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Ausbildung im BRK: Gegen die Krise junger Menschen am Arbeitsmarkt

02.09.2010 - Nürnberg. Nachwuchsförderung ist beim Bayerischen Roten Kreuz Chefsache. Beim „Ersten Starttag Ausbildung 2010“ des Bayerischen Roten Kreuzes in Nürnberg informierten BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk und die Generaloberin der Schwesternschaften im BRK, Edith Dürr, rund 250 Auszubildende aus ganz Bayern persönlich über Aufgaben, Leitbilder und Organisationsstrukturen.

 

Vor dem Hintergrund mangelnder Fachkräfte in der Pflege kritisiert das Bayerische Rote Kreuz erneut auf's Schärfste die immer noch im Raum stehende Kürzung des Schulgeldausgleichs und fordert langfristig belastbare Regelungen zur Finanzierung der Ausbildung in der Altenpflege. Dazu gehört auch eine einheitliche tarifliche Ausbildungsvergütung in der Altenpflege in Bayern und ihre vollständige Refinanzierung durch die Kostenträger.

Das Bayerische Rote Kreuz setzt auf die Jugend und  will deshalb seine Auszubildenden stärker fördern. Deshalb veranstaltete
das BRK zusammen mit den Schwesternschaften erstmals den „Starttag Ausbildung 2010“ in Nürnberg. Rund 250 Auszubildende aus den verschiedensten Berufen aus ganz Bayern treffen persönlich ihre Verbandsspitze: BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk und Generaloberin Edith Dürr. Alle drei informierten an diesem Tag persönlich die BRK-Nachwuchskräfte  über Aufgaben, Leitbilder und Organisationsstrukturen von Bayerns größter Hilfsorganisation. 

Christa Prinzessin von Thurn und Taxis: „Bei uns  gibt es viele unterschiedliche Berufe mit Zukunft.“  Der Wohlfahrtsverband bildet derzeit 1.800 junge Menschen in 18 verschiedenen Berufen aus und liegt damit voll im Trend. Mit rund 300.000 Mitarbeitern sind im Freistaat Bayern mittlerweile mehr Menschen in der Sozialwirtschaft tätig, als im Kredit- und Versicherungsgewerbe oder in der Automobilindustrie.

Generaloberin Edith Dürr: "Mit unserem Engagement für qualifizierte Berufsausbildungen übernehmen wir aktiv Verantwortung für die Zukunft. Wir bieten allein in den BRK Schwesternschaften knapp 1.000 jungen Menschen eine berufliche Perspektive und wirken dem drohenden Fachkräftemangel im Pflege- und Sozialwesen entgegen. Dafür brauchen wir die Bildungs- und Sozialpolitiker des Freistaats als verlässliche Partner."

Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk: „Mit dem Starttag Ausbildung will das BRK jungen Menschen Anregung und Impulse geben sich in sozialen Berufen zu engagieren.“  Vor dem Hintergrund mangelnder Fachkräfte ist im BRK Nachwuchsförderung Chefsache und steht an vorderster Stelle. Stärk weiter „Mit der Förderung der Auszubildenden will das BRK auch den Folgen der Krise auf dem Arbeitsmarkt entgegentreten.“ Trotz Aufschwung haben viele junge Leute heute keinen Job. Laut einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO waren noch nie so viele junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren ohne Arbeit. Bestätigt wird die Studie durch Daten des Statistischen Bundesamtes.  Im Jahr 2000 hatten in der BRD noch 1,6 Millionen der 15- bis 24-Jährigen einen sozialversicherten Vollzeitjob, inzwischen ist es ein Viertel weniger. Landesgeschäftsführer Stärk: „Mit der Förderung  der Auszubildenden will das BRK auch den Folgen der Krise auf dem Arbeitsmarkt entgegentreten“.

Das Bayerische Rote Kreuz bietet auch künftig sichere Arbeitsplätze, besonders  in der Pflege. Weil aufgrund der demographischen Entwicklung  in den nächsten zwei Jahrzehnten mit einem Anstieg der pflegebedürftigen Menschen um ca. 50 Prozent zu rechnen ist, warnt das BRK gleichzeitig vor einem akuten Arbeitskräftemangel. 

Darüber hinaus verwies Stärk in Nürnberg  auf weitere Probleme: „Wir brauchen endlich Sicherheit bei der Finanzierung der Altenpflegeschulen“.  Nach seinen Worten sei hierzu eine klare gesetzliche Regelung  seit langem überfällig und fordert dazu auch eine Ausbildungsumlage für die betriebliche Ausbildung. „So darf es nicht weitergehen, dass die großen Verbände auf eigene Kosten ohne Refinanzierung über den Pflegesatz ausbilden und später andere Arbeitgeber für ein paar Euro mehr die gut ausgebildeten Pflegekräfte abwerben.“ Generell müsse die Altenpflegeausbildung besser gefördert werden. Nach Stärks Aussagen gehören auch einheitliche bayerische  Ausbildungstarife dazu, um betriebliche Ausbildung wieder attraktiv zu machen.

Derzeit ist immer noch unklar, ob die Bayerische Staatsregierung den Schulgeldausgleich in der Altenpflegeausbildung weiterhin in der gewohnten Höhe finanziert.


Das BRK in Fakten und Zahlen:
• Rund 16.500 hauptamtliche und rund 130.000 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen
• Träger von jeweils 112 stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen und zahlreichen weiteren Servicedienstleistungen
• Die Kreisverbände sind außerdem unter anderem in der Jugendsozialarbeit, der Integration und Migrationsarbeit aktiv. Das BRK betreibt 108 Kindergärten.
• Bei der Rettung und im Katastrophenschutz ist das BRK Marktführer im Freistaat Bayern. Beide Bereiche – Rettungsdienst und Wohlfahrt – werden mit Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen geleistet.
• Das BRK hat rund 850 000 Fördermitglieder.

Die BRK-Schwesternschaften in Zahlen:
• 4 Schwesternschaften mit rund 5.000 Mitgliedern, darunter 800 Schülerinnen
• 960 Ausbildungsplätze in Pflegeberufen
• 17 Berufsfachschule für Pflegeberufe, 10 davon in eigener Trägerschaft, in den anderen ist die Schwesternschaft Betreiberin der Schule bzw. Trägerin der Ausbildung
• Gesellschafter von 4 Klinikgesellschaften mit rund 1.000 Betten, darunter die größte Entbindungsklinik Deutschlands und eine Geriatrische Rehabilitationsklinik
• In eigener Trägerschaft: 5 Altenheime, 2 Einrichtungen für Betreutes Wohnen, 2 ambulante Pflegedienste, 1 Kindergarten, 1 Betriebskrankenkasse

Ausbildungsberufe beim BRK in der Pflege:
• Altenpfleger/ -innen
• Pflegefachhelfer/ -innen Altenpflege
• Gesundheits- und Krankenpfleger/ -innen
• Pflegefachhelfer/ -innen Krankenpflege
• Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen

Ausbildungsberufe beim BRK im Erziehungs- und Betreuungsbereich:
• Erzieher/ -in
• Heilerziehungspfleger/ -in

Ausbildungsberufe im BRK bei der Verwaltung:
• Bürokauffrau/ Bürokaufmann
• Kauffrau/ Kaufmann für Bürokommunikation
• Kauffrau/ Kaufmann im Gesundheitswesen
• Personaldienstleistungskaufmann/-kauffrau

Ausbildungsberufe im BRK in der Hauswirtschaft:
• Koch/ Köchin
• Beikoch/ Beiköchin
• Hauswirtschafter/ -in
• Fachkraft im Gastgewerbe
• Hauswirtschaftlich technische/-r Helfer/ -in
• Änderungsschneider/ -in

Ausbildungsberufe im BRK im technischen Bereich:
• KFZ-Mechatroniker/ -in

Ausbildungsberuf im BRK im Rettungsdienst:
• Rettungsassistent/ -in

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