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Unterschätzte Gefahr

20.08.2010 - Immer wieder unterschätzen die Menschen die Lebensgefahr im Wasser. Das zeigt die Statistik der Wasserwacht Bayern in diesem Jahr. Seit Pfingsten sind in Bayern 51 Menschen ertrunken, darunter sind auch einige Bootsunfälle.

Extreme Erhitzung, Leichtsinn und Alkohol sind nach der Beobachtung der Wasserwacht eine lebensgefährliche Kombination und oftmals die Ursache für viele Badeunfälle. Ulrike Scharf, Vorsitzende der Wasserwacht, spricht in dieser Badesaison von einer erschütternden Häufung. „Und in dieser Zeit gab es oft auch schlechtes Wetter. An jedem sonnigen und warmen Wochenende gibt es neue tragische Badeunfälle“. Meist sind es Kreislaufprobleme, die  schnell zu lebensgefährlichen Situationen führen. Man sollte einfache Regeln befolgen, die seit Großmutters Zeit eigentlich allen bekannt sind. Scharf weiter: „Wer zum Beispiel lange in der Sonne sitzt und dann ins Wasser geht ohne sich abzukühlen, der ist leichtsinnig und riskiert einen Kollaps.“

Auch im Jahr 2009  sind in Bayern viele Menschen  ertrunken,  laut Statistik  insgesamt 127 Menschen. Die Wasserwacht Bayern unterhält im Freistaat Bayern rund 2260 Rettungsstationen. In der Regel sind die ehrenamtlichen Wasserretter an den Wochenenden im Dienst. Trotzdem ist im Notfall die Hilfe von Laien gefragt. Scharf: „Wer beobachtet, dass ein Mensch Hilfe braucht, sollte sofort einen Notruf unter 112 absetzen.“ Auf keinen Fall sollte der Helfer unbedacht selbst ins Wasser hechten, denn dann kann es sein, dass die Lebensretter zwei Opfer bergen müssen. Ulrike Scharf: „Hier sind nur geübte und erfahrene Schwimmer gefragt.“ Um das Risiko zu mindern, soll der Retter nie ohne Rettungshilfsmittel in Wasser gehen. „Bei einem Notfall im See helfen alle Geräte, die schwimmen, also Luftmatratzen, Surfbrett, ein Ast oder ein Handtuch,“ sagt Scharf. Daran solle sich der Ertrinkende klammern, um den Retter nicht zu gefährden. 


Daten und Fakten im Jahr 2009:

  • 13.156 Kinder und Jugendliche wurden von der Wasserwacht im Schwimmen ausgebildet.
  • 187 Lebensrettungen durchgeführt
  • 127 Totenbergungen
  • 560 Hilfeleistungen an Schwimmern
  • 598 Hilfeleistungen an Seglern und Surfern
  • 21.703 Erste-Hilfe-Leistungen
  • 358 BRK-Rettungsstationen an Seen
  • 88 BRK-Rettungsstationen an Flüssen
  • 1814 BRK-Rettungsstationen in Hallen- oder Freibädern
  • 1.972.083 ehrenamtliche Stunden wurden im Wasserrettungsdienst geleistet

 

 

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