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Helfertag 2011 im Berufsschulzentrum Kempten

Begegnungstag für die Ehrenamtlichen

Einen festen Platz im Jahresterminkalender des Roten Kreuzes Oberallgäu hat inzwischen der alljährliche »Helfertag« der Ehrenamtlichen eingenommen. Rund 200 Teilnehmer belebten trotz des sonnigen Frühlingssamstags das Kemptener Berufsschulzentrum. Das Programm umfasste vom Einführungsseminar für neue Rotkreuzmitglieder über Pflichtkurse etwa für Fahrer von Rotkreuzfahrzeugen bis zur Vielfalt von Weiterbildungsveranstaltungen ein breites Spektrum an interessanten Rotkreuz-Themen. Der »Helfertag« ist darüber hinaus ein wichtiger Begegnungstag der Ehrenamtlichen untereinander, wie die Organisatoren um Ehrenamtskoordinatorin Waltraud Riedel immer wieder feststellen.

 

Mitspieler gesucht

Rund 20 bis 25 Mitspieler sollten sich schon zusammenfinden, um das für das Jugendrotkreuz konzipierte Strategiespiel »Outface« in rund eineinhalb Tagen durchzuziehen. Wie Referentin Christine Kratzer-Haugg vom Bezirksverband Schwaben erläuterte, gilt es, Konfliktsituationen aufzulösen. Spielerisch soll gleichzeitig Wissen über das Genfer Abkommen vermittelt werden. Eine Befragung durch die Referentin ergab, dass eine Mehrheit das Spiel zwar interessant, aber auch »zu kompliziert« fand. Die Mitspieler sollten zum besseren Verständnis ein Mindestalter von 15 Jahren haben. Rund ein Viertel der etwa 20 Kursbesucher war allerdings jünger.

 

Umgang mit Trauma

Die ärztliche Leiterin des Kriseninterventionsdienst (KID) ist Frau Franziska Villar-Guerero, die vor 22 interessierten Teilnehmern das Thema »Trauma« behandelte. Das sei eine »normale Reaktion auf eine außergewöhnliche Situation«. Einen Schutz vor Trauma gebe es nicht. Der Rettungsdienst habe vor allem »Wunden und Blut« im Blickfeld. Zurück bleiben häufig traumatisierte Menschen – ein typischer Fall für den KID. Er leiste »Erste Hilfe für die Seele«, wie KID-Begründer und Teamleiter Dirk Pfeiffer ergänzte.

 

Komplexe Herausforderung

Ursula Cassier, die Migrationsbeauftragte des Rotkreuzkreisverbands, verglich
deutsche, russische und türkische Kulturen. Ausführlich beleuchtete sie die Besonderheiten von Rettungsdiensteinsätzen in türkischen Familien. Da sei erhöhte Sensibilität und Respekt für die andere Kultur und Religion angesagt. Etwa im Umgang mit »hyperventilierenden muslimischen Frauen«. Oder ob der Rettungsdienstmann einfach ein Kleid öffnen dürfe, um etwa ein Defi anzusetzen. Ein Weg wäre, Migranten in die ehren- und hauptamtliche Arbeit beim Roten Kreuz einzubinden. Dazu müssten Strukturen angeglichen, geöffnet oder neu entwickelt werden. Das erscheint durchaus sinnvoll. Denn der Blick in die Oberallgäuer Rotkreuz-Wirklichkeit belegt, dass sich der gut zehnprozentige ausländische Bevölkerungsanteil im Roten Kreuz nicht widerspiegelt.

 

Mit Blaulicht unterwegs

Das vom Rettungsdienstlehrteam vorbereitete Szenario stellte die ehrenamtlichen Helfer vor mehrfache Herausforderungen. Ein Motorradfahrer war in eine Fußgängergruppe gerast, bald danach begann die verunglückte Maschine zu brennen.
Ein übereifriger Zuschauer nervte die Helfer zusätzlich. Erschwerend kam hinzu, dass der bewusstlose Unfallverursacher abseits der Unglücksstelle lag. Die Knackpunkte für die ehrenamtlichen Retter: Der Einsatzleiter muss die Übersicht bewahren und ein schnelles Meldebild erstellen. Die Nachalarmierung »nach Maßgabe der Rettungsleitstelle« sollte in diesem Fall auch Feuerwehr und Polizei einschließen. »Die kommen nicht automatisch.« Schließlich müssen »zur Sicherheit für Helfer und Verletzte« ausreichende Sicherheitsabstände zum verunglückten Motorrad eingehalten werden. Die Profis vom Rettungsdienst filmten den Einsatz und werteten die Übung anschließend mit allen Beteiligten aus. Rettungsassistent Heiko Meinel würdigte vor allem das Bemühen, alle Einsatzaufgaben gut zu erfüllen. Bereitschaftsleiter Winfried Tichacek beurteilte seinen Auftritt selbstkritisch: »Die Mappe für den Einsatzleiterhatte ich zum ersten Mal in der Hand.« Als er die Einsatzleitung übergab, war die genaue Zahl der Verletzten noch unklar. Wichtig ist auch, die in der Einsatzleitermappe enthaltene Weste anzulegen, die sie für Jedermann deutlich kennzeichnet.

 

Text und Fotos: Jürgen Schuh

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Übungsabend: Zusammenarbeit mit der Polizei

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06.07.2012, 20.00 Uhr
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