Hommage an die Mimen und Notfalldarsteller - Groß angelegte Einsatzübung in Grafrath
„Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier!“ Das sagten sich auch neun Mitglieder der Notfalldarstellung Augsburg-Stadt.
Ohne das Mitwirken der Mimen kann keine Einsatzübung realisiert werden. Als tragendes Element porträtieren sie mit Gestik, Mimik und Stimme überzeugend die Rolle der Verletzten. Mit dem Wundschminken, welche natürlich mit Kit, Farbe und Blut verschönert wird, dass es so real wie möglich auf die Einsatzkräfte wirkt.
Damit die geheime Großschadenslage am Freitag, den 15.07.2011 auch stattfinden konnte, wurden bis 19:00 Uhr alle Mimen geschminkt und in ihre Rolle eingewiesen. Daher musste der Übungsbetrieb von den beteiligten Notfalldarstellungstrupps bereits um 15:00 Uhr eingenommen werden. Ausgestattet mit einer elektronischen Uhr und Dokumentationsmaterial, dass vom ärztlichen Forschungsteam des Klinikums „Rechts der Isar“ an die Patienten/Verletztendarsteller verteilt wurde, wird Anhand dieser Daten die Übung auch aus wissenschaftlicher Perspektive evaluiert. Einsatzbereit ging es auf den Übungsplatz.
Gegen 19:30 Uhr wurde auf einem Campingplatz an der Amper, eine Gasexplosion so inszeniert. Diese war so gewaltig, dass sogar Autos und Zelte lichterloh brannten. Dabei erlitten die Betroffenen schwerste Verbrennungen, lebensbedrohliche Rauchgas-Intoxikationen, sowie diverse Frakturen. Einige von ihnen trieben sogar in der Amper flussabwärts. Besonders kitzlig gestaltete sich die sehr unwegsame Zufahrt zum Schadensort für die Rettungskräfte. Deshalb mussten die Verletzten teilweise mit dem Boot auf dem Wasserweg abtransportiert werden. Selbst Hubschrauber der Bundeswehr und der Polizei, sowie ein Großraumrettungswagen der Münchner Berufsfeuerwehr kamen hierbei zum Einsatz.
Diese gewagte Operation forderte von den knapp 100 Mimen alles ab. Wobei bis an den Rand ihrer psychischen und physischen Belastbarkeit alle Register gezogen wurden. Einige beherrschten das „mime corporel dramatique“ auf höchstem Niveau. Dabei konzentrierten sie sich ausschließlich auf die inneren Geschehnisse des Menschen, seine Gedanken und Gefühle und zwangen somit die Helfer ständig auf neue Herausforderungen zu reagieren.
.. und so hieß es nach über 9 Einsatzstunden für die Notfalldarsteller Augsburg-Stadt „this is finished - but not the end!“
Last but not least! wollen alle Notfalldarsteller bei Rettungsübungen Gefahren simulieren, um die Rettungskräfte für einen Realeinsatz besser vorzubereiten. Doch keiner von Ihnen möchte solche Situationen in der Realität erleben, auch als Verletztendarsteller nicht. Aus diesem Grund bedarf es der besonderen Anerkennung sowie der nötigen Sorgfaltspflicht und dem gebührenden Respekt für das Engagement der Mimen und Notfalldarsteller.
