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Katastrophenschutzübung in Schöllang

Katastrophenschutzübung in Schöllang
Foto: F. Steinbichl
Katastrophenschutzübung in Schöllang
Foto: F. Steinbichl
Katastrophenschutzübung in Schöllang
Foto: F. Steinbichl

Samstag, 9:20 Uhr, Funkmeldeempfänger rufen rund 80 Einsatzkräfte des Roten Kreuzes Oberallgäu sowie die Kollegen des Malteser Hilfsdienstes aus Wildpoldsried zum Großeinsatz auf die Umgehungsstraße von Schöllang.

Ein mit Jugendlichen besetzter Linienbus kollidiert mit einem Holztransporter. Weitere Fahrzeuge, darunter Gefahrguttransporter, werden in das Unfallgeschehen verwickelt.

Beißender Qualm steigt aus dem brennenden Omnibus auf. Rote Rauchschwaden signalisieren den Einsatzkräften, dass Gefahrgut ausläuft und den Einsatz erschwert.

Das ersteintreffende Rettungsmittel gibt der Integrierten Leitstelle in Kempten einen groben Überblick über das Unfallgeschehen, weitere Hilfskräfte sind nötig und werden nachgefordert.

Aufgrund der Schadenslage ist es den Sanis nicht möglich vor Ort Hilfe zu leisten, da sie sich sonst selbst großer Gefahr aussetzen würden.

Die ebenfalls alarmierten Feuerwehren aus der gesamten Umgebung versuchen die Situation soweit unter Kontrolle zu bringen, dass die Retter die 15 zum Teil schwerst verletzten Personen medizinisch versorgen können.

Die Sanitätseinsatzleitung, entschließt sich, die Einsatzstelle in 2 Abschnitte zu teilen und dort jeweils einen Abschnittsleiter einzusetzen. Den Helfern bietet sich ein Bild des Grauens. Die Busfahrerin ist hinter dem Steuer eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Die Passagiere haben Schocks erlitten, Knochenbrüche, diverse Schnittverletzungen sowie starke Prellungen.

Zunächst geht es der 1. Sankabesatzung darum, die Verletzten zu sichten, mit Verletztenanhängekarten zu versehen, die unter anderem die Schwere der Verletzung mit Farbstreifen symbolisiert, damit die nachrückenden Kräfte sofort erkennen, wer am dringernsten Hilfe benötigt. Unter der Holzladung, die beim Zusammenstoß vom LKW gefallen ist, befindet sich ein tödlich verletztes Kind, ein Mann ist schwerst verletzt und bewusstlos unter den Baumstämmen eingeklemmt. In einem PKW wurden weitere 2 Personen eingeklemmt und schwer verletzt. Die 15 Mimen, die täuschend echt geschminkt wurden, wimmern, manche sind hysterisch und erschweren die Arbeit der Helfer zusätzlich.

Nachdem die Feuerwehren die Einsatzstelle so unter Kontrolle gebracht haben, dass die Sanitätskräfte zu den Verletzten vordringen können, werden sie vor Ort nach Dringlichkeit versorgt, mit technischer Hilfe der Floriansjünger und den Helfern des THW aus den Wracks geborgen und zur Verletzenssammelstelle gebracht. Von hier aus beginnt der Abtransport mit Rettungsfahrzeugen und fiktiven Rettungshubschraubern.

Erstmals wurde bei einer solchen regelmäßig stattfindenden Übung des Landratsamtes neue Einheiten des Roten Kreuzes Oberallgäu eingesetzt. Es kamen das Kriseninterventionsteam, die Unterstützungsgruppe der Sanitätseinsatzleitung (UG SanEL) mit ihrem nagelneuen Fahrzeug, sowie das Kreisauskunftsbüro (KAB) zum Einsatz.

Hierbei stellte sich heraus, dass es noch Verbesserungsbedarf gibt, der schnellst möglich von den Verantwortlichen umgesetzt werden soll, so Kreisbereitschaftsleiter, Mathias Gantner, der unter anderen als Beobachter bei der Übung teilnahm.

Man will sich auch mit den Führungskräften der anderen Hilfsorganisationen baldigst zusammensetzen, um im Nachgang die Übung zu analysieren und Schwachpunkte verbessern.

Die Kollegen vom Malteser Hilfsdienst bereiteten für die eingesetzten Sanitätskräfte ein schmackhaftes Mittagessen vor, das im Rotkreuz-Haus in Sonthofen nach Abschluss der Übung bei geselligem Beisammensein verzehrt wurde.

 

Weitere Fotos unter www.brk-sonthofen.de pfeil-jpg

3.11.2010 R. Bumann

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