· Pressemitteilung

Zivil- und Katastrophenschutz: Bundesinnenminister und Ministerpräsident bei BRK-Übung „Komplexes Hilfeleistungssystem“

Foto: Matthias Balk / BRK

Ob Großschadenslagen aufgrund von Naturereignissen, Havarien oder hybride Bedrohung: Wenn Menschen in Not geraten, kommt es auf ein leistungsfähiges, eingespieltes und möglichst umfassendes Hilfeleistungssystem an.

Das Bayerische Rote Kreuz präsentierte sein Komplexes Hilfeleistungssystem heute im Rahmen einer Übung im Bereich der Allianz Arena. Mehr als 75 Einsatzkräfte und Verletztendarsteller*innen waren an der Übung beteiligt.

Von der schnellen, koordinierten und professionellen Bewältigung der Einsatzlage konnten sich der Bundesminister des Innern, Alexander Dobrindt, die Parlamentarische Staatssekretärin, Daniela Ludwig, der bayerische Ministerpräsident, Dr. Markus Söder, der bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann, und der bayerische Justizminister Georg Eisenreich, der zugleich Schirmherr der BRK-Bereitschaften ist, heute ein Bild machen. 

Angenommen wurde ein Massenanfall von Verletzten infolge eines Unfalls in einer Menschenmenge, wobei auch ein zunächst unbekannter, giftiger Stoff ausgetreten war. Dabei haben die BRK-Bereitschaften das hochprofessionelle Komplexe Hilfeleistungssystem des Bayerischen Roten Kreuzes vorgestellt – von der Sanitäts-Einsatzleitung über eine Dekontaminationsstelle bis hin zu einem Unimog der Landesvorhaltung und weiteren spezialisierten Einsatzmitteln. Auch ein Rettungshubschrauber und ein Transporthubschrauber waren im Einsatz. 

Dabei wurde die herausragende Bedeutung regelmäßiger Übungen für die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit in den Vordergrund gestellt. Denn: Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen haben – anders als THW und Feuerwehren – keinen generellen Anspruch auf Freistellung vom Arbeitgeber, um an Übungen teilnehmen zu können. Stattdessen müssen sie sich Urlaub nehmen – oder abends bzw. am Wochenende üben

BRK-Präsident Hans-Michael Weisky betonte das hohe Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte und die Notwendigkeit einer Helfergleichstellung: „Wer nicht üben kann, kann im Einsatz nicht funktionieren. Was wir heute gesehen haben, ist vor allem eines: ehrenamtliches Engagement. Der Zivilschutz ist unweigerlich mit dem Ehrenamt im Katastrophenschutz verbunden und jeder Helfer und jede Helferin ist dabei gleich wichtig. Deshalb braucht es endlich eine Helfergleichstellung. Während THW und Feuerwehr für Übungen wie heute freigestellt werden, haben freiwillige Hilfsorganisationen, wie das BRK, hierauf keinen Anspruch. Wir werden nicht müde darauf hinzuweisen, hat es doch Einfluss auf unser wichtigstes Gut: die Menschen, die sich im BRK und in den anderen Hilfsorganisationen einbringen. Eine klare Regelung bedeutet Wertschätzung und gleichzeitig stärkt sie den Katastrophen- und Zivilschutz.“

Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Großer Dank an echte Lebensretter! Das Bayerische Rote Kreuz ist mit höchster Kompetenz rund um die Uhr für uns da. Das ist Champions League – passend zum Ort der heutigen Großübung. Die Geschwindigkeit, Souveränität und Zusammenarbeit aller Rettungsorganisationen ist beeindruckend. Das verdient höchste Wertschätzung und gibt ein gutes Gefühl. Die allermeisten Retterinnen und Retter sind dabei ehrenamtlich tätig – das hat unbezahlbaren Wert. Bayern steht an ihrer Seite: Wir sorgen für moderne Ausrüstung und Ausbildung wie mit dem Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen und etablieren in Bayern ein eigenes Landesamt für Bevölkerungsschutz. Auch bei der Helferfreistellung für Übungen werden wir gemeinsam eine Lösung finden.“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt betonte: „Unser Sicherheitsversprechen beruht zu 90 %  auf der Einsatzbereitschaft von ehrenamtlichen Kräften, insbesondere in den Hilfsorganisationen wie dem Bayrischen Roten Kreuz. Mit herausragendem Engagement und beeindruckenden Fähigkeiten stehen sie bereit, in der Katastrophenhilfe und im Bevölkerungsschutz. Dafür bin ich allen Einsatzkräften außerordentlich dankbar. Dieses zivigesellschaftliche Engagement verdient höchste Anerkennung, aber auch notwendige Unterstützung. Die bieten wir mit dem Pakt für den Bevölkerungsschutz mit dem wir zehn Milliaden Euro bis 2029 in Ausstattung und Ausbildung investieren. Wir rüsten auf im Bevölkerungsschutz und in der zivilen Verteidigung, damit unser Land widerstandsfähiger wird.“

Das BRK bekräftigte bei der Übung außerdem die Notwendigkeit den Zivil- und Katastrophenschutz generell zu stärken, im Äußeren wie auch im Inneren. Das beginnt bei der Bevorratung von Lebensmitteln oder der Anschaffung eines Gaskochers und Kurbelradios – und setzt sich bei der Resilienz im Alltag fort, bei Szenarien, die etwa Erste Hilfe erfordern. Mit Erste Hilfe-Kursen des BRK, die auch mit Selbstschutzinhalten angeboten werden, können Bürgerinnen und Bürger dabei die eigene Resilienz verbessern.