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2340 Liter Blut für Unfallopfer und Kranke

Knapp 90 Blutspender aus dem Landkreis Lindau wurden bei der traditionellen Jahresfeier vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) geehrt. Darunter war auch ein „Jubilar“, der bereits 125-mal sein Blut für andere hergegeben hat.

WEISSENSBERG – „Blutspender sind die stillen Lebensretter in unserer Gesellschaft“, lobte BRK-Kreisvorsitzender Franz-Peter Seidl bei einer gemeinsamen Feier mit den „Jubilaren“ in der Weißensberger Festhalle. Sie würden buchstäblich „ihren Arm für andere hinhalten“ – besonders auch für diejenigen Menschen, die schwer krank sind oder vor einer schweren Operation stehen und daher dringend Blutprodukte benötigten. Seidl: „Je fortschrittlicher die Medizin wird, desto größer ist auch der Bedarf an Blutkonserven.“ Zumal es bis heute auch noch nicht gelungen sei, künstliches Blut herzustellen. Gerade in der jetzt beginnenden Urlaubszeit sei es „wichtig, dass die Blutspender zu den Terminen gehen, damit es zu keinen Engpässen in der Versorgung der Kliniken mit Blutpräparaten kommt“, erklärte der BRK-Kreisvorsitzende.

Versorgungsauftrag erfüllt

Im vergangenen Jahr wurden vom BRK-Kreisverband Lindau insgesamt 61 Blutspendetermine  durchgeführt. Dabei konnten, wie Seidl berichtete, 4681 Vollblutspenden gewonnen werden – das sind etwa 2340 Liter Blut. Nahezu sechs Prozent der Landkreis-Bevölkerung hätten im Jahr 2010 Blut gespendet, womit der „Versorgungsauftrag mehr als erfüllt“ worden sei. Erfreulich sei auch, dass die Zahl der Erstspender mit 354 im vergangenen Jahr nochmals gestiegen sei, so Seidl. Dank sprach der Kreisvorsitzende auch den fast 600 ehrenamtlichen BRK-Helfern aus, die das Blutentnahme-Team bei den einzelnen Terminen unterstützt haben – dabei nannte er stellvertretend die Leiterin der BRK-Kreisbereitschaft, Maria Weigl, sowie Evi Willim (BRK-Kreisgeschäftsstelle Lindau), die gemeinsam die Blutspendetermine im Landkreis organisieren und koordinieren.

„Wenn man „das Wertvollste von sich hergibt, was man hat“, dann handle es sich dabei um eine ganz außerordentliche Hilfe bzw. Spende, betonte Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh, der als Landrat-Stellvertreter den Blutspendern Grüße von Elmar Stegmann überbrachte. Viele Menschen könnten nicht mehr zur Arbeit gehen oder wären gar nicht mehr am Leben, wenn es die Blutspender nicht gäbe. Insofern seien Letztere auch „Vorbild für andere Menschen, ihr Blut zu spenden“, sagte Zeh.

Insgesamt 89 langjährige Blutspender konnten Seidl und Zeh zusammen mit BRK-Kreisgeschäftsführer Michael Fischer auszeichnen. Einige waren nicht zu der Feier erschienen, teils aus terminlichen Gründen oder auch weil sie einfach nicht im Rampenlicht stehen wollen. 32 Geehrte hatten in ihrem bisherigen Leben bereits 50-mal Blut gespendet, weitere 15 haben dies bereits 75-mal geschafft, darunter auch der Bürgermeister von Gestratz und stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende, Johannes Buhmann. Zehn weitere „Jubilare“ kamen sogar auf 100 Blutspenden – eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass Männer pro Jahr maximal nur 6-mal und Frauen nur 4-mal Blut spenden dürfen.

Rekordverdächtig: 125 Blutspenden

Traditionell vom Landkreis gesondert geehrt wurden diejenigen, die es auf 60 Blutspenden gebracht haben – das waren insgesamt 31 Landkreisbürger. Sie erhielten zusätzlich zur Ehrenurkunde (unterzeichnet von BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis), Ehrennadel sowie einem Geschenk auch noch das Landkreisbuch überreicht. Geradezu rekordverdächtig ist die Leistung von Gottfried Horn aus Lindenberg, der es auf satte 125 (!) Blutspenden brachte. „Das ist auch nur möglich, wenn man nicht nur am Ort, sondern auch in anderen Landkreisgemeinden zum Blutspenden geht“, meinte der stolze „Jubilar“. Für seine erste Blutspende im Jahr 1967 benötigte er als 18-Jähriger noch die Unterschrift des Vaters, weil damals die Volljährigkeit erst mit 21 Jahren erreicht war.

Gemeinsam mit den Geehrten ließen die BRK-Verantwortlichen und Ehrengäste den Abend schließlich beim traditionellen Essen mit Wienerschnitzel und Kartoffelsalat gemütlich ausklingen.

 

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