Sie sind hier: Startseite » Was wir tun » Pflege und Soziales » Migration und Integration
 

Migration - was ist das?

MiteinanderDer Begriff "Migration" (lat. Umzug, Wanderung) wird - sozialwissenschaftlich gesehen - benutzt für die unterschiedlichen Formen räumlicher Mobilität von Menschen (Einzelpersonen, Familien, Gruppen). Die Gründe und die Motive für die Wanderung bleiben hierbei unberücksichtigt.


Wanderungstypen

Man unterscheidet folgende Wanderungsformen:

  • Begrenzte bzw. dauerhafte Migration (z.B. Saisonarbeiter, Gastarbeiter, Eheschließungen)
  • Freiwillige und erzwungene Migration (z.B. Studenten, Flucht und Vertreibung
  • Grenzüberschreitende Migration und Binnenmigration (z.B. Auswanderung aus Deutschland, Ost-West-Wanderung in BRD


Wanderungsursachen

Die wichtigsten Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen, fliehen oder auswandern sind:

  • Politische Gründe wie Kriege und Bürgerkriege, Verfolgung und Vertreibung, Konflikte zwischen Ethnien und verschiedenen Nationalitäten, Menschenrechtsverletzungen, Folter
  • Wirtschaftlich-soziale Gründe wie Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit
  • Ökologische Gründe wie Natur- und Umweltkatastrophen
  • Demographische Gründe (Überbevölkerung)


Flüchtlinge und Migration

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) schützt und unterstützt 20,6 Millionen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und massiven Menschenrechtsverletzungen geflohen sind oder sich in flüchtlingsähnlichen Situationen befinden. Nach Schätzungen beträgt die Zahl aller Flüchtlinge und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen weltweit über 40 Millionen.


Deutschland und Migration

Deutschland hat eine lange Migrationsgeschichte. Im ausgehenden Mittelalter wanderten viele Deutsche nach Ost- und Südosteuropa aus. Im 19. Jahrhundert folgte die Auswanderung von mehreren Millionen Deutschen nach Nord- und Südamerika und auch im 20. Jahrhundert war Migration ein gesellschaftlich bedeutendes Phänomen, vor allem auch als Folge der beiden Weltkriege. So wurden als (Spät-)Folgen des Zweiten Weltkrieges von 1950 bis 2003 8.143.387 Aussiedler und Spätaussiedler (aus Ost- und Südosteuropa) und Übersiedler (bis 1990) aus der ehemaligen DDR in der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Bayern nahm hiervon 886.573 Personen auf.

In den letzten 40 Jahren war eine verstärkte Zuwanderung nach Deutschland zu beobachten. Der Wanderungssaldo war meistens positiv; zwischen 1960 und 2000 wurde ein Zuwanderungsüberschuss von 6,6 Mio. Ausländerinnen und Ausländer errechnet, es gab 25,2 Mio. Zuzüge und 18,6 Mio. Fortzüge.

Als Migranten oder Zuwanderer werden folgende Personengruppen bezeichnet:

  • Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen
  • Politische Flüchtlinge (Asylberechtigte, Kontingentflüchtlinge und Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention)
  • Flüchtlinge aufgrund von Kriegs- oder Bürgerkriegssituationen, ökologischen oder sonstigen Katastrophen sowie extremen wirtschaftlichen Notsituationen
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der EU und ihre Familienangehörigen
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern und anderen Nicht-EU-Staaten und ihre Familienangehörigen
  • Mit Deutschen verheiratete Ausländerinnen und Ausländer
  • Studierende aus dem Ausland

 

 

Artikelaktionen
 
Ihr Ansprechpartner

Landesgeschäftsstelle
Bereich Pflege & Soziales
Irene Marsfelden
Tel.:  089/9241-1416
Fax:  089/9241-1202
Email schreiben