BRK warnt vor Zivildienstmangel
3. August 2010 - München. Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk warnt vor einem dramatischen Rückgang an Bewerbern für den Zivildienst in der Altenpflege und im Rettungsdienst. Der Grund für den Rückgang ist die Unsicherheit über die Zukunft des Zivildienstes.
Bei der der Begrüßung von fünf neuen Zivildienstleistenden im Kreisverband Miesbach sagte Stärk am Montag, dass vom Bundesamt für den Zivildienst zurzeit keine Vorankündigungen an junge Männer verschickt werden, die für die Zeit nach dem 1.12.2010 zur Einberufung anstehen.
Der Grund dafür liegt beim Wehrrechtsänderungsgesetz, das noch immer keine Rechtkraft hat und die Verkürzung der Wehrdienstzeit von 9 auf 6 Monate regelt. Stärk weiter:„ Selbst heute am 2. August 2010 weiß kein Zivi, ob er nun 6 oder 9 Monate Dienst tun muss“. Keiner der jungen Männer, die gestern in Miesbach ihren Dienst antraten, hatten einen verkürzten Einberufungsbescheid erhalten. Deshalb freut sich Landesgeschäftsführer Stärk, dass trotz dieser Situation einige junge Männer den Zivildienst antreten. Im Bayerischen Roten Kreuze traten am Montag nur insgesamt 196 Zivis ihren Dienst an, vor einem Jahr waren es noch 242.
Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk fordert von der Politik, jetzt schnell für Klarheit und Regelungen zu sorgen: „Wir müssen rechtzeitig disponieren können “ und fügt hinzu: „bei einem Kahlschlag der Zivildienstleistenden in der Pflege, im Rettungsdienst und im Behindertenfahrdienst wird es für die Kostenträger deutlich teurer“. Nach seinen Schätzungen müsse man allein in Bayern mit einem zweistelligen Millionenbetrag rechnen, vorausgesetzt nur jeder zweite Zivi müsse durch eine hauptamtliche Kraft ersetzt werden.
Die Hilfsorganisationen und die Wohlfahrtsverbände haben derzeit keinerlei Anhaltspunkte, wie es um die Zukunft der Zivildienstleistenden bestellt ist. Seit einigen Wochen wird zwischen Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Teilen von CSU und CDU über die Zukunft der Wehrpflicht gestritten.
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