· Pressemitteilung

Das Bayerische Rote Kreuz ist da, wo Menschen Hilfe brauchen

Foto: Matthias Balk / BRK

Drei Tage. Mehr als 1.000 Kilometer quer durch Bayern. Zehn Stationen. Unzählige Begegnungen mit Haupt- und Ehrenamtlichen. Die Bayerntour von DRK-Präsident Hermann Gröhe gemeinsam mit BRK-Präsident Hans-Michael Weisky sowie BRK-Vizepräsident Andreas Hanna-Krahl und BRK-Vizepräsidentin Mechthilde Wittmann war weit mehr als eine Rundreise durch den Freistaat. Sie war eine Reise durch die ganze Vielfalt des Bayerischen Roten Kreuzes.

Von 3. bis 5. August 2026 tourte die Delegation durch Bayern. Vom Kinderhaus über die Offene Behindertenarbeit, von Luftrettung, Bergwacht und Wasserwacht bis hin zur Pflege, Hospizarbeit und dem Katastrophenschutz wurde deutlich: Das BRK begleitet Menschen in allen Lebenslagen – oft rund um die Uhr und immer mit dem Anspruch, Hilfe dort zu leisten, wo sie gebraucht wird und immer im Zeichen seiner sieben Grundsätze.

Frühkindliche Bildung als gesellschaftliche Aufgabe

Der erste am 03. August führte die Delegation in das Kinderhaus Moniberg des BRK-Kreisverbandes Landshut. Hier erleben 84 Kinder in Krippe und Kindergarten ein modernes, teiloffenes Betreuungskonzept mit Lernwerkstatt, Atelier, Bauraum und großzügigen Außenflächen.

Doch neben der pädagogischen Arbeit standen auch die Herausforderungen der Kindertagesbetreuung im Mittelpunkt. Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten bleibt eine der wichtigsten Aufgaben und Herausforderungen. Gleichzeitig wurde deutlich: Gute Kinderbetreuung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. „Kita ist kein Luxusgut, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe“, machte BRK-Präsident Hans-Michael Weisky deutlich und fügte dabei mit Blick auf die Bayerische Staatsregierung an: „Eine verlässliche Finanzierung ist deshalb unerlässlich.“

Inklusion braucht Menschen

Im BRK-Kreisverband Ebersberg zeigte sich, wie vielfältig soziale Arbeit sein kann. Besonders beeindruckte die Offene Behindertenarbeit (OBA) – ein Angebot, das Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen begleitet, berät und Teilhabe ermöglicht.

Allein 2025 organisierte die OBA mehr als 187 Freizeit- und Bildungsangebote mit über 1.400 Teilnehmenden. Möglich ist das nur durch das enge Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt.

Der Besuch machte deutlich: Inklusion entsteht nicht von allein. Sie lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Ehrenamt auf Bayerns größtem See

Den Abschluss des ersten Tages bildete der Besuch der Wasserwacht am Chiemsee im BRK-Kreisverband Traunstein.

Mehr als 900 Mitglieder engagieren sich innerhalb der Kreis-Wasserwacht Traunstein in 19 Ortsgruppen und leisten jährlich rund 200 Einsätze unter anderem auf Bayerns größtem Binnensee.

Bei einer realitätsnahen Einsatzübung demonstrierten die Einsatzkräfte die Rettung zweier erschöpfter Stand-up-Paddlerinnen, die weit entfernt vom Ufer in ein aufziehendes Unwetter geraten waren – ein Einsatzbild, das die Wasserwacht gerade in den Sommermonaten immer wieder beschäftigt.

Luftrettung unter besonderen Bedingungen

Der zweite Tag der Tour am 4. August begann auf dem Dach des Klinikums Traunstein beim Rettungshubschrauber Christoph 14.

Gemeinsam mit Notfallsanitätern der BRK-Landesgeschäftsstelle, Pilotinnen und Piloten der Bundespolizei sowie Notärztinnen und Notärzten gewährleistet die Crew schnelle Hilfe – oft unter schwierigsten Bedingungen im alpinen Gelände.

Besonders eindrucksvoll war für die Delegation der Einblick in die Arbeitsbedingungen der Besatzung. Aus Gewichtsgründen verfügt der Rettungshubschrauber über keine Klimaanlage – eine zusätzliche Belastung, gerade an heißen Sommertagen.

Ausbildung für den Ernstfall

Von Traunstein ging es weiter nach Bad Tölz in das Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung.

Dort berichtete die Bergwacht Bayern unter anderem über ihre Einsätze bei den zahlreichen Waldbränden der vergangenen Tage. Ob Absturzsicherung für Feuerwehrkräfte, Luftlagebilder per Drohne oder Rettung im unwegsamen Gelände – die Aufgaben werden immer vielfältiger.

Große Aufmerksamkeit galt außerdem dem entstehenden Bayerischen Zentrum für Alpine Sicherheit. In Bad Tölz entsteht bis 2027 eines der modernsten Ausbildungszentren Europas für alpine Rettung.

Nachhaltigkeit trifft soziale Verantwortung

Im Secondhand-Laden „RE:LoveD“ des BRK-Kreisverbandes Augsburg-Stadt wird Kleidung nicht nur weiterverkauft, sondern bewusst ein Zeichen gegen Wegwerfmentalität gesetzt. Secondhand ist hier ausdrücklich kein Angebot nur für Bedürftige, sondern für alle Menschen, die nachhaltiger leben möchten.

Direkt im Anschluss präsentierte die Wasserwacht Augsburg ihre hochmoderne Sonartechnik, mit der Vermisste unter Wasser lokalisiert werden können – ein Beispiel dafür, wie soziale Angebote und innovative Einsatztechnik im BRK Hand in Hand gehen.

Gute Pflege braucht gute Rahmenbedingungen

Im Pflegezentrum am Mangoldfelsen des BRK-Kreisverbandes Nordschwaben wurde deutlich, welche Herausforderungen die stationäre Pflege derzeit bewegen. Mit 120 Pflegeplätzen, einer Auslastung von 97 Prozent und mehr als 130 Mitarbeitenden gehört die Einrichtung zu den wichtigsten Pflegeanbietern der Region.

Doch auch hier bleibt die Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte eine Daueraufgabe. Im Austausch mit den Verantwortlichen standen deshalb insbesondere die Zukunft der Pflege und die notwendigen politischen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt.

Wenn Herzenswünsche Wirklichkeit werden

Der letzte Tourtag am 05. August begann beim BRK-Kreisverband Nürnberger-Land.

Im Mittelpunkt stand die jüngste Gemeinschaft des Bayerischen Roten Kreuzes: die Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Besonders bewegend war die Vorstellung des Herzenswunsch-Mobils, welches schwerstkranken Menschen einen letzten besonderen Wunsch erfüllt.

Dabei wurde deutlich, dass viele Anfragen zu spät gestellt werden. Häufig verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten so schnell, dass eine Erfüllung gar nicht mehr möglich ist. Deshalb appellieren die Verantwortlichen, Herzenswünsche frühzeitig anzusprechen und zu adressieren.

Ebenso beeindruckte ein weiteres Projekt: kostenfrei nutzbare Schließfächer für obdachlose Menschen. Ein vermeintlich kleines Angebot, das aber mit großer Wirkung Sicherheit schenkt.

Ein Finale, das die ganze Stärke des BRK zeigte

Den Abschluss der Bayerntour bildete eine groß angelegte Katastrophenschutzübung beim BRK-Kreisverband Erlangen-Höchstadt. Das Szenario hätte komplexer kaum sein können: Ein Hangrutsch, zahlreiche Verletzte, Wasserrettung, Fahrzeugbrand und eine Personenrettung aus absturzgefährdetem Gelände.

Gemeinsam mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verfolgten die Präsidenten die Übung, bei der Wasserwacht, Bergwacht, Bereitschaften und weitere Fachdienste Hand in Hand arbeiteten.

Die Übung zeigte eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des Bayerischen Roten Kreuzes – machte aber auch deutlich, vor welchen Herausforderungen das Ehrenamt steht.

Nahezu alle Einsatzkräfte hatten sich für die Teilnahme Urlaub nehmen müssen. Deshalb war die Forderung der Präsidenten eindeutig: Eine Helfergleichstellung muss künftig nicht nur für Einsätze, sondern auch für Aus- und Fortbildungen sowie Übungen gelten. Innenminister Joachim Herrmann sicherte zu, dass der Freistaat gemeinsam mit den Hilfsorganisationen und den Wirtschaftsverbänden bereits intensiv an einer Lösung arbeitet.

Ein starkes Zeichen für das Bayerische Rote Kreuz

Die Bayerntour hat eindrucksvoll gezeigt, was das Bayerische Rote Kreuz ausmacht: engagierte Menschen, professionelle Strukturen und eine enorme Bandbreite an Aufgaben.

Zum Abschluss der Bayerntour zog DRK-Präsident Hermann Gröhe ein durchweg positives Fazit. 

Die vergangenen drei Tage seien für ihn ein regelrechter „Crashkurs“ durch das Bayerische Rote Kreuz gewesen. Als neuer Präsident des Deutschen Roten Kreuzes verstehe er sich derzeit selbst noch als „Rotkreuz-Trainee“ und wolle die vielfältigen Aufgaben und Strukturen des Verbandes möglichst umfassend kennenlernen. 

Die Reise durch Bayern habe ihm eindrucksvoll vor Augen geführt, wie groß die Bandbreite des Bayerischen Roten Kreuzes sei – von der Kindertagesbetreuung über Pflege und soziale Arbeit bis hin zum Rettungsdienst, der Berg- und Wasserrettung sowie dem Katastrophenschutz. Für die zahlreichen Begegnungen, die offenen Gespräche und die engagierten Menschen, die ihm überall begegnet seien, zeigte sich Gröhe sehr dankbar. Die Bayerntour habe ihm wertvolle Eindrücke vermittelt und einmal mehr deutlich gemacht, wie unverzichtbar das Bayerische Rote Kreuz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Sicherheit der Menschen im Freistaat ist.

Mehr als 1.000 Kilometer durch Bayern haben vor allem eines gezeigt: Das Bayerische Rote Kreuz ist weit mehr als eine Hilfsorganisation. Es ist ein verlässlicher Partner für die Menschen im Freistaat – Tag für Tag, rund um die Uhr und in jeder Lebenslage.