Halloweenparty am 28.10.2006
80 Menschen mit Behinderung rockten am Samstag auf der Halloweenparty der OBA im Rotkreuzhaus in Friedberg
Am letzten Freitag standen noch viele Friedberger Schlange zum
Blutspenden im Lehrsaal des Roten Kreuzes. Am Samstag verwandelte sich
der Saal in einen gruselig-dunkel-schönen Tanzsaal für Hexen, Teufel,
Geister und Monster, die nach irisch-nordamerikanischer Tradition
Halloween feiern wollten. "All Hallow Eve" ist die Feier am Vorabend
von Allerheiligen der katholischen Iren, die damit vor über tausend
Jahren ein Totenfest der heidnischen Kelten ersetzten.
So genau wollten es die wenigsten wissen, als um Punkt 19 Uhr die
Rock'n Roll & Oldieband "The Rollin’ Coneheads" loslegten und sich
die Tanzfläche unter den leuchtenden Kürbisgirlanden sofort füllte. Der
hübsch dekorierte Knochenmann, der sonst im 1.Hilfe-Kurs beim BRK
seinen Dienst tut, sah von der Seite zu. Die vielen jungen und älteren
Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen tanzten,
schwitzten, sangen aus voller Kehle mit und hatten einen "Heidenspaß".
Die Rollstuhlfahrer fuhren und swingten allein oder von den Helfern des
BRK, der Sozialstation Friedberg und der Lebenshilfe Aichach geschoben,
wie die Autoskooter auf der Kirmes übers Parkett und freuten sich.
Genau deswegen hatte die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit
(ARGE OBA) des Landkreises das Fest ausgerichtet und den Hin- und
Rücktransport in die Wohnheime oder zu den Angehörigen organisiert.
Nach einer Serie heißer Rock'n Roll Songs kamen auch die langsamen
Stücke zum Schmusen sehr gut an. Einige junge Männer versuchten sich
als Karaokesänger zusammen mit der Band und wurden mit vielen Zurufen
von ihren Fans angefeuert und mit heftigem Beifall belohnt. Andere
führten ausdruckstarke Solotanzdarbietungen vor, denen das Publikum
begeistert folgte.
Einigen war das Ganze aber manchmal zu laut und sie zogen sich, wie bei
Ballveranstaltungen üblich, ins Foyer zurück, tupften sich gegenseitig
die verschwitzte Stirn, um dann zu plaudern und einen bunten Drink zu
nehmen, Wienerle im Semmel oder Kuchen vom Buffet zu speisen.
Um 22 Uhr gab es noch einen langsamen Klammertangoblues als
Gutenachtlied, viel Beifall und die Heimfahrt durch die kühle
Halloween-Nacht.
Carl-Hermann Schäfer
Leiter der Sozialarbeit
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