BRK setzt sich neue Qualitätsziele - Pflegenoten nur ein erster Schritt
11.02.2010 - Mit einer Qualitätsoffensive seiner 73 Kreisverbände, fünf Bezirksverbände und der Sozialservice Gesellschaft (RKS) reagiert das Bayerische Rote Kreuz auf die öffentliche Diskussion der neuen "Pflegenoten" nach der bundesweit geltenden Pflegetransparenzvereinbarung (PTV).
Wie die Präsidentin des BRK, Christa Prinzessin von Thurn und Taxis und Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk heute erklärten, bekenne sich das BRK zum Prüfverfahren nach der PTV und zur Veröffentlichung der Prüfergebnisse. Gleichzeitig fordern sie aber auch, dass dieser erste Ansatz einer systematischen Qualitätsbewertung in der Pflege weiterentwickelt und aussagefähiger gemacht wird.
Für das BRK, so die Präsidentin, stehe der Mensch im Mittelpunkt, nicht das Prüfsystem. „Im Dezember 2003, also lange vor der Einführung der Pflegebenotung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, hat das BRK sich ein eigenes internes Qualitätsmanagement für die Pflegeeinrichtungen auferlegt“, sagt Stärk. „Uns ist bewusst, dass ein Teil unserer Einrichtungen die internen und die externen Qualitätserwartungen noch nicht erfüllt", bestätigt Stärk, „aber unsere 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege arbeiten engagiert an der stetigen Verbesserung unserer Leistungen in der Pflege".
Die Präsidentin weist aber auch darauf hin, dass auf Grund des heute schon herrschenden Pflegekräftemangels akuter Handlungsbedarf besteht, die Berufe in der Altenpflege in jeder Hinsicht zu fördern und den Wert der sozialen Arbeit deutlich zu machen. BRK-Präsidentin: „Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die geforderten Leitlinien des Gesetzgebers und der Gesellschaft auch erfüllen zu können“.
Das BRK akzeptiert das bundeseinheitlich festgelegte Pflegetransparenzverfahren als die derzeit einzige Möglichkeit der Bewertung von Pflegeleistungen, verlangt aber gleichzeitig seine Weiterentwicklung und die Beseitigung von Schwachstellen, z.B. in der Gewichtung von Prüfkriterien.
Auf die Verantwortung des Roten Kreuzes als großer Träger der Altenpflege verweist BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, wenn sie mehr Menschlichkeit in der Pflege fordert. „Aus dieser Verantwortung für den Menschen erwächst die Pflicht zur ständigen Qualitätsverbesserung und zur Transparenz“, so die Präsidentin und erklärt, dass das BRK sich nicht an den laufenden Gerichtsverfahren zum Stopp der Veröffentlichungen beteiligen werde.
Positionspapier des Bayerischen Roten Kreuzes zur Qualitätsoffensive
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