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10-jähriges Bestehen

10-jähriges Bestehen
: Stehen stellvertretend für insgesamt 16 ehrenamtliche Mitarbeiter im Lindauer Suchdienst/KAB (von links): Evi Willim, Werner Steib (stv. Leiter) und Uschi Kattler (Leiterin)

Suchdienst und KAB – gut gerüstet für den Ernstfall

 

Das Kreisauskunftsbüro (KAB) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) - Kreisverband Lindau feiert in diesen Tagen sein 10-jähriges Bestehen. Entstanden aus dem Suchdienst des Roten Kreuzes ist das KAB bei Katastrophen und Konflikten erste Anlaufstelle und Informationsquelle für die Angehörigen.

 

„Ungewissheit über den Verbleib eines lieben Menschen ist genauso schwer zu ertragen wie physisches Leid.“ Dieser Leitsatz aus dem Protokoll der Internationalen Rotkreuz-Konferenz von Stockholm von 1948 gilt bis heute nicht nur für die Opfer von kriegerischen Auseinan­der­­setzungen. Auch bei Katastrophen, ob mit Hochwasser oder einer massenhaften Zahl von Verletzten, brennt Angehörigen diese Frage auf den Nägeln – sie wollen sehr schnell über das Schicksal ihrer Liebsten fachkundig informiert werden.

 

Zuständig dafür sind die Kreisauskunftsbüros (KAB), die es überall in Deutschland gibt und die zum Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gehören. Beim Lindauer Kreisver­band des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) wird dieser Fachdienst von insgesamt 16 ehren­amtlichen Mitarbeitern betreut. Uschi Kattler, Leiterin des Suchdienstes/KAB, erklärt, worum es geht: „Unsere Hauptaufgabe besteht darin, im Konflikt- bzw. Katastrophenfall innerhalb von zwei Stunden eine Auskunftsstelle aufzubauen, wo alle Informationen über die Verun­glück­ten und deren suchende Angehörige zusammen­geführt werden, um sie dann an Polizei, Hilfsorganisa­tionen und Angehörige weiterzuleiten.“

 

Registrierung als Grundlage

 

Ausgestattet mit Laptops und modernster EDV, darüber hinaus auch noch vernetzt mit zentralen Rechnern kommt das Lindauer KAB nicht nur im Katastrophenfall zum Einsatz – wie zuletzt beim Hochwasser in Kempten, sondern auch bei diversen Groß­veranstaltungen. Dabei werden neben den Verletzten auch die Einsatzkräfte registriert, „nicht zuletzt auch aus versicherungs­technischen Gründen“, wie Kattler sagt. Neben monatlichen Treffen finden zwei Mal im Jahr Übungen mit fiktiven Szenarien statt. Daneben gibt es aber auch immer wieder Großübungen mit Rotem Kreuz, Feuerwehr, THW und Bundeswehr. „Wir üben für den Notfall, der hoffentlich nie eintritt“, bringt es Werner Steib, stellvertretender Leiter des  Suchdienstes/KAB, auf den Punkt.

 

Suchdienste gab es bereits im Jahre 1871 als Folge des Deutsch-Französischen Krieges. Der DRK-Suchdienst wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen, als Millionen von Menschen vermisst wurden. Aber auch heute hat der Suchdienst noch alle Hände voll zu tun: Er hilft Menschen, die durch Kriege (z.B. wie in Ex-Jugoslawien oder im Irak) verzweifelt auf Nachricht von ihren Angehörigen warten, die wegen Katastrophen wie der Flut in Südasien (Tsunami) ihre Nächsten vermissen sowie Familien, die aufgrund ungünstiger politischer Verhältnisse getrennt voneinander leben müssen und auf eine Zusammenführung in Deutschland hoffen.

 

Info: Der Suchdienst/KAB des BRK-Kreisverbandes Lindau sucht noch weitere ehrenamt­liche Helfer, insbesondere auch solche mit Fremdsprachenkenntnissen. Gebraucht werden auch diejenigen, die das Jahr nur wenig Zeit zur Verfügung haben, aber im Ernstfall abrufbereit wären. Kontakt-Telefon: 08382 /2770-22 (Frau Evi Willim, BRK-Kreisverband)

 

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