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Die Motorradstreife im Oberallgäu

Wenn die markante, weiß-rote schwere BMW mit sonorem Klang beschleunigt, hat es wieder einmal gekracht. Mit Blaulicht rast die Maschine der Motorradstreife des Bayerischen Roten Kreuzes zum gemeldeten Notfall und oft ist sie die Erste am Unfallort.

Motorradstreife KemptenZum Team der Maschine mit dem Kennzeichen RK BY 56 am Standort Kempten gehören fünf erfahrene Rettungsassistenten, die ihre Fähigkeiten auf dem Motorrad in jedem Frühjahr bei einem gemeinsamen Fahrsicherheitstraining mit der Verkehrspolizei auffrischen. Ihr »Revier« ist die A 7 zwischen Memmingen und dem Grenztunnel, immer häufiger werden sie auch zu Sportveranstaltungen in der Region und darüber hinaus angefordert.

Retter auf zwei Rädern


Seit 2003 begleiten sie beispielsweise die Deutschlandtour der Radfahrer auf der Allgäuer Etappe. Im Einsatz waren sie bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 und zur Europameisterschaft im Juni werden sie in Klagenfurt mit ihren Erfahrungen das Österreichische Rote Kreuz unterstützen. Nicht immer verlaufen die Einsätze glimpflich. Auf dem Allgäu-Triathlon kam es zu einem Verkehrsunfall mit schwerwiegenden Folgen, erinnert sich Teamleiter Rudi Machetanz, der an diesem Sommertag 2007 die Maschine der Motorradstreife als Begleitfahrzeug fuhr. Gleichzeitig mit zwei Rettungswagen am Unfallort angekommen, übernahm er sofort die Einsatzleitung vor Ort und musste wenig später per Funk die traurige Bilanz weitermelden: ein Toter, ein Schwer- und ein Leichtverletzter.

Die Bilanz der Saison 2007 weist aus, dass die Kemptener Motorradstreife an den Sommerwochenenden zu 23 Verkehrsunfällen und 27 weiteren Notfällen gerufen wurde, 36 Mal waren sie vor dem Rettungsdienst vor Ort. Entdecken sie hilfebedürftige Verkehrsteilnehmer auf oder neben der Strecke, legen sie einen Zwischenstopp ein. Besonders bei Staus spielen sie ihre Schnelligkeit und Wendigkeit aus. Dabei haben sie immer ein offenes Ohr und wachsames Auge für alle, die irgendwelche Hilfe benötigen. Insgesamt, berichtet der Teamleiter, kommen sie pro Saison auf rund 600 Stunden im ehrenamtlichen Einsatz, mehr als 500 Hilfeleistungen aller Art sind die Regel.

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