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Die Geschichte des Roten Kreuzes - Teil 1

Die Geschichte des Roten Kreuzes - Teil 1
4. Juni 1859: Die Schlacht bei Solferino
Die Geschichte des Roten Kreuzes - Teil 1
Jean Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes und Träger des ersten Friedensnobelpreises
Die Geschichte des Roten Kreuzes - Teil 1
Die Rotkreuzarmbinde war 1866 zum ersten Mal im Einsatz

Der Anlass

Das blutige Gemetzel der Truppen am 24. Juni 1859, welches in die Geschichte als die Schlacht von Solferino eingeht, zwingt die Österreicher zur Niederlage. 170.000 Österreicher und 150.000 mit den Italienern verbündete Franzosen kämpften mit Leib und Leben gegen moderne Handfeuerwaffen und Artillerie. "Nieder mit dem Feind', hat es geheißen, und nieder wurden sie gemetzelt. Auf den Hügeln des blutgetränkten Schlachtfeldes bleiben mindestens 40.000 tote und verwundete Soldaten zurück. Zahllose Männer müssen sterben, weil es an rascher Hilfe fehlt. Als am Ende dieses entsetzlichen Nachmittags im Juni der Donner der Kanonen verhallt, erscheint der Genfer Kaufmann Henry Dunant am Rande des Schlachtfelds. Dunant ist auf der Suche nach dem französischen Kaiser, um von diesem Lizenzen zum Betrieb einer Mühle in Algerien zu erhalten..

Die Idee

Vergessen ist die kaiserliche Audienz als Dunant tausende von Verwundeten verschiedener Herkunft in das anliegende Dorf strömen sieht. Dunant krempelt die Ärmel hoch, legt Hand an, beginnt sofort ohne jeglichen Auftrag oder irgendwelche Vorbereitungen, das Elend zu lindern. Ein genialer Gedanke, die Idee zur Gründung des Roten Kreuzes, nistet sich in seiner Seele ein, als er Notverbände anlegt und den Sterbenden Trost spendet. Er organisiert spontane Hilfe, die nach anfänglichem Misstrauen der Bewohner von Castiglione schnell weite Kreise zieht. Binnen kürzester Zeit ist das Städtchen am Felde von Solferino, das nur 5000 Seelen zählt, in ein Lazarett umgewandelt, Kammern und Kirchen werden geräumt. Unter dem Motto "Wir sind alle Brüder", überwindet Dunant die Vorurteile. Die quälenden Erinnerungen an das Chaos und die Hoffnungslosigkeit der Anstrengungen mangels ausreichender ärztlicher Hilfe lassen den Genfer Bankier nicht mehr ruhen. Im Selbstverlag publiziert er 1862 "Eine Erinnerung an Solferino". Das Büchlein schildert das Grauen des blutigen Geschehens und erläutert seine Idee zur Gründung nationaler freiwilliger Verbände zur Versorgung von Kriegsverletzten. Das Buch wird ein weltweiter Erfolg. Dunant schliegt sich mit vier Genfer Mitbürgern zusammen, die zwar weniger idealistisch aber dafür praktisch denken. Mit dem Anwalt Gustave Moynier, General Guillame-Henri Dufour, dem Chirurgen Dr. Louis Appia und dem Arzt Dr. Theodore Maunoir gründet Henry Dunant 1863 das Internationale Hilfskomitee für Verwundete, das später das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wird. Er spricht vor in den Herrscherhäusern Europas. Seine Ideen zur Humanisierung des Krieges waren zwar nur eine Vorstufe zu seiner Idee, den Krieg als politisches Mittel grundsätzlich abzulehnen, doch mit seinem welthistorisch innovativen Gedanken rennt er fast offene Türen ein . Nicht zuletzt ist dieses der preussischen Ordnungsliebe zu verdanken, die auch vor dem Schlachtfeld nicht Halt macht.

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