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Chronik der Bereitschaft Kirchenlamitz

Dies ist die Chronik der BRK Bereitschaft Kirchenlamitz zu ihrem 100 Jährigem Jubiläum im Jahre 2009. Besonders bedanken möchte sich die BRK Bereitschaft vom Heimatforscher der Stadt Kirchenlamitz Herrn Werner Bergmann der die Chronik in mühevoller Arbeit mit den Bereitschaftsmitgliedern Michaela Limata und Jochen Pausch erstellt hat.

In Kirchenlamitz wird eine Sanitätskolonne gegründet

Im Jahr 1909 fand am Bahnhof in Kirchenlamitz eine große Übung der Freiwilligen Sanitätskolonne Wunsiedel statt. Der Ort des Geschehens war sicher mit Absicht gewählt, und die dort an den Tag gelegten Fertigkeiten überzeugten die Kirchenlamitzer Bevölkerung von der Notwendigkeit einer eigenen Selbsthilfeorganisation.

Der erst seit wenigen Monaten hier praktizierende Arzt Dr. Hans Franke lud kurz darauf für Sonntag, den 14. November 1909, zu einer öffentlichen Versammlung in das Lokal der Schützengesellschaft ein. Zweck der Zusammenkunft war die Gründung einer Sanitätskolonne in Kirchenlamitz.

Trotz des Marktes und zweier Tanzveranstaltungen waren so viele Kirchenlamitzer der Einladung gefolgt, dass sich das ausgewählte Lokal als zu klein erwies. Fast die Hälfte der Besucher musste mangels Platz wieder umkehren. Dr. Franke schilderte in seiner Ansprache die Entstehung des Sanitätsdienstes von der Zeit der Kreuzzüge an und betonte, dass dieser heute in allen Einzelheiten in der Dienstvorschrift für freiwillige Krankenpflege geregelt sei. Diese Dienstvorschrift belehrte über die Bildung neuer Kolonnen und ihrer Aufgaben. Für den zivilen Bereich werde dabei besonders die Hilfeleistung bei Unglücksfällen, Unfällen aller Art, Seuchen und Förderung des Volkswohls in jeder Hinsicht verlangt. Weiter bemerkte Dr. Franke, dass zum Sanitätsdienst nur die vom Landeskomitee für freiwillige Krankenpflege anerkannten Vereinigungen berechtigt wären, wie z.B. die Vereine des Bayerischen Frauenvereins vom Roten Kreuz und die freiwilligen Sanitätskolonnen. Eine strenge Unterordnung unter die Organe des Heeressanitätswesens werde allerdings zur Pflicht gemacht: Die freiwillige Krankenpflege übernimmt im Kriegsfall die Pflege der Verwundeten und Erkrankten in den Lazaretten des Etappengebietes und der Heimat, den Heimtransport derselben, die Verwaltung der Sanitätsmaterialdepots, die Einrichtung von Sanitätszügen, die Verteilung der Liebesgaben, die Errichtung und Unterhaltung von Verband- und Erfrischungsstationen u. dergl. Dabei müsse das Personal der freiwilligen Krankenpflege, wie es von den Sanitätskolonnen gestellt wird, un­bescholten, zuverlässig, gut ausgebildet und genügend rüstig sein. Bei Aufnahme wurde pünktlicher Besuch der Unterrichtsstunden und Gehorsam gegenüber dienstlichen Befehlen der Vorgesetzten verlangt. In den Unterrichtsstunden würden die Mitglieder im Bau des menschlichen Körpers und seiner Organe unterwiesen, weiter mit den möglichen Verletzungen und Krankheiten bekannt gemacht  und zur Leistung der ersten Hilfe bei Unglücksfällen befähigt. Die Verbandlehre würde gründlich geübt werden, ebenso die Transportlehre und in der Krankenpflege würde in den Bereichen Krankenzimmer, Krankenbett, Krankenkost, Beobachtung des Kranken und Operationshilfe unterrichtet. Als Zeitpunkt für den Unterricht war einmal wöchentlich die Zeit von etwa 20 bis 21 Uhr in Aussicht genommen. Aktive Mitglieder wären beitragsfrei, und auch Mitglieder der Pflicht-Feuerwehr könnten aktive und somit beitragsfreie Mitglieder der Sanitätskolonne werden. Um in den Verband des Bayer. Landeshilfsvereins vom Roten Kreuz aufgenommen werden zu können, müsse die hiesige Kolonne wenigstens 30 Aktive zählen und sich verpflichten, den Rettungsdienst in ihrem Bezirk zu übernehmen. Eine starke, gut disziplinierte Sanitätskolonne ist ein Segen für die ganze Gemeinde, betonte Dr. Franke abschließend bei seiner Gründungsansprache und erinnerte gleichzeitig an das Goethe-Zitat „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!

Bereits zwei Tage nach der Gründungsversammlung, bei der 22 Aktive eintraten, war die notwendige Stärke erreicht, um sich dem Bayerischen Landeshilfsverein vom Roten Kreuz anschließen zu können: 30 aktive und 28 passive Mitglieder zählte die Kirchenlamitzer Sanitätskolonne kurz nach ihrer Gründung. Am 18. November 1909 wurde der erste Unterricht durch Dr. Franke, der im Anwesen Abfuhrstraße Nr. 241, jetzt Bahnhofstraße 15, eine Praxis unterhielt, die auch telefonisch unter der Nr. 15 erreichbar war, abgehalten.

 

Organisationsform bei Gründung der Sanitätskolonne Kirchenlamitz

Die Freiwillige Sanitätskolonne Kirchenlamitz sollte sich bei ihrer Gründung aus der Führung, das waren der Kolonnenführer, dessen Stellvertreter und der Beirat, wozu auch der Kolonnenarzt gehörte, und aus den Freiwilligen zusammensetzen. Eine Wahl in die einzelnen Führungspositionen war noch nicht erfolgt, als am 20. Januar 1910 bereits die Mitgliedschaft im Bayer. Landeshilfsverein vom Roten Kreuz vollzogen wurde.

 

 




 

 

                                                     Müller Ernst

                                                                                 Kolonnenführer

                                                                          Ernst Müller (1909-1920)

                                                                

                                                                    Dr. Hans Franke

                                                                                Kolonnenarzt

                                                                 Dr. med. Hans Franke (1909-1926)

 

 Zum ersten Mal eingesetzt

Erstmals aktiv wurde die junge Kolonne am 19. Februar 1910. Der 13jährige Steinhauerlehrling Jakob Wendler von Niederlamitzerhammer half beim Rangieren eines beladenen Eisenbahnwagens in der Station Kirchenlamitz-Bahnhof. Bei dieser Arbeit kam er zu Fall und wurde vom Wagen erfasst. Auf einer Tragbahre erfolgte der Transport Wendlers, dem ein Bein fast der ganzen Länge nach zerquetscht worden war, in das hiesige Krankenhaus in der Spitalgasse, wo er jedoch kurz nach seiner Einlieferung verstarb.


Die Sanitätskolonne Kirchenlamitz bis 1914

Im ersten Jahr ihres Bestehens wurden durch die Sanitätskolonne Kirchenlamitz 35 Unterrichtsstunden abgehalten, 20 Hilfeleistungen in Krankheitsfällen geleistet, bei drei Unfällen geholfen und vier Krankentransporte in entfernte Anstalten vorgenommen. Somit war ihre Gründung berechtigt, weil ein Bedarf für ihr Aufgabenfeld gegeben war.

Endlich erfolgte am 9. Februar 1911 der Eintrag in das Vereinsregister. Die Kolonne führte nun den Namen „Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Kirchenlamitz.

Die enge Verbindung der Sanitätskolonne Kirchenlamitz zum Militär zeigte  sich  in  ihren  Anfangsjahren

darin, dass die schon bald vorgenommenen Besichtigungen immer von Offizieren und Sanitätsoffizieren vorgenommen wurden. Im Ausbildungsnachweis ist auch mehrfach von Gepäckmärschen und Reisemärschen die Rede. Ein Angehöriger der Kolonne wurde feldmarschmäßig ausgerüstet.

Auch die Stadt Kirchenlamitz unterstützte ihre Sanitätskolonne und stellte für Unterrichtszwecke ein Zimmer im alten Schulhaus in der Rosengasse 35a, jetzt Rosengasse 21, zur Verfügung. An Ausrüstung besaß die Kolonne zu diesem Zeitpunkt 23 Röcke und Halsbinden, eine Verbandstasche und zwei Krankentragen.

1912 kaufte die Kolonne eine Fahrbahre. Dieses Gefährt diente viele Jahrzehnte zum Krankentransport und ist noch heute als Schaustück im Besitz der Rot-Kreuz-Bereitschaft Kirchenlamitz.

Zum Jahreskreislauf gehörten größere Übungen ebenso, wie der Besuch von Fortbildungsveranstaltungen für Kolonnenführer und Ärzte.

 

Die Sanitätskolonne während des Ersten Weltkriegs

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 1. August 1914 wirkte wie ein Donnerschlag. Während der festgesetzten Mobilmachungstage wurde täglich um 20:00 Uhr Appell gehalten, Besprechungen durchgeführt und die tagsüber eingelaufenen Berichte verlesen. Von den Angehörigen der Kirchenlamitzer Sanitätskolonne wurden bis Mitte September 1914 insgesamt 13 Mitglieder einberufen. Auch der Kolonnenarzt Dr. Hans Franke musste als Stabsarzt bereits am 2. August 1914 dem Mobilmachungsbefehl Folge leisten. Seine Vertretung in Kirchenlamitz übernahm der Weißenstädter Arzt. Im April 1915 rückten die späteren Kolonnenführer Karl Rogler und Fritz Höpfel als Krankenträger zum Militär ein und im Januar 1917 waren nur noch vier Mitglieder bei der Hauptversammlung anwesend.

Das Rote Kreuz erzielte in der Pflege und Wiederherstellung von Verwundeten hervorragende Leistungen. Es regelte den gesamten für die Stimmung im Felde so wichtigen Dienst in der Spendenverteilung aus der Heimat, in dem die Opferwilligkeit des Landes, trotz steigender eigener Not, in besonders erhebender Weise zum Ausdruck kam.

Während des Weltkrieges kam das Vereinsleben nahezu zum Erliegen. Dafür entwickelte sich die Tätigkeit des Zweigvereins Kirchenlamitz des Bayerischen Frauenvereins vom Roten Kreuz hervorragend.

Der damalige stellvertretende Kolonnenführer Christof Arzberger bemerkte später dazu:

Wir halfen in den Kriegsjahren, wo es nur anging an Sammlungen fürs Rote Kreuz und sonstigen Veranstaltungen zu guten Zwecken. […] So halfen wir im Heimatdienst bei Verunglückungen, so gut es eben ging, legten Notverbände  an,  machten   Krankentransporte ins hiesige Krankenhaus, ins städtische Krankenhaus Hof, Reservelazarett Hof und einige in die Heil- und Pflegeanstalt Bayreuth.

 

Neubeginn 1919

Bis zum Sommer des Jahres 1919 waren es in der freiwilligen Sanitätskolonne Kirchenlamitz überwiegend die älteren Angehörigen, die ohne viel Aufsehen zu machen bei den unterschiedlichsten Anlässen Erste Hilfe und Beistand leisteten.

Wieder war es Dr. Hans Franke, der zu einem Neubeginn aufrief, und wieder war es das Lokal der Schützengesellschaft, wo er am 21. Dezember 1919 mit einem öffentlichen Vortrag die Erneuerung der Sanitätskolonne forderte. Seine Initiative

 hatte Erfolg: 27 Neuaufnahmen trugen sich in die Listen der freiwilligen Sanitätskolonne Kirchenlamitz ein.

Die erste Generalversammlung nach dem Kriege fand am 28. Februar 1920 im Bahnhofsrestaurant Fischer (Bahnhofstraße 15) statt. Ernst Müller beendete seine Tätigkeit als Kolonnenführer und wurde zum Ehrenkolonnenführer ernannt. Ein Nachfolger fand sich an diesem Abend nicht, somit übernahm Dr. Franke für ein Jahr diesen Posten und die Funktion als Kolonnenarzt in Personalunion.

Erst am 15. Februar 1921 wurde in einer ordentlichen Mitgliederversammlung der bisherige stellv. Kolonnenführer, der Steinhauer Christof Arzberger, zum neuen Kolonnenführer gewählt.

Mitte der 1920er Jahre hatte sich neben der Granitindustrie auch die Porzellanindustrie als Wirtschaftsfaktor in Kirchenlamitz etabliert. Um bei Arbeitsunfällen schnellere Hilfe leisten zu  können,  wurde  angeordnet, dass in jedem Betrieb einige Mitarbeiter zum Rettungsdienst und zur Hilfeleistung zu verpflichten seien. Auch bei größeren Veranstaltungen, wie Sportveranstaltungen oder Theateraufführungen, sollten nun auf Ersuchen Abordnungen in Uniform gestellt werden.

Fortan bestimmt bis auf den heutigen Tag das Erscheinungsbild von Festumzügen und größeren Veranstaltungen die Anwesenheit von Angehörigen des Roten Kreuzes. Wie berechtigt diese Tatsache ist, beweisen die vielen Hilfeleistungen, die immer wieder notwendig werden.

 


Christof Arzberger

Kolonnenführer

Christof Arzberger (1921-1928)



Dr.med Arnulf Klaus

Kolonnenarzt

Dr. med. Arnulf Clauß (1926-1930)

 

 

Ein Kolonnenheim wird gebaut

Am 7. Januar 1926 endete die Ära Dr. Franke bei der Freiwilligen Sanitätskolonne Kirchenlamitz. Er wurde als Bezirksarzt nach Kehlheim berufen. Ein würdiger Abschied mit Ehrenurkunde und vielen Dankesworten begleiteten seinen Weggang von Kirchenlamitz. Dr. Franke blieb seiner einstigen Wirkungsstätte noch lange verbunden. Immer wieder kamen bei entsprechenden Gelegenheiten gerne gesehene Grüße aus seiner Feder in Kirchenlamitz an.

Sein Nachfolger als Kolonnenarzt war Dr. Arnulf Clauß, der an Stelle von Dr. Franke nun als Arzt in Kirchenlamitz praktizierte.

Lange schon war innerhalb der Kolonne der Wunsch nach einem eigenen Heim laut geworden. Einer solchen Einrichtung maß man infolge der erweiterten Aufgaben einen entscheidenden Wert bei. Dr. Clauß erzielte bei einer Haussammlung zunächst den Grundstock von 550 Mark. Privatier Wilhelm Wilfert stellte den Bauplatz unentgeltlich zur Verfügung, und die Stadt gewährte einen Zuschuss von 1.500 Mark. In der zweiten Oktoberhälfte des Jahres 1926 konnte mit dem Bau begonnen werden.

Die  Maurerarbeiten führte die Firma Hallmeyer aus, die Zimmermannsarbeiten erledigte der Kassier Fritz Höpfel. Am Samstag, dem 15. Januar 1927, fand in großem Rahmen die Einweihungsfeier statt. Die beiden Bürgermeister Haarbauer und Hallmeyer gratulierten der Kolonne zu ihrem neuen Heim, ebenso Pfarrer Dr. Hohenberger und Dr. Clauß. Auch Dr. Franke schickte eine Grußadresse aus der Ferne.



                                                 Kolonenheim 1930

                                                                                            Das Kirchenlamitzer Kolonnenheim Mitte der 1930er Jahre

                                                                                                                         jetzt Anwesen Schloßstraße 3.

 

                                                                         Paul Schremel

 Kolonnenarzt

Dr. med. Paul Schreml (1930-1968)

 

 

1928 verstarb der Kolonnenführer Christof Arzberger. Zu seinem Nachfolger wurde Dr. Fritz Taubenberger gewählt, der sich inzwischen als weiterer Arzt in Kirchenlamitz niedergelassen hatte.Ihr 20. Gründungsfest konnte die Freiwillige Sanitätskolonne Kirchenlamitz im November 1929 begehen. Die Festansprache hielt der stellvertretende Kolonnenführer Karl Rogler (Dr. Taubenberger war mittlerweile nach Brand bei Marktredwitz verzogen). Dabei ließ er die vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren.

 

                                                                     

Karl Rogler

  Kolonnenführer

Karl Rogler (1928-1933)

 

 

Das Jahr 1930

Wesentliche Veränderungen in der Kolonnenführung brachte das Jahr 1930 mit sich. Durch den Wegzug von Dr. Taubenberger wurde der bisherige stellvertretende Kolonnenführer Karl Rogler in der Hauptversammlung am 18. Januar zum Kolonnenführer gewählt. Infolge zunehmender Motorisierung des Straßenverkehrs entstanden in Raumetengrün, Oberschieda, Niederlamitz und Buchhaus (dort 1932) Straßenhilfsdienst-Hilfsstellen.

Einem Mordanschlag fiel am 3. Februar 1930 Kolonnenarzt Dr. Arnulf Clauß zum Opfer. Er war in das hiesige Pfarrhaus zur Behandlung der Gattin des Ersten Pfarrers gerufen worden, wo der geistig verwirrte Sohn der Pfarrerfamilie auf ihn schoss. Seine Ehefrau, Dr. Annemarie Clauß, war ebenfalls als Ärztin in Kirchenlamitz tätig. Sie zog jedoch bald nach Schwäbisch-Hall.

 

Die Sanitätskolonne in den 1930er Jahren bis 1945

Nachfolger von Dr. Clauß als Kolonnenarzt war seit dem 18. Februar 1930 Dr. Paul Schreml, der für Dr. Taubenberger nach Kirchenlamitz gekommen war. Bald verdoppelte sich die Anzahl der Mitglieder. Sie erreichte im Jahr 1931 die stolze Zahl von 48 Personen. Die bisher mit Verbandskästen ausgestatteten Straßenhilfsdienststellen wur­den nun auch mit Tragen ausgerüstet.

In den frühen 1930er Jahren fanden viele Reisemärsche statt. 1931 trafen sich dabei die Sanitätskolonnen aus Selb, Marktleuthen, Weißenstadt und eine Abordnung aus Schwarzenbach an der Saale, insgesamt 120 Mann, in Niederlamitz. Die Veranstaltung endete mit einer gemütlichen Zusammenkunft im Kirchenlamitzer Schützenhaus.

Das gesellschaftliche Leben innerhalb der Kolonne war hin und wieder auch von eigenen Theateraufführungen geprägt. Im November 1931 wirkten dabei elf Schauspieler mit. Die Aufführung fand im Saal des Gasthofs „Deutsches Haus“ statt.

Infolge der politischen Veränderungen des Jahres 1933 kam es auch innerhalb der Freiwilligen Sanitätskolonne Kirchenlamitz zu einem Wechsel in der Kolonnenführung. Der verdiente Kolonnenführer Karl Rogler, legte sein Amt nieder. Einstimmig neu gewählt wurde im Rahmen der Gleichschaltung der bisherige Vereinskassier, der Zimmermeister Fritz Höpfel.

Auch die Abstellungen von Personal zu einzelnen Veranstaltungen änderten sich. Zwar blieb es bei den „klassischen“ Hilfeleistungen bei Turnfesten (beim Turnfest am 22. August 1937 erfolgten 19 Hilfeleistungen!) und Fußballspielen, doch traten jetzt mehr und mehr die Angehörigen der Freiwilligen Sanitätskolonne Kirchenlamitz auch bei den Geländespielen der Hitlerjugend und bei den Übungen zum SA-Wehr­abzeichen in Erscheinung.

Neuuniformierung und Umorganisation der Sanitätskolonne waren bald die sichtbaren Folgen des nach dem Führerprinzip ausgelegten neuen Staates. In der Hauptversammlung vom 13. April 1935 wurde eine neue Satzung angenommen. Gleichzeitig mussten gemäß Verfügung des Deutschen Roten Kreuzes (Bayerischer Landesverein) die Kolonnen Kirchenlamitz, Weißenstadt und Marktleuthen zusammengelegt werden. Sie trugen den gemeinsamen Namen „Sanitätskolonne Kirchenlamitz“. Kolonnenführer blieb Fritz Höpfel, zum Führer des Kirchenlamitzer Sanitätszuges wurde Max Busch ernannt. Halbzugführer waren Fritz Geyer und Franz Frisch.

Im September 1935 besuchte der Präsident des Bayer. Landesvereins vom Roten Kreuz die Sanitätskolonne mit ihren drei Zügen.

In der ärztlichen Versorgung der Stadt Kirchenlamitz gab es in den 1930er Jahren ebenfalls ständig Veränderungen. 1931 kam als zweiter Arzt Dr. Wilhelm (Willi) Christ. Er betätigte sich bald politisch, war Bürgermeister (NSDAP) und starb am 2. April 1937. Auf ihn folgten die Doktoren Brühschwein und Fischer. Beide blieben nur kurz in Kirchenlamitz. Alle drei hatten in der Sanitätskolonne keine Funktion.

Am 23. April 1938 wurde der Zugführer des Sanitätszuges Kirchenlamitz, Max Busch, mit der gleichzeitigen Führung des Sanitätszuges Marktleuthen beauftragt.

Dr. Franz Sonntag, der während der Kriegsjahre (Dr. Paul Schreml war als Stabsarzt zum Militär eingezogen) als einziger Arzt in Kirchenlamitz tätig war, erteilte an Stelle des Kolonnenarztes Unterricht.

Gertraud Pöpperl, damals Rotkreuzhelferin, erinnert sich: Im Jahr 1943 gab er wiederholt Kurse zur Ausbildung in erster Hilfe. Sie waren immer gut besucht. Weil sich ab diesem Jahr die Zahl der Fliegeralarme erhöhte, war ein Teil der ehrenamtlichen DRK-Helferinnen zum Bereitschaftsdienst bei nächtlichem Alarm eingeteilt. Tagsüber waren wir alle leicht erreichbar.

Ertönte Nachts die Sirene dreimal (Alarm), fanden sich wenigstens vier Helferinnen in der Praxis des Arztes in der Weißenstädter Straße 202 (jetzt Nr. 3) ein und blieben bis zur Entwarnung (Dauerton). Um die Wartezeit auszufüllen, hatten wir unser Strickzeug dabei. Diese Alarme waren oft von unterschiedlicher Dauer. Morgens mussten wir pünktlich an unserem Arbeitsplatz sein. Zwei Helferinnen, die  im  Büro  der  Firma Siemens in der  Nähe  des  Bahnhofes  Kirchen-

lamitz-Ost arbeiteten waren dort zur Hilfeleistung eingeteilt. Als am 17. und 18. April 1945 Kirchenlamitz beschossen wurde, waren im Krankenhaus alle Betten belegt und die beiden Schwestern überfordert, ebenso der Arzt. Nun waren wieder die Helferinnen gefragt. Zum Einsatz kamen wir im Operationssaal und zur Pflege am Tag und im Nachtdienst. Belastend war es, wenn man helfen musste, Verstorbene in den Aufbahrungsraum im Untergeschoß zu bringen.

 

                                                                                       Mitglieder 1950er Jahre

                                                                                                  Mitglieder der Sanitätskolonne Kirchenlamitz, 1950er Jahre

                                                                                      Mitglieder 1960er Jahre

                                                                      Mitglieder der Sanitätskolonne Kirchenlamitz, 1960er Jahre

Neubeginn 1947

Erst im Jahr 1947 setzen die Protokollbücher der Sanitätskolonne Kirchenlamitz wieder ein. Kreiskolonnenführer Max Busch hatte für den 2. August zur Generalversammlung eingeladen und konnte elf Kirchenlamitzer und acht Marktleuthener Angehörige des Roten Kreuzes begrüßen. Max Busch wurde als Kolonnenführer bestätigt und Wolfgang Poschet zum Zugführer für Kirchenlamitz gewählt.


                                                 Max Busch

                                                                      Kolonnenführer Max Busch

(1935-1947 und 1951-1955)

 

Erst im Laufe des Jahres 1949 konnte das Kolonnenheim, das durch Flüchtlingsfamilien belegt war, durch die Stadt Kirchenlamitz wieder freigegeben werden. 80 betagte Damen bewirtete die Ortsgemeinschaft und die Sanitätskolonne zu Weihnachten im „Rosenhof“, und die Schülerinnen der 7. Klasse trugen dabei Gedichte vor.

Einen Ehren- und Werbeabend veranstaltete im Jahr 1952 die Sanitätskolonne in den ausgeschmückten Lokalitäten der Rosenhof-Gaststätte. In Anwesenheit des 1. Kreisvorsitzenden Heinrich Seltmann (Schirnding) und der Geschäftsführerin des BRK-Kreis­verbandes Wunsiedel, Katharina Desch­ner, zeigten sich die Kirchenlamitzer Mitglieder des Roten Kreuzes von ihrer besten Seite: Musik- und Gesangvorträge lockerten die Ansprachen auf, den in den beiden Weltkriegen gefallenen oder zwischenzeitlich verstorbenen Mitgliedern wurde in würdiger Form gedacht, langjährige Mitglieder wurden geehrt. An diesem Abend wurde auch die Ortsgemeinschafts-Vor­standschaft neu gebildet und Berta Zeitler ihre Vorsitzende.

Max Busch, der auch vier Jahre lang Kreiskolonnenführer war (1947-1951), stellte sich 1955 nicht mehr zur Wahl als Kolonnenführer, er leitete aber noch bis 1964 den Krankentransport in Kirchenlamitz.

Viele Verletzte und Kranke verdanken seinem schnellen und umsichtigen Einsatz ihr Leben. Noch als 70jähriger war Max Busch immer zur Stelle, wenn es zu helfen galt.


                                                        Berta Zeidler Festkutsche

                                                                           Die Leiterin des Kirchenlamitzer Sozialdienstes Berta Zeidler (vorne links)

wird in der Kutsche gefahren (Schützenfest 1953)

 

1955 wurde der Formgießer Franz Gräßel zum neuen Kolonnenführer gewählt. Im gleichen Jahr konnte ein modernes Krankenauto angeschafft werden. Damit trat die alte Fahrbahre in den Ruhestand. Das Fahrzeug leistete lange Jahre gute Dienste. Max Busch, Karl Goller und Werner Ziegler werden den älteren Kirchenlamitzern als Fahrer des

VW-Kombi noch gut in Erinnerung sein.

Auf Hans Gräßel folgte im April 1957 als Kolonnenführer Franz Lang, dem es vorbehalten blieb, zwei Jahre später die 50-Jahr-Feier auszurichten.

Die Sanitätskolonne Kirchenlamitz hatte sich im ersten halben Jahrhundert ihres Bestehens überaus erfolgreich bewährt und sah nun neuen Aufgaben entgegen.


Die 50-Jahr-Feier

In würdigem Rahmen feierte die Sanitätskolonne Kirchenlamitz am 21. und 22. Juni 1959 ihren 50. Geburtstag. Otto Schemm aus Arzberg nahm die Totenehrung vor. In einer großen Schauübung zeigten die Ortsgruppen und Kolonnen von Wunsiedel, Arzberg, Kirchenlamitz, Niederlamitz, Marktleuthen, Weißenstadt, Schirnding, Thiersheim, Schwarzenhammer, Bernstein und Oberröslau ihren Ausbildungsstand. Zum Festkommers konnte Kolonnenarzt Dr. Paul Schreml Repräsentanten von Kirche und Staat und die Vertreter des Roten Kreuzes begrüßen. Der Männergesangverein „Liederkranz“ trug wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Im Festzelt herrschte bis tief in die Nacht fröhliches Treiben. 

Aus den 1960er und 70er Jahren

1963 wurde der Blutspendedienst auch in Kirchenlamitz aktiv. Die ersten Blutspenden wurden im „Rosenhof“ abgenommen. Gertraud Pöpperl war von Anfang an dabei: Die Aktion fand zweimal im Jahr statt, und die Prozedur dauerte nicht lange. Erst später wurde die Betreuung intensiver, auch bezüglich der Voruntersuchung. Die Termine fanden nun im Schulhaus statt. Das Team kam dreimal und später viermal im Jahr. Für einen Imbiss und Kaffee nach der Spende waren örtliche Rotkreuzhelferinnen zuständig.


Franz Lang

 Kolonnenführer Franz Lang

(1957-1976)

 

 Außer den vielen Kolonnenabenden und den Blutspendeterminen wurden zum Beispiel im Jahr 1967 zusätzlich vier Erste-Hilfe-Kurse, ein Lehrgang „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ und eine große Schauübung am Schlachthof durchgeführt.

Seinen Abschied nahm im November 1968 Kolonnenarzt Dr. Paul Schreml. In der würdigen Feier betonte Franz Frisch: Er war uns stets ein Vorbild an selbstlosem Einsatz und Pflichterfüllung.

In der Folgezeit betreute Dr. Otto Baldrian die Kolonne.

1969 fand in Kirchenlamitz die Jahreshauptversammlung des BRK Kreisverbandes Wunsiedel statt. Landrat Heinrich Drechsel gab bekannt, dass künftig die Einsatzwagen mit Funk ausgerüstet werden sollen. Gleichzeitig beging die Kirchenlamitzer Sanitätskolonne ihren 60. Geburtstag.

1971 wurde Dr. Werner Wunsiedler Kolonnenarzt. Er setzte sich sofort für die Anschaffung eines neuen Krankenwagens ein, der wesentlich durch Spenden der Kirchenlamitzer Geschäfte und Firmen finanziert wurde. Dazu Krankentransportdienstleiter Werner Ziegler: 1972 wurden 377 Krankentransporte durchgeführt, die höchste Zahl seit 1955. Mit dem Krankenwagen wurden 1972 insgesamt 21.318 Kilometer zurückgelegt, davon 5.398 Kilometer mit dem alten und 15.920 Kilometer mit dem neuen. Der alte Krankenwagen wurde mit einem Kilometerstand vom 145.721 zurückgegeben. Der neue Krankenwagen wurde am 28. Februar 1972 in Betrieb genommen. Vom 1. Februar 1955 bis zum 31. Dezember 1972 mussten vom Krankentransport in Kirchenlamitz 4.654 Krakentransporte durchgeführt werden. Die Hälfte davon fuhr Karl Goller.

Ausbildungsschwerpunkt war in diesem Jahr Ausbildung in Herz-Lungenwiederbelebung, Pflegedienst und Verpflegedienst, ABC-Dienst, Fernmeldedienst und Ausbildung im technischen Dienst.

Stets ein offenes Ohr für die ideellen Belange des Roten Kreuzes hatte Berta Zeitler (Abb. S. 32), die seit 1953 den Sozialdienst leitete. Zum 20jährigen Jubiläum wurde ihr ein Ehrenabend bereitet. Sie betonte dabei, dass die damals 28 Mitglieder sich als erste Aufgabe die Anschaffung eines Krankentransportwagens gestellt hatten. Dann habe die Ortsgemeinschaft auch Waisenhäuser in der DDR betreut und sich bei Muttertagsfeiern betagter Frauen angenommen. Zweimal im Jahr sei der Sozialdienst der Ortsgemeinschaft bei Blutspendeterminen eingesetzt gewesen. Berta Zeitler hat in all den Jahren ihrer Tätigkeit weder Kosten noch Mühen gescheut, um sich für den Dienst am Nächsten einzusetzen. Bürgermeister Adolf Sommerer dankte im Namen der Stadt, und Landrat Heinrich Drechsel überreichte einen Scheck des Kreisverbandes.

Dr Wunsiedler

                                                                                                             Kolonnenarzt

Dr. Werner Wunsiedler (1971-2006)

 

 

Als sichtbares Zeichen guten Ausbildungserfolges bestand kurzzeitig das Leistungsabzeichen. Mindestens 23 Angehörige der Sanitätskolonne Kirchenlamitz wurden in den ersten Jahren damit ausgezeichnet.


Siegfried König
Kolonnenführer

Siegfried König (1976-1984)

 

 

1976 trat Franz Lang aus Gesundheits- und Altersgründen von seinem Amt als Kolonnenführer zurück, in dem er 19 Jahre mit viel Hingabe und großem Fleiß tätig war. Seine Verabschiedung erfolgte würdevoll unter Verleihung des Titels „Ehrenkolonnenführer“. Sein Nachfolger, Siegfried König, überreichte einen Präsentkorb.

Bereits seit geraumer Zeit fanden regelmäßig Vorträge des Roten Kreuzes in Kirchenlamitz statt. Organisatorin war die Sanitätsdienstleiterin des BRK-Kreisverbandes Wunsiedel, Beate Fischer. Viel Beachtung fand im Jahr 1977 ein Vortrag von Dr. Werner Wunsiedler, der zum Thema Stoffwechselkrankheiten, Diabetes, Gicht und Fettstoffwechselstörungen sprach.

 

Das Procedere um die Rettungswache beginnt

Im Januar 1978 wurde die durch die Sanitätskolonne betreute Krankentransportstelle durch den Kreisverband Wunsiedel aufgelöst. Sofort lud die Kolonne ihre Mitglieder zu einer Besprechung über die Errichtung eines Stellplatzes für den Krankenwagen in Kirchenlamitz ein. Erschienen war auch Bürgermeister Erich Gutmann. Der Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes erläuterte die Sachlage und bemerkte dabei, dass aus Kostengründen im Landkreis Wunsiedel nur drei Rettungswachen eingerichtet werden können (Wunsiedel, Marktredwitz und Selb). Für die bisherigen Rettungswachen in Kirchenlamitz, Weißenstadt und Arzberg könnten nur Stellplätze eingerichtet werden. Kirchenlamitz würde somit von der Rettungswache in Selb betreut werden. Die Stellplätze würden im Wochenend-Bereitschaftsdienst durch die jeweiligen Sanitätskolonnen wahrgenommen. Die Kirchenlamitzer Kolonne erklärte sich dazu bereit. Diesen Ausführungen schloss sich eine rege Diskussion an.

Es ging um die Sicherstellung des Rettungsdienstes in und um Kirchenlamitz! Dazu wurde ein massiver Einsatz für die Verwirklichung der gesetzlich garantierten Sicherstellung des Rettungsdienstes in Angriff genommen. Sanitätskolonne, Frauenbereitschaft, Sozialdienst, Bergwacht und Jugendrotkreuz beschlossen die Durchführung einer Unterschriften-Aktion, die von mehr als 3.000 Bürgern unterstützt wurde. Die Bevölkerung war mit Recht verunsichert, denn Ereignisse in der jüngsten Zeit hätten bewiesen, dass der Raum um Kirchenlamitz, Marktleuthen und Weißenstadt in der Notfallversorgung nur mit erheblichen Verzögerungen betreut werden konnte. Es bestand für einen Verunglückten oder Schwerkranken die Gefahr, früher sterben zu müssen, nur weil die erforderliche Hilfe zu lange auf sich warten lässt!

In einen deutlich formulierten Offenen Brief hieß es: Die einst mit vielen öffentlichen Einrichtungen ausgestattete Stadt Kirchenlamitz wurde durch fortwährende Zentralisierungsbestrebungen verschiedener Dienststellen fast in eine Bedeutungslosigkeit hinabgedrängt. Der Abzug des von den Kirchenlamitzern selbst finanzierten Sanitätsfahrzeuges […] ist ein weiterer, konsequenter Schritt in dieser Entwicklung.

Erneut wurde nun die Bitte um Einrichtung einer Rettungswache in Kirchenlamitz an den Rettungszweckverband Hof gestellt. Diese Forderung bestand bereits seit 1975. Einen Abdruck des Schreibens erhielten alle staatlichen Stellen bis hinauf zum bayerischen Innenministerium und dem Präsidium des Bayerischen Roten Kreuzes. Hauptargument war die Nichteinhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist von zwölf Minuten (auch ausnahmsweise 15 Minuten waren kaum möglich).

Schließlich teilte Landrat Christoph Schiller der Stadt Kirchenlamitz schriftlich mit, dass sich nun auch der Kreistag des Themas angenommen habe. Er persönlich werde die Bemühungen, eine Rettungswache in Kirchenlamitz einzurichten, mit allem Nachdruck unterstützen. Auch Innenminister Gerold Tandler beabsichtigte, sich der Problematik der Nichteinhaltung der gesetzlichen Hilfsfrist in diesem Raum persönlich anzunehmen.

Fast ein weiteres Jahr musste vergehen, bis am 6. Dezember 1979 der Rettungszweckverband Hof, dem die Stadt Hof, der Landkreis Hof und der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge angehörten, seine Verbandsversammlung durchführte und sich der Thematik annahm. Nach eingehender Erörterung und Abwägung aller Gesichtspunkte, auch des Aspektes einer ständigen Abordnung eines Rettungsdienstfahrzeuges von den Wachen Wunsiedel, Marktredwitz oder Selb nach Kirchenlamitz, beschloss die Mehrheit, die derzeitigen Rettungswachen in Hof, Münchberg, Naila, Rehau, Wunsiedel, Marktredwitz und Selb bestehen zu lassen. Alle Einsätze würden von der am 13. November 1975 eingerichteten Rettungsleitstelle in Hof geleitet.

Somit war der erste Anlauf zur Einrichtung einer Rettungswache in Kirchenlamitz gescheitert. Zwar hatte die Stadt Kirchenlamitz bei der Regierung von Oberfranken eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht, doch fiel die Entscheidung äußerst enttäuschend aus: Für die Rechtsaufsichtsbehörde bestand kein Anlass, den Beschluss aufsichtlich zu beanstanden. Letztendlich wurde sogar der Stadt Kirchenlamitz das Recht eines förmlichen Antrages bezüglich der Errichtung einer Rettungswache abgesprochen. Bürgermeister Erich Gutmann fragte sich, wer hat denn dann ein Recht, sich für die Bürger von Kirchenlamitz einzusetzen? Er fügte weiter hinzu, dass gefragt werden müsse, ob der Staat seine eigenen Gesetze wohl nicht einzuhalten brauche.

Aus der Alltagspraxis

Der Jahresablauf innerhalb der Sanitätskolonne unterliegt bestimmten Vorgaben. 1982 nahmen beispielsweise acht Mitglieder an vier Wochenenden an einer Sanitätsausbildung erfolgreich teil. Bei drei Blutspendeterminen wurden die Spender von Kolonnenmitgliedern betreut. Sanitätsdienst wurde auf den Fußballplätzen in Kirchenlamitz und Niederlamitz, beim Kirchenlamitzer Volks- und Wiesenfest, bei Sportfesten und anderen größeren Veranstaltungen geleistet. Die Frühjahrs- und Herbstsammlung  brachte  mehr als 2.000 Mark ein.

 

Das Jugendrotkreuz (JRK) führte zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr an der Schießhalle eine Schauübung durch. Außerdem wurden vom JRK, der Kolonne selbst und der Bergwacht Fahrzeuge und Geräte vorgestellt.

Zu einem spektakulären Einsatz kam es im Sommer 1984. Die Freiwillige Feuerwehr, ein Krankenwagen, ein Rettungswagen und der Notarztwagen sowie die Polizei waren im Einsatz, um die Bergung eines Verletzten aus einem Getreidesilo vorzunehmen. Die Rettungsaktion gestaltete sich recht schwierig und nahm auch längere Zeit in Anspruch.

Zu den angenehmen Seiten im Jahreskreislauf gehören die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Für 25, 40- und 50jährige Dienstzeit verlieh der bayerische Staat von 1957 bis 1971 Ehrenzeichen in Bronze, Silber und Gold. Seit 1972 gibt es staatliche Ehrenzeichen in Silber und Gold für 25 und 40 Dienstjahre. Für besondere Verdienste um das bayerische Rote Kreuz  wird das Steckkreuz als höchste Auszeichnung verliehen. Die Tradition, Verdienste um das Sanitätswesen, später um das Rote Kreuz, mit tragbaren Ehrenzeichen zu belohnen, reicht in Bayern allerdings bis in das Jahr 1812 zurück. Neben diesen staatlichen Ehrenzeichen verleihen auch das Deutsche Rote Kreuz und das Bayerische Rote Kreuz eigene Belohnungen.

Viele Kirchenlamitzer Kolonnenmitglieder wurden bisher mit den Ehrenzeichen am Bande für langjährige Dienstzeit oder anderen tragbaren staatliche Ehrenzeichen für Hilfeleistung ausgezeichnet.

Zwei Jubiläumsfeiern

Im Februar des Jahres 1984 war der bisherige Kolonnenführer Siegfried König von seinem Amt aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde der 36-jährige Betriebsschlosser (Schweißer) Richard Obermeier gewählt.


Richard Obermeier

                                                                                          Kolonnenführer /Bereitschaftsleiter

Richard Obermeier (1984-1997)

 

Das Jahr versprach interessant zu werden, denn es standen zwei Jubiläen an, die es galt gebührend zu feiern.

Bereits am 1. Januar 1984 wurde die „Schnelle Einsatzgruppe“ (SEG) gegründet. Sie ist mit einem Fahrzeug mit Krankenwagenausrüstung ausgestattet und speziell für den Kathastrophenschutz zuständig. Bereits kurz nach ihrer Errichtung bestand sie bei einem Großbrand in der Nähe von Wunsiedel ihre Bewährungsprobe.

Aus Anlass des 75jährigen Jubiläums der Sanitätskolonne Kirchenlamitz fand in der Schulturnhalle die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Wunsiedel des Bayerischen Roten Kreuzes statt. Anwesend war auch der Vorsitzende des BRK-Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken, Dr. Helmut Rothemund, der in seiner Ansprache auf das Ehrenamt einging: Wir können auf den hauptamtlichen Mitarbeiter im Rettungsdienst nicht verzichten. Wir wissen seine Arbeit zu schätzen. Nicht entbehren können wir aber auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Diese müssen auch in Zukunft das Rückgrat des Roten Kreuzes bleiben!

50 Jahre vorher, 1935, war die jetzige Frauenbereitschaft gegründet worden. Es gab bereits im Ersten Weltkrieg eine Vorläuferorganisation in Kirchenlamitz, den Zweigverein Kirchenlamitz des Bayerischen Frauenvereins vom Roten Kreuz. Dieser löste sich jedoch bald wieder auf. Erst 1935 gründete sich die Frauenbereitschaft neu. Seit 1939 leitete sie Lina Bauer bis 1954, dann Frieda Thiede. Jetzt leitet Katharina Potzel die Frauenbereitschaft.


                         Bereitschatf zum 75 jährigen jubiläum

                                             Zu einem Erinnerungsfoto stellten sich die Mitglieder der Sanitätskolonne Kirchenlamitz

                                                                    aus Anlass des 75. Gründungsjubiläums ihrer Kolonne.

 

Hintere Reihe von links: Herbert Becher, Jochen Pausch, Manfred Zimmermann, Siegfried König, Wolfgang Nittke, Horst Pajung, Hans Lessner, Rosa Schirmer, Gottlieb Schindler, Stefan Prell.

 

Sitzend von links: Ernst Feustel, Werner Schlötzer, Frieda Thiede, Richard Obermeier, Max Potzel


Fortbildungsmaßnahmen

Regelmäßig nehmen Mitglieder der Sanitätskolonne Kirchenlamitz, seit 1993 Gemischte Bereitschaft des Roten Kreuzes Kirchenlamitz, an Fortbildungsmaßnahmen teil. Im Jahr 1987 nahmen die Kirchenlamitzer Sanitäter am zentralen Katastrophenschutz-Ausbildungslager der Kreisverbände Hof und Wunsiedel in Rehau teil. Die Unterführer wurden im Fernmeldedienst, im technischen Dienst, im Sanitätsdienst und im Betreuungsdienst und auch als Führer geschult. Das erlernte Wissen kann dann im Rahmen des täglichen Dienstes umgesetzt werden. So leisteten 1987 die 20 aktiven Mitglieder 1.560 reguläre Stunden, bei sonstigen Einsätzen wie Bereitschaftsstunden der SEG, Fahrzeug und Gerätepflege wurden 4.134 Stunden aufgewendet.

Seniorentreff

Ursprünglich sollte es „nur“ eine Muttertagsfeier sein, dass sich daraus eine lange und erfolgreiche Tradition entwickeln würde, daran dachte am 8. Mai 1988 niemand, als der erste Seniorennachmittag im Kolonnenheim stattfand. Ältere Bürger wurden von der Frauenbereitschaft des Roten Kreuzes mit Kaffee und Kuchen bewirtet.

Fünfzehn Jahre später, nach 160 Veranstaltungen, waren die monatlichen Themen dem Jahreskreislauf angepasst: Eine „Fahrt ins Blaue“, Grillnachmittag, Erntedankfest, Nikolaus- und Weihnachtsfeier, zur Fastenzeit wird zu einem Herings-Essen eingeladen. Das Kolonnenheim wurde renoviert und den Bedürfnissen angepasst, das Geschirr stiftete die Porzellanfabrik Winterling. Eingerichtet wurde auch ein Fahrdienst für Senioren, und Bürgermeister Reinhard Weiß betonte, dass diese Veranstaltungen für viele den Alltag mit manchen Nöten und Plagen vergessen lassen. Damit erfüllt das Rote Kreuz eine wichtige Aufgabe im gesellschaftlichen Leben und bietet den Senioren die Möglichkeit, außerhalb der Vereine, Freizeitaktivitäten wahrzunehmen. Zudem vermittelten fachkundige Referenten Wissenswertes zu den Themen Gesundheit, Kräuter, Medizin, Essen auf Rädern und häusliche Krankenpflege.

 

Partnerschaft mit Vaihingen/Enz

Auf Initiative des ehemaligen Kirchenlamitzer Kolonnenmitgliedes Manfred Zimmermann, der nach Vaihingen/Enz verzogen war, entstand im Jahr 1989 eine Partnerschaft mit der dortigen Bereitschaft. Sie begann mit einem Besuch der Rettungsleitstelle Ludwigsburg und der Flughafenfeuerwehr Stuttgart. Aus Anlass des Maientages teilten sich beide Bereitschaften den Sanitätsdienst in Vaihingen. Die Partnerschaft entwickelte sich zu regelmäßigen gegenseitigen Besuchen und besteht im Jubiläumsjahr 2009 nun schon seit 20 Jahren.

 Grenzöffnung 1989

Zur Grenzöffnung war die Kirchenlamitzer Sanitätskolonne im November 1989 zwei Tage in Schirnding im Einsatz. Ihre Aufgabe bestand darin, die Ost-Bürger zu betreuen und mit Tee und Suppe zu versorgen. Es galt Lunchpakete auszuteilen, Kleidung und Decken zu verteilen. Natürlich musste auch die ärztliche Versorgung sichergestellt werden. Von allen eingesetzten Organisationen wurden an elf Tagen zusammen 47.799 Personen betreut. Es handelte sich dabei um den größten Einsatz für die BRK-Gemeinschaften und aller beteiligten Organisationen.

Gemischte Bereitschaft

In der Organisationsform der Sanitätskolonnen trat 1993 eine Änderung ein. Die Kolonnenführer wurden nun zu Bereitschaftsleitern und die Freiwillige Sanitätskolonne Kirchenlamitz zur Gemischten Rot-Kreuz-Bereitschaft.

Bei den Neuwahlen im Februar 1993 wurden Richard Obermeier (bisher Sanitätskolonnenführer) zum Bereitschaftsleiter und Katharina Potzel (bisher Frauenbereitschaftsleiterin) einstimmig als Bereitschaftsleiterin gewählt.

 Ringen um die Rettungswache

Seit Jahren kämpfte die Stadt Kirchenlamitz darum, eine Rettungswache zu erhalten. Sie wollte damit eine bessere und schnellere notärztliche Versorgung ihrer Einwohner  sicherstellen. Bürgermeister Reinhard Weiß: Die bisherigen Fahrzeiten sind einfach zu lange – weil die drei bestehenden Rettungsleitstellen im südlichen und östlichen Teil des Landkreises konzentriert seien. Indes fürchtete Wunsiedel um den Bestand seiner Rettungswache. Unzufrieden mit dem Rettungswesen im Landkreis waren mittlerweile auch die niedergelassenen Ärzte im nördlichen Landkreis, vor allem darüber, dass ein seit langem versprochenes Einsatzfahrzeug trotz mehrmaliger Versprechungen immer noch nicht ausgeliefert war.

Wieder verstrichen in der Angelegenheit „Rettungswache“ fünf Jahre mit viel Diskussionsstoff. Erst 1996 kam Bewegung in die Angelegenheit. Die Weichen stellte der Kreisverband Wunsiedel i. Fichtelgebirge des Bayerischen Roten Kreuzes, dessen Vorsitzender Landrat Dr. Peter Seißer war. Er teilte mit, dass bereits mit Beginn des Jahres 1997 die Besatzung des neuen Rettungswagens, der in Kirchenlamitz stationiert werden wird, ihren Dienst aufnehmen könne: Wir brauchen eine Wohnung mit mindestens zwei Zimmern […] sowie eine Garage.

Die neue Rettungswache in Kirchenlamitz nahm bald konkrete Formen an. In dem Einkaufsmarkt Weißenstädter Straße 79 wurden in leer stehenden Läden die notwendigen Räumlichkeiten eingebaut. Außerdem stellte die Stadt Kirchenlamitz eine Großgarage für das Rettungsfahrzeug auf. Anfang August 1997 nahm die Rettungswache ihren Betrieb auf. Sie war unter der zentralen Notrufnummer 19222 erreichbar. Es verging kein Tag, an dem nicht mindestens ein Einsatz gefahren wurde. Die offizielle Einweihung fand am 26. September 1997 statt. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 129 Einsätze.

Änderung in der Ausrüstung

Eine 3.500 Mark Investition tätigte die Sanitätskolonne Kirchenlamitz im Jahr 1991. Das neu angeschaffte Sanitätszelt SG 300 mit 35 Quadratmeter Grundfläche bietet Platz für zwölf Feldbetten und wurde überwiegend finanziert durch Spenden aus der Bevölkerung und den Kirchenlamitzer Geschäften.

Bedingt durch eine neue Alarmierungsverordnung des Bayerischen Innenministeriums mussten die vorhandenen Taschenmeldeempfänger umcodiert werden.

1996 mussten im Zuge der Neuordnung des Katastrophenschutzes die Einsatzfahrzeuge des Bundes neu verteilt werden. Dadurch wurde das bisherige Einsatzfahrzeug der Bereitschaft Marktredwitz an Kirchenlamitz abgegeben. Das sechs Jahre alte Fahrzeug hatte 20.000 Kilometer auf dem Tachometer. Damit konnte auch das alte Fahrzeug, ein ausgesonderter Rettungsdienst-Krankenwagen, Baujahr 1985, abgelöst werden. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Stadt dem Roten Kreuz Kirchenlamitz eine Garage für das Einsatzfahrzeug überlassen. Durch die neuen Fahrzeuge des Bundes wurde auch der 26 Jahre alte Katastrophenschutz-Anhänger der Bereitschaft Marktredwitz frei und kam nach Kirchenlamitz.

In das neue Jahrtausend

Bei den Neuwahlen im Februar 1997 wurde Katharina Potzel als Bereitschaftsleiterin gewählt.


Katharina Potzel

Bereitschaftsleiterin

Katharina Potzel (1997-2005)

 

 

Sie übernahm eine kleine, aber sehr aktive Truppe, ein Vorbild im Kreisverband, wie Kreisbereitschaftsleiterin Gertraud Sturm die gemischte Bereitschaft Kirchenlamitz einmal nannte.

1999 beteiligte die Bereitschaft aktiv am Historischen Festzug aus Anlass des 625jährigen Jubiläums der Verleihung stadtrechtlicher Privilegien an Kirchenlamitz.

Zunächst noch unmerklich vollzog sich mit der Wende zum neuen Jahrtausend auch eine gesellschaftliche Veränderung, die sich wenige Jahre später erst bemerkbar machte. Kreisbereitschaftsleiterin Gertraud Sturm sprach nachdenkliche Worte zur Jahrtausendwende beim Seniorennachmittag des Roten Kreuzes in Kirchenlamitz: Wir haben auch eine Wende in unserer Gesellschaft: Sie hat sich geändert. Wir sprechen von der globalen Wirtschaft, die die Welt umspannt. Und sie sprach auch aus, was viele dachten: Man hat den Eindruck, das Kapital regiert die Welt, und dies macht uns fast etwas Angst.

Im Jahr 2000 übernahm die Bereitschaft den Dienst „Helfer vor Ort“. Dafür wurden etliche Mittel für die Ausrüstung eingesetzt. Diesen Dienst setzt die Rettungsleitstelle ein, wenn der Rettungsdienst oder der Notarzt nicht rasch genug vor Ort sein können. Der Helfer vor Ort könne die ersten lebenserhaltenden Maßnahmen gewährleisten.

Erste-Hilfe-Kurse bietet die Bereitschaft in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Wunsiedel an, um bei Unglücksfällen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes schnell und wirksam helfen zu können.

Zum gleichen Zweck wurden 2004 sechs Funkwecker für die Schnelle Einsatzgruppe angeschafft, die nun auch in den Alarmplan für die Autobahn A 93 in Bereich Selb eingebunden ist.

Mit Lagerfeuerromantik und Essen aus der Gulaschkanone beteiligte sich die Gemischte Bereitschaft des Roten Kreuzes an der AWO-Ferienaktion und veranstaltete mehrfach ein Zeltlager am Waldschwimmbad.

Hochwassereinsatz

Innerhalb von 15 Minuten war nachts um 01:30 Uhr am 15. August 2003 die Schnelle Einsatzgruppe mit Wolfgang Brunner, Andreas Holleyn und Jochen Pausch abfahrtbereit, um bei dem Oderhochwasser Hilfe leisten zu können. Der Einsatz in Sachsen dauerte drei Tage.

Im Rot-Kreuz-Haus Kirchenlamitz

Nicht nur eine neue Führungsspitze bekam im Jahr 2005 die Gemischte Bereitschaft mit Wolfgang Brunner, sondern auch ein neues Domizil.

Der Kreisverband erwarb das ehemalige Schmidt-Bank-Gebäude an der Bahnhofstraße und verlegte den Sitz der Rettungswache dorthin. Der Gemischten Bereitschaft wurden zwei Räume zu ihrer Verfügung angeboten. Das Kolonnenheim wurde in Privathand verkauft. Am 3. Juni 2005 erfolgte die Einweihung.


Wolfgang Brunner

 Bereitschaftsleiter

Wolfgang Brunner (2005-2009)

 

 

Bereitschaftsarzt Dr. Werner Wunsiedler wurde Anfang 2006 für 50 Dienstjahre geehrt. Nur wenige Wochen später mussten die Kirchenlamitzer von ihm Abschied nehmen. Sein Nachfolger als Bereitschaftsarzt wurde der Kirchenlamitzer Arzt Andreas Reul.

Seit August des gleichen Jahres bietet der Kreisverband Wunsiedel im Fichtelgebirge von Kirchenlamitz aus im Rahmen seiner im Rot-Kreuz-Haus eingerichteten Sozialstation für Kirchenlamitz und Umgebung die Hauskrankenpflege an.


Andreas Reul

 Bereitschaftsarzt

Andreas Reul (seit 2006)

 

 

Aus eigenen Mitteln schaffte sich die Gemischte Bereitschaft 2005 einen gebrauchten Transporter an, den sie selbst zum Krankentransportwagen umbauten und damit vom 21. bis 24. Juni 2006 bei der Fußball-Weltmeisterschaft in München zur Absicherung eingesetzt waren.

2007 erwarb die Gemischte Bereitschaft einen LKW aus eigenen Mitteln, baute ihn für ihre Zwecke um und stattete ihn zweckmäßig aus.

Im Jubiläumsjahr 2009 wird die Gemischte Bereitschaft von Michael Ziegler geleitet.

Gegenwärtig leisten 30 Aktive in der Gemischten Rotkreuz-Bereitschaft Kirchenlamitz Dienst. Sie wenden dabei im Jahr über 3.500 Stunden ihrer Freizeit auf. Über 2.000 Stunden opfern die Mitarbeiterinnen im Sozialdienst. Bei den vier Blutspendeterminen werden pro Jahr weit über 300 Spender betreut. Etwa 40 Teilnehmer kommen monatlich zum Seniorentreff. Die Kirchenlamitzer Bereitschaft ist eine aktive Gruppe mit hoher Motivation zur Weiterbildung. Dank ihrer guten technischen Ausstattung sind die Kirchenlamitzer Sanitäter universell einsetzbar.

Dort, wo Menschen in Not sind und tatkräftige Hilfe erforderlich ist, leisten die Mitglieder der Gemischten Bereitschaft Kirchenlamitz freiwillig und uneigennützig rund um die Uhr Hilfe.

Wenn sich immer wieder Kirchenlamitzerinnen und Kirchenlamitzer finden, die unparteilich, unabhängig und neutral dem Menschen unter dem Zeichen des Roten Kreuzes dienen, dann ist es um die Zukunft der Gemischten Bereitschaft Kirchenlamitz gut bestellt – ganz im Sinne von Henry Dunant.

 

Ad multos annos! - Auf viele Jahre!


Text und Gestaltung:                                  Werner Bergmann

BRK-Kirchenlamitz:                                    Michaela Limata, Jochen Pausch

Übernommen aus Festschrift:                     Administrator Jochen Hofmann


 

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