Sie sind hier: Startseite » Aktuelles » Basistraining Motorradstreife
 

Basistraining Motorradstreife

Basistraining Motorradstreife
Unsere zehn neuen Einsatzkräfte während dem Basistraining in Ainring
Basistraining Motorradstreife
Benny Weber beim Schräglagentraining

Zehn neue Einsatzkräfte der bayerischen Motorradstreife haben sich zu Saisonbeginn fit gemacht. Beim Basistraining lernten die Fahrer das Beherrschen eines Motorrades auch in schwierigen Situationen. Lesen Sie hier den Erfahrungsbericht von Benjamin Weber:

Mal eben nach Ainring fahren ist nicht so einfach, wie gedacht… Erst recht nicht, wenn man neben dem Sanitätsmaterial noch einen Rucksack mit Gepäck für drei Tage auf dem Rücken hat und es ohne Unterlass regnet! Aber gegen 21:30 Uhr habe auch ich, als letzter der 10 Teilnehmer, das trockene, warme und wirklich schöne Hotel mitten im Nirgendwo an der Grenze zu Österreich erreicht, meine Maschine im Keller abgestellt und die restlichen Leute getroffen, die schon sämtliche Szenarien wegen meiner Abwesenheit durchgedacht hatten. Es blieb dann beim Abendessen noch Zeit, sich ein bisschen über die unterschiedlichen Erwartungen für die bevorstehenden Tage auszutauschen, bevor man zum Kräftesammeln schlafen ging.

Der Freitag begann um 7:30 Uhr mit Fahrphysik im Seminarraum. Da es aber auch am Freitag regnete, wurde der Plan, am Nachmittag den ersten Praxisteil hinter sich zu bringen, geändert und die komplette Theorie mit einer halben Stunde Mittagspause durchgearbeitet. Wer dachte, anstrengender könne es nicht werden, der hat sich schnell eines Besseren belehren lassen…

Am Samstag wurden wir, nach liebevoll bereitetem Frühstück, um sieben Uhr abgeholt und fuhren, natürlich im Regen, die Übungsmaschinen holen, auf denen wir die verschiedenen Übungen und „Stunts“ erlernen sollten. Auf dem Übungsplatz gab es dann für jeden ein Funkgerät, das die nächsten beiden Tage zum ständigen Begleiter werden sollte. Und schon ging es mit Turnübungen zum warm werden los: stehend, stehend freihändig, kniend, im Damenreitsitz, auf dem Tank sitzend fahren! Der restliche Tag wurde mit Bremsmanövern (Vorderrad und Hinterrad auf Sand blockieren lassen), Langsamfahrübungen, Blickschulung, Ausweichen, Blickschulung, Notmanövern, Blickschulung, Lenkimpuls, Blickschulung, Fahren über Hindernis, Blickschulung, Flucht ins Gelände und natürlich Blickschulung verbracht, bevor es abschließend ans Schräglagentraining mit dem speziell umgebauten Motorrad mit Stützrädern ging. Auf einer Kreisbahn wurde trainiert, wie man ohne einen Sturz sein Motorrad mit 45° Schräglage noch sicher bedienen kann und wie sich das Wegrutschen auf Wasser und Sand verhält.

Nach 13,5 Stunden auf den Maschinen war der zweite Tag dann recht bald nach dem Abendessen vorbei und mancher träumte von den Kommandos wie „Owe, OWE!“ oder „Fußspitzerln zuawe!“

Am Sonntag wurden, wer hätte es gedacht bei Regen, die Übungen auf den schwereren Diensmaschinen trainiert, bis jeder sie erfolgreich durchführen konnte. Gerade das Schräglagentraining war hier von Bedeutung, da es anschließend auf das Rossfeld ging, wo wir als letzten Ausbildungsinhalt das Serpentinentraining auf dem Plan hatten. Hier sollte erwähnt werden, dass ich als einziger keine Regenkleidung dabei hatte und mit einer Maschine ohne funktionierende Griffheizung ausgestattet war. Unser Trainer meinte, die Schneefallgrenze liege bei rund 1500Metern, was uns aber nichts ausmachen würde. Er sollte sich irren. Die eigentlich landschaftlich ansprechende Gegend auf dem Rossfeld (Obersalzberg) ist sicherlich auch auf Grund der Serpentinen eine reizvolle Motorradstrecke, aber nachdem bereits auf dem Weg auf den Berg der Schneefall eingesetzt hatte, war schnell klar, dass wir davon wenig haben würden. Oben angekommen, konnten wir sehen, dass wir NICHTS sehen werden. Die Sicht betrug durch den Nebel und leichten Schneefall ca. 40 Meter. Nachdem wir das Serpentinentraining und die Idealliniensuche bei 5°C und idealen Bedingungen hinter uns gebracht hatten, konnten wir uns teilweise durchnässt und müde auf den Heimweg machen, der manchen noch gut 5 Stunden Fahrt versprach.

Alles in allem kann man aber sagen, es hat sich gelohnt. Die anderen Anwärter waren sehr nette Leute, die Stimmung wirklich entspannt und das Training sehr zu empfehlen. Das Verkehrsinstitut Schwabe mit unserem Coach Klaus Schwabe hat uns sehr gut auf die vielseitigen Anforderungen vorbereitet, die sich uns beim Umgang mit den schweren Einsatzmaschinen bieten können.

Artikelaktionen
 
Dienstabzeichen

wappen.jpg

Einsatzberichte
index 3.jpg
Ihr Ansprechpartner:
kein Kontakt gefunden