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Rettungsdienst: BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg zieht Bilanz

Veröffentlicht am 10.02.2011

Rettungsdienst: BRK-Kreisverband zieht Bilanz

Presseinformation aus dem Main-Echo, am 10. Februar 2011

 


Finanziell ist der Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes gesichert, doch das Ende der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes macht BRK-Kreisgeschäftsführer Edwin Pfeifer Sorgen. Vier Zivistellen hat das BRK, aber ab März, das wissen Pfeifer und sein Rettungsdienstleiter Norbert Keller, wird niemand mehr kommen.
Drei Millionen Euro stehen dem Roten Kreuz im laufenden Jahr für den Rettungsdienst zur Verfügung. Davon müssen 42 hauptamtliche Mitarbeiter bezahlt, die Ehrenamtlichen entschädigt, zwölf Fahrzeuge unterhalten und für 14 000 Einsätze über 425 000 Kilometer gefahren werden.


Erfreuliche Budgetverhandlungen
Das Budget ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gewachsen, weil seit Jahresbeginn die Notarztfahrer von den Krankenkassen finanziert werden. Zwei Notarzt-Einsatzfahrzeuge hält der BRK-Kreisverband vor. Dank der Kostenübernahme ist jetzt gewährleistet, dass 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für jeden Wagen ein ausgebildeter Rettungssanitäter den Notärzten als Fahrer zur Verfügung steht.
Nicht nur in diesem Punkt, fasst Edwin Pfeifer zusammen, seien die Budgetverhandlungen »erfreulich« gelaufen. »Die Kostenträger haben erkannt, dass es einfach Sinn macht, den Rettungsdienst gut auszustatten. Weil es Folgeschäden verhindert und Folgekosten spart.«


Fuhrpark vereinheitlicht
Diese Erkenntnis hat sich auch auf den Fuhrpark (siehe Zahlen und Fakten) niedergeschlagen, der laut Norbert Keller »sehr neu« ist. Der Leiter des Rettungsdienstes begrüßt dabei die grundsätzliche Entscheidung des Bayerischen Roten Kreuzes hin zu einer einheitlichen Beschaffung. »Egal, in welches Fahrzeug unsere Mitarbeiter steigen, sie wissen genau, wo sie was finden«, stellt er den Vorteil heraus.
Im laufenden Jahr wird der Kreisverband noch ein neues Einsatzleitfahrzeug bekommen, das bei großen Unglücken vor Ort als Einsatzzentrale dient. Das Fahrzeug bietet einen Funkraum mit zwei PC-Arbeitsplätzen sowie einen Besprechungsraum und kostet 140 000 Euro; 70 000 Euro gibt es als Zuschuss.

Mehr Rettungseinsätze als 2009
Die Zahl der Rettungsdienst-Einsätze ist 2010 gegenüber dem Vorjahr um 530 auf 14 064 gestiegen. Die Zahl der Krankentransporte war mit knapp 6800 leicht rückläufig, die Zahl der Notfall- und Notarzteinsätze hat zugenommen. Bei den Einsatzgründen stehen laut BRK-Statistik die internistischen Notfälle - also Herzinfarkte und Schlaganfälle - mit 2200 Fällen an erster Stelle. Die Zahl der Verkehrsunfälle ging um 20 auf 215 zurück, doch die Betriebsunfälle haben laut Pfeifer »auffällig« zugenommen: »In absoluten Zahlen ist das nicht sehr hoch, aber ein Anstieg um 39 auf 145 Arbeitsunfälle ist schon gravierend.«


Wache Südspessart gesichert
Mit 7550 Einsätzen ist die Rettungswache Obernburg am stärksten belastet. In Miltenberg waren es 5531 Einsätze und für die Rettungswache Südspessart 980. Trotz eines leichten Rückgangs dort hätten sich die Einsatzzahlen so stabilisiert, dass der Bestand dauerhaft gesichert ist. Für die BRK-Mitarbeiter werde bald die Zeit der provisorischen Containerunterbringung enden, kündigt Pfeifer an. Die Wache werde im Lauf des Jahres in einen ehemaligen Supermarkt am Ortsanfang von Stadtprozelten umziehen.
Als Alleinanbieter für den Rettungsdienst im Landkreis sei das Rote Kreuz gut aufgestellt, bilanziert der BRK-Geschäftsführer. Zu den drei Rettungswachen kommen noch die beiden tagsüber besetzten Standorte für Rettungswagen in Amorbach und Eschau und die Schnelleinsatzgruppen, die bei großen Schadensereignissen oder Katastrophen unterstützend eingreifen. Norbert Keller verweist zudem auf die ehrenamtlichen »Helfer vor Ort«, die in den Randgebieten die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder des Notarztes mit fachkundiger Erster Hilfe überbrücken.

20 Prozent Ehrenamtliche
Die Ehrenamtlichen spielen auch im regulären Rettungsdienst eine gewichtige Rolle. Bei den Budgetverhandlungen wird von den Kostenträgern ein Personalanteil an Ehrenamtlichen von 20 Prozent vorausgesetzt. »Das spart den Kassen jährlich rund 300 000 Euro, allein im Landkreis Miltenberg«, verdeutlicht der BRK-Geschäftsführer die finanzielle Dimension.
Zum nichtamtlichen Personal zählen auch die vier Stellen für Zivildienstleistende und Freiwillige im sozialen Jahr, die der Kreisverband bisher hatte. »Das bricht jetzt völlig weg, ohne dass die Politik bisher etwas unternommen hat, die Lücken zu schließen«, kritisiert Pfeifer. Die Wehrpflicht habe man im Hauruckverfahren abgeschafft, für den neuen Bundesfreiwilligendienst sei man noch nicht einmal im parlamentarischen Verfahren. »Wenn der letzte Zivi weg ist, fehlen uns pro Tag 32,5 Stunden; überwiegend im Krankentransport«, sagt Keller. Eine Lücke, die sicher nicht kurzfristig mit neuen Ehrenamtlichen zu schließen sei.

 

 

Zahlen und Fakten: Rettungsdienst des BRK


Fuhrpark: sechs Rettungswagen, 6700 Einsätze pro Jahr, Standorte: Miltenberg, Obernburg, Faulbach, Eschau, Amorbach; vier Krankenwagen, 6900 Einsätze pro Jahr, Standorte: Miltenberg, Obernburg; zwei Notarzt-Einsatzfahrzeuge, 2300 Einsätze pro Jahr, Standorte: Miltenberg, Obernburg
Personal: gesamt 50 Stellen, davon 42 hauptamtlich, acht Stellen nicht amtlich besetzt durch Zivildienstleistende, Freiwillige im Sozialen Jahr und Ehrenamtliche aus den Bereitschaften (rund 60 Personen)
Standorte: Rettungswache Miltenberg, Fährweg 35, 24-Stunden-Besetzung; Rettungswache Obernburg, Römerstraße 93 a, 24-Stunden-Besetzung; Rettungswache Südspessart, Wilhelm-Rademacher-Straße 7, Faulbach, 24-Stunden-Besetzung; Stellplatz Amorbach, Am Bürgerpark 1, Besetzung 11 bis 19 Uhr; Stellplatz Eschau, Schulstraße 9, Besetzung: 9 bis 21 Uhr.
BRK-Rettungsdienst in Bayern: 83 Prozent Marktanteil; zwei Millionen Einsätze pro Jahr, 4000 Mitarbeiter; 469 Rettungswagen, 485 Krankenwagen, 235 Notarzt-Einsatzfahrzeuge, elf Rettungsleitstellen (kü)

 

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