BRK kritisiert neues Koppelungsmodell bei den Freiwilligendiensten
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Thomas Volk, Abiturient aus Miesbach hat seinen Platz gefunden, als Bundesfreiwilliger beim Bayerischen Roten Kreuz.
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Gefahr für die Akzeptanz von FSJ und Bundesfreiwilligendienst.
Überrascht und mit Verärgerung hat das BRK auf die Ankündigung der Bundesregierung von Ende Juli 2011 reagiert, ab sofort nur noch dann FSJ-Plätze anzuerkennen und zu fördern, wenn mindestens gleichzeitig zwei Drittel Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst beschäftigt werden.
In einem Gespräch zwischen Staatssekretär Josef Hecken (CDU) vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Spitzen der Wohlfahrtsverbände auf Bundesebene wurde den Verbänden mitgeteilt, dass ab sofort die Bewilligung von FSJ-Plätzen an die Anzahl der abgeschlossenen Verträge im Bundesfreiwilligendienst gekoppelt werde, wobei das Bundesministerium ein Verhältnis von 3 zu 2 zugrunde legt. Zu allem Überfluss hat das Bundesministerium den Verbänden auch sofort angeboten, einen Mustervertrag zur Umwandlung von FSJ-Verträgen in BFD-Verträge zu erarbeiten. Entgegen anderslautender Behauptungen haben die Wohlfahrtsverbände diesem Richtungswechsel in der Förderung von Freiwilligendiensten jedoch nicht zugestimmt, sondern wurden von ihm überrascht.
„Diese Aktion gefährdet die Akzeptanz von Jugendfreiwilligendiensten in unserem Land insgesamt und wird dazu führen, dass uns auch noch die FSJ-ler wegbleiben“, warnt BRK-Präsidentin Prinzessin Christa von Thurn und Taxis. Dass der zum 1.7.2011 neu eingeführte Bundesfreiwilligendienst in seinen ersten Wochen noch keinen großen Zulauf hat, ist nach Ansicht des BRK nicht verwunderlich – ein neuer Dienst müsse sich erst einmal etablieren, die ersten jungen Menschen müssen ihre Erfahrungen mit ihm machen können, sagt BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk und ergänzt: „Freiwillige werden hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda gewonnen, nicht mit Aufrufen von Ministerien oder mit Verordnungen. Wir vermuten, dass das BMFSJ in Berlin mit dieser Aktion die Zahlen des BFD in die Höhe treiben will, um die Folgen der scheibchenweise überhasteten Einführung des BFD zu kaschieren“, sagt Stärk.
Den Vorwurf der Bundesregierung an die Wohlfahrtsverbände, nicht genug Werbung für den BFD gemacht zu haben, weist das BRK zurück. Das BRK werbe für den Bundesfreiwilligendienst massiv über seine 73 Kreisverbände in ganz Bayern. Darüber hinaus ist aber auch im Internet präsent, zum Beispiel mit einer facebook-Seite und einem kecken Imagefilm.
Dankbar ist das BRK, dass sich die bayerische Sozialministerin Christiane Haderthauer hinter die Verbände stellt und in einem Schreiben vom 27.7.2011 empfiehlt, „den Vollzugswünschen des Bundes nicht nachzukommen“. BRK-Präsidentin von Thurn und Taxis: „Der Forderung von Christine Haderthauer ist nichts hinzuzufügen: Die Bundesregierung muss wieder zur gemeinsamen Geschäftsgrundlage zurückkehren“. Andernfalls müsste nach den Worten von Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk das BRK bis zu 300 der bereits gewonnenen knapp 900 FSJ-ler auf den Bundesfreiwilligendienst umleiten, worin das BRK neben erheblichen praktischen Problemen auch ein erhebliches Akzeptanzproblem sieht: „Wir befürchten, dass wir dann sehr viele junge Leute verlieren, die sich in diesem Jahr wegen des doppelten Abiturjahrganges erfreulicherweise für einen sozialen Dienst im BRK und den angeschlossenen Trägern entschieden haben. Unsere Hoffnung ruht auf einem weiteren Spitzengespräch am 3. August in Berlin.
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