend FFP2-Masken-Pflicht. Während Szenarien, bei denen sich die Teammitglieder ziemlich nahekommen, haben alle zusätzlich Einmalhandschuhe und Schutzbrille an. Die Ausrüstung wird zwischen den Szenarien noch öfter als sonst desinfiziert. Pausen finden nur in der Cafeteria nach Zeitplan und mit Abstand statt.

    Was möchtest du zukünftigen Lehrgangsteilnehmenden noch sagen?

    Unser Motto lautet: Von Kollegen - für Kollegen! Ihr seid einer von uns und wir bewegen uns auf Augenhöhe. Auch wir wollen von euch lernen und sehen das Zentrum als Wegbereiter und Ideensammler. Hier wollen wir alle guten Lösungen zusammentragen.

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    news-865 Tue, 13 Apr 2021 10:15:59 +0200 „Weil ich will“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/weil-ich-will.html Am 10. April 2021 wäre der Zivildienst 60 Jahre alt geworden. Vor 10 Jahren wurde er zusammen mit der Wehrpflicht ausgesetzt. Was die Freiwilligendienste für das BRK damals und heute bedeuten. Der Zivildienst war ein unverzichtbarer Teil in der Dienstleistungsstruktur des BRK. Pflege, Rettungsdienst, soziale Dienste, Patienten- oder Behindertentransport – die Zivis waren eine wichtige Stütze. Fast über Nacht kam dann die Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes. Als Ersatz wurde der Bundesfreiwilligendienst (BFD) geschaffen. Die Sorge, dass sich weniger Leute freiwillig engagieren würden, war aber zum Glück unbegründet.

    „Der Zivi musste sich einen Platz suchen, wenn er nicht zur Bundeswehr wollte. Bufdis und FSJler entscheiden sich gezielt dafür – das sind Menschen mit hohem Commitment, junge Leute, die sich stark einbringen wollen und die das nicht als Pflicht abtun oder eine Ersatzlösung suchen. Sie wollen gezielt in unseren Dienst und dafür sind wir sehr dankbar.“ – Leonhard Stärk, Landesgeschäftsführer BRK

    Das BRK bietet eine breite Palette an Einsatzstellen und auch in der Pandemie sind die Freiwilligen wichtige helfende Hände. Gleichzeitig gilt es zu betonen, dass sie weder Fachkräfte noch billige Arbeitskräfte sind. Sie erwerben während ihrem Dienst Qualifikationen für den späteren Beruf, zum Beispiel im Rettungsdienst für das Medizinstudium. 70-80% der Freiwilligen bleiben auch danach in unserem Verband – der Freiwilligendienst ist ein wichtiger Zugangsweg für soziale Berufe.

    Nun bietet die Bundeswehr das sog. „Heimatjahr“ an, deklariert dieses als Freiwilligendienst und vergütet es mit etwa 1.400€ pro Monat.

    „Hier gilt es Wahrheit reinzubringen: Was die Bundeswehr gerade macht ist kein Freiwilligendienst, sondern Etikettenschwindel. Das ist der Versuch Soldaten zu rekrutieren, das sollte man nicht Freiwilligendienst nennen, vor allem nicht mit solch hohen Beträgen.“ - Leonhard Stärk, Landesgeschäftsführer BRK

    Das Taschengeld sollte man erhöhen, ja, allerdings kommen FSJler und Bufdis nicht vorrangig wegen des Geldes. Mehr Plätze zu schaffen wäre aktuell ebenfalls von Nöten: Aufgrund der Corona-Pandemie können junge Leute nach dem Schulabschluss nicht ins Ausland für einen Work&Travel-Aufenthalt und wollen daher in den Freiwilligendienst, doch dafür braucht es ausreichend Plätze.

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    news-861 Tue, 30 Mar 2021 08:00:00 +0200 Pilotprojekt mit what3words im Rettungsdienst https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/pilotprojekt-mit-what3words-im-rettungsdienst.html In Notfällen ist es entscheidend, genau identifizieren zu können, wo Hilfe benötigt wird, um Einsatzkräfte schnell an den exakten Notfallort zu disponieren. Dies ist oft nicht möglich, weil sich Anrufer möglicherweise an einem Ort befinden, der keine Straßendresse hat, es keinen Orientierungspunkt gibt oder eine Straßenadresse schlicht zu ungenau ist. what3words

    Die App what3words hat jedem 3m x 3m großen Quadrat auf der Welt eine einmalige Kennung gegeben, die aus drei Worten besteht und sich nie ändern wird, egal ob dort ein Gebäude steht, dieses abgerissen wird oder eine Straße gebaut wird - die Dreiwortadresse. Diese können leicht gesagt und geteilt werden und sind genauso akkurat wie GPS-Koordinaten.

    Das Pilotprojekt

    Auf Initiative des ZRF Ingolstadt, des BRK sowie what3words startet demnächst in der Region Ingolstadt (Stadt Ingolstadt, Landkreis Eichstätt, Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) ein Pilotversuch des Einsatzes von what3words bei der Standortkommunikation. Die Leitstelle Ingolstadt ist schon seit einiger Zeit in der Lage, von der Bevölkerung Dreiwortadressen als Notfallort zu erhalten. In diesem Pilotversuch soll nun what3words als Alternative zur internen Übertragung von Positionsdaten bisheriger Systeme (z.B. GPS-Koordinaten, Beschreibungen über Sprechfunk, etc.) auch zwischen Leitstelle und Einsatzkräften getestet werden.

    Im Einsatz

    Der Rettungsdienst kann Dreiwortadressen via what3words-App oder auf den Datenerfassungsgeräten („NIDApads“) suchen und ermitteln. What3words soll einerseits helfen, Einsatzorte zu ermitteln und andererseits, die Standort-Kommunikation zwischen Leitstelle und Rettungsdienst zu erleichtern. Es gibt deshalb einige Szenarien, wo die Verwendung von what3words besonders viel Sinn macht. Hier einige Beispiele:

    Wann erhält der Rettungsdienst von der ILS eine Dreiwortadresse?

    • Bekannte Adresse ist vorhanden, aber aufgrund der räumlichen Ausdehnung unklare Lage des Einsatzortes. Beispiel: große Lager- oder Produktionshallen
    • keine eindeutige Adressangabe vorhanden (z.B. Hintereingang eines Bierzeltes)
    • nicht-bebaute Gebiete (Forst- und Waldunfälle, Radsturz auf einem abgelegenen Radweg, etc.)
    • Autobahn- (Baustellen) Lotsenpunkte
    • Als sinnvolle Ergänzung zum Navi bei unwegsamem Gelände (Überblick verschaffen, Weglotsung zum Einsatzort, wenn der Rettungswagen aufgrund des unwegsamen Geländes stehen bleiben muss)
    • Einsätze am oder im Gewässer
    • Einsätze der Bergrettung (z.B. Kletterfelsen, etc.)
    • Personensuche z.B. mit Rettungshunden
    • Zuweisung des Krankenwagen-Halteplatzes bei MANV

    Wann macht die Übermittlung einer Dreiwortadresse zur ILS Sinn?

    • Bei Nachforderungen: keine eindeutige Adressangabe vorhanden (z.B. Volksfestplatz 1 -> Hintereingang Bierzelt)
    • Personensuche, wenn die Person gefunden wurde: ILS erfährt über die Dreiwortadresse den exakten Fundort der Person
    • Bei Einsatzortverlagerungen: Rettungswagen ist als erster beim Lotsen und wird vom Lotsen zu einem entfernten Einsatzort geführt -> Info für die nachrückenden Kräfte
    • MANV: Abruf von Rettungsmittels aus den Haltplätzen („Schicken Sie mir einen Rettungswagen zur Eisatzstelle, Anfahrt: 3-Wort-Adresse“)
    • Strömungsrettung: Wenn der Patient gefunden wird

     

    In gut einem Monat startet das Projekt, wir halten euch auf dem Laufenden!

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    news-862 Fri, 26 Mar 2021 08:00:00 +0100 „Integration bedeutet gegenseitiges Verständnis, dafür sind beide Seiten zuständig“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/integration-bedeutet-gegenseitiges-verstaendnis-dafuer-sind-beide-seiten-zustaendig.html Eva-Maria Weinmann aus dem KV Ostallgäu begleitet ausländische Pflegekräfte bei der Integration. Im Rahmen eines Leuchtturmprojekts, das vom Innovationsfonds des BRK der Zukunft finanziert wurde, unterstützt Sie u.a. Fachkräfte aus Rumänien, Albanien oder dem Kosovo. Sie sind Pflegefachkraft, die zuständig ist für die Integrationsbegleitung von ausländischen Pflegekräften. Diese Stelle wurde eigens für diesen Zweck geschaffen - wie kam es dazu?

    Eva-Maria Weinmann: Der KV Ostallgäu arbeitet schon seit vielen Jahren mit ausländischen Pflegekräften. In all den Jahren hat man die Erfahrung gemacht, dass die Vorbereitung auf eine Arbeit in Deutschland nicht gut funktionierte. Die kulturellen Unterschiede und die großen sprachlichen Schwierigkeiten – vor allem in der „Pflegesprache“ und auch in Bezug auf den Allgäuer Dialekt – machten sich deutlich bemerkbar. Der KV OAL hat dann die Gelegenheit im Rahmen der Kampagne „BRK der Zukunft“ ergriffen und sich mit dem Projekt „Berufliche und soziale Integration von ausländischen Fachkräften in den Einrichtungen“ beworben.

    Ich war zum Projektbeginn bereits im Kreisverband tätig – in einer Jugendwohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ich habe mich beworben, weil das Projekt die Aufgaben umfasst, die meiner Profession und meinen beruflichen und privaten Erfahrungen entspricht.

    Wie können wir uns einen Arbeitstag von Ihnen vorstellen – wie läuft die Integration konkret ab?

    Das ist sehr individuell, aber das muss Integration auch sein. Meine Aufgabe besteht darin, den internationalen Kolleg:innen beiseite zu stehen, ein offenes Ohr für sie zu haben und im pflegerischen Alltag zu unterstützen. Hilfe beim Ausfüllen eines Antrags, bei zwischenmenschlichen Fragen, bei der Dokumentation oder der Versorgung der Bewohner:innen. Im Zuge des Projekts habe ich ein Nachschlagewerk erstellt, in dem verschiedene Arbeitsabläufe beschrieben werden, die teilweise auch mit Fotos für ein besseres Verständnis sorgen. Zum Beispiel: Was ist ein Pflegewagen und was gehört hinein?

    Bei der Integration sollte man unbedingt auch das Stammpersonal miteinbeziehen. Sie erhalten Unterstützung, klar, aber jeder muss von jedem lernen. Denn Integration bedeutet auch gegenseitiges Verständnis, dafür sind beide Seiten zuständig. Meiner Erfahrung nach ist das auch vom jeweiligen Team abhängig. Man muss Lust auf das Neue haben, und sich für seine Mitmenschen interessieren. Ich hatte das Glück, dass ich mit vielen Menschen zusammenarbeiten durfte, die es als Bereicherung gesehen haben, voneinander zu lernen. Wir müssen uns vor Augen führen, warum diese Leute kommen – nämlich weil wir sie brauchen, weil wir zu wenige Fachkräfte haben, die sich um unsere ältere Generation kümmern!

    Was ist in Deutschland anders, welche Routinen, Gewohnheiten oder Eigenheiten?

    Ein großer Unterschied ist das Pflegeverständnis. In Rumänien bspw. gibt es den Beruf des Altenpflegers nicht, sondern nur Krankenpfleger. Die Ausbildung ist komplexer und hat ihren Schwerpunkt in der Medizin. Das Unterstützen bei der Körperpflege wird nicht gelehrt, das übernehmen die Angehörigen. In der Pflege geht es dann oft auch stressig zu, dann herrscht bei uns ein rauerer Ton. Diese deutsche Direktheit wird als unhöflich wahrgenommen, ist aber nicht böse gemeint. Aber damit müssen die Migranten umgehen lernen.

    Sie waren in Afghanistan als Pflegekraft tätig – wie hat das ihre Sicht auf die Dinge verändert?

    Dinge, die für mich selbstverständlich waren, existierten dort nicht. Wie oft Hände gewaschen oder desinfiziert werden, hängt davon ab ob genügend Seife und Desinfektionsmittel vorhanden ist. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist das unterschiedliche Pflegeverständnis zu verstehen und dann darauf einzugehen. Wir in Deutschland machen es nicht besser, weil wir schlauer sind, sondern weil wir bessere Möglichkeiten haben!

    Ich erlebte ähnliches wie unsere internationalen Kollegen, wodurch ich mich ihn ihre Lage hineinversetzen kann. Es ist sehr viel am Anfang, man läuft auf Hochtouren. Ich musste mich auf die Sprache konzentrieren, dazu prasselten sehr viele verschiedene Eindrücke auf mich ein. Es wird oft unterschätzt wie anstrengend das sein kann. Dazu kommen noch die Erwartungen der Kollegen, der psychische Druck. Ich fühlte mich als wäre ich jeden Tag einen Marathon gelaufen. Die Situation führt manchmal einfach zu Überforderung.

    Was war Ihre Aufgabe in Afghanistan?

    Das Ziel war einen internationalen Standard zu erreichen. Ich war 26 und eine Frau bin ich noch dazu. Meine Vorschläge wurden vom Klinikleiter oft abgeschmettert und später als seine eigenen verkauft. Aber man muss die Situation verstehen: vielleicht konnte er kulturell bedingt einer jungen, deutschen Frau nicht einfach zustimmen und ich kann auch nicht wie die Axt im Wald Änderungen durchboxen. In deren Land gelten deren Regeln.

    Was klappt schon gut und wo gibt es noch Stolpersteine?

    Wir sind auf einem guten Weg. Was viel Improvisationskunst erfordert ist die Einarbeitung und auch die soziale Integration. Die Sprache ist der Knackpunkt. Man kann fachlich noch so gut sein, aber wenn die sprachliche Kompetenz nicht da ist, kann man keine Führungsposition einnehmen. Oft führt es zu Frust oder Missgunst der Migranten, dass Muttersprachler bei der Besetzung von wichtigen Aufgaben oder Führungspositionen bevorzugt werden. Das könnte man als Stolperstein bezeichnen.

    Wie kann das verbessert werden?

    Wenn Migranten fachlich und sprachlich bereit sind Verantwortung zu übernehmen, sollten sie dringend in Führungspositionen kommen, um als Vorbild zu agieren. Ich erinnere mich an einen jungen Mann aus Afghanistan: er war Asylbewerber, dann Praktikant, Azubi und jetzt ist er Wohnbereichsleiter. In der Ausbildung und Anleitung haben uns viele ausländische Azubis bestätigt, dass sie Dinge wesentlich besser verstehen, wenn sie ihnen von einem Migranten erklärt werden. Sie trauen sich dann mehr nachzufragen, weil keiner sprachlich überlegen ist.

    Wie hilft das digitale Patenprogramm des BRK bei der Integration?

    Das Programm ist ein guter erster Schritt fürs "Onboarding", dass beginnen kann, wenn die Pflegekräfte noch in ihren Heimatländern sind. Die Mentees haben sich mehrmals dafür bedankt, dass sie jetzt schon betreut werden, dass sie jemanden haben, an den sie sich bei Fragen wenden können. Man lernt die Pflegekräfte schon im Vorfeld gut kennen und sie erfahren etwas über den Pflegealltag in Deutschland.

    Ein richtiger Abschluss der Integration ist sicher schwer an Dingen oder einem Zeitpunkt festzumachen, aber ab wann ist Ihre Arbeit bei der Integration zu einem Großteil getan?

    Die beiden wesentlichen Erfolgsfaktoren für das Gelingen sind die Sprache und die fachliche Sicherheit. Beides muss hart und langwierig nach der Ankunft gelernt werden, egal, was auf dem Examen steht. Danach gelingt auch das Privatleben deutlich besser.

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    news-863 Wed, 24 Mar 2021 16:44:55 +0100 Feldtest eines Corona-Diagnostik-Fahrzeugs beim Kreisverband Bayreuth https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/feldtest-eines-corona-diagnostik-fahrzeugs-beim-kreisverband-bayreuth.html Das Fahrzeug bietet ein flexibles und hochmobiles PCR-Labor mit einem Point-of-care-Ansatz, der eine diagnostische Untersuchung in unmittelbarer Nähe zum Ort der Patientenversorgung möglich macht. Je nach Ausbaustufe können in kurzer Zeit bis fast 500 Tests analysiert werden. Das moderne Fahrzeug, entwickelt von der Firma MAN (MAN Truck & Bus Deutschland GMBH, München) in Zusammenarbeit mit der Leeloo Medical GmbH aus Berlin und aprimeo diagnostics GmbH & Co. KG. aus Pfungstadt bietet ein flexibles und hochmobiles PCR-Labor mit einem Point-of-care-Ansatz (= diagnostische Untersuchung in unmittelbarere Nähe zum Ort der Patientenversorgung) in dem je nach Ausbaustufe in kurzer Zeit bis fast 500 Test analysiert werden können. Im Hinblick auf die zentrale Bedeutung von Testungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie könnte das Corona-Diagnostik-Fahrzeug einen bedeutenden Vorteil bei der Umsetzung einer mehrsäuligen Test-Strategie bieten, da mit ihm ortsunabhängig in kurzer Zeit, eine große Zahl an PCR-Test durchführbar sind.

    Weitere Informationen: https://go.brk.de/3lKK3gD

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    news-864 Tue, 23 Mar 2021 14:00:00 +0100 #einLichtderErinnerung - Trauerakt für die Corona-Verstorbenen in Bayern https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/einlichtdererinnerung-trauerakt-fuer-die-corona-verstorbenen-in-bayern.html Am Dienstag, 23. März 2021 wurde im bayerischen Landtag und der bayerischen Staatsregierung der über 12.000 Toten gedacht, die seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben sind. Auch Präsident Theo Zellner sprach seine Anteilnahme aus. Das BRK ist seit einem Jahr im Dauereinsatz gegen das Coronavirus. In zahlreichen Teststationen und Impfzentren sorgen Mitarbeitende aus Haupt- und Ehrenamt im ganzen Freistaat für ein Mehr an Sicherheit. Dennoch reißt das Virus täglich viel zu viele Menschen aus dem Leben.

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    news-859 Sun, 21 Mar 2021 08:00:00 +0100 COVID-19-Impfzentren: Was wir tun und was außerhalb unseres Handlungsspielraums liegt https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/covid-19-impfzentren-was-wir-tun-und-was-ausserhalb-unseres-handlungsspielraums-liegt.html Neben einigem Lob erhalten wir auch Beschwerden im Zusammenhang mit COVID-19-Impfzentren. An dieser Stelle möchten wir daher über unsere Verantwortlichkeiten informieren. Das BRK betreibt oder unterstützt personell in mehreren bayerischen Landkreisen und Städten im Auftrag der zuständigen Gesundheitsbehörden COVID-19-Impfzentren. Diese jeweiligen Auftragsumfänge werden von den behördlichen Stellen vorgegeben und können vom BRK nicht unbegrenzt aufgestockt werden. Auch wenn Kapazitätsengpässe ärgerlich sind, so tun wir unser Möglichstes, damit die Abläufe, die wir beeinflussen können, reibungslos verlaufen.

    Was wir tun:

    • Das BRK hilft dabei den Impfstoff zu verteilen und zu verabreichen.

     

    Folgendes zählt nicht zu unserem Handlungsspielraum:

    Impfreihenfolge: Das BRK ist an die staatlicherseits vorgegebene Impfreihenfolge gebunden, wir sind nicht für diese verantwortlich und nicht befugt, diese zu verändern.

    Verfahren und Software für die Impfterminvergabe: Diese sind behördenseitig vorgegeben, wir können sie nicht beeinflussen.

    Verfügbarkeit des Impfstoffs: Das BRK impft nach Verfügbarkeit. Die Impfstoffe werden staatlicherseits zur Verfügung gestellt.

    Sicherheit des Impfstoffs: Das BRK vertraut auf die anerkannten und europäischen Prüfungs- und Zulassungsverfahren von Impfstoffen. Bei einem Arztgespräch vor der Impfung werden Sie informiert

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    news-860 Fri, 19 Mar 2021 09:17:20 +0100 Tag der Luftretter https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/tag-der-luftretter.html Am heutigen "Tag der Luftretter" gilt unser aller Dank den Luftretterinnen und Luftrettern, die tagtäglich und gemeinsam mit dem bodengebundenen Rettungsdienst Unglaubliches leisten. Nicht selten bringen sich Luftretter:innen selbst in Gefahr und müssen in den schwierigsten Situation lebensrettende Maßnahmen ergreifen. Der "Tag der Luftretter" wurde von der DRF Luftrettung im letzten Jahr ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, jenen Retterinnen und Rettern mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung in der täglichen Arbeit angedeihen zu lassen.

    Wir sagen DANKE an alle Luftretterinnen und Luftretter, die gemeinsam mit der gesamten Rettungskette unser Bayern sicherer machen!

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    news-858 Wed, 17 Mar 2021 08:00:00 +0100 Schnelltests für Unternehmen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/schnelltests-fuer-unternehmen.html Falls Sie ein Unternehmen, eine Organisation, Institution oder Behörde vertreten, die einen Bedarf zur Durchführung von Testungen auf das Coronavirus hat, so können Sie dafür an das BRK herantreten.  

     

    Hier geht’s zum Formular, das direkt an den zuständigen Kreisverband übermittelt wird:

    www.brk.de/testanfragen

     

    Hat ein Kreisverband die Möglichkeit, diese Dienstleistung entgeltlich zu erbringen, so können unter anderem folgende Dienstleistungen in Erwägung gezogen werden:

    • Beratung zu Erstellung / Etablierung eines Testkonzeptes
    • Einmalige Testung in einer Firma
    • Regelmäßige Testungen in einer Firma
    • Schulung von Mitarbeitenden zur Durchführung von Schnelltests
    • Zur Verfügungstellung von Informationen zum regionalen Testzentrum vor Ort

    WICHTIG: Das BRK befindet sich seit über einem Jahr im unermüdlichen Kampf gegen das Coronavirus. Dabei ist unser Personal stark gefordert. Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der derzeit sehr großen Nachfrage nicht alle Bedarfsanfragen positiv beantworten werden können.

    Was kostet das Angebot des BRK?

    Das können wir zentral nicht beantworten. Es kommt sehr stark auf Art und Umfang des Bedarfes an. Hier helfen Ihnen unsere Ansprechpartner im zuständigen Kreisverband sehr gerne weiter. Hierzu muss allerdings vorher das Formular bedient werden.

    Wer ist mein Ansprechpartner?

    Der für Ihr Unternehmen bzw. Ihren Standort zuständige Kreisverband wird sich zeitnah mit Ihnen in Verbindung setzen. Alternativ wenden Sie sich gerne auch an den Kreisverband in Ihrer Nähe. [Kontaktdaten unserer Kreisverbände finden Sie auch hier]

    Wie lange dauert es, bis meine Anfrage beantwortet wird?

     Wir sind sehr bemüht, schnellstmöglich Antworten auf Ihre Anfragen zu liefern. Insofern gehen wir davon aus, dass Sie maximal nach zwei Tagen eine Kontaktaufnahme durch das BRK erfahren.

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    news-856 Tue, 16 Mar 2021 08:00:00 +0100 BRK-Wahlen auch in Corona-Zeiten https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-wahlen-auch-in-corona-zeiten.html Mancherorts sind sie bereits durchgeführt worden, woanders stehen sie noch an: Mitgliedsversammlungen und Wahlen im BRK. Turnusgemäß finden sie 2021 in den Kreis- und Bezirksverbänden und des Landesverbandes des BRK statt. Trotz Corona in Präsenz? Ja, denn laut § 54 Satz 1 der BRK-Satzung und Wahlordnung sind Wahlen über das Internet als auch Briefwahlen ausdrücklich unzulässig.

     

     

    Unterschiede Versammlung und Wahl

    Für Mitgliederversammlungen ist ausnahmsweise vorgesehen, dass diese in einem sehr begrenzten, kleinen Rahmen stattfinden können. Um zu gewährleisten, dass alle Mitglieder teilnehmen können, ist eine audiovisuelle Teilnahme (keine Wahl!) an der Veranstaltung möglich. Dies wird in vielen Kreisverbänden angeboten. Diese Versammlung kann bspw. aus Vorstand und Wahlausschuss bestehen.

    Sofern die Pandemielage eine Wahl während der Versammlung nicht zulässt, können die Wahlen auf jeden Fall in einem bzw. zwei (für mögliche Stichwahlen) gesonderten Terminen als Urnenwahl durchgeführt.

    Trotzdem corona-konform

    Kleine Mitgliedsversammlungen mit Urnenwahl sind eine Alternative. Es können für die Wahlen aber auch Turnhallen oder andere Räumlichkeiten genutzt werden, solange die geltenden Corona-Regeln eingehalten werden. Darüber hinaus sorgen individuelle und ortsabhängige Hygienekonzepte für die Sicherheit der Wähler:innen.

    Die Wahlen im BRK finden kaskadierend statt. Das heißt, dass zuerst die Gliederungen auf Kreisverbandsebene, danach auf Bezirksebene und zuletzt auf Landesebene wählen werden. Das Präsidium hat beschlossen, dass die Landesversammlung ans Jahresende verschoben wird, um den untergeordneten Verbandsgliederungen möglichst viel Zeit in diesem Kalenderjahr einzuräumen, die Wahlen stattfinden zu lassen und ggf. um mehrere Wochen nach hinten schieben zu können.

    Warum keine Aufschiebung?

    Das bayerische Innenministerium, als Rechtsaufsicht des BRK, hat nicht die Befugnis die satzungsrechtlich verankerten Regelungen des BRK zu verändern. Eine Verschiebung von Wahlen verstieße zudem gegen das Demokratieprinzip. Denn die Wahlämter wurden vor vier Jahren für vier Jahre gewählt und nicht für eine längere Wahlperiode. Eine Verschiebung der Wahlen ist damit in keinem Fall möglich.

    Weitere Informationen findet ihr in unseren FAQs!

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    news-857 Fri, 12 Mar 2021 08:00:00 +0100 Ein Jahr Krisenfall: „Immer flexibel bleiben und die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ein-jahr-krisenfall-immer-flexibel-bleiben-und-die-reaktionsgeschwindigkeit-erhoehen.html Am 14.03.2020 rief das BRK den Krisenfall aus, bisher konnte er noch nicht beendet werden – ein Jahr ist vergangen und wir befinden uns noch immer im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Mit Krisenmanager Leonhard Stärk und Krisenstabsleiter Daniel Pröbstl lassen wir dieses außergewöhnliche Jahr Revue passieren und blicken in die Zukunft. 1.   Wie geht es Ihnen heute mit der Situation und wie haben Sie sich vor einem Jahr gefühlt?

    Leonhard Stärk: Die Arbeit im Krisenstab hatte schon ein paar Tage zuvor begonnen und ich konnte die Dimension, die die Pandemie annehmen würde, am Anfang noch gar nicht richtig bewerten. In einem Jahr haben wir viel dazugelernt. Heute fühle ich mich routiniert im Krisenmanagement - aber es macht mir auch Sorgen. Die Routine, mit der man sich an schlimme Dinge gewöhnt, ist erschreckend.

    Daniel Pröbstl: Die Situation zwischen dem Beginn des Krisenfalls und heute hat sich maßgeblich verändert. Die Pandemie, die Aufgaben und die Strategien haben sich verändert, und wir als BRK haben uns weiterentwickelt, sind leistungsfähiger geworden und sehr eng zusammengerückt. Heute ist auch nach einem Jahr unsere Arbeit durch die Geschwindigkeit und die Aufgabenvielfalt geprägt.

    2.    Schutzausrüstung war zu Anfang Mangelware – jetzt sieht die Lage besser aus, Material ist vorhanden, der Freistaat hat ein Pandemiezentrallager angelegt. Ist das Thema damit erledigt?

    Leonhard Stärk: Nein, noch nicht, aber die Lage ist heute entspannter. Wir haben die Logistik umgestellt und die Zuläufe gesichert. Das Thema Schutzausrüstung war eine Art Achillesverse - wenn das nicht geklappt hätte, wären bittere Vorwürfe gekommen. Ich habe mir zu dieser Zeit wirklich große Sorgen gemacht. Der Gedanke, dass Cent-Artikel wie Masken oder Handschuhe nicht ausreichend vorhanden waren und unsere Rettungskräfte möglichweise ohne Schutz ausrücken, hat mich nicht mehr ruhig schlafen lassen. Wir haben gesammelt was ging, die ersten Kisten lagerten in Büros, wir haben sogar bei OBI in Hamburg bestellt.

    Daniel Pröbstl: Gott sei Dank hat sich die Lage aber verbessert, sodass ausreichend Material vorhanden ist. Unser Team „S4“ (Sachgebiet 4, Beschaffung) hat gemeinsam mit der H+DG den Markt und die Verbräuche immer im Blick, so dass wir in der Lage sind, mögliche Engpässe vorherzusehen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

    3. Der Krisenstab hat sich stetig an neue Gegebenheiten angepasst – was waren wichtige Meilensteine?

    Leonhard Stärk: Am Anfang waren wir in den Räumen der LGST eng in Besprechungsräumen zusammengesessen, heute unvorstellbar. Ab Ende März konnten wir mit dem Krisenstab in den O2-Tower der Telefonica AG, für diese Unterstützung waren wir sehr dankbar! Unser Wasserwacht-Chef Ingo Roeske hat uns das ermöglicht. Das Gebäude war zu dem Zeitpunkt leer, weil alle im Home Office waren, und wir konnten die größeren Räume und die dortige Technik nutzen.

    Daniel Pröbstl: Im BRK sind wir auf große Einsätze vorbereitet, eine globale Pandemie stellt einen jedoch immer vor Herausforderungen. So war es notwendig, dass wir zum Schutz der Einsatzkräfte diese Räumlichkeiten genutzt haben, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren.

    Leonhard Stärk: Jetzt findet der Krisenstab komplett virtuell statt – aktuell einmal pro Woche, wobei zwischen den Sitzungen auch Abstimmungen stattfinden. Wir sind immer in der Lage wieder hochzufahren. Ich traue mir zu in wenigen Stunden ein Team einzuberufen. Immer flexibel bleiben und die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen waren große Erkenntnisse. Genauso wie wichtig persönliches Vertrauen zu den Personen ist, mit denen man zusammenarbeitet.

    Daniel Pröbstl: Der gesamte Einsatz ist für mich von großen und kleinen Erfolgen geprägt. Insbesondere die hervorragende Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen und das Arbeiten Hand in Hand mit dem Freistaat Bayern haben gezeigt, dass wir als BRK in einer Pandemie mit globalem Ausmaß unsere Kompetenzen vielseitig einsetzen können.

    4. Im Sommer dachten wir alle es geht bergauf, doch mit den Ferien kamen die Teststationen. Innerhalb von einem Tag hat das BRK 5 Stück an den bayerischen Grenzen aus dem Boden gestampft. Wie meistert man diese Hürden in so kurzer Zeit? Auf was kommt es an?

    Leonhard Stärk: Ich erinnere mich gut an den 16. Juni 2020, als der Katastrophenfall in Bayern aufgehoben wurde. Es herrschte regelrecht Euphorie, auch bei uns. Zu den Teststellen: so etwas meistert man nur im Verband.

    Daniel Pröbstl: Die Schlüssel zum Erfolg sind ein hervorragendes Netzwerk der einzelnen Krisenstäbe, die Verfügbarkeit der Leitungs- und Führungskräfte auf allen Verbandsebenen und hochmotivierte Einsatzkräfte in den Kreisverbänden.

    Leonhard Stärk: Auf unser Ehrenamt kann man sich verlassen, aber man darf so eine Hauruck-Aktion nicht allzu oft machen und besonders nicht, wenn der vermeintliche Notfall eigentlich keiner ist. Bei einer Schneekatastrophe ist das klar, aber bei den Teststellen muss man im Rückblick feststellen, dass ein paar Tage mehr Vorbereitung die Pannen verhindert hätten, an denen wir ganz sicher nicht schuld waren. Manchmal frage ich mich „Hätten wir nicht Nein sagen müssen?“ oder zumindest die Zeit der Vorbereitung verlängern müssen?

    5. Aktuell stehen Impfen und Schnelltests auf dem Programm – welche Erfolge kann man hier feiern und wo hapert es noch?

    Leonhard Stärk: Zu unseren Erfolgen zählen, dass wir 42 Impfzentren und mehr als 50 Teststationen für PCR-Tests betreiben. Da machen wir in Haupt- und Ehrenamt einen guten Job.

    Daniel Pröbstl: Wir konnten uns in kürzester Zeit zu einem verlässlichen Partner in der bayerischen Impfstrategie entwickeln. Der verfügbare Impfstoff wird nach den Vorgaben des Bundes und Landes in der Bevölkerung verimpft, so dass das Ziel der Immunisierung der Bevölkerung stetig näher rückt.

    Leonhard Stärk: Auch die Weihnachts-Testaktion war ein voller Erfolg – wir beweisen mit alledem dem Freistaat und der Gesellschaft, dass wir schnell und kompetent reagieren. Aber man muss auch die Kapazitätsgrenzen sehen, das kann nicht ewig so weitergehen. Interessant wird auch die Entwicklung rund um das Thema Impfen bei den Hausärzten.

    Daniel Pröbstl: Problematisch sind oftmals bürokratische Hürden und Strategieänderungen seitens der Politik, die folglich ein schnelles Handeln und Anpassen unserer Strukturen erfordern. 

    6. Sind Sie bereits geimpft?

    Leonhard Stärk: Ja, die erste Impfung habe ich aufgrund einer Vorerkrankung schon bekommen. Mir wurde der Impfstoff von AstraZeneca verabreicht, bis jetzt hatte ich keine Nebenwirkungen.

    Daniel Pröbstl: Auch ich bin bereits geimpft, da ich ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig bin.

    7. Blicken wir in die Zukunft – was denken Sie, wie es in einem Jahr im März 2022 aussehen wird? Corona wird vermutlich noch auf dem Tisch sein: Was wäre der Best Case und was der Worst Case?

    Leonhard Stärk: Der Worst Case für mich wäre, dass wir im gleichen Modus wie heute sind. Ein Krisenmodus mit neuen Anforderungen. In jedem Fall wird das Virus noch da sein. Der Best Case sieht für mich so aus, dass wir Normalbetrieb haben, viele Menschen geimpft sind und es Medikamente gegen COVID-19 gibt. Ein normales Leben ohne Einschränkungen und ein Verband, der die Krisenfolge gut bewältigt und keinen dauerhaften Schaden genommen hat.

    Daniel Pröbstl: Im besten Fall konnten wir einen Großteil der Bevölkerung mittels Impfung immunisieren und die Verbreitung des Virus und seiner Mutation einschränken. Die Sterberate ist maßgeblich zurückgegangen und wir können in ein Leben zurückkehren, wie wir es vor der Pandemie gewohnt waren. Die Sensibilität und Weitsicht der Bevölkerung sollte gewachsen sein. Im schlechtesten Fall werden nur wenige Menschen geimpft, Mutationen breiten sich aus für die kein Impfschutz vorliegt und der Zustand, in dem wir uns derzeit befinden, muss aufrecht erhalten werden, um schlimmere Schäden von der Bevölkerung abzuwenden.

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    news-853 Thu, 11 Mar 2021 08:00:00 +0100 Prävention und Therapie trotz Distanz? Die MAKS®-Therapie macht das für die professionelle Pflege möglich. https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/praevention-und-therapie-trotz-distanz-die-maksr-therapie-macht-das-fuer-die-professionelle-pflege-moeglich.html „Gerade jetzt ist es wichtig, dass die möglichen sozialen Kontakte sowie die geistigen und körperlichen Aktivierungen in der professionellen Pflege nicht abgebaut, sondern intensiviert werden. Dadurch verhindern wir einen noch größeren Schaden während dieser schweren Zeit bei den Schwächsten der Gesellschaft – den älteren und dementen Menschen“ (Prof. Dr. Gräßel). Die Pandemie stellt die professionelle Pflege vor vielfältigen Herausforderungen. Nadja Hofmann (Referentin, Bayerisches Rotes Kreuz) sprach mit Prof. Dr. Elmar Gräßel (Leiter des Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Erlangen) und Christina Döll (Leiterin Fachbereich Prävention Bayern, IKK classic) darüber, wie wichtig präventive Maßnahmen in der professionellen Pflege sind. Über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes haben 2020 eine Zertifizierung abgeschlossen, die ihnen die Durchführung einer speziellen Therapie für Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen und Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz erlaubt. Gefördert wurde das Weiterbildungsprogramm von der Kranken- und Pflegekasse IKK classic.

    Nadja Hofmann: Was ist die MAKS®-Therapie und für wen ist diese gedacht?

    Prof. Dr. Gräßel: MAKS® (motorisch, alltagspraktisch, kognitiv, sozial) ist eine nicht-medikamentöse („psychosoziale“) Mehrkomponententherapie mit motorischer, kognitiver und alltagspraktischer Förderung sowie einer soziale-kommunikative Einstimmung in der Gruppe.

    Der Schwierigkeitsgrad ist ausgerichtet auf Betroffene mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen im Alter sowie für Menschen mit leichter oder mittelschwerer Demenz.

    Nadja Hofmann: Was zeichnet die MAKS®-Therapie gegenüber regulären Anwendungen in pflegerischen Versorgungsformen aus?

    Prof. Dr. Gräßel: Die Mehrkomponententherapie ermöglicht den Einrichtungen die Umsetzung von strukturierten und evidenzbasierten Interventionen. MAKS® eignet sich für stationäre und ambulante Einrichtungen und ist in Schulungen erlernbar.

    MAKS® wurde vom Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen entwickelt und erforscht. Die MAKS-Therapie® führt zu verlässlichen und nachvollziehbaren Ergebnissen. So wurden in den Jahren 2008-2010 und 2014-2017 zwei großangelegte, wissenschaftliche Studien vorgenommen, um die Wirksamkeit der Therapie zu untersuchen. Es konnte sowohl für die Pflegeheime als auch in Tagespflegen feststellt werden, dass man über den Zeitraum des Anwendungsbereichs tatsächlich kognitive und vor allem alltagspraktische Fähigkeiten durch die MAKS®-Maßnahmen erhalten kann. In Vergleichsgruppen schritten die demenziellen Erkrankungen weiter voran. (Bei Interesse finden Sie die einzelnen Studienergebnisse hier.)

    Zudem ist die Umsetzung der MAKS® -Therapie durch umfassendes Material und fertig ausgearbeitete Tagespläne unkompliziert. Mir ist es wichtig, dass Pflege- und Betreuungskräfte, welche mit der MAKS® - Therapie arbeiten, selbst spüren, dass ihre Anwendungen einen positiven Einfluss auf die pflegebedürftigen Menschen haben. Ich glaube fest daran, dass keine Maßnahme funktioniert, wenn diese nicht direkt bei den Handelnden ankommt.

    Nadja Hofmann: Was bedeutet Prävention in der professionellen Pflege für Sie?

    Christina Döll: Prävention in der Pflege bedeutet für uns als Pflege- und Krankenkasse, dass gesundheitlichen Schwierigkeiten sowohl bei pflegebedürftigen Menschen als auch bei Pflegenden vorgebeugt wird. Präventive Maßnahmen sollten darauf abzielen, die Gesundheit zu schützen und gesundheitliche Risiken zu verringern. Die Pflegebedürftigkeit sollte möglichst verlangsamt werden.

    Wir betrachten Prävention demnach aus zwei Perspektiven. Zum einen als Maßnahme zum Schutz des für das Pflegepersonals sowie als Möglichkeit für Pflegbedürftige. In diesem Sinne möchte ich die Aussage von Prof. Dr. Gräßel bekräftigen: für das Pflegepersonal ist es wichtig, dass die Erfolge der Therapie greifbar sind. Ein Präventionsprojekt kann nicht helfen, wenn es nur theoretisch funktioniert. Es muss praxisnah sowie gut strukturiert sein.

    Aus diesem Grund freut es uns besonders, dass wir als IKK classic über 50 Tagespflegemitarbeitenden des BRK die Möglichkeit geben konnten, eine MAKS®-Zertifizierung zu absolvieren. So können wir gemeinsam mit dem BRK sicherstellen, dass über 15 Einrichtungen des BRK eine wissenschaftlich evaluierte Therapie für die Tagespflegegäste anbieten können.

    Nadja Hofmann: Wie finden die Zertifizierungen statt – welche Rolle hatte die Pandemie auf die Fortbildungen?

    Christina Döll: Aufgrund der pandemischen Lage hat sich die IKK classic dazu entschlossen, die drei Zertifizierungstage, die ursprünglich  als Präsenzveranstaltungen geplant waren, in Form von Onlineschulungen durchzuführen. Es freut uns, dass dieses Modell von den Teilnehmern gut angenommen wurde und sich bewährt hat.

    Nadja Hofmann: Wie kann die MAKS®-Therapie in den pflegerischen Versorgungsformen während der Pandemie eingesetzt werden?

    Prof. D. Gräßel: Mit der Pandemie können oftmals die Kontaktintensitäten nicht mehr in derselben Form aufrechterhalten werden. Das heißt: Die MAKS®-Therapie kann und sollte während der Pandemie weiterhin stattfinden, nur mit weniger hilfs- und pflegebedürftigen Menschen in fest etablierten, nicht in stark wechselnden, Gruppen. Zudem sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Materialien erhalten, damit die allgemeinen Abstands -und Hygieneregelungen stets eingehalten werden. Kurz gesagt – besonders in schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass sich die therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen kreativ und flexibel den Gegebenheiten anpassen.

    Ich möchte gerne alle MAKS®-Therapeuten dazu motivieren, die MAKS®-Gruppen weiterhin aufrechtzuerhalten. Seien Sie einfallsreich und ermöglichen Sie den hilfs- und pflegebedürftigen Menschen weiterhin, die multimodale, nicht-pharmakologische Demenztherapie zu bekommen. Gerade jetzt ist es wichtig, dass die noch möglichen sozialen Kontakte sowie die geistige und körperliche Förderung nicht vermindert, sondern intensiviert wird.

    Nadja Hofmann: Wie schätzen Sie die aktuelle Situation von pflegebedürftigen Menschen, insbesondere für Menschen mit demenziellen Symptomen und deren pflegenden Angehörigen ein?

    Christina Döll: Die derzeitige Situation ist für Menschen mit demenziellen Symptomen sehr schwierig. Für diese Personen ist es äußerst wichtig, dass ihr Alltag strukturiert abläuft. Das ist aktuell nicht immer realisierbar. Auch für pflegende Angehörige stellt die Pandemie eine große Herausforderung dar. Auch ihnen fehlt die soziale Komponente. Insgesamt ist die aktuelle Lage für alle Beteiligten als äußerst kritisch zu betrachten.

    Prof. Dr. Gräßel: Ich sehe das ähnlich. Aus diesem Grund möchte ich mich dafür aussprechen, dass die Möglichkeiten der Kontakte, die noch möglich sind, verstärkt werden. Ich meine damit Folgendes: Mögliche Interaktionen wie z.B. regelmäßige Telefonate zwischen hilfs- und pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen sollten ausgeweitet werden. Das ersetzt zwar nicht den direkten persönlichen Kontakt, kann jedoch dazu führen, dass Austausch und emotionale Nähe weiterhin aufrechterhalten werden.

    So sollten auch vermehrt digitale Medien verwendet werden. Besonders begrüßenswert ist es, wenn die unterschiedlichen Generationen sich diesbezüglich helfen, um den Umgang mit den entsprechenden Medien gewährleisten zu können. Zum Beispiel können die jüngeren Generationen den älteren helfen, einen Videokontakt mit geliebten Verwandten herzustellen. Das kann viel mehr Nähe herstellen, als ein Telefonat. Einschränkungen sollten dazu führen, dass man zu kreativen Lösungen und alternativen Kommunikationsmitteln greift.

    Nadja Hofmann: Wenn Sie sich etwas für die professionelle Pflege wünschen könnten – was wäre das?

    Christina Döll: Wir als gesetzliche Krankenkasse würden uns wünschen, dass Pflegekräfte ausreichend Zeit für die Fort- und Weiterbildung haben. Von den Vorteilen der Bildungsmaßnahmen profitieren die Pflegenden selbst, aber auch die Menschen, die sie täglich versorgen.  Ich möchte dazu anregen, Fort- und Weiterbildung in der Pflege deshalb immer von beiden Seiten zu betrachten. Wir möchten, dass Pflegekräfte sich selbst gesund halten, um den körperlichen und emotionalen Hürden ihres Arbeitsalltages entgegentreten zu können. Dasselbe wünschen wir uns für die hilfs- und pflegebedürftigen Menschen, damit deren Alltag so angenehm wie möglich gemacht werden kann. Diese Wünsche und Ansätze sehen wir in der MAKS-Therapie als erfüllt an, weshalb wir die Zertifizierung von Pflege- und Betreuungskräften gerne gemäß dem Präventionsgesetz mitfinanzieren.

    Prof. Dr. Gräßel: Wenn ich zaubern könnte, hätte ich folgenden Wunsch: Ich möchte, dass die erlebte und gelebte gesellschaftliche Anerkennung für die helfenden Berufe so gut ist, dass sich Menschen zu diesen Arbeitsfeldern hingezogen fühlen. Ich wünsche mir demnach eine intensivere Wertschätzung für soziale und pflegerische Berufe, welche auch nach der Pandemie anhält.

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    news-855 Tue, 09 Mar 2021 12:00:00 +0100 Erkältet, Allergie oder doch Corona? https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/erkaeltet-allergie-oder-doch-corona.html Frühlingszeit ist leider auch Pollenzeit und derzeit fliegt schon wieder einiges durch die Luft, was Allergikern das Atmen schwer macht. Aber wie unterscheiden sich Allergie, Erkältung und eine COVID-19-Erkrankung voneinander? ➡ Die Allergie zeichnet sich durch Schnupfen aus, der plötzlich einsetzt. Weitere Symptome wie Nasenjucken oder tränende Augen halten sich hartnäckig bis der Pollenstaub aus der Luft verschwunden ist.

    ➡ Die Erkältung beginnt langsam mit Unwohlsein und Halskratzen. Es folgt Schnupfen, nach etwa 5 Tagen kommt der Husten dazu. Außerdem treten Halsschmerzen, Frösteln/Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Insgesamt dauert sie 7-10 Tage.

    ➡ Bei einer COVID19-Erkrankung haben wir es mit Fieber und Gliederschmerzen sowie trockenem Husten und Atemnot zu tun. Es kann zum Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns kommen.

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    news-852 Mon, 08 Mar 2021 08:00:00 +0100 Mentoring für Nachwuchskräfte geht in die nächste Runde https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/mentoring-fuer-nachwuchskraefte-geht-in-die-naechste-runde.html Das Projekt ist eine Kooperationsinitiative des Kompetenzzentrums Wandel.Wohlfahrt.Digitalisierung (DRK) und der Personalentwicklung (BRK). Es pilotierte 2019/2020 im BRK und richtet sich vorwiegend an den weiblichen Führungsnachwuchs. Bald startet eine neue Runde über die bayerischen Landesgrenzen hinweg. Die Ausgangslage

    Das BRK verfolgt zwar ein Gleichstellungskonzept, aber eine zielgruppenspezifische Förderung von Frauen oder Nachwuchskräften gab es bislang außer den klassischen Führungskräftetrainings nicht. Eine Chance die Bettina Stuffer und Petra Dietz genutzt haben: sie riefen das digitale Mentoringprogramm ins Leben.

    „Ich hatte zu Beginn meiner Karriere auch einen Mentor und diese Erfahrung hat mich nachhaltig geprägt.“ (Mentor:in im Pilotprogramm)

    It’s a match!

    Dabei sollen junge Mitarbeitende (Mentees) mit erster Berufserfahrung und Führungsaspiration neue Fähigkeiten von erfahrenen Mentor:innen erwerben. Der Fokus liegt auf weiblichen Nachwuchskräften, das Programm war und ist aber offen für jeden. In Tandems wurden dann je 20 Mentor:innen und Mentees zusammengebracht – mithilfe eines Algorithmus. Dieser matchte diejenigen Teilnehmenden mit ähnlichen Interessen und beruflichen Perspektiven. Das Programm sollte aber keine Einbahnstraße sein: auch Mentor:innen können daraus viel mitnehmen, wie ein besseres Verständnis für den Nachwuchs oder die Reflexion des eigenen Führungsstils.

    „Absoluter Nutzen für beide möglich. Der Einblick in das Tätigkeitsfeld der anderen Person und deren Perspektive schaffen Verständnis für das Handeln der anderen Person.“ (Mentor:in im Pilotprogramm)

    „Eine super Gelegenheit zum Austausch mit einer erfahrenen Person im BRK. Ich habe einige Anreize und neue Ideen für meinen weiteren Berufsweg mitgenommen.“ (Mentee im Pilotprogramm)

    Schon vor Corona digital

    Eine weitere Besonderheit: alles fand digital statt. Zwar war beim Start des Pilotprogramms im Oktober 2019 die Pandemie noch nicht in Sichtweite, aber auch die Förderung digitaler Kompetenzen und die Nutzung einer digitalen Plattform in der Personalentwicklung standen im Fokus des Programms. Mittels E-Learning-Materialen und flexibler Zeiteinteilung absolvierten die Teilnehmenden 6 Kern- sowie 3 optionale Module. Hinzu kamen außerdem Mentoring-Sitzungen.

    Kernmodule:

    •        Erkennen von Stärken

    •        Aufbau von Verhandlungskompetenzen

    •        Weiterentwicklung von Kommunikationsfähigkeiten

    •        Auftreten in Meetings

    •        Identifizieren des eigenen Führungsstils

    •         Aufbau beruflicher Netzwerke

    Optionale Module:

    •        Präsentationen

    •        Persönliche Wirkung und Netzwerken

    •        Arbeiten in Teams

     „Ich hatte eine tolle Mentorin! Wir konnten auch über die vorgegebenen Themen hinaus Unterhaltungen aufbauen und ich konnte mehr über ihren Weg zum Erfolg erfahren.“ (Mentee im Pilotprogramm)

     Und nun?

    Die Evaluation ergab eine große Zufriedenheit bei den Teilnehmenden, deshalb geht das Programm in eine neue Runde – ab Ende März kann man sich anmelden! Für die Zukunft wird das Programm aktuell inhaltlich überarbeitet, der Rotkreuzbezug beim E-Learning soll noch stärker werden, um den Mehrwert für die eigene Arbeit noch zu vergrößern. Zukünftig soll es in den Regelbetrieb des BRK übernommen und als DRK-weites Programm auf weitere Landesverbände ausgeweitet werden. Die Teilnehmenden haben dann die Auswahl zwischen dem Matching innerhalb des eigenen Landesverbands oder darüber hinaus. So wird Wissenstransfer und Vernetzung über die Verbandsgrenzen möglich.  

    Interesse geweckt? Für mehr Informationen wendet euch an: mentoring(at)lgst.brk.de !

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    news-854 Mon, 08 Mar 2021 08:00:00 +0100 "Frauen müssen besonders mutig sein" https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/frauen-muessen-besonders-mutig-sein.html Einen schönen Weltfrauentag! Das BRK hat einiges zu bieten, wenn es um starke Frauen geht. Vier Gespräche über das Frausein im Beruf, über Doppelbelastungen, Selbstbewusstsein - und ein paar Geheimtipps an alle Kolleginnen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen.

     

     

    Brigitte Meyer, BRK-Vizepräsidentin:

    "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns"

    <img height="400" width="400" data-htmlarea-file-uid="9244" style="float: left; margin-right: 15px; " data-original-width="552" data-original-height="552" data-src-width="552" data-src-height="552" data-preview-src="https://de-cdn.eyo.net/eyo-live-de/image/upload/c_limit,w_552,h_552/v1614948242/vptFS9cMQNDFmFw56arvoddtpzBsrZEJfFK5wqzHj4t36LWeP2MAIPmjUDl3VVvAp8feqj9dj7KkwdNxOJvAWxJymWBsNTxzxlpx4JpCWL0sFcDTTr9v8qch8EozzTn6SfYOGw7bZCV5neWmWCWT4lZzAvioVqbdxarJCPo8GcSV7MmHj3Ztt6Au8sh2PIii/IMG_4986.jpeg" data-preview-width="552" data-preview-height="552" src="fileadmin/_processed_/f/5/csm_b6f1dfa7eb_82b429a164.jpg" class="optimized" tabindex="0" role="img" alt="Ein Bild" />

    Ich habe persönlich nie die Erfahrung gemacht, dass ich benachteiligt wurde, weil ich eine Frau bin. Meine Ziele habe ich erreicht, in dem ich wirklich wollte: Ich wollte ganz bewusst Bürgermeisterin werden, ich wollte später ganz bewusst in den Landtag gewählt werden und habe ganz massiv dafür gekämpft. Das Ehrenamt der Vizepräsidentin beim BRK habe ich am Ende meiner beruflichen Karriere dankbar angenommen und mache es auch immer noch sehr, sehr gerne.

    Ich habe immer wieder erlebt: Frauen mit Familie haben in der Regel mehr Belastungen als Männer. Deshalb müssen Frauen besonders mutig sein und ihre Position selbstbewusst einfordern. Oft scheitert es schon daran, dass sich Frauen nicht auf die Positionen bewerben, die sie gerne hätten. Weil sie denken, sie schaffen das nicht und können das nicht. Und Männer denken das nicht, die machen’s einfach.

    Was das Bayerische Rote Kreuz auszeichnet: In unserer Satzung steht, dass der Präsident oder ein Vize-Präsident eine Frau sein muss. Das findet man in vielen anderen Organisationen so nicht. Im Grunde bin ich gegen Quotenregelungen, wollte selbst nie eine Quotenfrau sein, ich wollte aufgrund meiner eigenen Fähigkeiten meine Ziele erreichen. Aber ich weiß, dass es in vielen Führungspositionen z.B. in der Wirtschaft nicht anders geht. Offensichtlich müssen da Quoten festgeschrieben werden, ansonsten ändert sich nichts. Die Ausgeglichenheit der Geschlechter in allen Bereichen halte ich für dringend notwendig. Bis Frauen überall dieselben Chancen haben wie Männer, haben wir aber noch einen weiten Weg vor uns.

    Brigitte Lischka, Kreisgeschäftsführerin BRK KV Nürnberg-Stadt:

    "Je bunter das Team, desto besser das Ergebnis"

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    Ich bin jetzt seit etwa 20 Jahren beim BRK und es hat sich bei mir irgendwann herauskristallisiert, dass ich Kreisgeschäftsführerin werden möchte, an der Spitze stehen und Verantwortung übernehmen möchte. Ich bin den Weg dann auch sehr zielstrebig gegangen, mit verschiedenen Führungs-Curiccula, einem berufsbegleitenden Studium. Das kostet Kraft und Energie, und man muss bereit sein, diese Energie auch einzubringen.

    An die jungen Kolleginnen: Definiert für euch persönlich erstrebenswerte Ziele – und lasst euch nicht frustrieren, wenn ein Weg etwas länger dauert als geplant. Ich bin Mama von zwei Töchtern, und man kommt trotz aller Familienfreundlichkeit immer in den Rollenkonflikt zwischen Mutter sein und Beruf. Man bekommt beides gut in Einklang, aber aus meiner Sicht muss man sich von dem Gedanken verabschieden, dass man alles zu 100% hinbekommt. Durch die gesellschaftspolitische Diskussion über Familienfreundlichkeit ist es mittlerweile völlige Normalität, dass Eltern auch mal Zuhause bleiben müssen, weil die Kinder krank sind. Das ist eine gute Entwicklung, und jeder muss seinen Teil dazu beitragen.

    Ich würde mir wünschen, dass viele Frauen sich dazu entscheiden, in Führungspositionen zu arbeiten. Und wenn sie sich dazu entscheiden, sich dafür auch bereit machen. Ich finde, es ist ein gutes Team, wenn man eine gute Mischung ist: Alle Charaktere, alle Eigenschaften, alle Geschlechter und Facetten, die wir im Leben haben. Und umso bunter ein Team ist, umso besser wird das Ergebnis sein.

    Gabriele Keymling, Leiterin Stabsstelle verbandliche Bildungsarbeit:

    "Man kann sich nur selbst emanzipieren"

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    Meine feste Überzeugung ist, dass Fachkompetenz eine zentrale Grundlage für Erfolg im Beruf ist. Frauen brauchen davon vielleicht noch etwas mehr, um sich durchzusetzen. In meiner Position habe ich mich meiner Meinung nach durch Fachkompetenz, Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und den Mut, auch unangenehme Dinge offen anzusprechen, behauptet.

    Und genau das müssen wir Frauen noch lernen: Uns fachkompetent zu präsentieren, uns mehr zuzutrauen, uns weniger selbst zu begrenzen und nicht immer nach einer Autorität zu suchen, die uns etwas erlaubt. Das tue ich nur selten. Das Wort „emanzipieren“ ist reflexiv - man kann sich nur selbst emanzipieren. Ich wollte schon als Kind in irgendwas einmal die erste Frau sein. Ich habe das zwar nie geschafft, aber da steckt eine Botschaft drin: Etwas Besonderes zu sein, heißt immer auch, „anders“ als andere zu sein. Das kann man positiv und negativ bewerten. Nach meiner Erfahrung tun sich viele Frauen schwer damit. Sie scheuen davor zurück, offen zu sagen „das und das sind meine Stärken“. Frauen sagen viel zu selten: Ich bin etwas Besonderes, und das ist gut so!

    Wir haben in unserer Arbeitswelt heute eine viel höhere Arbeitsdichte als früher. Und wenn ich mein Umfeld beobachte, hat die Frau meist immer noch die Verantwortung für den Haushalt. Das heißt, berufstätige Frauen haben die doppelte Belastung zu tragen, das benachteiligt sie in der Arbeitswelt. Und ich glaube, an dieser Dynamik hat sich noch nicht viel verändert.

    Elisabeth Seibl-Kinzlmaier, Kreisgeschäftsführerin BRK KV Ebersberg:

    "Ich wünsche mir, dass es noch viel mehr weibliche Kreisgeschäftsführerinnen werden"

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    Zur Frage was man braucht um seine beruflichen Ziele zu erreichen: Es ist wichtig, an sich selbst und seine Kompetenzen zu glauben und natürlich nie damit aufzuhören, sich weiterzuentwickeln. Uns Frauen fehlt oftmals das dafür notwendige Selbstbewusstsein und das Selbstverständnis, dass Frau es genauso gut kann.

    Ich bin der Ansicht, dass eine Frau -  vor allem in Bereichen, in denen primär Männer die Führungslandschaft prägen – sich den Respekt und die Anerkennung härter erkämpfen muss. Von Frauen wird oftmals erwartet, dass sie stets empathisch und einfühlsam reagieren und ist überrascht, wenn Frau auch mal „auf den Tisch klopft“ und sich laut Gehör verschafft.

    In unserem Kreisverband haben wir die besondere Situation, dass auch unsere Kreisvorsitzende eine Frau ist. Weibliche Kreisgeschäftsführerinnen sind in unserem Landesverband aber leider noch zu wenig vertreten und ich würde mir wünschen, dass es noch viel mehr werden.

    Wenn es uns wichtig ist, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen, sind wir alle dazu aufgefordert zu erkennen, wo die oftmals versteckten (Führungs)potentiale in Mitarbeiterinnen stecken um diese dann entsprechend zu fordern und fördern.

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    news-851 Fri, 05 Mar 2021 09:00:00 +0100 #blickinszentrum: "Ein kontrolliert zugelassener Impfstoff ist wahrscheinlich risikofreier als ein völlig unkontrollierbarer Virus" https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/blickinszentrum-ein-kontrolliert-zugelassener-impfstoff-ist-wahrscheinlich-risikofreier-als-ein-voellig-unkontrollierbarer-virus.html Felix Wallström leitet das Impfzentrum in Kitzingen. Im Interview spricht der Kreisgeschäftsführer über die Kunst, keinen Tropfen Impfstoff zu vergeuden, die Ängste der Bevölkerung und erzählt, wie seine Mannschaft gerade über sich hinauswächst. Bist du eigentlich schon geimpft?

    Nein, ich bin nicht geimpft. Das will ich auch klarstellen. Ich arbeite zwar ab und zu als Notfallsanitäter, aber ich will mich deshalb nicht ganz nach vorne stellen. Ich freue mich auf den Moment, wenn ich dran bin - aber da ich 25 und kerngesund bin sehe ich mich da weiter hinten.

    Wenn ich einen Impftermin bei euch hätte und zur Tür hereinkomme - wie läuft das eigentlich ab?

    Zunächst kommst du zur Security, die überprüft, ob du einen Termin hast. Dann wird mit einem Spezialgerät Fieber gemessen. Danach geht's weiter zu einem von vier Check-In-Schaltern. Dort wird überprüft, ob die Person impfberechtigt ist und der Anamnese-, Aufklärungs- und Impfbogen gedruckt. Du bekommst dann ein Ticket mit einer Nummer darauf, setzt sich in den Wartebereich und wartest, bis du über unseren Monitor informiert wirst, dass die nächste Impfkabine frei ist. In der Aufklärungskabine kannst du davor mit einem Arzt sprechen, der dir die Impfung nochmal erklärt. Die nächste und kürzeste Station ist die Impfkabine, das dauert ein paar Sekunden. Dann geht's weiter in den Wartebereich, dort sieht die Person dann wieder ihre Nummer und sieht einen Countdown und wie lange sie warten sollte, bevor sie nach Hause geht. Und wir haben einen Feedback-Automaten, dort können alle noch angeben, wie zufrieden sie waren.

    Und wie waren die Rückmeldungen bisher?

    Die Leute sind alle sehr glücklich, wenn sie ihre Impfung haben.

    Wie viele Menschen sind bei euch nicht impfberechtigt?

    Die Leute sind sehr ehrlich und wir hatten bisher wenige Einzelfälle, bei denen sich jemand zum Impftermin schmuggeln wollte oder sich einfach in einer anderen Gruppe gesehen hat. Ob das dann mutwillig war oder nicht, will ich auch nicht beurteilen.

    Und was macht ihr mit dem Impfstoff, der dann übrigbleibt?

    Die Impfstoffe in den Fläschchen reichen oftmals für mehr als die geplanten Impfungen. Biontech hat fünf bis sechs Impfdosen, wir bekommen meist sechs Impfdosen raus. Auch weil wir auf eigene Kosten spezielle 1-ml-Spritzen gekauft haben, die ein hochpräzises Aufziehen ermöglichen. Standardmäßig sind nur 2-ml-Spritzen dabei. Für den Fall, dass wir also am Abend noch Impfstoff übrig haben, haben wir eine große Springer-Gruppe definiert, die besteht aus berechtigten Personen - aus Ärzten, Rettungsdienstmitarbeitern, Pflegemitarbeitern. Bislang hat es immer gut funktioniert, diese Menschen spontan anzuschreiben, ob sie vorbeikommen können für die Impfung. Wir müssen natürlich diese Gruppe im Blick behalten, weil sie schön langsam auch schon schrumpft. Wir mussten bis heute noch keinen Tropfen Impfstoff wegwerfen.

    Wie geht's dir grundsätzlich mit der Aufgabe des Impfzentrums-Leiters?

    Soweit geht's uns gut. Wir sehen gerade Herausforderungen entgegen, weil wir die Kapazitäten im Impfzentrum erweitern sollen. Wir sind sehr froh, dass wir die Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis mit unseren mobilen Impfteams fertigimpfen konnten.

    Wie ist das Impfangebot in den Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen angekommen?

    Das kam sehr gut an, der Großteil der Bewohner hat sich impfen lassen. Es war eine sehr partnerschaftliches Zusammenarbeit mit den Heimbetreibern, die uns in der Vorbereitung der Impftermine unterstützt haben. Das hat auch dazu geführt, das vor Ort alles reibungslos ablief und wir eigentlich immer schneller waren, als es der Zeitplan vorgesehen hat. Unter den Umständen verbuche ich es als Erfolg, dass wir innerhalb von zwei Monaten in den Pflege- und Seniorenheimen mit den Erst- und Zweitimpfungen komplett durch sind.

    Welche waren die großen Herausforderungen der letzten Wochen?

    Die erste war die Software, die in der Beta-Version veröffentlicht wurde. Mit jedem Update mussten wir dann auch unsere Prozesse dementsprechend anpassen. Dann hat uns die Corona-Impfverordnung mit jeder Neuerung vor Herausforderungen gestellt, bis hin zu den sich ändernden Hygienevorschriften für das Impfzentrum. Die verschiedenen Impfstoffe, die jeweils verschieden gelagert werden müssen, verschieden verimpft werden und verschiedene Regularien mit sich bringen. Astra Zeneca ist beispielsweise für die unter 65-Jährigen zugelassen. Das sind die Dinge, die dynamisch waren und immer noch sind.

    Man muss also flexibel bleiben?

    Wir haben ja im Landkreis zwei Impfzentren, das heißt, wir müssen uns auch da immer wieder abstimmen. Der andere Impfbetreiber ist die Klinik vor Ort, das ist ein sehr partnerschaftliches Zusammenarbeiten, auch schon davor.

    Wie sieht ein Alltag eines Kreisgeschäftsführers und gleichzeitig Leiters des Impfzentrums aus?

    Wenn ich in der Früh reinkomme, beschäftige ich mich mit dem Thema impfen, und wenn ich am Abend rausgehe, ist das immer noch so. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf dem Impfzentrum, das hat sich aber in den letzten Wochen wieder etwas reduziert. Seit letzter Woche haben wir wieder mehr zu tun, weil wir die Impfkapazitäten verdoppeln wollen. Aber wir haben vor Ort ein super Team. Unsere Schichtleiter organisieren die täglichen Abläufe, zudem gibt es einen Verwaltungsleiter Impfen, der sich auch Vollzeit mit diesem Thema beschäftigt.

    Und was erlebst du so Tag für Tag in deinem Job?

    Es kommen hier immer wieder Briefe an, auch an mich persönlich adressiert, in denen die Leute darum bitten, priorisiert zu werden bei der Impfung. Aber wir halten uns natürlich sehr penibel an die Spielregeln und impfen nach der Corona-Impfverordnung, unabhängig davon, wie nett die Leute sind oder ob sie Fördermitglied sind.

    Die Mitarbeiter wachsen gerade über sich hinaus. Wir haben eine FSJlerin, die normalerweise in der Sozialarbeit tätig ist und mittlerweile Schichtleiterin im Impfzentrum ist, weil sie sich überdurchschnittlich gut in das Thema eingearbeitet hat. Einige haben die Chance genutzt, um sich in einem völlig neuen Licht zu präsentieren und Verantwortung zu übernehmen. Und da bin ich einfach stolz auf meine Leute.

    Begegnen dir auch Kritik und Ängste? Und wie gehst du damit um?

    Menschen, die der Impfung grundsätzlich sehr kritisch eingestellt sind, treffen wir im Impfzentrum natürlich eher nicht. Aber wir merken schon, dass sich die Menschen sehr genau mit den verschiedenen Impfstoffen beschäftigen. Es gibt wenige, die sagen: Hier, mein Arm - legt los! Sie stellen gezielte Nachfragen, zum Beispiel ob sie nicht warten sollen, bis sie irgendwann die freie Auswahl haben. Uns ist bisher aber mit unserem ärztlichen Leiter und stellvertretenden Chefarzt gemeinsam gelungen, da auch im Einzelfall die Leute zu überzeugen.

    Welche sind ihre Hauptargumente gegen solche Ängste?

    Viele sagen ja, sie wüssten nicht, wie die Langzeitfolgen der Impfung aussehen. Das beste Gegenargument ist: Wir wissen auch nicht, wie die Langzeitfolgen von Corona sein werden. Die Wissenschaft geht ja bereits davon aus, dass es diese Langzeitfolgen von Corona gibt, ein kontrolliert zugelassener Impfstoff ist da wahrscheinlich risikofreier als ein völlig unkontrollierbarer Virus. Und ein zweites Argument ist, dass die regelhafte Grippeimpfung vom Wirkungsgrad sogar meist schlechter ist als die Astra Zeneca Impfung, die ja "nur" um die 70 Prozent Schutz bietet. Das ist vielen Menschen nicht bewusst.

    Welchen Wunsch hättest du aktuell in Richtung Politik oder Gesellschaft?

    Ich wünsche mir, dass sich die Planbarkeit der Impfstofflieferung verbessert. Ich wünsche mir, dass sich die Software verbessert, da haben wir auch schon sehr viel Verbesserungsvorschläge bei dem Hersteller und bei Videokonferenzen mit der Regierung vorgebracht. Und ich wünsche mir von der Gesellschaft, dass sie sich sauber informiert, nicht auf Verschwörungstheorien hereinfällt und für die Impfung bereithält. Ich bin davon überzeugt, dass wir aus der Sache nur rauskommen, wenn ein Großteil der Bevölkerung das Angebot annimmt. Und da ist es manchmal einfach besser, die offenen Fragen mit dem Arzt des Vertrauens zu klären und nicht auf Facebook nach Antworten zu suchen.

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    news-850 Mon, 01 Mar 2021 08:07:00 +0100 #blickinszentrum: "In Tirschenreuth gibt es in Sachen Corona viel zu tun" https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/blickinszentrum-in-tirschenreuth-gibt-es-in-sachen-corona-viel-zu-tun.html Melissa Wagner ist 23 Jahre jung und Leiterin des Impfzentrums in Tirschenreuth. Im Hochinzidenzgebiet kämpft sie aktuell vor allem gegen Unsicherheit - und spricht mit uns über ihre neue Morgenroutine mit Rachenabstrich und das oft aggressive Verhalten von enttäuschten Menschen, die noch nicht an der Reihe sind. Interview mit Melissa Wagner

    Melissa, du bist für das Impfzentrum in Tirschenreuth zuständig. Wie geht's dir denn mit dieser Aufgabe?

    Es ist ein großes Geschenk und natürlich nicht selbstverständlich, in meinem Alter eine solche Leitungsposition zu haben. Aber das spricht ja auch für die Vielseitigkeit des BRK - man kann sich sehr gut weiterentwickeln. Wir sind natürlich an viele Gesetze und Regeln gebunden, aber ich habe ein tolles Team um mich und es macht einfach Spaß.

    Wie sieht eigentlich dein Alltag als Leiterin des Impfzentrums aus?

    Ich kümmere mich nicht nur um das Impfzentrum, sondern auch um zwei Testzentren mit zwei mobilen Testteams und drei mobile Impfteams. Wir sind in Tirschenreuth Hochinzidenzgebiet und da gibt es in Sachen Corona viel zu tun. Mein Arbeitsalltag: Ich stehe früh auf, dusche und mache erst einmal einen Schnelltest. Ich bin für alles verantwortlich und möchte jeden Tag einmal an jeder Station sein - einfach um präsent zu sein, wenn es Fragen oder Anregungen gibt. Wenn es der Terminkalender zulässt, arbeite ich auch ein paar Stunden in den Zentren mit, mache Abstriche, stelle mich als Impfhelfer zur Verfügung.

    Und wie zieht man ein solches Impfzentrum dann hoch?

    Man braucht Inventar, Stühle, Computer, Verbrauchsmaterial. Man muss sich über Lagerhaltungen Gedanken machen. Man braucht Personal. Dazu gehören die Stellenausschreibungen, die Bewerbungsgespräche. Es gab natürlich auch Vorgaben von der Regierung, an die man nicht gleich denken würde. Das waren zum Beispiel eine eindeutige Wegführung durch das Zentrum. Wir haben Trennwände aufgestellt und Türklinken entfernen lassen, damit die Menschen, die zu uns kommen, nicht durch die falschen Türen gehen.

    Und wer sind die Menschen, die schon zu euch zum Impfen gekommen sind?

    Wir befinden uns immer noch in der Prio-1-Gruppe, weil immer noch sehr wenig Impfstoff zur Verfügung steht. Im Moment sind das Klinikpersonal, Rettungsdienstpersonal, die Kollegen aus dem Test- und Impfzentrum. Wir haben einen Pool an Leuten aus dem Katastrophenschutz oder der Polizei aufgebaut, für den Fall, dass am Abend noch Impfstoff übrig bleibt. Wir wollen nichts wegwerfen, und diese Menschen sind im Einsatz schnell erreichbar.

    Wieso bleiben Impfdosen übrig?

    Die bleiben übrig, wenn Leute nicht zu ihrem Termin erscheinen oder sich unter falschen Angaben einen Termin erschlichen haben. Wenn jemand bei der Terminvergabe angegeben hat, dass er bereits 80 Jahre alt ist, aber in Wirklichkeit erst 78 ist, dann müssen wir den hier bei uns leider abweisen, weil wir an die strengen Vorgaben gebunden sind. Es gibt auch Fälle, in denen der Arzt aufgrund von Vorerkrankungen oder Allergien entscheidet, dass die Impfung für die Person nicht geeignet ist.

    Wieviele Menschen habt ihr bereits geimpft?

    Wir haben ungefähr 6.000 Leute bereits geimpft, Erst- und Zweitimpfungen zusammen. Das entspricht bei uns bei 72.000 Einwohnern knapp acht Prozent. Zusätzlich haben wir bereits die Erst- und Zweitimpfungen in den Pflegeheimen durchgeführt, und sind gerade dabei, eine dritte und vierte Runde in den Pflegeheimen zu ziehen. Manche Bewohner wollen jetzt doch noch geimpft werden, weil sie merken, dass es die Nachbarin gut vertragen hat.

    Und wieviele könnt ihr aktuell impfen?

    Grundsätzlich sind wir momentan darauf ausgerichtet, 300 Impfungen am Tag durchzuführen. Wir sind aber in einem ehemaligen Krankenhaus eingemietet, das heißt, Kapazitätserhöhungen sind bei uns überhaupt kein Problem, weil dann macht man die nächste Türe auf und nimmt sich noch ein paar Räume dazu.

    Welche Impfstoffe nutzt ihr gerade?

    Wir können bald alle drei zugelassenen Impfstoffe verimpfen. Momentan verwenden wir Comirnaty von Biontech/Pfizer, haben auch bereits eine Lieferung mit Astra Zeneca erhalten und Moderna in Aussicht gestellt bekommen.

    Wir haben schon über Impfstoffknappheit, logistische und organisatorische Hürden, Anforderungen der Regierung gesprochen. Welche sind die größten Herausforderungen, die du als Leiterin des Impfzentrums erlebst?

    Den Spagat zu schaffen zwischen den vielen vielen Menschen, die eine Impfung wollen und dem Impfstoff, den wir tatsächlich zur Verfügung haben. Uns liegt viel daran, die vielen Informationen für die Menschen greifbar zu machen und  veröffentlichen deshalb viel auf Facebook, im öffentlichen Fernsehen, im öffentlichen Radio, auf der Website des Landkreises. Uns wird leider sehr viel mit Aggression begegnet, weil die Leute Angst haben. Viele hoffen, dass sie mit aggressivem Verhalten schneller ans Ziel kommen. Deshalb werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch kommunikativ geschult, damit sie wissen, wie sie sich selber schützen können und damit das Gegenüber versteht, dass wir die Menschen impfen wollen, dafür sind wir ja auch da. Aber wir können es nicht in dem Maße tun, wie wir es gerne würden.

    Jetzt zu den schönen Momenten - was erlebst du aktuell in deiner Tätigkeit?

    Die Leute, die hier waren und unglaublich dankbar sind, bringen uns auch öfters etwas Selbstgebackenes, eine Tafel Schokolade, ein paar Blumen oder schreiben einfach eine nette Email. Wir drucken solche Nachrichten aus und hängen sie auf. Man braucht dieses Lob, man braucht etwas Positives in dem ganzen Stress. Ich arbeite in einem großartigen Team, sogar Familienmitglieder sind dabei, die gesagt haben: Okay, wir machen bei dir mit.

    Das heißt, das Thema Corona-Impfung dominiert auch am Frühstückstisch Zuhause?

    Ich hab's mir selber ausgesucht, ich wollte es unbedingt und genieße es, darüber zu reden. Aber manchmal muss man erkennen, wenn es zuviel wird - und dann redet man halt über etwas anderes, sucht sich einen Ausgleich, geht spazieren oder in die Badewanne.

    Kommst du überhaupt noch zum Schlafen aktuell?

    Ja, das muss! Im Dezember war's schlimmer. Während des Aufbaus des Impfzentrums haben wir alle sehr wenig geschlafen.

    Bist du selbst schon geimpft? Und wenn ja, wie war's?

    Ich selber bin geimpft, für mich hat sich auch die Frage nie gestellt. Ich gehöre durch meine Tätigkeit zur Prio-Gruppe 1 im Test- und Impfzentrum, und es ist ein großes Privileg für mich. Ich bin froh, dass ich den Schutz in Anspruch nehmen darf und ich hab es gut vertragen.

    Gehst du jetzt mit Impfschutz anders durch die Welt?

    Nein, ich befolge dieselben Schutzmaßnahmen wie davor: Abstand, Maske, Kontakt nur, wenn es sein muss und jeden Morgen ein Schnelltest, ein- bis zweimal die Woche ein PCR-Test. Das gehört dazu. Ich erlebe immer wieder, wie schnell es geht, dass Menschen positiv sind und wie überrascht sie oft sind. Die meisten merken es ja wirklich überhaupt nicht und können es weitertragen.

    Dann ist der Rachen schon mit Hornhaut versehen?

    So ungefähr, ja. Wir haben zum Glück Rachen-Schnelltests, da war unser Chef sehr gnädig.

    Die Wogen und Emotionen gehen bei dem Thema Impfen ja aktuell sehr hoch, die Debatte ist intensiv. Wie begegnest du Ängsten und Sorgen der Menschen?

    Die Menschen kennen uns aus der Zeitung. Wir werden beim Metzger oder im Supermarkt angesprochen. Dann stellen wir uns den Fragen, es gehört zu unserer Aufgabe als BRK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in diesem Bereich zu unterstützen.

    Wenn du dir etwas von der Gesellschaft, von der Regierung wünschen dürftest, was wäre das?

    Das gegenseitige Vertrauen, das Miteinander, die gegenseitige Rücksicht. Unser Ziel ist es, dass wir alle Menschen impfen, die geimpft werden wollen. Dafür sind wir da. Aber ich wünsche mir, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht bedroht oder angeschrien werden, wenn sie gerade keine Impfung für die jeweilige Person zur Verfügung stellen können. Und von der Regierung wünsche ich mir Zuverlässigkeit, Transparenz und Informationsfluss. Ich will, dass ich mich auf das, was mir heute Morgen gesagt wird, auch am Abend verlassen kann.

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    news-849 Sat, 27 Feb 2021 11:45:00 +0100 „Wenn der Alltag längst zurückgekehrt ist, wird uns das noch beschäftigen“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wenn-der-alltag-laengst-zurueckgekehrt-ist-wird-uns-das-noch-beschaeftigen.html Dr. Christiane Razeghi blickt mit Sorge in die Zukunft. Die Kinderärztin warnt vor der fehlenden Förderung der Kinder während der Pandemie, denn die Nachwehen werden uns noch viele Jahre verfolgen. Welche Veränderungen bemerken Sie aufgrund der Corona-Pandemie in Ihrer Praxis?

    Das Krankheitsspektrum in unserer Praxis hat sich mit Beginn des ersten Lockdowns deutlich verändert: Jetzt im Februar hätten wir eigentlich viele Infektions-krankheiten. Normalerweise sehen wir in der Infektzeit ca. 130 Patienten am Tag. Diese sind aber drastisch zurückgegangen. Ein Vorteil der Masken und der Kontaktbeschränkungen – man steckt sich auch nicht mit anderen Krankheiten an. Viele hatten am Anfang der Pandemie auch Angst sich mit Corona anzustecken und wollten nicht in eine Arztpraxis gehen. Aktuell kommen schon wieder Kinder, aber viel weniger als sonst um diese Jahreszeit und mit anderen, oft psychosomatischen Beschwerden.                                                        

    Was sind die Nachteile?

    Da die Kinder seltener in die Praxis kommen und auch die Kindergärten und Schulen geschlossen sind, fallen einige Kinder durchs Raster. Bei Kindern gibt es viele Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Entwicklungsthemen, die wir Kinderärzte aber auch Erzieher und Lehrer begleiten. Ein Austausch mit allen ist extrem wichtig, um das Kind bei Auffälligkeiten rechtzeitig und optimal zu fördern. Ein Beispiel sind Sprachentwicklungsstörungen, hier muss zeitnah mit einer Sprachtherapie begonnen werden. Dies fällt evtl. der Erzieherin im Kindergarten eher auf als bei den Vorsorgeuntersuchungen. Das kann aber auch eine Maserninfektion sein, weil die Impfung aus Angst vor Corona bisher nicht stattgefunden hat. Zudem waren die Eltern extrem verunsichert und hatten massiven Beratungsbedarf. Sie wussten z.B. nicht, wann das Kind nach der Erkältung wieder zur Schule darf oder wann ein Corona-Abstrich gemacht werden muss. Die offiziellen Vorgaben haben sich wöchentlich und sehr kurzfristig geändert.

    Die Sportvereine sind zu, Mittagsbetreuung mit warmen Mahlzeiten findet nicht statt - wie steht es um die körperliche Gesundheit der Kinder?

    Ich beobachte sowohl falsche als auch zu wenige Mahlzeiten. Viele Kinder kamen schon vor Corona ohne Frühstück zur Schule, nun fällt für einige noch dazu die einzige warme Mahlzeit am Tag in der Mittagsbetreuung aus. Bei der Bewegung gilt das gleiche, Sport und Bewegung ist im Moment für Kinder überhaupt nicht möglich. Die Kinder sitzen fast rund um die Uhr vor dem Computer, Fernseher oder anderen elektronischen Medien aufgrund von Distanzunterricht und den Kontaktbeschränkungen.

    Das Kindeswohl und die Folgen des Lockdowns – was machen diese Einschränkungen mit Familien und besonders mit den Kindern?

    In vielen Familien ist die Stimmung zunehmend gereizt, die Eltern kommen an Ihre Belastungsgrenze. Kinder aus sozial schwierigen Familien fallen komplett vom Radar, weil die äußere Kontrolle durch Kita oder Schule wegfällt. Das Jugendamt schickt zunehmend Kinder in die Notbetreuung der Schulen, um sie aus den Familien raus zu holen. Auch in den Kinderkliniken werden mehr Fälle von Missbrauch und körperlicher Gewalt gesehen. Wir beobachten auch zunehmend psychische Auffälligkeiten bei Kindern: 5.Klässler nässen in der Nacht wieder ein, Kinder, die abends beim Einschlafen vermehrt weinen, auch depressive Verstimmungen treten verstärkt auf – all das wird uns noch lange beschäftigen, auch wenn der Alltag längst wieder zurückgekehrt ist.

    Seit dem 22. Februar sind Kitas und Grundschulen geöffnet, die Abschlussklassen im Wechselunterricht. Wie sehen Sie die Lockerungen?

    Für die Kinder sind ein geregelter Alltag und auch der Kontakt zu Gleichaltrigen sehr wichtig, von daher finde ich das schon gut. Aber man muss auch weiterdenken: die Schüler waren lange im Home-Schooling und haben dadurch Defizite und Lücken - wie stellt sich die Politik vor, wie das aufgeholt werden soll?

    Wie könnte man das noch besser machen? Was muss sich ändern?

    Zurzeit wird nur auf die Inzidenz geschaut, aber auch andere Faktoren sollten betrachtet werden. Wer ist infiziert? Ist die Zahl wegen eines lokalen Ausbruchs hoch? Wie ist die Intensivauslastung? Anhand dieser Zusammenschau muss man dann Entscheidungen treffen, die – wie bei einem Medikament – Wirkungen und Nebenwirkungen hat. Die NoCovid-Strategie ist sicher sinnvoll zur Bekämpfung des Virus, aber sie hätte extreme Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Psyche. Die Frage ist auch, wie wir mit dem Virus auf lange Sicht umgehen, denn Coronaviren gibt es schon lange vor COVID-19. Impfen ist sicherlich die beste Lösung, aber es ist schade, dass es so schleppend läuft. Außerdem müsste man viel mehr testen: die Schnelltests in der Breite für die ganze Bevölkerung hätten wir eher gebraucht. Genauso wie die FFP2-Pflicht in Pflegeheimen, um die vulnerabelsten Gruppen zu schützen.

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    news-848 Fri, 26 Feb 2021 11:34:00 +0100 „Kinder zahlen in allen Lebensbereichen für die Pandemie“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/kinder-zahlen-in-allen-lebensbereichen-fuer-die-pandemie.html Christoph Treubel ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und bekommt seit der Pandemie doppelt so viele Anfragen. Warum Corona Depressionen bei Kindern fördert und wie er versucht zu helfen. Was macht Corona mit der Psyche von Kindern und Jugendlichen?

    Das muss man differenziert betrachten: je jünger die Kinder sind, desto schwieriger können sie damit umgehen. Selbst für uns Erwachsene ist vieles während der Corona-Pandemie unsicher. Der Unterschied ist, dass, je jünger die Kinder sind, sie sich noch weniger durch die Vorstellung von der „guten Zeit“ vor Corona von der aktuellen Situation ablenken können. Außerdem wissen wir mittlerweile, dass Kinder sich nicht adaptieren, also sich nicht an den Lockdown „gewöhnen“. Die COPSY-Studie[1] hat ermittelt, dass 80% der 7-17-jährigen die aktuelle Situation als sehr belastend empfinden.

    Mit welchen anderen Problemen haben sie im Gegensatz zu Erwachsenen zu kämpfen?

    In der Lebenswelt von bspw. 7-8-jährigen sind Schule, Sportvereine, Freunde und Hobbies vorherrschend. Die Entwicklungsaufgaben in diesem Alter zielen darauf ab, den Umgang mit Leistung zu lernen oder in Gruppen zurechtzukommen. Bis auf die Familie fällt durch den Lockdown alles weg, was ihr Leben ausmacht. Die Kinder zahlen in allen Lebensbereichen für die Pandemie. Auch die Eltern-Kind-Beziehung leidet, weil Zeit mit den Eltern sonst eigentlich Quality Time bedeutet. Jetzt sind sie Lehrer, Vater, Erzieher und arbeiten gleichzeitig von zuhause.

    In welchem Maße kannst du als Psychotherapeut helfen? Verzeichnest du mehr Therapiebedarf?

    Ich erhalte doppelt so viele Anfragen. Die psychologische Beratung an Schulen ist seit dem 2. Lockdown faktisch weg, aber wir Therapeuten sind seit Beginn der Pandemie da. Wir schaffen individuelle Therapiemöglichkeiten und geben im Rahmen der geltenden Regeln Empfehlungen, wie bspw. regelmäßig einen Freund zu treffen oder so weit wie möglich aktiv zu sein. Denn bei depressiven Kindern fördern wir sonst möglichst viele Aktivitäten, da müssen wir aktuell kreativ sein, damit das zumindest ansatzweise klappt. Für Kinder mit Ängsten gibt es aktuell wenig Entwicklungsmöglichkeiten, weil sie wenig Chancen haben, im Alltag zu üben, ihre Ängste zu überwinden. Ich versuche mit den Kindern z.B. Corona-Tagebücher zu führen, mit Inhalten wie „Was habe ich heute schönes erlebt?“ und „Was war schwierig und wie habe ich eine Lösung gefunden?“

    Welche Problematiken haben sich durch Corona noch verschärft?

    Der Lebensrhythmus hat sich verändert und Kinder, die vor Corona gefährdet waren, sind es jetzt noch mehr. Die Schule ist ein wichtiger Sozialisationsraum, dort wird nicht nur gelernt. Freundschaften, die erste große Liebe, der sinnvolle Umgang mit Druck und Leistung. Teilweise fehlt ein ganzes Schuljahr Sozialisationserfahrung. Die Frage ist auch, wann und wie die Folgen aufgearbeitet werden.

    Wie siehst du die neuen Beschlüsse? Was kann noch besser gemacht werden und wie sehen vor allem Langzeit-Strategien aus?

    Es darf keine Verschärfungen mehr geben, sonst brechen alle Dämme. Die 1-Freund-Regel ist für Familien mit 3 Kindern gar nicht umsetzbar. Und was mache ich, wenn mein Wunschfreund schon einen anderen Freund als einzigen Kontakt ausgewählt hat? Wichtig wäre ein regionales Containment, das nicht nur an Inzidenzen festgemacht wird, mit intelligenten Testkonzepten für Schulen und Kitas. Der Landkreis Ansbach z.B. ist fast so groß wie das Saarland. Wenn in einem Pflegeheim 100 Bewohner an Corona erkranken, ist die Inzidenz schnell oben, aber warum muss dann die Grundschule am anderen Ende des Landkreises schließen? Außerdem braucht es eine Langzeitstrategie, um die Folgen aufzufangen sowie Öffnungsstrategien für außerschulische Angebote, v.a. für Jugendarbeit und Sportvereine.

    Nehmen wir an, der Lockdown muss trotzdem noch bleiben? Welche Möglichkeiten haben wir, um die Situation von Kindern und Jugendlichen zu verbessern?

    Ich denke, wir müssen schauen, dass die Hilfssysteme, also z.B. Beratung durch Schulsozialarbeit oder Schulpsychologie, Beratung und Hilfe durch das Jugendamt, Psychotherapie usw. erreichbar bleiben und sich vernetzen. Dann könnten wir auch überlegen, dass wir in den pädagogischen Feldern einfache Maßnahmen einführen, die erreichen sollen, dass die psychische Gesundheit nicht weiter beeinträchtigt wird: Zum Beispiel könnte in den Schulen (auch über Online-Unterricht) informiert werden, dass es gerade normal ist, wenn man schneller gereizt ist oder keine Lust auf gar nix hat. Die Kids könnten auch angeleitet werden, z.B. auf positive Ereignisse zu achten, Tagebücher mit schönen Ereignissen zu führen oder Tipps erhalten, welche Aktivitäten sie „regelkonform“ zu den Infektionsschutzmaßnahmen durchführen können. Genauso könnte man die Eltern anleiten, wie sie ihre Kinder unterstützen. Ein aus meiner Sicht wirklich gutes Angebot ist die Homepage www.corona-und-du.info, die Eltern und Jugendlichen Tipps zur Selbsthilfe gibt. Für diejenigen, die damit alleine nicht klarkommen, sollten dann Schulsozialarbeiter:innen, Schulpsycholog:innen und natürlich auch Psychotherapeut:innen individuelle Einzelfallhilfe anbieten.

    [Anmerkung: Die Homepage corona-und-du.info ist ein Projekt der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München. Hier werden einfache, psychotherapeutisch wirksame Techniken und Verhaltensweisen vermittelt, die v.a. depressiven Entwicklungen vorbeugen.]

     

    Bringt die Pandemie auch Vorteile?

    Nein, ich kann keine Vorteile erkennen. An die Verbesserung der Bindung an die Familie glaube ich nicht, die Eltern sind eher überfordert, doppelt belastet und gestresst. Und umgekehrt: Je jünger die Kinder sind, desto schlimmer sind für sie Gedanken wie „Das hört nie auf“. Die Unvorhersehbarkeit und der Verlust des gewohnten Alltags sind am schwierigsten. Für die Ursache von Depressionen gibt es einige Theorien, z.B. dass man depressiv wird, wenn alle positiven Verstärker wegfallen, also alles, was dir wichtig ist. Oder die Theorie der „erlernten Hilflosigkeit“, nach dem Motto: „Wenn du oft genug auf die Schnauze fällst, denkst du, dass du immer wieder hinfällst und sowieso nichts ändern kannst.“ Beides wird für Kinder durch Corona noch verstärkt: Vieles wird weggenommen und gleichzeitig erleben sie: „Du kannst nichts dagegen tun.“ Mein Job als Psychotherapeut ist dann, dass wir gemeinsam schauen: „Was kannst du trotzdem tun? Welche Möglichkeiten hast du, um zumindest ein bisschen was Gewohntes zu erleben?“

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    [1] Die Studie untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

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    news-847 Thu, 25 Feb 2021 13:16:00 +0100 „Diese Kinder sind die nächste Gesellschaft“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/diese-kinder-sind-die-naechste-gesellschaft.html Hermine Brenauer ist Teamleitung der Kindestageseinrichtungen in der Landesgeschäftsstelle des BRK. Warum Angst auch in der Corona-Krise kein guter Ratgeber ist und was noch besser laufen könnte, haben wir sie im Interview gefragt. Wie wird Kindeswohl definiert?

    Genauso wie die Rechte der Kinder ist das in der UN-Konvention festgelegt: der körperliche, seelische und sexualisierte Schutz des Kindes ist zu achten.

    Wie wurde vor Corona darauf geachtet und was ist jetzt anders?

    Es handelt sich hier nicht um einen Meldeparagrafen, aber konkrete Gefährdungslagen müssen abgewendet werden. Dazu sind Mitteilungen an den ASD (allgemeiner sozialer Dienst) nötig. Manchmal ist das ein zweischneidiges Schwert, man kann schnell unverschuldet in so eine Situation geraten. Nur weil ein Kind blaue Flecke hat, macht das noch keine Gewalttat. Erzieher:innen sollten immer das große Ganze sehen, außerdem wird schrittweise vorgegangen. Erst der letzte Schritt ist die Meldung, davor kommt viel Dokumentation und Gespräche. Das Problem ist: man sieht die Kinder jetzt fast nicht! Und Kindeswohlgefährdung ist in allen Schichten vertreten und generell ein sensibles Thema. Meistens passieren Dinge nicht absichtlich, sondern aus Stresssituationen heraus.

    Was haben die Kita-Schließungen mit Kindern, Erziehern, Eltern gemacht?

    Das Stresslevel war noch höher als sonst: die älteren Kinder im Homeschooling, die jüngeren wollen beschäftigt werden und dann noch Home Office. Die Notbetreuung war besser als nichts, aber nicht optimal. Der Kontakt fehlt allen Beteiligten. Wir dürfen nicht vergessen: diese Kinder sind die nächste Gesellschaft, sie wachsen mit Corona auf. Wir stehen in der Verantwortung ihnen mitzugeben, wie man mit Krisen umgeht.

    Wie passen sich die BRK-Kitas an?

    Je nach Landkreis wird unterschieden und Anpassungen sind an die Inzidenzen gekoppelt. Auch vor Corona wurden und werden die pädagogischen Konzepte grundsätzlich 1x pro Jahr in stetiger Entwicklung angepasst und überarbeitet, meist zu Beginn des Kindergartenjahres, in den sog. „Konzepttagen“. In den Konzepten werden detailliert die pädagogische Arbeit und Schwerpunkte der Einrichtung dargestellt. Einen besonderen Stellenwert stellt die Sicherung des Kindeswohles dar. Das DRK hat hierzu Grundsätze zum Kinderschutz erarbeitet, die die Grundlage der BRK Kinderschutzkonzepte bilden, d. h. hier werden die Schritte der Vorgehensweise definiert und erläutert.

    Was sagst du zu den ersten Lockerungen nach dem Lockdown?

    Die schrittweise Öffnung nach Inzidenz finde ich grundsätzlich gut, dies setzt jedoch voraus, dass genügend Fachkräfte in den Einrichtungen sind und nicht erkrankt oder in Quarantäne.

    Was könnte man besser machen und wie sehen kreative, kluge und realitätsnahe Lösungen aus und vor allem Langzeit-Strategien?

    Mein Vorschlag ist, dem pädagogischen Personal schneller ein Impfangebot zu machen. Sie sind aktuell in Stufe 3, sollten aber in Stufe 2 vorrücken, zum Wohle der Kinder. Die Mitarbeitenden haben Angst sich bei den Kindern anzustecken, die keine Maske tragen müssen. Angst war aber schon immer ein schlechter Berater und außerdem sind die Erzieher:innen wichtige Bezugspersonen. Bis zum Impfen sollten flächendeckende Antigen-Schnelltests vorangetrieben und die Kosten vom Freistaat übernommen werden. Ideal fände ich die Selbsttests, die jeder Mitarbeiter in der Einrichtung selbst durchführen kann. Damit würden die außer Haus Testung entfallen und der Testaufwand minimiert. Zudem würde ein wirksamer Gesundheitsschutz der Mitarbeiter langfristig die Voraussetzung schaffen, dass die Mitarbeiter in den Einrichtungen einsatzfähig bleiben und somit zu höheren Betreuungsquoten und zu einer schnelleren Rückkehr zum Regelbetrieb ermöglichen. Außerdem könnte ein wirksamer Gesundheitsschutz durch Impfungen und Schnelltests den Mitarbeitenden die Angst nehmen das Virus von der Einrichtung nachhause bzw. in die Kita zu tragen. *

    Bringt die Pandemie auch Vorteile?

    Die Leistungen der Erzieher:innen für die Gesellschaft rückt immer mehr in das Rampenlicht und in das Bewusstsein der Bevölkerung. Es findet derzeit ein Perspektivwechsel statt, der sich nun auch in der besseren Finanzierung und der Verbesserung der Rahmenbedingungen der Kindertages-einrichtungen niederschlagen muss.

     

    * Die Mitglieder der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) wollen den Schwerpunkt für die Corona-Impfungen neu setzen und Erziehern sowie Beschäftigten an Grund- und Förderschulschulen eine rasche Immunisierung gegen das Virus ermöglichen. Erzieher sowie die Beschäftigten an Grund- und Förderschulschulen sollen in die Priorisierungsgruppe 2 anstatt 3 aufgenommen werden und ein Impfangebot erhalten, soweit der nötige Impfstoff in den Ländern vorhanden ist.

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    news-844 Wed, 24 Feb 2021 14:05:00 +0100 „Die Reserven sind am Ende“ https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/die-reserven-sind-am-ende.html Nach dem ersten Lockdown hat sich Lea Erhard, Erzieherin und Einrichtungsleitung mehrerer BRK Kitas, zur Kinderschutzfachkraft weitergebildet. Warum dieser Schritt nötig war und welche Dimension die Kindeswohlgefährdung angenommen hat. Wie ist die Auslastung in der Notbetreuung?

    Ungefähr 50% der Kinder haben Anspruch darauf und sind auch hier. Normalerweise betreuen wir 45 Kinder, jetzt eben nur die Hälfte.

    Wie wirkt sich die Corona-Pandemie, insbesondere die Lockdowns auf die Kinder aus?

    Nach dem ersten Lockdown, ab Juli 2020, als die Kinder zurück in die Kitas kamen, hatten wir krasse Fälle. Das ging bis zur Inobhutnahme. Die Eltern waren so überfordert zuhause, die Kita ist einer sozial schwachen Gegend, es wurden Kinder aus Familien herausgeholt. Ich kann mich an ein Mädchen erinnern, das mich angesehen und gesagt hat: „Papa hat mich beim Frühstück geschlagen.“ Das war eine ganz andere Dimension. Da habe ich mich zur Weiterbildung als Kinderschutzfachkraft entschieden, um schneller handeln zu können.

    Wie sieht die Situation jetzt aus?

    Ich hatte den Eindruck, dass es nach dem ersten Lockdown noch ein paar Reserven gab, die sind aber jetzt am Ende. Wir haben zwar viel mit den Eltern telefoniert, aber trotzdem würden viele nie äußern, dass sie überfordert sind – auch in der Mittel- oder Oberschicht. Da muss man die perfekte Familie abgeben. Der Medienkonsum ist stark angestiegen, weil sich die Eltern nicht anders zu helfen wissen.

    Wie versucht ihr in Kitas entgegenzusteuern?

    Wir versuchen den Kontakt zu halten mit Telefonaten, über die sozialen Medien, dort haben wir Lieder und Videos hochgeladen. Und ganz klassisch per Post: mit Rezepten, Mandalas, Bastelanleitungen und -unterlagen.

    Alltag in der Pandemie bedeutet für uns Abstand, Masken, Desinfektion – was bedeutet er für Kinder?

    Ich fand es erschreckend, wie schnell das Maske tragen der Erzieher:innen für die Kinder zur Normalität wurde. Die Freude als auch das Schimpfen über die Mimik wird dadurch eingeschränkt. Abstand ist bei uns nicht möglich, in den Arm nehmen ist so wichtig! Manche Konzepte waren einfach nicht tragbar. Das Problem ist, dass die sozialen Kontakte allgemein fehlen: Spielplätze sind teilweise gesperrt, die Vereine haben zu. Die Kinder sind gereizter, die festen Strukturen fehlen ihnen. Jede Veränderung wirkt sich bei ihnen aus.

    Wie findest du die neuen Beschlüsse?

    Die Öffnungen befürworte ich, denn alle leiden unter den Schließungen – Kinder und Eltern. Das Thema Kinderschutz muss in den Fokus gerückt werden. 

    Hast du weitere Vorschläge oder realitätsnahe Lösungen und Langzeitstrategien?

    Eine wichtige Schutzmaßnahme ist testen. Ich habe mich einweisen lassen und teste alle meine Mitarbeitenden, wenn sie das möchten, wöchentlich oder nach Bedarf. Mehr kann ich nicht machen. Das alles beruht auf Freiwilligkeit, aber das Personal will auch Sicherheit. Wir testen seit Dezember und das klappt gut. Das wichtigste ist für mich den Kindern so viel Normalität geben zu können wie nur möglich. Das gibt ihnen und auch den Eltern Sicherheit und Strukturen, die helfen den Alltag gut meistern zu können.

    Bringt die Pandemie auch Vorteile? Gibt es Entwicklungen, die ohne Corona nicht stattgefunden hätten?

    Bei dieser Frage habe ich lange überlegt. Der Zusammenhalt im Team ist gewachsen und die Wertschätzung von Seiten der Eltern ist gestiegen. Sie sind unfassbar dankbar. Es brauchte aber die Corona-Pandemie, damit sie zu der Erkenntnis kommen: „Ohne die Kita schaffen wir es nicht.“ Die Notbetreuung bedeutet auch kleinere Gruppen und bessere Förderung, aber dafür ist mehr Personal nötig.

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    news-846 Sun, 21 Feb 2021 09:52:16 +0100 Kindeswohl durch Lockdown-Folgen stark gefährdet https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/kindeswohl-durch-lockdown-folgen-stark-gefaehrdet.html Nach über einem Jahr Pandemie und vielen Wochen im Zeichen der Einschränkungen und Meidung sozialer Kontakte wird deutlich: "Gerade die Jüngsten unserer Gesellschaft leiden unter den Lockdown-Maßnahmen", so BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer. „Das Kindeswohl muss bei allen politischen Entscheidungen im Mittelpunkt stehen und die notwendige Beachtung finden. Schon jetzt sind die Schäden unermesslich. Nur weil diese Stimmen in keinen Expertengremien vertreten sind, darf nicht über sie hinweg entschieden werden. Kinder und Familien dürfen mit der Aufarbeitung nicht alleine gelassen werden, es braucht entsprechende Strategien und Unterstützung aus der Politik.“

    Lea Erhard, Erzieherin in der integrativen Kindertagesstätte Zirbelzwerge in Augsburg: „Ich kann mich an ein Mädchen erinnern, das mich nach dem ersten Lockdown angesehen und gesagt hat: ‚Papa hat mich beim Frühstück geschlagen‘, das war eine ganz andere Dimension. Ich hatte den Eindruck, dass es nach dem ersten Lockdown noch ein paar Reserven gab, die sind aber jetzt am Ende. Wir haben zwar viel mit den Eltern telefoniert, aber trotzdem würden viele nie äußern, dass sie überfordert sind – auch in der Mittel- oder Oberschicht. Da muss man die perfekte Familie abgeben.“

    Christoph Treubel, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und selbst ehrenamtlich im BRK engagiert: „Selbst für uns Erwachsene ist vieles während der Corona-Pandemie unsicher. Der Unterschied ist, dass, je jünger die Kinder sind, sie sich noch weniger durch die Vorstellung von der „guten Zeit vor Corona“ von der aktuellen Situation ablenken können. Außerdem wissen wir mittlerweile, dass Kinder sich nicht adaptieren, also sich nicht an den Lockdown „gewöhnen“. Die COPSY-Studie hat ermittelt, dass 80% der 7-17-jährigen die aktuelle Situation als sehr belastend empfinden. Bis auf die Familie fällt durch den Lockdown alles weg, was ihr Leben ausmacht. Die Kinder zahlen in allen Lebensbereichen für die Pandemie. Auch die Eltern-Kind-Beziehung leidet, weil Zeit mit den Eltern sonst eigentlich Quality Time bedeutet. Jetzt sind sie Lehrer, Elternteil, Erzieher und arbeiten gleichzeitig von zuhause.“

    Hermine Brenauer, Teamleiterin der Kindestageseinrichtungen im BRK: „Das Stresslevel ist noch höher als sonst: die älteren Kinder im Homeschooling, die jüngeren wollen beschäftigt werden und dann noch Home-Office. Wir dürfen nicht vergessen: diese Kinder sind die nächste Gesellschaft, sie wachsen mit Corona auf. Wir stehen in der Verantwortung ihnen mitzugeben, wie man mit Krisen umgeht.“

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    news-845 Thu, 18 Feb 2021 10:05:52 +0100 "Wir nehmen alles, was kommt und impfen, wie es sich gehört" https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wir-nehmen-alles-was-kommt-und-impfen-wie-es-sich-gehoert.html Unser neues Format #blickinszentrum nimmt euch mit in die Impfzentren Bayerns. Warum im Kreisverband Dachau ein neues Startup-Feeling ausgebrochen ist und in diesen Tagen fleißig Tee gebrüht wird, erfahrt ihr in unserer ersten Folge mit Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka. Paul, du bist für das Impfzentrum in Dachau zuständig. Wie geht's dir denn mit dieser Aufgabe?

    Wir sind seit sieben Wochen einsatzbereit und die Lerneffekte sind nach wie vor groß, jeden Tag kommt etwas Neues. Leider sind wir nicht komplett ausgelastet, weil aktuell der Impfstoff fehlt. Es wurden aber bereits größere Mengen angekündigt, worauf sich hier alle Kolleginnen und Kollegen wirklich freuen.

    Wieviele Kapazitäten hättet ihr und wieviel klappt aufgrund der Impfstoff-Knappheit wirklich?

    Wir könnten hier 1.200 - 1.500 Impfungen pro Woche mit mobilem Team und Impfzentrum verimpfen - in einem Zwei-Schicht-Betrieb. Wir könnten sogar in einen Drei-Schicht-Betrieb gehen, dann wären wir bei 1.900 Impfungen pro Woche. Diese Zahlen erreichen wir natürlich bei Weitem nicht. Aktuell sind wir etwa bei 500 pro Woche.

    Gibt es eine Prognose, wann es die volle Kapazität an Impfstoff geben wird?

    Diese prophetische Leistung bekommst du von mir nicht. Erst am Samstag hatten wir um 12 Uhr hier eine Videokonferenz und haben einen tollen Plan für die Woche gemacht. Genau 23 Stunden später hieß es, der eine von den drei Impfstoffen kommt jetzt doch nicht. Wir nehmen alles was kommt und impfen, wie es sich gehört.

    Welche Reaktionen bekommt ihr von den Menschen, die zu euch ins Impfzentrum kommen?

    Vor allem ältere Menschen sind unendlich dankbar, weil sie tatsächlich für sich wieder ein bisschen mehr Freiheit entdecken. Das sind sehr freudvolle Begegnungen der Dankbarkeit. Die Kolleginnen und Kollegen am Check-Out  können gar nicht glauben, mit wieviel Herzlichkeit sie überschüttet werden.

    Trotzdem fokussiert sich die Berichterstattung auf Themen wie: keinen Termin bekommen, überlastete Hotlines, der Impfstoff kommt nicht - und nicht auf  die 3.000 Leute, die bereits durch uns geimpft wurden. Und dabei sind genau das die Menschen, die diese Arbeit so herzerwärmend machen.

    Wie schaut eigentlich dein Arbeitsalltag, der Arbeitsalltag eines Impfzentrum-Leiters aus?

    Ich werde ganz stark gestützt von Organisationstalenten und engagierten Kolleginnen und Kollegen, ich kümmere mich um die Koordination. Ich sehe von meinem Bürofenster aus, wenn es einen Rückstau gibt. Dann kann ich nachschauen, woran das liegt und vielleicht den einen oder anderen Tipp geben.

    Und woran liegt's?

    Die älteren Herrschaften kommen gerne zu früh, im Extremfall kommt dann jemand um zehn nach acht, der eigentlich um neun einen Termin hätte. Das ist vor allem in der kalten Jahreszeit ungünstig. Jetzt wo es wieder sehr kalt wird, hat sich unsere Schnelleinsatzgruppe Betreuung bereit erklärt, an den sehr kalten Tagen Tee auszuschenken.

    Das heißt, ihr kümmert euch gut um die Menschen, die zu euch zum Impfen kommen?

    Das war meinem Team und mir ganz wichtig, dass die Menschen, die zu uns kommen, sich nicht nur über die Impfung freuen, sondern auch über den schönen Rahmen der Impfung. Das ist sozusagen "Impfen Plus" beim BRK: Ankommen, angelächelt werden, Tee, Informationen und vielleicht den einen Ansprechpartner mehr bekommen.

    Du hast ja bereits dein Team und die Organisationstalente darunter angesprochen. Wer sind die Menschen im und hinter dem Impfzentrum?

    Angefangen hat's ja mit einem Push-Aufbau-Team. Das waren fünf Kolleginnen und Kollegen vom BRK, die die Aufgabe spannend fanden. Weihnachten hin oder her, Plätzchenbacken fiel für uns alle aus in diesem Jahr.

    Durch eine geschickte Online-Kampagne konnten wir ganz viele Mitarbeitende neu für uns  gewinnen. Diese Menschen haben ganz verschiedene Hintergründe, arbeiten auf 450-Euro-Basis, in ihrer Elternzeit oder kommen aus dem Ehrenamt. Wir haben viele Ärztinnen und Ärzte die zum Beispiel aus dem Ruhestand kommen, Menschen die arbeitssuchend waren und jetzt bei uns einen temporären Anknüpfungspunkt haben. Da bin ich auch gerne bereit nach einer Perspektive im BRK nach der Zeit des Impfzentrums zu suchen.

    Ihr seid ja inzwischen sieben Wochen im Einsatz mit dem Impfzentrum. Wie war es denn, dieses Impfzentrum hochzuziehen?

    Hier entstand ein Startup-Feeling. Ruhephasen haben keine Rolle gespielt, wir haben uns wirklich bewusst ausklinken müssen, dass wir zumindest den 25. Dezember nicht in der Aufbauphase verbringen. Diesen Aufbau innerhalb von einer Woche hochzureißen und danach auf hohem Niveau an Verbesserungen zu arbeiten war schon sehr anstrengend und gleichzeitig sehr beflügelnd. Ich bin den Kolleginnen und Kollegen, die mich begleitet haben, sehr dankbar. Das war eine Herkulesaufgabe.

    Gibt es besondere Erlebnisse, die du gerne deiner Familie und deinen Freunden erzählst?

    Oh ja - am 27. Dezember gab es ja den europäischen Auftakt und ein tolles Erlebnis für das Rotkreuz-Herz: Als erster im Landkreis Dachau wurde der sehr geschätzte Horst Oschmann geimpft. Jetzt fragt man sich natürlich: Wer ist Horst Oschmann? Er ist ein 92-jähriger Mann, der mein Vor-Vor-Vor-Vorgänger war. Er hat sich sehr gefreut, dass er der Erste sein durfte, der geimpft wird - und zwar in einem Raum des Gebäudes, das er selber erbaut hat. Und die Rotkreuzler, die dabei waren haben sich alle mitgefreut. 

    Wenn du dir etwas von der Regierung, von der Gesellschaft, von der Welt wünschen dürftest, was wäre das?

    Ich wünsche mir, dass die Motivation der Menschen ausgeprägt genug ist, sich impfen zu lassen, damit wir im Sommer, im Spätherbst oder nächstes Jahr im Frühjahr als Gesellschaft wieder stärker zusammenwachsen können. Es gibt Leute, die möchte ich wieder umarmen, weil sie mir so viel bedeuten. Es gibt sehr viel Unsicherheit, das macht kein gutes Miteinander, das prägt uns als Zivilisation nicht. 

    Und mein ganz großes Szenario: Mit Leuten beim Dachauer Volksfest gescheid anfeiern zu können.

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    news-843 Tue, 16 Feb 2021 08:00:00 +0100 Ein Abschnitt geht zu Ende - von hohen Hürden und schönen Erfolgen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ein-abschnitt-geht-zu-ende-von-hohen-huerden-und-schoenen-erfolgen.html Nach über 20 Jahren in der internationalen Arbeit des BRK zieht sich Eva-Maria Stary aus diesem Bereich zurück, um sich künftig ausschließlich dem Suchdienst zu widmen. Zu diesem Anlass erhielt sie die Henry-Dunant-Medaille. Wir haben mit ihr in die Vergangenheit und die Gegenwart dieser beiden Bereiche geschaut. 20 Jahre im Suchdienst und dem Landesauskunftsbüro – welche Erlebnisse bleiben besonders im Gedächtnis?

    Die Suchdienstarbeit ist für mich eine sehr erfüllende Aufgabe zusammen mit einem tollen Team. Jedes Mal, wenn wir Menschen wieder miteinander in Kontakt bringen können, ist das für uns eine Freude und Bestätigung unserer Arbeit. Eines meiner persönlichen Highlights waren für mich die Besuche der iranischen Suchtdienstkolleginnen in 2016 und 2018. Der fachliche Austausch hat gezeigt, dass wir im weltumspannenden Netz des Roten Kreuzes alle nach den gleichen Grundsätzen arbeiten und der Suchdienst nur im Netzwerk erfolgreich ist.

    Was sind Beispiele aus der internationalen Arbeit des BRK?

    Alle Aktionen und Projekte mit Rotkreuz-Partnergesellschaften im Ausland müssen vorher mit dem DRK Generalsekretariat (GS) abgestimmt werden. So haben z.B. in Marokko und Albanien bayerische Wasserwachtler im Auftrag des GS Wasserrettungsstrukturen aufgebaut. Sie unterrichteten dort angehende Wasserretter, die dann als Multiplikatoren ihr Wissen weitergeben. Einige Kreisverbände unterhalten zum Teil jahrzehntelange Partnerschaften mit ausländischen RK-Gesellschaften und unterstützen sie mit Hilfsgütern, Ausstattung und Know-How. Da sind richtige Freundschaften entstanden.

    Wie sah die Zusammenarbeit mit Generalsekretariat des DRK aus?

    Das Generalsekretariat (GS) in Berlin koordiniert die Auslandshilfe des DRK. Wo ist aktuell Bedarf, wo gibt es Schwerpunkte? Die Kreisverbände kamen auf mich zu, wenn sie Hilfstransporte durchführen möchten. Dazu brauchen sie die Zustimmung des Bundesverbands. Auch bei längerfristigen Projekten gibt es mit dem GS viel abzustimmen und zu klären, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

    Was hat sich über die Zeit im Suchdienst verändert?

    Im Kern ist die Arbeit gleichgeblieben: Wir helfen Menschen, die durch bewaffnete Konflikte, Flucht oder Migration voneinander getrennt wurden dabei ihre Angehörigen zu finden, sie miteinander in Kontakt zu bringen und zu vereinen. Früher lag der Fokus auf den Folgen des 2. Weltkrieges. Aufgrund der Flüchtlingsbewegung liegt unser Schwerpunkt heute im Bereich Internationale Suche und Familienzusammenführung von und zu Geflüchteten. Auch die Technik hat sich verändert. Während nach dem 2. Weltkrieg mit Vermisstenbildlisten nach Soldaten gesucht werden konnte, ist heute die Suche über die RK-Online-Plattform „Trace the Face“ möglich, die weltweit verfügbar ist. Dort sind die Fotos von suchenden Personen hinterlegt. Der Datenschutz ist dabei sehr wichtig.

    Wie können wir uns so eine Suchanfrage vorstellen?

    Gemeinsam mit einer Suchdienstberater:in wird ein Suchantrag ausgefüllt. Dieser wird den Suchdiensten in den Ländern übermittelt, wo die vermisste Person vermutet wird; wenn die Region von bewaffneten Konflikten betroffen ist, geht der Suchantrag an das IKRK in Genf und von dort an die zuständige IKRK-Delegation. Vor Ort nehmen die Kollegen die Suche auf. Wichtig ist, dass die gefundene Person erst gefragt wird, ob sie tatsächlich Kontakt haben will. Das klingt umständlich, dient aber dem Schutz des Gefundenen, der möglicherweise keinen Kontakt wünscht.

    Wie findet man Menschen 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs?

    Der DRK Suchdienst hat eine digitalisierte Namenskartei von 20 Millionen Menschen, die in Deutschland nach dem Krieg vermisst werden. In den 1990er Jahren erhielt der Suchdienst aus den Archiven der ehemaligen UdSSR viele neue Informationen. Aus diesen Quellen können wir Auskünfte erteilen, wenn bspw. Angehörige mehr über Ihre Vorfahren erfahren möchten.

    Welche Probleme gibt es bei den Beratungen zur Familienzusammenführung?

    Viele Menschen, die vor Kriegen geflohen und getrennt worden sind, möchten ihre Familie zu sich holen. Wir beraten sie zu den rechtlichen Möglichkeiten der Familienzusammenführung nach dem Aufenthaltsgesetz und zu den praktischen Fragen eines Nachzuges. Wir helfen beim Ausfüllen von Visumanträgen und unterstützen beim Kontakt mit Auslandsvertretungen und den Ausländerbehörden. Dabei gibt es viele Vorgaben zu beachten, und die Hürden sind sehr hoch. Bis die Familie tatsächlich einreisen kann vergehen manchmal mehrere Jahre, und die weltweite Pandemie hat die Probleme noch verstärkt. Doch wir haben auch schöne Erfolge. Ich weiß von einer Mutter, die schon in Deutschland ist, und jetzt endlich ihre Kinder (6 und 7 Jahre) nachholen kann.

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    news-842 Mon, 15 Feb 2021 10:47:05 +0100 Eisflächen nicht betreten, es besteht Lebensgefahr! https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/eisflaechen-nicht-betreten-es-besteht-lebensgefahr.html Durch den Dauerfrost der vergangenen Wochen haben viele Seen in Bayern eine Eisschicht gebildet, die vielerorts nicht tragfähig ist. Die Eisdecke ist zu dünn und es besteht Einbruch- und damit Lebensgefahr. Die vorhergesagten wärmeren Temperaturen lassen das Eis tauen, was für Laien auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen verliert ein ins Eis eingebrochener Mensch innerhalb kürzester Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken. Die Wasserwacht-Bayern warnt daher eindringlich vor dem Betreten von nicht tragenden Eisflächen!

     „Nicht-tragfähige Eisflächen bedeuten akute Lebensgefahr! Bei einem Ertrinkungsnotfall setzt man zuerst über die 112 einen Notruf ab. Ohne Rettungsausbildung sollte man nur vom Ufer aus helfen und andere auf die Notsituation aufmerksam machen. Denn wer nicht als Retter ausgebildet ist, sollte nicht einfach ins Wasser gehen“, warnt Thomas Huber, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern. „Die Ehrenamtlichen der Wasserwacht-Bayern sind rund um die Uhr für Notfälle auf dem Wasser und die Eisrettung einsatzbereit“, versichert Huber.

     Eisflächen nicht betreten! Im Notfall Notruf 112 wählen!

     Die Wasserwacht-Bayern rät dringend folgende Regeln für den Ernstfall zu beachten:

    • Laut um Hilfe rufen.
    • In jedem Fall vermeiden, dass man unter das Eis gerät.
    • So wenig wie möglich bewegen, um möglichst wenig Körpertemperatur zu verlieren.
    • Sofort Hilfe holen über den Notruf 112.
    • Die eingebrochene Person beruhigen.
    • Nur mit Hilfe von Hilfsmitteln wie Rettungsring, Leitern (teilweise an Seen am Uferbereich vorhanden), Ästen, Abschleppseil oder ähnliche Gegenstände, die zur Verfügung stehen, die eingebrochene Person absichern.
    • Nur ans eisige Wasser gehen, wenn sie selbst über eine dritte Person mit einem Seil gesichert sind.
    • Den Verunfallten an Land bringen, in der stabilen Seitenlage lagern und vor Kälte schützen, bis der herbeigerufene Rettungsdienst eintrifft.

     

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    news-841 Mon, 15 Feb 2021 08:00:00 +0100 Startschuss für die TETRA-Pager https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/startschuss-fuer-die-tetra-pager.html Vor kurzem wurden die ersten 280 TETRA-Funkmeldeempfänger im Nürnberger Land in Betrieb genommen. Damit hat der Abschluss der Migration zum digitalen Funk begonnen. Die Geräte werden vom Freistaat gefördert und ersetzen die analogen Funk-Piepser.

    Das TETRA-Netz ist bundesweit verfügbar, es funken außerdem auch Polizei und Feuerwehr innerhalb dieses Netzes. Anstatt Sprachansagen übermitteln die TETRA-Pager Textnachrichten, die auch nach Übermittlung noch gelesen werden können. In Zukunft soll außerdem eine Rückmeldefunktion möglich sein.

    Innerhalb der nächsten 5 Jahre wird weiterausgerollt, pro Jahr sollen ca. 5.000 Geräte in Betrieb gehen. Im ersten Halbjahr 2021 ist geplant die Leitstellen-Bereiche Nürnberg, Donau-Iller, Oberland und Bayreuth-Kulmbach umzustellen.

    Das Team der TTB (Technisch-Taktische-Betriebsstelle) der Landesgeschäftsstelle des BRK ist dabei für die Programmierung und Inbetriebnahme der Geräte zuständig. Insgesamt betreuen die Kollegen 25.000 Endgeräte – ohne diese erfolgt keine Alarmierung und ohne Piepser kommt keine Hilfe! Außerdem kümmern sie sich um Software-Updates und die technische Beratung für den Einkauf.

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    news-840 Fri, 12 Feb 2021 06:00:00 +0100 Präsident Zellner und Minister Holetschek geben Startschuss für Impfkampagne https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/praesident-zellner-und-minister-holetschek-geben-startschuss-fuer-impfkampagne.html Im Kampf gegen die Corona-Pandemie entpuppt sich die einzige Langzeitstrategie, die Corona-Schutzimpfung, als Enttäuschung für viele Menschen. Gemeinsam mit Staatsminister Holetschek hat BRK-Präsident Zellner eine Kampagne zur Stärkung der Impfbereitschaft in der Pflege initiiert. Hoffnungsfrohe Menschen warten wochen- und monatelang auf einen möglichen Impftermin und bereits vereinbarte Impftermine werden mangels Impfstoff abgesagt. Ein Umstand, der aus Sicht des BRK-Präsidenten Theo Zellner für berechtigte Enttäuschung sorgt. Es sind große Lücken entstanden, kritisiert Zellner. Jetzt gilt es allerdings, nach vorne zu schauen, Vorbehalte abzulegen und Vertrauen zu schaffen. 

    Nun müssen Weichen für die Zeit gesetzt werden, in der größere Mengen Impfstoff zur Verfügung stehen: Um die Impfbereitschaft vor allem in den besonders sensiblen Bereichen der Pflege zu steigern, hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, auf Initiative des Bayerischen Roten Kreuzes, eine Kampagne gestartet.

    Gesundheitsminister Klaus Holetschek: „Das Motto der Kampagne lautet: ‚Ich krempel die #ärmelhoch.‘ Ich freue mich, dass sich 40 Verbände und mehr als 100 schon geimpfte Pflegekräfte gemeldet haben, um bei der Kampagne mitzumachen. Wir brauchen solche Vorbilder, um möglichst vielen Menschen in den Pflegeberufen Vertrauen in die Impfung zu geben. Mein herzlicher Dank gilt allen, die unsere Kampagne unterstützen.“

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    news-839 Wed, 10 Feb 2021 08:22:45 +0100 Notruf 112 rettet Leben https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/notruf-112-rettet-leben.html Zum Europäischen Tag des Notrufs am 11.2. erinnert das Bayerische Rote Kreuz an die Wichtigkeit einen korrekten Notruf abzusetzen. Der Notruf 112 ist die europaweit einheitliche Rufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr. „Wer diese Nummer kennt, kann im Ernstfall zur Lebensrettung beitragen und Schäden für Leib und Leben abwenden. Jeder von uns steht in der Verantwortung, im Ernstfall Hilfe zu leisten. Hilfe beginnt mit dem Notruf!“, so BRK-Präsident Theo Zellner.

    Beim Absetzen des Notrufs ist der Einsatzort die zunächst wichtigste Information. Machen Sie möglichst genaue Angaben über den Einsatzort: Ort, Straße, Hausnummer, Fabrikgebäude, Zufahrtswege, Stockwerk, usw. Gerade wenn der Anrufer nicht selbst vor Ort ist, muss die Einsatzstelle möglichst genau beschrieben werden. Bei Smartphones wird der Standort des Anrufers oftmals automatisch übertragen. Dennoch sollte ein kurzer Abgleich mit der Leitstelle erfolgen. Denn   bei Verbindungsproblemen/-störungen ist die Leitstelle mit dieser Information in der Lage, auf diesen Notfall zu reagieren und Hilfe zu mobilisieren. 

    Alle weiteren relevanten Informationen werden vom geschulten Personal der Integrierten Leitstelle gezielt abgefragt. Bitte legen Sie daher erst dann auf, wenn dort alle wichtigen Informationen vorliegen und das Gespräch seitens der Leitstelle beendet wurde. 

    Neben dem Notruf erinnert das BRK auch an die Wichtigkeit der Ersten Hilfe: „Die gesetzliche Pflicht zur Ersten Hilfe besteht auch trotz des Risikos einer Ansteckung, jedoch gibt es in der aktuellen Situation einige Besonderheiten“, sagt DRK-Bundesarzt Dr. Peter Sefrin und gibt hilfreiche Tipps zur Ersten Hilfe in Zeiten der Corona-Pandemie: www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/erste-hilfe-in-zeiten-von-corona/

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    news-835 Wed, 10 Feb 2021 08:00:00 +0100 Die Leitstelle war Gold wert https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/die-leitstelle-war-gold-wert.html Im Mai 2019 erleidet Petra G. einen Herz-Kreislaufstillstand, ihr Ehemann verständigt sofort den Rettungsdienst unter der 112. Doch bis die Einsatzkräfte eintreffen, dauert es selbstverständlich ein wenig und so leitet der Disponent der Leitstelle Herrn G. telefonisch an seine Frau wiederzubeleben. Seit 2010 gibt es die Empfehlung für Leitstellendisponenten bei Verdacht auf Vorliegen eines Herz-Kreislauf-Stillstands telefonisch zur Wiederbelebung anzuleiten. Unter anderem dank der erfolgreichen Telefonreanimation (T-CPR) geht es Petra G. heute wieder gut. Wir haben mit den Eheleuten über dieses Erlebnis gesprochen. 

    Frau G., wie geht es Ihnen heute?

    Frau G.: Mir geht es wieder gut. Ich habe glücklicherweise keine Schäden davongetragen. Durch die Reanimation wurde zwar meine linke Herzkammer in Mitleidenschaft gezogen, das hat sich aber relativ schnell wieder gegeben. Seit Dezember 2019 ist meine Herzleistung wieder auf Normalniveau und ich habe keine Einschränkungen mehr.

    Es ist also alles wieder wie vor dem Herz-Kreislauf-Stillstand?

    Frau G.: Im Hinterkopf habe ich es schon noch, manche Dinge gehe ich nun doch vorsichtiger oder langsamer an. Ich kann zwar Sport treiben und im Urlaub waren wir Wandern in den Bergen, aber man passt besser auf. Die Ursache wurde nie gefunden, aber organisch ist alles in Ordnung. Darüber bin ich wirklich froh. Ich bin dreifache Mutter, die Kinder gehen alle zur Schule und brauchen ihre Mama. Ich bin dankbar, dass alles so gut gelaufen ist und ich mein Leben weiter normal fortführen kann.

    Haben Sie Erinnerungen an diesen Tag im Mai 2019?

    Frau G.: Ich weiß, dass es in der Nacht bzw. den Morgenstunden passiert ist, als ich geschlafen habe, aber mein Kurzzeitgedächtnis ist weg. Den Nachmittag davor habe ich auch nur grob in Erinnerung. Ich vermute allerdings, dass ich schon einen Todeskampf im Schlaf bzw. währenddessen im Unterbewusstsein durchlebt habe. Ich habe nämlich einen meiner Ohrringe verloren, der dann später im Bett gefunden wurde. Auch an die ersten Tage im Krankenhaus erinnere ich mich nicht. Natürlich habe ich viele Medikamente und Beruhigungsmittel bekommen, das spielt mit rein. Gezielte Erinnerungen habe ich dann erst an die Zeit auf der Normalstation, an die Intensivstation erinnere ich mich fast nicht, wenn dann nur an kleine Fetzen. Ich wurde währenddessen für einen Tag ins künstliche Koma versetzt, aber auch daran erinnere ich mich nicht.

    Herr G., Sie haben den Tag bzw. die Nacht sicher noch lebhaft in Erinnerung. Wie haben Sie die Situation empfunden?

    Herr G.: Es war 5 Uhr in der Früh und ich bin von dem Röcheln meiner Frau aufgewacht. Auf meine Frage wie es ihr geht oder ob alles in Ordnung ist kam keine Antwort. Da hab gleich gemerkt, etwas stimmt nicht.

    Wussten Sie dann sofort was zu tun ist?

    Herr G.: Ich bin selbst in der Feuerwehr und mache regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse, von daher konnte ich die Situation schon einschätzen. Ich habe meine Frau geschüttelt und als dann immer noch keine Reaktion kam, habe ich sofort das Telefon geholt und den Notruf 112 angerufen.

    Der Disponent hat Ihnen dann Hilfestellung gegeben, wie lief das genau ab?

    Herr G.: Ich sollte gleich den Puls fühlen, ich hatte aber schon immer Schwierigkeiten damit ihn zu finden. Das hat dann durch die Anweisung des Disponenten geklappt, anschließend habe ich die Atmung kontrolliert. Ich war natürlich auch sehr aufgeregt. Nachdem weder Puls noch Atmung vorhanden waren, wurde ich zur Reanimation angeleitet. Ich habe direkt mit dem Telefon am Ohr mit der Herzdruckmassage begonnen. Der Herr am Telefon hat mir den Takt vorgegeben, damit ich nicht zu schnell oder zu langsam drücke. Dann habe ich irgendwann auch selbst mitgezählt. Der Disponent blieb die ganze Zeit am Telefon und hat mich auf dem Laufenden gehalten, wann der Rettungsdienst kommt, wie weit er noch weg ist, wie viele Minuten es noch dauert. Das alles hat mir ein gutes und sicheres Gefühl gegeben. Zu wissen, dass man nicht allein ist und jemand professionelle Anweisungen gibt.

    Hatten Sie Angst? Kommt man in so einer Situation überhaupt zu solchen Gefühlen?

    Herr G.: Angst hatte ich keine. Die kam tatsächlich erst nach einem halben Tag. Die Anspannung fiel dann ab und ich habe mich schon gefragt: Habe ich alles richtig gemacht?

    Wie hat Ihnen der Disponent die Aufregung genommen?

    Herr G.: Vor allem durch die Ruhe, die er ausgestrahlt hat. Er hat der Situation die Hektik genommen. Dass er den Takt vorgegeben hat, war sehr hilfreich. Man kennt zwar viele Lieder und Eselsbrücken wie man nicht zu schnell oder zu langsam drückt, aber da denkt man in dem Moment nicht dran. Es ist gut jemanden am Telefon zu haben, der genau weiß, was zu tun ist.

    Einen Menschen wiederzubeleben und kräftig in den Brustkorb zu drücken kostet viel Überwindung, oder? Dachten Sie, Sie können auch etwas falsch machen?

    Herr G.: Ich habe zwar schon einige Erste-Hilfe-Kurse gemacht und habe gute Grundkenntnisse, aber in dem Moment war alles wie weggeblasen. Die Leitstelle war einfach Gold wert! Bei Fremden fällt es einem vielleicht auch noch mal leichter, man kann sich besser distanzieren und hilft einfach, aber bei der eigenen Ehefrau ist das etwas anderes.

    Hätten Sie auch ohne den Disponenten so gehandelt?

    Herr G.: Ich denke schon, dass ich ähnlich vorgegangen wäre, aber ob es dann genauso richtig gewesen und korrekt abgelaufen wäre? Das weiß ich nicht. Allein das Prüfen des Pulses wäre schwierig geworden. Man hört immer wieder, dass man nichts falsch machen kann, aber man hinterfragt das in der Situation schon. Dabei ist nichts machen am schlimmsten. So eine Situation braucht kein Mensch, das wünsche ich niemandem.

    Nicht nur für Sie beide war es eine herausfordernde Erfahrung, Ihre Kinder waren auch zuhause. Wurden sie auch betreut? Wie sind sie mit der Situation umgegangen?

    Ehepaar G.: Die beiden Älteren haben am Anfang nichts bekommen und weitergeschlafen, aber der Jüngste war gleich wach. Er ist aber zum Glück in seinem Zimmer geblieben. Vom Disponenten wurde ich auch gleich gefragt, ob jemand zur Betreuung der Kinder kommen soll. Das Kriseninterventionsteam (KIT) kam dann dazu und nachdem meine Frau dann im RTW war, haben wir uns alle gemeinsam hingesetzt und darüber gesprochen. Aber nicht nur über die Situation, sondern über alles Mögliche. Die Dame vom KIT hat ebenfalls viel Ruhe ausgestrahlt und uns alle von dem Ereignis abgelenkt. Für die Kinder war es komisch die Mama so schwach zu sehen, aber sie sind sehr vernünftig und haben in der Situation alles verstanden. Da sind sie schon sehr weit für ihr Alter. Später hat dann der Opa auf die drei aufgepasst und ich konnte ins Krankenhaus nachfahren.

    Was möchten Sie den Menschen noch mitteilen?

    Ehepaar G.: Im Grunde genommen können wir uns nur bei allen bedanken. Zum Glück ist alles gut gegangen und es sind keine bleibenden Schäden entstanden. Das schnelle Eingreifen der verschiedenen Positionen – Rettungsdienst, Notarzt, Disponent, KIT – hat zu einem guten Ausgang geführt. Und die Schnelligkeit war entscheidend! Nur dadurch wurden bleibende Schäden verhindert, hat man uns später gesagt. Es ist so wichtig, dass den Menschen die Angst vor der Reanimation genommen wird. Man muss diesen Scheuklappt vorbeugen, nichts zu tun ist absolut verkehrt. Dann zu wissen, dass einen jemand am Telefon begleitet und mit Anweisungen hilft, gibt einem die nötige Unterstützung in so einer schwierigen Situation.

     

    Vielen Dank für das Gespräch, Herr und Frau G.! Danke, dass Sie uns Ihre Geschichte zu diesem sehr persönlichen Erlebnis erzählt haben. Wir freuen uns, dass das gute Zusammenwirken aller Beteiligten zu einem positiven Ergebnis geführt hat. Abschließend bleibt festzuhalten, wie wichtig es ist zu helfen. Sei es den Notruf zu verständigen, durch eine Reanimation oder weitere Erste-Hilfe-Kenntnisse anzuwenden und diese auch immer wieder aufzufrischen. Denn nur wer sich sicher fühlt, kann auch helfen.

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    news-836 Wed, 10 Feb 2021 08:00:00 +0100 Wir bleiben so lange in der Leitung bis Hilfe kommt https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/wir-bleiben-so-lange-in-der-leitung-bis-hilfe-kommt.html Im Interview mit dem Ehepaar G. haben wir die Perspektive der Betroffenen im Notfall gezeigt. Am anderen Ende der Leitung war der Disponent der Integrierten Leitstelle, der Herrn G. Anweisungen zur richtigen Hilfe gab. Mit ihm haben wir über seine Sichtweise auf den Vorfall, seine tägliche Arbeit und die Unterscheidung zwischen der 112 und der 116117 gesprochen. Erinnern Sie sich noch an den Fall des Ehepaar G.? Oder kommt eine derartige Geschichte häufiger vor?

    Ja, ich erinnere mich gut, auch wenn der Fall schon etwas länger her ist. Er ist mir doch im Gedächtnis geblieben, unter anderem weil auch drei Kinder in der Wohnung waren, als es passiert ist. In der gleichen Woche kam noch ein Dankesschreiben per Email. Das ist nicht selbstverständlich. Natürlich ist es mein Job zu helfen, aber es ist trotzdem schön, wenn sich die Menschen in dieser Form bedanken. Für diese Wertschätzung möchte ich mich herzlich beim Ehepaar G. bedanken, das ist wirklich eine schöne Geste. So ein Feedback motiviert und gibt Kraft, wenn man weiß, dass man helfen konnte.

    Es kommt tatsächlich schon öfter vor, dass wir bei reanimationspflichtigen Patienten den Kontakt mit den Anrufern oder Angehörigen halten bis der Rettungsdienst eintrifft. Herr G. hat alle meine Anweisungen hervorragend umgesetzt. Ich möchte nicht daran denken, was passiert wäre, wenn er nicht geholfen hätte. Mein aufrichtiger Respekt dafür!

    Seit 2010 gibt es die Verordnung zur T-CPR anzuleiten. Wie oft mussten Sie schon zur telefonischen Reanimation anleiten?

    Bis jetzt habe ich das etwa 10-20 mal gemacht, das kommt schon öfter vor, allerdings bin ich erst seit 2017 in der Integrierten Leitstelle tätig. Davor habe ich im Rettungsdienst gearbeitet und quasi die andere Seite gesehen.

    Was ist die Herausforderung dabei? Haben Sie besondere Kommunikationsstrategien bei der Anleitung?

    Das Problem ist: die Anrufer sind selbstverständlich aufgeregt. Da ist alles dabei, bis zur Hysterie oder Panik. Ein Patentrezept gib es nicht, jeder Anrufer ist anders. Am wichtigsten ist Ruhe bewahren. Das ist natürlich für die Anrufer schwierig, bei manchen ist es auch nicht möglich sie zu beruhigen, man darf nicht vergessen, dass sich die Menschen in absoluten Ausnahmesituationen befinden und oftmals sind Freunde oder Familie betroffen. Letztendlich ist das sehr individuell, aber Ruhe und Kompetenz ausstrahlen ist meistens der Schlüssel.

    Herr G. hatte Probleme den Puls zu fühlen – wie haben Sie ihm dabei geholfen, gibt es einen Trick?

    Vorweg ist zu sagen, dass die Pulskontrolle grundsätzlich nicht zu unseren Anweisungen und den Aufgaben der Ersthelfer gehört. Wie es in diesem Fall aber dazu kam, kann ich heute nicht mehr sagen. Viel wichtiger ist hier die Atemkontrolle mit unserer Anleitung.

    Einen richtigen Trick gibt es dafür nicht. Es ist eigentlich ganz einfach, wenn man drei Finger neben den Kehlkopf (seitlich des Schildknorpels) legt und dann etwas tastet, fühlt man den Pulsschlag. Aber in der ganzen Aufregung ist es für den Anrufer schwer diesen aufzufinden und ruhig zu bleiben.

    5 Uhr morgens ist schon sehr früh – wie sind die Schichten in der Leitstelle aufgeteilt? Wie bleibt man in der Nacht nicht nur wach, sondern auch „frisch im Kopf“ um jemanden zu einer Reanimation anzuleiten?

    Wir haben überwiegend 12-Stunden-Schichten und der Anruf von Herrn G. kam eine Stunde vor Schichtende. In der Nacht können wir 4 Stunden im Haus Bereitschaft machen. Dadurch können wir etwas Kraft tanken und müssen nicht die komplette Nacht durcharbeiten, außer das Einsatzaufkommen lässt dies nicht zu. Frisch bleiben ist aber unbedingt notwendig. Ich versuche während der Arbeit nicht nur zu sitzen, sondern auch mal aufzustehen, mich etwas zu bewegen oder an die frische Luft zu gehen. Das hält den Kopf wach. Kaffee hilft bei mir tatsächlich nicht so viel.

    Dass der Disponent „so lange“ am Telefon bleibt, ist eher ungewöhnlich, oder? In welchen Fällen unterstützen Sie Betroffene oder Angehörige noch, bis der Rettungsdienst eintrifft?

    Bei der telefonischen Reanimation ist es nicht ungewöhnlich. Sei es auch nur um in der Leitung zu bleiben, falls Probleme aufkommen oder um Feedback zu geben, wann der Rettungsdienst eintrifft. Das gibt auch den Betroffenen ein besseres Gefühl, wenn Sie wissen, wann Hilfe kommt. Sie können besser mit der Situation umgehen, wenn ein Ende in Sicht ist und sie wissen, dass sie bald nicht mehr alleine sind.

    Es gibt aber auch Ausnahmezustände, bei denen wir die Anrufer dann allein lassen müssen. Bei Großschadensereignissen wie Massenkarambolagen oder einem Großbrand glühen unsere Leitungen meist und wir müssen vielen Menschen gleichzeitig helfen. Wir informieren die Anrufer aber selbstverständlich darüber. Wenn es gewünscht oder aus unserer Sicht notwendig ist alarmieren wir dann auch das Krisen-Interventions-Team (KIT), damit diese ebenfalls zur Stelle sind. Auch beim Ehepaar G. haben wir das KIT dazu geholt, um die drei Kinder zu betreuen.

    Wie schafft man es einen kühlen Kopf zu bewahren? Sie können die Situation zwar beurteilen, sind aber doch nicht dabei, das stellt man sich überaus stressig vor. Immerhin müssen Sie sich auf die Beschreibungen der sehr aufgeregten Angehörigen verlassen.

    Das ist mitunter nicht immer ganz einfach. Ich war 23 Jahre im Rettungsdienst tätig und habe dadurch ein Bild von draußen vor Augen. Trotzdem bin ich in dem Moment nicht dabei und muss dem Anrufer vertrauen. Dinge zu hinterfragen hilft in dieser Situation. Wenn ein Anrufer von Kopfschmerzen spricht, frage ich zum Beispiel nach seit wann diese auftreten, ob das öfter vorkommt, ob Migräne oder Kopfschmerzen bekannt sind, ob eine Sehbehinderung vorliegt, zusätzlich Schwindelgefühle auftreten oder eine Sprachstörung vorliegt. Letztendlich muss ich mich auf die Beschreibung der Anrufer verlassen. Manchmal rufen aber auch Menschen im Auftrag von anderen an, in dem Fall kann man gar keine weiteren Antworten erwarten. Wir in der Leitstelle sind dann gefordert und müssen alarmieren. Sicherlich würde in manchen Fällen ein Anruf bei der 116 117, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst, die entsprechende Hilfe bringen.

    Was tun Sie, wenn der Angehörige sich nicht traut zu reanimieren? Wie nimmt man solche Ängste?

    Gezwungen werden kann niemand zur Reanimation bzw. der Herzdruckmassage. Die Beatmung ist in der Laienreanimation übrigens kein Muss und wird nicht zwingend gefordert. Wenn sich die Person nicht in der Lage sieht mit unserer Hilfe zu reanimieren, dann nehmen wir das hin. Manche sind auch einfach körperlich nicht in der Lage die Herzdruckmassage durchzuführen, z. B. aufgrund des Alters, andere ekeln sich davor oder sagen, dass sie das nicht können. Wieder andere möchten aus ethischen Gründen nicht wiederbeleben. Es gibt für uns keinen Handlungsspielraum, wenn ein Anrufer nicht reanimieren möchte.

    Viele haben auch Angst etwas falsch zu machen, dabei kann man das gar nicht wirklich. Wir leiten sehr genau an mit ganz klaren Ansagen wie was zu tun ist. Wo muss gedrückt werden und wie schnell. Wir versuchen – so gut es am Telefon geht – zu motivieren, zu unterstützen und gleichzeitig auch Ruhe über das auszustrahlen. So lange es nötig und möglich ist, bleiben wir am Telefon.

    Manche Anrufer fordern uns auch, weil sie direkt loslegen wollen. Teilweise muss man die Leute etwas einfangen und sagen „Moment, ganz langsam, wir machen eins nach dem anderen.“ Das passiert eher selten, aber es kommt schon vor.

    Was möchten Sie den Menschen noch mitgeben, falls sie einmal in eine solche Situation geraten?

    Es ist wichtig zu unterscheiden: liegt ein Notfall bzw. eine lebensbedrohliche Situation vor oder nicht? Falls ja, ist die 112 die richtige Nummer. Für andere Fälle ist der Hausarzt oder am Wochenende und auch nachts die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117 die richtige Wahl. Diese Nummer ist 24/7 besetzt. Das gilt zum Beispiel bei Schnupfen, Magen-Darm-Erkrankungen, Ohren- oder Blasenentzündung. Bei Bedarf kommt dann auch ein Arzt.

    Und wenn ein Notfall vorliegt? Wie reagiert man richtig?

    Am wichtigsten ist: Ruhe bewahren. So schnell wie möglich den Notruf absetzen, denn jede Minute zählt. Bei bewusstlosen Personen ohne Atmung, sollte die Herzdruckmassage durchgeführt werden bis der Rettungsdienst am Einsatzort eintrifft. Sprechen Sie Passanten zur Unterstützung an. Wir bleiben in der Leitung bis die Hilfe da ist. Es gibt eigentlich nichts falsch zu machen, außer man macht gar nichts. Ein Rippenbruch, wenn man zu fest gedrückt hat, ist hier wirklich das kleinere Übel!

    Und wenn ich dann den Notruf wähle, wie viele Details brauchen Sie?

    Das ist kein Hexenwerk, man kann sich an die 5 W-Fragen halten. Wo ist es passiert? Wer ist betroffen? Was ist genau geschehen? Wie viele Menschen sind betroffen? Und ganz wichtig: Warten für Rückfragen.

    Was passiert, wenn die Leute in der Aufregung nicht warten? Haben Sie eine Chance zurückzurufen?

    Wenn die Leute auflegen und die Nummer angezeigt wurde können wir einfach zurückrufen. Glücklicherweise gibt es mittlerweile auch ein Ortungssystem für Handynummern. Das klappt aber nur, wenn das Gerät dies auch zulässt. Alternativ können wir dem Anrufer auch eine SMS schicken mit einem Link zur Bestätigung, damit die Leitstelle Zugriff auf die Ortung bekommt. Das funktioniert meiner Meinung nach nur in 50% der Fälle. Oft ist es nicht nachvollziehbar, von wo der Anruf kam, wenn jemand zu früh auflegt. Die Technik kann zwar viel, aber noch zu wenig.

    Wie wirkt sich die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie auf Ihre Arbeit aus?

    Aktuell sind die Leitungen der 116117 überlastet. Die Leute sind oft lange in der Warteschlange und denken dann bei der 112 komm ich ja gleich durch. Aber die 112 ist eine Notrufnummer. Neben den lebensbedrohlichen Einsatzsituationen nehmen wir Anrufe mit Verdacht auf Corona entgegen. Derartige Gespräche blockieren die Notrufnummer 112, binden Mitarbeiter in der Integrierten Leitstelle und damit auch schnelle Hilfe für in Not geratene Mitmenschen. Das kommt wahnsinnig oft vor. Bei Corona-Verdacht können wir nicht weiterhelfen, das muss der Bereitschaftsarzt der KVB vor Ort beurteilen und bei Notwendigkeit eine Einweisung ins Krankenhaus veranlassen. Bei lebensbedrohlichen Situationen wie Atemnot und schweren Herz-Kreislaufsituationen, ist natürlich die europaweite Notrufnummer 112 zu wählen. Und sollte während einem Anruf bei der 116117 eine Atemnot festgestellt werden, leiten die Kollegen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der KVB direkt an uns weiter.

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    news-838 Fri, 05 Feb 2021 08:10:02 +0100 Explosion in BRK-Rettungswache Memmingen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/explosion-in-brk-rettungswache-memmingen.html Aus noch ungeklärter Ursache kam es am Morgen des 05. Februar 2021, gegen 06:02 Uhr, zu einer Verpuffung in der BRK-Rettungswache Memmingen. Dabei wurden eine Reinigungskraft schwerverletzt, drei Mitarbeitende des Rettungsdienstes mittel- und ein weiterer Mitarbeitender leichtverletzt. Den Notruf setzten unverletzte Mitarbeitende der Rettungswache ab, die sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem Rettungswagen befanden und den Routine-Check vor Dienstbeginn durchführten.

    Da zudem unklar ist, inwieweit eine Explosionsgefahr für umliegende Gebäude besteht, wurden fünf Personen vorsorglich durch die Feuerwehr evakuiert und in einer Betreuungsunterkunft untergebracht. Die Polizei geht aktuell von einer defekten Gasleitung aus, nach einem möglichen Leck wird aktuell gesucht. Die Räumlichkeiten der Rettungswache sind bis auf Weiteres nicht benutzbar.

    Der zuständige Kreisgeschäftsführer Wilhelm Lehner: „Das war ein großer Schreck am Morgen. Jetzt steht an aller erster Stelle, dass die verletzten Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus behandelt werden und vollständig genesen. Bei der Explosionswucht können wir von Glück sprechen, dass es keine Toten gibt. Wir werden die Kolleginnen und Kollegen umfassend begleiten und unterstützen, auch in der Verarbeitung dieses dramatischen Erlebnisses.“

    Die Alarmierung des Rettungsdienstes und der Feuerwehr erfolgte um 06:04 Uhr durch die Integrierte Leitstelle Donau-Iller. Die Leitstelle wurde um zusätzliches Personal verstärkt. Der entstandene Ausfall an Rettungsmitteln wird dankenswerterweise von anderen Hilfsorganisationen und Rettungswachen überbrückt.

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    news-837 Thu, 04 Feb 2021 14:08:07 +0100 Erste-Hilfe-Kurse in Corona-Zeiten https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/erste-hilfe-kurse-in-corona-zeiten.html Erste Hilfe (EH) leisten zu können hat eine gesamtgesellschaftliche Relevanz. Im Notfall zu wissen, wie man helfen kann ist von zentraler Bedeutung und rettet Menschenleben. Warum werden Erste-Hilfe-Kurse aktuell überhaupt durchgeführt?

     

    Die Kurse sind gemäß der 11. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ausdrücklich zulässig. Außerdem schreibt die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) die Durchführung auch in Pandemiezeiten in Präsenz vor. In wichtigen Bereichen, wie der betrieblichen Erste-Hilfe oder dem Führerschein, werden aktuelle EH-Kenntnisse vorgeschrieben.

    Die Kurse dürfen also grundsätzlich stattfinden, eine Pflicht besteht aber nicht. Dabei kann es regional zu Unterschieden kommen: in manchen Kreisverbänden werden EH-Kurse durchgeführt, andere haben sie eingestellt. Dies hängt stark vom örtlichen Infektionsgeschehen ab. Bitte informieren Sie sich vor Ort, ob Kurse derzeit stattfinden.

    Wie finden die Kurse statt?

    Selbstverständlich gelten die bekannten AHA+L-Regeln. Maske (idealerweise FFP2) und Handschuhe sind durchgängig zu tragen. Zusätzlich gibt es Hygienekonzepte, die an die Vorgaben vor Ort angepasst sind. Danach richtet sich auch die Gruppengröße, damit Abstandsregeln eingehalten werden können. Schreibutensilien wie Stift und Block sollten die Teilnehmer:innen selbst mitbringen.

    Und wie sieht das konkret aus?

    Körperkontakt zu anderen Teilnehmer:innen und dem/der Dozent:in ist zu vermeiden. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung wird an einer Puppe geübt, die nach jeder Übung desinfiziert wird. Auf die Atemspende wird derzeit verzichtet. Verbände werden primär nur an sich selbst, bspw. am Oberarm, geübt. Zusätzlich gibt es Informationen zur Ersten Hilfe mit erhöhtem Infektionsrisiko: eine Mund-zu-Mund-Beatmung ist hier nicht vorgeschrieben, bei der Herzdruckmassage sollte der Mund der bewusstlosen Person abgedeckt werden, um das Infektionsrisiko zu verringern. Im Zweifel kann man aber eines immer tun: im Notfall die 112 wählen! Denn Unfälle passieren auch in einer Pandemie, deshalb ist es ausgesprochen wichtig die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Wir verbringen so viel Zeit zuhause mit unseren Lieben – dort passieren die meisten Unfälle und gerade dann sollte man wissen, wie man hilft.

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    news-834 Mon, 01 Feb 2021 10:34:57 +0100 Helden der Pandemie https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/helden-der-pandemie.html Unter diesem Motto stand der erste Clubhouse-Talk des BRK am 29.01.2021. Über eine Stunde lang tauschten sich Vertreter:innen aus verschiedenen Bereichen in der neuen App live über die Corona-Pandemie aus. Zu hören waren Sichtweisen von Dorothee Bär, StMin Digitalisierung und Leonhard Stärk, Landesgeschäftsführer und Krisenmanager des BRK. Außerdem sprachen Notfallsanitäter Dennis Behrendt, Lea Erhard, Erzieherin in einer BRK-KiTa und Barbara von der Wettern, Pflegefachkraft, über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Arbeitsbereiche.

    „Die Pandemie verlangt ein ganz anderes Arbeiten“ – so beschreibt Leonhard Stärk die derzeitige Situation. „Corona hat offengelegt, welche Berufe wirklich systemrelevant sind“, stellt Dorothee Bär fest. Und um diese Berufe sollte es in diesem Talk gehen. Pflegekraft Barbara empfindet das Tragen der FFP2-Masken körperlich enorm anstrengend, gleichzeitig gibt es ihr aber auch das sichere Gefühl bei der Arbeit – denn Abstand halten kann sie nicht. Nähe am Menschen lautet hier das Motto – nicht nur beim Waschen, auch bei der Betreuung im Allgemeinen. Blickt man in andere Altersklassen bleibt dieses Motto bestehen: Lea ist Erzieherin und betreut Kinder im Alter von 1-3 Jahren. Abstand verstehen die Kleinsten genauso wenig wie demente Heimbewohner. „Diese Nähe brauchen die Kinder und die geben wir ihnen auch“, so die Erzieherin.

    Mittlerweile gibt es ausreichend Masken und Schutzkleidung, im März 2020 sah das noch anders aus. Rettungssanitäter Dennis erinnert sich: „Wir hatten 6-7 FFP2-Masken pro Tag und haben auf die nächste Lieferung gehofft. Das Krasse war, nicht zu wissen, welcher Artikel als nächstes knapp wird.“ Die Beschaffungsprozesse wurden angepasst, ein Vorhaltelager angelegt.

    Was im ersten wie auch im zweiten Lockdown bleibt, ist die Schwierigkeit den Kontakt zu seinen Mitmenschen aufrecht zu erhalten. In Pflegeheimen kommen häufig Tablets und Videotelefonie im Kampf gegen die Einsamkeit zum Einsatz. „Die Gesichter der Bewohner hellen sich auf, es fällt schwer aufzulegen“, berichtet Pflegekraft Barbara. Denn auch hier benötigen die Bewohner die Unterstützung der Pflegekräfte: „Neben den Testungen und dem Pflegealltag nehme ich mir dafür Zeit, aber manche Sachen bleiben liegen.“ Per Telefon oder Briefen Kontakt zu ihren Kita-Kindern zu halten genügt für Erzieherin Lea nicht. „Der fehlende Einblick in die Familien ruft Themen wie Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung auf den Plan.“  

    Man muss der Pandemie doch aber auch positives abgewinnen können. In einem Punkt sind sich unsere Helden einig: Corona hat den Zusammenhalt und Teamgeist gestärkt. „Die Bereitschaft einzuspringen, wenn wir Corona bedingt Ausfälle haben, ist groß“, so Notfallsanitäter Dennis. „Auch die Wertschätzung unserer Berufe ist gestiegen. Davor hat sich keiner um unsere Belastungen Gedanken gemacht.“

    Postpandemische Perspektiven – ein Blick in die Zukunft zeigt, dass noch viel zu tun ist. Das Ehrenamt ist ein wichtiger Pfeiler. Testen, Impfen, Krankentransporte – seit einem Jahr ohne die Ehrenamtlichen nicht denkbar, aber nicht auf Dauer machbar. Was, wenn dann noch eine Schneekatastrophe oder Hochwasser hinzukommt?

    Und was tun unsere Helden, wenn Corona bewältigt ist? Auch hier zeichnet sich ein Bild der Nähe am Menschen: eine Runde Pizza für’s Team, ein Sommerfest oder ein spontanes Feierabendbier mit Freunden. Einfach miteinander füreinander da sein.

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    news-833 Fri, 29 Jan 2021 15:12:38 +0100 „Mein Henry“ – der neue Alexa Skill des DRK https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/mein-henry-der-neue-alexa-skill-des-drk.html Der neue Alexa Skill des DRK namens "Mein Henry" soll uns im Alltag unterstützen. Was es damit genau auf sich hat, haben wir mit Jens Forstmann, Abteilungsleiter Servicedienste, besprochen. Er hat den Skill mitinitiiert und war von Anfang an dabei. Hallo Jens, du hast das Projekt „Mein Henry“ mitinitiiert, wie kam es dazu?
    In der bundesweiten Hausnotruf Arbeitsgruppe haben wir vor etwa 2,5 Jahren begonnen, über Weiterentwicklungsmöglichkeiten unserer Angebote zu sprechen. Für uns war klar: Sprachbasierte Assistenzsysteme sind ein wichtiger Baustein der Zukunft. Wir konnten die iHaus AG als Partner gewinnen. Das ist ein Anbieter für Smart-Home-Technologien mit viel Erfahrung in der Hausautomation, u.a. beim Einsatz des Amazon Echos „Alexa“.


    Nachdem die Vorbereitungen von der Arbeitsgruppe abgeschlossen wurden, hat die neu gegründete „Henrys Innovationen GmbH“ (ein Zusammenschluss mehrerer DRK-Landesverbände) die Einführung und die Weiterentwicklung übernommen.


    Was ist ein Alexa Skill eigentlich genau?
    Ein Alexa Skill ist eine Applikation im sprachbasierten Assistenzsystem Amazon Echo, auch als „Alexa“ bekannt. Im Skill-Shop der Alexa-App können Nutzer Skills für Alexa aktivieren, z.B. Skills über Nachrichten, Wetter, die Müllabfuhr in meiner Straße oder eben unseren DRK-Skill „Mein Henry“. Das ist der erste Skill dieser Art in Deutschland.


    Und wie bekomme ich den Skill „Mein Henry“?
    Dazu braucht es ein Gerät (Amazon Echo) mit dem Sprachassistenten Alexa. Der Alltagshelfer „Mein Henry“ wird dann über die Alexa-App installiert. Übrigens, der Skill ist kostenlos.


    1. „Skills und Spiele“ öffnen, „Mein Henry“ auswählen, Skill aktivieren.
    2. Der/die User:in muss sich einmalig auf der Homepage mein-henry.de registrieren und dann…
    3. … seine Vertrauten hinterlegen. Bei der Registrierung werden persönliche Vertraute festgelegt, die bei Unterstützungsbedarf kontaktiert werden.

    „Mein Henry“ bietet jedem/r User:in Unterstützung aus dem privaten Umfeld an und den direkten Kontakt zum DRK.


    Alles klar, nun habe ich also den Skill aktiviert – wie nutze ich „Mein Henry“?
    Dieser Skill reagiert auf das Wort „Unterstützung“ . Wenn ich dieses Wort sage, wird mein hinterlegter Vertrauter per SMS oder Email kontaktiert. Bestätigt dieser den Link aus der Nachricht, hat „Mein Henry“ seinen Job getan. Reagiert der/die Vertraute nicht, geht die SMS oder E-Mail weiter in der Kette zum nächsten Vertrauten. Meldet sich niemand, benachrichtigt „Mein Henry“ ein DRK-Beratungszentrum, das telefonisch Kontakt aufnimmt, um Unterstützung zu vermitteln.


    Warum das Wort „Unterstützung“ und nicht „Hilfe“?

    Der Skill will sich ganz klar zu einer medizinischen Hilfsleistung abgrenzen. Er ist nicht dafür da, bei Notfällen zu helfen, sondern im Alltag, und bietet eine einfache Kommunikation via Sprachsteuerung. Man erhält schnelle Unterstützung durch einen Vertrauten oder das DRK rund um die Uhr.


    Der Skill ersetzt also nicht den Hausnotruf? Was ist bei „Mein Henry“ anders?

    Ganz klar „Nein“! Noch bietet Alexa keine Möglichkeit, einen Hausnotruf wie wir ihn kennen, anzubieten. Wir wollen den ersten Schritt in eine neue zukunftsfähige Technologie wagen. Dazu wollen wir Erfahrungen sammeln, wie und wie oft die User:innen den Skill nutzen. Auch die Zielgruppe ist eine andere: Menschen, die in ihrem Umfeld nach sozialen Dienstleistungen suchen oder Unterstützungsbedarf haben. Der Hausnotrufkunde ist im Schnitt ca. 82 Jahre alt. Die Alexa-Zielgruppe ist da um einiges jünger. Ein aktuelles Beispiel wäre, wenn man während der Corona-Quarantäne eine Einkaufshilfe benötigt.


    Wie geht es jetzt weiter?
    Wir haben bereits zahlreiche Ideen wie „Mein Henry“ erweitert werden kann. Das könnte die direkte Buchung eines EH-Kurses oder die Kontaktvermittlung für Ehrenamtliches Engagement sein. Wir wollen schrittweise vorgehen, um aus den gewonnenen Erfahrungen heraus sinnvolle und zeitgemäße Funktionen zu integrieren. Ganz entscheidend für den Erfolg des Skills ist die positive Begleitung aller Verbandsstrukturen. Jeder ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende ist ein wichtiger Multiplikator – aktiviert den Skill, testet ihn und hinterlasst positive Bewertungen, damit er gut in den Skill-Listen zu finden ist. Die Kreisverbände sollten Ihre Daten in der DRK-Dienstleistungsdatenbank aktuell halten, damit das Beratungszentrum Anfragen bestmöglich bearbeiten kann.

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    news-832 Fri, 29 Jan 2021 08:46:18 +0100 Fragen und Antworten zur Rechtssicherheit für Notfallsanitäter https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/rechtssicherheit-fuer-notfallsanitaeter.html Der 28.01.2021 ist ein historischer Tag. Nach jahrelangen Anstrengungen des Bayerischen und Deutschen Roten Kreuzes, ist heute ein Durchbruch in der Schaffung von mehr Rechtssicherheit für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter gelungen.  

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    news-831 Tue, 26 Jan 2021 17:07:32 +0100 Durchbruch: Rechtssicherheit für Notfallsanitäter https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/durchbruch-rechtssicherheit-fuer-notfallsanitaeter.html Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) begrüßt wichtige Nachbesserungen bei der geplanten Änderung des Notfallsanitätergesetzes. Diese Änderungen hat der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages vor wenigen Minuten beschlossen.

    "Auf diese Rechtssicherheit warten tausende Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter. Mit dieser schlanken und unbürokratischen Gesetzesergänzung bekommen Notfallsanitäter/-innen die nötige Rechtssicherheit bei der Rettung von Menschenleben. Das ist ein wichtiges Signal des Deutschen Bundestages für den nationalen Rettungsdienst", sagt BRK-Präsident Theo Zellner.

    Gemeinsam mit DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt hat sich das BRK stark für diese Rechtssicherheit eingesetzt.

    "Gerade im Flächenland Bayern sind Notfallsanitäter/-innen infolge der strukturellen Gegebenheiten häufig damit konfrontiert, dass sie teilweise deutlich vor dem Notarzt am Einsatz- oder Unfallort eintreffen und der Zustand des Patienten es nicht erlaubt, mit lebensrettenden Maßnahmen bis zum Eintreffen ärztlicher Hilfe zu warten", so Thomas Stadler, Abteilungsleiter Rettungsdienst.

    In diesen Fällen muss dennoch gehandelt und heilkundliche Maßnahmen ergriffen werden, zu welchen sie nach der aktuellen Rechtslage nur im Rahmen eines rechtfertigenden Notstands nach § 34 StGB berechtigt sind. In der neuen Fassung des Gesetzes dürfen Notfallsanitäter bis zum Eintreffen eines Notarztes heilkundliche Maßnahmen eigenverantwortlich durchführen, wenn sie diese in ihrer Ausbildung erlernt haben und beherrschen und diese erforderlich sind, um Lebensgefahr oder wesentliche Folgeschäden bei den Patientinnen und Patienten zu verhindern.

    Die Reform des Gesetzes soll am 28. Januar 2021 im Bundestag beschlossen werden.

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    news-830 Sun, 24 Jan 2021 10:33:17 +0100 ILS Coburg: Betrieb vollständig wiederaufgenommen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/ils-coburg-betrieb-vollstaendig-wiederaufgenommen.html Aufgrund eines technischen Defekts in der Steuerungseinheit der unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) im Stromunterverteiler der Integrierten Leitstelle (ILS) Coburg kam es am Mittwoch, den 20. Januar 2021, um 07:15 Uhr zu einem Totalausfall der ILS Coburg. Somit waren sämtliche EDV-Anlagen, Telefonanlagen und sonstige elektronischen Gerätschaften ausgefallen. Der Notruf 112 konnte nicht bearbeitet werden.

    "Etliche Redundanz-Systeme müssten einen Ausfall dieser Größe eigentlich unmöglich machen", so Gerhard Kleeberger, Betriebsleiter Integrierte Leitstellen im BRK. "Umgehend wurde der Notfallplan aktiviert, die Polizei informiert und die Bevölkerung per Rundfunkdurchsagen aufgefordert, medizinische Notfälle über den Polizeinotruf 110 zu melden."

    Jede Integrierte Leitstelle im Freistaat Bayern hat eine Partner-Leitstelle, die im Falle eines Ausfalles den Notbetrieb übernimmt. In diesem Fall ist das die Integrierte Leitstelle Hochfranken mit Sitz in Hof (auch BRK). Durch den Totalausfall der Telefonanlage musste der Notruf 112 umgeroutet werden, dieser Auftrag wurde umgehend an die Deutsche Telekom übermittelt. Die Rettungsmittel im Rettungsdienstbereich Coburg* wurden von der ILS Hochfranken disponiert. Bei der Polizei eingehende Notfallmeldungen wurden direkt an die ILS Hochfranken weitergeleitet. Drei Mitarbeitende der ILS Coburg verstärkten die ILS Hochfranken, um mit entsprechender Ortskunde und bereichsspezifischen Wissen zu unterstützen.

    Um 8:40 Uhr meldete die Deutsche Telekom, dass der Notruf 112 erfolgreich zur ILS Hochfranken umgeroutet wurde.

    Schon um 9:30 Uhr waren die Systeme der ILS Coburg insoweit wieder hochgefahren, dass die Disposition von Einsätzen wieder übernommen werden konnte. Aufgrund der unklaren Fehlerquelle, wurden sämtliche Notrufe weiterhin durch die ILS Hochfranken abgearbeitet und über das Einsatzleitsystem nach Coburg geleitet.

    Nachdem am gestrigen Samstag, den 23.01.2021, um 9:00 Uhr eine neue USV-Anlage eingetroffen und um 12:30 Uhr betriebsbereit war, konnte um 13:14 Uhr der Notruf 112 erfolgreich zurückgeroutet werden. Seitdem läuft der Betrieb der ILS Coburg wieder vollständig und störungsfrei.

     

    * Der Zuständigkeitsbereich der ILS Coburg umfasst die Landkreise Coburg, Kronach, Lichtenfels und die kreisfreie Stadt Coburg mit einer Gebietsfläche von: 1871 km². 

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    news-829 Fri, 22 Jan 2021 20:20:02 +0100 Verlässliche Impfstoffversorgung dringend notwendig https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/verlaessliche-impfstoffversorgung-dringend-notwendig.html BRK-Präsident Theo Zellner und BRK-Krisenmanager Leonhard Stärk haben im Rahmen ihres Antrittsbesuches beim neuen Staatsminister für Gesundheit und Pflege, Klaus Holetschek, MdL, auf die Wichtigkeit einer verlässlichen Impfstoffverteilung hingewiesen und eine intensive, vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe zugesagt. Präsident Zellner wörtlich: „Für viele Menschen in Bayern, aber auch insgesamt auf der Welt, ist die Impfung ein strahlender Hoffnungsschimmer. Wir müssen diese Hoffnung aufrechterhalten. Das geht nur mit einem verlässlichen und kontinuierlichen Impfangebot.“

    In Hinblick auf die von mutierten Coronaviren ausgehende Gefahr machte Zellner deutlich: „In den kommenden Wochen und Monaten werden nochmal große, derzeit unbekannte Herausforderungen auf uns zukommen. Umso wichtiger ist ein enger Schulterschluss zwischen dem zuständigen Staatsministerium und dem Bayerischen Roten Kreuz. Auf diesen engen Schulterschluss und eine intensive, vertrauensvolle Zusammenarbeit können Sie sich verlassen, Herr Minister.“

    Gesundheitsminister Holetschek dankte dem Bayerischen Roten Kreuz für die Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Pandemie.  Er betonte: „Der großartige Einsatz des BRK in so vielen Bereichen, vor allem durch seine vielen ehrenamtlichen Heferinnen und Helfer, leistet einen unersetzbaren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. So auch zuletzt auch bei der Organisation und Durchführung der „Weihnachtsaktion“, also der Testungen von Besuchern von Alten- und Pflegeheimen vor den Weihnachtstagen. Für mich zeigt das BRK damit immer wieder seine Professionalität und die Orientierung für den Dienst am Menschen.“

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    news-828 Wed, 20 Jan 2021 08:13:31 +0100 Notruf 112 im Rettungsdienstbereich Coburg wieder erreichbar https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/notruf-112-im-rettungsdienstbereich-coburg-wieder-erreichbar.html Nachdem aufgrund eines Schmorbrandes der Betrieb der Integrierten Leitstelle Coburg um 07:30 Uhr komplett ausgefallen war, konnte ein Umrouting der Notrufnummer 112 erfolgreich eingerichtet werden. Diese Nachricht wurde um 08:45 Uhr aktualisiert, siehe unten.

    Somit sind Notrufe im Einzugsgebiet nicht bearbeitbar. Der Zuständigkeitsbereich der ILS Coburg umfasst die Landkreise Coburg, Kronach, Lichtenfels und die kreisfreie Stadt Coburg mit einer Gebietsfläche von: 1871 km². Aktuell ist der Notrufe 112 im o. g. Einzugsgebiet nicht erreichbar!

    Es wird dringend darum gebeten, etwaige medizinische Notfälle über den Polizeinotruf 110 (oder 09281-19222) zu melden. Parallel fährt die Integrierte Leitstelle Hof ihren Betrieb insofern hoch, dass sie den Not- und Überbrückungsbetrieb für die ILS Coburg übernehmen kann. Hierbei handelt es sich innerhalb der BRK-Leitstellen um ein standardisiertes und vereinbartes Vorgehen. 

     

    ++ UPDATE 08:45 Uhr ++

    Nachdem aufgrund eines Schmorbrandes der Betrieb der Integrierten Leitstelle Coburg um 07:30 Uhr komplett ausgefallen war, konnte ein Umrouting der Notrufnummer 112 erfolgreich eingerichtet werden. 

    Somit ist der Notruf 112 im betroffenen Bereich wieder erreichbar. 

    Seit 08:40 Uhr werden eingehende Notrufe in die Integrierte Leitstelle Hochfranken mit Sitz in Hof umgeleitet. Dort werden die Anrufe angenommen, Einsätze erfasst und Rettungsmittel des betroffenen Bereiches disponiert.

    Wann die Integrierte Leitstelle Coburg ihren Regelbetrieb wieder aufnehmen kann, ist aktuell nicht bekannt. Somit ist der Notruf 112 im betroffenen Bereich wieder uneingeschränkt erreichbar. Die Disposition von Rettungsmitteln und die Bearbeitung von Einsätzen war zu jeder Zeit sichergestellt. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt.

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    news-827 Sun, 17 Jan 2021 08:00:00 +0100 BRK liefert 200.000 KN95-Masken aus https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-liefert-200000-kn95-masken-aus.html Bereits zu Beginn letzten Jahres hat das Bayerische Rote Kreuz als eine der ersten Konsequenzen aus der Pandemie und der zu dem Zeitpunkt herrschenden Materialknappheit ein Pandemiezentrallager errichtet. „Durch die zentrale Logistik sind wir flexibler, aber auch unabhängiger vom aktuellen Marktgeschehen. Seit Bestehen dieser Struktur konnten große Mengen an Schutzartikel beschafft, eingelagert und auch in Umlauf gebracht werden“, erklärt Landesgeschäftsführer und Verantwortlicher für das Krisenmanagement im BRK, Leonhard Stärk. „Kommt es in einer Region zu einem erhöhten Bedarf an Schutzartikeln können sogenannte ‚Sofortlieferungen‘ aus der Notreserve ausgelöst werden.“

    Das Bayerische Rote Kreuz hat in den vergangenen zehn Monaten breite Unterstützung von Unternehmen erhalten. Durch internationale Beziehungen des BRK wurden auf diese Weise auch Masken gespendet. „Diese wurden für einen etwaigen Notbedarf eingelagert“, so Stärk.

    Zusätzlich zu den vom Freistaat Bayern den Kommunen zur Verfügung gestellten 2,5 Millionen FFP2-Masken hat das Bayerische Rote Kreuz seine 73 Kreisverbände mit rund 200.000 KN95-Masken beliefert. „Diese können vor Ort von den Kreisverbänden für ideelle und mildtätige Zwecke eingesetzt und ausgegeben werden“, so Stärk. Dabei können die Masken beispielsweise über die Strukturen der Tafeln, aber auch direkt an entsprechende Einrichtungen (Behindertenwerkstätten, etc.) übergeben oder direkt an bedürftige Bürgerinnen und Bürger ausgegeben werden. Wir bitten Sie, von expliziten Kontaktaufnahmen mit den Kreisverbänden abzusehen.

    KN95-Masken genügen dem FP2-Standard im Sinne der 11. BayIfSMV vom 15.01.2021.

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    news-826 Tue, 12 Jan 2021 12:34:38 +0100 Impfpflicht für Pflegekräfte ist ein Fehler https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/impfpflicht-fuer-pflegekraefte-ist-ein-fehler.html Zur aktuellen Debatte um eine Impfpflicht für das Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen nimmt das Bayerische Rote Kreuz, als Träger von 123 stationären Pflegeeinrichtungen, 57 Einrichtungen der Tagespflege und 121 ambulanten Pflegediensten wie folgt Stellung: „Die verhältnismäßig niedrige Impfbereitschaft in den Bereichen der stationären und ambulanten Pflege hat ihre Ursache in einer offensichtlich nicht ausreichenden Aufklärung in eben diesen Berufsgruppen. Berechtigten Unsicherheiten und Fragen gilt es sich mit entsprechender Aufklärung zu stellen. Eine Impfpflicht ist der falsche Weg.

    Insbesondere die Mitarbeitenden in der Pflege und den Krankenhäusern haben in den vergangenen Monaten mit erheblichen Belastungen zu kämpfen. Eine staatliche Bevormundung in Form einer Impfpflicht würde zu einer immensen Demotivation führen. Das BRK ist sich sicher, dass die Impfbereitschaft mit jedem Tag und jeder Woche, aber auch mit jedem Geimpften mehr, ganz natürlich steigen wird.“

    Insgesamt wurden im Bayerischen Roten Kreuz bisher 1.759 Mitarbeitende in der stationären Pflege, 217 in der ambulanten Pflege und 1.429 im Rettungsdienst geimpft (Stand: 11.01.2021).

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    news-825 Mon, 11 Jan 2021 10:10:30 +0100 Vorsicht beim Betreten von Eisflächen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/vorsicht-beim-betreten-von-eisflaechen.html Die kalten Temperaturen der vergangenen Tage haben dazu geführt, dass sich auf vielen Seen in Bayern eine Eisschicht gebildet hat. Vielerorts sind Eisflächen nicht tragfähig, wodurch beim Betreten unmittelbare Lebensgefahr besteht. Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen verliert ein ins Eis eingebrochener Mensch innerhalb kürzester Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken. Die Wasserwacht-Bayern warnt daher eindringlich vor dem Betreten von nicht tragfähigen und freigegebenen Eisflächen! „Die ehrenamtlichen Wasserretter und die Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht-Bayern sind rund um die Uhr für Notfälle auf dem Wasser und die Eisrettung mit Wasserrettern und Einsatztauchern einsatzbereit“, erklärt Thomas Huber, MdL, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern. „Die beste Rettung ist aber die, die gar nicht erst benötigt wird, daher raten wir zur Vorsicht. Unsere Einsatzkräfte sind aktuell mehr denn je gefordert, bayernweit auch an vielen Corona-Teststellen und Impfzentren. Mit enormer Leistungsbereitschaft stehen wir auch während der Corona-Pandemie für die Sicherheit der Bevölkerung am und im Wasser zur Verfügung.“

    Die Wasserwacht-Bayern rät dringend folgende Regeln für den Ernstfall zu beachten:

    Was tun, wenn man selbst im Eis einbricht?

    • Laut um Hilfe rufen.
    • Ist man allein unterwegs und eingebrochen, sollte man sich nicht mehr als nötig bewegen, um so wenig Körperwärme wie möglich zu verlieren. Das Wasser ist an der Nullgradgrenze. Daher kann Bewusstlosigkeit schon nach wenigen Minuten eintreten. Danach hat man keine Kontrolle mehr und ertrinkt.
    • In jedem Fall vermeiden, dass man unter das Eis gerät.
    • Bei einer dünnen Eisdecke das Eis so weit abbrechen, bis es trägt, sich dann in Bauch- oder Rückenlage flach auf das Eis hochziehen und auf dem Bauch zum Ufer kriechen. Durch die Verteilung des Körpergewichts auf eine größere Fläche vermeidet man ein weiteres Einbrechen.
    • Mit sogenannten Eispickeln, die man auf dem Eis immer in der Tasche haben sollte, kann man sich im Eis besser festhalten und vermeidet blutig aufgeschürfte Hände von den Eiskanten.

    Was tun, wenn man jemand anderen retten will?

    • Die Person beruhigen, deutlich machen, dass man Hilfe holt.
    • Sofort Hilfe rufen, am besten über Handy. Notruf Nummer 112 und 110. Stichworte sind: Was ist passiert und wo ist der Unfallort? Je genauer die Angaben, desto schneller kommt Hilfe. Wie lange ist die Person schon im Eiswasser?
    • Dem Eingebrochenen niemals aufrechtstehend, sondern auf dem Eis liegend helfen, da die Gefahr besteht, selbst einzubrechen.
    • Dem Eingebrochenen niemals die Hand reichen, da man selbst ins Wasser rutschen könnte. Dem Verunglückten nur mit einem festen Gegenstand helfen, den man auch loslassen kann, zum Beispiel Äste, ein Kleidungsstück, das kann auch ein Schal sein oder ein Abschleppseil.
    • Den Verunglückten am Ufer ruhig lagern und zudecken. Wenn er bewusstlos ist, die Atmung kontrollieren.
    • Die nasse Kleidung des Eingebrochenen erst zusammen mit den Mitarbeitern vom Rettungsdienst abnehmen.

    Eisflächen auf natürlichen Gewässern sollten besser gemieden werden. Wer dennoch Wintersport auf dem Eis treiben möchte, sollte grundsätzlich nur an bewachten Gewässern und nie allein auf das Eis gehen sowie auf die Warnungen der örtlichen Behörden, der lokalen Medien und Hinweis- und Verbotsschilder vor Ort achten.

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    news-824 Fri, 01 Jan 2021 12:28:08 +0100 Erheblicher Einsatzrückgang an Silvester https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/erheblicher-einsatzrueckgang-an-silvester.html Einen erheblichen Rückgang von Einsätzen verzeichnet der BRK-Rettungsdienst. In Summe ist es vom 31.12.2020-01.01.2021 zu 5.222 Einsätze gekommen. Dabei wurden 588 Notfall- und 965 Notarzteinsätze abgearbeitet. 1.853 Krankentransporte wurden durchgeführt, der Großteil allerdings tagsüber an Silvester. Im Vorjahreszeitraum wurden ingesamt 9.567 Einsätze dokumentiert, was einem Rückgang von 45% in diesem Jahr entspricht.

    Aufgrund eines deutlichen Rückgangs von traumatischen Verletzungen durch Knallkörper, weniger Alkohol- und Drogenintoxikationen und weniger Brandeinsätzen konnte eine Überlastung des Rettungsdienstes, und damit auch der Notaufnahmen verhindert werden. Damit haben die einschränkenden Maßnahmen aus Sicht des BRK den erhofften Effekt erzielt.

    Der Dienst während des Jahreswechsels ist erfahrungsgemäß anspruchsvoll. Gewaltsame Übergriffe gegenüber Rettungskräften sind – nach jetzigem Kenntnisstand - in diesem, wie im vorherigen Jahr, nicht gemeldet worden.

    Das Bayerische Rote Kreuz ist der größte Rettungsdienstbetreiber in Bayern, und einer der größten Rettungsdienstbetreiber in Deutschland und in Westeuropa. Mit ca. 6.300 angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst sowie rund 15.000 freiwilligen Helferinnen und Helfer sind wir mit knapp 1.200 Notarzt-, Rettungs- und Krankentransportwagen jeden Tag im Einsatz.

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    news-823 Wed, 30 Dec 2020 20:25:44 +0100 BRK-Präsident verständnislos über angekündigten Lieferverzug von Impfdosen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/brk-praesident-verstaendnislos-ueber-angekuendigten-lieferverzug-von-impfdosen.html Verständnislos äußerte sich BRK-Präsident Theo Zellner über den vom Bundesgesundheitsministerium angekündigten Lieferverzug der dringend benötigten Impfdosen im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk am Mittwochabend. „Eine Unterbrechung der Impfkette ist unvertretbar und kann nicht in Frage kommen. Den Schwerpunkt des Infektionsgeschehens und der Sterberate haben wir in den Alten- und Pflegeeinrichtungen. Da geht es um Leben und Tod, jede Stunde ist wichtig“, so BRK-Präsident Theo Zellner im BR-Interview am Mittwoch, den 30.12.2020.

    In mehr als 40 Landkreisen und kreisfreien Städten Bayerns ist das Bayerische Rote Kreuz beim Betrieb der Impfzentren und der Organisation mobiler Impfteams beteiligt. Präsident Zellner: „Wir brauchen Planungssicherheit. Eine verlässliche und zielgenaue Kommunikation des Bundes ist dringend notwendig.“

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    news-822 Mon, 28 Dec 2020 15:27:53 +0100 Hilfsorganisationen testeten über 12.000 Angehörige pflegebedürftiger Menschen https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/hilfsorganisationen-testeten-ueber-12000-angehoerige-pflegebeduerftiger-menschen.html Unter Federführung der Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes haben die bayerischen Hilfsorganisationen (ASB, DLRG, JUH, MHD, MHW, THW und BRK) im Rahmen einer „Weihnachtsaktion“ an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen über 170 Schnelltest-Stationen in Betrieb genommen. Mit rund 4.000 Einsatzkräften, die überwiegend ehrenamtlich im Einsatz waren, konnten 12.093 Schnelltestungen durchgeführt werden. Darunter wurden 174 positive Befunde gezählt.

    Dazu bilanziert BRK-Präsident Theo Zellner: „Das sind 174 infektiöse Menschen, die symptomfrei und unwissentlich eine Senioren-, Pflege- oder Behinderteneinrichtung betreten hätten. Durch diese Aktion konnten wir Bewohnern und Angehörigen ein Mehr an Sicherheit bieten. Ich bin den rund 4.000 Einsatzkräften, die vielen Menschen Weihnachten ermöglicht haben, außerordentlich dankbar.“

    Bayerns Gesundheitsministerin, Melanie Huml: „Es ist großartig, was die bayerischen Hilfsorganisationen geleistet haben – ich danke ihnen herzlich dafür, dass sie unsere Initiative aufgegriffen haben. Auch nach Weihnachten bleibt es unser Ziel, dass Besuche in diesen Einrichtungen bei bestmöglichem Schutz stattfinden können. Denn damit können wir soziale Isolation verhindern.“

    Bayerns Innenminister, Joachim Herrmann, ergänzt: "Ich bin tief beeindruckt, wie engagiert sich die vielen Ehrenamtlichen in Bayern für den Schutz der Allgemeinheit einsetzen und 'ihr' Weihnachten opfern. Das ist ein Glanzlicht an Mitmenschlichkeit und Solidarität!"

    Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz: Arbeiter-Samariter-Bund e.V., das Bayerisches Rotes Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V., die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., der Malteser Hilfsdienst e.V., das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. (MHW) und das Technische Hilfswerk (THW).

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    news-821 Thu, 24 Dec 2020 19:41:29 +0100 "Glanzlicht gelebter Nächstenliebe" - Weihnachts-Testaktion gestartet https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/glanzlicht-gelebter-naechstenliebe-weihnachts-testaktion-gestartet.html Um den ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihren weihnachtlichen Einsatz zu danken, sind Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann an Heiligabend nach Nürnberg gekommen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann haben heute gemeinsam mit Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk die Corona-Teststation des BRK in Nürnberg besucht. Anlass war der Start einer Aktion der bayerischen Hilfsorganisationen (ASB, BRK, DLRG, JUH, MHD, MHW und THW) unter Federführung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), bei der an Heiligabend und den beiden Weihnachtsfeiertagen bayernweit kostenlose Schnelltestungen für Angehörige pflegebedürftiger Menschen angeboten werden. Dieses flächendeckende Angebot wurde vom bayerischen Gesundheitsministerium initiiert und mit 600.000 Schnelltests unterstützt.

    "Zusätzlich zu den Testungen beim Vertragsarzt oder in den kommunalen Testzentren können Angehörige sich nun dank des Engagements der bayerischen Hilfsorganisationen im Rahmen einer Weihnachtsaktion kostenfrei mittels eines Antigen-Schnelltests auf Corona testen lassen", erklärte Huml. Herrmann unterstrich dabei die große Bedeutung umfangreicher Testmöglichkeiten: "Gerade an den Weihnachtsfeiertagen brauchen viele Angehörige größtmögliche Sicherheit, nicht corona-infiziert zu sein." Huml und Herrmann sind dem BRK und den beteiligten Hilfsorganisationen höchst dankbar: "Das ist eine großartige gemeinsame Kraftanstrengung für das Wohl aller!"

    Landesgeschäftsführer und Verantwortlicher für das Krisenmanagement im Bayerischen Roten Kreuz, Leonhard Stärk, betonte: "Die jeweilige Einrichtung entscheidet eigenständig und unter Maßgabe des Infektionsgeschehens innerhalb der Einrichtung, ob und wie viele Besuche insgesamt möglich sein werden. Somit ist die alleinige „Negativ-Testung“ kein Zutrittsschein in eine Einrichtung. Auch eine tagesaktuelle Negativ-Testung, ist kein Grund auf andere Schutzmaßnahmen, wie das Tragen einer FFP2-Maske oder das Halten von Abstand zu verzichten. Ich möchte klarstellen: diese Aktion öffnet nicht Tor und Tür in den Einrichtungen. Es ist eine weitere, der vielen vorhandenen Maßnahmen, um hochbetagten und gesundheitlich vorgeschädigten Menschen noch besser zu schützen, gleichzeitig aber auch vor einer sozialen Isolation zu bewahren."

    Gesundheitsministerin Huml betonte: "Wir müssen insbesondere die pflegebedürftigen Menschen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen vor einer Infektion mit dem lebensgefährlichen Coronavirus schützen! Unser Ziel ist aber auch, dass diese Menschen gerade an Weihnachten während des Lockdowns von ihren Angehörigen besucht werden können. Deshalb haben wir uns für strenge Schutzmaßnahmen entschlossen, wie etwa das Vorlegen eines negativen Coronatests oder das Tragen einer FFP2-Maske."

    "Glanzlicht an Mitmenschlichkeit und Solidarität"

    Bayerns Innenminister Herrmann betonte, dass er sehr stolz auf das starke Netzwerk bayerischer Hilfsorganisationen ist. "Ich bin tief beeindruckt, wie engagiert sich die vielen Ehrenamtlichen in Bayern für den Schutz der Allgemeinheit einsetzen und 'ihr' Weihnachten opfern." Der Innenminister verwies darauf, dass im Rahmen der Weihnachts-Testaktion bayernweit rund 180 zusätzliche Teststellen für Angehörige pflegebedürftiger Menschen betrieben werden. "Das ist ein Glanzlicht an Mitmenschlichkeit und Solidarität!"

    Ergänzend zu den regulären Testkapazitäten bei Hausärzten oder Testzentren über die Weihnachtsfeiertage veranstaltet das BRK unter Federführung der BRK-Bereitschaften mit der Bergwacht, Wasserwacht, dem Jugendrotkreuz und der Wohlfahrts-/Sozialarbeit und den ehrenamtlichen Kräften der Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund e.V., Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V., Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Malteser Hilfsdienst e.V., Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. (MHW) und dem Technischen Hilfswerk (THW) die bayernweite Testaktion für Angehörige Pflegebedürftiger an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen.

    Weitere Informationen zur Aktion:

    Hier klicken

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    news-820 Tue, 22 Dec 2020 11:52:55 +0100 Schnell, flexibel und umweltfreundlich – Drohnen als zukünftiges Transportmittel auch für Notfallmedikamente https://www.brk.dehttps://www.brk.de/aktuell/presse/meldung/schnell-flexibel-und-umweltfreundlich-drohnen-als-zukuenftiges-transportmittel-auch-fuer-notfallmedikamente.html Das Krankenhaus in Pfaffenhofen an der Ilm benötigt für einen Patienten dringend ein Medikament, dass in der hausinternen Apotheke nicht vorrätig – was tun? In der Apotheke des Klinikums Ingolstadt ist das gewünschte Präparat verfügbar, aber wie kommt es am schnellsten zum Patienten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt MEDinTIME, dass von der Firma QuantumSystems koordiniert und geleitet wird. Das Bayerische Rote Kreuz, die Technische Hochschule Ingolstadt und der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, sind die weiteren Projektpartner. Mittels spezieller Drohnen können lange Strecken überwunden werden, da die Fluggeräte schnell und außerhalb der Sicht fliegen können. Diese sollen Medikamente schnell und effizient von der Zentralapotheke zu den anfordernden Krankenhäusern fliegen. Worin liegt die Herausforderung?

    Kleinere Krankenhäuser können, auch nicht zuletzt wegen den hohen Vorhaltungskosten und den fehlenden Lagerkapazitäten, nicht alle Notfallmedikamente lagern. Und falls doch, fallen bei der hausinternen Apotheke hohe Kosten für Lagerhaltung und Anschaffung an – für Medikamente, die nur selten benötigt werden. Dies wiederum führt dazu, dass viele Tabletten und Tinkturen überlagert werden und dann kostspielig entsorgt werden. Effektiver wäre es, die Notfallmedikamente nur bei wirklichem Bedarf im Krankenhaus zur Verfügung zu haben – hier kommen die Drohnen ins Spiel.

    Drohnen – von Skepsis und Akzeptanz

    Von viele Menschen werden Drohnen erstmal sehr kritisch gesehen. Fliegt dieses unbemannte Flugobjekt über meinen Garten, spioniert mich jemand aus und was ist das überhaupt für ein Geräusch? Sobald man aber den Vorteil und den Einsatzzweck kennt, ändert sich diese Meinung. Die Drohnen für MEDInTIME sind sehr geräuscharm, denn der Ruhebereich rund um Krankenhäuser darf nicht unnötig beeinträchtigt werden. Werden Drohnen, wie in diesem Projekt geplant, zur Verbesserung der Patientenversorgung eingesetzt, steigt auch die Akzeptanz bei der Bevölkerung.

    Warum Autos keine Alternative sind

    Die Strecke kann doch auch ein Auto zurücklegen und dabei sogar mehr transportieren, oder? Prinzipiell schon, aber das ist hier nicht das Ziel. Es geht darum, kleine Medikamentenmengen effizient auf dem Luftweg zu transportieren. Die Drohne ist dabei schneller, weil sie Luftlinie fliegen kann. Sie steht nicht im Stau oder muss an Ampeln halten. Außerdem ist sie umweltfreundlicher, denn sie stößt keine Abgase aus. Sollte das Notfallmedikament Kühlung oder Schutz vor Hitze benötigen, werden entsprechende Spezialbehältnisse verwendet. Alles in allem ist die Langstreckendrohne deutlich effizienter als bodengebundene Transportmittel und hat viele Vorteile.

    Wo liegen die Herausforderungen?

    MEDinTIME versucht den Einsatz im städtischen sowie im ländlichen Raum zu untersuchen, um neue und moderne Lösung der Drohnentechnologie zu entwickeln. Stromleitung, Luftverkehr, Hochhäuser und weitere mögliche Hindernisse müssen bewältigt werden. Ebenfalls ist die Integrationen, einer außerhalb der Sichtweite fliegenden Drohne eine große Herausforderung, nicht nur im Hinblick auf Genehmigungs- und Zulassungsverfahren. MEDinTIME testet den Lufttransport zwischen dem Klinikum Ingolstadt und der Ilmtalklinik in Pfaffenhofen an der Ilm.

    Das BRK als Innovationsmotor!

    Der Bereich Sicherheitsforschung gehört zur Abteilung Rettungsdienst in der BRK Landesgeschäftsstelle in München. Hier beschäftigt man sich mit nationalen und internationalen  Forschungsfragen über alle Bereiche der Hilfsorganisation. Es werden unterschiedliche Projekte durchgeführt, die sich inhaltlich mit neuen Anwendungsfälle im 5G Bereich, Erhöhung der Sicherheit bei den Flüchtlingsbewegungen durch Social Media Analysen oder der Implementierung von Satellitenbildern zur Lagebewertung beschäftigen. Das BRK diskutiert die praktischen Bedarfe mit den verschiedenen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weiteren Beteiligten, um die besten Lösungen für die Versorgung und den Schutz der Bevölkerung zu entwickeln. Drohnen werden schon heute fast täglich beim BRK in den verschiedenen Gemeinschaften sehr erfolgreich in unterschiedlichsten Einsatzszenarien eingesetzt. MEDinTIME bietet die große Chance, die Drohnentechnologie weiter zu entwickeln und auf die Anwendungsfälle der Hilfsorganisation anzupassen.

    Weitere Informationen zu dem Projekt findet ihr hier. Im nächsten Jahr werden die ersten Testflüge unternommen – wir sind gespannt wie es weitergeht!

    Ihr habt noch Fragen? Gerne werden diese von den Kollegen und Kolleginnen der Sicherheitsforschung beantwortet. Schreibet uns eine Mail an: kippnich(at)lgst.brk.de

     

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