Notfälle im Kindesalter – Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
von Heike Huthmann-Czastrau
„Jede RK-Einsatzkraft weiß, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen und Säuglinge keine kleinen Kinder sind. Das ist auch notwendig, damit Kinder medizinisch richtig behandelt werden“. Mit diesen Worten eröffnete am 23.09.2011 unserer BRK Chefarzt Dr. med. Harry Steinherr, Facharzt II. Klinik für Kinder und Jugendliche Klinikum Augsburg, diesen spannenden Fortbildungsabend.
Dr. Steinherr wies in seinem Vortrag auf einige Besonderheiten hin, die speziell für pädiatrische Notfallsituationen typisch sind. Dazu zählen die physiologischen Unterschiede wie Atmung, Sauerstoffverbrauch, Energiebedarf, Wasserumsatz und Kognition. Wie bei jedem Menschen, der von einer Notfallsituation betroffen ist, entstehen bei einem Kindernotfall auch für Einsatzkräfte psychische Situation beispielsweise. die entwicklungsbedingt andere (Schmerz-) Wahrnehmung eines Kindes, die zu zahlreichen Belastungsfaktoren für manchen Helfer werden. Pädiatrische Notfälle wie das Kruppsyndrom, ein Astmaanfall oder eine Fremdkörperaspiration sowie Fieberkrämpfe vermittelte Dr. Steinherr sehr anschaulich und anhand von Fallbeispielen erhielten die Haunstetter-Retter Einblick in „First Impressionen – der erste Blick“. So hilft im Umgang mit Kindern die KUSS –Verhaltensbeobachtung (Kindliche Unbehagen-und Schmerz-Skala) als auch das Hören „Was ist beim Kind anders als beim Erwachsenen“. Und Merke: Wer kranken oder verletzten Kindern hilft, hat immer drei Patienten: Kind, Mutter, Vater. Das „verletzte Kind“ nahm einen besonderen Stellenwert ein. Hierzu zählen das Polytrauma, Brandverletzungen und Misshandlungen. Der Kindesmisshandlung kann nur Einhalt geboten werden, wenn alle, auch der Sanitätsdienst, verdächtige Wahrnehmungen dokumentiert und an die entsprechenden Stellen weiterleitet. Die Aufdeckung von Kindesmisshandlungen hat nicht das Ziel die Eltern zu kriminalisieren, sondern das Kind vor weiteren Schaden zu bewahren. Dazu legte Dr. Steinherr den Anwesenden die 4 Regeln im Umgang mit Kindernotfällen ans Herz, die da lautet: Nur die Ruhe, nur die Ruhe, nur die Ruhe - nur Mut.
Denn so sehr man es auch möchte: Man kann ein akut erkranktes oder verletztes Kind nicht heiter und völlig gesund ins Krankenhaus bringen.
- Termine
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25.05.2012, 19.30 Uhr
Thorax und Komplikationen08.06.2012, 19.30 Uhr
Entfällt- Tag nach Fronleichnam22.06.2012, 19.00 Uhr
Mitgliederversammlung
